Gewerkschaften

[1. Mai 2019] Zwei  gewerkschaftliche Demonstrationen in Chiles Hauptstadt In mehreren Städten Chiles, vor allem aber in der Hauptstadt Santiago, fanden an diesem 1. Mai 2019 (mindestens) zwei gewerkschaftliche Demonstrationen statt: Jenes Teils der Gewerkschaften, die sich an den Oppositionsparteien (früher: Regierungsparteien) orientieren und des anderen Teils, der eben diese Orientierung ablehnt (nach den Erfahrungen mit der damaligen Regierung Bachelet). In dem Beitrag „„Chile. Dos marchas para un solo Primero de Mayo“ von Andrés Figueroa Cornejo am 02. Mai 2019 bei kaosenlared externer Link wird über die beiden – nach Angaben des Autors in etwa gleichgroßen – Demonstrationen in der Hauptstadt Santiago berichtet – wobei diejenige der neu gegründeten Central Clasista de Trabajadoras y Trabajadores de Chile (CCTT), obwohl genehmigt, von Beginn an von provokatorischen Personenkontrollen gekennzeichnet war, die zu über 50 Festnahmen führten, was wiederum weitere Auseinandersetzungen hervor rief. Diese Demonstration wurde in den entsprechenden Aufrufen als „antikapitalistisch“ charakterisiert, während die gleichzeitige Demonstration der CUT Chile von dem Appell an die Oppositionsparteien geprägt war, die aktuellen Gegenreformen der konservativen Regierung zu verhindern. Siehe dazu auch einen Beitrag über Reaktionen auf die Polizeiüberfälle auf die CCTT: (weiterlesen »)

Logo der DHL Gewerkschaft in Chile“… Wir möchten euch informieren, dass das Unternehmen nach den Tarifverhandlungen gegen die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten vorgegangen ist und Gewerkschaftsmitglieder gekündigt hat als Vergeltung für den Streik im Rahmen den Tarifverhandlungen im September 2017. Wir sprechen uns gegen diese Kündigungen aus und fordern, dass die Kolleg*innen ihre Arbeitsplätze zurückerhalten. (…) Wir verurteilen es, dass die Gewerkschaftsmitglieder eingeschüchtert werden und täglichen Schikanen des Managements ausgesetzt sind. Zusätzlich zu den fünf Gekündigten haben sich drei Mitglieder aus der Gewerkschaft zurückgezogen, um eine Kündigung zu vermeiden. Wir bitten euch, national und international eure Solidarität zu zeigen: schickt Solidaritätserklärungen und Zurückweisungen dieser Kündigungen an die Entscheidungsträger des Unternehmens…” Aufruf der Betriebsgewerkschaft Nummer 1 bei DHL Chile vom 16. November 2017  – darin die Protestadressen, um deren Nutzung wir bitten! Siehe zum Hintergrund den Bericht vom 13.11.: Streik bei DHL Chile: Gewonnen!

Logo der DHL Gewerkschaft in ChileWir in der Gewerkschaft Nr.1 von DHL Express Chile (einem deutschen multinationalen Unternehmen) organisierten Beschäftigten, haben Tarifverhandlungen geführt. Das Unternehmen wollte 19 Verhandlungsrunden lang nicht auf die Forderungen der Beschäftigteneingehen, die unter aktiver Beteiligung der Gewerkschaftsmitglieder aufgestellt wurden. Nachdem wir alle Wege versucht hatten, einschließlich einer Vermittlung durch das Arbeitsministerium, und trotzdem in drei für die Gewerkschaft zentralen Punkten (von insgesamt 31) nicht zu einer Verhandlungslösung kommen konnten, mussten wir ab der Frühschicht von Mittwoch, dem 27. September, in Streik treten. Es war ein gut vorbereiteter Streik mit verschiedenen Arbeitsgruppen und unter anderem einem Streikfonds. Außerdem hatten wir die Unterstützung von vielen Gewerkschaften, Verbänden, dem gewerkschaftlichen Dachverband und einem Mitglied des Gemeinderats der Stadt sowie der Flughafengewerkschaft” – so beginnt der Bericht von dem erfolgreichen mehrtägigen Streik der Betriebsgewerkschaft Nummer 1 bei DHL Chile vom 01. Oktober 2017 – jetzt in deutscher Übersetzung beim LabourNet Germany dokumentiert (und ein Verweis auf frühere Beiträge zu DHL und Gewerkschaft, auch in Chile) – ein Dokument, das damit abgeschlossen wird, dass die Gewerkschafter, keineswegs ohne Grund, wie die Erfahrung zeigt, ihre Befürchtung äußern, das Unternehmen werde versuchen, den Streikerfolg durch Repression rückgängig zu machen. (weiterlesen »)

Millionen in Chile auf der Straße: Schluss mit der privaten Rentenver-un-sicherung

Über 600.000 Menschen, rund 5% aller Wahlberechtigten des Landes, haben sich an dem von Aktivgruppen und Basis-Netzwerken organisierten Referendum über das System der privaten Rentenversicherung in Chile beteiligt. Dabei sprachen sich 97% der Abstimmenden gegen das AFP-System der Armuts-Rentenversicherung im Dienste privater Kapitalgesellschaften aus. Angesichts der demonstrativen Nichtbeteiligung des immer noch größten Gewerkschaftsbundes CUT aus wahltaktischen Gründen (siehe dazu den Verweis auf bisherige Beiträge am Ende dieses Berichts) ist diese Mobilisierung ein Erfolg – auch für die vielen Basis-GewerkschafterInnen (auch aus CUT-Einzelgewerkschaften), die sich an der Kampagne beteiligten. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge und einen Videobericht: (weiterlesen »)

Millionen in Chile auf der Straße: Schluss mit der privaten Rentenver-un-sicherungBei einer Volksabstimmung am 29. und 30. September sowie am 1. Oktober soll nun über die Zukunft der privaten Rentenfonds (AfP) entschieden werden, der massiv in der Kritik steht. (…)An den jüngsten Protesten nahmen erneut unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen teil, darunter Gewerkschaften sowie die landesweite Studentenorganisation. Neu dabei waren dieses Mal unter anderem die Bewohnervereinigung Ukamau sowie der Lehrer- und Professorenverband. Um langfristig genug Druck aufbauen zu können reiche die steigende Unterstützerzahl allein allerdings nicht aus, so Esteban Maturana, ein Mitglied der Koordination. Daher sei nach dem Plebiszit das nächste Ziel der Generalstreik. “Unser Ziel ist es, die großen Unternehmen dort zu treffen wo es ihnen am meisten weh tut, in ihrem Reichtum, in ihrem Einkommen. Deshalb wollen wir einen Generalstreik erreichen.”“ – aus dem Beitrag  „Bewegung “No+AfP” ruft zu Volksentscheid über Rentensystem in Chile auf“ von Anna Landherr und Felix Wellisch am 16. September 2017 bei amerika21.de externer Link – wobei die erwähnte Beteiligung der Gewerkschaften leider weiterhin (siehe beispielsweise den Verweis am Ende dieses Beitrags) höchst unterschiedlich ist. Siehe zur gewerkschaftlichen (Nicht)Beteiligung an dem Referendum zwei aktuelle Beiträge und den Verweis auf den bisher letzten Beitrag: (weiterlesen »)

Demonstration gegen private Rentenversicherung in Concepcion, Chile am 3.9.2017Am vergangenen Sonntag, 3. September 2017, fanden in vielen Städten Chiles einmal mehr große Demonstrationen gegen das System der privaten Rentenversicherung AFP statt, zu denen klassenkämpferische Gewerkschaften ebenso aufgerufen hatten, wie soziale Organisationen vom Jugendbereich bis zum Rentenalter sowie politische Gruppierungen links der Regierung. Und vor allem das Netzwerk “No more AFP”. Die Regierung der sogenannten “neuen Mehrheit” reagierte darauf: In dem sie nach vielen Bekundungen ein neues Gesetz zur Rentenversicherung auf den Weg brachte, mit dem sie, so war es lange Zeit behauptet worden, den Forderungen dieser echten Massenbewegung Rechnung tragen würde. Allein: Was der Gesetzentwurf vorsieht, ist in der Tat mit dem alten Ausdruck “Alter Wein in neuen Schläuchen” treffend beschrieben. Weswegen die gesellschaftliche und sozialpolitische Opposition über das Netzwerk jetzt endgültig zum Ende des Monats zu einem Volksentscheid über das Rentensystem mobilisiert, was schon länger in Vorbereitung gewesen war. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge, darunter auch keineswegs mobilisierend des Gewerkschaftsbundes CUT – und den Verweis auf frühere Beiträge: (weiterlesen »)

Demoaufruf Chile 24.7.2017 - gegen die privaten RentenversichererFür den 24. Juli 2017, den ersten Jahrestag des großen Massenprotests gegen die private Rentenversicherung, hatte die mit diesen Protesten mächtig angewachsene Bewegung „Keine AFPs mehr“ erneut im ganzen Land zu Kundgebungen und Demonstrationen aufgerufen. Das Ziel ist es aktuell, eine Volksabstimmung über das vom Diktator Pinochet privatisierte Rentenwesen Chiles zu organisieren, um es per Volkswillen abzuschaffen, da die Regierung Bachelet dieser Forderung nicht nachgeben will. Und da auch die der Regierung nahe stehenden Gewerkschaften sich bestenfalls zögerlich verhalten (der Gewerkschaftsbund CUT hatte sich letztes Jahr zunächst von diesen Demonstrationen fern gehalten, erst als die Mitgliedschaft sich massenhaft beteiligte, war man gezwungen, diese Position etwas zu verändern – siehe unsere Berichterstattung zum Thema aus 2016) bringt der anwachsende Protest auch die „Gewerkschaftslandschaft“ Chiles in Bewegung. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge zu den Protesten und ihrer Orientierung, sowie einen Bericht über einen neuen gewerkschaftlichen Zusammenschluss, der in diesem Zusammenhang entstanden ist: (weiterlesen »)

CUT Chile Streikplakat 22.3.2016In den langen Auseinandersetzungen um das neue Arbeitsgesetz in Chile hatte der größte Gewerkschaftsverband, die CUT, bis Anfang des Jahres eine eher ambivalente Haltung eingenommen, um die der CUT-Führung nahe stehende Regierung nicht in Schwierigkeiten zu bringen, wurde auf „Verbesserungen“ gesetzt. Seit dem Gewerkschaftstag im Januar hat sich dies insofern verändert, als zu jenem Zeitpunkt zum einen allen klar war, dass es nicht nur keine Verbesserungen, sondern vor allem durch die Entscheidungen des Senats eindeutige weitere Verschlechterungen geben würde. Und, was auf dem Gewerkschaftstag ebenfalls deutlich geworden war: Es gab ohnehin eine ganze Reihe von Einzelgewerkschaften in der CUT (außerhalb ohnehin), die die Position der Föderation nicht teilten. Also hatte die CUT für den 22. März zu einem eintägigen Protest-Generalstreik aufgerufen, dessen Ergebnis in der Mitteilung „Masiva y transversal adhesión al Paro Nacional del 22 de Marzo“ am 18. März 2016 externer Link bereits vorweg genommen wurde: Dass sich in allen Regionen (4) sowohl innerhalb, als auch außerhalb des Verbandes zahlreiche Gewerkschaften und soziale Organisationen dem Aufruf angeschlossen hatten, der aber nicht nur auf das neue Arbeitsgesetz abzielte, sondern auch eine ganze Liste gesetzlicher Veränderungen, inklusive von Verfassungsänderungen einforderte und insofern als Auftakt einer ganzen Kampagne interpretiert wurde. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge – auch ausgesprochen CUT-kritische (weiterlesen »)

DHL GewerkschafterInnen in Chile im Mai 2014, Fotografin: Fresia SaldíasOrganisiert von TIE fand in den Niederlanden ein gemeinsames Seminar statt, an dem Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der Supermarktkette Walmart in Chile und Beschäftigte von Lidl in den Niederlanden sich beteiligten. Es war nicht zum ersten Mal, dass sich AktivistInnen des niederländischen Gewerkschaftsbundes FNV und der chilenischen Federation of Autonomous Trade Unions of WalMart-Chile trafen, weswegen das Treffen auch eine Möglichkeit war, Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit zu vertiefen. “Production mapping at work – Organised workers from Lidl-Netherlands and Wal-Mart Chile work together to improve their working conditions” ist der Titel des Seminarberichts von Anfang März 2016, worin sowohl die Bedingungen der Arbeit in beiden Ketten berichtet werden, als auch der inhaltliche Austausch der TeilnehmerInnen. Siehe dazu den Artikel über das Seminar und eine Dokumentation über Arbeitsbedingungen bei Lidl in den Niederlanden: (weiterlesen »)

Dossier

Auseinandersetzungen um das neue chilenische ArbeitsrechtDie zehn Punkte des Gesetzes beinhalten neben der Stärkung der Arbeitsrechte von Frauen und Jugendlichen insbesondere die Verhandlungsrechte von Arbeitnehmern. Streikende Arbeiter sollen nicht mehr durch arbeitswilliges Personal ersetzt werden dürfen. Außerdem werden die Gewerkschaften zu Hauptvertretern der Arbeitnehmer in kollektiven Verhandlungsprozessen ernannt“ – aus dem Bericht „Chiles Unternehmer gegen neues Arbeitsrecht“ von Alice Kohn am 09. Januar 2015 bei amerika21.de externer Link worin die Sprecher der Unternehmerverbände mit den Aussagen vorgestellt werden, dieses neue Gesetz würde nicht die Probleme der Arbeiter lösen (wo sich dann schon die überraschte Frage anschliesst „Ja wie, ja was, haben die denn wirklich Probleme in eueren Sanatorien?“) sondern nur die gewerkschaftliche Klientel der Regierung bedienen, während die CUT-Vorsitzende das Gesetz begrüsst. Siehe dazu auch Kritiken aus der Gewerkschaftsbewegung und aktuelle Berichte am 10. August 2015 über Proteste alternativer Gewerkschaftszusammenschlüsse:

  • Unabhängige Gewerkschaften demonstrieren gegen das neue chilenische Arbeitsrecht
    “Ayer en Santiago manifestación de trabajadores contra la Reforma Laboral de Bachelet” heisst der Demonstrationsbericht am 07. August 2015 beim Correo Semanal externer Link über eine Demonstration am Vortag in der chilenischen Hauptstadt (eine von zahlreichen Aktionen, die an diesem Tag in vielen Orten des Landes stattfanden), die sich gegen die Reform der Arbeitsgesetze durch die Regierung Bachelet richtete. Während die Regierung in ihrer Propaganda behauptet, es handele sich darum, endlich die Arbeitsgesetze der Diktatur zu überwinden, kritisieren die oppositionellen und autonomen GewerkschafterInnen, dass in den Entwürfen der Regierung – an deren weiteren Konkretisierung etwa der Gewerkschaftsbund CUT, trotz öffentliche geäusserter Kritik, mitarbeite – Bestimmungen stünden wie die Lockerung der Nachtarbeit oder auch der Bestimmung von 45 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit als Obergrenze. Siehe dazu auch zwei Beiträge über die Gewerkschaften, die zu diesen Protesten aufgerufen hatten:

Plakat: Aufruf zur zweiten Konferenz der südchilenischen Gewerkschaftsopposition am 7.8.2015Die gewerkschaftsoppositionelle Coordinadora de Sindicatos del Sur ruft zu einem regionalen Treffen kämpferischer GewerkschafterInnen Südchiles auf, am 7. August in Valdivia. Das Treffen wird einberufen von der Hafenarbeitergewerkschaft Unión Portuaria del Bío-Bío, sowie Federación de Sindicatos del Retail Temuco, Sindicato SITECO, Sindicato de Pescadores Artesanales de Valdivia, Sindicato de Trabajadores de ASENAV und der gewerkschaftsübergreifenden Coordinadora de Trabajadores por un Trabajo digno – wobei in dem Aufruf “Convocan a 2° encuentro de trabajadores del Sur” am 01. August 2015 bei ResumenChile externer Link vor allem hervorgehoben wird, dass der Zeitpunkt, die Anstrengungen zu verstärken, gekommen sei: Durch die in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung befindlichen neuen Arbeits- und Gewerkschaftsgesetzgebung und durch die Verhärtung der Auseinandersetzungen, wie sie in dem Polizeimord an Nelson Quichillao López dem streikenden Zeitarbeiter der Kupfermine Codelco überdeutlich werde

DHL GewerkschafterInnen Chile Mai 2014Wie die Arbeitsbedingungen und gewerkschaftliche Aktivitäten bei DHL Chile aussehen, schildern in Gesprächen im Mai 2014, die diesem Artikel zugrunde liegen, GewerkschaftsgründerInnen aus zwei DHL-Sindicatos. Es sind Mitglieder des Sindicato DHL Número 2 Lo Aguirre (Logistik, gegründet 2011, zuständig für den Vertrieb bei Wal-Mart, gelegen an einer der Ausfallstraßen der Hauptstadt Santiago de Chile in Flughafennähe) und dem Sindicato DHL No 3 Exprés (Paketausfahrer, neun Monate nach ihrer Gründung)” – aus dem Beitrag “„Wir haben uns lautlos organisiert“ – Gewerkschaftsgründungen bei DHL im postdiktatorischen Chile” von Olaf Berg und Helen Schwenken ursprünglich in der Zeitschrift iz3w des Informationszentrums Dritte Welt Ausgabe 349 – Zeitschrift zwischen Nord und Süd vom (Juli/August 2015) erschienen und mit Dank an AutorInnen und Redaktion im LabourNet Germany dokumentiert. (Diese Ausgabe der iz3w externer Link hat das Schwerpunktthema “Logistik – Leidbranche der Globalisierung” und ist ausgesprochen lesenswert!) (weiterlesen »)

Logo der DHL Gewerkschaft in ChileSeit 1980 ist das deutsche Unternehmen DHL-Express in Chile aktiv. Am 28. November 2013, 33 Jahre später, gründete eine Gruppe von Arbeitern die Gewerkschaftsgruppe Sindicato N°1 DHL – Express Chile. Ursprünglich bestand sie aus 9 Arbeitern, die sich wegen der andauernden Ausbeutung durch die Firma zusammengeschlossen hatten. Sie ist ein Resultat der allgemeinen Ausbeutung; in den darauffolgenden Monaten kamen Arbeiter aus weiteren Unternehmensbereichen dazu (Flughafen – Call Center – Operations – Export – Courier In House – Data – Clasification – Notification), so dass die Zahl auf 126 Mitglieder anwuchs, zusammen also über 50% aller Arbeiter. Heute, im Mai 2015, verbleiben nach der aggressiven Unternehmenspolitik gegenüber der Gewerkschaft lediglich 60 Mitglieder” – so beginnt die “Öffentliche Erklärung – Wir informieren über die ausbeuterischen Praktiken des deutschen Unternehmens DHL-Express Chile gegenüber seinen Arbeitern in Chile”  des Sindicato N°1 DHL – Express Chile vom April 2015, in der die – auch aus anderen Ländern bekannten antidemokratischen Praktiken von DHL dokumentiert werden. Siehe dazu auch die Ankündigung der Veranstaltung am 09. Juni 2015 in Bochum: Chilenische Gewerkschafter berichten über aktuelle Situation in Chile: (weiterlesen »)

gewerkschaftliche Basisarbeit in Chile: DHL“Sindicato Nº2 DHL Chile La Partida” von Difusion Sindical am 22. Oktober 2014 bei You Tube externer Link ist ein 13 Minuten Dokument (spanisch, mit deutschen Untertiteln) über die Gründung eine Betriebsgewerkschaft bei DHL Chile, worin deutlich wird, dass einerseits auch hier deutsche Unternehmen keineswegs irgendwie vorbildlich agieren, wie vond er Propaganda oft behauptet, und andrerseits die längere Jahre beklagte gewerkschaftliche Passivität in Chile nach den langen Putsch – und Übergangsjahren allmählich neuer Aktivität weicht

Gewerkschaften ChileDie chilenische Regierung hatte mit den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ein Abkommen geschlossen – über dessen wirkliche Zahlen ausführlichst diskutiert wurde – und die Vorsitzende der CUT Figueroa hatte sich dazu in der anschliessenden Pressekonferenz positiv geäussert. Weniger positiv war die Reaktion der Agrupación Nacional de Empleados Fiscales (ANEF) der Gewerkschaft der Finanzbeamten, die die Gehaltserhöhung im unterschriebenen Vertrag auf gerade einmal 0,5% berechnete – und ihn demzufolge ablehnt und ihre Mitgliedschaft in der letzten Novemberwoche zum Streik aufrief. Der redaktionelle Artikel Reajuste: Gobierno y CUT anuncian acuerdo, pero ANEF se resta y llama a paro am 25. November 2014 bei Emol externer Link ist auch deswegen besonders lesenswert, weil er viele LeserInnenkommentare dokumentiert, die sich in erster Linie mit der Rolle der Vorsitzenden der CUT befassen, die ja der KP Chiles angehört