Transportwesen: Post- und Paketdienste

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stop inhuman working conditions in road transport“… Mit dem geplanten Gesetz soll den Angaben zufolge sichergestellt werden, dass die in der Branche weit verbreiteten Subunternehmen Sozialbeiträge für ihre Paketboten zahlen. “Damit sorgen wir für fairen Wettbewerb, soziale Sicherheit und bessere Arbeitsbedingungen”, sagte Heil. Konkret soll die sogenannte Nachunternehmerhaftung auf die Paketbranche ausweitet werden. Das bedeutet, dass der eigentliche Auftraggeber für die korrekten Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmern verantwortlich ist. Die großen Zustelldienste müssten also bei Verstößen ihrer Subunternehmer gegen die Sozialversicherungspflicht selber einstehen und die Beiträge zahlen. In der Baubranche, wo die Nachunternehmerhaftung schon seit 2002 gelte, habe man damit gute Erfahrungen gemacht, betonte Heil…” Meldung vom 02.03.2019 bei tagesschau.de externer Link, siehe dazu u.a. ver.di:

  • Miese Arbeitsbedingungen – Bundesrat will Ausbeutung in Paketbranche stoppen New (weiterlesen »)

stop inhuman working conditions in road transportDer Markt der Paketdienste boomt, aber die Verdienste der Beschäftigten gehen trotz wachsender Nachfrage immer weiter zurück. Wie die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken mitteilte sank das mittlere Bruttomonatsentgelt in der Branche von 2007 bis 2017 von 2859 auf 2478 Euro. Das ist eine Abnahme um 13 Prozent. Zugleich stiegen die Vergleichsentgelte in der Gesamtwirtschaft um 23,7 Prozent. Die Gesamtzahl der Beschäftigten nahm im gleichen Zeitraum von 102.000 auf 155.000 zu. In der differenzierten Betrachtung konnten Vollzeitbeschäftigte in tarifgebundenen Betrieben ein Einkommensplus verzeichnen. Sie verdienen inzwischen 662 Euro brutto mehr als ihre Kollegen ohne Tarifbindung. Vor zehn Jahren war die Diskrepanz erst halb so groß. Linken-Gewerkschaftsexperte Pascal Meiser verweist darauf, dass in dieser Statistik die ausländischen Subunternehmer nicht mit erfasst seien. Die Realität in der Branche sehe tatsächlich also noch düsterer aus...” Artikel von Gregor Mayntz und Eva Quadbeck vom 8. April 2019 bei RP online externer Link. Siehe dazu:

  • Die Paketbranche boomt – und die Löhne der Paketzusteller sinken? Das darf doch gar nicht sein. Eigentlich New (weiterlesen »)

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Leiharbeiter bei der DHL – LC Bremen“Die Vision der Bosse bei der Deutschen Post AG: Gleich schlechte Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten – bei gleich schlechter Bezahlung. (…) Durch Senkung der Lohnkosten sowie Synergien in der Verwaltung verspricht sich Konzernchef Frank Appel ein Gewinnplus von einer halben Milliarde Euro, schrieb am Montag Die Welt. Insgesamt drohten mit dem Umbau »viele hundert Stellen« wegzufallen, heißt es weiter. Im März 2018 war das Unternehmen schon einmal mit ähnlichen Plänen in die Schlagzeilen geraten. Dass es mit der Umsetzung zum 1. Mai nicht hinhaute, ist dem Widerstand des Konzernbetriebsrats zu verdanken. (…) Weil sie nach den ungünstigeren Bedingungen des Speditions- und Logistikgewerbes vergütet werden, erhalten die rund 13.000 bei Delivery Angestellten im Schnitt ein Viertel weniger Geld als ihre Kollegen bei der Post DHL Group. Der gängige Stundensatz liegt bei zwölf Euro, während beim Mutterunternehmen 20 Euro üblich sind. Obendrein arbeitet die konzerninterne Dumpingkonkurrenz pro Woche eineinhalb Stunden länger, bei kürzeren Pausenzeiten und geringeren Überstundenzuschlägen. Außerdem sind die Einsatzbereiche der Delivery- von denen der Post-Zusteller bislang strikt getrennt. Diese »Spaltung« dürfte sich bald erledigt haben. Dann muss sich der Bedienstete erster Klasse mit dem der zweiten Klasse gemein machen, und über kurz oder lang werden sich auch die Verdienstmöglichkeiten nivellieren. Ausgemacht ist, dass neue Kräfte – wie bisher schon – künftig nur noch zu den schlechteren Konditionen der 46 Delivery-Regionalgesellschaften unter Vertrag genommen werden…” Beitrag von Ralf Wurzbacher bei der jungen Welt vom 19. Februar 2019 externer Link und weitere Beiträge zur neuen Sparoffensive samt Verhandlungen von ver.di:

  • [Deutsche Post AG] ver.di: “Geschafft! Schutzverträge verlängert und Deliverys kommen zurück!”  (weiterlesen »)

"Wir sind für Sie da!" Eigenwerbung der Post AGWie Anfang eines jeden Jahres versandten wir auch diesen Februar voller Dankbarkeit unsere Spendenquittungen fürs Finanzamt. Wie jedes Jahr kommen einige zurück, weil auch Fördermitglieder umziehen können und dabei Wichtigeres zu beachten haben, als uns ihre Adressenänderung mitzuteilen. Dieses Jahr sind es erfreulicherweise bisher nur 4 Umschläge, die dabei zurückgekommen sind, alle mit dem Vermerk, der Empfänger sei unbekannt verzogen und nicht zu ermitteln (sinngemäß, die Stempel sind ziemlich unleserlich). Natürlich wird dann bei den – zumeist reuigen – FörderInnen freundlichst nachgefragt und erneut versandt. So weit so langweilig, auch für uns. Dieses Jahr haben wir allerdings eine Überraschung erlebt, denn ein edler Spender bestätigte die angeblich ungültige Adresse! Er bot sogar an, ihm die Spendenquittung als pdf-Datei zukommen zu lassen (daß er dabei auch unseren Flyer wie Postkarte verzichtet, wusste er offenbar nicht, denn beide finden wir toll) – aber nicht mit uns, jetzt wurde die Sache grundsätzlich! Ja, auch die 70 Cent Porto gehören zu den Spenden, mit denen wir sorgfältig umgehen müssen. Wir sind nun also hoffnungsvoll und aus Prinzip zur Bochumer Haupt”Post” geradelt, um den Brief nochmals auf die Reise zu schicken – natürlich ohne wiederum dafür Porto zu bezahlen, wie dies problemlos funktionierte, als die Post noch uns gehörte… Am Schalter mussten wir uns allerdings belehren lassen, dass man hier Post-“Bank” mache. Auf die Frage, wo denn dann der Postschalter wäre, hieß es: “die gibt’s nicht, wir sind die Postbank!” Die sehr recht mittelmäßig motivierte “Bank”-Mitarbeiterin, deren Kernkompetenz ja nunmal “Bank” war, ließ sich dazu herab, den Brief nochmal anzunehmen, natürlich nachdem er umgetütet und erneut (!) ordnungsgemäß frankiert war. Die Marke dafür verkaufte sie dann auch. So weit war sie “Post”. Für unsere Beschwerde drückte sie uns eine belanglose “Visitenkarte” in die Hand, mittels derer wir nun versuchen können, das doppelte Porto wiederzubeschaffen (siehe das Foto davon: “Wir sind für Sie da!”, innen Service-Telefonnummern, deren Nutzung uns nicht empfehlenswert erscheint, dann doch nicht für 70 Cent). Weiter ging die Haftung einer Behörde, bei der draußen “Post” steht und drinnen “Bank” steckt, nicht. Natürlich geht es uns nicht darum, einen überarbeiteten Postboten zur Schnecke zu machen oder eine wahrscheinlich frustrierte Bankangestellte. Wir wollen einfach nur “unsere Post” zurück – und dann machen wir uns dran, sie sowohl für Arbeitende wie Kunden gesellschaftsfördernd zu machen… Erlebnisbericht der LabourNet-Redaktion am 19.2.2019 in Bochum – nun mit Update:

  • Update: Wie wir wg 70 Cent einen Beschwerde-Arbeitsplatz (hoffentlich) retteten New (weiterlesen »)

stop inhuman working conditions in road transportFahren ohne Führerschein, gefälschte Pässe, Lohndumping: Eine Zollrazzia könnte für Hermes, GLS, DPD und DHL harte juristische Konsequenzen haben. (…) Dass die Aktionen erst am 8. Februar mit zweimonatiger Verspätung starteten, erwischte viele offenbar auf dem falschen Fuß. Besonders bitter für manche Kuriere: Die Zollbeamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) schlugen diesmal bundesweit zu – vor allem bei Hunderten Subunternehmern, die Pakete im Auftrag der bundesweit agierenden Paketdienste an die Haustür bringen. Die Ergebnisse, die 2.923 Zöllner in ihrer „Schwerpunktprüfung“ zusammentrugen, zeichnen ein Horrorbild. Deutschlands Paketbranche, so lässt die Zwischenbilanz erahnen, ähnelt danach einem Hort der Gesetzlosen. So kam es etwa in Bremen zu Verhaftungen, weil dort Moldawier mit gefälschten Pässen ihrer Arbeit nachgingen. Zwei gesuchte Straftäter gingen den Zollfahndern bei Dresden ins Netz. In Hannover, Osnabrück und anderen Städten häuften sich Fälle von Sozialbetrug und Schwarzarbeit. 74 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren seien eingeleitet worden, hieß es am Freitag bei der Generalzolldirektion. (…) Als Massendelikt machte die FKS allerdings ein anderes Vergehen in der Paketbrache aus: Lohndumping…” Artikel von Christoph Schlautmann vom 17.02.2019 beim Handelsblatt online externer Link

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wenden uns heute an Euch mit der Bitte um solidarische Unterstützung, da eine kurzfristige und willkürliche Entscheidung des Vorstandes der Deutschen Post AG die Existenz der Verlag 8. Mai GmbH bedroht und damit die über 60 Arbeitsplätze im Verlag. (…) Mitte November des Jahres 2018 setzte die Deutsche Post AG den Verlag davon in Kenntnis, dass die Preise ab Januar 2019 drastisch angehoben werden. »Mit dem Ziel der Effizienzsteigerung« werde die Preislistenstruktur »angepasst«, hieß es. Die unteren acht Gewichtsklassen bei Printprodukten sollen künftig in eine zusammengefasst und die Preise dadurch stark erhöht werden. Allein durch diese Maßnahme soll der Verlag 8. Mai der Post künftig jährlich 90.000 Euro mehr bezahlen. Dies entspricht einer Preissteigerung von 28,5 Prozent, ohne dass dafür zusätzliche Leistungen erbracht werden. (…) Selbst ein Post-Mitarbeiter, der im Unternehmen für die Pressedistribution zuständig ist, hatte eingeräumt, junge Welt sei von dem neuen Preissystem als »extremer Härtefall« betroffen. Er habe deshalb bei höheren Instanzen nachgefragt, ob es die Möglichkeit eines Rabattes oder eines Preisaufschubs gebe. Doch seitens des Vorstandes der Post AG gab es keinerlei Entgegenkommen (…) Wir möchten die bei Verdi organisierten Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Post AG bitten, uns in unseren Forderungen nach einem fairen Umgang mit der Tageszeitung junge Welt zu unterstützen. Bitte setzt Euch beim Vorstand der Deutschen Post AG dafür ein, dass zumindest eine Härtefallregelung für das Geschäftsjahr 2019 dahingehend gestaltet wird, dass über die angekündigte Erhöhung von 2,8 Prozent hinaus, die weitere Erhöhung durch Veränderung der Gewichtsklassen ausgesetzt wird. Ferner sollte die Preiserhöhung (entsprechend der Anpassung der Gewichtsklassen in 2020) so gestaltet werden, dass die Monopolstellung der DPAG nicht ausgenutzt und kleine, unabhängige Verlage überproportional belastet werden…” Offener Brief in der jungen Welt vom 10.1.2019 externer Link

stop inhuman working conditions in road transportEin ukrainischer Mitarbeiter eines süddeutschen Logistikunternehmens wurde in Erding bei München von einem Schlägertrupp brutal zusammengeschlagen, weil er nach acht Wochen Arbeit seinen Lohn eingefordert hat. Die Schläger waren ebenfalls Mitarbeiter des Subunternehmens, das für den Logistikriesen GLS arbeitet. Victor Ovcharenko, so der Name des Opfers, war aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, um für den Subunternehmer zu arbeiten. Von diesem habe er gefälschte rumänische Pässe erhalten und es sei ein Stundenlohn von sechs Euro versprochen worden, so berichten Zeugen. Doch tatsächlich seien nur 380 Euro ausgezahlt worden. Den Rest des Gehalts hätten sie nie gesehen. Als sie ihr Gehalt verlangt hätten, seien sie verprügelt worden. Victor Ovcharenko starb darauf im Münchner Klinikum Schwabing. Der Fall wird derzeit vor dem Landgericht Landshut verhandelt. Fünf Männer, Litauen und Letten sind des versuchten Totschlags angeklagt. Der Fall zeigt auf, wie rau und auch brutal es im Logistikbereich zugehen kann.” Beitrag zur Sendung Report am 28.11.2018 samt Text und Video des Beitrags externer Link . Siehe nun dazu:

  • Mitarbeiter »entsorgt«. Erding: Ukrainer zu Tode geprügelt. Kollegen vom Chef beauftragt? New (weiterlesen »)

stop inhuman working conditions in road transport“In den Wochen und Tagen vor dem großen Fest am Jahresende mit den vielen Geschenken kann man ihnen nicht entkommen – den Berichten über die heiß laufende Branche der Paketdienste und die oftmals noch milde als skandalös titulierten Arbeitsbedingungen der Paketzusteller. (…) Die Folgen liegen auf der Hand: „Statt eines Wettbewerbs um die Leistung liefern sich die Zustelldienste einen immer härteren Preiswettbewerb“, so der Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Weil die Paketbranche dies nicht auf Dauer durchhalten werde, rechnet Manner-Romberg mit wesentlichen Veränderungen. „In vier oder fünf Jahren wird es Standard sein, dass der Paketkunde sich die Sendung an Sammelstellen selbst abholt“. Parallel dazu wird sich die Entwicklung hin zu Zigtausenden Gelegenheitsjobs in der Zustellbranche fortsetzen. Und was sollte und könnte man (entsprechenden politischen Willen unterstellt) machen? Dazu erneut Alexander Hagelüken in seinem Artikel Ausgeliefert: »Zusteller würden würdiger entlohnt, wenn Konsumenten anerkennen, dass ihre Leistungen etwas wert sind. Sie ersparen einem die Zeit, selbst in den Laden zu gehen. Dafür können Kunden zahlen. Damit dieses Geld auch wirklich bei den Zustellern ankommt, brauchen diese allerdings Gewerkschaften, die höhere Löhne durchsetzen.« Nun wird der eine oder andere verständlicherweise an dieser Stelle einwenden: Schön und gut, aber wie garantiert man mir, dass das Geld auch bei den Zustellern ankommt und nicht die Gewinnmargen der Unternehmen steigert? Denn offensichtlich sind die Gewerkschaften derzeit nicht wirklich in der Lage, die höheren Löhne auch durchzusetzen. Dazu schreibt Hagelüken: »Weil die Arbeitnehmervertreter seit Längerem geschwächt sind, ist der Lieferboom ein Fall für die Politik. Sie sollte nicht nur die Subfirmen besser kontrollieren. Denkbar wäre, angemessene Löhne für die ganze Branche verbindlich zu machen. Ähnliches verordnete die Bundesregierung vor zehn Jahren bei Briefen, was dort Billiglohnwettbewerb verhinderte.« Und natürlich könnte man auf die Idee kommen, ergänzend die Haftung der Paketdienste für die Einhaltung der Standards bei den von ihnen beauftragten Subunternehmen einzuführen. Denn bislang können sich die Paketdienste immer darauf zurückziehen, dass sie die Einhaltung der Vorschriften zwar verlangen, aber was der selbstständige Subunternehmen dann in Wirklichkeit mache, das ließe sich eben nicht kontrollieren. Das hätte man schon alles machen können. Wenn man gewollt hätte.“ Beitrag von Stefan Sell vom 19.12.2018 bei Aktuelle Sozialpolitik externer Link, siehe auch: “Paket-Flut – Wie Geschenke ohne Chaos ankommen”: (weiterlesen »)

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!“Stunde um Stunde fahren sie umher, schleppen Pakete bis unters Dach – und nicht selten müssen sie wiederkommen, weil gerade keiner da war: Mehr als 490 000 Menschen arbeiten mittlerweile bei Post- und Zustelldiensten in Deutschland, wie die Bundesagentur für Arbeit nun ausgewertet hat. Vor allem Paketfirmen heuern vor Weihnachten Tausende Beschäftigte zusätzlich an, damit Geschenke rechtzeitig ankommen. Der Boom des Onlinehandels hat viele Arbeitsplätze in der Logistik geschaffen, oftmals allerdings zu jämmerlichen Konditionen. Nur 30 Prozent der Beschäftigten in der Branche haben eine Ausbildung abgeschlossen, etwa zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste. 70 Prozent sind Hilfskräfte, arbeiten zum Großteil in Teilzeit oder als Minijobber. Das zeigt die Antwort der Arbeitsagentur auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser. Demnach verdienen Vollzeitaushilfen im Mittel 2044 Euro brutto im Monat. Mehr als die Hälfte von ihnen bleibe unterhalb der Niedriglohnschwelle, erhalte mithin weniger als 10,50 Euro pro Stunde. (…) Die Gewerkschaft fordert, der Staat solle stärker kontrollieren, ob die Branche Mindestlohn- und Arbeitszeitgesetze einhält. Zudem regt Verdi an, dass Paketdienste selbst dafür haften sollen, dass ihre Subunternehmer etwa die Sozialversicherungsbeiträge für die Boten bezahlen – wie es in Bauwirtschaft und Fleischindustrie üblich ist.“ Artikel von Benedikt Müller vom 12.12.18 in der Süddeutschen Zeitung online externer Link, siehe auch: (weiterlesen »)

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J'ai (très) mal au travail. Ein 90minütiger Dokumentarfilm über die moderne Arbeitsorganisation und ihre GefahrenMit Amazon Flex will sich der E-Commerce-Riese ein Stück weit unabhängiger von seinen Logistikpartnern machen. Die Lieferboten sind nicht festangestellt, sondern arbeiten auf eigene Rechnung. (…) „Sie sind Ihr eigener Chef, legen Ihren eigenen Plan fest und haben mehr Zeit, Ihre Ziele und Träume zu verfolgen“, mit diesen Worten preist Amazon das Flex-Angebot gegenüber potenziellen Lieferboten an. Die sollten sich indes im Klaren darüber sein, dass sie neben Steuern und Abgaben auch die Benzin-, Wartungs- und Versicherungskosten für ihren Wagen aus den Gewinnen bezahlen müssen. Mit dem Vorstoß könnte Amazon langfristig auch seine Logistikpartner und damit auch indirekt deren Kurierfahrer unter Druck setzen. Die arbeiten schon heute bisweilen unter prekären Bedingungen. Eine Uberisierung von Lieferfahrten dürfte diese Entwicklung kaum ins Positive verkehren.” Beitrag vom 10.11.2017 bei t3n externer Link, siehe dazu:

Privatisierungsbremse für Leipzig“… Der Postsektor ist durch atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet. Sie brauchen nur auf die Paketboten von DHL, DPD, UPS oder Hermes zu schauen, die teilweise auf freiberuflicher Basis arbeiten, ohne sozialversicherungspflichtig beschäftigt zu sein. Sie bekommen Arbeitsverträge vorgelegt, nach denen sie mitunter 15 bis 20 Pakete pro Stunde zustellen sollen. Das ist weder im städtischen Ballungsraum noch auf dem Land möglich. Wenn man in die Post-Filialen schaut, die meist von Post-Agenturen abgelöst wurden, geht es dort auch zu Ungunsten der Beschäftigten aus. Es gibt kaum noch gesicherte Beschäftigungsverhältnisse im Beamtenstatus. Post-Agentur-Betreiber sind Kioskbesitzer, Lottoannahmestellen, Tchibo-Shops und ähnliche Einrichtungen, in denen unqualifiziertes Personal die Postdienstleistungen übernimmt. (…) Fakt ist, dass bei der Privatisierung in den 90ern durch die Postreformen I und II nicht dafür Sorge getragen wurde, dass die »Pensionslasten«, wie es oft in der Presse heißt, von dem hochprofitablen, weltweit größten Logistikkonzern Deutsche Post AG übernommen wurden. Statt dessen wird der Bund bis 2076 circa 450 Milliarden Euro an Witwen-, Waisen- und sonstigen Pensionen für die ehemaligen Beamten des »gelben Riesen« zahlen. Trotz milliardenschwerer Gewinne gewährleistet der Staat eine Subventionierung der Deutschen Post AG in Höhe von sechs bis acht Milliarden Euro pro Jahr. Das ist der Grund, warum die »Aktie gelb« so gut dasteht…“ Interview von Simon Zeise mit Tim Engartner in der jungen Welt vom 03.12.2018 externer Link, Tim Engartner ist ­Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sein Buch »Staat im Ausverkauf« ist 2016 im Campus-Verlag erschienen

stop inhuman working conditions in road transportWer für eine wöchentliche Fernsehsendung arbeitet, weiß was es heißt, ständig abliefern zu müssen. Gerade zur Weihnachtszeit gibt es allerdings Berufsgruppen, die eine noch schwerere Last zu tragen haben: Paketlieferanten und Lieferdienste. Zum Glück werden sie für ihren Knochenjob gerecht bezahlt. Was? Werden sie gar nicht? Das sollte jemand mal im Rahmen einer Satiresendung thematisieren!” Anmoderation zum Song im NEO MAGAZIN ROYALE am 29.11.2018 mit Jan Böhmermann bei ZDFneo, Video bei youtube externer Link , siehe dazu Textausschnitte: (weiterlesen »)

[Black-Friday am 24.11.2017] Make Amazon Pay! - Wir sind keine Maschinen - Ein AktionsvorschlagDer kommende Black Friday läutet für den Handel das Weihnachtsgeschäft ein. Ein schwarzer Freitag ist das auch für die Lieferanten diverser Zustelldienste: Ihr Aufgabenfeld wächst beständig, jährlich steigt die Zahl ausgelieferter Pakete, bewältigter Treppenhäuser, eingesammelter Retouren und gerammelt voller Lieferfahrzeuge. Speziell in der Vorweihnachtszeit wird das ohnehin üppige Arbeitsaufkommen nochmal forciert. Sie ist der Ausnahmezustand in einem Beruf, der ohnehin dauernd in einem Ausnahmezustand ausgeübt wird. Zusteller zu sein hat Systemrelevanz. Fast alles kann man sich heute ins Haus bringen lassen. (…) So gesehen könnte man annehmen, dass er ein Gewinnertyp ist, weil es eine unglaubliche Nachfrage für das gibt, was er leistet. Die Realität sieht natürlich völlig anders aus. Zusteller arbeiten fast immer in prekarisierten Verhältnissen. Sie verdienen schlecht, die Arbeitszeiten sind lang, der Körpereinsatz geht dauerhaft auf die Knochen. Zudem werden Zusteller, diese systemrelevanten Getriebe unserer faulen neuen »Bring-es-mir-mal-vorbei«-Welt, weder geschätzt noch besonders gerne für ihre Leistung entlohnt. Wer bezahlt schon gerne Versandgebühren? Und klingeln diese Typen nicht immer zum falschen Zeitpunkt? (…) Es ist ein subventioniertes, teils kostensozialisiertes System, das sich da herauskristallisiert. Eines, das durch zu moderate Rahmenbedingungen kostengünstige Zulieferdienste sichert: Ein niedriger Mindestlohn, halbjährige Probezeiten, Aufstocken niedriger Monatslöhne durch Hartz IV und laxe Kontrollen der Arbeitszeitprotokolle halten die Kosten künstlich niedrig. Dabei gibt es nun mal kein Menschenrecht auf billige Zustellarbeit. Wir leben nämlich nicht mehr anno 1890…” Kommentar von Roberto J. De Lapuente vom 21.11.2018 beim ND online externer Link

stop inhuman working conditions in road transport“Der staatliche Arbeitsschutz in Nordrhein-Westfalen hat seine Aktion „Fairer Versandhandel“ gestartet. Diese soll ganz bewusst in der Vorweihnachtszeit gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen bei Paketzustellern unterstützen. Hierzu finden landesweite Kontrollen von Paketdienstleistern statt. „Faire Arbeitsbedingungen im Versandhandel sind gerade im Weihnachtsgeschäft unverzichtbar“, erklärte Arbeitsminister Laumann zum Start der Aktion. Der Boom im Versandhandel hat in den letzten Jahren gerade in der Vorweihnachtszeit immer wieder zu Berichten über prekäre Arbeitsbedingungen bei Paketdienstleistern geführt“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Bereits im letzten Jahr habe man auf entsprechende Presse-berichte durch Sofortkontrollen des Arbeitsschutzes reagiert. Basierend auf den dabei gewonnenen Erkenntnissen führe man nun die Arbeitsschutzaktion „Fairer Versandhandel“ durch…“ Meldung vom 21.11.2018 bei NRW. Land der fairen Arbeit externer Link

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Der Paktetdienst soll die Wohnungslosen gezielt eingesetzt haben, um ihnen weniger als den Mindestlohn zu zahlen. Die Obdachlosen-Hilfe Fifty-Fifty wirft unter anderem dem Paketdienst Hermes vor, Obdachlose als Billig-Zusteller zu missbrauchen. Das berichtet der WDR. Demnach soll der Zustell-Dienst die Wohnungslosen gezielt anwerben, um sie zu schlechten Konditionen einzusetzen: Es werde weniger gezahlt als der gesetzliche Mindestlohn, heißt es in dem Bericht. Auch bei anderen Zustell-Dienste gebe es derartige Praktiken. Die Obdachlosen könnten von den Einnahmen aus dieser Berufstätigkeit nicht leben – und müssten weiter von der Obdachlosenhilfe versorgt werden, zitiert der öffentlich-rechtliche Sender Funktionäre von Fifty-Fifty. In Düsseldorf sei es teils so, dass die betroffenen Zusteller in Kleinlastern lebten, die sie auch für die Arbeit benutzen…” Meldung vom 15.11.2018 in Westdeutsche Zeitung online externer Link, siehe dazu Fifty-Fifty selbst und den WDR-Beitrag: (weiterlesen »)