Petition: GEGENWEHR JETZT! Den Generalangriff der Bosse und ihrer Regierung stoppen. Für kämpferische Gewerkschaften. Für die Verteidigung unserer Errungenschaften.
„In den letzten Monaten haben Wirtschaftsbosse und Regierungsvertreter über die Medien den schärfsten Klassenkampf von oben in der deutschen Nachkriegsgeschichte angezettelt. (…) Mächtige halten Zeit für reif, Tarifverträge und soziale Sicherungssysteme einzustampfen. (…)Wahrscheinlich haben viele von uns zu lange an die „Sozialpartnerschaft“ geglaubt. (…) Sie wollen auf unseren Kosten ihre Krise überwinden und ihre Profite sichern oder sogar ausweiten. Wir dagegen wollen ein würdiges Leben mit guten Arbeitsbedingungen, sozialer Sicherheit, Gesundheit und Frieden. Interessengegensatz erfordert Widerstand (…) Die Angriffe werden nicht aufhören, wenn wir stillhalten. (…) Wenn wir heute zurückweichen, werden morgen nicht nur die nächsten Angriffe folgen. Rechtstendenzen kommen nicht von ungefähr (…) Die Gewerkschaften dürfen sich nicht noch einmal durch Untätigkeit mitschuldig machen. Wir sagen deshalb: Unsere Errungenschaften sind nicht verhandelbar! (…) Es ist gut, dass ver.di Proteste zur Verteidigung des Sozialstaats organisiert. Es ist gut, dass die IG Metall am 21. September zu einem Aktionstag in der Auto- und der Zulieferindustrie aufruft. Es ist gut, dass der DGB am 26. September bundesweit Demos organisiert. Das alles wird aber nicht reichen. Es können nur erste Schritte in Richtung eines konsequenten Widerstands sein. Wir brauchen Gewerkschaften als wirkliche Gegenmacht…“ Petition bei change.org von Gewerkschafter:innen, Betriebsrät:innen, Vertrauensleuten und aktiven Kolleg:innen mit 130 namentlich genannten Erstunterzeichner:innen (darunter Mag Wompel/LabourNet)
Siehe ein Plakat zur Petition und ihre Hintergründe im Dossier
3. Politik » Gewerkschaften » Gewerkschaften in Deutschland » IG Metall
IG Metall vor der Metall-Tarifrunde: Christiane Benners Programm gegen den Industrieabbau – eine deutsche Kopie des Trump’schen Protektionismus.
„… Im Handelsblatt-Interview vom 28.07.2026 skizzierte IG-Metall-Chefin Christiane Benner ihre Rezepte, um Arbeitsplätze zu erhalten. Zölle, Local Content, ein Bekenntnis zu Wachstumsbranchen wie Rüstung und Rechenzentren – und eine Kampfansage in der Rentenfrage. Ein genauerer Blick auf die Fakten hinter diesem Programm zeigt: Es ist weit weniger kämpferisch, als es klingt, und an entscheidenden Stellen schlicht die deutsche Kopie einer gescheiterten US-amerikanischen Blaupause. (…) Wer als Aufsichtsrätin eine Arbeitszeitverlängerung mitträgt und als Gewerkschaftsvorsitzende gleichzeitig für eine Arbeitszeitverkürzung eintreten müsste, gerät zwangsläufig in einen Rollenkonflikt – vierzig Jahre nach dem größten Erfolg, den die eigene Organisation mit genau dieser Forderung je erzielt hat. (…) Standortnationalismus verspricht kurzfristigen Schutz für die eigene Belegschaft, erkauft ihn aber durch Konkurrenz zwischen Beschäftigten verschiedener Standorte und Länder – ein Spiel, das die Arbeiterklasse, gleich wer gerade nachgibt, auf Dauer nur verlieren kann…“ Artikel von Jörg Wuttke vom 14.9.2026 – wir danken!
Der Kampf der extremen Rechten um die Arbeiter:innenklasse. Zur Verankerung und Bedeutung von Zentrum und AfD in Betrieben
„… Für die Alternative für Deutschland (AfD) bietet Zentrum eine Gelegenheit, stärker in die deutsche Arbeiter:innenklasse zu wirken und sich einen organisierten Rückhalt in den Betrieben aufzubauen. (…) Beide behandeln sozialpolitische Themen, indem sie den Widerspruch von Kapital und Arbeit, also den Konflikt zwischen Unten und Oben, in einen zwischen dem Innen und dem Außen umdeuten. Dabei wird der Klassenkonflikt ethnisiert und bspw. schlechte Löhne nicht als Folge einer Deregulierung des Arbeitsmarktes gedeutet, sondern als Folge vermeintlich schlecht qualifizierter Arbeiter mit Migrationsgeschichte, die das Lohnniveau drücken würden. Mit dieser Herangehensweise lassen sich harmonische materielle Verhältnisse unter Deutschen propagieren, während der zentrale Verteilungskonflikt nach außen verschoben wird. (…) Zentrum ist zumindest derzeit nicht in der Lage, sich als wirkmächtige Alternative zu den DGB-Gewerkschaften in Stellung zu bringen. Die eigentliche Gefahr liegt dabei jedoch weniger in der gegenwärtig wenig realistischen Perspektive einer konkurrierenden Massengewerkschaft. Bedeutender ist vielmehr das Potenzial, politische Deutungsrahmen zu verschieben und rechte Narrative in betrieblichen Debatten zu stärken…“ Artikel von Mathias Hoose und Tim Ackermann in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 9/2026
Siehe im Dossier weitere aktuelle Informationen und die historische Entwicklung
Revisited: Gegenwehr ohne Grenzen. Leserbrief von Wolfgang Schaumberg vom 17. Februar 2002
„… Was mich allerdings wieder etwas hoffnungvoller macht: Ein Kommentar in der Unternehmerzeitung „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) vom 17.1.02 analysierte als zentrales Problem des Opel-Managements: die alten erkämpften Betriebsvereinbarungen müßten weg. „Die Kunst ist“, schreibt der Kommentator, „Verträge so aufzuweichen, dass sie die richtige Entlastung (für Opel) bringen, aber zu keiner Revolte führen!“ Mit brutaler Offenheit erklärt der FAZ-Schreiber weiter: „Vermutlich hätte Forster kurz nach seinem Amtsantritt die Gunst der frühen Stunde nutzen und ein Werk schließen müssen, Antwerpen, das hätte den geringsten Widerstand bedeutet. Oder, wenn man es ganz scharf rechnet, Bochum. Aber wer traut sich schon an Bochum heran angesichts der dort besonders streitlustigen Belegschaft? Vor allem, wenn man bedenkt, dass durch die Vernetzung der Produktion nur rund 500 streikende Mitarbeiter in Bochum nötig sind, um die gesamte Fertigung in Europa lahmzulegen.“…“ Dokumentation des Beitrags von Wolfgang Schaumberg in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Ausgabe 9/2026
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AKTUELL BEI LABOURNET.TV: Tarifverhandlungen Vivantes Töchter
„19. Juni 2026, Berliner Krankenhausratschlag – Die Verhandlungen der Vivantes Töchter stehen kurz vor dem Abschluss. Die Arbeiter*innen sollen noch bin Ende 2030 darauf warten, zu 100% nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) bezahlt zu werden. So viel Zeit haben sie aber nicht, wie eine Arbeiterin von VivaClean klarstellt: „Ich arbeite acht Stunden und ich habe kein Geld in der Tasche: Miete, Strom Monatskarte, Schule und kein Geld. Alles ist teurer und der Lohn ist gleich. Ich brauche 100%, sofort.“ Am 22. Juni stimmten 70% der Kolleg*innen dafür, den Streik zu beenden und das Angebot anzunehmen.“ Video von labournet.tv (Deutschland 2026 / 2min / deutsch mit dt. UT)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
Spenden willkommen unter IBAN DE 76430609674033739600