[PROKLA 223 vom Juni 2026] Als hätte es Imperialismus nie gegeben. Kritische Anmerkungen zur Debatte um die neue Geoökonomie
„Die deutsche Debatte zur neuen Geoökonomie ignoriert die Wirtschaftsgeschichte von Kolonialismus und Imperialismus und blendet marxistische Imperialismustheorien der letzten hundert Jahre aus. Das Neue gegenwärtiger Machtverschiebungen in der globalen politischen Ökonomie wird dabei vor allem durch eine fiktionale Erzählung der liberalen Weltwirtschaftsordnung des 20. Jahrhunderts begründet. Um die gegenwärtigen Krisen und Umbrüche zu begreifen, wäre die kritische Gesellschaftsforschung daher besser beraten, sich wieder mit größerer Sorgfalt den analytischen und politisch-strategischen Potenzialen einer aktualisierten Imperialismusanalyse zuzuwenden…“ Artikel von Anil Shah in PROKLA 223 vom Juni 2026 zum Schwerpunkt „Kritik der Geoökonomie“ samt deren Inhaltsverzeichnis
Wir danken und empfehlen wie immer das gesamte Heft, siehe mehr dazu im Beitrag
DGB-Gewerkschaften als rechte Resonanzräume? Kommentar von Renate Hürtgen zur Analyse der AG Wahlbeobachtung
„… Diese Wahlauswertungen haben gute Tradition im express. Tradition hat auch, dass die Autor:innen stets ein Augenmerk auf das Wahlverhalten von Gewerkschaftsmitgliedern legen und damit eine Lücke füllen, die der DGB hinterlässt, der die Ergebnisse der Nachwahlbefragungen seit Jahren weder vollständig veröffentlicht noch kommentiert. Damit drückt sich der DGB nicht nur davor, die steigende Anzahl von AfD-Wähler:innen in seinen Reihen öffentlich zu machen, er verhindert auch jede zwingend notwendige Diskussion über die Gründe dieser Entwicklung. (…) Ist damit der Befund obsolet, dass demokratische Mitgestaltung widerstandsfähiger gegen autoritäre Anrufungen macht? Die Autor:innen ringen um erste Antworten: Vielleicht seien ja Gewerkschaften geeignete Resonanzräume für autoritäre Vereinfachungen!? Vielleicht würden sie mit ihrem Fokus auf den Standort und nationalen Wettbewerb geradezu als Verstärker nationalistischer Affekte dienen!? Und schürt eine Gewerkschaftspolitik, die auf den Erhalt von Jobs in einer traditionellen, auf fossilen Energieträgern beruhenden Industrie setzt, nicht eben dieses nationalistische Moment?…“ Aus dem Kommentar von Renate Hürtgen in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 5/2026
Kaum Widerstand gegen Sozialabbau. Markenzeichen des aggressiven Kapitalismus: „Jeder wird verschlissen, aber jeder anders“
„… Um die Lage der abhängigen Klassen zu verstehen, gilt es, Anhaltspunkte dafür zu finden, warum sich heute so gut wie kein solidarisches Handeln mehr findet, das trotz verstärktem Druck wirksam werden kann. Und dieser Druck zielt nicht nur auf sozialstaatliche Leistungen, sondern auch auf das ganze Spektrum von Arbeitsbedingungen, von der täglichen Höchstarbeitszeit bis zum Recht auf Teilzeit. (…) Wir sehen heute nicht nur wachsende Ungleichheit, sondern systematisch produzierte Entwertung und Verunsicherung, Verwundbarkeit bis Leid. (…) In der Folge werden Klassen nicht nur entlang von Eigentum und Lohnarbeit strukturiert, sondern auch entlang sozialstaatlich regulierter Linien von Abwertung, Ausschluss und Scham – für alles gilt die Eigenverantwortung. (…) es ist ein hinterhältiges politisches Spiel, denn dieser Trick entlastet auch herrschende Akteure und soll gleichzeitig weitere Belastungen in den Arbeits- und Lebensbedingungen aller Abhängigen vereinfachen…“ Aus dem Artikel von Harald Rein und Uli Wesser in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 5/2026
Siehe auch – da im express eine Kurzfassung erschienen:
20. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Gesundheitswesen » Konflikte und Arbeitskämpfe im Gesundheitswesen in diversen Kliniken » Charité Berlin » Belegschaftszeitung: „Vitamin C“ – Das Betriebsflugblatt der RSO an der Charité
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AKTUELL BEI LABOURNET.TV: Union Busting bei Thoughtworks
„27. Mai 2026, Berlin – Solidaritätsaktion für eine gekündigte Kollegin, die Mitglied des Gesamtbetriebsrates von Thoughtworks ist. Insgesamt wurden drei Mitglieder des Betriebsrates gekündigt. „Es geht einfach nur darum, Betriebsratsmitglieder ins Visier zu nehmen, weil sie laut und kämpferisch sind. Aber womit sie nicht gerechnet haben: wir haben keine Angst und wir sind nicht allein.“ (aus dem Video)…“ Video von Labournet TV (Deutschland 2026 / 2 min / engl. mit dt. UT)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
Spenden willkommen unter IBAN DE 76430609674033739600