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Größter Protest gegen Tunesiens Präsident Saied seit Jahren: In Tunesien fallen immer wieder Strom und Wasser aus, Medikamente und Lebensmittel sind knapp
„… Tausende Menschen haben in der tunesischen Hauptstadt Tunis gegen Präsident Kais Saied demonstriert. Es ist der größte Protest gegen seine Herrschaft seit Jahren. Die Demonstrierenden warfen Saied vor, die Demokratie zu untergraben und die Wirtschaftskrise im Land zu verschärfen. Zu der Kundgebung am Samstag hatten die Gewerkschaft UGTT und Bürgerrechtsgruppen aufgerufen. Oppositionsparteien des gesamten politischen Spektrums schlossen sich an, außerdem Ärzte, Anwälte und Journalisten – dass sich so viele unterschiedliche Gruppen hinter einem Ziel vereinen, ist in Tunesien eher ungewöhnlich. Die Demonstrierenden forderten die Freilassung inhaftierter Kritiker des Präsidenten und riefen Parolen wie »Keine Angst, die Macht gehört dem Volk« und »Die Gefängnisse sind voll, die Menschen hungrig«…“ Agenturmeldung vom 17. Oktober 2026 in der Zeit online
und mehr daraus:
- Weiter aus der Agenturmeldung vom 17. Oktober 2026 in der Zeit online
: „(…) Tunesien leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Immer wieder fallen Strom und Wasser aus, Medikamente und Grundnahrungsmittel sind knapp. Saied hatte im Jahr 2021 weitreichende Vollmachten übernommen, das Parlament aufgelöst und begonnen, per Dekret zu regieren. Die Opposition bezeichnete diesen Schritt als Staatsstreich. Menschenrechtsorganisationen werfen dem Präsidenten außerdem vor, verschärft gegen die Zivilgesellschaft, Journalisten und politische Gegner vorzugehen. (…) Erst vor wenigen Wochen hatte Human Rights Watch den tunesischen Behörden Versagen vorgeworfen. Sie hätten es während der zweimonatigen extremen Sommerhitze nicht geschafft, die Menschen ausreichend mit Wasser und Strom zu versorgen – dadurch seien Menschenleben gefährdet worden. Ärzte und Menschenrechtsgruppen berichteten von Todesfällen und von einem Anstieg von hitzebedingten Einweisungen in Krankenhäuser. Auch Häftlinge hätten schwer zu leiden gehabt. Statt Informationen bereitzustellen, seien die Behörden hart gegen Demonstrierende vorgegangen. Die jetzige Demonstration fand auf der Avenue Habib Bourguiba statt. Die Straße war ein zentraler Ort der Proteste im Jahr 2011, die maßgeblich zum sogenannten Arabischen Frühling führten.“
Siehe zuletzt z.B.:
- das Dossier: Das endgültige Ende des „arabischen Frühlings“? Boykottaufruf der Oppositionsgruppen in Tunesien wirkt – und verhindert nicht die neue Verfassung
- oder auch: Dekrete statt Tarifverhandlung: Die autoritäre tunesische Regierung hat für die kommenden 3 Jahre geringe Lohnerhöhungen dekretiert – gegen Proteste von UGTT
- und ArbeiterInnen in ganz Tunesien protestieren mit eintägigem massiven Generalstreik am 16. Juni 2022 gegen steigende Lebensmittelpreise