Internationales

Quelle:  Artikel von Bernhard Bartsch in der Frankfurter Rundschau vom 07.09.2012 externer Link

Sie sind gehorsam, billig und leidensfähig: Immer mehr Nordkoreaner werden als Gastarbeiter nach China geschickt. Ihre Einkünfte kassiert das Kim-Regime in der Heimat.   Siehe dazu: (weiterlesen »)

Dramatischer Arbeiterprotest auf Sardinien: verzweifelte Bergleute drohen mit Selbstmord unter Tage

  • Schicht im Schacht
    Die Kohlekumpel in Sardinien sind nicht die einzigen, die um ihre Arbeitsplätze in der von Deindustrialisierung und Krise betroffenen italienischen Region kämpfen. Artikel von Catrin Dingler in der Jungle World vom 06.09.2012 externer Link. Aus dem Text: „Fernab der touristischen Traumstrände hat im Südwesten Sardiniens der Nachsommer mit einem spektakulären Arbeitskampf begonnen. Etwa 50 Minenarbeiter der Bergbaugesellschaft Carbosulcis riegelten vergangene Woche die Zufahrtswege zur Kohlegrube Nuraxi Figus ab und verbarrikadierten sich in einem knapp 400 Meter unter der Erde liegenden Stollen. Seither wechselt sich die Belegschaft mit dem Streikdienst unter Tage ab. Im besetzten Streckenabschnitt befindet sich auch das Sprengstofflager. In der ersten Aufregung drohten die Streikenden, sie seien zu jeder »verrückten Tat« bereit. (…)  Jede langfristige, strukturpolitische Investitionsentscheidung für das Kohlebergwerk hat Montis Übergangsregierung dagegen erst einmal vertagt, bis auf weiteres soll die Mine weiterbetrieben werden. Die Kohlekumpel haben daraufhin am Montag nach einer mehrstündigen Vollversammlung beschlossen, ihren Streik auszusetzen. Sie kündigten aber an, in Alarmbereitschaft zu bleiben.“   Siehe dazu für weitere Informationen auch: (weiterlesen »)

Quelle:  Artikel von Anna Maldini  in Neues Deutschland vom 10.09.2012 externer Link

Migrantische Landarbeiter in Italien beginnen mit Streiks für ihre Rechte zu Kämpfen
Sie werden wie Skaven behandelt. Doch nun fangen Italiens migrantische Landarbeiter an, sich zu wehren. In Italien arbeiten etwa 100 000 Landarbeiter, die fast wie Sklaven gehalten werden. Oft sind sie illegal im Land und damit »unsichtbar«. Das nutzen skrupellose Unternehmer aus, um ihnen einen Hungerlohn zu zahlen und sie menschenunwürdig zu behandeln. Doch immer häufiger rebellieren diese »neuen Sklaven«
…“

Quelle:  Meldung im Spiegel vom 07.09.2012 externer Link

Die Sozialversicherungsabgaben der Arbeitnehmer werden angehoben, zusätzliche Monatsgehälter werden gestrichen: Portugal muss sparen, um sein Defizitziel zu erreichen. Ministerpräsident Passos Coelho hat jetzt neue Maßnahmen vorgestellt.   Aus dem Text:

„(…) Man werde unter anderem 2013 die Sozialversicherungsabgabe der Arbeitnehmer von elf auf 18 Prozent erhöhen, sagte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Freitagabend. Zur Bekämpfung der Rekordarbeitslosigkeit von 15,7 Prozent wird im Gegenzug der Beitrag der Arbeitgeber zur Sozialversicherung von 23,75 auf 18 Prozent gesenkt. Wie bereits dieses Jahr schon gültig, wird es auch 2013 kein 13. und 14. Monatsgehalt für Rentner des privaten Sektors und des öffentlichen Dienstes geben, sagte Passos. Die Beamten müssten im kommenden Jahr auf ein Monatsgehalt verzichten…“

Quelle:  Artikel von Eric B. vom 6 September 2012 in seinem Blog “Lost in Europe” externer Link

Die Troika ist wieder in Griechenland. Für die Eurozone ist das eine gute Nachricht – schließlich soll der Abschlußbericht die unübersichtliche Lage klären und bei der Entscheidung über den “Grexit” helfen. Solange die Troika in Athen ist, so die Hoffnung, passiert gar nichts. Doch für die Griechen sieht die Sache ganz anders aus. Die “Men in Black” verbreiten schon wieder Angst und Schrecken – jetzt wollen sie die Arbeitsgesetze abschaffen. Griechenland soll die Sechs-Tage-Woche einführen, den Mindestlohn kürzen, die Lohnnebenkosten drastisch senken und die Gewerkschaftsrechte weiter abbauen. Das steht in einem vertraulichen Arbeitspapier der Troika, aus dem der Blog “Keep Talking Greece”” zitiert. Ich habe mir eine englische Fassung besorgt und dokumentiere hier, wie die Vertreter von EU, EZB und IWF arbeiten…“

Quelle:  Kommentar von Robert Misik in Der Standard online vom 9. September 2012 externer Link

Die berüchtigte Troika übermittelt den Griechen ein neues “Reform”-Diktat: Verlängerung der täglichen Arbeitszeit. Abschaffung der 5-Tage-Woche. Einführung der 6-Tage-Woche. Damit Griechenland wieder “konkurrenzfähig” wird. Konkurrenzfähig zu seinen Wirtschaftspartnern. Denn “Konkurrenzfähigkeit” ist ja kein absoluter Wert, sondern nur ein relativer…“

Griechenland: Die Linksallianz Syriza wollte lange vom Regieren nichts wissen. Nun stimmt sie sich doch darauf ein, möglichst bald die Geschicke des Landes zu leiten. Artikel von Hilary Wainwright in Freitag online vom 08.09.2012 externer Link  (weiterlesen »)

Zu Hause ohne Jobchance: In München haben griechische Erzieherinnen ihre Arbeit aufgenommen. In Griechenland wird gespart. Die Folgen sind in Deutschland meist nur nachzulesen. Doch zuweilen begegnet man ihnen auch. In München wurden acht junge Griechinnen als Erzieherinnen eingestellt. Griechische Schulen in Deutschland schaffen ihre Obersstufe ab. Und Gewerkschafterinnen berichten über die Lage in ihrem Land…“ Artikel von Rudolf Stumberger im Neues Deutschland vom 07.09.2012 externer Link
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Die Lehrerin ARGIRO BADUVA und ALKISTIS TSOLAKOU, Software-Ingenieurin, waren zehn Tage lang Gäste der der DGB-Jugend Hessen-Thüringen, berichteten auf Veranstaltungen über die Lage in Griechenland. Mit den beiden jungen Gewerkschafterinnen sprach Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 07.09.2012 externer Link (weiterlesen »)

Am Sonntag den 2. September demonstrierten in Rohtak hunderte Familienangehörige der Maruti-Suzuki-Belegschaft: Sie forderten die Freilassung aller seit dem 18. Juli inhaftierten und die Aufnahme einer Untersuchung über die Rolle des Managements in den Auseinandersetzungen. Sie prangerten an, dass eine ganze Reihe der eingesperrten Arbeiter mißhandelt werden und wollten dem Gouverneur des Bundestaates Haryana eine Petition übergeben, was dieser ablehnte. Der Forderungskatalog der Familien umfasst auch die Wiedereinstellung aller Entlassener – darunter beispielsweise ein Arbeiter der vom Unternehmen zweimal als “vorbildlich” ausgezeichnet wurde und der nun sowohl entlassen als auch inhaftiert ist. Der Bericht “Relatives and families of Maruti Suzuki workers demonstrate in Rohtak” externer Link am 03. September 2012 bei radical notes macht deutlich, dass der Kampf weitergehen wird.

Siehe dazu auch: “Join Convention- intensified assault on Maruti workers: 7 Sept, ISI, Delhi” externer Link ein Aufruf bei kracktivist zu einer weiteren Solidaritätsaktion, die neben den Forderungen gegen die Kriminalisierung vor allem das Recht auf Gewerkschaftsfreiheit gegen die internationalen Automobilkonzerne und ihre einheimischen Partner vertritt.

Landesweite Solidarität mit SAT

Landesweite Solidarität mit SATZuerst waren es, in kleineren Orten, Hunderte von Menschen, die sich an den jeweiligen Etappen der “Marcha Obrera” der SAT durch Andalusien beteiligten, jetzt sind es nahezu überall Tausende. Der Marsch, immer wieder begleitet von Aktionen wie Besetzungen von Straßen, von Bankfilialen und Supermärkten findet in ganz Spanien immer mehr und immer größere Unterstützung. und bringt andere Gewerkschaften in Zugzwang. Eine kleine aktuelle Materialsammlung “Marcha Obrera” vom 07. September 2012 zusammengestellt von hrw. (weiterlesen »)

“Merkel, go home!”

“Wir wollen die deutschen Banker nicht fett machen” und “Nein zum 4. Reich” waren einige der Parolen mit denen Hunderte von Menschen vor der EU Vertretung in Madrid gegen den Besuch von Bundeskanzlerin Merkel protestierten, wozu die Bewegung 15M und Democracia real aufegrufen hatten. Der Bericht “El 15-M recibe a Merkel “con la fuerza de la democracia”” externer Link von Eduardo Muriel am 06. September 2012 in “Publico”.

Siehe dazu auch: “Merkel go home.- Termina la manifestación contra Merkel en Madrid” externer Link  ein Videobericht der Aktion am 06. September 2012 bei kaosenlared.

Hunderte Menschen haben am Samstag in Madrid für den uneingeschränkten und kosten­losen Zugang von illegalen Einwanderern zum Gesundheitssystem demonstriert. „Kein Mensch ist illegal“, riefen die Demonstranten bei ihrem Protest vor einem Krankenhaus in der spanischen Hauptstadt. Die Teilnehmer machten ihrem Ärger lautstark mit Hupen und Trillerpfeifen Luft. Bis Samstag konnten Einwanderer ohne Papiere in Spanien innerhalb des gesetzlichen Gesundheitssystems medizinisch behandelt werden. Im Zuge der schweren Wirtschaftskrise in Spanien beschloss die konservative Regierung in Madrid jedoch unter anderem Kürzungen im Gesundheitswesen. Dazu zählt auch, dass sich die medizinische Behandlung von illegalen Einwanderern künftig nur noch auf Kinder, Schwangere und Notfälle beschränken soll” – aus “Spanier fordern Zugang illegaler Einwanderer zu Gesundheitswesen” externer Link ein Bericht im Ärzteblatt vom 03. September 2012

Siehe dazu auch: “CUT ocupa centro de saúde em Compostela contra a segregaçom racista” externer Link am 05. September 2012 bei LaHaine: Die regionale galizische Alternativgewerkschaft CUT besetzte in Compostela ein Gesundheitszentrum aus Protest gegen die rassistische Segregation…

Das angerufene Gericht erklärte den Streik für illegal, Erziehungsminister Mutula Kilonzo drohte mit Geldbußen und Disziplinarmaßnahmen, die Polizei attackierte die Streikenden (bis hin zu Warnschüssen), die Medien beweinten laut die armen Schüler – und rituell auch angeblich mißhandelte Streikbrecher – es nützte alles nichts: Der LehrerInnenstreik wurde im ganzen Land massiv befolgt. Einen Einblick gibt der Bericht “Schools Paralysed By Strike” externer Link am 04. September 2012 in “The Nation” (gespiegelt bei allafrica)

Siehe dazu auch: “Teachers’ strike still on as salary talks to resume” externer Link am 05. September 2012, ebenfalls (direkt) in der Nation.

Sowie: “University staff walk out as unrest spreads” externer Link ein redaktioneller Bericht in Daily Nation vom 06. September 2012, in dem die Streikaktion von 11.000 Universitätsangestellten quer durchs Land geschildert wird – und die Streikankündigung der Ärzte an den öffentlichen Krankenhäusern in der nächsten Woche.

In Griechenland soll die Fünftagewoche in der privaten Wirtschaft abgeschafft werden. Seitens der Regierung wurde eine am Montag in der griechischen Presse verbreitete Meldung, nach der die Gläubigertroika Derartiges per E-Mail von Finanzminister Giannis Stournaras gefordert hat, nicht dementiert. Den Medienberichten zufolge soll eine sechstägige Arbeitszeit branchenübergreifend in ganz Griechenland eingeführt werden. Darüber hinaus soll Unternehmern erlaubt werden, Arbeiter überaus »flexibel« einzusetzen. Die minimale Ruhezeit zwischen Feierabend und erneutem Arbeitsbeginn dürfte dann auf elf Stunden gesenkt werden. Gleichzeitig sehen die Pläne eine weitere Halbierung der ohnehin bereits drastisch gekürzten Entschädigungen im Entlassungsfall sowie die Abschaffung sämtlicher Kündigungsfristen vor…” – aus “Ausbeutung ohne Ende” externer Link ein Artikel von Heike Schrader in der jungen Welt vom 05. September 2012

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