Netzwerktreffen am 24./25.01.2026 in Kassel: ver.di in Zeiten von Militarisierung, Kürzungshaushalten, Sozialabbau und Arbeitszeitverlängerung
„Liebe Kolleginnen und Kollegen, hiermit laden wir euch herzlich zum bundesweiten Treffen vom „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di“ ein. Themen für das Treffen sind unter anderem: ver.di in Zeiten von Militarisierung, Kürzungshaushalten, Sozialabbau und Arbeitszeitverlängerung; Wie den Widerstand aufbauen gegen den Angriff auf den 8-Stundentag?; Tarifrunde der Länder – nein zur „freiwilligen“ 42-Stunden-Woche!; Organisationswahlen in ver.di – Kandidaturen und Anträge; Wie stärken wir eine kämpferische Vernetzung in ver.di? Wir wollen auch einen neuen Kokreis wählen sowie die Plattform des Netzwerks überarbeiten. Weitere Themen könnt ihr gern vorschlagen oder mitbringen…“ Einladung beim Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di
mit allen Infos und ein Interview im Vorfeld:
- Orgawahlen in der Gewerkschaft: Wie kann Verdi kämpferischer werden?
„Die Gewerkschaft sollte eine klare Antikriegsposition beziehen und ihre Basisstrukturen stärken, sagt Angelika Teweleit (…)
[Ihr Netzwerk steht für eine kämpferische Ausrichtung der Gewerkschaft und für transparente und demokratische Gewerkschaftsstrukturen. Wo hapert es denn bei diesen Themen?]
Der Verdi-Apparat ist inzwischen ein ziemlich bürokratischer Koloss. Der ist sehr schwierig zu durchschauen, und es ist genauso schwierig, auf die konkrete Gewerkschaftspolitik Einfluss zu nehmen. Bei diesen Orgawahlen sollen die Gremien noch verkleinert werden. Das wird dazu führen, dass die Kollegen aus den Betrieben noch weniger Einfluss haben. Bei den Tarifrunden zeigen wir auch immer auf, dass es nicht gut läuft. Die streikenden Kollegen müssten das Zepter in der Hand haben, um zu entscheiden, wie die Arbeitskämpfe laufen. Sie müssten entscheiden können, ob ein Angebot angenommen oder weiter gestreikt werden soll, etwa durch gewählte Streikdelegierte. Außerdem wissen die meisten gar nicht genau, wie sie ihre Meinung überhaupt kundtun können. Das Problem fängt schon damit an, dass es eine gewisse Entleerung der Betriebsgruppenstrukturen gegeben hat. Dabei wäre es da besonders notwendig, Leute mit einer kämpferischen Politik zu begeistern und für die Gewerkschaft zu aktivieren.
[Die Verdi-Führung würde sagen, dass die Strukturen bereits demokratisch sind.]
Viele Entscheidungen liegen in der Praxis bei hauptamtlichen Strukturen. Auch diese müssten gewählt werden und jederzeit abwählbar sein. Wir sind zudem für eine Begrenzung der Funktionärsgehälter. Es ist nicht gerechtfertigt, dass Funktionäre in den oberen Gremien wesentlich mehr verdienen als das durchschnittliche Verdi-Mitglied. Das bedeutet schließlich, dass diese Leute sich immer mehr abheben und das normale Leben der Kollegen nicht mehr nachvollziehen können…“ Interview von Max Grigutsch in der jungen Welt vom 22.01.2026
mit Angelika Teweleit, Sprecherin des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi«