Die sogenannten Bürgerwehren in NRW: Nazibanden

Der Pott bleibt unteilbar! Keine rechten Bürgerwehren„… Zum aktuellen Vorgehen der Rechten gehört nicht nur die Adaption linker Aktionsformen, das Experimentieren mit neurechten Kommunikationstrategien, sondern auch das Aufgreifen alter Methoden der symbolischen wie faktischen Raumaneignung durch physische, gewaltbestimmte Präsenz. Ihr steigendes Selbstbewusstsein und ihren Machtanspruch setzen die Rechten mit Bürgerwehren um. So haben sich in den letzten Jahren diverse rechte Kleinstparteien, aber auch Hooligans und Teile der «Wutbürger» daran gemacht, lokale Bürgerwehren zu gründen. Diese rechten Gruppierungen monieren einen Anstieg an Kriminalität, Gewalt und Unsicherheit in Deutschland. Schuld daran seien die Migrant­Innen und diejenigen, die diese ins Land geholt hätten. Sie sprechen von einer «kulturellen Überfremdung» und einem «Bevölkerungsaustausch», sehen sich apokalyptischen Zuständen gegenüber, prophezeien einen anstehenden Bürgerkrieg und bereiten sich auf diesen vor. Um ihren «völkischen» Machtanspruch auf dieses Land symbolisch wie real umzusetzen, inszenieren sie die Bürgerwehren. Dabei verkaufen sie sich der Bevölkerung als Garant von «Recht und Ordnung» auf «deutschen» Straßen. Laut Zeitungsberichten soll es hunderte solcher Bürgerwehren in Deutschland geben. Aus einigen, wie z.B. die «Bürgerwehr Freital» sind dabei rechtsterroristische Gruppen geworden. Auch in NRW sind in den letzten Jahren solche Bürgerwehren entstanden. So in Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Essen und zuletzt in Herne. Auf die Situation in Essen und Herne soll hier etwas mehr eingegangen werden…“ – aus dem Artikel „Rechte Bürgerwehren im Ruhrgebiet“ von Heiko Koch in der Ausgabe 2/2020 der SoZ externer Link zur Entwicklung dieser speziellen Banden angeblich „gutbürgerlicher“ Nazis. Zu den Rekrutierungsbereichen solcher Banden ein aktueller und konkreter Beitrag über Herne sowie ein Beitrag mit einem Überblick zu rechter Bandenbildung in NRW 2019:

  • „Westfalia Herne hat ein Naziproblem“ im Februar 2020 beim Infoportal Antifaschistischer Gruppen aus Bochum externer Link zeichnet die Entwicklung in der Fanszene des Clubs nach und bemerkt dabei unter anderem zu den Bürgerwehren: „… Die Division Herne umfasst einen harten Kern von etwa 10 Personen, mit einem Umfeld von weiteren 20 Personen. Sie vereint als Gruppe ein rechtes Weltbild und ihre Gewaltbereitschaft. Einzelpersonen pflegen Kontakt ins Rockermilieu (Bandidos), zu weiteren rechten Bürgerwehren (Bruderschaft Deutschland, Steeler Jungs) und anderen Fußballschlägergruppen (Brigade Bochum). Die Aktivitäten der „Alten“ drehen sich um den Fußballverein Westfalia Herne, um rechte Aufmärsche und Kneipenabende. Vor allem bei Westfalia-Spielen gegen attraktive Gegner mit Fananhang mobilisiert die Division ihr Umfeld und sorgt immer wieder für Ausschreitungen und Übergriffe, zuletzt beim Auswärtsspiel in Münster am 01. September 2019 oder beim Heimspiel gegen Ahlen am 17. November 2019. Derselbe Personenkreis randalierte am 16. Februar 2014 in Ahlen und stürmte den Platz...“
  • „Bürgerwehren, Bruderschaften – aber Pro NRW ist Geschichte“ am 08. Januar 2020 bei den Belltower News externer Link war ein Jahresrückblick über 2019, in dem es unter anderem zu den Bürgerwehren hieß: „… Der Aufruf zur Demonstration am „Volkstrauertag“ war von rund 20 mehr oder weniger existenten Gruppierungen und Initiativen unterstützt worden. Das Spektrum reichte dabei von selbsternannten „Bürgerwehren“ und „Bruderschaften“, deren Angehörige sich mehrheitlich aus extrem rechten Rocker-, Türsteher- und Hooliganszenen rekrutieren, über weitere Zusammenschlüsse des organisierten Wutbürgertums wie etwa NRW stellt sich querbis hin zur neonazistischen Gruppierung Volksgemeinschaft Niederrhein und der seit Jahren im bevölkerungsreichsten Bundesland dahinsiechenden NPD. Als Versammlungsleiter firmierte der ehemalige stellvertretende Pro NRW-Vorsitzende und vormalige Hogesa-Aktivist Dominik Roeseler, der nunmehr seine extrem rechte Agenda unter dem Label des Vereins Mönchengladbach steht auf e.V. weiter verfolgt...“
  • Siehe auch vom 30. August 2019: Die Nazi-Gangs von Nordrhein-Westfalen: Grund genug, mehr zu machen, als sich Sorgen…
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=162652
nach oben