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Die Welle der Ultrarechten in Lateinamerika: Das Wirtschaftsprogramm der Libertären ist kein Weg zur Freiheit, sondern zur Entfremdung und Unterdrückung
„… In den letzten Jahren sind die Regierungen in mehreren lateinamerikanischen Ländern von einer Welle rechtsgerichteter, liberal-konservativer politischer Akteure übernommen worden. Auf der Grundlage klassischer neoliberaler und konservativer Programme gewannen Nayib Bukele in El Salvador, Daniel Noboa in Ecuador, Jair Bolsonaro in Brasilien und Javier Milei in Argentinien die Präsidentschaftswahlen in ihren Ländern. Obwohl es Bolsonaro 2022 nicht gelang, seine Amtszeit als Präsident zu verlängern, befürworteten rund 50 Prozent der brasilianischen Wähler seine ultrarechte Agenda. Dadurch steht die politische Macht des siegreichen Sozialdemokraten Lula da Silva auf wackeligen Füßen. Im Falle Perus wurde der linksgerichtete Präsident Pedro Castillo durch seine frühere Vizepräsidentin Dina Boluarte ersetzt – mit der Zustimmung und der unmittelbaren Allianz der Ultrarechten im Kongress…“ Beitrag des Redaktionsausschusses Minga in der Übersetzung von Susanne Schartz-Laux am 22. März 2024 in amerika21
und mehr daraus/dazu:
- Digitale Neofaschismen gestalten die Politik in Lateinamerika neu. Think Tanks, Bots und Algorithmen im Dienst autoritärer Projekte auf dem Subkontinent
„Die Massenproteste gegen die Politik von Javier Milei in Argentinien haben erneut ein Phänomen ins Spiel gebracht, das die gesamte Region durchzieht: den Vormarsch neofaschistischer Projekte, die mit koordinierten, transnationalen Strategien operieren. Dabei handelt es sich nicht um mechanische Wiederholungen von Mussolini oder Hitler, sondern um Netzwerke, die alte Propagandataktiken an ein digitales, ökonomisches und juristisches System anpassen, das die heutigen Demokratien aushöhlt. Das 20. Jahrhundert hat uns gelehrt, wie sich die klassischen Faschismen die Angst der Menschen zunutze machten, interne Feinde schufen und mittels Propaganda gesellschaftliche Einmütigkeit herstellten. Heute tauchen diese Methoden in einem anderen Feld wieder auf: auf digitalen Plattformen, in Algorithmen und in Beratungsunternehmen, die Empörung in politisches Kapital umwandeln. Anstelle von Massenkundgebungen auf Plätzen entfaltet sich die Informationsflut in sozialen Netzwerken mit Mikroinhalten, Bots und Marketingmaßnahmen, die die Logik von Goebbels in einer segmentierten und individualisierten virtuellen Form reproduzieren. Die Organisationen, die diesen Prozess vorantreiben, haben Namen. (…)
Lateinamerika steht vor einer größeren Herausforderung als nur dem Widerstand gegen wirtschaftliche Sparmaßnahmen. Die Region muss erkennen, dass ein multidimensionaler Krieg im Gange ist. In diesem Krieg kommen traditionelle Medien, digitale Plattformen, Justizbeamte und parastaatliche Akteure zusammen, um gemeinsam Operationen zu koordinieren, mit denen Regierungen delegitimiert und populäre Führungspersönlichkeiten neutralisiert werden sollen. Die politische Gewalt in Argentinien, die Gerichtsverfahren gegen Persönlichkeiten in Brasilien oder Ecuador und die Aberkennung von Kandidaturen bei Wahlen in verschiedenen Ländern zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein systematisches Vorgehen. Die Zukunft der Region wird davon abhängen, ob es gelingt, diesen Netzwerken entgegenzutreten und politische, soziale und vor allem wirtschaftliche Alternativen aufzubauen, die die Interessenvertretung der unteren Schichten wieder in den Mittelpunkt stellen. Es reicht nicht aus, Wahlen auszutragen. Der Kampf um die Macht umfasst nun auch den öffentlichen Raum und den Kampf um die Deutungshoheit gegenüber einer Maschinerie, die Desinformation in politische Macht ummünzt. Die Herausforderung besteht darin, die lateinamerikanischen Demokratien so zu verändern, dass sie partizipativ (und nicht nur repräsentativ) sind, bevor sich die Schatten der Vergangenheit in neuen Formen des Autoritarismus weiter verfestigen.“ Beitrag der Nodal Redaktion in der Übersetzung von Hans Weber in amerika21 am 21. November 2025
- Die Welle der Ultrarechten in Lateinamerika: Das Wirtschaftsprogramm der Libertären ist kein Weg zur Freiheit, sondern zur Entfremdung und Unterdrückung
Siehe weiter aus dem Beitrag des Redaktionsausschusses Minga in der Übersetzung von Susanne Schartz-Laux am 22. März 2024 bei amerika21
: „… Die Theorien von Smith und Hayek sind für das eigentliche „libertäre Projekt“ nützlich. Dieses besteht darin, die existierenden Bedingungen für die Kapitalakkumulation zu verbessern, denn der Kapitalismus kann sich ohne Akkumulation nicht aufrechterhalten. Das Kapital akkumuliert, um neuen Mehrwert zu schaffen. Wenn dieser nicht erzeugt wird, kann kein Kapital geschaffen werden und der Kapitalismus gerät in die Krise. Die Kapitalakkumulation ist der Motor der kapitalistischen Entwicklung. Sie ist die Ursache sowohl für wirtschaftlichen Erfolg als auch für die wirtschaftliche Krise. (…) Das Wirtschaftsprogramm der Libertären ist kein Weg zur Freiheit, sondern zur Entfremdung und Unterdrückung. Dem Kapital zu dienen, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute, um zu überleben. Das ist mehr als Knechtschaft, das ist Sklaverei. Ihr politisches und soziales Programm ist der Weg zum Faschismus. Die Libertären werden die Freiheit abschaffen. Angesichts der Welle der Ultrarechten reicht es nicht mehr aus, den dunklen Kräften, den mit hellblauen Wirtschaftsflaggen getarnten Schwarzhemden, Widerstand zu leisten und sie zu bekämpfen. Die fortschrittlichen Kräfte müssen Selbstkritik üben und über Organisation, Taktik und Strategie nachdenken, damit ihre Vorstellung von der Gesellschaft das Bewusstsein der Massen wieder für sich einnehmen und verändern kann. Denn um was es im 21. Jahrhundert auf unserem Kontinent geht ist die Herausbildung eines neuen Menschen ohne Entfremdung, der seine individuellen und sozialen Potenziale voll entfalten kann.“
Siehe andererseits aber auch: Sein oder Schein? Die neue progressive Welle in Lateinamerika