Nach dem teilweisen Serverausfall am Freitag (und dann auch noch Internet-Ausfällen am Wochenende) sieht zumindest diese Lage momentan stabil aus. Die meisten der für Freitag vorgesehenen Beiträge sind zwar eingebaut, aber nicht hier im Newsletter aufgelistet – aus Platz-, aber auch Aktualitätsgründen. Ich empfehle, die Website durchzuscrollen – und die Daumen zu drücken! Mag
Repressionswelle nach dem wenig erfolgreichen Metallerstreik in Andalusien
„… Erneut hallten am späten Freitag Parolen durch die südspanische Hafenstadt Cádiz. „Gegen Repression: Klassensolidarität“. Gefordert wurde von etwa 800 Menschen, dass die Repressionswelle nach dem Metallerstreik, der drei Wochen die Bucht um die andalusische Hafenstadt in Atem hielt, beendet wird. Strafverfahren gegen Streik-Aktivist*innen müssten eingestellt werden, wurde gefordert. Inzwischen kam es auch zu einer ersten Entlassungen. Ein Mitglied der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CGT wurde gefeuert, der den Streik angeführt habe. (…) Knapp 30.000 Beschäftigte hatten zunächst am 18. und 19. Juni befristet für einen neuen Tarifvertrag gestreikt, der angesichts der Halsstarrigkeit der gut knapp 6000 betroffenen Unternehmen schließlich unbefristet weitergeführt wurde. (…) Bei dem Ausstand wurden, wie üblich bei den kämpferischen Beschäftigten in der Provinz Cádiz, Straßen und Industriegebiete blockiert, zum Teil wurden auch Barrikaden gebaut. Es kam dabei auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dass es trotz der massiven Verhaftungswelle am Freitag bei einer überschaubaren Demonstration blieb, hängt mit einem Problem dieses Arbeitskampfs zusammen: Sommerferien…“ Aus dem Artikel von Ralf Streck vom 19.07.2025 – wir danken!
Zaghafter Widerstand. Warum den Gewerkschaften die Verteidigung des Achtstundentags so schwer fällt
„… Die ständig wiederholte Behauptung, keiner hätte mehr »Bock auf Arbeit«, soll die mittelmäßige gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik begründen – »Wohlstand« nennt das Merz und tut so, als ergäbe sich das monatliche Geld auf dem Privatkonto direkt aus dem Bruttoinlandsprodukt. (…) Wer darum bangt, seinen Lebensstandard zu halten, während Miete und Lebensmittel teurer werden, dessen drängendstes Interesse ist das Entgelt. In Zeiten von hoher Inflation, geringen Lohnsteigerungen und schwächelnder Auftragslage kommt es vielen Beschäftigten erst mal auf Sicherheit an. Die Verkürzung der Arbeitszeit ist derzeit schwerer vermittelbar, weil sich viele vor dem wirtschaftlichen Abstieg fürchten und deshalb andere Prioritäten setzen. Selbstverständlich wäre eine kollektive Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich trotzdem richtig. (…) Aber: In der Praxis bedeutet »Flexibilität« für Beschäftigte und Unternehmen etwas ganz Verschiedenes. Nicht umsonst heißt es im Gewerkschaftsjargon nicht »Flexibilität«, sondern »Zeitsouveränität«, wenn Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach eigenen Wünschen gestalten können. Denn Flexibilität meint nicht: mehr Wahlmöglichkeiten für die Beschäftigten, sondern dass die Arbeitgeber noch freier über deren Arbeitszeit entscheiden können…“Aus dem Artikel von Lucas Rudolph in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 7/2025
»Zweite Welle im Gesundheitsbereich« – Ende des heftigen Tarifkampfs bei der Berliner CFM
„… Die Ausgliederung von Teilen des Kernbetriebs der Charité in das Subunternehmen CFM folgte dem nicht nur im Gesundheitsbereich bekannten Muster: Lohnkosten werden gedrückt, die Arbeitsbedingungen verschlechtert. (…) Das Erreichen der Löhne – und der Arbeitsbedingungen des Manteltarifvertrags – des TVöD war seit 20 Jahren das Ziel der ver.di-Aktiven im Betrieb. (…) Kernelemente der CFM-Tarifbewegung waren eine offene Kommunikation und große Bemühungen um Transparenz und Mitsprache der Beschäftigten beim Vorgehen und den einzelnen Entscheidungen, bei der Forderungserarbeitung, der Vor- und Nachbereitung der Verhandlungstage sowie der sehr kleinteiligen Informationsarbeit in Einzelgesprächen in den Krankenhausgängen. Ein weiteres Kernelement bestand darin, schon lange vor dem Beginn der eigentlichen Verhandlungsphase Informationsketten aufzubauen, große digitale Messenger-Kanäle anzulegen und sogenannte »Bereichsdelegierte« zu finden und zu motivieren. (…) Die Bereichsdelegierten waren der Schlüssel zur Streikteilnahme – ganze Teams an Reinigungskräften, Handwerker:innen und Transportdiensten kamen geschlossen zu den Streiks. Oft waren es migrantische Beschäftigte, die sich (manchmal erstmalig) aktiv in die Streiks einbrachten und für die Organisierung ihrer Kolleg:innen einsetzten. Der offene, um Transparenz bemühte Prozess war aufwändig. Aber vermutlich legte er das Fundament für die lange Streikphase und den erfolgreichen Tarifabschluss…“ Artikel von Johannes Specht in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 7/2025
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AKTUELL BEI LABOURNET.TV: Lars Hirsekorn über die Automobilindustrie
„Lars Hirsekorn arbeitet seit 1994 bei VW in Braunschweig und ist Mitglied des dortigen Betriebsrates. Er spricht über den Tarifabschluss, der im Dezember 2024 bei VW abgeschlossen wurde und den Zustand der deutschen Automobilindustrie im Allgemeinen. Bei VW sollen 35.000 Stellen abgebaut und die Profitrate auf 6% gebracht werden. Die Arbeiter*innen sind wütend auf die IG-Metall, die nach ein paar Stunden Warnstreik einen solchen Abschluss gemacht hat, – ohne die Streikkasse angerührt zu haben und vor allem ohne Rücksprache mit der Belegschaft. Hirsekorn ist Mitinitiator einer Aktionszeitung, die den Widerstand und Debatten in der Automobilindustrie anfachen soll.“ Video bei labournet.tv (deutsch | 32 min | 2025)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
Spenden willkommen unter IBAN DE 76430609674033739600