Faschismus und Rassismus

Antirassimusdemo in AthenDa hätte er sich aber gefreut, der Hermann Göring: Die klauen, wie er geklaut hat. Während der Verband der Taschendiebe und Schläger, der sich selbst Goldene Mörgenröte nennt, versucht, sich im griechischen Fernsehen mit Parteihemden als Hilfsorganisation für Brandopfer darstellen zu lassen, sind seine Aktivisten in Wirklichkeit auf Raubzug durch die leeren Häuser. Zu mindestens drei von ihnen wurden jetzt dabei erwischt. In dem Artikel „The far-right tried to sow hatred in the wake of the Greek wildfires – here’s how they failed“ von Manos Moschopoulos am 31. Juli 2018 beim Independent externer Link wird die versuchte offizielle Positionierung der Gang als Ersatz für den versagenden Staat mit diesen Festnahmen in Kontrast gestellt – und stattdessen hervor gehoben, wer wirklich geholfen hat und hilft, neben den Feuerwehren unter anderem auch zahlreiche Geflüchtete aus der Region als Blutspender, oder ausländische Schiffe, die vor dem Feuer Flüchtende aufnahmen. Siehe zu den Bränden zuletzt: Die tödlichen Feuer in Griechenland, ihre „Verarbeitung“ in den Medien, die das Kaputtsparen der Feuerwehr massiv unterstützt haben – und der Stacheldraht an Privatstränden

goldene morgenroeteDer Herr Boutaris, Bürgermeister der zweitgrößten Stadt Griechenlands, hat seinen eigenen Stil, der keineswegs besonders progressiv ist: Das Tourismus-Geschäft mit der Türkei trotz aller Spannungen vorantreiben (schließlich ist das der Geburtsort von Kemal Pascha, das lässt sich bei nationalistischen Türken vermarkten) und Fragen, wie die von Rechten im Zusammenspiel mit Konservativen hochgespielte Mazedonien-Frage für „scheißegal“ zu halten. Was ihm entsprechende Kritiken vom nationalen Lager eintrug, dessen radikaler Flügel nun – wie immer, mit großem Maul und feige, mit Vielen gegen Einen – zugeschlagen hat, der Mann musste ins Krankenhaus zur Behandlung. Wie schon beim ersten großen Aufmarsch der griechischen Nationalisten wegen ihres Mazedonien-Wahns – als es etwa Brandattacken auf ein soziales Zentrum gab – distanzieren sich nun die „großen Vereinigungen“ von dem faschistischen Akt, von den Geistern, die sie bewusst riefen. Und während also das offizielle Griechenland seine Empörung beteuerte, gab es in den asozialen Netzwerken eine Welle von Hasspropaganda, die Gewalt gegen Andersdenkende bejubelte. Siehe zum faschistischen Überfall und den Reaktionen fünf aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

goldene morgenroeteAm 21. Januar versammelten sich in Thessaloníki nach Angaben der Polizei etwa 90.000 Menschen, um gegen den Bestandteil „Mazedonien“ im Namen des Nachbarlandes zu protestieren. Das Bündnis der Organisatoren reichte vom griechisch-orthodoxen Klerus über die im Parlament vertretene Zentrumsunion, den rechten Flügel der größten Oppositionspartei Néa Dimokratía (ND), Generäle der Armee, nationalistische und rechtsextreme Organisationen bis zur neonazistischen Partei Chrysí Avgí. Es war die größte Demonstration in Thessaloníki seit 1992, als zum gleichen Thema fast eine Million Menschen in einem wahrhaft nationalistischen Delirium die Stadt überschwemmt hatten. Thessaloníki steht im Namensstreit an exponierter Stelle, weil es die Hauptstadt der Region Makedonía ist, die große Teile Nordgriechenlands umfasst. Dabei ist die Geburtsstadt Kemal Atatürks erst seit relativ kurzer Zeit griechisch geprägt. Während der Balkankriege 1912-1914 gegen das Osmanische Reich kam es nicht nur in der Region Makedonía zu brutalen ethnischen Säuberungen. Auch Thessaloníki, das damalige „Jerusalem des Balkans“ wurde erst 1912 von den griechischen Truppen „befreit“, die nur wenige Stunden vor der bulgarischen Armee in die Stadt einmarschierten. Außer Roma, bulgarischen, slawischen und albanischen Minderheiten, lebten zu dieser Zeit ca. 60.000 Türk*innen, 60.000 sephardische Juden und Jüdinnen und 30.000 Griech*innen in der Stadt. Mit dem Vertrag von Lausanne 1923, der den Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei regelte, mussten alle Türk*innen die Stadt verlassen. Weit über 100.000 aus der Türkei vertriebene Griech*innen siedelten sich an. Die jüdische Bevölkerung wurde 1942/43 von den deutschen Besatzern nach Ausschwitz deportiert und dort ermordet. Nur 4 % der Juden und Jüdinnen Thessaloníkis überlebte den Holocaust. Erst so wurde aus einer über viele Jahrhunderte multiethischen Stadt das heute bekannte, griechische Thessaloníki…“ – aus dem Beitrag „Neue Querfront in Griechenland“ von Ralf Dreis am 17. April 2018 im Linksnet externer Link dokumentiert (ursprünglich in Graswurzelrevolution Ausgabe April 2018) über den Aufschwung der Rechten in Griechenland, wozu auch diese kurze historische Skizze gehört. Siehe dazu auch den Verweis auf unseren Beitrag zur ersten großen nationalistischen Demonstration in Griechenland (weitere folgten): (weiterlesen »)

goldene morgenroeteDie Gruppe Combat 18 Hellas ist Teil eines internationalen Verbunds Gleichgesinnter. Die Zahl 18 steht als Symbol für die Initialen des Idols der Mitglieder, Adolf Hitler. Die Festgenommenen werden mit einem vor wenigen Tagen, am 25. Februar erfolgten Anschlag auf das linke Kulturzentrum “Favela” in Piräus in Verbindung gebracht. Dabei wurden fünf von sechs dort befindlichen Personen teilweise schwer verletzt. Interessant ist, dass die Verletzten angaben, die Gruppe hätte “Blut, Ehre, Goldene Morgenröte” skandiert. Die ebenfalls dem rechtsradikalen Lager zugeordnete, im Parlament vertretene Goldene Morgenröte dementierte jedoch noch am Abend des Überfalls der “Favela” über ihren Vorsitzenden, den Generalsekretär und Gründer Nikolaos Michaloliakos jegliche Beteiligung. (…) Eines der Opfer der Attacke auf die “Favela” war eine Rechtsanwältin der Nebenklage im Prozess, Eleftheria Tobatzoglou. Sie war Monate zuvor vor dem Gerichtsgebäude des Berufungsgerichts, an der dortigen Haltestelle im Bus von Anhängern der Goldenen Morgenröte tätlich angegriffen und verletzt worden. In sozialen Netzwerken wurde eine gewisse Affinität von Anhängern der Goldenen Morgenröte zu den öffentlich aus ihrer Gesinnung keinen Hehl machenden Fans von Combat 18 beobachtet worden. (…) Außer Vandalismus jüdischer Gräber hatten sie zudem das Denkmal des im September 2013 von Anhängern der Goldenen Morgenröte umgebrachten Rappers Pavlos Fyssas verwüstet und sich auch dazu bekannt. Der Mord an Fyssas war der Stein des Anstoßes, welcher die griechische Justiz zum bis heute andauernden Prozess gegen die Parlamentspartei wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung”, Mord, fremdenfeindlichen Anschlägen und weiteren Vergehen bewegte“ – aus dem Beitrag „Rechtsradikalismus in Griechenland“ von Wassilis Aswestopoulos am 08. März 2018 bei telepolis externer Link, worin ein aktueller Überblick über das Wirken rechtsradikaler Kräfte in Griechenland gegeben wird. Siehe dazu auch den Verweis auf unseren bisher letzten Beitrag zum Thema Aufschwung des Faschismus im Zuge nationalistischer Mobilisierung (weiterlesen »)

Griechische Faschisten im Februar 2018Im Februar hatten rechtsextreme und faschistische Kräfte in Griechenland massive Proteste organisiert, um die Namensgebung „Mazedonien“ für ihren nördlichen Nachbarstaat zu verhindern. Aufgrund des langjährigen Namensstreits zwischen Griechenland und Mazedonien trägt das kleine Land noch immer offiziell den Titel „Former Yugoslav Republic of Macedonia“ (FYROM, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien). Angaben der Polizei zufolge nahmen 140.000 Menschen an einer Demonstration am 4. Februar teil, die auf dem Athener Syntagma-Platz stattfand. Andere Quellen schätzen die Zahl sogar auf bis zu 500.000. Die Kundgebung wurde von der griechisch-orthodoxen Kirche offiziell unterstützt. Führende Mitglieder des Klerus traten auch als Redner auf. Ebenfalls anwesend waren große Teile der Neonazi-Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte). Bereits zwei Wochen zuvor fanden ähnliche Proteste in Thessaloniki statt, der zweitgrößten Stadt Griechenlands und Hauptstadt der Region Makedonien im Norden des Landes. Zu den Organisatoren beider Demonstrationen gehörte neben Teilen des Militärs auch die Pan Macedonia Association (PMA) mit Sitz in den USA und Sektionen in mehreren Ländern, die in der griechischen Diaspora aktiv sind. Die PMA ist eine rechtsextreme Organisation, die der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 nahe stand“  – so beginnt der Beitrag „Die griechische extreme Rechte mit Syriza gegen Mazedonien“ von John Vassilopoulos am 26. Februar 2018 bei den Maulwürfen externer Link in deutscher Übersetzung. Siehe dazu auch einen Beitrag über erneute faschistische Angriffe auf soziale Zentren in Piräus und Athen und einen Beitrag über die Auswirkungen des „politischen Klimas“ auf die Lage der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln: (weiterlesen »)

Der Brandanschlag der faschisten während der Nationalistendemo in Thessaloniki am 21.1.2018Was die mazedonische Regierung tut – etwa aktuell weniger auf den pochen, den sie den großen Alexander nennen – ist für die Mobilisierung der griechischen Nationalisten völlig unerheblich: Ihnen geht es darum, die griechische Regierung zu treffen, als Verbrecher an der Nation sozusagen. Nicht solchen politischen Dramen, wie dem Kniefall Syrizas vor Berlin und Brüssel gelten ihre Aktionen, sondern vor allem dem Gedanken an eine Nation, die es ihrer Ideologie zufolge schon Tausende von Jahren gibt – und dafür zu mobilisieren, richtet sich selbstverständlich gegen die Koalitionsregierung, deren rechter Bestandteil zahlreiche Verbindungen zu dieser Bewegung hat. Und da beim großen Aufmarsch von Thessaloniki vor einigen Tagen eben auch ein soziales Zentrum in Flammen aufging (wir berichteten), hatten sich diverse politische Formationen und Gruppen im Vorfeld der erneuten Demonstration in Athen darauf vorbereitet, ähnliche Einrichtungen in der Hauptstadt zu verteidigen. Erfolgreich zu verteidigen, wie sich im Verlauf des ganzen Tages deutlich gezeigt hat – aber eben auch notwendigerweise verteidigen gegen eine rechte Bewegung, die auch in Griechenland nunmehr Massencharakter annimmt. Siehe zwei aktuelle Beiträge zur Demonstration in Athen, sowie zwei Beiträge zum Widerstand gegen die nationalistische Massenmobilisierung – und den Hinweis auf unseren Beitrag zur vorherigen Demonstration in Thessaloniki und dem Brandanschlag: (weiterlesen »)

Der Brandanschlag der faschisten während der Nationalistendemo in Thessaloniki am 21.1.2018Eben darum geht es: Die meisten Griechen wollen nicht, dass der Nachbarstaat seinen in der Verfassung verankerten Namen „Republik Mazedonien“ behält. Griechenland beansprucht den Namen für sich als Teil seines historischen Erbes und befürchtet außerdem Gebietsansprüche auf seine gleichnamige Provinz im Norden. Auch auf der Kundgebung am Sonntag wurden diese Argumente mit Pathos vorgetragen. „Demonstriert, meine Brüder“, erklärte der erzkonservative Bischof von Thessaloniki. Tausende Menschen waren mit Bussen angereist, mit Plakaten und Sprechröhren protestierten sie gegen einen „Verrat“ im Namensstreit. Historiker und Journalisten waren die Hauptredner, Politiker ergriffen nicht das Wort. Aber sie waren dabei – allen voran die rechtsextremen Abgeordneten der Goldenen Morgenröte. „Ich verstehe nicht, warum ausgerechnet jetzt eine Chance auf Annäherung zwischen Athen und Skopje bestehen soll“, protestierte der konservative Oppositionsabgeordnete Kostas Gioulekas im Radiosender Skai. Gemeint ist die aktuelle Verhandlungsrunde über den Namen „Mazedonien“, die UN-Vermittler Matthew Nimetz vergangene Woche eingeleitet hatte. Am Rande der Kundgebung kam es vereinzelt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Bis Sonntagabend war unklar, inwiefern auch Rechtsextreme daran beteiligt waren. Twitter-Meldungen zufolge soll ein seit neun Jahren von Autonomen besetztes Gebäude verbrannt worden sein. Antifa-Aktivisten werfen den Rechten vor, im Haus Brandsätze gelegt zu haben“ – aus dem Beitrag „Ein Kompromiss gilt als Verrat“ von Jannis Papadimitriou am 21. Januar 2018 in der taz externer Link, worin der Brandstifter-Höhepunkt der nationalistischen Orgie bereits angedeutet wird. Siehe dazu auch einen Beitrag über den Brandanschlag auf das besetzte Libertatia Kulturzentrum und eine Stellungnahme dazu: (weiterlesen »)

Uni Athen PolizeiangriffNach 48 Tagen haben die politischen Gefangenen im Hungerstreik diesen beendet – weil sie eine ganze Reihe von Zusagen bekamen, die ihre Forderungen erfüllen: Etwa Veränderung des “Maskierten-Gesetzes” oder der Sondergefängnisse und einiges andere mehr, was in der BRD kaum denkbar wäre, wo ja nur PolizistInnen maskiert (behelmt) sein dürfen. Die Meldung “Network of Imprisoned Fighters end their 48 day hunger strike after Greek parliament agree to significant portion of the demands” am 20. April 2015 bei linksunten indymedia externer Link dokumentiert die Zusagen noch ausführlicher. Siehe auch den Beitrag zur Räumung der Universität (weiterlesen »)

Soliprotest mit Hungerstreik in AthenDer Hungerstreik der politischen Gefangenen in Griechenland geht weiter, auch wenn die ersten Erfolge erreicht wurden und die ersten Streikenden aufgeben mussten. Die Erklärung “Greek prisons: Words from 8 hunger strikers of the Network of Imprisoned Fighters (DAK)” vom 11. April 2015 hier bei Contrainfo externer Link unterstreicht die Solidarität auch mit jenen, die abbrechen mussten. Siehe dazu auch weitere aktuelle Berichte und Informationen (weiterlesen »)

Proteste fordern Wahlversprechen Syrizas ein: Sonderknäste abschaffen!Die Berichterstattung über die Proteste in Athen in der Nacht zum Mittwoch 8. April waren einmal mehr in den BRD-Medien ganz besonders charakteristisch – im Titel musste sein: Randale, Krawalle, Anarchie. Höchstens en passant im Text etwas zu den Gründen der Demonstration – und der Auseinandersetzungen mit der Polizei. “Autonome wüten im Zentrum von Athen” titelt die Redaktion des Tagesspiegels in der Nacht des 07. April 2015 externer LinkDie Autonomen hatten zuvor vor dem Parlament Griechenlands lautstark die Schließung von Hochsicherheitsgefängnissen gefordert. Zudem verlangten sie die Freilassung aus Gesundheitsgründen eines zu mehrfacher lebenslänglicher Haftstrafe verurteilten Terroristen” ist darin die Passage, die entfernt an eine inhaltliche Berichterstattung erinnert. Siehe dazu weitere Berichte: (weiterlesen »)

Solidemo vor Gefängnis in AthenGleich zwei Hungerstreiks finden gegenwärtig in Griechenland statt: Zum einen vom Netzwerk inhaftierter politischer Gefangener und zum anderen in einem MigrantInnen-Lager. “Zum laufenden Hungerstreik der Migranten im Lager von Paranesti in Griechenland” von autonomen Balkan-Informbüro am 04. April 2015 bei linksunten indymedia externer Link wird so vorgestellt: “Am 23. März sind 23 im Lager von Paranesti bei Drama in Nordgriechenland eingesperrte Migranten in den Hungerstreik eingetreten. Ihre Forderungen lauten: Schließung des Lagers von Paranesti, Freilassung und Papiere. Der Hungerstreik dauert bis heute (Stand: 04.04.2015) an und ist damit der bisher längste Hungerstreik von Migrant_innen in einem der griechischen Lager. Im folgenden Text berichten wir vom Hungerstreik, geben den Kontext und rufen zu Solidaritätsaktionen auf“. Zum Hungerstreik der politischen Gefangenen siehe die kleine Materialsammlung: (weiterlesen »)

antirassimusdemo_athenEinen Reisebericht der besonderen Art hat der Autor verfasst – über die Athener Demonstration am Anti-Rassismustag worin er sehr ausführlich schildert, wie vielschichtig und vielfältig die Teilnahme an dieser Demonstration war – in einem Athen, das er schon seit Jahren nicht mehr “so schwarz” gesehen habe, wie an diesem Tag. Der Artikel ” In Athens thousands joined the Greek leg of the international day of action against racism and fascism” von Kevin Ovenden am 22. März 2015 bei counterfire externer Link ist aber vor allem auch ein Dokument über die ausgesprochen massive Beteiligung unterschiedlichster migrantischer Gruppierungen an der Aktion

syrizaradio besetztAm 2. März forderten die Gefangenen, deren gemeinsamer politischer Kontext der Forderungen den Hungerstreik auslöste, die Abschaffung des 2001/2004 Antiterrorismus Gesetzes, der Artikel 187 und 187A des Strafgesetzbuchs, des ‚Vermummungsgesetzes‘, des gesetzlichen Rahmens für die Typ-C Gefängnisse und der Strafverfolgungsbestimmung der zwangsmäßigen Abnahme von DNA Proben. Weiterhin verlangen sie die Freilassung des verurteilten 17N Mitglieds Savvas Xiros aufgrund von gesundheitlichen Problemen. Jene, die ihre Mitgliedschaft in der kollektiven Mobilisierung bekannt gaben, waren Kostas Gournas und Dimitris Koufontinas in einer gemeinsamen Stellungnahme, Nikos Maziotis (Typ-C Gefängnis Domokos), und fünf Gefährten aus dem DAK (Netzwerk für Gefangene Kämpfer), namentlich Antonis Stamboulos (Larissa Knast), Tasos Theofilou (Domokos Knast), Fivos Harisis, Argyris Ntalios und Giorgos Karagiannidis (Koridallos Knast). Der Rest der Beteiligten von DAK wird sich dem Hungerstreik später anschließen. Am 2. März trat Mohamed-Said Elchibah ebenfalls in den Hungerstreik in dem Typ-C Gefängnis von Domokos. Einen Tag später erklärten zwei Häftlinge im Frauenabschnitt des Neapoli Männergefängnisses in Lasithi, Kreta, ihre Enthaltung vom Gefängnisessen in Solidarität mit den sich im Hungerstreik befindenden politischen Gefangenen” aus dem Bericht “Hungerstreiks in den griechischen Gefängnissen – Eine kurze Chronik der letzten paar Tage” von Contrainfo, hier am 22. März 2015 dokumentiert bei linksunten indymedia externer Link mit einem Gesamtüberblick über die Aktivitäten der letzten Tage. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Nikos Romanos im Hungerstreik im Athener GefängnisEr ist einer von denen, die aus erster Hand erfahren haben, was „Gesetz und Ordnung“ wirklich bedeuten, als er den Mord an seinem Freund Alexandros Grigoropoulos durch die Hunde des Staates Korkoneas und Saraliotis mit ansah… Genosse Romanos ist nicht einer von denen, die das Zuhause und Eigentum der Menschen beschlagnahmen, so wie es die Bank tut, die er enteignete, die Aktion, für die er verurteilt worden ist. Er ist nicht derjenige, der die Gesetze machte, die von den sittenstrengen Politikern erlassen werden, den Vätern der Nation, welche das Volk und die Arbeiter berauben und ermorden, um die Reichen noch reicher zu machen. Er stahl nicht das Gehalt oder die Rente irgendeines armen Brotverdieners, so wie es die Multinationalen, Banker und mächtigen Geschäftsleute sowie ihre Diener, die Regierungen und Parlamentarier tun, welche durch das Gesetz die Erlaubnis dazu haben. Er ist nicht der, welcher die Gesetze machte, die den Armen den Bissen Essen aus dem Mund nehmen, die Gesetze, die Tausende von Menschen ermorden, indem sie sie in den Selbstmord treiben, die Gesetze, die Menschen dazu zwingen, sich aus Müllcontainern zu ernähren und auf der Straße zu schlafen. Genosse Romanos ist einer derjenigen, die sich den Schlägen mit Würde entgegenstellen, all den Schlägen, die durch die Knechte des Staates und der Reichen verübt werden – Sklaven, denen 700 Euro jeden Monat gezahlt werden, damit sie ihren erbärmlichen Job tun“ – aus Griechische Gefängnisse: Worte von Nikos Maziotis in Solidarität mit dem Hungerstreikenden Nikos Romanos am 30. November 2014 im Political Prisoners Net externer Link am 20. Tag des Hungerstreiks. Siehe dazu auch weitere aktuelle Berichte und Aufrufe:

  • Nikos Romanos beendet Hungerstreik: Eine Aktion, die einiges verändert hat…
    Nachdem seine Forderung, Studienzugang zu erhalten erfüllt worden war, beendet Nikos Romanos seinen Hungerstreik. „Nikos Romanos hat mit seinem Kampf gezeigt, dass es moeglich ist zu siegen. Die Weltweite Solidaritaet und vor allem die ausserparlamentarische Opposition hier von AnarchistInnen, unabhaengigen KommunistInnen, Autonomen und Nachbarschaftsversammlungen haben gemeinsam mit Nikos Romanos den Druck auf die grischische Regierung machen koennen, den sie in dieser Situation der weiteren Troika-Massnahmen und den anstehenden Praesidentschaftswahlen nicht aushalten konnten. Jetzt schon ist klar: hier geht der Kampf weiter, bis die Regierung stuerzt“ – aus dem Bericht Athen/Griechenland: Nikos Romanos beendet Hungerstreik – der Kampf fuer ein Leben ohne Unterdrueckung geht weiter am 10. Dezember 2014 bei linksunten indymedia, worin auch noch ein Überblick über Solidaritätsaktionen in Gefängnissen gegeben wird (weiterlesen »)

Bei der universitären Ausbildung von zivilen Studenten sind faschistische Tendenzen somit noch nicht mehrheitsfähig. Für die Ausbildung der Hüter des Rechts gilt dies aber nicht. Professorin Anastassia Tsoukala von der Sorbonne gilt als international anerkannte Expertin für Fragen des Rechtsextremismus. Die Kriminologin wurde auch in Griechenland eingeladen, um Gastvorträge zu halten. Sie staunte nicht schlecht, als sie vor Kadetten der Offiziersakademie der griechischen Polizei referierte. Die wackere Professorin versuchte, den angehenden Führungspersönlichkeiten der Polizeiwachen zu vermitteln, dass sie ihren Job ohne Ansehen der Person und für alle Menschen gleich durchführen müssen. Zu ihrem Leidwesen widersprach ihr ein Offizierskadett aufs Heftigste. “Wir sind Faschisten, gibt es damit ein Problem?”, rief er in den Saal und erhielt Beifall von der absoluten Mehrzahl der anwesenden Personen“ – diese keineswegs auf Griechenland beschränkte Aussage ist in dem Artikel “Wir sind Faschisten, gibt es damit ein Problem? von Wassilis Aswestopoulos am 26. November 2014 bei telepolis externer Link zu finden, wo auch andere Fakten, die diese Tendenz verdeutlichen berichtet werden

Ganz besonders interessant im LabourNet Archiv (1997-2012)