Syrien

Poster von Linke Strömung SyrienWie viele Böcke sollen noch Gärtner werden? Menschenrechtsbomber aus der EU und den USA sollen der Bevölkerung helfen, oder sollen Assads iranische Bomben gegen die Fundamentalisten siegen, mit einem Land als Kollateralschaden?  An die einen oder anderen appellieren, das kleinere Übel abwägen in der allseitigen Pestepidemie? Eine katastrophale Situation, die sich spätestens seit dem bundesdeutschen Balkanfeldzug vor bald 20 Jahren weltweit oft wiederholt. (Dessen Menschenrechtsmuster nochmal 10 Jahre zuvor in Panama gesetzt worden war, als ein einst befreundeter Diktator gestürzt wurde – indem die Armenviertel der Hauptstadt bombardiert wurden). Siehe den anfangs für den Westen netten Massenmörder Saddam Hussein, dessen Armee heute Isis heißt. Zur Entwicklung in Syrien unsere ausführliche und natürlich kommentierte Materialsammlung “Syrien – die Flucht als Alternative?” vom 15. Dezember 2016 – die auch eine LabourNet Germany-Grundsatzposition verdeutlicht:
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BWI LogoFalls es immer noch irgendjemand auf dieser Welt geben sollte, der oder die meint, die Isisbande würde in irgendeiner Weise für eine Welt stehen, die vielleicht irgendwo sozial gerechter sein könnte, als die gegenwärtige – muss der Mensch schon extrem erfahrungsresistent sein: Die Entführung von 300 Zementarbeitern (und natürlich, bei solchen Geschäftemachern: Von 0 Geschäftsführern) zeigt einmal mehr die asoziale Fratze der feigen Kolonnen des selbsternannten Kalifen. In der Stellungnahme „Bring back the kidnapped cement workers! – The BWI condemns the brutal mass abduction in Syria“ am 11. April 2016 bei der BWI externer Link unterstreicht die Internationale der Baugewerkschaften dass, trotz unterschiedlicher Nachrichtenlage über Freilassung und Todesopfer, es vor allen Dingen gilt, die Entführungsopfer unbeschadet wieder zu bekommen. Die Berichte der „Befragung auf Leben und Tod“ für mindestens 30 „ungläubige Arbeiter“ mögen stimmen oder auch nicht: Dass sie stimmen könnten zeigt einmal mehr den wahren Charakter dieser Ölhändlertruppe auf

Als es noch Demos in Damaskus gab...2012In dem ausführlichen Beitrag „ALL the International Powers Want to Crush the Syrian Uprising“ von Joseph Daher am 10. Februar 2016 bei den Peace News externer Link werden zwei Haltungen ausführlich erläutert. Zum einen die Position, sich von keiner einzigen internationalen Macht irgendeine Hilfe für eine wirkliche Revolution in Syrien zu erwarten. Und obwohl vor der türkischen Aggression verfasst, und vor allem aktuell auf das „Wirken“ der russischen Intervention konzentriert, wird aus dem Text auch deutlich, dass erst recht von einem türkischen Eingreifen nichts Gutes zu erwarten sei. Und zweitens unterstreicht er einmal mehr durch konkrete Kurzberichte, dass es nach wie vor in Syrien politische Kräfte gibt, die unterstützenswert sind – die weder zum Regime noch zu einer religiösen Opposition gehören, sondern vor Ort versuchen, trotz aller widrigen Umstände ein anderes Leben zu organisieren. Siehe dazu auch einen Beitrag zur türkischen Aggression (weiterlesen »)

Ausschnitt aus einer Karte zum Syrien-Konflikt, Februar 2016 (https://en.wikipedia.org/wiki/Template:Syrian_Civil_War_detailed_map)Redaktionelle Vorbermerkung: Aktivist*innen vom LabourNet Germany, der Redaktion von Lunapark21 und aus der Berliner Mietergemeinschaft hatten für den 30. Januar 2016 zur Selbstverständigung über die Lage im Nahen Osten einen Workshop in Berlin organisiert. Mit Yacov Ben Efrat von der DAAM Workers’ Party externer Link aus Israel und Ali Ergin Demirhan vom Infoportal sendika.org externer Link aus der Türkei sind dabei Freunde aus den Nachbarländern Syriens mit ihren Erfahrungen ausführlich zu Wort gekommen. Wir dokumentieren hier in deutscher Übersetzung den Vortrag, den Yakov Ben Efrat in diesem Workshop gehalten hat. (Das englische Original wurde am 9. Februar 2016 beim israelischen Challenge Magazine veröffentlicht externer Link)
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Lager für syrische Flüchtlinge hinter der jordanischen grenze im Januar 2016Wenn sie nicht gerade Angstteutonen sind, nimmt der Eine oder die Andere ja wahr, dass die Millionen Flüchtlinge aus Syrien natürlich keineswegs in die BRD fliehen, sondern in großer Mehrheit – wie immer und überall – in die Nachbarländer. In denen sie genauso schutz- und rechtlos sind wie in der BRD, und sich gegen alles mögliche wehren müssen: Kinderarbeit, Frauenhandel, extreme Ausbeutung – der ganze Katalog an unmenschlicher Behandlung, den der moderne Kapitalismus so anbietet. In dem Artikel „Syrische Flüchtlingskinder nähten H&M T-Shirts“ am 02. Februar 2016 in neues deutschland externer Link heißt es unter anderem: „Laut der Menschenrechtsorganisation arbeiten Schätzungen zufolge 250.000 bis 400.000 Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien illegal in der Türkei – unter problematischen Bedingungen und für sehr wenig Lohn“. Siehe dazu weitere Beiträge aus anderen Ländern: (weiterlesen »)

Plakat - Aufruf zum Solitag mit Kobane am 1.11.2015“Dringender Aufruf zum Handeln: Internationaler Aktionstag für die Freiheit und den Wiederaufbau von Kobane – Termin: 1. November 2015″ so heißt der Aufruf zum globalen Solidaritätstag mit Kobane, den zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus vielen Ländern unterzeichnet haben. Darin heißt es zur aktuellen Lage: “Aber da es keine offizielle Unterstützung gibt, hat die Logistik für die Hilfssendungen nach Kobane unüberwindliche Schwierigkeiten und die Menschen in Kobane leiden weiter, viele sind auf der Flucht zu einen Ort, der mehr Sicherheitbietet. Deshalb ist es noch viel dringender, jetzt einen humanitären Korridor aus der Türkei nach Kobane einzurichten, um den Zufluss von Hilfe in die Stadt zu erleichtern, die nach wie vor vom IS angegriffen wird(weiterlesen »)

Haben sich die russischen Bomber eben mal um 100 Kilometer vertan? Protest aus einer betroffenen Ortschaft am 2.10.2015In einer ausführlichen Stellungnahme haben zahlreiche auch laizistische und republikanische Gruppierungen der Opposition in Syrien die russsische Einmischung ebenso abgelehnt, wie sie jene der USA und – beispielsweise – Frankreichs ablehnen. Dabei wird insbesondere betont, dass ihr Kampf sich sowohl gegen die Funditruppen aus dem Arsenal der Golfstaaten richtet, wie gegen die Diktatur Assads und dass mit Besorgnis gesehen wird, wie sich international eine Tendenz ausbreite, zu einer “Lösung mit Assad” (oder eine Lösung Assad-System ohne Assad) zu kommen, der auch die russsische Intervention diene. Der ausführliche Beitrag “Russian imperial aggression unites the Syrian opposition” am 03. Oktober 2015 bei Syrian Revolution – Comment and analysis externer Link dokumentiert nicht nur die gemeinsame Erklärung der rund 70 Gruppierungen unterschiedlicher Strömungen, sondern verlinkt auch zu einer ganzen Reihe weiterer Stellungnahmen und hebt hervor, dass bereits in den ersten beiden Tagen der russischen Militäraktion über 40 ZivilistInnen getötet wurden. Siehe dazu auch zwei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Solidaritätskundgebung mit Rojava im März 2015Ende Juni gab der türkische Präsident Erdogan den Startschuss für eine hitzige Interventionsdebatte in der türkischen Öffentlichkeit. Die Türkei werde die “Gründung eines neuen Staates an unserer Südgrenze in Nordsyrien nicht erlauben”, warnte Erdogan: “Wir werden in dieser Hinsicht weiterkämpfen, was auch immer die Kosten sein sollten.” Nach dieser am 26. Juni gehaltenen Rede überschlugen sich türkische Medien mit Spekulationen über diene bevorstehende Militäroperation der türkischen Streitkräfte in Syrien, die auf die unilaterale Schaffung einer Pufferzone in Nordsyrien abzielen sollte. Regierungsnahe Zeitungen wie Yeni Safak berichteten von Marschbefehlen für 18.000 Soldaten, die bis zu 30 Kilometer tief in Nordsyrien eindringen sollten, um den letzten, rund 100 Kilometer breiten Grenzstreifen zu sichern, der noch nicht von den Einheiten der kurdischen Miliz YPG erobert wurde” – so beginnt der Artikel “Türkei-Syrien: Neue Eskalationsstufe?” von Tomasz Konicz am 02. Juli 2015 bei telepolis externer Link, worin ausführlich über die Haltung sowohl der USA als auch anderer politischer Kreise in der Türkei berichtet wird

Kinder Symbol des Wiederaufbaus von KobanêIn der Erklärung “Worker comrades! Organizations, syndicates and trade unions of workers!” vom 1. Mai 2015 reiht sich die Verwaltung des Kantons Kobanê externer Link in die Reihe all jener ein, die den Kampf um die menschliche Emanzipation führen und erneuert angesichts der nach wie vor besonders angespannten Lage – nach dem Sieg über die Terrortruppen nun der Kampf gegen eine regelrechte Blockade – den Aufruf zur Solidarität mit Rojava

Eine Schule für Kobanê - ein SolidaritätsaufrufDie Stadt Kobanè ist zum Symbol geworden. Von der Weltgemeinschaft weitgehend allein gelassen und von den Banden des ‘IS’ belagert, steht Kobanè für den Widerstand gegen jede Form von Unterdrückung. Kobanè ist das Symbol für den demokratischen Aufbruch in einer Region, die von Kriegen zerrüttet ist. Kobanè ist eine der größten Städte in der selbstverwalteten, demokratisch verfassten Region Rojava im kurdisch geprägten Teil Syriens. Um den Kindern von Kobanè eine Perspektive zu geben, werden wir nach Kräften den Aufbau einer Schule in der weitgehend zerstörten Stadt unterstützen. Unserer Hoffnung auf einen zivilen Aufbau verleihen wir durch dieses Vorhaben Ausdruck. Kobanè war nicht allein in den schrecklichen Tagen des Kampfes und wird von uns nicht allein gelassen, wenn es an den Wiederaufbau geht” – aus dem Aufruf der Initiative  “Eine Schule Für die Kinder von Kobanè”, auf deren Webseite externer Link es auch aktuelle wie grundsätzliche Informationen zum Schulwesen in der Stadt gibt

kurdische KämpferInnenDer Anteil von Menschen aus Syrien, die vor dem endlosen Mehrfachrkeig fliehen, wächst unaufhörlich – die meisten fliehen ins benachbarte Jordanien, sehr wenige etwa in die BRD. Die Menschen die nicht fliehen, leben unter Umständen, die täglich schlimmer werden, in einer faktisch zusammengebrochenen Wirtschaft. Und wer die Bilder auch aus Kobanê gesehen hat weiss zumindest, dass auch dort das Leben zumindest eines nicht ist: leicht. In dem Artikel „Syria: ‘anger’ at soaring unemployment and rising poverty“ von Adnan Abdul Razzaq am 15. Februar 2015 in Al Araby – Al Jadeed externer Link wird von der ökonomischen Lage in den von der Assad-Regierung kontrollierten Gebieten gesagt, dass die Schätzungen der Erwerbslosigkeit zwischen 40 und 80 Prozent der Bevölkerung liegen. Etwa 18 Millionen Menschen leben inzwischen unter der offiziellen Armutslinie – beides zusammen ein Umstand, der selbst den Allgemeinen Syrischen Gewerkschaftsbund dazu bringt, öffentlich seine „Besorgnis“ über die Entwicklung auszudrücken. In einem vom ASGB veröffentlichten Dokument wurde die Gefahr einer „dauerhaften Deformation“ der Wirtschaft gesehen – was für die Menschen real bedeutet, dass etwa der Preis für Brot und Reis seit 2011 um das Zwölfache gestiegen sei. Siehe dazu auch weitere Beiträge zur aktuellen Entwicklung in verschiedenen Teilen Syriens: (weiterlesen »)

DISK Diyarbakır: Wir helfen Kobanê wieder aufbauen!Der Regionalverband des Gewerkschaftsbundes DISK – der sozusagen am nächsten zur syrischen Grenze liegt – ruft GewerkschafterInnen dazu auf, sich an dem Wiederaufbau der befreiten Stadt Kobanê zu beteiligen. Kobanê ist ein Symbol geworden: Wenn marodierende Banden auf echten Widerstand stoßen, hauen sie ab. (Worin sich faschistoide Gangs, bei allen Unterschieden, gleichen: egal ob sie einen Kalifen haben oder einen Führer). Und zu einem Symbol des Zusammenlebens unterschiedlichster Menschen. Aber eben: Weitgehend zerstört. Also ist Wiederaufbau angesagt. Dringend für Alle, nicht nur für die Menschen, die da leben, weil solche Symbole gerade heute benötigt werden. 12.000 Freiwillige haben sich bereits bei der Gewerkschaft gemeldet – jetzt heisst die Forderung an die Regierung der Türkei, einen Korridor über die Grenze zu öffnen, damit der Zugang für die Hilfe beim Wiederaufbau gesichert ist, wie in dem Beitrag „DISK: We Have 12,000 Volunteers To Rebuild Kobanê“ am 07. Februar 2015 im Rojava-Report externer Link unterstrichen wird. Siehe dazu auch (weiterlesen »)

Kurdische Fraueneinheiten, die wesentlich zum Sieg über die Isisbande beigetragen habenDie Befreiung von Kobani habe bewiesen, dass ein gerechter Widerstand nicht zu besiegen sei, erklärte die Co-Vorsitzende der sozialistisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Asia Abdullah, die während der Kämpfe in der Stadt geblieben war. »Der Widerstand in Kobani hat den Mythos der Unbesiegbarkeit des IS nun endgültig gebrochen.« Das werde allen Menschen, die in Syrien und im Irak gegen den IS kämpfen Hoffnung geben. Abdullah warnte zugleich, dass der Sieg nicht gleichbedeutend mit einem Ende der Gefahr sei. Der IS sammele seine Kräfte für weitere Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltungsregion. Auch sei jetzt internationale Unterstützung beim Wiederaufbau der in weiten Teilen zerstörten Stadt erforderlich, damit die in die Türkei geflohene Zivilbevölkerung in ihre Häuser zurückkehren kann“ – aus „Mythos gebrochen“ von Nick Brauns am 28. Januar 2015 in der jungen welt externer Link , worin auch die seltsame Rolle der US-Koalition berichtet wird und welche andere linken Kräfte an dem Kampf beteiligt waren. Siehe dazu auch „La libération de Kobanê en vidéos“ eine aktuelle Videosammlung am 27. Januar 2015 bei Solidarité Ouvrière externer Link worin auch die Rolle der Fraueneinheiten deutlich wird, die wesentlich zum Sieg über die Isisbande beigetragen haben

Eine Kritik an linker Politik zu Rojava

So wichtig die schnelle Solidaritätsarbeit für Kobanê und Rojava war, so erschreckend ist es in gleich mehrfacher Hinsicht, in welch eindimensionaler und selektiver Weise die Geschehnisse von den deutschen Initiativen eingeordnet werden: So wird etwa im Aufruf der Neuen antikapitalistischen Organisation (NaO) und der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (»Solidarität mit Rojava – Waffen für die YPG/YPJ« vom 4. Oktober) anstatt vom syrischen Aufstand gerade einmal vom »syrischen Bürgerkrieg« geredet, in dessen Mitte die Kurdinnen und Kurden einen fortschrittlichen Gesellschaftsentwurf verteidigen würden. Die Interventionistische Linke geht ihn ihrem Rojava-Aufruf (»Solidarität mit Rojava. Wer wenn nicht wir? Wann wenn nicht jetzt?«), sogar noch ein Stück weiter und schafft es tatsächlich, abgesehen von einem in Klammern stehenden Hinweis, dass Rojava in Nordsyrien liegt, Syrien überhaupt nicht zu erwähnen. Das ist nicht nur ignorant und unsolidarisch gegenüber allen anderen Kräften in Syrien, es zeigt auch, wie wenig Interesse es an den Hintergründen im Nahen Osten und in Syrien gibt“ – aus dem Beitrag Romantik schadet von Elias Perabo und Harald Etzbach am 27. November 2014 in der jungle world externer Link , der auch dann lesenswert ist, wenn man die Ansichten nicht teilt

Massendemonstration in AleppoDouma ist ein Vorort von Damaskus – von einer der verschiedenen Fraktionen die sich auf die Religion berufen dominiert. Die natürlich allesamt eine Alternative sein wollen „zum Westen“ nur eben, wie auch in diesem Fall, Kapitalismus praktizieren, die örtliche „Wohltätigkeitsvereinigung“ hatte eben mal die Preise für Lebensmittel hochgeschraubt, da gab es Proteste, Uniformierte der Islamischen Armee eröffneten das Feuer, nur schossen die protestierenden Menschen zurück und die Proteste gehen weiter. Eine ausführliche Zusammenstellung der Berichterstattung über diese Ereignisse bietet Emeute de la vie chère contre « l’Etat Islamique » à Douma  am 16. November 2014 in Alain Berthos Blog anthropologie du présent externer Link , sowohl in englischer als auch, meist, in arabischer Sprache. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)