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Großputz! Care nach Corona neu gestalten
Lunapark21: Unbezahlte Care-Arbeit – ein „öffentliches“ Gut?„… Die Krise in Care-Bereichen, die durch die Corona-Pandemie nun noch viel deutlicher zu sehen und zu spüren ist, zeigt sich am ohnehin schon bestehenden Mangel an Pflegefachpersonen ebenso wie an der Not von 24-Stunden-Betreuerinnen aus osteuropäischen Ländern. Sie betrifft auch Familien mit Kindern, vor allem durch die Gleichzeitigkeit von Home-Office und Home-Schooling – für Alleinerziehende eine unlösbare Aufgabe. Angehörige von Menschen mit Behinderungen sind betroffen, die nach der Schließung von Betreuungseinrichtungen als Unterstützungspersonal in Verantwortung genommen wurden. Nicht zuletzt leiden Kinder und Jugendliche, die nicht mehr in Kindertagesstätten (Kitas), Horte und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit gehen können. Zutage treten auch die Probleme, die entstehen, wenn Sozialarbeits-, Gesundheits- und Pflegestrukturen vor allem nach ökonomischen Kriterien ausgerichtet werden. Dies zeigt der eklatante Mangel an Personal und Ausrüstung. (…) In der noch andauernden Pandemie wird einmal mehr deutlich, dass zum Menschsein nicht nur der Wunsch nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit gehört, sondern auch Verletzlichkeit und Angewiesenheit. Menschen können – in jedem Alter – ohne Care nicht (über-)leben. Frauen sind als Care-Gebende sowohl in Familien als auch in Care-Berufen überproportional aktiv. Dass Care-Tätigkeiten in beiden Bereichen sinnstiftend und erfüllend sein können, entdecken aber auch immer mehr Männer. Wir sollten Care jenseits von Geschlechterklischees denken und adressieren, ohne Geschlechterhierarchien zu verfestigen. Und: Care-Arbeit muss geschlechtergerecht finanziert werden. Die Krise kann dann eine Chance sein, wenn nicht nur Prämien und Held*innentitel verteilt werden, sondern die Gelegenheit genutzt wird, unsere Gesundheits-, Sozial- und Wohlfahrtssysteme und somit die Gesamtheit von Care-Arbeit gesellschaftlich solidarischer zu organisieren und zu finanzieren. Wir haben dazu erste Arbeitspakete vor dem Hintergrund unserer Forschungen zusammengestellt, die an einigen Stellen exemplarisch auf die besondere Situation in den drei Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz Bezug nehmen…“ Positionspapier vom August 2020 der Initiative Care.Macht.Mehr zur Care-Krise aus Deutschland, Österreich, Schweiz weiterlesen »

Lunapark21: Unbezahlte Care-Arbeit – ein „öffentliches“ Gut?

Großputz! Care nach Corona neu gestalten
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isw-report 106: Digitale Arbeit und Industrie 4.0„Wirtschaftlich fortgeschrittene Staaten befinden sich derzeit in einem Wettlauf miteinander, um Künstliche Intelligenz (KI) schnellstmöglich in möglichst viele Industrien und Gesellschaftssphären zu integrieren. Der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich werden riesige Fördergelder in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt. Bisher führten die USA das Rennen an, dicht gefolgt von China und Israel (Delponte 2018). In China erhofft man sich durch den Einsatz von KI bis 2030 einen Anstieg des Bruttoinlandprodukts um 26 Prozent. Die USA zielen auf eine Steigerung um 14,5 Prozent ab (PwC 2018). 2018 kündigte die Europäische Kommission an, dass die Investitionen im KI-Bereich im Zuge des Forschungs- und Innovationsprogramms «Horizont 2020» bis Ende 2020 um 70 Prozent erhöht werden und sie somit in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro betragen sollen (Europäische Kommission 2018). (…) Im Februar 2020, veröffentlichte die Europäische Kommission das «Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz – ein europäisches Konzept für Exzellenz und Vertrauen». Tatsächlich vertritt ein Großteil der auf höherer staatlicher und institutioneller Ebene verfassten Berichte die Ansicht, dass KI zu mehr Produktivität, Wirtschaftswachstum und allgemeinem Wohlstand führen wird, ähnlich wie der Taylorismus früher als Versprechen für «Wohlstand für alle» galt. Wie es auch schon beim Taylorismus der Fall war, versäumen aktuelle Diskussionen auf Führungsebene jedoch oft, den direkten Zusammenhang zwischen Produktivität und Wohlstand im abstrakten Sinne und der alltäglichen (und allnächtlichen) menschlichen Arbeit zu sehen, auf der nationale Wachstumskennzahlen oder globale Ranglisten letzten Endes beruhen. Trotzdem werden an vielen Arbeitsplätzen Projekte gestartet, bei denen unterschiedliche KI-erweiterte Anwendungen eingesetzt werden, um die Produktivität zu steigern, so zum Beispiel in der industriellen Produktion, der Gig-Economy und der Büroarbeit. Aus diesem Grund scheint es immer wichtiger, die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen der KI auf die Arbeit, Arbeitnehmer*innen und Arbeitsplätze zu untersuchen.“ Aus der Einleitung der Untersuchung von Phoebe V. Moore vom August 2020 bei der Rosa Luxemburg Stiftung (Broschüre mit 69 Seiten) weiterlesen »

isw-report 106: Digitale Arbeit und Industrie 4.0

Künstliche Intelligenz und «smarte» Arbeit. Zur politischen Ökonomie der Mensch-Maschine-Integration
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Massive Unterstützung im ganzen Land für die Streikbewegung im Iran
Aufruf der Haft Tappeh-Belegschaft zur öffentlichen und weltweiten Solidarität mit den Streikenden im Iran„… Der Iran erlebte schon 2018 und 2019 aufstandsähnliche Massenproteste. Das faschistische Regime drückte immer mehr Arbeiter, Frauen, Jugendliche in bittere Armut und verstärkte die politische Repression. Die Proteste von Millionen richteten sich in mindestens 113 Städten gegen die gesamte Unterdrückung im Iran, sie fordern Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Und es entwickelte sich eine Reihe nicht abreißender Arbeiterstreiks. Seit Jahresbeginn 2020 bestimmen Arbeiterstreiks das Bild der Proteste. In den letzten drei Wochen (Anfang August) gab es täglich zwischen 10 und 15 Arbeiterproteste und Streiks. In der Zuckerfabrik Hafttapeh sind die Arbeiter vom 23. Juni bis jetzt im Streik und mutiges Vorbild für den ganzen Iran. Es ist der längste Streik in ihrer Geschichte. Sie fordern die sofortige Zahlung von Zahlungsrückständen ihrer Löhne und sofortige Wiedereinstellung der entlassenen Kollegen. Aber auch die Aufhebung der Privatisierung der Haft Tappeh Sugar Company. Vor einigen Tagen traten Tausende von Arbeitern in den iranischen South-Pars-Gasfeldern in den Streik. Die Streikwelle wurde ausgelöst, als Ebrahim Arabzadeh, ein Vertragsarbeiter im Petrochemiekomplex Mahshahr, am 28. Juli bei der Arbeit an einem Hitzschlag starb. Die Arbeiter protestieren gegen verspätete Lohnzahlungen, Armutslöhne, unsichere Beschäftigungsverhältnisse sowie schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen im Kampf gegen die 50-Grad-Hitze. Neu ist, dass die streikenden Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Streikaktionen koordinieren, bewusst gegenseitige Solidarität entwickeln und Verbindung zueinander aufnehmen. Neu ist auch, dass jetzt zunehmend Streiks in größeren und Großbetrieben stattfinden...“ – so wird die aktuelle Lage in der Korrespondenz „Iran: Arbeiter stehen an der Spitze der Kämpfe“ am 29. August 2020 in den Rote Fahne News zusammen gefasst, die bezüglich „Tabellensituationen“ ihre Eigenheiten haben mag, aber die Explosivität der gegenwärtigen Entwicklung deutlich macht. Siehe dazu auch einen weiteren aktuellen Beitrag sowie eine breit geteilte umfassende Solidaritätserklärung von rund 50 sozialen und politischen Organisationen aus dem Iran mit der aktuellen Streikbewegung – und den Hinweis auf den bisher letzten unserer Beiträge zur aktuellen Streikbewegung im Iran weiterlesen »

Aufruf der Haft Tappeh-Belegschaft zur öffentlichen und weltweiten Solidarität mit den Streikenden im Iran

Massive Unterstützung im ganzen Land für die Streikbewegung im Iran
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Corona im Ikea-Logistikzentrum Elsdorf: Leiharbeiter in Quarantäne, Kritik von ver.di
Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im ShitstormLeiharbeiter stehen in einer Unterkunft im Landkreis Rotenburg unter Quarantäne. Die Stimmung ist entsprechend mies. Viele der Arbeiter haben große Existenzsorgen. Eine große Unsicherheit hat sich breit gemacht bei vielen Arbeitern des Ikea-Verteilungszentrums in Elsdorf, nachdem es dort eine Häufung von Corona-Infektionen gegeben hat. Das Gesundheitsamt registrierte im Umfeld des Lagers bislang 47 neue Fälle. Über 200 Menschen stehen nun aktuell unter Quarantäne. Betrieben wird das Verteilungszentrum vom Bremer Logistikunternehmen BLG. (…) Das Ikea-Logistikzentrum in Elsdorf ist nur wenige Kilometer entfernt. Von hier aus ging einer der größten Corona-Ausbrüche des Landkreises aus – aktuell rund 40 aktive Fälle. Für über 200 Menschen – meist Leiharbeiter aus Osteuropa – bedeutet das Quarantäne. Kritik wird nun laut am Bremer Logistiker BLG. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass die BLG mit zweifelhaften Leiharbeitsfirmen zusammenarbeite, statt die Leute direkt fest anzustellen…“ Beitrag „Corona im Ikea-Logistikzentrum: So geht es den Elsdorfer Leiharbeitern“ vom 28. August 2020 bei buten un binnen – siehe auch ein Video dazu weiterlesen »

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im Shitstorm

Corona im Ikea-Logistikzentrum Elsdorf: Leiharbeiter in Quarantäne, Kritik von ver.di
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Chronische Krankheit, Arbeitsleid
Transparent: "You dont hate Mondays, you hate Capitalism"Immer öfter erkranken Beschäftigte heute aufgrund von Arbeitszeitverdichtung, zunehmendem Druck und prekären Arbeitsverhältnissen. Der Kapitalismus fördert diese Verhältnisse, um noch mehr aus uns Arbeiter*innen rausquetschen zu können. Wir veröffentlichen hier einen anonymen Bericht einer*eines Arbeiterin*Arbeiters zu ihrer*seiner Situation. (…) Marx spricht von einer “Verdichtung” der Arbeitszeit. Vor 100 Jahren ging es vor allem darum, heraus zu finden, wie sehr man die Einzelschritte am Fließband herunter dummen kann, bevor die Arbeiter*innen den Verstand verlieren und arbeitsunfähig werden. Heute wird auch versucht, wie fordernd man Arbeit machen kann, wie viele Aufgaben und wie viel Denkarbeit man in acht Stunden reinstopfen kann, bevor die Arbeiter*innen einem reihenweise wegbrechen. Dem entgegengesetzt wird die “individuelle Selbstverantwortung”. Ein ziemlich zahnloser Drache, wenn ihr mich fragt. Für uns bedeutet es, dass unser Arbeitstag, zumindest wenn man die Pausen, die wir brauchen, um unsere Gehirne, und auch den Rest unserer Körper, wieder zum Arbeiten zu bekommen, gerne mal zehn oder mehr Stunden hat. (…)Wie soll ich meine Arbeit und die Zeit, die ich brauche, um mich um mich zu kümmern in diese viel zu kurzen Tage stopfen? Wie bekomme ich meinen politischen Aktivismus noch unter? Wie lange halte ich durch, ohne mal in Ruhe einen Roman zu lesen, aus dem Fenster zu schauen oder mal ein paar Stunden länger zu schlafen, als das medizinisch notwendig Minimum? Um mich auf die alte Streikparole zu beziehen: Brot habe ich, aber für die Rosen gehe ich zu sehr auf dem Zahnfleisch. Man könnte mir einen Strauß vorbei bringen und ich würde über ihm einschlafen und am nächsten Tag traurig sein, dass sie ohne Wasser verwelkt sind. (…) Ich will eine Welt, in der wir nur so viel arbeiten müssen, wie wir stemmen können, ohne auseinander zu fallen. In der nicht ein Teil der Menschheit unter Arbeitslosigkeit leidet – vor allem den damit verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen – und der Rest sich buchstäblich kaputt arbeitet. In der alles oder zumindest ein Großteil dessen, was ich tue der Gesellschaft zugute kommt und ich mich nicht für mehr Nullen auf den Konten von Menschen, die das Geld schon gar nicht mehr ausgeben können, aufarbeite…“ Beitrag vom 26. August 2020 bei Klasse Gegen Klasse weiterlesen »

Transparent: "You dont hate Mondays, you hate Capitalism"

Chronische Krankheit, Arbeitsleid
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[Rezension] „Bullshit Jobs“: Verschwörungstheorie trifft intellektuellen Populismus

Dossier

Ne travaillez jamais – Arbeit? Niemals!David Graeber, Anthropologe und Vordenker der Occupy-Bewegung, wurde mit dem Sachbuch „Schulden – Die ersten 5000 Jahre“ bekannt. In seinem neuen Buch „Bullshit Jobs“ geht es um Jobs, die zwar gut bezahlt sind, aber keinen gesellschaftlichen Mehrwert bieten. Aber statt sauberer Analyse präsentiert Graeber intellektuellen Populismus und lässt dabei zentrale Fragen ungeklärt.  (…) Das Buch ist zwar launig, methodisch aber lausig. Zuerst bestimmt Graeber Bullshit-Jobs allein subjektiv, später dann doch wieder objektiv, wenn er sich unter der Hand an Adam Smiths Begriff von produktiver Arbeit orientiert. Mal leugnen die Leute vor sich selbst, dass ihre Arbeit sinnlos ist, mal sollen sie sich dessen aber doch bewusst sein. Wie es Graeber gerade passt, rollt die Kugel seiner Argumentation durch immer neue schiefe Ebenen. Skepsis gegenüber der eigenen These mutet sich Graeber nicht zu. (…) Graeber streut in seiner Argumentation auch immer wieder verschwörungstheoretische Elemente ein. Er nimmt an, dass die politischen und wirtschaftlichen Eliten Bullshit-Jobs auch deshalb schaffen, damit die Leute nicht auf dumme Gedanken kommen und eine bessere Gesellschaft einfordern. Wenn es denn so einfach wäre…“ Rezension von Oliver Nachtwey vom 3. September 2018 bei der Süddeutschen Zeitung online und weitere, auch Interviews mit dem Autor. Neu: David Graeber über »Bullshit-Jobs« weiterlesen »

Dossier zu “Bullshit Jobs” von David Graeber

Ne travaillez jamais – Arbeit? Niemals!

David Graeber über »Bullshit-Jobs«
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[Völklingen] Hohe Leiharbeitsquote in neuem Amazon-Zentrum
Streik bei Amazon am Prime Day (15. Juli 2019)Der Online-Versandhändler Amazon wird in seinem neuen Verteilzentrum in Völklingen zum Start zu rund 70 Prozent mit Leiharbeitern arbeiten. Das hat eine Unternehmenssprecherin dem SR auf Anfrage bestätigt. Wenn Amazon im Herbst sein neues Verteilzentrum in Völklingen-Wehrden eröffnet, sollen 110 Menschen einen neuen Job finden – allerdings werden in der Startphase nur 25 bis 30 bei dem Internet-Unternehmen direkt angestellt. Die anderen kommen als Leiharbeiter zu Amazon. Bereits vor einigen Wochen suchte die Zeitarbeitsfirma „Randstad“ per Zeitungsannonce und auf diversen Plattformen Versandmitarbeiter für Völklingen. 11,84 Euro beträgt der Stundenlohn. Amazon-Pressesprecherin Nadiya Lubnina bestätigte dem SR, dass Amazon der Kunde ist. Es gehe um Jobs „für“ Amazon, nicht „bei“ Amazon. In der Logistikbranche ist der Anteil an Leiharbeitern mit 10,8 Prozent höher als in anderen Industrie-Bereichen. Die Quote von 70 Prozent Leiharbeiter bei Amazon-Völklingen bewertet die Arbeitskammer des Saarlandes als „ungewöhnlich“…“ Meldung vom 27.08.2020 beim SR – dort auch weitere Informationen zum neuen Verteilzentrum in Völklingen weiterlesen »

Streik bei Amazon am Prime Day (15. Juli 2019)

[Völklingen] Hohe Leiharbeitsquote in neuem Amazon-Zentrum
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Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im ShitstormDie Corona-Pandemie hat vieles offengelegt, was in Gesellschaft und Arbeitswelt nicht stimmt – wie etwa die skandalösen Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Sie hat aber auch gezeigt, welche Arbeitsmarkt-Instrumente in der Krise gut funktionieren – wie die Kurzarbeit. Der DGB zeigt 13 Reformansätze, die echte Lehren aus der Krise sind. (…) Unter dem Titel „Sozialstaatliche Arbeitsmarktpolitik jetzt!“ hat der DGB 13 Reformansätze als Ergänzung zum von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpaket vorgeschlagen. Der gemeinsame Ansatz aller Vorschläge: Aus Corona lernen heißt – Weichenstellung für soziale Gerechtigkeit und Aufstiegsmobilität in Zeiten des Umbruchs. Die 13 Reformansätze umfassen diverse Bereiche, von der Ausbildung über die Kurzarbeit bis hin zu europäischen Standards: Ausbildung: Jungen Menschen eine Perspektive geben; Qualifizierung: Mit einem Recht auf Weiterbildung in die neue Zeit; Kurzarbeit: Sonderregelungen zum Arbeitsplatzerhalt auch im nächsten Jahr nötig; Geflüchtete: Integrationserfolge nicht gefährden; Beitrag für mehr Geschlechtergerechtigkeit: Zukunftsmarkt Haushaltsnahe Dienstleistungen; Arbeitslosigkeit: Arbeitslosengeld statt Hartz IV; Kinderarmut vermeiden: Kindergrundsicherung einführen; Beifall klatschen reicht nicht: Mindestlohn anheben und Tarifbindung stärken; Sachgrundlose Befristungen abschaffen: Planungssicherheit, gerade auch für junge Menschen; Beschäftigte aus der EU: Ausbeutung in der Fleischindustrie und der Saisonarbeit verhindern; Minijobs: Arbeit auch in kleiner Teilzeit sozial absichern; Solo-Selbstständige: Absicherung in der Arbeitslosenversicherung ermöglichen; Europäische Mindeststandards“ DGB-Meldung vom 24.08.2020 zu 13 Reformansätzen als Ergänzung zum Konjunkturpaket weiterlesen »

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im Shitstorm

[DGB] So lernen wir aus Corona – „Sozialstaatliche Arbeitsmarktpolitik jetzt!“
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NGfP-Kongress: »Digitalisierung« – Sirenengesänge oder Schlachtruf der »Kannibalistischen Weltordnung«

Dossier

Buch „Digitalisierung – Sirenentöne oder Schlachtruf der kannibalistischen Weltordnung“„»Digitale Revolution«, »Digitalisierung«, »Digitalpakt« und »5G-Mobilfunk«, »Internet der Dinge«, »Künstliche Intelligenz« (Blockchaining, Abschaffung des Bargeldes, autonomes Fahren etc.) lauten die Refrains des Sirenengesangs, die von den Eliten in Politik und Wirtschaft angestimmt werden. Digitalisierung ist Staatsaufgabe höchster Priorität. Das Feld ist bereits gut vorbereitet. Dennoch regen sich Kritik und zum Teil auch Widerstand gegen einen weiteren, intensivierten Ausbau der Digitaltechnologie: Die Möglichkeit einer digitalen Totalüberwachung wird ebenso vorstellbar, wie der Verlust von immens vielen Arbeitsplätzen, von Privatheit, persönlicher Freiheit und demokratischer Teilhabe, psychischer und physischer Unversehrtheit. Der Kongress stellt sich dem Thema der Digitalisierung in unterschiedlichen Facetten und Bereichen: Telematik und Digitalisierung der Psychotherapie, Digitalisierung der Arbeitswelt, des Gesundheitswesens, der Schule und des Bildungswesens, Digitalisierung der Militärischen Einsätze, Überwachung und soziale Kontrolle, und die Perspektiven des Widerstands dagegen…“ Infos und Programm bei der Neuen Gesellschaft für Psychologie zum Kongress vom 6. März 2020 bis 7. März 2020 in Berlin. Siehe erste Beiträge und Interviews zum Kongress und nun aus dem Buch dazu: Arbeit demokratisieren – Digitalisierung gestalten. Bisherige Formen des organisierten und arbeitsrechtlichen Widerstands weiterlesen »

Dossier zum NGfP-Kongress: »Digitalisierung« – Sirenengesänge oder Schlachtruf der »Kannibalistischen Weltordnung«

Buch „Digitalisierung – Sirenentöne oder Schlachtruf der kannibalistischen Weltordnung“

Arbeit demokratisieren – Digitalisierung gestalten. Bisherige Formen des organisierten und arbeitsrechtlichen Widerstands
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DGB-Rentenkampagne 2017Zwischen gesetzlichen Renten und Beamtenpensionen besteht eine tiefe Kluft. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach liegt mehr als jede zweite gesetzliche Rente (56,2 Prozent) unter 1000 Euro. Fast ein Viertel (23,8 Prozent) der Rentner – das sind fast fünf Millionen Menschen – bekommt laut den Angaben der Regierung sogar weniger als 500 Euro aus der gesetzlichen Versicherung. Im Vergleich dazu sind nahezu zwei Drittel der Pensionen von Bundesbeamten (65,2 Prozent) oberhalb von 2000 Euro. Bei den Pensionen der Bundesbeamten liegen 34,8 Prozent unter 2000 Euro, 45,6 Prozent zwischen 2000 und 3000 Euro, 14,6 Prozent zwischen 3000 und 4000 Euro, 3,0 Prozent zwischen 4000 und 5000 Euro und 1,9 Prozent über 5000 Euro. (…) Erst vor wenigen Tagen war durch eine weitere parlamentarische Anfrage bekannt geworden, dass derzeit etwa zehn Millionen Menschen zu wenig verdienen, um später eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erreichen. Für eine Rente oberhalb dieses Niveaus – im Durchschnitt aktuell 841 Euro – müssen Beschäftigte rechnerisch über 45 Jahre hinweg mehr als 23.886 Euro pro Jahr verdienen…“ Artikel von Tim Szent-Ivanyi vom 22.08.2020 bei RND weiterlesen »

DGB-Rentenkampagne 2017

Mehr als die Hälfte aller Renten unter 1000 Euro – Pensionen deutlich darüber
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isw-report 106: Digitale Arbeit und Industrie 4.0„… Nach einer 2018 erschienenen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeitet rund jeder vierte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland in einem Job, den theoretisch auch ein Roboter oder Algorithmus übernehmen könnte. Auch wenn die Beschäftigungseffekte unter dem Strich wahrscheinlich gar nicht so groß sind, so wird sich doch das Anforderungsprofil in vielen Berufen stark wandeln. Die Gewerkschaften sind relativ spät auf den Zug aufgesprungen, haben aber den Anspruch, den Wandel aktiv zu gestalten. In seinem 2018 vom Bundeskongress beschlossenen politischen Arbeitsprogramm listet der DGB sieben Handlungsfelder auf. So will er sich für mehr Arbeitszeitsouveränität und mehr Mitbestimmung in der digitalen Transformation einsetzen oder einen Gestaltungsrahmen für Plattformarbeit schaffen. Über Dialogprozesse wie die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Arbeitsministeriums oder eigene Kampagnen verschafft sich der DGB Gehör. (…) „In der Plattformökonomie müssen wir uns als Gewerkschaft digitale Zugangsrechte verschaffen“, sagt die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner – schon aus Eigennutz. Seit der Jahrtausendwende haben die acht DGB-Gewerkschaften rund 1,8 Millionen Mitglieder verloren. Benner ist aber optimistisch, dass das digitale Zeitalter nicht als die Ära in die Geschichte eingehen wird, in der die Gewerkschaften ausstarben: „Corona hat gezeigt, dass wir auch Beschäftigte erreichen können, die nicht im Büro sind“, sagt sie – „auch wenn es deutlich anstrengender geworden ist.“ Artikel von Frank Specht vom 19. August 2020 im Handelsblatt online weiterlesen »

isw-report 106: Digitale Arbeit und Industrie 4.0

Wenn Kollege Roboter übernimmt: Wie die Digitalisierung die Gewerkschaften herausfordert
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gute arbeit fuer uns alle - auch im knast„In Bayern und in fast allen anderen Bundesländern sind Strafgefangene zur Arbeit verpflichtet. Das Bundesverfassungsgericht hat die Zwangsarbeit hinter Gittern für rechtmäßig erklärt. Weigern sich die Gefangenen, müssen sie einen Haftkostenbetrag zahlen. Wer stattdessen wie gesetzlich vorgeschrieben arbeitet, wird je nach Tätigkeit mit ein bis drei Euro pro Stunde entlohnt – weit unter dem Mindestlohn von derzeit 9,35 Euro. Das sei viel zu wenig, findet Manuel Matzke von der Gefangenengewerkschaft GG/BO. „Wenn die Justiz immer sagt, Arbeit im Vollzug dient der Struktur und der Resozialisierung, dann ist es für uns umso wichtiger, dass Gefangene in diesen gesetzlichen Mindestlohn einbezogen werden, weil dadurch natürlich was ganz Wichtiges vermittelt wird: Dass sich ehrliche Arbeit auszahlt.“ Darüber hinaus haben viele Gefangene aber auch außerhalb der Anstalt finanzielle Verpflichtungen, sagt Matzke. (…) Deutsche Gefängnisse erwirtschaften 2011 laut Statistischem Bundesamt einen Umsatz von mehr als 150 Millionen Euro – offiziell ohne eine einzige Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer. Denn Gefangene gelten nicht als Arbeitnehmer*innen im eigentlichen Sinne. Ihre Arbeit gilt als Resozialisierungsmaßnahme. Deswegen gilt für sie der gesetzliche Mindestlohn nicht. (…) Der Deutschlandfunk hat mehr als 80 Firmen zusammengetragen, die in den letzten Jahren Aufträge an Gefängnisse vergeben haben. Darunter sind Konzerne wie BMW, Volkswagen oder Miele, aber auch mittelständische Unternehmen wie die Haus- und Sicherheitstechnik-Firma Brennenstuhl oder der Schreibwarenhersteller Edding. Die Abhängigkeit der Anstalten von Aufträgen und Arbeitsplätzen ist für die Unternehmen ein Vorteil: Sie können den Gefängnissen die Preise diktieren…“ Beitrag von Timo Stukenberg vom 18. August 2020 beim Deutschlandfunk (Audiolänge: ca. 19 Min.) weiterlesen »

gute arbeit fuer uns alle - auch im knast

Arbeitslohn für Strafgefangene: Resozialisierung oder ungerecht niedrig? [Und immer diese unnötigen Fragezeichen]
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Wer nicht ausbildet wird umgelegt„Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge könnte nicht nur in diesem Jahr spürbar sinken, sondern langfristig – wie schon nach der großen Finanzkrise. Die Warnungen kamen früh, und sie waren eindringlich: Die Corona-Krise könne für den Ausbildungsmarkt in Deutschland gravierende Folgen haben, mahnten Bundesregierung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften im Frühjahr. Im schlimmsten Fall werde ein ganzer Jahrgang von Schulabgängern auf der Strecke bleiben, wodurch sich der Fachkräftemangel künftig weiter verschärfen würde. Worüber bislang jedoch kaum jemand spricht: Die Folgen der Pandemie werden sich womöglich nicht nur in diesem Jahr deutlich bemerkbar machen, sondern zu einem langfristigen Abbau von Ausbildungsplätzen führen. Zu dieser Einschätzung kommt eine noch unveröffentlichte Analyse des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) (…) Die wesentliche Ursache hierfür ist der Analyse zufolge, dass die Unternehmen weniger Ausbildungsplätze anboten. Allerdings ist damals auch die Nachfrage junger Menschen nach Ausbildungsplätzen deutlich zurückgegangen, wie etwa eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung aus dem Mai zeigt. Viele Jugendliche hätten sich wegen der schlechteren Ausbildungschancen nach einer Alternative umgeschaut, heißt es darin. Ein Teil entschied sich für ein Studium. Viele Schüler mit mittlerer Reife versuchten aber auch, noch die Hochschulreife zu erwerben. Für die Jugendlichen ergab sich damit kein größeres Problem, die Folgen für das duale System waren jedoch groß. Das Institut geht ebenfalls davon aus, dass die Zahl der Ausbildungsverträge in diesem Jahr auf bis zu 460.000 zurückgehen könnte…“ Artikel von Britta Beeger vom 18. August 2020 in der FAZ online weiterlesen »

Wer nicht ausbildet wird umgelegt

Neue Prognose: Düstere Aussichten für die duale Ausbildung
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Matthias Burchardt: Wider die neoliberale Zurichtung des Menschen„In Deutschland beginnt wieder der Schulunterricht, und das ist laut Ökonomen ein Segen – für die Wirtschaft. Denn wenn die Kinder und Jugendlichen nichts lernen, kostet das viel Geld. Laut einer Studie des Münchener Ifo-Instituts vom Mai würde der Ausfall eines Drittels des Schuljahres die deutsche Wirtschaftsleistung auf Dauer um über 5200 Milliarden Euro drücken. Die Berechnung fußt auf einer ebenso gängigen wie eigenartigen Betrachtung des Verhältnisses von Wissen und Kapital. (…) Im hiesigen Wirtschaftssystem sind Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen tatsächlich eine Ressource – für die Unternehmen. Sie stellen die Qualifikationsanforderungen an die Bewerber und an den gesamten Arbeitsmarkt, und zwar nach zwei Maßstäben: Erstens muss ein Bewerber die inhaltlichen Anforderungen des Arbeitsplatzes erfüllen können, er soll weder über- noch unterqualifiziert sein. Zweitens muss sein Lohn so bemessen sein, dass das Unternehmen einen Gewinn erzielt. In dieser bestimmenden Rechnung muss Wissen also nicht möglichst reichlich vorhanden sein, es muss zu den Bedürfnissen »der Wirtschaft« passen, sowohl was den Inhalt angeht wie auch die Kosten. (…) Nicht das Wissen bestimmt also seine Anwendung. Sondern die Unternehmen definieren ihren Bedarf an Wissen und Unwissen sowie den Preis, den sie dafür zu zahlen bereit sind. Menschen sind nicht arm, weil sie schlecht gebildet sind. Sondern weil die Unternehmen massenhaft billige Arbeitskräfte brauchen, deren Tätigkeit keiner besonderen Qualifikation bedarf. Nicht der Ausfall des Unterrichts und die daraus folgenden »Kompetenzverluste« sind daher das wirkliche Problem der Wirtschaft. Sondern ein anderes, das der zuständige britische Minister Nick Gibbs diese Woche auf den Punkt brachte: »Es ist wichtig für die Wirtschaft, dass die Kinder wieder zur Schule gehen, damit die Eltern zurück zur Arbeit können.«“ Artikel von Stephan Kaufmann vom 15.August 2020 in neues Deutschland online weiterlesen »

Matthias Burchardt: Wider die neoliberale Zurichtung des Menschen

Für die Wirtschaft lernen wir: Zur ökonomischen Sicht auf Schule und Wissen
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[Buch] Wirtschaftswunder und Mangelwirtschaft. Zur Produktion einer Erfolgsgeschichte in der deutschen Geschichtskultur
[Buch] Wirtschaftswunder und Mangelwirtschaft. Zur Produktion einer Erfolgsgeschichte in der deutschen GeschichtskulturAktuelle Schulbücher erzählen eine Erfolgsgeschichte der »Sozialen Marktwirtschaft«, welche die Forschung der letzten 40 Jahre kaum berücksichtigt und seit Jahren als überholt gilt. Anhand der Darstellung des »Wirtschaftswunders« und der Planwirtschaft liefert Kai Krüger nicht nur einen Überblick der Wirtschaftsgeschichte von BRD und DDR für die Jahre 1945-1973, sondern zeigt auch auf, dass zeitgenössische Quellen für Schulbücher gezielt verändert werden, damit sie in die deutsche Erfolgsgeschichte passen. Seine Schulbuchanalyse schließt aber nicht bloß auf bewusste Ideologieproduktion oder fehlendes Wissen, sondern auch auf den Konkurrenzkampf unter den Verlagen.“ Umschlagtext zum Buch von Kai Krüger seit Juli 2020 im Transcript-Verlag. Siehe weitere Informationen zum Buch und eine Leseempfehlung von Wolfgang Schaumberg weiterlesen »

[Buch] Wirtschaftswunder und Mangelwirtschaft. Zur Produktion einer Erfolgsgeschichte in der deutschen Geschichtskultur

[Buch] Wirtschaftswunder und Mangelwirtschaft. Zur Produktion einer Erfolgsgeschichte in der deutschen Geschichtskultur
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