heute nach einer Woche erhaltet ihr wieder unseren Newsletter vor allem mit internationalen Themen. Bei allen Bemühungen haben wir natürlich noch nicht alles Wichtige seit letztem Mittwoch geschafft, es wird bis zum Freitag-Newsletter laufend aktualisiert…
Noch mehr Beträge als sonst haben es nicht in den Newsletter geschafft, es lohnt sich also, die Homepage zu scrollen oder in die interessierenden Rubriken zu schauen!
Und Mag erinnert an die Bitte, Anfragen und Zusendungen ggf. erneut zu schicken, zumal es ihr unterwegs auch noch gelungen ist, mit einem falschen Tastendruck auf dem Handy die Wiedervorlage komplett zu löschen (bitte keine Blondinenwitze!)…
Nun viel Spaß beim Lesen!
a) Uns wichtigste Veröffentlichungen seit dem letzten Newsletter:
Überlebensfragen der Gewerkschaften: Anregungen, Begegnungen, Erfahrungen mit und von Bodo
„… Immer wieder wies Bodo darauf hin, wie wichtig und notwendig eine Globalisierung der Gewerkschaften auch als Antwort auf die Globalisierung der Kapitalien ist. Bestandteil dieser Antworten müssen auch neue Arbeitskampfformen sein. Sinnvollerweise unter Einbeziehung und Partizipation von Teilen der Zivilgesellschaften. Die alte soziale Bewegung Gewerkschaft sollte sich zu einer Gewerkschaft als soziale Bewegung neu weiter entwickeln, „als Teil einer internationalen Gegenmacht und Regulierung im Interesse von Menschenwürde und guter Arbeit“, so Bodo 2004. Dem möchte ich hinzufügen: Das Treffen von haupt- und ehrenamtlichen Spitzenfunktionären in Tagungstempeln irgendwo in der ersten bis dritten Welt kann hilfreich sein für den Aufbau internationaler Solidarität, sie auch überhaupt erleichtern. Es ist allerdings noch nicht die im globalen Kapitalismus notwendige supranationale Solidarität. Auch hier gilt: Die Kraft kommt aus den Wurzeln und weniger aus den Wipfeln. Ausnahmen bestätigen diese Erfahrungen. (…) Für uns als gewerkschaftlich, auch als hauptamtlich Aktive war Bodo wichtig. Sein Interesse an den Problemen in den „Maschinenräumen“ der alten und neuen sozialen Bewegung Gewerkschaft und seine praktizierte Solidarität ob als Referent, als Unterstützer mit seiner Unterschrift und gelegentlichen Interventionen bei ehemaligen Studenten in den höheren Gewerkschaftsetagen ist nur schwer zu ersetzen. Und seine Kritiken waren gepaart mit Hoffnung. Und die war nicht nur materialistisch oder gar zynisch begründet wie „im Kapitalismus wird es Gewerkschaften geben müssen.“ Mir erschien er da eher als Anhänger von Ernst Bloch „man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern“. Das Gelingen konnte, besser sollte auch durch Probieren, sich Wehren, Kämpfen erreicht werden können…“ Aus dem Text des Redebeitrags von Anton Kobel bei der Trauerfeier für Bodo Zeuner am Freitag, 26.8.22 in Berlin unter dem Motto „Gewerkschaftliche Solidarität – Eines jener einfachen Dinge, die schwer zu machen sind“
Verweigern, Widerstehen, Organisieren. Ein Interview mit streikenden Amazon-Arbeitenden in der Türkei
„… Ab dem 8. August streikten die Kolleg*innen der DSG-Sen (einer unabhängigen Basisgewerkschaft; Twitter: https://twitter.com/DGDSEN) über eine Woche lang, hielten Streikposten vor dem Warenlager ab, organisierten sich im Lager und sammelten Unterschriften von mehr als 600 Arbeiter*innen. In erster Linie fordern sie Lohnerhöhungen, die es ihnen ermöglichen, mit der explodierenden Inflationsrate fertig zu werden, die nach offiziellen Angaben im Juli 80 % erreicht hat. Sie fordern aber auch ein Ende der bedrückenden Arbeitsbedingungen im Warenlager, wo ständig repressive Praktiken angewandt werden, um sie daran zu hindern, sich kollektiv zu organisieren. Die einzige Antwort von Amazon darauf war, dass während des Streiks im August wiederholt die Polizei gerufen wurde, um Streikposten zu durchbrechen, und dass mehr als 100 Arbeiter*innen entlassen wurden. Nichtsdestotrotz wird der Kampf innerhalb und außerhalb des Warenlagers fortgesetzt. Der Streik in Kocaeli war Teil einer breiteren Welle spontaner Streiks, die Anfang August in der Türkei nicht nur im Logistiksektor, sondern auch in mehreren Fabriken im ganzen Land stattfanden, wo die Beschäftigten deutlich machten, dass sie sich weigern, für die steigenden Lebenshaltungskosten und dass sie bereit sind, um die Löhne zu kämpfen. (…) Im Folgenden berichten die Kolleg*innen von der Situation in den türkischen Amazon Warenlagern und ihren Kämpfen…“ Aus dem Vorwort des Interviews vom Amazon Streik-Solibündnis Leipzig in der gekürzten und leicht veränderten Übersetzung der englischen Fassung bei Transnational Strike durch das Streiksolibündnis Leipzig – wir danken!
Siehe im Dossier unsere ursprüngliche Zusammenfassung der engl. Fassung und Hintergründe
[Proteste gegen die Teuerungen in Österreich] Faschos raus aus den Gewerkschaftsdemos!
„Seit Monaten explodieren die Lebenserhaltungskosten in allen Bereichen: erhöhte Lebensmittelpreise, steigende Mieten, Strom- und Gaspreise: das alles sind Ergebnisse des menschenfeindlichen und reaktionären kapitalistischen Systems. Betroffen von den Teuerungen sind – wie auch schon die Coronakrise deutlich machte – besonders jene Menschen, die zuvor schon in prekären Lebenssituationen standen. Gewerkschaften und linke Gruppierungen rufen daher zu Protesten gegen die drastischen Teuerungen und für soziale Gerechtigkeit auf. Gleichzeitig versuchen schon tot geglaubte neofaschistische Gruppierungen sowie die Gruppe rund um den verurteilten Neonazi Gottfried Küssel die aktuelle Situation für ihre Zwecke zu nutzen, indem sie die aktuellen Notlagen vieler Menschen rassistisch deuten. Unter dem Deckmantel sozialer Kämpfe versuchen auch sie, auf die Straße zu mobilisieren. (…) Durch ihre rassistschen Vorstellungen versuchen sie, soziale Kämpfe zu ethnisieren und so Lohnabhängige in ihrem Kampf gegen die Ausbeutung durch das kapitalistische System gegeneinander auszuspielen, indem Verbesserungen nur für bestimmte (ethnisch definierte und leistungswillige) Personengruppen gefordert werden. Prekär beschäftigte Lohnabhängige – vor allem migrantische Personen – sind den Rechtsextremen scheißegal…“ Beitrag vom 24. August 2022 von Radikale Linke Österreich und mehr daraus/dazu
AKTUELL BEI LABOURNET.TV: Das autonome Hafenarbeiterkollektiv CALP
„Das autonome Hafenarbeiterkollektiv CALP existiert seit 2011 und ist eine wichtige Institution in Genua. Wir haben den Sprecher José Nivoi im Juni 2022 interviewt. Die Hafenarbeiter verhinderten 2019 „die Verladung von Generatoren für das saudische Militär auf dem saudi-arabischen Frachter Bahri Yanbu im Hafen von Genua, um nicht zu Kompliz*innen des Kriegs in Jemen zu werden.“ (Informationsstelle MIlitarisierung) Damit und mit ähnlichen Aktionen haben sie viel Aufmerksamkeit erzeugt und erreicht, dass das Verschiffen von Waffen an Kriegsschauplätze im Hafen von Genua verboten wurde. Das CALP ist außerdem zusammen mit anderen Gruppen aktiv daran beteiligt, faschistische Gruppen aus der Stadt zu verjagen. Seit letztem Jahr ist das CALP dabei, einen transnationalen antimilitaristischen Streik von Hafenarbeiter*innen zu organisieren. Der Streik soll Ende September oder Anfang Oktober 2022 stattfinden.“ Video von labournet.tv (italienisch mit dt. ut | 17 min | 2022)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
Spenden willkommen unter IBAN DE 76430609674033739600