Sudan

Die brotpreisdemos im Sudan - jetzt auch in der Hauptstadt 18.1.2018Tausende demonstrierten am vergangenen Dienstag in Sudans Hauptstadt Khartoum gegen die Explosion der Brotpreise – nachdem in der Woche zuvor bereits in zahlreichen anderen Städten des Landes demonstriert worden war. Wie anderswo auch, konnte ein enormes Polizeiaufgebot auch in Khartoum die Demonstration nicht verhindern, zu der die Kommunistische Partei des Sudan aufgerufen hatte. Warum auch der Polizeiterror die Proteste nicht unterbinden konnte, liegt auf der Hand. Es geht für viele Menschen schlicht darum, nicht hungern zu müssen, denn die neuen Brotpreise würden für viele genau dies bedeuten. Der 50 Kilo-Sack Mehl soll nach dem Willen der Regierung von 167 auf 450 sudanesische Pfund explodieren – grob umgerechnet von knapp 10 US Dollar auf rund 25 Dollar je Sack. Im Anschluss an die Khartoumer Demonstration wurde der Generalsekretär der KP Sudans, Mokhtar al-Khatib in seinem Haus von einem Kommando des Geheimdienstes NISS fest genommen und verschleppt. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge, sowie den Twitter-Kanal zu den Aktionen und den Verweis auf unseren ersten Beitrag zu den Brotprotesten: (weiterlesen »)

Brotpreis-Proteste im Sudan breiten sich aus

Protest gegen Brotpreiserhöhunh in El Obei, Sudan am 12.1.18Seit vier Tagen protestieren Sudanesen gegen eine Verdoppelung der Brotpreise im Land. Das Regime des international geächteten Diktators Omar al-Bashir versucht die Demonstrationen vor allem mit Polizeieinsätzen und Tränengas aufzulösen, bis jetzt ohne grossen Erfolg. Nachdem die Unruhen am Samstag in der Krisenregion Darfur und im Teilstaat Blue Nile begonnen hatten, griffen sie am Sonntag auch auf die Hauptstadt Khartum über. Dort bewarfen Studenten die Sicherheitskräfte mit Steinen. In Geneina, der Hauptstadt der Provinz West-Darfur, wurde ein Student bei den Protesten vom Sonntag getötet. Ebenfalls am Sonntag konfiszierten Vertreter des allgegenwärtigen Geheimdienstes sämtliche Exemplare von sechs Tageszeitungen, die die Erhöhung des Brotpreises thematisiert hatten. Mehrere Vertreter der Opposition wurden verhaftet“ – aus dem Beitrag „Brotrevolte in der ehemaligen Kornkammer“ von David Signer am 09. Januar 2018 in der NZZ externer Link, worin auch die Privatisierung der Brotversorgung als eine der Ursachen der aktuellen Proteste erwähnt wird und die Kontinuität zu den Protesten wegen der Verteuerung der Energiepreise aufgezeigt. Siehe zu den aktuellen Protesten im Sudan zwei weitere Beiträge: (weiterlesen »)

Einer der vielen Proteste gegen giftigen Goldabbau im Sudan - hier im August 2017Mit der Abspaltung des Südsudans verlor der Sudan einen guten Teil der staatlichen Haupteinnahmequelle (für wen wohl?): Erdölvorkommen. Weswegen sich bis heute das Gerücht hält, neben anderen Kräften seien auch in der Welt nicht ganz unbekannte Unternehmen an dieser Abspaltung interessiert gewesen. Und die herrschende Klasse im Sudan zwang, sich um zu orientieren, was sie auch tat, das „Angebot“ im Land ist groß. Sprich: Gold. 2012 wurde eine kleine Goldmine – die 2009 noch für 1% der Ausfuhren des Landes stand – ausgebaut, so dass sie bereits 2014 für sage und schreibe 30% der sudanesischen Ausfuhren stand. Dem staatlichen Unternehmen sind Hunderte privat betriebene Subunternehmen zugeordnet – und zahlreiche Gruppierungen des „wilden Bergbaus“. Ihnen allen gemeinsam: Massiver Einsatz von Zyaniden und Quecksilber. In dem Beitrag „Soudan, ruée contre l’or !“ von Luiza Toscane am 06. September 2017 bei LCR La Gauche externer Link wird die Entwicklung des Widerstands beschrieben, der sich seit 2014 entfaltete und 2017 einen Höhepunkt erreicht hat. Die Kampfformen in verschiedenen Provinzen umfassen Versammlungen und Demonstrationen sowie Hungerstreiks ebenso, wie Straßenblockaden und die eine oder andere abgebrannte Maschine… Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag sowie eine Hintergrundinformation der französischen Botschaft im Sudan: (weiterlesen »)

Demonstration in Khartoum gegen Preiserhöhungen Dezember 2016Im Sudan, insbesondere in der Hauptstadt Khartoum, gibt es seit einiger Zeit regelmäßige Demonstrationen, welche von Aufstandsbekämpfungseinheiten der Reaktion angegriffen und zerstreut werden. Grund sind Streichungen von Subventionen für Kraftstoff, was zu einer Preissteigerung um 30 Prozent und Preissteigerungen auch in anderen Bereichen, wie Medikamenten, führte. Diese Proteste führten nun zu einem dreitägigem Streik“ – so beginnt der Bericht „Streik und Demonstrationen im Sudan“ am 02. Dezember 2016 bei Dem Volke dienen externer Link, worin auch noch zum Wirken der BRD festgehalten wird: „Zu dem Maßnahmen zählt auch die Stärkung des Repressionsapparats des alten maroden Staats. Dabei wurden u.a. hunderte Funker ausgebildet und in nahezu allen Bezirken des LAndes Polizeistationen mit Funktechnik ausgestattet. Eben dieser vom deutschen Imperialismus ausgebildeten und ausgerüstet Polizei stehen nun die Proteste gegenüber“. Siehe dazu drei weitere aktuelle Beiträge: (weiterlesen »)

Eine Woche Lehrerstreik in Süd Darfur

LehrerstreikWegen über Jahre hinweg angestauter Schulden der Behörden sind Anfang August die Lehrer an 12 Orten in Süddarfur in den Streik getreten: Eine echte Basisbewegung, da die offizielle Gewerkschaft nicht zum Streik aufrief. Dagegen hat die Democratic Teachers Alliance in South Darfur den Streik von Beginn an unterstützt – der bis zu einer befriedigenden Lösung andauern soll, wird in dem Beitrag South Darfur teachers’ strike enters fourth day externer Link am 07. August 2014 bei Radio Dabanga berichtet

  • Lehrerstreik erfolgreich beendet
    Über vier Wochen lang streikten die LehrerInnen von Süd Darfur – wegen Zahlungen, die ihnen die Regionalregierung teilweise seit 2007 schuldete. Jetzt, Ende August sind alle Schulden beglichen und die Streikenden haben die Arbeit wieder aufgenommen – in Erwartung der noch ausstehenden, ebenfalls noch nicht ausbezahlten Gehaltserhöhung. Der Bericht Arrears payment ends South Darfur education strike am 28. August 2014 bei Radio Dabanga

„Wir sind ungehorsam!“

#Abena: „Wir sind ungehorsam!“Im Twitter #Abena externer Link (wir sind ungehorsam) wird neben der Suche nach vermissten Menschen vor allem auch über Solidaritätsaktionen migrierter SudanesInnen rund um die Welt berichtet – und die Untaten des Regimes breit kommentiert. Siehe dazu auch: SRF proposes declaration to unite Sudanese opposition externer Link – die politische Plattform der Sudanese Revolutionary Front in der Sudan Tribune vom 01. Oktober 2013

Tote bei Protesten gegen Preiserhöhungen

change now in SudanGewalteskalation nach Demonstrationen gegen Preiserhöhungen wegen Streichung von Treibstoffsubventionen. Siehe dazu:

  • Massenfestnahmen: Das wankende Regime setzt weiter auf Repression
    Über 800 Festnahmen von AktivistInnen und Mitgliedern von Oppositionsparteien sowie Journalisten – das ist der jüngste Schritt des Regimes zur Repression der Proteste, die längst weiter reichen als nur bis zur Forderung nach Rücknahme der Subventionskürzung für Treibstoffe. Sudan escalates mass arrests of activists amid protest crackdown externer Link heisst der zusammenfassende Bericht von amnesty international vom 02. Oktober 2013 (weiterlesen »)

Ein Abkommen über die Zusammenarbeit nicht zuletzt in Fragen der Rentenansprüche haben die Sudan Workers’ Trade Unions Federation (SWTUF) und die South Sudan’s Workers Trade Union Anfan April diesen Jahres geschlossen – womit sie deutlich machen, dass sie auch eine Kraft der Zusammenarbeit sein wollen und sich nicht in eine Strategie von Spannungen einbinden lassen, wird aus dem redaktionellen Bericht “Sudan: Labor Unions in North and South Sudan Sign Agreement On Workers’ Outstanding Rightsexterner Link am 05. April 2013 in der Sudan Tribune (hier gespiegelt bei allafrica) deutlich