Internationales

  • “Banditen und Vagabunden”
    Nannte die Landesregierung des Bundesstaates Sao Paulo die etwa 7.000 Menschen, die mit brutalster Gewalt von der Militärpolizei vertrieben wurden, nach Jahren des Lebens im Pinheirinho und entgegen gültiger Gerichtsverfügungen. Was soll man von einem Gouverneur wie dem sehr ehrenwerten Herrn Alckmin auch erwarten – christlicher Fundamentalist und Wirtschaftsmodernisierer in einem, schlimmer gehts nimmer. Der Artikel “Pinheirinho: para além da desocupação” externer Linkvon Inácio Dias de Andrade am 01. Februar 2012 in der alternativen Wochenzeitung Brasil de Fato erschienen, behandelt nicht die naheliegende Frage, wer hier die Banditen sind, sondern ist ein Resümee dessen, was der Anthropole in den Jahren 2007 bis 2010 erlebte, die er im Pinheirinho verbracht hat: Selbstorganisation in der Not, auf viele Weisen, mit unterschiedlichen Erfahrungen.Siehe dazu auch: “Weiter Proteste gegen Räumung des Armenviertels Pinheirinho” externer Link ein Brasil atual Bericht bei amerika21.de vom 01. Februar 2012. (weiterlesen »)

Quelle: labournet.tv (italienisch | 16 min | 2012) externer Link

Januar 2012 – Sizilianische Fischer, LKW Fahrer und Weizenbauern, Tagelöhner, Sardische Hirten und Arbeitslose gehen auf die Barrikaden, weil sie, wie viele andere ihrer Landsleute, ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können. Fünf Tage lang wird die Insel (Raffinerien, Autobahnen und Häfen) blockiert. Fast sofort schwappt die Bewegung nach Kalabrien und Sardinien über.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, war eine Benzinpreiserhöhung zum Jahreswechsel 2011/2012. Die Preise für den Treibstoff für die Schiffahrt ist in den letzten drei Jahren von 30 auf 80 Cent pro Liter angestiegen.

Die italienischen Fernsehanstalten ignorieren die Bewegung weitgehend. Der Beitrag stammt von einer unabhängigen Fernsehanstalt, die den programmatischen Namen Servizio Pubblico (Öffentlicher Dienst) trägt. Servizio Pubblico sendet in lokalen Fernsehstationen und vor allem im Internet.

Arabische Einflüsse?

Ein Thema, das in letzter Zeit auch in den Mainstreammedien verstärkt behandelt wird ist die Spurensuche nach arabischen – also revolutionären – Einflüssen im Afrika südlich der Sahara, wo viele Menschen ja von Regimen beherrscht werden, die den Alis und Mubaraks, Assads und Salehs ähnlich sind. Seriöser und kenntnisreicher befassen sich engagierte AktivistInnen mit derselben Frage. So etwa in dem Beitrag “Wir werden den ägyptischen Weg, wir werden den tunesischen Weg gehen!externer Link bei der Afrika Webseite izindaba des Ruhrgebiets Internationalismus Archivs, eine Bestandsaufnahme von Anfang Mai 2011. (weiterlesen »)

Quelle: labournet.tv (spanisch | 9:28 min | 2007)  externer Link

Am 10. Dezember 2006 stirbt der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet. Die Menschen feiern in den Straßen. Als Anhang ein historischer Film aus dem Jahr 1979, der in einem Vorort von Santiago spielt: Die chilenische Guerilla Frente Patriotico, die einen Mordanschlagauf den Diktator verübt und versucht hatte, die Militärdiktatur zu destabilisieren überfällt einen Hühnchentransporter und verteilt das Fleisch unter den Menschen.

No Border Camp 2011 Bulgarien

Quelle: No Border Camp 2011 Bulgarien (ger | 18:00 min | 2011) externer Link

Vom 25 .- 29. August 2011 findet in der Nähe der bulgarischen Grenzstadt Svilengrad das No Border Camp 2011 statt. Rund 300 Aktivist_Innen kommen zusammen, um für Bewegungsfreiheit sowie gegen Rassismus und Abschiebungen zu demonstrieren. So finden in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei an verschiednen Orten Aktionen statt. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf Menschenrechtsverletzungen gegen Migrant_innen, die Militarisierung der EU-Grenzen und die repressive Arbeit der EU-Agentur FRONTEX zu lenken.
Das No Border Camp findet in dem drei Länder-Eck statt, da Bulgarien 2012 dem Schengenabkommen beitreten soll. Dafür muss Bulgarien bestimmte Bedingungen erfüllen – wie die Verstärkung der Grenzen und die Schaffung von Internierungslagern.

Im Februar 1997 verkündet Louis Schweitzer, Geschäfsführer von Renault seit 1992, im Fernsehen die Schließung der belgischen Vilvoorde Fabrik. Das war ein Schock für die Arbeiter_innen, für die es keine Vorankündigung gegeben hatte. Jan Bucquoy, ein anarchistischer Filmemacher, machte sich daraufhin mit seiner Kamera nach Vilvoorde auf, um die Arbeiter_innen zu besuchen. Er begleitet sie während ihres Kampfes, filmt ihre Demonstrationen, Treffen, interviewt Gewerkschaftsführer und Politiker. Langsam jedoch wird aus dem Dokumentarfilm ein Thriller: Jan Bucquoy beschließt, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen und entführt Louis Schweitzer um die Entlassenen zu rächen….

Dieser Film ist, obschon ein eher untypischer Dokumentarfilm, ein wichtiges Dokument über diesen Kampf, die Strategie der Gewerkschaft und deren Grenzen und  über den Versuch der Arbeiter_innen, über die Grenzen hinweg Kontakt zu anderen Renault Arbeiter_innen in Europa herzustellen. In Frankreich, Spanien und in Portugal wurden Solidaritätsaktionen und Arbeitsunterbrechungen organisiert, was diesen Streik zum ersten machte, der als “Euro-Streik” bezeichnet wurde.

Wir zeigen die ersten 16 Minuten des Films.

Eisenfresser

Quelle: labournet.tv (trailer! |  englisch/deutsch | 2011)  externer Link

Film über die Lage der Saisonarbeiter in den Schiffabwrackungswerften im Süden Bangladeshs.

“Die jährliche Hungersnot im Norden Bangladeschs zwingt die Bauern Kholil und Gadu, gemeinsam mit ihren Verwandten ihre Heimat zu verlassen. Als Saisonarbeiter heuern sie auf den Schiffsabwrackungswerften im Süden des Landes an. In den Werften, die die Strände von Chittagong säumen, zerlegen sie von Hand Abfälle der westlichen Welt: Tanker und riesige Containerschiffe.
Regisseur Shaheen Dill-Riaz wird Zeuge eines Systems von Ausbeutung, dem nur die wenigsten Arbeiter entkommen können: Die Saisonarbeiter aus dem Norden erledigen nicht nur die gefährlichsten Arbeiten auf der Werft, sondern geraten dabei auch in eine ausweglose Schuldenfalle.”

Quelle: ITF News Online vom 14.10.2011 externer Link

Die ITF und ihr europäischer Arm, die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF), haben die gewerkschaftsfeindlichen Maßnahmen gegenüber Bahnbeschäftigten in Bosnien und Herzegowina aufs Schärfste verurteilt. (weiterlesen »)

The Devil’s Miner

Quelle: labournet.tv (trailer! |  spanisch/englisch | 84 min | 2004) externer Link

“Basilio Vargas (14) und sein Bruder Bernardino (12) kennen ihr Metier: Sie sind Mineros, Bergarbeiter. Ihr Arbeitsplatz sind die 450 Jahre alten Stollen des Cerro Rico, des “Reichen Berges” oberhalb von Potosí in 4300 Meter Höhe. Dort, wo es einmal die größten Silbererzvorräte der Welt gab, arbeiten Basilio und Bernardino unter Tage als Lastenschlepper, Schubkarrenfahrer und Sprengloch-Meisler, so wie es schon ihr Vater tun musste, der mit 35 an den Folgen einer Staublunge starb.”(aus der Filmbeschreibung)

Hintergrund: In Potosí wird seit dem 16. Jahrhundert Bergbau betrieben. Damals wurde Silber in unfassbaren Mengen für die spanischen Kolonialherren geschürft. Heute ist der bolivianische Ort ein “Muss” bei Touristen, die den gefährlichen Alltag der Mineros als touristisches Erlebnis konsumieren.

Biosprit statt Nahrung im Omo-Tal

Quelle: Artikel von Alexandra Endres in Die Zeit online vom 29.7.2011 externer Link

Äthiopien verpachtet urbares Land an Agrokonzerne und baut einen Staudamm. Menschenrechtler warnen: Die Regierung bringe die Bevölkerung in Lebensgefahr.  Weiter aus dem Text: „(…) Survival International zufolge nimmt die äthiopische Regierung den Menschen das Land und verpachtet es an ausländische Konzerne, um Lebensmittel für den Export zu produzieren. Die staatliche Firma Kuraz Sugar Project baue auf einer Fläche von 150.000 Hektar an. Das italienische Unternehmen Fri-El Green produziere auf 30.000 Hektar Palmöl für Biosprit. Weitere große Flächen seien an malaysische und koreanische Unternehmen verpachtet worden…“

Mehr als eine Meuterei…

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Blaise Compaoré und dem gestürzten tunesischen Diktator Zine el-Abidine Ben Ali? Die Antwort könnte lauten: gut drei Wochen. Denn Compaoré war seit 22 Tagen an der Macht, als der damalige Innenminister Tunesiens, Ben Ali, den bisherigen Präsidenten Habib Bourguiba im November 1987 durch dessen Ärzte für amtsunfähig erklären lie?, weshalb Beobachter auch von einem „medizinischen Staatsstreich“ sprachen. Unelegant war dagegen die Methode von Compaoré. Denn er brachte seinen Amtsvorgänger, den revolutionär orientierten Präsidenten Thomas Sankara, zusammen mit anderen Offizieren eigenhändig um” – aus “Alle heissen Zongo”  von Bernard Schmid vom 08. Juni 2011, auch ein Beitrag, der verdeutlicht, dass der “arabische Frühling” auch im südlicheren Afrika sein Echo findet…

Quelle:  Artikel von Christian Selz, Port Elizabeth, in der jungen Welt vom 03.06.2011 externer Link

„Botsuana steht still. In dem Binnenstaat im südlichen Afrika, über dessen Gebiet sich fast vollständig die harsche Kalahari-Wüste erstreckt, sind die Schulen geschlossen, die meisten Krankenhäuser kaum noch funktionstüchtig. Das nur zwei Millionen Einwohner zählende Land erlebt seit nunmehr sieben Wochen den längsten und umfassendsten Streik seiner Geschichte. 90 000 Angestellte des öffentlichen Dienstes – und damit mehr als 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung – kämpfen für Lohnerhöhungen. Zunehmend richtet sich der Streik auch gegen die unerbittlich gewerkschaftsfeindliche Linie des Präsidenten Ian Khama. Der sieht die Gewerkschaften nicht als Gesprächspartner und will seine Landsleute mit harter Hand zurück in die Schulen und Krankenhäuser zwingen – eine Einigung rückt damit jedoch in noch weitere Ferne...“

Eskalierende Demonstration in Albanien

Quelle: Artikel von Julia Masetovic auf www.sozialismus.net vom 22.01.2011 externer Link

Drei Tote und mehrere Dutzend Verletzte sind die vorläufige Bilanz einer Demonstration, die am Freitag, 21.1.2011, in Tirana, der Hauptstadt Albaniens, außer Kontrolle geraten war.

Quelle: labournet.tv (por | 23 min | 2010)

Viva Vida wurde im Jahr 2002 von t.i.e. gegründet, einem weltweiten Netzwerk von Basisgewerkschaftern. Viva Vida besteht aus verschiedenen brasilianischen Gewerkschaften. Eines der wichtigsten Themen von Viva Vida ist das der Gesundheit am Arbeitsplatz. Mittlerweile wird das Konzept in vielen Ländern genutzt (Brasilien, Mosambik, Nigeria, Südafrika, Deutschland). Die jeweiligen Ergebnisse und Erfahrungen werden miteinander ausgetauscht.

Nur kurz nach der Katastrophe auf Haiti ein noch heftigeres Erdbeben in Südchile. Aber: Weniger Slums bedeuten weniger Todesopfer. Und: Es gibt mehr Kanäle, über die die Ereignisse jenseits der kommerziellen Berichterstattung in der Welt bekannt gemacht werden können. Während letztere programmgemäß Plünderungen als Hauptthema behandeln, geht es in unserer aktuellen Materialsammlung “Selbstorganisation hilft” vom 04. März 2010 um eben diese Erfahrung.

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