Arbeitszeitverkürzung

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"“… Neben der zunehmenden Digitalisierung unseres Alltags, veränderten Beschäftigungsformen und neuen Qualifikationsanforderungen ist insbesondere die Arbeitsplatzentwicklung durch Arbeit 4.0 von Bedeutung. (…) Da wir in den hochentwickelten Industrieländern seit Jahren kein Wachstum über 2% mehr haben (erst darüber hat Wachstum Beschäftigungseffekte) und nach allen Prognosen auch nicht mehr bekommen werden (abgesehen davon, dass es aus ökologischen Gründen auch nicht wünschbar wäre), wird das Produktivitätswachstum durch Arbeit 4.0 (mehr Produktion pro Arbeitsstunde, in manchen Bereichen bis zu 100%) zu einer gigantischen technologischen Arbeitslosigkeit führen, wenn wir nichts unternehmen.(…) Die einzige realistische Alternative zu diesem Szenario ist eine radikale Arbeitsumverteilung. Flankiert von flächendeckenden Weiterbildungsprogrammen muss die verbleibende Erwerbsarbeit (die ganze unbezahlte, überwiegend von Frauen geleistete, Haus- und Sorgearbeit verschwindet sowieso nicht) auf alle Erwerbsfähigen gleichmäßig verteilt werden. Das bedeutet radikale Arbeitszeitverkürzung für die Vollzeitbeschäftigten und Anhebung der Arbeitszeit für die auf Arbeitszeit 0 sich befindenden Erwerbslosen, für Menschen, überwiegend Frauen, in der stillen Reserve, die gerne (wieder) arbeiten würden und für unfreiwillig Teilzeitbeschäftigte. Nur durch Arbeitszeitverkürzung konnten auch die anderen Technologisierungsschübe in der Geschichte der Industrialisierung ohne dauerhafte Arbeitslosigkeit bewältigt werden…” Vortrag von Margareta Steinrücke im Februar 2017 im DGB-Haus in Bremen veröffentlicht bei “Arbeitszeitkürzung jetzt” am 7. August 2017 externer Link

Die IGBCE vereinbart für Ostdeutschland eine Senkung der Wochenarbeitszeit bei weitgehender Flexibilisierung, das sog. «Potsdamer Modell». Für die chemische Industrie in Ostdeutschland hat die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) die tariflichen Wochenarbeitszeiten neu vereinbart. Im Tarifbereich arbeiten rund 30000 Beschäftigte, der gewerkschaftliche Organisationsgrad liegt vermutlich bei 40 und etwas mehr Prozent. In drei Stufen wird jeweils zum Januar 2019, 2021 und 2023 die tarifliche Arbeitszeit um eine halbe Stunde pro Woche von aktuell 40 auf 38,5 bei vollem Lohnausgleich verkürzt. Die IGBCE hält sich zugute, dass damit hinsichtlich der tariflichen Bestimmungen in der chemischen Industrie die Angleichung von Ost- und Westdeutschland abgeschlossen sei. Im Westen gilt seit 1993 die 37,5-Stunden-Woche. Die «fehlende» Stunde sieht die IGBCE in einem Tarifvertrag «Lebensphasenorientierte Arbeitszeit» aufgehoben, die je Beschäftigten im Betrieb eine Stunde zur Verteilung vorsieht…” Artikel von J.H.Wassermann in der Soz Nr. 07/2017 externer Link

Grafik zur Debatte um Arbeit 4.0. - fuer das LabourNet Germany erstellt durch T.S.“Aber in einer Gesellschaft, die nicht mehr mit konstanten Wachstumsraten rechnen kann, in der immer mehr Arbeitende ersetzbar werden, helfen kleine Räder nicht mehr. In einer Gesellschaft, die auf eine neue Welle der Automation zutreibt, wird die alte Forderung der Arbeiterbewegung: Produktivitätsgewinne in Lebensqualität und nicht nur in Konsumsteigerung umzusetzen, also die Forderung der Arbeitszeitverkürzung, so aktuell wie nie zuvor. Eine Gesellschaft, in der die Arbeit immer prekärer wird, kann Renten und Medizin nicht mit einem Abgabensystem finanzieren, das an Lohnarbeit gekoppelt ist; sie braucht eine steuerfinanzierte Bürgerversicherung für die Wechselfälle des Lebens, in die ausnahmslos alle Bürger, auch Selbständige und Beamte, proportional nach Einkommen gestaffelt einzahlen…” Kommentar von Mathias Greffrath vom 28. April 2017 bei NDRKultur.de externer Link

30-Stunden-Woche fordern!Kämpfe um Zeit begleiten die ArbeiterInnen- und die Gewerkschaftsbewegung seit ihrer Entstehung. Im Mittelpunkt standen meist die Dauer des Arbeitstages bzw. der Arbeitswoche, aber auch die Lebensarbeitszeit, Urlaub- und Pausenzeiten. Auch wenn die Kämpfe vorwiegend von den Organisationen der ArbeiterInnenbewegung und den Gewerkschaften geführt wurden, waren sie doch immer auch eingebettet in gesellschaftliche Konflikte und Bewegungen. (…) Die Hoheit über die Arbeitszeitpolitik zurückgewinnen: Seit den 90er Jahren sind die Kämpfe um Zeit ins Stocken geraten. Die tatsächliche Arbeitszeit und die Entgrenzung des Arbeitstages nimmt für einen Teil der Beschäftigten wieder zu, andere (meist Frauen) werden in unfreiwillige Teilzeit, Mini- und Middijobs und damit strukturelle Unterbeschäftigung gedrängt und einige Millionen werden ganz aus dem Erwerbsleben geschmissen. Diese ganz verschieden betroffenen Beschäftigtengruppen eint, dass sie ein anderes Arbeitszeitregime wollen. Eine gute Voraussetzung für eine gesellschaftliche Debatte und eine neue Initiative für Arbeitszeitverkürzung. Arbeitszeitkampagne der IG Metall greift zu kurz. (…) Die Voraussetzungen für eine neue Offensive sind gut: Arbeitszeitverkürzung ist keine rein tarifpolitische Aufgabe, sondern ein  gesamtgesellschaftliches Projekt. Dies findet auch in vielen Beschlüssen seinen Ausdruck. Nicht nur viele Gewerkschaftsgliederungen fordern sie, sondern auch zahlreiche gesellschaftliche Gruppen…” Netzwerk-Info Gewerkschaftslinke extra vom April 2017 – ausdrücklich zum Verteilen am 1. Mai vorgesehen! Siehe dazu: (weiterlesen »)

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"“… Die Arbeitszeiten der abhängig Beschäftigten sollen noch mehr flexibilisiert werden. (…) Aber auch die abhängig Beschäftigten wünschen sich mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Jedoch aus ganz anderen Motiven: Sie erleben die heute vom neoliberalen Dogma aufgezwungene Arbeitszeitflexibilität als schwere Last und sehnen sich nach mehr selbstbestimmter Zeitsouveränität im Arbeitsprozess. Dieser Widerspruch ist nicht auflösbar, zumal abhängige Arbeit im Kapitalismus immer fremdbestimmte Arbeit bleibt und das Kapital mit der größeren Macht ausgestattet ist. Dies gilt insbesondere bei vorliegender Massenarbeitslosigkeit und einem millionenfach herbeigeführten Arbeitsprekariat. (…) Dabei wäre es ganz einfach: Mit einer kollektiven Arbeitszeitverkürzung, mit einer „Kurzen Vollzeit für Alle“ auf Basis einer 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich, könnte die Massenarbeitslosigkeit beseitigt werden. Das würde nicht nur den Betroffenen helfen. Der Gesellschaft würden außerdem jährlich rund 50 Milliarden Euro an fiskalischen Kosten für die Arbeitslosigkeit erspart werden. Und alle hätten am Ende mehr Zeit und wären den täglichen Mehrwertanforderungen und einer Fremdbestimmung durch das Kapital entrückt.” Wirtschaftskolumne von Heinz-J. Bontrup vom 29. März 2017 bei der Frankfurter Rundschau online externer Link

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"“Wie wollen die Deutschen leben und arbeiten? Eine Umfrage zeigt, wovon die Bundesbürger träumen – und wie die Wirklichkeit aussieht. Wunsch und Wirklichkeit klaffen oft weit auseinander, auch im Büro. Dort lässt sich die Kluft sogar recht genau bemessen, zumindest wenn es um die Arbeitszeit geht: Sie beträgt 6 Stunden und 18 Minuten. Das hat eine Umfrage der Körber-Stiftung ergeben, die SPIEGEL ONLINE vorab vorlag. Demnach arbeiten die Befragten im Schnitt 37,6 Stunden in der Woche. Sie wünschen sich aber, nur 31,3 Stunden zu arbeiten. Bei Männern ist die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität sogar noch größer…” Beitrag von Heike Klovert vom 1. Dezember 2016 bei Spiegel online externer Link

attac: European Debate on Shorter Working TimesAktive aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Politik und sozialen Bewegungen aus verschiedenen europäischen Ländern treffen sich ab heute in Brüssel, um im Rahmen einer zweitägigen Konferenz über Chancen und Möglichkeiten einer Arbeitszeitverkürzung in Europa zu diskutieren. Eingeladen hat die Arbeitsgruppe ArbeitFairTeilen des globalisierungskritischen Netzwerks Attac und das Collectif Roosevelt aus Frankreich…” Pressemitteilung der Arbeitsgruppe ArbeitFairTeilen von Attac Deutschland vom 20.10.2016 externer Link samt Programm und weiteren Infos und nun Berichte:

  • Neue Allianzen für weniger Ackerei: In Brüssel diskutierte man über Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit – ohne Gewerkschaften
    “»Mir ist es zu ruhig in den Gewerkschaften, was die Arbeitszeitdebatte angeht«, sagt Thomas Händel, Abgeordneter für die LINKE im EU-Parlament. Der langjährige IG-Metall-Bevollmächtigte in Fürth hatte Ende vergangener Woche nach Brüssel geladen, um Vertreter aus Politik, Gewerkschaft, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft auf europäischer Ebene zu vernetzen. Beteiligt waren auch christliche Gruppen wie die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) und der evangelische Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt. Eine neue Entwicklung, wie Martin Schirdewan, Leiter des Brüsseler Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung, herausstellt: »Es ist das erste Mal, dass wir als Stiftung mit einer katholischen Organisation auf einer gemeinsamen Einladung stehen.«Es sind neue Allianzen, an denen die Gewerkschaftsführungen nicht beteiligt sind. Ein offizieller Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) war trotz Einladung nicht erschienen…” Artikel von Thomas Gesterkamp in neues Deutschland vom 26. Oktober 2016 externer Link (um den ganzen Artikel zu lesen, ist ein ND-Abo erforderlich)

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Die Wochenarbeitszeit von Beamtinnen und Beamten des Bundes muss von derzeit 41 auf durchschnittlich 39 Stunden sinken. Das haben DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann und seine Stellvertreterin Elke Hannack im Spitzengespräch mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Berlin gefordert…” DGB-Mitteilung vom 20.10.2016 externer Link

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"“… Für die Erhebung »Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten« befragten die Forscher zwischen Juli und August mehr als 8.000 Arbeiter und Angestellte in Deutschland. Die Untersuchung entstand im Auftrag der Barmer GEK in Kooperation mit Bild am Sonntag, involviert ist auch die Deutsche Telekom. Ergebnis der Studie: Gesundheit und Familienleben der Angestellten werden in Mitleidenschaft gezogen. (…) An diesem Thema arbeitete sich auch eine auf die Studienvorstellung folgende Podiumsdiskussion ab. An ihr nahm Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) teil. (…) Wären aber Digitalisierung und die mit ihr erreichten Produktivitätsfortschritte nicht ein Anlass, um die Arbeitszeit generell zu verkürzen? Das wollte jW wissen. Auf die Einführung der 35-Stunden-Woche angesprochen, sagte die sozialdemokratische Ministerin: »Entschuldigen Sie mal, das ist doch wirklich kalter Kaffee.« Es gehe derzeit nicht um eine »kollektive, für alle reduzierte Arbeitszeit«. Vielmehr gebe es Frauen, die mehr arbeiten wollen, und Männer, die weniger Überstunden schieben möchten. An ihnen müsse man sich orientieren und jeweils spezifische Lösungen finden. »Dafür bin ich zu haben, für alles andere nicht.« Auf die Aussage reagierte das Publikum – bestehend aus Journalisten und Vertretern deutscher Großkonzerne wie Audi – mit Applaus.” Bericht von Johannes Supe bei der jungen Welt vom 28. September 2016 externer Link

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"“Geht es um die Lohnarbeit, gilt für viele Beschäftigten: Weniger ist mehr. Die Zeit im Betrieb zu reduzieren gelingt aber nur einer Minderheit. (…) Jeder zweite Beschäftigte in der Bundesrepublik ist mit seinen Arbeitszeiten unzufrieden. Das legt eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung nahe, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Grundlage des Papiers »Arbeitszeitwünsche und ihre kurzfristige Realisierung« ist eine Befragung unter jeweils mehr als 10.000 Arbeitern und Angestellten in den Jahren von 2011 bis 2014. Zentrales Ergebnis der Studie: 53 Prozent der Werktätigen würden ihre Wochenstunden entweder reduzieren oder erhöhen. Doch auch nach drei Jahren gelingt das einer Mehrheit von ihnen nicht. (…) Weder in der Erhebung noch in der Mitteilung der gewerkschaftsnahen Stiftung wird hingegen eine andere Möglichkeit erwähnt: die Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich hin zur 35-Stunden-Woche. Dabei hat das Ringen um ein Weniger an Lohnarbeit durchaus Tradition bei den BRD-Gewerkschaften. So findet man unter den »Meilensteinen der Tarifgeschichte«, die sich auf der Website der Stiftung finden lassen, auch die Erinnerung an einen Streik der IG Metall im Jahr 1984. Tausende Beschäftigte traten damals in den Ausstand, um die 35-Stunden-Woche durchzusetzen…” Beitrag von Johannes Supe bei der jungen Welt vom 27. Juli 2016 externer Link. Siehe dazu (weiterlesen »)

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"Schuften, bis der Arzt kommt? Muss doch nicht sein. Wie es anders und besser geht, führen aktuell die Schweden vor. Im Rahmen eines Pilotprojekts in Göteborg stellen öffentliche Unternehmen schon über ein Jahr lang den Sechs-Stunden-Arbeitstag auf die Probe. Die vorläufigen Ergebnisse machen Lust auf mehr: Die Beschäftigten sind entspannter, gesünder und alles in allem produktiver in ihrem Job. Das freut auch den Boss. Wegen des Effizienzzugewinns machen sich die höheren Personalkosten bei den »Arbeitgebern« schlussendlich sogar bezahlt. Schön obendrein: Das Projekt sorgt weltweit für Aufsehen. Selbst in »Amerika«, dem vermeintlichen Hort des unregulierten Turbokapitalismus“ – so beginnt der Bericht „Weniger arbeiten hilft“ von Ralf Wurzbacher am 15. Juni 2016 in der jungen welt externer Link, worin auch die Ergebnisse einiger wissenschaftlicher Studien zum Thema kurz zusammengefasst werden. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Kongress: »Arbeitszeitverkürzung – ein Weg aus der Krise?«Viele Gewerkschafter erhoffen sich von der Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden mit vollem Lohn- und Personalausgleich nicht nur den Abbau der Massenarbeitslosigkeit, sondern vor allem, dass diese Losung eine Mobilisierung der Beschäftigten auslöst. Die ist auch nötig, denn derzeit fehlt die gemeinsame Handlungsfähigkeit der Arbeitnehmer auf einem total zersplitterten Arbeitsmarkt. Es mangelt an gemeinsame Aktionen von Erwerbslosen und abhängig Beschäftigten und an einem griffigen Kampfbegriff für die nächsten 10 Jahre. Der gesellschaftspolitische Einfluss der Gewerkschaften tendiert gegen Null und dringend benötigt wird ein Werkzeug für eine Rücknahme der Umverteilung von unten nach oben. Für viele Kolleginnen und Kollegen, die dies ähnlich sehen, brachte der Gewerkschaftstag der IG-Metall und der ver.di Bundeskongress im vergangen Jahr große Ernüchterung. Hier soll versucht werden, den aktuellen Diskussionstand bezüglich der Arbeitszeitverkürzung auf 30 Wochenstunden mit vollem Lohn- und Personalausgleich bei den beiden großen DGB-Gewerkschaften zu beschreiben…” Artikel vom 30. April 2016 beim Gewerkschaftsforum Dortmund externer Link (weiterlesen »)

“… Seit langem schmelzen sichere Arbeitsplätze wie Schnee an der Sonne und in den kommenden 20 Jahren wird jeder zweite Job in Europa und den USA verschwinden, weil künstliche Intelligenz und Roboter das viel besser und billiger können. Aber warum macht uns das eigentlich Angst? Es wäre doch vielmehr Freude angesagt. Schließlich träumen Menschen seit Jahrtausenden davon, ihr Leben mit Angenehmerem verbringen zu können als ausgerechnet mit Arbeit…” Beitrag und Audio vom Vortrag von Lothar Galow-Bergemann vom 24. November 2015 bei emanzipation & frieden externer Link Audio Datei (Audiolänge: 42:30)

Initiative "Arbeitszeitverkürzung jetzt!"Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat für die rund 3.500 Beschäftigten der DHL Hub Leipzig GmbH einen Tarifabschluss erzielt. Mit ihm verkürzt sich die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 40 Stunden in zwei Stufen bis zum 1. Januar 2018 auf dann 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich. (…) Im Einzelnen wurde eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf zunächst 39 Stunden zum 1. Oktober 2016 und dann auf 38,5 Stunden zum 1. Januar 2018 vereinbart. Dies entspricht bei Teilzeitbeschäftigten einer Lohnerhöhung von 3,9 Prozent. Überdies erhalten die Beschäftigten über die Laufzeit des Tarifvertrages bis zum 31. Dezember 2018 in den  beiden kommenden Jahren drei Einmalzahlungen von insgesamt 1.500 Euro. Auch wird das bisherige leistungsbezogene variable Entgelt für die vier unteren Entgeltgruppen in eine für alle betroffenen Beschäftigten  feste Jahressonderzahlung umgewandelt. Diese wird erstmals im November 2016 ausgezahlt. (…) Die DHL Hub Leipzig GmbH ist für den internationalen Warenumschlag am DHL Luftdrehkreuz Leipzig zuständig.” ver.di-Pressemitteilung vom 19.02.2016 externer Link

Dossier

Marx21: Solidarität mit den Streikenden bei der PostDer Tarifkonflikt zwischen ver.di und der Deutschen Post AG spitzt sich zu. Ab 1. April [2015] will ver.di ihre Mitglieder bei der Deutschen Post AG zu bundesweiten Warnstreiks aufrufen. „Die Beschäftigten erwarten, dass der Arbeitgeber ihre Interessen ernst nimmt und konstruktiv über unsere Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich verhandelt. Weitere Nebelkerzen am Verhandlungstisch brauchen wir nicht“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. ver.di fordert für die rund 140.000 Tarifkräfte des Unternehmens eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die entsprechenden tarifvertraglichen Regelungen sind zum 31. März 2015 gekündigt…“ Ver.di Pressemitteilung vom 30.03.2015 externer Link. Dazu die Chronik des Tarifkonfliktes zwischen ver.di und der Deutschen Post AG externer Link bei ver.di sowie die Adresse für Protestschreiben: Deutsche Post AG z.H. Herrn Frank Appel, Charles-de-Gaulle-Str. 20, 53113 Bonn, Email: F.Appel@DeutschePost.de und neu: [Auch] DPVKOM ruft zu unbefristeten Streiks bei der Deutschen Post auf! Siehe hier zur ver.di-Tarifrunde und darüber, wie die Post den Streik zu unterlaufen versucht: mit Bargeld, Einsatz von Privatmenschen, Taxen und leeren Paketautos…:

Arbeitszeitverkürzung im LabourNet Archiv (1997-2012)

Arbeit ohne Ende

Siehe auch im LabourNet Germany

Siehe im www

Das ABC der Arbeitszeitverkürzung