Dossier

J'ai (très) mal au travail. Ein 90minütiger Dokumentarfilm über die moderne Arbeitsorganisation und ihre GefahrenMit Amazon Flex will sich der E-Commerce-Riese ein Stück weit unabhängiger von seinen Logistikpartnern machen. Die Lieferboten sind nicht festangestellt, sondern arbeiten auf eigene Rechnung. (…) „Sie sind Ihr eigener Chef, legen Ihren eigenen Plan fest und haben mehr Zeit, Ihre Ziele und Träume zu verfolgen“, mit diesen Worten preist Amazon das Flex-Angebot gegenüber potenziellen Lieferboten an. Die sollten sich indes im Klaren darüber sein, dass sie neben Steuern und Abgaben auch die Benzin-, Wartungs- und Versicherungskosten für ihren Wagen aus den Gewinnen bezahlen müssen. Mit dem Vorstoß könnte Amazon langfristig auch seine Logistikpartner und damit auch indirekt deren Kurierfahrer unter Druck setzen. Die arbeiten schon heute bisweilen unter prekären Bedingungen. Eine Uberisierung von Lieferfahrten dürfte diese Entwicklung kaum ins Positive verkehren.” Beitrag vom 10.11.2017 bei t3n externer Link, siehe dazu:

  • Scharfe Kritik an Amazons privaten Paketboten New
    „… Der Onlinehandel wächst weiter rasant. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 3,3 Milliarden Sendungen verarbeitet, 6,1 Prozent mehr als noch 2016. Seit der Jahrtausendwende hat sich das Sendungsvolumen damit nahezu verdoppelt. Und es wird in den kommenden Jahren noch mehr werden. Der Bundesverband Paket und Expresslogistik rechnet für 2022 mit rund 4,3 Milliarden Sendungen. Ein großer Teil davon entfällt auf Amazon, denn der Konzern hat inzwischen einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent am deutschen Onlinehandelsumsatz. Inzwischen geht Amazon auch in Deutschland verstärkt dazu über, die Logistik komplett selbst in die Hand zu nehmen. Dazu wurde vergangenen November auch der Dienst Amazon Flex gestartet, bei dem Privatleute Pakete für den US-Konzern ausliefern. „Seien Sie ihr eigener Chef“, wirbt Amazon und lockt mit einem Verdienst von bis zu 68 Euro für vierstündige Lieferschichten. Bislang sind die privaten Paketboten in Berlin und München aktiv. Etwa 100 Fahrer arbeiten hierzulande für Amazon. Der Konzern bietet den Dienst zudem in den USA, Großbritannien, Spanien und Singapur an. Doch das Angebot sorgt auch für Kritik. „Eine ‚Uberisierung’ darf es auf dem deutschen Paketmarkt nicht geben“, sagt Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linkspartei mit Verweis auf den US-Fahrdienst Uber, der mit Privatleuten als Taxialternative agiert. Schon jetzt seien die Bedingungen für Kurierfahrer „miserabel“, sagt Meiser. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warnt, dass die Arbeitsstandards in der Branche durch Amazon Flex weiter ausgehöhlt würden. Die großen Paketdienstleister würden durch den zunehmenden Wettbewerb ebenfalls verstärkt Subunternehmen anheuern, die wiederum Aufträge an Subunternehmer und „angebliche Solo-Selbstständige“ weitergeben. Dadurch würden Vorgaben zu Arbeitszeitregeln unterlaufen und die Löhne gedrückt. So erhalten angestellte Zusteller, die nach Tarif bezahlt werden, in Berlin 11,38 Euro. Dagegen klingen bis zu 16 Euro Stundenlohn bei Amazon Flex zunächst lukrativ. Doch davon müssen die Fahrer die Kosten für Sprit, KfZ-Versicherung oder Reparaturen abziehen. Unter dem Strich sollen dann noch etwa 10 Euro übrig bleiben.Amazon verdrängt mit seinem neuen Geschäftsmodell nicht nur reguläre Beschäftigung, sondern verschiebt das unternehmerische Risiko vollständig auf die privaten Kurierfahrer“, sagt Meiser. „Für viele Fahrerinnen und Fahrer dürfte gar nicht absehbar sein, welche persönlichen Risiken sie eingehen.“ So haften sie beispielsweise beim Verlust oder Schäden an den Paketen…“ Artikel von Oliver Voß vom 25.07.2018 im Tagespiegel online externer Link
  • Amazon greift etablierte Logistiker mit neuem Zustelldienst an, damit wächst der Druck auf Beschäftigte 
    … Auch hierzulande verbreitet der nimmersatte Amazon-Boss Jeffrey Bezos Angst und Schrecken. Weil die Paketzusteller von Post-DHL, DPD und UPS angesichts des rasant wachsenden Onlinehandels längst an ihre Grenzen stoßen, ist der Konzern drauf und dran, eine hauseigene Vertriebsinfrastruktur aufzubauen. Wie die Frankfurter Neue Presse am Montag schrieb, wurden dazu in den vergangenen drei Jahren im gesamten Bundesgebiet neun Verteilzentren hochgezogen, darunter eines im hessischen Raunheim. Dort sei im Oktober 2017 mit 200 Beschäftigten auf 13.000 Quadratmetern der Betrieb aufgenommen worden. (…) Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 27. Juni erstreckt sich das Angebot bisher auf rund 20 Städte in Deutschland. Allerdings erhalten die Betroffenen ihre Pakete nicht durch Amazon »persönlich« ausgehändigt, sondern nur in dessen Namen. Tatsächlich stellt der Konzern die Paketboten nicht eigens an, sondern kooperiert mit kleineren, mittelständischen Zustelldiensten wie Interkep, DHS, Frankfurter Liefer-Factory oder Kelsterbacher R&B Logistik. Sie alle treten lediglich unter Amazon-Flagge in Erscheinung. Bis dato soll Amazon Deutschland insgesamt 35 vornehmlich regional agierende Unternehmen an sich gebunden haben. (…) Die Post-Manager versetzen die Bezos-Pläne für Deutschland jedenfalls in Alarmbereitschaft. Laut einem Vorstandspapier von Mitte 2017, aus dem das Handelsblatt am 24. Juni zitierte, steht Amazon derzeit für gut 17 Prozent des DHL-Paketaufkommens. Bricht dieser Posten weg, drohen große Verluste, die in dem Papier mit Gewinneinbußen von 115 Millionen Euro jährlich beziffert sind. Weiter heißt es, Amazon Logistics könnte in vier Jahren derart wachsen, dass die Post nur noch doppelt so viele Pakete austrägt wie Amazon selbst. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Branche sind jetzt schon miserabel. Mit einem allmächtigen »Arbeitgeber« Amazon wird der Druck noch einmal deutlich zunehmen. Laut SZ-Bericht experimentiert der Konzern in München und Berlin bereits mit Freiberuflern, die mit ihren eigenen Fahrzeugen Sendungen ausfahren – gegen ein Honorar von 16 Euro pro Stunde. Eine »Verzerrung des Lohngefüges« befürchtet denn auch die Verdi-Logistikexpertin Sigrun Rauch. Wie sie der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 9. Juli sagte, sei nach ihrer Kenntnis keines der von Amazon beauftragten Subunternehmen Mitglied im Unternehmerverband der Speditions- und Logistikbranche, der sich verpflichte, branchenübliche Tarife zu bezahlen.“ Artikel von Ralf Wurzbacher vom 24.07.2018 in der jungen Welt externer Link
  • Amazon Flex: Flex und fertig
    Im eigenen Auto, gesteuert per App: Seit Kurzem liefern Privatleute Amazon-Bestellungen aus. Wie Uber für Pakete. Kritiker protestieren am Black Friday gegen den Konzern. (…) Die ersten Fahrer seien bereits in der vergangenen Woche in der Hauptstadt für Amazon Flex unterwegs gewesen, sagt eine Unternehmenssprecherin. Wie viele genau, dazu schweigt Amazon und verweist auf die Erfahrungen in den USA, Großbritannien und Singapur, wo es den Dienst schon länger gibt. “Tausende Lieferpartner” fahren laut einer Unternehmenssprecherin allein in Großbritannien mit dem Privat-Pkw für den Internethändler durch die Innenstädte. Eine inoffizielle Facebook-Gruppe, in der sich Flexfahrer der Insel organisieren, zählt derzeit 3.800 Mitglieder; in der Facebook-Ortsgruppe für Los Angeles sind es 1.700. (…) Was der US-Konzern nun mit Flex auch in Deutschland anbietet, klingt, als hätte jemand die Arbeit der Fahrradkuriere, die für Deliveroo und Foodora Restaurantessen ausliefern, mit der der Uber-Fahrer gekreuzt. Alle drei Unternehmen stehen für ein neues Modell, bei dem die Beschäftigten ihre Anweisungen per App und Algorithmus bekommen und der Arbeitgeber, wie Kritiker anprangern, sich im digitalen Nebel aus der Verantwortung stiehlt. Ist Amazon Flex der nächste Schritt, um Mitarbeiter hierzulande in Miniunternehmer zu verwandeln, die auf eigene Rechnung arbeiten – und auf eigenes Risiko?…” Artikel von Bernd Kramer und Juliane Frisse vom 24. November 2017 bei der Zeit online externer Link
  • Mit dem Privatauto Amazon-Pakete ausliefern
    Der Internethändler Amazon hat eine Art Uber für Pakete nun auch in Deutschland gestartet: Selbständige sollen in Berlin mit ihrem Privatauto Bestellungen ausfahren. (…) Potenzielle Paketboten müssen volljährig sein und einen Führerschein, ein Auto und ein Smartphone haben. Eine vierstündige Lieferschicht werde mit bis zu 64 Euro entlohnt, verspricht Amazon. Dieser Maximalverdienst entspräche einem Stundenlohn von 16 Euro, läge also deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro. Aus der Ausschreibung geht nicht hervor, ob Amazon sich auch an den Unterhaltskosten für die Fahrzeuge der Privatpersonen beteiligen wird...” Artikel vom 10. November 2017 bei der Zeit online externer Link