Resolution der IG Metall Vertrauensleute Mercedes Benz Untertürkheim: „Schluss jetzt. Protest, Widerstand, Streik! Die Bosse wollen Klassenkampf? Können sie haben!“

Dossier

„Schluss jetzt. Protest, Widerstand, Streik“ – eine Resolution der IG Metall Vertrauensleute Mercedes Benz Stuttgart Untertürkheim im Juni 2026Fast kein Tag vergeht, an dem nicht ein Unternehmen ankündigt, zu entlassen oder auf unsere Kosten ,sparen“ zu müssen. Die Krise ist allgegenwärtig. Und die Bosse wollen uns dafür bezahlen lassen. (…) Bessere Politik braucht unseren gewerkschaftlichen und politischen Kampf! Deshalb warten wir nicht, bis uns jemand bittet zu protestieren. Wir fangen damit an! Sich selbst leidtun, auf eine vermeintliche ,Alternative für Deutschland“ hoffen oder Bitten und Betteln bei der Regierung hilft nicht. (…) Wir engagieren uns in unserer Gewerkschaft und verlangen so bald wie möglich, Demonstrationen gegen die Gier der Bosse, gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft zu organisieren. Bis hin zum Streik. Und wenn die Gewerkschaftsspitzen sich zieren, dann machen wir das selbst.“ Resolution der Vertrauensleute Mercedes Benz Untertürkheim vom Juni 2026 , die weitere Teile in der IG Metall inspiriert hat:

  • Petition: GEGENWEHR JETZT! Den Generalangriff der Bosse und ihrer Regierung stoppen. Für kämpferische Gewerkschaften. Für die Verteidigung unserer Errungenschaften.
    „… Wahrscheinlich haben viele von uns zu lange an die „Sozialpartnerschaft“ geglaubt. Denn die Realität sieht schon lange anders aus. Die Unternehmerverbände, die Bundesregierung und wir Beschäftigten verfolgen offensichtlich sehr unterschiedliche Interessen: Sie wollen auf unseren Kosten ihre Krise überwinden und ihre Profite sichern oder sogar ausweiten. Wir dagegen wollen ein würdiges Leben mit guten Arbeitsbedingungen, sozialer Sicherheit, Gesundheit und Frieden.
    Interessengegensatz erfordert Widerstand
    Wer heute noch so tut, als säßen Beschäftigte, Gewerkschaften und Unternehmer im selben Boot, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit in den Betrieben. Wir erleben täglich, dass wir in einer Klassengesellschaft leben. Wir erleben, dass die Interessen von Beschäftigten und die Interessen von Konzernvorständen immer häufiger diametral gegenüberstehen. Die Angriffe werden nicht aufhören, wenn wir stillhalten. (…)
    Es ist gut, dass ver.di Proteste zur Verteidigung des Sozialstaats organisiert. Es ist gut, dass die IG Metall am 21. September zu einem Aktionstag in der Auto- und der Zulieferindustrie aufruft. Es ist gut, dass der DGB am 26. September bundesweit Demos organisiert. Das alles wird aber nicht reichen. (…) Deshalb unterschreibt jetzt für: GEGENWEHR JETZT! für Kampfbereitschaft statt Anpassung – für unsere Rechte, unsere Lebensstandards und unsere Zukunft.Die Petition samt dem Aufruf zu Unterschriften wurde voreilig veröffentlicht, noch werden Erstunterzeichnende gesammelt – wir bitten um Verzeihung und Geduld! New

  • Widerstand und kein Schritt zurück – offener Brandbrief von Mercedes Vertrauensleuten und Betriebsräten an den Vorstand der IG Metall
    „… Mitte Juni beschlossen die IG Metall Bereichs-Vertrauenskörperleitungen bei Mercedes Untertürkheim eine Resolution, in der sie die aktuelle Politik der Bundesregierung mit klaren Worten beschreiben. Dort heißt es, mit dem angekündigten Stellenabbau, der geplanten Abschaffung des 8-Stunden-Tags und all den weiteren Angriffen auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen hätten die Bosse und ihr Staat uns, den lohnabhängig Beschäftigten, den Krieg erklärt. Damit sprechen die Kollegen vielen von uns aus der Seele. (…) Umso größer waren unser Erstaunen und unsere Empörung, als wir wenige Tage später den Gastkommentar von Christiane Benner gemeinsam mit dem milliardenschweren BDI-Präsidenten Peter Leibinger und dem Vorsitzenden der IGBCE, Michael Vassiliadis, lesen mussten. (…) Mit dem Kapital gemeinsam die Feder zu schwingen und gleichzeitig uns Mitgliedern die Kampfbereitschaft zu predigen hat mit Authentizität nichts zu tun. Wir fragen uns: welche der beiden Seiten spielt uns etwas vor? (…) Wir sagen es ganz deutlich: Damit spricht unsere Vorsitzende weder in unserem Namen noch im Namen der vielen Tausend aktiven betrieblichen Kolleginnen und Kollegen, die hinter uns stehen. Was uns zusätzlich verwundert: Warum erscheint dieser Kommentar nur wenige Tage nach der Untertürkheimer Resolution? Ist der Gastkommentar als bewusster öffentlicher Widerspruch zu der Positionierung aus unseren Betrieben gemeint? (…)
    Wir wollen es deshalb noch einmal klar sagen: Die Unternehmerverbände, die Bundesregierung und wir Beschäftigten verfolgen gegenwärtig offensichtlich sehr unterschiedliche Interessen. Sie wollen auf unseren Kosten ihre Krise überwinden und ihre Profite sichern oder ausweiten. Wir dagegen wollen gute Arbeitsstandards erhalten, soziale Sicherheit, bezahlbaren Wohnraum, gute Bildung, Gesundheit und Frieden. (…)
    Wir erleben in unserem Betrieb jeden Tag, dass wir in einer Klassengesellschaft leben. Wir erleben, dass die Interessen von uns lohnabhängig Beschäftigten und die Interessen von Unternehmensleitungen und der Regierung immer häufiger diametral gegenüberstehen. Gleichzeitig sehen wir aber auch die Chance, aus diesen Konflikten gestärkt hervorzugehen. Als Gewerkschaft, die sich nicht alles gefallen lässt. Als Gewerkschaft, die wieder kämpft. Und als Gewerkschaft, die ihre Stärke aus den Betrieben und den Kollegen bezieht. Die Errungenschaften, die unzählige Kollegen vor uns hart erkämpft haben, dürfen wir uns nicht zahnlos aus der Hand nehmen lassen
    …“ Der sehr umfangreiche am 11. August 2026 im „Forum gewerkschaftliche Linke Berlin“ dokumentierte offene Brief externer Link sollte in Gänze gelesen werden

    • siehe diesen auch als pdf-Datei externer Link und dessen Hintergründe im Vorspann von Peter Vlatten: „… Es gibt Fragen, die beantwortet sein wollen. Eine davon ist, wie ernst meint es die eigene Führung damit, den notwendigen Widerstand zu organisieren, um die gegenwärtige Angriffswelle von Kapital und Regierung zurückzuschlagen? Wie ehrlich gehen wir als Gewerkschafter:innen miteinander um?
      Vertrauenskörper und Betriebsräte von Mercedes-Benz haben am 3. August 2026 dazu einen „offenen Brief“ an den Vorstand der IG Metall verschickt. Anstoß war eine gemeinsame Erklärung externer Link der Vorstände von IG Metall und IG BCE mit dem Unternehmerverband BDI, über die das Handelsblatt berichtete. Der IG Metall Vorstand hatte nach unseren Informationen eine kurzfristige Beantwortung zugesagt. Nachdem diese Antwort nun auch nach 10 Tagen nicht vorliegt, ist der Zeitpunkt gekommen, den Brandbrief breit zu veröffentlichen. Es ist das gute Recht aller Gewerkschafter:innen, über grundlegende Kontroversen in den eigenen Organisationen zeitnah informiert zu werden
      …“
  • Die Vertrauensleute von Mercedes-Benz Untertürkheim haben vorgelegt – IG Metall-Ortsjugendausschüsse und kämpferische IG-Metaller bei VW legen jeweils nach
    • Kämpferische IG-Metaller bei VW: Schluss jetzt. Protest, Widerstand, Streik! Die Bosse wollen Klassenkampf? Können sie haben!
      Fast kein Tag vergeht, an dem nicht ein Unternehmen ankündigt, zu entlassen oder auf unsere Kosten „sparen“ zu müssen. Die Krise ist allgegenwärtig. Und die Bosse wollen uns dafür bezahlen lassen. (…) Das Geld, was in den Sozialkassen durch die Sparmaßnahmen fehlt, flieẞt auch in die Aufrüstung. Unsere Jugend soll wieder für die Profite der Konzerne in den Krieg ziehen. Bessere Politik braucht unseren gewerkschaftlichen und politischen Kampf! Deshalb warten wir nicht, bis uns jemand bittet zu protestieren. Wir fangen damit an! Genau so, wie die Vertrauensleute von Mercedes Untertürkheim! Sich selbst leid zu tun, auf eine vermeintliche, Alternative für Deutschland“ zu hoffen oder Bitten und Betteln bei der Regierung hilft nicht. (…)
      Wir sind Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Volkswagen-Werken. Wir sind Vertrauensleute, Betriebsräte und Vertrauenskörperleitungen. Vor allem aber sind wir kämpferische IG-Metaller. Wir stellen uns dem geplanten Stellenabbau entgegen und lehnen jede weitere Kürzung ab
      …“ Flugblatt vom 3.8.2026 
    • Die Vertrauensleute von Mercedes-Benz Untertürkheim haben vorgelegt. Als IG Metall-Ortsjugendausschüsse (Südwest) ziehen wir nach
      Die Vertrauensleute von Mercedes-Benz Untertürkheim haben vorgelegt. Als IG Metall-Ortsjugendausschüsse Stuttgart, Esslingen, Freiburg-Lörrach, Ludwigsburg-Waiblingen, Reutlingen-Tübingen und als JAV Mercedes-Benz Untertürkheim ziehen wir nach. Fast jeden Tag hören wir: Jobs werden gestrichen, Auszubildende und Studierende nicht übernommen, ganze Werke schlieẞen. Überall soll gespart werden – vor allem auf unsere Kosten. Und nicht nur im Betrieb werden wir angegriffen.
      Auch die Politik gibt den Forderungen der Kapitalisten immer weiter nach (…)
      Während bei uns gekürzt wird und wir unsere Jobs verlieren, ist plötzlich genug Geld da: für Aufrüstung und Krieg. Auẞerdem wird die Wehrpflicht wieder eingeführt, da wir dieses Elend im Zweifel sogar mit unserem eigenen Leben verteidigen sollen. Aber statt ,,fürs Vaterland zu sterben“, wollen wir:
      – Sichere Jobs und eine unbefristete Übernahme nach Ausbildung & Studium.
      – Eine gute Bezahlung in Ausbildung & Studium.
      – Den Erhalt von Ausbildungsplätzen.
      – Investitionen in Soziales und Gesundheit statt Militär.
      – Frieden für alle.
      Doch eins ist klar: Das bekommen wir nicht geschenkt. Denn: die Kapitalisten – und wir? Wir spielen nicht im selben Team.
      Die machen Profit. Wir machen die Arbeit. Die werden reicher. Wir sollen verzichten.
      Rumjammern bringt nichts. Betteln auch nicht. Und darauf hoffen, dass irgendwer das schon regelt, erst recht nicht. Wenn sich etwas ändern soll, dann nur, wenn wir es selbst in die Hand nehmen und kämpfen.
      Deshalb sagen wir: Protest, Widerstand, Streik!
      Im Folgenden schlieẞen wir uns den Worten der Vertrauensleute aus Untertürkheim an
      …“ Erklärung dokumentiert  am 31. Juli 2026 im „Forum gewerkschaftliche Linke Berlin“ externer Link („Die Krise gehört Euch, die Zukunft gehört uns – Teile der IG Metall Jugend Südwest gehen in die Offensive!“) der IG Metall-Ortsjugendausschüsse Stuttgart, Esslingen, Freiburg-Lörrach, Ludwigsburg-Waiblingen, Reutlingen-Tübingen und als JAV Mercedes-Benz Untertürkheim
    • auch als „Resolution von IG Metall-Ortsjugendausschüssen und JAV Mercedes-Benz Utexterner Link bei der VKG – Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften
  • Zur Resolution der Vertrauensleute Mercedes Benz Untertürkheim gibt es ein Mobi-Video auf youtube externer Link vom 23. Juni 2026 mit Transkript

Siehe auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=236250
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