Vom Stammtisch auf die Straße: Der rechte Mob

20.07.13: Naziaufmarsch in Hamm stoppen! 19./20. Juli Nazidemo in Hamm verhindern!Am „Tag danach“: „Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat die Union aufgefordert, stärker als bisher auf Wähler der rechtsnationalen AfD zuzugehen. »Die Union muss auch die Bereitschaft haben, Wählern zuzuhören, die bei den jüngsten Wahlen AfD gewählt haben. Wir müssen mit ihnen reden«, sagte Kauder der Deutschen Presseagentur in Berlin. »Ohne Gesprächsbereitschaft werden wir niemanden aus diesem Kreis erreichen.« Man werde aber weiterhin scharf kritisieren, wenn AfD-Politiker Stellungnahmen in der Nähe des Nazijargons abgäben oder Aussagen einen rechtsradikalen Inhalt hätten. Die Union dürfe nicht alle AfD-Wähler über einen Kamm scheren, so Kauder. Die AfD habe inhaltlich vielfach nichts anzubieten…“ – aus der Meldung „Kauder: Union soll AfD-Wählern zuhören“ am 29. August 2018 in der jungen welt externer Link über eine – indirekte – Reaktion auf Chemnitz. Zu den politischen Reaktionen und der Kontinuität (nicht nur) sächsischer Verhältnisse ein Hintergrundbeitrag: (weiterlesen »)

Buch: Lügen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die öffentliche Meinung.„… Gegen 16.30 Uhr hätten sich dann rund 800 Menschen in der Innenstadt von Chemnitz versammelt. Die Polizei habe diesen Zug nicht aufhalten können. Dabei sei es auch zu Flaschenwürfen in Richtung der Polizisten gekommen. Unter diesen Demonstranten waren Medienberichten zufolge auch gewaltbereite Rechte. “Es wurden rassistische und fremdenfeindliche Parolen gebrüllt”, so Brandau. Zudem seien auf Internetvideos Übergriffe auf Menschen zu sehen. Nach rund eineinhalb Stunden habe sich dann auch diese Kundgebung wieder aufgelöst. Zur Demonstration durch die Chemnitzer Innenstadt hatte eine rechte Hooligangruppe aufgerufen. Diese Menschen nutzten den Vorfall auf dem Stadtfest für ihre politische Agenda, so Brandau. Mehrere rechte Gruppierungen hätten nun zu weiteren Kundgebungen aufgerufen, auf der anderen Seite mobilisiere sich jedoch auch Gegenprotest von linken und bürgerlichen Organisationen…“ – aus dem Bericht „Ausschreitungen nach tödlichem Streit – Was passierte in Chemnitz?“ am 27. August 2018 im Deutschlandfunk externer Link, der hier exemplarisch stehen soll für die Art der Berichterstattung in den sogenannten Leitmedien an den beiden ersten Tagen des rechten Mobs in Chemnitz. „Ausschreitungen“, bei denen „auch Rechte“ beteiligt gewesen seien. In anderen Medien folgten die üblichen Rituale von Rechts/Links-Konfrontation – sogar noch, als Journalisten bereits selbst von dem Mob angegriffen wurden… Zur Medienwirkung aus Chemnitz zwei weitere Beiträge – sowohl direkte Kritik, als auch bestehende Anforderungen betreffend: (weiterlesen »)

Daniel Hillig: Das Opfer von Chemnitz, deutsch-kubanischer AntifaschistIn der sächsischen 250.000-Einwohner-Stadt Chemnitz – die zu DDR-Zeiten den stolzen Namen Karl-Marx-Stadt trug – kam es in der Nacht zu Sonntag zu einer tödlichen Auseinandersetzung bei der der 35-jährige Arbeiter Daniel Hillig feige getötet wurde. Die Schlägerei spielte sich auf dem Stadtfest in der Chemnitzer Innenstadt ab. Daniel Hillig war ein links eingestellter, antifaschistischer Klassenbruder mit kubanischen Wurzeln aus Chemnitz. Der gelernte Tischler war zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung mit russischen und deutschen Freunden unterwegs, als sie mit ein paar jungen Syrern und Irakern aneinandergerieten, insgesamt waren wohl 10 Menschen daran beteiligt. Anstatt sich ehrenvoll zu stellen und die Sache mit Fäusten auszutragen, zogen seine feigen Mörder Messer, erstachen ihn und verletzten zwei seiner Freunde schwer. Viel mehr ist bisher noch nicht bekannt. Direkt am Folgetag waren AfD und andere rechte Schweine, die Daniel zu Lebzeiten hasste, zur Stelle, um seinen Tod auf die abartigste Weise zu instrumentalisieren. Das Ziel des verlogenen Faschistenpacks dabei ein weiteres mal: Die Leute rassistisch zu verhetzen und zu spalten. Bundesweit wittert die Naziszene eine Chance auf ihren „Rassenkrieg“ und karrt ihre Leute nach Chemnitz, um ein ausländerfeindliches Pogrom zu inszenieren. (…) Die Mörder, die Daniel und seine Kumpels nachts mit Messern angestochen und ihn getötet haben, waren allerhöchstwahrscheinlich Schweine und verdienen den Zorn und die Gerechtigkeit des Volkes. Und das Volk, das sind eben alle Ausgebeuteten und Unterdrückten Chemnitzer, unabhängig ihrer Nationalität. Das Volk, das sind Daniels Tischlerkollegen, seine kubanische und deutsche Familie, das sind seine verletzten russischen Freunde und alle anderen Freunde, welcher Nationalität auch immer. Unser Beileid und unsere Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des ermordeten Arbeiters Daniel…“ – aus dem Artikel „Antifaschistischer Arbeiter in Chemnitz ermordet – Ruhe in Frieden Daniel Hillig“ am 28. August 2018 in der Linken Zeitung externer Link dokumentiert (ursprünglich auf der Facebook-Seite von Jugendwiderstand, aber da wir Fratzebuch nach Möglichkeit immer vermeiden…).  Siehe dazu auch einen kurzen Kommentar von LabourNet Germany: (weiterlesen »)

Antinazidemo Chemnitz 27.8.2018Die sächsische Polizei wird die Frage beantworten müssen, warum mehrere Tausend gewaltbereite Neonazis marschieren durften, obwohl es bereits zu Beginn der rechten Demonstration zu wiederholten Übergriffen auf Gegendemonstranten als auch Reporter*innen kam. Auch unser Kollege berichtete, dass viel zu wenig Einsatzkräfte bereitgestanden hätten, um eine Eskalation zu verhindern. Als Fazit schreibt er: »Nazis werden Tag als Sieg verbuchen. Polizei hatte trotz Warnungen viel zu wenig Beamte. Journalisten, Antifas und migrantische Menschen waren massiv in Gefahr, einige wurden verletzt. Die Gewalt ging entgegen Polizeiaussagen eindeutig von den Nazis aus.«…“ – so schließt (faktisch) der Beitrag „»Nazis werden Tag als Sieg verbuchen«“ von Sebastian Bähr und Robert D. Mayer am 28. August 2018 in neues deutschland externer Link – ein chronologischer Bericht vom Tag, als Tausende Nazis die Straßen von Chemnitz terrorisierten, sozusagen in Polizeibegleitung, die – angesichts der bekannten Haltungen gerade dieser Truppe wenig überraschend – keinen größeren Anlass zum Einsatz sah. Der Chor der „Verständnisvollen“ schwillt unterdessen weiter an… aber auch die kurzfristige antifaschistische Mobilisierung war massiv sichtbar. Siehe zum Straßenterror in Chemnitz drei weitere aktuelle Beiträge, ein Hintergrundgespräch, sowie einen Beitrag über die ideologische Unterstützung rechter Aufmärsche und einen Beitrag über Schlussfolgerungen, sowie den Hinweis auf unseren ersten Beitrag zum Thema, in dem bereits die Haltung der AfD berichtet wurde: (weiterlesen »)

Antinazidemo Chemnitz 27.8.2018Der spontane Aufmarsch Hunderter Menschen nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Deutschen in Chemnitz beschäftigt an diesem Montag Polizei und Stadt. Ein Stadtsprecher sagte, die Geschehnisse vom Sonntag müssten ausgewertet werden. (…) Hintergrund der Demonstration ist der Tod eines 35-jährigen Deutschen nach einem Streit zwischen Menschen mehrerer Nationalitäten in der Nacht zum Sonntag nach dem Chemnitzer Stadtfest. Das schwer verletzte Opfer starb im Krankenhaus. Zwei weitere verletzte Männer im Alter von 33 und 38 Jahren wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Die Gründe für die Auseinandersetzung sind bislang ungeklärt. (…)Wie die „Bild“ berichtete, seien unter den Demonstranten „gewaltbereite Rechte“, die gegen Ausländerkriminalität protestierten und Sprüche wie „Wir sind das Volk“ skandierten. Der MDR berichtete von Rangeleien. Antifaschistische Aktivisten berichteten in sozialen Medien von Übergriffen auf Migranten. Videos, auf denen zu sehen ist, wie Demonstranten Migranten auf der Straße jagen, wollte die Polizei laut „Spiegel Online“ nicht kommentieren. Es habe aber „sicherlich Kontakt“ zwischen den Aufmarschierenden und Unbeteiligten gegeben, hieß es. Zu der Versammlung hatte laut Medienberichten die rechte Ultra-Fußballvereinigung Kaotic Chemnitz aufgerufen. Rund 800 Personen nahmen laut Polizei teil…“ aus der Meldung „Spontaner Aufmarsch in Chemnitz – Stadt will Aufklärung“ am 27. August 2018 in der Berliner Morgenpost externer Link, aus der deutlich wird, dass eine Fascho-Fangruppe zu einer – angeblich spontanen – Demonstration aufgerufen hat und dass die Polizei ihre Abwesenheit (von der ihres sonst üblichen Arsenals ganz zu schweigen) auch bezüglich der Kommentierung eindeutiger Bilder fortsetzt. Siehe dazu weitere aktuelle Beiträge – auch zu Vorhaben am heutigen Montag und eine nicht überraschende Positionierung der AfD: (weiterlesen »)