Eine sehr kurze Sozialgeschichte der Coronapandemie
„…Nun, mehr als fünf Jahre nach Beginn der Coronapandemie, ist die öffentliche Erinnerung an sie bereits verblasst. (…) Aus linker Sicht lässt sich dennoch gut für eine weitere Beschäftigung mit der Pandemie argumentieren. Zunächst wird die Verstärkung ideologischer Kontinuitäten während der Pandemie – wie etwa Sozialdarwinismus, Wissenschaftsfeindlichkeit, Naturalisierung menschengemachter Katastrophen – weit über die Coronapandemie hinaus Bestand haben. (…) Dass die Pandemie nichts als eine Naturkatastrophe sei, die aus heiterem Himmel über die Menschheit hereingebrochen ist und mit der Hölle der kapitalistischen Produktionsweise nichts zu tun habe, ist das am meisten verbreitete Narrativ. (…) Fünf Jahre nach Beginn der Pandemie ist es kein Geheimnis mehr – oder vielleicht wieder eines? –, dass Armut ein gravierender Risikofaktor für Infektion, schweren Verlauf und Tod durch COVID-19 ist. (…) Auch Long Covid betrifft überproportional viele weniger wohlhabende Menschen. Ist das Krankenstandsgeld zu niedrig, oder gibt es gar keinen bezahlten Krankenstand, steigen sie früh nach der Infektion wieder in die körperlich anstrengende Arbeit ein, was nachweislich die Gefahr, Long Covid zu entwickeln, erhöht. Viele arbeiteten und arbeiten auch während der Infektion, wenn es die Symptome erlaub(t)en. (…) viele Menschen tragen noch die Trauer um die Toten mit sich; und schließlich sind die überall zu beobachtenden Faschisierungstendenzen – und sie drohen keine vorübergehenden zu sein – auch eine mehr oder weniger direkte Folge der Pandemie und der ideologisierten Gegenwehr gegen die Eindämmungsmaßnahmen..“ Aus dem einleitenden Artikel von Paul Schuberth aus und zum Buch „Die verdrängte Pandemie. Linke Stimmen gegen den Pandemierevisionismus“ – wir danken dem Unrast Verlag!
*** Unterstütze das LabourNet auch durch den Kauf solidarischer Textilien auf www.dna-merch.de ! Mit dem Gutschein-Code LN20XX erhältst Du nicht nur du 5% Rabatt, sondern auch wir 5% des Nettopreises als Spende! ***
AKTUELL BEI LABOURNET.TV: Krankenhausarbeiter*innen gegen Militarisierung
„Am 20. November 2025 fand vor dem Virchow Klinikum in Berlin Wedding eine Protestkundgebung gegen die Unterordnung des Gesundheitssystems unter das Militär statt. Veranstalter*innen waren das Bündnis Gesundheit statt Profite, der Verein demokratischer Ärzt*innen (vdää) und die Internationalen Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Der hochrangige Offizier Zimmermann, der an dem Tag sprechen hätte sollen, ist wegen der Protestveranstaltung ausgeladen worden. Die Veranstalter*innen hoffen, dass sich bald noch mehr Widerstand entwickelt. Am 5. Dezember protestieren Schüler*inen bundesweit gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht: in Berlin findet der Protest um 16h am Oranienplatz statt.“ Video von labournet.tv (2025 / 4min / deutsch mit dt. UT)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
Spenden willkommen unter IBAN DE 76430609674033739600