Postbotin ist nach 88 Zeitverträgen “untragbar”

Anja Helffenstein arbeitete als Aushilfsbotin für die Post. Während ihres 88. Arbeitsverhältnisses wurde sie krank und bekam keinen Anschlussvertrag. Nun will sie gegen den Konzern klagen. Artikel von Birger Nicolai auf Welt-Online vom 21.05.2014 externer Link

Aus dem Text: „(…) Anja Helffenstein hat vor 17 Jahren bei der Post angefangen. Seither ist die Mutter zweier erwachsener Kinder zwischen Büchen, Zarrentin oder Wittenburg mehrere 100.000 Kilometer mit dem Postauto gefahren und hat mindestens genauso viele Briefe und Pakete an die Haustüren gebracht. Selbst schwere Sendungen von 20 Kilogramm und mehr hat sie bewältigt. Doch eines hat sie nicht geschafft – einen unbefristeten Arbeitsvertrag von der Deutschen Post zu bekommen. Stattdessen hat Helffenstein insgesamt 88 einzelne Verträge angesammelt, mit denen der Bonner Konzern sie für den Zeitraum von zwei oder vier Wochen, manchmal auch für ein paar Monate beschäftigte. Wegen einer Erkrankung ihres Sohnes hat sie von Ende 2003 bis Anfang 2009 eine Arbeitspause einlegen müssen. Ihre Personalnummer hat sie dennoch immer mitgenommen. Doch vor wenigen Tagen, Ende April, hat sie keinen Anschlussvertrag mehr erhalten und ist nun raus. “Untragbar” sei die schüchtern wirkende Frau für die Post, hat ihr der Chef der Niederlassung gesagt. Und ein Sprecher des Konzerns fügt hinzu: “Alle Befristungen hatten einen Sachgrund. Aufgrund der Rahmenbedingungen in der Niederlassung Lübeck ist eine Weiterbeschäftigung von Frau Helffenstein nicht möglich.” Dagegen will Helffenstein nun vor das Arbeitsgericht ziehen…“

  • Klage gegen die Deutsche Post: Nach 88 Zeitverträgen arbeitslos
    17 Jahre lang hangelte sich eine Briefträgerin von Zeitvertrag zu Zeitvertrag und wurde dann einfach entlassen. Das wollte sie sich nicht gefallen lassen und zog in Schwerin vor Gericht. Nun ging der Prozess zu Ende. Agenturmeldung in der FAZ vom 13.06.2014 externer Link. Aus dem Tetx. „(…)  Die Deutsche Post AG bot der 41-Jährigen am Freitag vor dem Arbeitsgericht Schwerin nach 88 Zeitarbeitsverträgen einen unbefristeten Vertrag ab 1. Juli an. Anja Helffenstein hatte gegen ihren Arbeitgeber geklagt, weil sie im April keinen Anschlussvertrag mehr erhalten hatte. Der Vergleich kann von beiden Seiten bis zum 25. Juni widerrufen werden. Das Angebot zur Güte von der Deutschen Post überraschte Helffenstein und ihren Anwalt Klaus Bertelsmann. Damit habe niemand gerechnet, sagte der Rechtsanwalt. Die Prozessbevollmächtigte Rita Müller-Chychla bot der früheren Mitarbeiterin einen unbefristeten Vertrag über 38,5 Wochenstunden in der Entgeltgruppe drei an. Die Post verzichte auf die Wartezeit nach dem Kündigungsschutzgesetz…
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