Betriebsversammlung-Rede von Sven Vaith im Mercedes-Benz Werk Hamburg: „Die Friedensbewegung und die Klimagerechtigkeitsbewegung kämpfen bereits für eine andere Zukunft. Und wir? Wir müssen uns anschließen!“
„Ich bin Sven Vaith und arbeite in Halle 12 an der iSG Montage.
Wir sind heute hier in einer Zeit, in der die Arbeitsplatzvernichtung in der Automobil – und Zulieferindustrie zur bitteren Normalität geworden ist. Während die Konzernspitzen Milliardengewinne einfahren und Aktionäre sich ansteigenden Dividenden erfreuen, geht es uns an die Substanz. Die ersten, die immer dran glauben müssen, sind unsere Leiharbeiter-Kollegen, die genauso hart schuften wie wir, aber mit weniger Rechten, weniger Sicherheit und zum Teil weniger Lohn. (…)
Während wir jeden Tag unsere Leistung bringen, wird unser Anteil am Kuchen immer kleiner. Und was macht der Konzern? Er setzt auf Profitmaximierung – koste es, was es wolle. Doch diese Gier hat Folgen: Sie macht die Klassen-Spaltung der Gesellschaft immer deutlicher. Immer mehr Menschen werden abgehängt, während eine kleine Elite sich die Taschen vollmacht. Viele Unternehmen, in der Metall– und Elektroindustrie, wollen jetzt vom Rüstungswahnsinn profitieren – finanziert mit unseren Steuergeldern! Geld, das stattdessen in Arbeitszeitverkürzung, in ein gutes Gesundheitssystem, in Schulen und Kitas fließen könnte. Aber Krieg bringt keinen Wohlstand – er bringt nur Tod und Zerstörung. (…)
Die Friedensbewegung und die Klimagerechtigkeitsbewegung kämpfen bereits für eine andere Zukunft. Und wir? Wir müssen uns anschließen! Denn eine echte Zukunft für die Autoindustrie heißt: weg vom individualisierten Luxuskarossen-Wahnsinn, hin zu sinnvollen Produkten wie ÖPNV-Lösungen und Straßenbahnen. Jede Vernunft spricht dafür – nur die Kapitalisten – Interessen dagegen. Es heißt immer, die Zeiten seien schlecht. Doch nicht die Zeiten sind schlecht – die Machtverhältnisse sind es!…“ Rede von Sven Vaith bei der Betriebsversammlung am 24.06. im Mercedes-Benz Werk Hamburg
In ganz Europa stellen sich Hafenarbeiter:innen und andere Transportbeschäftigte gegen den Transport von Militärausrüstung
„… In ganz Europa stellen sich Hafenarbeiter und andere Transportbeschäftigte gegen den Transport von Militärausrüstung und bekräftigen, dass Häfen und Verkehrsinfrastruktur nicht zur Unterstützung bewaffneter Konflikte genutzt werden dürfen. Diese Aktionen spiegeln eine breitere Weigerung wider, sich an Gewalt zu mitschuldig zu machen, sowie ein gemeinsames Bekenntnis zu internationaler Solidarität und humanitären Werten. (…)Wir lehnen es entschieden ab, dass Transportarbeiter, darunter auch Hafenarbeiter, wegen ihres Widerstands gegen Gewalt und ihrer Forderung nach Frieden ins Visier genommen werden. Arbeitnehmer, die im Einklang mit internationaler Solidarität und humanitären Grundsätzen handeln, dürfen dafür nicht bestraft werden. Die ETF und ihre Mitgliedsorganisationen in ganz Europa betonen: Frieden ist dringend notwendig und nicht verhandelbar…“ Aus der engl. Meldung von ETF vom 24.6.2025 – siehe den gesamten (maschinenübersetzten) Text und mehr dazu
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AKTUELL BEI LABOURNET.TV: Lars Hirsekorn über die Automobilindustrie
„Lars Hirsekorn arbeitet seit 1994 bei VW in Braunschweig und ist Mitglied des dortigen Betriebsrates. Er spricht über den Tarifabschluss, der im Dezember 2024 bei VW abgeschlossen wurde und den Zustand der deutschen Automobilindustrie im Allgemeinen. Bei VW sollen 35.000 Stellen abgebaut und die Profitrate auf 6% gebracht werden. Die Arbeiter*innen sind wütend auf die IG-Metall, die nach ein paar Stunden Warnstreik einen solchen Abschluss gemacht hat, – ohne die Streikkasse angerührt zu haben und vor allem ohne Rücksprache mit der Belegschaft. Hirsekorn ist Mitinitiator einer Aktionszeitung, die den Widerstand und Debatten in der Automobilindustrie anfachen soll.“ Video bei labournet.tv (deutsch | 32 min | 2025)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
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