Stahl-Industrie

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Thyssen-Krupp: Betriebsräte protestieren gegen Stahlfusion - Aktionstag am 31. August 2016 in DuisburgThyssen-Krupps Betriebsrat wehrt sich gegen eine mögliche Fusion mit Tata Steel: Der Zusammenschluss sei nicht notwendig – und zudem riskant. Der Konzernchef hatte sich zuvor für Fusionen ausgesprochen. (…) Für den 31. August hat die IG Metall die Beschäftigten zu einer Demonstration vor der Hauptverwaltung der Stahlsparte in Duisburg aufgerufen. In der Ruhrgebietsstadt tritt an diesem Tag der Aufsichtsrat von Steel Europe zusammen. Das Unternehmen beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter. Die Arbeitnehmervertreter befürchten im Fall einer Fusion einen Jobabbau und die Schließung von Standorten.” Reuters-Meldung vom 12.08.2016 beim Handelsblatt online externer Link. Siehe dazu weitere Informationen, Kritik und Aktionstage:

  • [Großdemonstration am 22.9.2017 in Bochum] thyssenkrupp vor der Zerschlagung? Jetzt geht es ums Ganze – der gesamte Konzernverbund steht auf dem Spiel! New (weiterlesen »)

 Ethischer Konsum Kampagne für Saubere Kleidung Supermarkt-Kampagne Öffentliche Beschaffung Kirchlicher Einkauf Rohstoff-Kampagne Protestaktionen & Appelle Aktuelle Online-Protestaktionen  Hier finden Sie alle laufenden Online-Protestaktionen und Petitionen der Christlichen Initiative Romero aus den unterschiedlichen Kampagnenbereichen im Überblick. Machen Sie mit und geben Sie Ihre Stimme für Gerechtigkeit! Verurteilungen im Fall Technotex verhindern!  Die Protestaktion ist abgelaufen! Die angeklagten Arbeiter*innen aus Tipitapa, die während eines friedlichen Protests für bessere Arbeitsbedingungen und gegen die Kündigung von zwei Gewerkschaftern gewaltsam verhaftet wurden, erhielten das vorgesehene Mindeststrafmaß. Dank des internationalen Protests konnte ausreichend Druck ausgeübt werden, die Gefängnisstrafen von 3,5 bzw. 7 Jahren zu verhindern.  Zehn der 12 Arbeiter*innen wurden zu einem Jahr Freiheitsentzug verurteilt, die anderen beiden zu zwei Jahren. Auch wenn die Verurteilung ungerecht bleibt und letztlich leider nicht vollends abgewendet werden konnte, ist es eine große Erleichterung, dass die Strafe im Hausarrest verübt werden soll. Jeden Monat müssen sie sich vor Gericht melden und dürfen das Land nicht verlassen. Mehr lesen ThyssenKrupp: Nicht aus der Verantwortung stehlen! Aktion von Christliche Initiative RomeroWährend die IG Metall um Arbeitsplätze kämpft angesicht einer Stahl-Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata und aktuell die Tarifrunde Stahl einläutet, spielen auf der Seite der Kritiker wichtigere Themen eine Rolle: Thyssenkrupp exportiert immer noch Kriegsschiffe und U-Boote in Krisen- und Konfliktgebiete, verletzt Menschenrechten durch Umsiedlungen und die Umwelt durch Stahlstaub-Gefahren… Der Dachverband der Kritischen Aktionäre beantragt daher die Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung am 27. Januar 2017. Siehe dazu Reden, Gegenanträge und weitere Proteste: (weiterlesen »)

uropean Steel Action Day - No Europe without Steel! “Ob Stahl sexy ist, darüber mag man streiten. Zumindest die IG Metall ist dieser Ansicht. Auf dem Stahlaktionstag in Brüssel wurden Schilder mit dieser Botschaft und dem Logo der Gewerkschaft gesichtet. Die eigentliche Botschaft lautete jedoch: Deutscher und europäischer Stahl ist sexy, chinesischer nicht. Denn dieser werde subventioniert und zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt exportiert. Wo er hiesige Stahlerzeuger in die Knie zwingt. Das sieht auch die EU-Kommission so. Sie stellte am Mittwoch neue Pläne vor, wie man gegen die »Schlitzaugen« (Oettinger) Strafzölle verhängen kann. (…) Der Fall ist ein Musterbeispiel der Doppelmoral, mit der die EU Politik macht. Wenn europäische Konzerne nieder konkurriert werden, spricht man von Dumping und unfairem Wettbewerb. Wenn man Produzenten in anderen Staaten mit Exportsubventionen aus den Markt drängt, lobt man die Wettbewerbsfähigkeit…” Kommentar von Guido Speckmann bei neues Deutschland vom 10. November 2016 externer Link. Guido Speckmann spricht uns von der Seele. Weil wir aber immer für autonome Meinungsbildung sind, siehe auch die Berichterstattung der IG Metall zum Aktionstag und Hintergründe: (weiterlesen »)

Stahlindustrie China - aber 1958Die verschiedensten nationalen Einheitsfronten von Unternehmerverbänden und Gewerkschaften werden in vielen Ländern der Welt gegen „die chinesische Stahlindustrie“ geschmiedet, um zu verhindern, dass die Wirtschaft der VR China am Jahresende als Marktwirtschaft beurteilt wird und demzufolge ohne Einschränkungen konkurrieren kann. Die Versechsfachung der Produktion seit der Jahrtausendwende ist sozusagen der Hammer (und die Sichel) dieses Gespenstes. In dem Beitrag „Reconstructing China’s steel industry“ am 18. August 2016 beim East Asia Forum externer Link wird ein ganz anderer Ton angeschlagen, als in den Horrorszenarien europäischer Spekulationen. Die Autoren Haimin Liu (China Steel Industry Development Research Institute) und Ligang Song von der australischen Nationaluniversität gehen schlicht davon aus, dass in China eine Marktwirtschaft besteht – der Rest, vor allem eben die staatlichen Stahlunternehmen, sind Überbleibsel, deren Beseitigung (sprich: Schließung oder Privatisierung) Vorbedingung einer Marktanpassung der Stahlindustrie sei. Demzufolge loben sie auch die verschiedenen Schritte, die die chinesische Regierung unternommen hat, die Stahlerzeugung zu reduzieren. Ach, ja: Die Belegschaften dieser Werke sind für die Autoren genau so interessant, wie für die europäischen Konkurrenten und ihre Hausgewerkschaften: Gar nicht.

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“Bei der zur Risch-Gruppe gehörenden IHG Industrie-Service in Duisburg arbeiten ca. 140 Kollegen sowie je nach Arbeitsanfall 30 bis 60 Leiharbeitskräfte, die hauptsächlich mit stahlwerksnahen Dienstleistungen bei Thyssen beschäftigt werden. In den vergangen Jahren wurden für die IHG aufgrund einer drohenden wirtschaftlichen Schieflage bereits mehrfach Sanierungstarifverträge abgeschlossen, die mit deutlichen finanziellen Einbußen für die Mitarbeiter verbunden waren. Schon damals fühlten sich die Kollegen nicht ausreichend darüber informiert, ob ihre Firma tatsächlich vor derartigen wirtschaftlichen Probleme stünde, oder ob hier nicht einfach mit dem allgemeinen Hinweis auf die „Wirtschaftskrise“ versucht wurde, die Gewinne der Firma auf Kosten der Löhne für die Beschäftigten zu steigern…” Aus der Darstellung des Solidaritätskreis IHG (Kontakt: solidaritaetskreis-ihg@gmx.de). Siehe dazu neu am 18. Mai 2016 den Prozessbericht:

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[Fernseh-Doku] Wilde Streiks – Der heiße Herbst 1969Im September 1969 streikten plötzlich massenhaft deutsche Arbeiter, ohne Unterstützung der Gewerkschaft und zur Überraschung der Arbeitgeber. Die Angst ging um: Schließen sich jetzt die Stahlarbeiter und Kohlekumpel den revoltierenden Studenten an? Haben Kommunisten die Finger im Spiel? Die spontane Arbeitsniederlegung verbreitete sich die wie ein Buschbrand, und dahinter steckte keine Organisation, sondern weit verbreitete Unzufriedenheit. Die Gewerkschaften hatten in den vergangenen Jahren Lohnpolitische Zurückhaltung geübt und gleichzeitig boomte die Konjunktur. Die Streikenden Arbeiter wollten ihren Anteil an den Gewinnen der blühenden Wirtschaft. Die erschrockenen Arbeitgeber vereinbarten 1969 und in den folgenden Jahren ungewohnt hohe Lohnerhöhungen, um wieder Ruhe zu schaffen. Die APO wurde in ihrem Ziel bestärkt, die Arbeiter zum Aufstand zu bewegen. Doch die Welle der Streiks blieb ein einmaliges Ereignis.” Fernseh-Doku u.a. mit (stark zusammengestrichenen) Aussagen damaliger Klöckner-Kollegen… Sendedatum: Sonntag, den 1. Mai 2016 um 12:45 Uhr auf ZDFinfo. Siehe Infos, Videoclip und Bildergalerie bei der Produktionsforma docstation externer Link – unsere Empfehlung: Aufnehmen und nach der Demo (beim Aufwärmen) gucken! Oder in der ZDF-Mediathek externer Link

Beitrag von Erich Kassel vom April 2016

ArcelorMittalVon KollegInnen im Werk von ArcelorMittal (AMB) in Bremen wurde ich aufgefordert, et was zur heutigen Stahlkrise zu sagen – mit den Erfahrungen der ständigen Krisen der 70er Jahre bis heute im Warmbreitbandsektor der Stahlindustrie. Kurz gefasst ist festzustellen, dass es keine Kurzarbeit gibt und diese Aktionen zur Verbesserung der Profite und dem Abtrag der Bankschulden dienen. Bei AMB hatten die in Berlin Protestierenden am 11.4.16 keinen Lohnausfall, AMB sponserte das. Die Antworten der Betriebsräte und der IG-Metall auf die Stahlkrise sind Standortpolitik – sie lassen sich darauf ein und für die Kapitalinteressen einspannen. Bei AMB gab es ein Sparprogramm mit Verlust von Einkommen. Dazu dient das folgende ausführliche Schreiben. Ich schrieb das so auf, wie die Stahlkrise nach unserem Kenntnisstand  zu beurteilen war, es fehlen genaue Zahlen zur politischen Beurteilung. Wer besseres weiß sollte Korrekturen anbringen, es gibt für uns Informationsdefizite durch die IG-Metall und die Betriebsratsspitze bei AMB. (weiterlesen »)

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IG Metall-Aktionstag in der Stahlindustrie: Stahl ist Zukunft“Am Montag gehen Deutschlands Stahlarbeiter bundesweit auf die Straße. Sie fordern Hilfe im Kampf gegen Dumping-Konkurrenz und CO2-Auflagen. Die Branche erlebt ein Schicksalsjahr. Geht sie unter, würde der Industriestandort schweren Schaden nehmen (…) Die Stahlwerke in Deutschland gehören zu den umweltverträglichsten weltweit. (…)  Die deutsche Stahlindustrie ist in ihrer Existenz bedroht. Geht sie unter, verlieren 85 000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Der benötigte Stahl würde dann aus deutlich weniger effizienten Werken in China oder Russland importiert – zum Schaden der Umwelt und der deutschen Industrie…” Pressemitteilung der IG Metall vom 7. April 2016 externer Link – mit weiteren Informationen und einem Video mit dem bezeichnenden Titel “Stahl ist Zukunft – Warum Europas Stahl das Klima schützt”. Siehe dazu weitere Infos/Bewertungen und unseren Kommentar:

  • In der Standortfalle. Aktionstag in der Stahlindustrie. Kommentar von Wolfgang Pomrehn aus der jW Ausgabe vom 11.04.2016 – wir danken!
    Die IG Metall schickt am heutigen Montag die Stahlarbeiter auf die Straße. Die Angst vor dem Jobverlust geht um. Die Gewerkschaft hat den Klimaschutz und die böse Konkurrenz aus China als Gefahr ausgemacht. In Fernost gibt es enorme Überkapazitäten. Andernorts auch, wo genau, ist immer eine Frage der Perspektive. So funktioniert der Kapitalismus nun einmal. Erst boomt eine Branche und verspricht schöne Profite. Das lockt Nachahmer an und weckt Expansionslüste – bis schließlich so viele Hochöfen aufgestellt sind, dass Unternehmen sich gegenseitig die Preise verderben. Business as usual. Wer sich da vor den Karren der Konzernvorstände spannen lässt, hat schon verloren. Denn der Arbeitsplatzabbau kommt ohnehin: Von 1980 bis 2015 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Stahlindustrie um 70  Prozent reduziert, aber hergestellt wird dabei etwas mehr als vor 35 Jahren. Was früher zehn Arbeiter schafften, erledigen heute weniger als drei. (weiterlesen »)

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Guss-Zentrum Ostfriesland (GZO), Foto: IG Metall KüsteDie Kollegen der Enercon-Gießerei GZO haben im Frühjahr 2014 erstmals einen BR gewählt. Sofort nachdem das Unternehmen davon hörte, wurden Mitarbeiter drangsaliert, Mitarbeiterversammlungen einberufen, die Gewerkschaft diffamiert, Kollegen zur Kündigung gedrängt, Leiharbeiter entlassen, viele Kollegen versetzt, es hagelte Abmahnungen und und und. Auch nach der BR-Wahl kehrte keine Ruhe ein. Zwei Betriebsräte und 3 Nachrücker der Liste 1, gewerkschaftlich organisierte Kollegen, wurden erneut versetzt. Diesmal zum Brennschneiden vor die Halle. Das heißt: sie verrichten seit Februar 2015 isoliert von den anderen Kollegen qualitativ geringwertigere Arbeit, haben ihre Nachtschichtzulagen verloren und sollen so zum Aufgeben bewegt werden. Anderen Beschäftigten wird verboten, mit ihnen zu sprechen.Tatsächlich geben die Kollegen nicht auf. Aber: das ständige Bossing setzt ihnen nicht nur finanziell, sondern auch psychisch zu… Siehe im LabourNet auch unser Dossier zur – abgeschmetterten – Kündigung von Enercon-Betriebsrat Nils Böttger und hier zu GZO:

  • Betriebsrat-Mobbing bei Enercon-Tochter. GZO-Prozess: Kein Urteil aber große Solidarität
    Der Windkraft-Riese Enercon ist für seinen Umgang mit Gewerkschaften und Betriebsräten berüchtigt. Vor dem Arbeitsgericht Emden wehren sich nun fünf Metaller gegen ihre Zwangsversetzung. Dabei können sie auf Unterstützung aus der ganzen Region bauen. (…) Das Ergebnis des Gerichtstermins: Die fünf Metaller können auf Arbeitsplätze in der Werkhalle zurückkehren und müssen nicht mehr im Freien Stahl zerlegen. Außerdem sollen Betriebsrat und Arbeitsgeber eine Betriebsvereinbarung (BV) aushandeln, in der geregelt ist, wer bei GZO zu welchen Tätigkeiten eingesetzt wird. Anfang April soll es einen weiteren Gerichtstermin geben. Den eigentlichen Konflikt packte das Gericht vorerst nicht an: Im Kern geht es um die Frage, ob die Zwangsversetzung der fünf Metaller rechtens war – oder ob es sich dabei um eine reine Schikane gegen engagierte Betriebsräte handelt…” Bericht vom 29.01.2016 bei der IG Metall, darin auch ein Video der Solidaritätsaktion beim Gerichtstermin externer Link (weiterlesen »)

Zur Thyssenkrupp-Hauptversammlung am Freitag fordert ein Bündnis von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen den Konzern zu einem ernstzunehmenden Kurswechsel auf. Seit mehr als fünf Jahren betreibt Thyssenkrupp (TK) im brasilianischen Rio de Janeiro das Stahlwerk Thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico (TKCSA) mit einer behelfsmäßigen Genehmigung. (…) Thyssenkrupp steht auch als Zulieferer in der Kritik. »Zu Thyssenkrupps Sorgfaltspflichten gehört die vorherige Überprüfung der Abnehmer seiner Produkte«, so Igor Birindiba Batista vom Netzwerk Kooperation Brasilien (KoBra) aus Freiburg. (…) Auch beim Thema Rüstung handelt der Konzern weiter verantwortungslos...” Gemeinsame Pressemitteilung vom 28.1.2016 externer Link von Christliche Initiative Romero (CIR), Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (fdcl), Kooperation Brasilien (KoBra), Stop Mad Mining, urgewald: Siehe dazu: (weiterlesen »)

Stahl-Tarifrunde 2015 der IG MetallDie IG Metall fordert für die Beschäftigten der nordwest- und ostdeutschen Stahlbranche fünf Prozent mehr. Außerdem will die IG Metall die Tarifverträge zur Altersteilzeit fortführen und dass den Azubis Aufwendungen für die Berufsschule erstattet werden. Das hat der IG Metall-Vorstand beschlossen und folgte damit dem Votum der Tarifkommissionen. (…) Am 2. Oktober hatten sich die Tarifkommissionen für die Stahlindustrie in Nordwest- und Ostdeutschland einstimmig für die Forderungen ausgesprochen und dem IG Metall-Vorstand zum Beschluss empfohlen. Diesem Votum ist der Vorstand gefolgt und gab damit den Start frei für die Stahl-Tarifrunde 2015. Die nordwestdeutsche Stahlbranche beschäftigt etwa 75 000 Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen,  Niedersachsen und in Bremen. In der ostdeutschen Stahlindustrie arbeiten rund 8000 Beschäftigte. Die Tarifverträge für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen laufen Ende Oktober aus. Danach sollen die ersten Verhandlungen starten…” IG Metall-Meldung vom 07.10.2015 externer Link , siehe auch die Sonderseite zur Tarifrunde externer Link und hier dazu:

  • Nordwestdeutsche Stahlindustrie: Tarifabschluss in der dritten Runde
    Nach einer langen Verhandlungsnacht in Düsseldorf haben sich IG Metall und Arbeitgeber geeinigt. Die Stahl-Beschäftigten erhalten 2,3 Prozent mehr Geld ab Januar 2016. Außerdem gilt der Tarifvertrag zur Altersteilzeit weiter und die Azubis bekommen Fahrtkosten für die Berufsschule erstattet. Etwa elf Stunden hatten die IG Metall und der Arbeitgeberverband Stahl in der dritten Runde miteinander gerungen. Um 4 Uhr heute Morgen präsentierten sie dann ihr Verhandlungsergebnis. Das gilt für die rund 75 000 Stahl-Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in Bremen. Für November und Dezember 2015 bekommen die Stahlarbeitnehmer einmalig 200 Euro und die Auszubildenden 80 Euro. Ab Januar 2016 steigen Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 2,3 Prozent. Der neue Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 14 Monaten, endet also im Februar 2017…” IG Metall-Pressemitteilung vom 26.11.2015: Sichere Arbeitsplätze und faire Einkommen externer Link. Siehe auch die Meldung der IG Metall NRW vom 26.11.2015 externer Link: Einmalig 200 € plus 2,3 % mehr Lohn

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Zuviel Zeit für die Betriebsratsarbeit? Mit diesem Vorwand wurde Kornelia Hillburger das Gehalt gekürzt. Doch die Metallerin lässt sich das nicht gefallen. Sie wehrt sich – zusammen mit Kollegen und der IG Metall. Seit Januar lebt Kornelia Hillburger an der Schmerzgrenze, finanziell und psychisch. Ihr Gehalt wurde um rund 420 Euro im Monat gekürzt. “Ich habe rund 50 Euro im Monat zum Leben, nach Abzug aller Kosten. Ich lebe von meinem Ersparten, von der Unterstützung der IG Metall und von den Spenden von Kollegen” sagt sie. Kornelia Hillburger ist seit vielen Jahren Betriebsrätin bei DSD Ferrostaal Maintenance in Eisenhüttenstadt, wo sie in der Dokumentation arbeitet. Das Unternehmen gehört zur international agierenden DSD Steelgroup. Rund 100 Beschäftigte arbeiten in den Bereichen Zerspanung, Maschinenbau und Engineering. Seit 2014 ist Hillburger Betriebsratsvorsitzende. “Seither erlebe ich Druck und harten Gegenwind von der Geschäftsführung. Der Geschäftsführer zweifelt die von mir geleisteten Betriebsratsstunden an.”…” Meldung vom 31.07.2015 von und bei IG Metall externer Link (weiterlesen »)

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HSP“Mit 111-jähriger Erfahrung und renommiertem Namen wirbt die Hoesch Spundwand und Profil GmbH in Dortmund für ihre weltweit begehrten Stahlprofile. Doch beides kann das kurz HSP genannte Unternehmen, das als letzter namentlicher Überlebender alter Hoesch-Herrlichkeit gelten darf, wohl nicht mehr retten. Der Mutterkonzern Salzgitter AG will das Werk offenbar schließen. 343 Beschäftigte stehen vor dem Aus. (…) Am Montag waren bereits Betriebsräte und Werksleiter über das drohende Ende der auf ein Patent aus dem Jahr 1904 zurückgehenden Dortmunder Spundwandproduktion informiert worden. Gestern kam es auf einer außerordentlichen Belegschaftsversammlung zu hitzigen Debatten. Eine klare Ansage seitens der Geschäftsführung erhielten die Mitarbeiter indes nicht…” Artikel von Michaek Kohlstadt in der WAZ Online vom 03.06.2015 externer Link. Siehe dazu:

  • Selbständiger Streik gegen Stilllegungsbeschluss bei HSP
    Als Reaktion auf den Beschluss des Salzgitter-Vorstandes, HSP in Dortmund zu schließen, haben die Kollegen nach ihrer Rückfahrt von der Kundgebung am 16. Juni in Salzgitter die Arbeit nicht wieder aufgenommen und auch am Mittwoch haben Früh- und Mittagsschicht gestreikt. Ein Korrespondent berichtet: “Beide Schichten haben mit großer Mehrheit beschlossen, ab heute zunächst die Arbeit wieder aufzunehmen. Sie wollen allerdings ‘langsam arbeiten’ und jede Schicht zwei Stunden eine Versammlung machen. Der befristete selbständige Streik der HSP-Belegschaft ist der erste selbständige Streik seit langem…” Artikel der Rote Fahne News vom 18.06.2015 externer Link

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„Die IG Metall Baden-Württemberg geht mit einer Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld in die anstehende Entgelttarifrunde für die rund 10.000 Beschäftigten der Edelmetallindustrie. Des Weiteren stehen die Verbesserung der Altersteilzeitregelung und Ergänzungen des Tarifvertrags zur persönlichen beruflichen Weiterbildung auf der Tagesordnung. Der einstimmige Beschluss der Tarifkommission wurde vom Vorstand der IG Metall genehmigt…“ IG Metall Pressemitteilung vom 14.04.2015 externer Link

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Proteste gegen angedrohte Werkschließung bei Thyssen Krupp Presta EsslingenDie 150 KollegInnen des als Tochter GmbH geführten Entwicklungsstandortes Esslingen der Thyssen Krupp Presta AG protestieren seit dem Sommer 2014 gegen die drohende Schließung des Standorts und Verlagerung in die Konzernheimat Liechtenstein. Die TKP AG fertigt an den Produktionsstandorten Mülheim an der Ruhr und Schönebeck bei Magdeburg mit rund 1000 KollegInnen Lenksysteme für Automobilhersteller wie Daimler, BMW und VW. Mit länger andauernden Betriebsversammlungen, einem Warnstreik, Kundgebungen und kleineren Aktionen in der Öffentlichkeit wird seitdem mit Unterstützung der IG Metall versucht Druck auf das Liechtensteiner Management auszuüben. Dabei ist der Ansatz der Standortübergreiferden Solidarität spannend, Die KollegInnen besuchten den Produktionsstandort in Mühlheim a.d. Ruhr mit der Aufforderung, sich dem Protest anzuschließen, da die Konzernstrategie auch ein Angriff auf andere Standorte bedeuten würde. KollegInnen des französischen Werks TK Ascenseurs S.A.S. (Aufzugswerk des Konzerns in Angers) und veranstalteten mit den dortigen KollegInnen eine gemeinsame Konferenz und Kundgebung gegen Konzernpläne. Die Strategie der Betriebsräte und der IG Metall ist im Gegensatz zu dieser gegenseitigen Solidarität eine reine Standortsicherung. So wurde mit einem externen Institut zusammen ein eigenes Programm zur Kostenreduzierung am Standort aufgestellt und seitdem kritisiert, dass sich das Management nicht auf Gespräche zur Umsetzung einlässt. Das bringt die KollegInnen in die Position von Bittstellern auf betriebswirtschaftlicher Ebene und leitet die Interessenkollision zwischen Unternehmen und Beschäftigten in einen Streit über Kennzahlen und Standortpolitik über. Wir werden weiter berichten und wünschen den KollegInnen vor allem bei ihrem solidarischen Zusammenhalt viel Erfolg!  (eigener Bericht). Siehe dazu Infos auf der Solidaritätsseite der IG Metall Esslingen externer Link und hier:

  • Lohnsenkungen und Lohn in Euro sind verboten / Info für unsere Liechtensteiner Kollegen
    Kaum hat die Schweizer Nationalbank die Kursuntergrenze von 1.20 Fr. zum Euro aufgegeben, brennen bei gewissen Arbeitgebern die juristischen Sicherungen durch. Es geistern Ideen herum, für Grenzgänger Löhne zu senken oder in Euro zu zahlen. Einige Arbeitgeber wollen sogar allen Arbeitnehmenden neu die Löhne in Euro bezahlen. Die juristische Lage und die Rechtsprechung sind klar: All diese Maßnahmen sind verboten. Der Franken ist überbewertet. Der ungünstige Eurokurs schmälert in vielen Betrieben den Ertrag. Gewisse Firmen werden deshalb in nächster Zeit prüfen, wie sie mit Lohnsenkungen oder Lohnzahlungen in Euro ihre Produktionskosten drücken können, um so das Währungsrisiko auf ihre Mitarbeitenden abzuwälzen. Gewisse Arbeitgeber möchten den Grenzgängern den Franken-Lohn kürzen oder in Euro auszahlen. Andere möchten gar allen Arbeitnehmenden, auch den in der Schweiz wohnhaften, den Lohn neu in Euro ausbezahlen. In eine ähnliche Richtung geht der Vorschlag, die Löhne durch Anbindung an den Wechselkurs zu senken. Diese Massnahmen widersprechen allen einschlägigen arbeitsrechtlichen Prinzipien und der Rechtsprechung…“ Artikel von den ThyssenKrupp Presta Esslingen KollegInnen vom 15.02.2015 externer Link (weiterlesen »)