Gewerkschaften

Streiktag 10. Juli 2014 in GB, Irland und WalesAuf der jüngst stattgefundenen Konferenz des britischen Gewerkschaftsbundes TUC fand eine Initiative des landesweiten „Vertrauensleute – Netzwerkswerkes“ eine Mehrheit, die die Forderung nach einem Mindestlohn von 10 Pfund betraf. Der (Video) Bericht NSSN 209 – Video of NSSN lobby of the TUC externer Link vom 11. September 2014 beim National Shopstewards Network zeigt die letzte Aktion dieser erfolgreichen Basiskampagne

Streiktag 10. Juli 2014 in GB, Irland und WalesDie Beschäftigten des britischen öffentlichen Dienstes wollen am heutigen Donnerstag zeigen, was sie von der Kürzungspolitik der Regierung und den durch diese verursachten Niedriglöhnen halten. Bis zu zwei Millionen Beschäftigte in England, Wales und Nordirland sind von ihren Gewerkschaften zu einem 24stündigen Streik aufgerufen worden. Unter anderem werden Lehrer, Feuerwehrleute, Staatsangestellte und die Beschäftigten der Kommunen die Arbeit niederlegen“ – so beginnt der Artikel Arme Staatsdienster externer Link von Christian Bunke am 10. Juli 2014 in der jungen welt, worin auch die – unterschiedlichen – Gründe der verschiedenen Berufgruppen für den Streik berichtet werden. Siehe dazu auch:

  • 10. Juli: Millionen Streikende auf der Straße, Cameron droht mit Einschränkung des Streikrechts
    Quer durchs ganze Land, inklusive Irland und Wales, waren Massen von Menschen unterwegs, um deutlich zu machen, dass sie eine Politik ablehnen, die aus Kürzungen, Lohnbremsen, zahlreichen Schritten, Unternehmen billige stets verfügbare Arbeitskräfte zu besorgen und ähnlichen EU-Segnungen besteht. Die britische Regierung reagierte darauf mit Drohungen – die inhaltlich darauf abzielen, Streiks zu erschweren. In dem Beitrag Up yours, Cameron – one million public servants defy PM to strike externer Link berichtet Autor Tim Lezard am 10. Juli 2014 bei den Union News UK nicht nur von den Demonstrationen am Streiktag, sondern fasst auch zusammen, was für die Streikenden im öffentlichen Dienst die Hauptgründe waren – etwa der errechnete durchschnittliche Einkommensverlust von rund 2.200 britischen Pfund seit Camerons Regierungsantritt. (weiterlesen »)

„Die größte britische Gewerkschaft UNITE steht bis Frühjahr nächsten Jahres im Mittelpunkt des Interesses. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß befaßt sich mit angeblichen »terroristischen Methoden« der Gewerkschaft. Das Ergebnis dieses Ausschusses soll kurz vor Beginn eines Labour-Sonderparteitags präsentiert werden. Thema des Parteitags wird die Rolle der Gewerkschaften innerhalb der Parteistrukturen sein. Der Untersuchungsausschuß und die Pläne zur Eindämmung des politischen Einflusses der Gewerkschaften sind die Folgen einer Niederlage, deren Ausmaß UNITE erst noch verdauen muß…“ Artikel von Christian Bunke in der jungen Welt vom 17.12.2013 externer Link

“Kurz vor zwölf Uhr mittags. Nicht Gary Cooper bekämpft im Wilden Westen das Böse, sondern Labour-Chef Ed Miliband steht in der Rentneridylle Bournemouth den Chefs der britischen Gewerkschaften gegenüber. Ihr Verhältnis zur Partei bleibt gespannt…” Artikel von Ian King, London, im Neues Deutschland vom 12.09.2013 externer Link

„Zurzeit wird in Großbritannien ernsthaft über die Möglichkeit eines Generalstreiks diskutiert. Ist dies angesichts der historischen Erfahrung im Land – und der bestehenden gesetzlichen Beschränkungen – eine realistische Forderung? Bisher hat in Großbritannien erst ein einziges Mal ein Generalstreik stattgefunden. Im Jahr 1926 rief der TUC (Trades Union Congress) die Arbeiterschaft zur Unterstützung des Kampfes der Bergarbeiter auf, die ihre Löhne und Arbeitszeiten verteidigten. Nach neun Tagen des von der Regierung organisierten Streikbrechens blies der TUC den Generalstreik wieder ab. Die Bergarbeiter kämpften monatelang alleine weiter, viele von ihnen waren vom Hungertod bedroht. Das Scheitern dieses Streiks hat eine tiefgehende Wirkung in der britischen Arbeiterbewegung hinterlassen, die seither immer gezögert hat, diese Erfahrung zu wiederholen; die gewerkschaftsfeindlichen Gesetze von Margaret Thatcher taten ein übriges, um die Sache zu erschweren, indem sie Unterstützungsstreiks illegal machten…Artikel von Kate Hudson auf  transform! Europäisches Netzwerk für alternatives Denken und politischen Dialog – vom 19.04.2013 externer Link

Die liberal-konservative Regierung Cameron ist eine der wenigen in Europa, die sich noch traut, ein neues Atomenergieprogramm aufzulegen. 14 Milliarden britische Pfund sollen in ein neues AKW in Hinkley Point in Somerset investiert werden – wodurch 25.000 neue Jobs entstehen sollen – was in extrem überlegter Weise die Begeisterung der Gewerkschaften hervorruft. Sprecher von Unite, Prospect und GMB begrüssten das neue Atomprogramm sowohl wegen der Jobs, als auch wegen der sicheren Energieversorgung, wird in dem Beitrag “Unions welcome new nuclear power jobs boostexterner Link von Tim Lezard am 20. März 2013 bei union news UK dokumentiert

Am 2. Februar fand in Coventry die Gründungskonferenz des Civil Service Rank & File (CSRF) Network statt, das als Ergebnis einiger Auseinandersetzungen im Herbst 2012 entstand, bei denen mehrfach streikende Beschäftigte sich von der Gewerkschaft nicht eben gut organisiert fanden. In der bevorstehenden Urabstimmung in der Gewerkschaft PCS für den Streik zu stimmen, diesen mit europäischen Aktionstagen zu koordinieren, für dauerhaften Kampf einzutreten statt einzelner Aktionstage, Kontakte mit Basisnetzwerken anderer Gewerkschaften zu knüpfen und bei allen Aktivitäten für ihre Ausweitung und Verstärkung einzutreten, das waren jene Punkte des Arbeitsprogramms der Tagung, die verabschiedet wurden, berichtet in “Civil Service Rank & File Network conference – a reportexterner Link Autor Phil am 03. Februar 2013 bei libcom.org.

Am vorletzen Wochenende demonstrierten 900 Gewerkschafter durch ein sonniges Brighton. Lautstark brachten sie ihre Forderung zu Gehör: Einen Generalstreik, so schnell wie möglich. Adressat dieser vom Betriebsrätenetzwerk »National Shop Stewards Network« (NSSN) organisierten Botschaft waren die Delegierten des jährlichen Kongresses des britischen Gewerkschaftsbundes TUC, welcher vom 9. bis zum 12. September in dem südenglischen Badeort. Für die Demonstranten drehte sich alles um den Antrag Nr. 5, eingebracht von der Gefängniswärtergewerkschaft POA. Dort heißt es: »Der Kongreß begrüßt die ›future that works‹-Demonstration, die für den 20. Oktober 2012 geplant ist. Der Kongreß erkennt weiter an, daß nach der Demonstration alle TUC-Gewerkschaften ihre Stimme erheben müssen, um die Beschäftigten im öffentlichen und privaten Sektor, die Erwerbslosen, unsere Kinder, alte Menschen und alle verwundbaren Teile unserer Gesellschaft zu schützen. Der Kongreß akzeptiert, daß die Gewerkschaften den Kampf gegen diese Regierung von der Front mit einer Koalition des Widerstandes führen müssen. Wir brauchen koordinierte Streiks, wo möglich zusammen mit weit reichenden Kampagnen, die die Möglichkeit und Praktikabilität eines Generalstreiks mit einschließen” – so beginnt der Artikel “Es fängt an, weh zu tun” externer Link von Christian Bunke am 18. September 2012 in der jungen welt.

Siehe dazu auch: “Video of NSSN lobby of the TUC” externer Link vom 17. September 2012 bei National Shopstewards Network