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- Transportwesen: Hafen, Schiffe und Werften
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- Transportwesen: Post- und Paketdienste
- Transportwesen: Speditionen und Logistik
- Wachdienste und Sicherheitsgewerbe
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- Arbeitskämpfe im Gesundheitswesen allgemein
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- Gesundheitswesen allgemein
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- Kampf gegen Privatisierung im Gesundheitswesen in diversen Kliniken
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Care – Arbeit als Lohn – Arbeit: verändert das Lohngefüge erheblich
„Die Ideologie der Privatisierung gesellschaftlicher Ebenen hat schon lange den dritten Sektor der Volkswirtschaft, die Bildungs-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen bzw. den Care-Bereich erreicht, mit fatalen Folgen für die Menschen, die dort arbeiten. Die Beschäftigten mussten und müssen ungeheuerliche Veränderung über sich ergehen lassen, die nicht nur Auswirkungen auf die tag tägliche Arbeit haben, sondern ihre gesamte Lebenssituation beeinflussen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist ein milliardenschweres Monopoly-Spiel im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich gestartet worden. Komplette Einrichtungen werden geschlossen oder rutschen in die Insolvenz, weil sie nicht den erwarteten Gewinn erwirtschaften. Zur gleichen Zeit sind im Rahmen weiterer Konzentration auf dem Care-Markt gigantische Fusionen entstanden und von Private-Equity-Finanzinvestoren werden Einrichtungen des Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereichs finanziell ausgesaugt…“ Teil 1 vom 1. August 2026 des Beitrags im gewerkschaftsforum.de
und mehr daraus sowie nun auch Teil 2:
- Care – Arbeit als Lohn – Arbeit: Entfremdung greift um sich (Teil 2)

„… Im Care-Bereich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge getan, einzelne Sparten haben sich unterschiedlich entwickelt, es herrschen noch überwiegend Wildwestmethoden vor und dass die Care-Arbeit entlohnt oder sogar tarifgemäß entlohnt wird, ist die Ausnahme. Nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist die zunehmende Entfremdung der Beschäftigten von der vormals „Beziehungsarbeit“ genannten Lohnarbeit. (…)
Die Beschäftigten im Care-Bereich als sozialtätige Subjekte erleben die neuen gesetzlichen Auflagen der Bürokratie, das wirtschaftliche Resourcedenken in den Unternehmen und das Geld-Hilfe-Geld-Verhältnis zwischen ihnen und ihren Klienten als neue Formen von Entfremdung und Verdinglichung. Die vier Entfremdungsebenen nach Marx, die Entfremdung vom Arbeitsprozess, Entfremdung vom eigenen Produkt, Selbstentfremdung und Entfremdung von der Gattung, die erlebt werden, können in relativ kurzer Zeit die Beschäftigten physisch und psychisch zerstören. (…) Da der Konkurrenzkampf auch unter den Beschäftigten herrscht, wird der Konflikt von allen Beteiligten schnell individualisiert, denn dort, wo der Markt herrscht, herrscht auch die Vorteilsnahme auf Kosten anderer Menschen. Es gilt der Wettbewerb, die Konkurrenz und brutale Durchsetzung von Eigeninteressen, als Voraussetzung für persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit gewinnen die Oberhand. Mitgefühl, Empathie, Kooperation und Solidarität sind fehl am Platz. Das gesamte Kommunikationssystem im Arbeitsprozess kommt ins Wanken. Alles was den Beschäftigten früher als Kleinkinder von der Familie oder in den pädagogischen Einrichtungen und auch in ihrer Fachausbildung als Norm vermittelt wurde, steht nun den tatsächlichen Rahmenbedingungen, Normen und Werten und sogar Gesetzen entgegen. (…) Was ist aber, wenn solche Empfindungen und Charaktere bei uns gar nicht mehr nachgefragt werden, wenn sie den vorherrschenden Normen und Werten widersprechen. Dort, wo der Markt herrscht, gilt der Wettbewerb, Konkurrenz und die brutale Durchsetzung von Eigeninteressen, als Voraussetzung für persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Gleichgültigkeit und Rücksichtlosigkeit gewinnen die Oberhand. (…)
Die Medien spielen auch mit, überall gibt es Rankings, Suche nach dem Super Star und harte Wettbewerbe zu sehen, bei denen die Looser öffentlich scheitern. (…)
Die Verengung der Sicht auf den Menschen als ökonomisch nützlich oder unnütz geht einher mit der Aussonderung der „Unnützlichen“. (…) Werden jungen Menschen einem solchen Kommunikationsmuster mehr und mehr ausgesetzt, erkranken sie, aber dafür gibt es ja auch schon lange eine marktgerechte Lösung, die Mittelchen der Pharmaindustrie. Sie wissen genau, dass ihre vielen virtuellen Freunde eigentlich mehr ihre Konkurrenten sind und ihr zukünftiges Leben an Reichtum, Konsumieren, Spaß haben, individuelle Stärke und Durchsetzungsvermögen gemessen wird. (…)
Die neoliberale Gesellschaft produziert Individuen, die auf die Funktion des Konsumenten reduziert sind, als Norm gilt nur die aktuelle Effizienz, das Ziel ist Gewinn und die Tugend Habgier. In ihr gibt es keinen fürsorgenden Staat und kein unabhängiges Individuum mehr. Die Instanzen, die früher helfen sollten, wie Beratungsstellen, Erziehungshilfe und das Gesundheitswesen sind selbst Teil des Wettbewerbs geworden und wollen die Ursachen dieser schrecklichen Entwicklung nicht mehr bekämpfen. Je mehr die neoliberale Ideologie Einzug in das politische Handeln findet, desto weniger wird es die Verwirklichung sozialer Menschenrechte geben! (…) Die Gewerkschaften haben tatenlos zugeschaut als das Kapital antrat, sich in die Care-Wirtschaft einzukaufen und sie durch betriebswirtschaftliches Management, Budgetierung, Pflegesatzverhandlungen und Fallpauschalen aufzuwerten, zu dem Preis der Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen. (…)
Die Situation der Beschäftigten selbst, scheint ihnen egal zu sein. Sie lassen ihre Mitglieder im Regen stehen, die immer wieder mit Kündigung, Geschäftsgeheimnisverrat und Schadensersatzleistungen von den Unternehmen bedroht werden, wenn sie als Whistleblower die zuständigen Stellen informieren oder an die Öffentlichkeit gehen. Umso mehr sind die gewerkschaftliche Selbstorganisation und die Bereitschaft zum Arbeitskampf für die Beschäftigten vonnöten, auch deshalb, um nicht an der Lohnarbeit mit ihrer Entfremdung zu zerbrechen.“ Teil 2 vom 13. September 2026 des Beitrags im gewerkschaftsforum.de
- Care – Arbeit als Lohn – Arbeit: verändert das Lohngefüge erheblich
Weiter aus dem Teil 1 vom 1. August 2026 des Beitrags im gewerkschaftsforum.de
: „… Der Wert von unbezahlter Care-Arbeit in Deutschland wird laut Liga für unbezahlte Arbeit e.V. auf insgesamt 1,2 Billionen Euro geschätzt (…)
Care-Arbeit zielt auf Lebensqualität, auf die soziale, gesundheitliche und pflegerische Versorgung von und durch Menschen ab. Sie ist eingebettet in die Organisationsform sozialer Dienste in der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswirtschaft. Immer mehr Teilbereiche des Care wurden in den vergangenen Jahrzehnten in die Verwertungslogik des Kapitals einbezogen und zum Gegenstand von Profiterzeugung gemacht. (…)
Der Unterschied zu anderen Beschäftigungssektoren besteht darin, dass die Care-Arbeit wichtig für das Wirtschaften insgesamt ist, da sie erst die Erwerbstätigkeit vieler Menschen ermöglicht und so die Voraussetzungen für die Produktion überhaupt schafft. (…) Die Tätigkeitsweisen von sachbezogener Produktionsarbeit und interpersonaler Reproduktionsarbeit sind jedoch völlig unterschiedlich. So unterliegt die auf der Schaffung von Waren gerichtete Lohnarbeit einer Zeitsparlogik, nach der in immer kürzerer Zeit immer mehr aus der Arbeitskraft herausgeholt wird, während die auf Personen gerichteten Care-Tätigkeiten sich mehr auf eine Zeitverausgabungslogik ausrichten, also sich Zeit nehmen für den Aufbau und die Pflege interpersonaler Beziehungen. (…)
Mehr und mehr wird Care auch als Lohnarbeit verausgabt werden, wodurch diese jedoch entgegen ihrer bedürfnisorientierten Beziehungsweise einem Zeitsparregime wie Fallpauschalen oder Zeitbudgets unterworfen wird, was sie sukzessiv dehumanisiert. (…)
Die Beschäftigten im Care-Bereich als sozialtätige Subjekte erleben die neuen gesetzlichen Auflagen der Bürokratie, das wirtschaftliche Resourcendenken in den Unternehmen und das Geld-Hilfe-Geld Verhältnis zwischen ihnen und ihren Klienten als neue Formen von Entfremdung und Verdinglichung. Die erlebte Entmündigung führt in der Berufspraxis dann häufig zu spontanen und situativ ausgerichteten Widerständen, die schnell regelmäßig in nicht steuerbare Konfliktsituationen münden. (…)
Der Care-Bereich wird sich zukünftig weiter vergrößern und entsprechend wird der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten ansteigen. Es zeigt sich schon seit einiger Zeit, dass bei den gegenwärtigen Rahmenbedingungen in diesem Bereich einerseits nicht genügend Menschen für diese gesellschaftlich so wichtige Arbeit gewonnen werden können und immer mehr Beschäftigte wegen der Überlastung und Unterbezahlung diesen Arbeitsbereich verlassen. Andererseits unterliegt der Care-Bereich, wie bei der Lohnarbeit immer, der „Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt“, sei es z.B. der Konkurrenz der Beschäftigten untereinander oder der Konkurrenz der öffentlichen und privaten Unternehmen und führt zur Aufspaltung der dortigen Arbeitsverhältnisse. So gibt es dort die üblichen Formen der abhängigen Beschäftigung, sie reicht von den temporär gut entlohnten Fachkräften, die vom Lohn halbwegs menschenwürdig leben können, bis hin zu den „prekär Beschäftigten“, deren konkrete Lebenssituation dadurch bestimmt wird, dass sie Tag für Tag erneut darum kämpfen müssen, überhaupt weiterleben zu können, auch weil der Care-Bereich sie nicht mehr auffängt.“