Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen

Die ehemals klaren Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verwischen immer mehr – „Entgrenzung“ heißt das Phänomen von dem hier immer mehr gesprochen wird. Gemeint ist die Auflösung von bisher existenten Abgrenzungen und Gliederungen in der Erwerbsarbeit – „Normalarbeitsverhältnisse“ sind nicht mehr so „normal“. Das Verhältnis der ArbeitnehmerInnen zu ihrer Arbeit wird zum Teil neu organisiert und neu definiert. Davon betroffen sind unterschiedlichste Dimensionen wie Beschäftigungsformen, Arbeitszeitregelungen, die Trennung von Erwerbsarbeit von Versorgungsarbeit und vom Privatleben…” Artikel von Reinhard Haider und Bernhard Mader vom 24. Jänner 2014 in Arbeit&Wirtschaft externer Link

Die größte Gewerkschaft des Landes will familienfreundlichere Arbeitszeiten durchsetzen – und fordert deshalb eine 30-Stunden-Woche. Die reduzierte Arbeitszeit soll aber weiterhin als Vollzeit gelten…” Artikel von Stefan von Borstel und Flora Wisdorff vom 27.1.2014 in der Welt online externer Link (weiterlesen »)

Umfragen zeigen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Eltern nach wie vor schwierig ist. Ein Großteil der Eltern wünscht sich eine gleichmäßigere Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit. Finanzielle Gründe sprechen aber häufig für ein klassisches Ein- oder Eineinhalb-Verdiener-Modell. Das DIW Berlin hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler- Stiftung die Wirkungen und Kosten einer neuen familienpolitischen Lohnersatzleistung bei Familienarbeitszeit untersucht, die Eltern bei einer partnerschaftlicheren Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit unterstützen soll…” DIW Wochenbericht 46 / 2013 von Kai-Uwe Müller, Michael Neumann, Katharina Wrohlich externer Link .  Siehe dazu: (weiterlesen »)

Es gab eine Zeit, in der die abstrakte Diskussion darüber, was den Werkvertrag vom Dienstvertrag oder vom Arbeitsvertrag unterscheide, eigentlich nur Jurastudenten interessierte oder sagen wir eher: beschäftigte. Denn „begeistert“ wurden solche Diskussionen nicht geführt. Das hat sich in den letzten Jahren erheblich geändert. Inzwischen findet diese Diskussion nicht mehr auf den Fluren der juristischen Fakultäten sondern quasi auf der Straße statt: Sie ist in aller Munde. Doch da es trotz allen politischen Interesses eine juristische Diskussion ist und bleibt, scheint es notwendig den rechtlichen Kern dieser in höchstem Masse relevanten Debatte offenzulegen. Nur so wird nachvollziehbar, was juristisch „vertreten“ werden kann und was politisch gefordert werden sollte. Beides steht in einem komplizierten unauflöslichem Zusammenhang. Dabei wird auf die Hintergründe des wohl spektakulärsten Grundsatzprozesses dieser Tage, nämlich das Verfahren von Testfahrern und Getriebetechnikern der Firmen Audi AG und VW AG genauer eingegangen…” Grundsatzbeitrag zum Thema Scheinwerkverträge von Dr. Rolf Geffken vom Januar 2014 

Die Teilzeit- und Leiharbeit ist auf knapp ein Viertel gestiegen. Die Studie des arbeitgebernahen „Instituts zur Zukunft der Arbeit“ hält das aber nicht für problematisch…” Artikel in der taz online vom 20.01.2014 externer Link. Siehe dazu bei der Bertelsmann-Stiftung: (weiterlesen »)

Rentner und Studenten dürfen nicht außen vor bleiben, wenn die Regierung 8,50 Euro flächendeckend als Mindestlohn festlegt. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftliche Dienste des Bundestags. Das Gutachten kommt der Union äußerst ungelegen…” Artikel von Thomas Öchsner in Süddeutsche online vom 20. Januar 2014 externer Link

Wie ein Hamster im Rad – so fühlen sich viele Berufstätige täglich. Wenn sie unbezahlte Überstunden leisten, krank arbeiten und nie ein gutes Wort vom Chef hören. Martin Wehrle zeigt in seinem Buch „Bin ich hier der Depp?“, wie sich Mitarbeiter gegen den Arbeitswahn wehren können…” Buchbesprechung in der FR online vom 17. Januar 2014 externer Link (weiterlesen »)

Am Ende der Legislaturperiode, kurz vor der Wahl, wirbt die Kanzlerin höchstpersönlich mit den Erfolgen ihrer Regierungstätigkeit: „Es waren vier gute Jahre für Deutschland, … 1,9 Millionen mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse … als 2009, darunter 1,2 Millionen Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse, die Frauenerwerbstätigkeit hat ebenfalls zugenommen. 700 000 mehr Menschen im Alter von 60 bis 65 sind noch in Arbeit.“
Wie solche Arbeitsplätze aussehen, die von der Regierung als Segen für Deutschland gefeiert werden, hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vorgeführt. Sie lässt das sonntäglich gestimmte Publikum hautnah teilhaben am Arbeitsalltag der Bandarbeiterin Lissi – keine „prekär“ Beschäftigte, sondern langjährige Stammarbeiterin, Vollzeitkraft und sozialversicherungspflichtig angestellt. Was die Arbeiterin, die von der FAS interviewt wird, über ihr „Beschäftigungsverhältnis“ zu erzählen hat, geben wir auszugsweise wieder
…” Beitrag aus Gegenstandpunkt 4-13 vom 19. Januar 2014 externer Link (weiterlesen »)

Deutsche Leiharbeiter sind unzufrieden mit ihrem Job – das belegt ausgerechnet die Studie einer Zeitarbeitsfirma. In anderen Ländern hingegen ist das Modell angesehen, dort zahlt die Branche deutlich besser…” Artikel von Helene Endres vom 15.01.2014 bei Spiegel online externer Link (weiterlesen »)

Hand in Hand durchs Zeitarbeitsland. 12 Arbeitslose und eine Fortbildung zum PersonaldisponentenDieses Buch hat viele Autoren. Alle reisen durch die Zeit und manchmal auch Hand in Hand durchs Zeitarbeitsland … Das Buch von Patrizia Leier ist im Eigenverlag (on demand, € 12,99) erschienen, siehe die Homepage zum Buch externer Link und dort eine Leseprobe externer Link

„Knapp 30 Leiharbeiter eines Zerlegebetriebes in Emsdetten haben am Dienstag im Rathaus der Stadt demonstriert. Sie arbeiten für einen Subunternehmer und haben seit Oktober keinen Lohn bekommen. Inzwischen werden sie von der Tafel der Caritas versorgt. Die Stadt versprach zu helfen…Artikel von Elmar Ries in den Westfälischen Nachrichten vom 07.01.2014 externer Link.  Weitere Infos gibt es auf der Seite  Bürger_innen des Kreises Steinfurt für Humanität und Bleiberecht externer Link

In immer neuen Ausprägungen der sich ausbreitenden Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnissen arbeiten auch in den westeuropäischen Staaten vor allem migrantische und mobile Beschäftigte in extrem prekären und gewaltvollen Arbeitsverhältnissen. Diese werden unter den Stichworten ‚Arbeitsausbeutung‘ und ‚Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung (MH/A)‘ verhandelt…” Artikel von Anna Basten und Birgitta Wodke in der DGB-Gegenblende vom 6. Januar 2014 externer Link

Die im schwarz-roten Koalitionsvertrag festgelegte Mindestlohnhöhe ist zu gering, um nach erwerbslebenslanger Pflichtmitgliedschaft eine Rente in Höhe des Existenzminimums zu erreichen. Die alleine dem Grunde nach bestehende Versicherungspflicht abhängig Beschäftigter reicht somit nicht aus und bedarf dringend einer Ergänzung auch der Höhe nach. Es muss der Grundsatz gelten, dass jede versicherte Arbeitsstunde für sich genommen einen adäquaten Vorsorgebeitrag zur Existenzabsicherung im Alter leistet – adäquat bedeutet: Mindestens entsprechend dem erforderlichen Entgeltpunkte-Anteil einer Arbeitsstunde an der zur Existenzsicherung notwendigen Entgeltpunkte-Summe…” Beitrag von Johannes Steffen vom 10. Januar 2014 im Portal Sozialpolitik externer Link

Die Frankfurter Allgemeine hat sich mal einen neuen Grund gegen den Mindestlohn einfallen lassen. Weil nämlich viele Selbständige nicht mal annähernd einen umgerechneten Stundenlohn von 8,50 Euro hätten, ist er irgendwie nicht gerecht. Und wovon sollen Unternehmer, die selbst so wenig in der Stunde haben, ihren Mitarbeitern Mindestlohn bezahlen? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) unterfüttert diese Erkenntnis mit Zahlen und belegt, dass “ein großer Teil der Selbständigen […] von der Hand in den Mund [lebt]”. Klar, an den Zahlen ist schwer zu zweifeln. Der Verfasser dieses Textes hat, wenn er es auf die investierte Arbeitszeit und das Einnahmevolumen umrechnet, nicht annähernd 8,50 Euro in der Stunde. Aber das ist kein Argument gegen einen Mindestlohn – es ist eines dafür…” Artikel von Roberto De Lapuente vom 8. Januar 2014 bei ad-sinistram externer Link

Mit Datenschutz ist es in vielen Unternehmen nicht weit her. Vertrauliche Informationen werden an Dritte weitergegeben, negative Beurteilungen machen die Runde. Was Führungskräfte über Mitarbeiter weitergeben dürfen…” Artikel von Jens Hagen im Handelsblatt online vom 08.01.2014 externer Link