“Sparprogramm” und Effizienzsteigerung dank E-Auto auch bei Daimler – Leiharbeiter zuerst…

Dossier

Elektro-MobilitätDer Betriebsratsvorsitzende bei Daimler in Untertürkheim stellt fest: „Durch die E-Mobilität steigt für die Autobauer der Druck auf die zukünftigen Renditen und der Zwang zu Kostenoptimierungen“. (…) Um dem tendenziellen Sinken der Profitrate entgegen zu wirken und angesichts einer neuen Stufe des internationalen Konkurrenzkampfes, sind die Monopole zur Steigerung der Profitmasse gezwungen. Daimler und Porsche haben deshalb neue „Sparprogramme“ von vier bzw. sechs Milliarden Euro aufgelegt. Wenn im Zentrum der Programme die „Steigerung der Effizienz in der Produktion“ steht, dann ist das nur eine schöne Umschreibung zur Steigerung der Rationalisierung und Arbeitshetze. Die Beschäftigen müssen sich deshalb auf eine Verschärfung des Kurses einstellen. Eine wesentliche Methode bei Daimler sind dabei Fremdvergaben von Aggregaten und Produktionsschritten in einem bisher nicht gekannten Umfang. So soll in Mettingen die Stahlgießerei und Bearbeitung von Turboladergehäusen wegkommen, in Sindelfingen die Sitzfertigung in Hulb. Statt den Bruch bisheriger Vereinbarungen und Zusagen seitens der Werkleitungen zu beklagen, wie es die Betriebsratsspitze macht, gilt es solchen Programmen den Kampf anzusagen; und zwar dort, wo es dem Kapital weh tut: wenn nämlich die Produktion von Autos und Profit aufgrund von Streiks nicht mehr läuft.“ Beitrag vom 17.08.2018 bei Rote-Fahne-News externer Link: “Autokonzerne reagieren auf sinkende Profitrate – “Sparprogramme” stehen für Steigerung der Rationalisierung und Arbeitshetze” – siehe dazu:

  • Onlineaktion der IG Metall „Zukunft Daimler“ / Daimler-Marienfelde: Erneut LKW-Tor blockiert / Solidarität mit den Beschäftigten bei Daimler (Berlin-Marienfelde|Rede) New
    • Zukunftssicherung bei Daimler gelingt nur mit Solidarität – Daimler-Beschäftigte fordern: Mit uns, nicht gegen uns!
      „Wir wollen diese Transformation so gestaltet haben, dass niemand Angst und Sorge um seine Existenz haben muss“, sagt Michael Brecht, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Daimler AG. Dafür will Brecht gemeinsam mit den Beschäftigten und der IG Metall Druck auf den Vorstand aufbauen. Eine der nun gestarteten Aktionen: Der Vorstand bekommt einen Denkanstoß verpasst – beziehungsweise ganz viele Denkanstöße. Wie die Zukunft zu sichern ist, das können die Beschäftigten von Daimler dem Vorstand per Postkarte wissen lassen, auch alle anderen Metallerinnen und Metaller können sich mit ihrer Unterschrift solidarisch zeigen. Unterschriften und Postkarten werden dem Vorstand dann bei der nächsten Aufsichtsratssitzung zugestellt. Zehntausende sollen es werden. „Damit setzen wir ein Zeichen, was Zukunftssicherung für uns bedeutet: Wir wollen mehr über kluge Zukunftsinvestitionen und Qualifizierungsmaßnahmen sprechen, die die Beschäftigten im Blick haben. Nicht über Sparen mit dem Ziel des Arbeitsplatzabbaus“, erklärt Brecht. (…) Gemeinsam kämpfen die Beschäftigten aller Daimler-Standorte für ihre Zukunft. Für sie ist klar: Solidarität gewinnt. An der Spitze der Bewegung dabei sind der Daimler-Betriebsrat, die Vertrauensleute und die IG Metall. Alle wissen, wie man Zukunft sichert und die Transformation gestaltet. Das haben sie in der Vergangenheit bereits bewiesen. Gemeinsam fordern sie daher den Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius dazu auf: Investitionen in neue Technologien und Produkte an den bestehenden Standorten zu tätigen. Die Beschäftigten zu informiert und zu beteiligen. Der Wandel gelingt nur mit ihnen. An allen Standorten die Beschäftigung zu sichern und die sich im Wandel liegenden Chancen durch Qualifizierungsoffensiven zu nutzen…“ Meldung vom 18.11.2020 der IG Metall externer Link zur Onlineaktion „Zukunft Daimler“ externer Link
    • Daimler-Marienfelde: Erneut LKW-Tor blockiert
      “Am Dienstag, dem 17. November, haben erneut rund 40 kämpferische Gewerkschafter das LKW-Tor zum Mittag-Schichtwechsel blockiert. Im Mittelpunkt ihr Transparent „Streik ist die Sprache, die sie verstehen“. Vorausgegangen waren in der Woche davor zwei selbständige Aktionen der Kollegen, worauf die IG Metall zu einer großen Protestkundgebung aufrief. Auf Schildern protestierten sie erneut gegen die geplante massive Arbeitsplatzvernichtung und die Einstellung der technischen Berufsausbildung. Wegen dem Dauer-Nieselregen gab es nur kurze Ansprachen, dafür aber viele kleine Corona-Klein-Gesprächsgruppen und immer wieder Sprechchöre: „Wir kämpfen, wir kämpfen, um jeden Arbeitsplatz!“. Einstimmig wurde beschlossen, sich in einer Woche wieder am Tor zu versammeln.“ Meldung vom 18.11.2020 bei Rote Fahne News externer Link
    • Solidarität mit den Beschäftigten bei Daimler (Berlin-Marienfelde|Rede)
      Am Produktionsstandort bei Daimler in Berlin-Marienfelde sind bis zu 2.500 Kolleg*innen von der Kündigung bedroht, sollte das Werk komplett geschlossen werden. Am Montag und Dienstag gab es bereits vor dem Werktor Protestaktionen. Unsere Sprecherin Angelika Teweleit war vor Ort, um die Kolleg*innen zu unterstützen. Hier ist eine kurze Rede, die sie gehalten hat.” Audio der Rede am 17.11.2020 bei VKG externer Link Audio Datei
  • Das Vorbild des Arbeitskampfes bei Whirlpool in Italien kann die 1.300 Jobs bei Daimler Düsseldorf retten
    “Bei Galeria Kaufhof/Karstadt gab es keinen einzigen Streiktag gegen die 4.000 Kündigungen. Gleiches droht gerade beim Daimlerwerk in Düsseldorf mit 1.300 Entlassungen. Aber ein Beispiel aus Italien zeigt, wie Arbeitskampf aussehen kann, wenn man sich nicht nur auf die Gewerkschaftsführungen und die Politik verlässt. (…) Mein Name ist Daniel Umbscheiden und ich habe noch vor kurzem bei Galeria Kaufhof/Karstadt gearbeitet. Seit dem 31.Oktober 2020 bin ich arbeitslos da es keinen Plan B gab im Arbeitskampf, bzw. dieser nicht umgesetzt wurde. Galeria Kaufhof/Karstadt war ein standhaftes Unternehmen mit 172 Filialen, von denen letztlich 42 geschlossen wurden. Der Arbeitskampf beschränkte sich im größten Teil nur auf die Betriebsräte, die sich Hilfe bei Gewerkschaften und der Politik suchten. Es wurden viele Gespräche geführt, viele Hände geschüttelt und es gab einige mündliche Zusagen zur Unterstützung der Arbeitnehmer:innen, damit sie nicht ab dem 31. Oktober auf der Straße stehen. Dabei blieb es aber letztendlich auch. Durch die Politik wurden die Mitarbeiter:innen in falsche Sicherheit gewiegt. (…) Schauen wir nach Italien bzw. auf die US-Firma „Whirlpool“ in Neapel. Das Werk sollte am 31.Oktober 2020 Werk geschlossen werden. Trotz der Versprechen der Regierung zu helfen, fallen am Ende 400 Arbeitsplätze mitten in der Pandemie weg, in der es eh schwierig ist, einen neuen Job zu finden. Genau wie bei Galeria Kaufhof/Karstadt wurden viele Gespräche geführt und Hände geschüttelt. Zusammen mit der Gewerkschaft wurden Verhandlungen geführt, um die Arbeitsplätze zu sichern und Investitionen von 250 Millionen in den nächsten 3 Jahren vorzunehmen. Es hieß, das Unternehmen sei zu Jobgarantien verpflichtet worden im Austausch für wirtschaftliche Anreize und Steuererleichterungen. Nichts davon passierte und die Investitionen blieben aus und man erklärte, dass das Werk geschlossen werden muss. Das gleiche Schicksal von Galeria Kaufhof/Karstadt trifft auch Whirlpool. Doch der Unterschied zum Arbeitskampf in Deutschland kam in Italien deutlich zum Vorschein. Die Arbeitnehmer:innen ließen dies nicht auf sich sitzen und riefen selbst zu Streiks und Besetzungen auf, um darauf aufmerksam zu machen, was gerade mit ihnen in der Pandemie gemacht wird. Dies weckte eine riesige Welle der Solidarität und man sammelte zum Beispiel bei einer Petition über 60.000 Unterschriften. Am 5. November besetzten die Arbeitnehmer:innen einen Bahnhof, um die Regierung auf sich aufmerksam zu machen und die Versprechen der Politik einzufordern. Sie machten damit ihrem Unmut Ausdruck und zeigten, dass man es nicht akzeptiert, wenn die Politik nicht handelt. Man will das Versprechen der Arbeitsplatzsicherheit eingelöst sehen. Am 9. November besetzten die Arbeitnehmer:innen nun auch den Flughafen in Neapel, um zu zeigen, dass man sie nicht mit warmen Worten stehen lassen kann. (…) Auch in Deutschland wären dies wichtige Schritte, die Arbeitnehmer:innen gehen sollten, um zu zeigen, dass man nicht den Aktionär:innen Millionen an Dividenden ausschütten kann, während man hunderte Mitarbeiter:innen in Zeiten der Pandemie auf die Straße schmeißt. Tausende Beschäftigte bei Galeria Kaufhof/Karstadt, der Lufthansa oder auch im Automobilsektoren wie bei MAN sind von Entlassungen betroffen. In Düsseldorf feuert Daimler in seinem Sprinterwerk 1.300 Leiharbeiter:innen. Trotz Gewinnen und Dividenden-Ausschüttungen sollen sie in die Arbeitslosigkeit gehen. Das kann nicht der richtige Weg sein und wir wollen keine Politik, die dies einfach zulässt. Deswegen müssen wir dafür kämpfen, dass auch hier in Deutschland die Entlassungen nicht einfach hingenommen werden und die Arbeitnehmer:innen selbst aktiv werden. Die Beschäftigten müssen ihr Recht auf Streiks und Besetzungen wahrnehmen sowie unsere DGB-Gewerkschaften dazu auffordern, diese Entlassungen nicht hinzunehmen!…“ Beitrag von Daniel Umbscheiden vom 15.11.2020 bei KlassegegenKlasse externer Link – Daniel Umbscheiden ist ehemaliger Beschäftigter bei Kaufhof. Siehe zu Whirlpool unser Dossier
  • Daimlerwerk Berlin-Marienfelde im Tesla-Fieber: 2500 Beschäftigte, die Verbrennungsmotoren und Getriebe herstellen, fürchten das Aus für ihren Betrieb 
    “Kurz vor 13 Uhr kommen am Donnerstag schätzungsweise 300 Beschäftigte des Mercedes-Benz-Werks in Berlin-Marienfelde aus den Toren des Betriebs zu beiden Seiten der Daimlerstraße. Auf einem Transparent steht: »Unser Werk, unsere Arbeit, unsere Familien. Tradition bewahren, Zukunft machen.« Die Gewerkschaft IG Metall verteilt ihre roten Fahnen. (…) Für die 2500 Beschäftigten ist es kein Grund zum Jubeln, dass die Zeit der Verbrennungsmotoren, die hier gebaut werden, langsam abläuft. Sie würden alternativ gern Teile für Elektroautos fertigen, um eine berufliche Perspektive zu haben. Wenn der Standort nicht auf Elektromobilität umschwenkt, droht eine Schließung des Werks auf Raten, da der Konzern nicht mehr in die Produktion von Verbrennungsmotoren investieren will. Das weiß auch der Betriebsratsvorsitzende Michael Rahmer nur zu genau. »Wir sind gesprächsbereit«, versichert der Mann, der seit 44 Jahren in dem Betrieb tätig ist. »Aber es gibt nichts, worüber man reden könnte. Es liegt kein Konzept vor.« Rahmer formuliert es bei der Kundgebung drastisch: »Wir sind am Arsch!« Dass die technische Berufsausbildung auslaufen soll, sei ein schlechtes Zeichen. Ein schlechtes Zeichen ist auch, dass der Werksleiter zum US-Konzern Tesla wechselt, der 50 Kilometer entfernt im brandenburgischen Grünheide eine Fabrik für seine modernen Elektroautos errichtet, die im Sommer 2021 eröffnen soll. Ahnt er etwa, dass in Marienfelde bald Schluss ist? (…) Eigentlich ist diese Personalie nur eine Randgeschichte, wenn auch eine bezeichnende. Mit dem Schicksal des deutschen Traditionsunternehmens Mercedes Benz und der Zukunft des Marienfelder Betriebs hat Tesla nur indirekt zu tun. Jan Otto, Bevollmächtigter der IG Metall, betont ausdrücklich, dass er nichts dagegen habe, wenn Tesla in Grünheide 8000 Arbeitsplätze schafft. Das könne für Berlin und Brandenburg nur gut sein. Nicht geholfen wäre der Region allerdings, wenn dafür genauso viele Jobs anderswo wegfallen – zum Beispiel hier in Marienfelde. Es gebe leider Pläne, perspektivisch nur 500 bis 700 Jobs an diesem Daimler-Standort übrig zu lassen. Dagegen kämpft die IG Metall. Schließlich zahlt Mercedes Tariflöhne, für Berliner Verhältnisse »Top-Gehälter«, wie Otto sagt. Bei Tesla weiß man nicht, wie viel Geld die Mitarbeiter in Grünheide bekommen werden. Otto hat in seiner Zeit bei der IG Metall noch nie erlebt, dass ein neues Unternehmen freiwillig Tarif zahlt. Da brauchte es immer den Druck der gewerkschaftlich organisierten Belegschaft. Otto nennt es eine Lüge, dass für die Produktion von Elektroautos weniger Mitarbeiter benötigt werden als für Autos mit Verbrennungsmotoren. Dass der Daimler-Konzern trotz des angekündigten harten Sparkurses nicht plane, sein Berliner Motoren- und Antriebswerk in Marienfelde zu schließen, hatte Vorstandsmitglied Markus Schäfer erst Ende September vor Journalisten erklärt. Der Kommunikationschef der Daimler AG, Jörg Howe, bekräftigte am Mittwochabend gegenüber »nd«, dass der Standort erhalten werden solle. In welcher Konfiguration sei allerdings derzeit Gegenstand intensiver Verhandlungen…“ Artikel von Andreas Fritsche und Tomas Morgenstern vom 12.11.2020 bei Neues Deutschland online externer Link, siehe dazu:

    • Außer Betrieb. Passt zu Kahlschlagsplänen des Konzerns: Autobauer Daimler will Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde de facto stillegen
      Erste Berichte gab es bereits Ende September. Das Daimler-Management will nicht mehr in die Motorenproduktion im Mercedes-Benz-Werk Berlin-Marienfelde investieren. Von aktuell 2.500 Arbeitsplätzen soll der IG Metall (IGM) zufolge lediglich ein Fünftel übrigbleiben. Das wäre faktisch das Aus für den Standort, übrigens das älteste, 1902 gegründete Werk des Autobauers. Die Belegschaft ist längst alarmiert, zeigt sich kämpferisch. Am vergangenen Donnerstag zog mit rund 1.200 Beschäftigten beinahe die komplette Schicht über das Betriebsgelände vor die Werkstore. Ein Protestsignal für den Standorterhalt samt Aufruf, die Produktion klimafreundlich zu transformieren. Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IGM Berlin, betonte vor den Demonstrierenden: »Wir wissen, dass wir von der Verbrennertechnologie Abschied nehmen müssen. Dazu sind wir bereit.« Das Know-how – von der Fertigung bis zur Entwicklung sei vorhanden. »Der Mut ebenfalls, nur den Managern fehlt er bisher«, sagte Otto. Jetzt braucht es Initiativen von unten, das wissen die Beschäftigtenvertreter. (…)Erste Kundgebungen fanden bereits Anfang vergangener Woche statt. Bis zu 80 Beschäftigte und solidarische Aktivisten versammelten sich vor den Zufahrtsstraßen des Werkes. »Wie stark der Druck ist, etwas zu tun«, habe die Demonstrationsbereitschaft am Donnerstag belegt, sagte Angelika Teweleit, eine der Sprecherinnen der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften (VKG), am Sonntag gegenüber jW. Die Botschaft der kritischen Gewerkschafter und Daimler-Kollegen stand in großen Lettern auf einem meterlangen Transparent: »Streik ist die einzige Sprache, die sie verstehen.« Für Teweleit ist klar: Es dürfe keine Zugeständnisse mehr geben, die Erfahrung zeige, Verzicht sichere keine Arbeitsplätze, sondern ermutige Konzernbosse zu weiteren Angriffen. Nur: Wird die IG Metall standhalten, gar in der Krise offensiver auftreten? Zuversicht gibt es. Der Gewerkschaftsvorsitzende Jörg Hofmann hatte am 8. November in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erklärt: »Corona macht uns kreativer in den Aktionsformen, aber nicht zahnlos.« Und wie geht der Kampf um die Traditionsfabrik in Berlin weiter? Aktionen stehen an, eine Großdemo nach der Betriebsversammlung am 9. Dezember etwa. Dann, so der örtliche IGM-Chef Otto, »wird es Feuer vom Himmel regnen.«” Artikel von Oliver Rast in der jungen Welt vom 16.11.2020 externer Link
    • Werk Berlin – Solidarität gewinnt. Kampf gegen Stellenabbau bei Daimler in Berlin. Spontane Aktion bei Daimler in Berlin: 1200 Beschäftigte verlassen Werkbänke und Büros. Videos vom 14.11.2020 bei IG Metall @ Daimler externer Link
  • Daimler Untertürkheim: Abbruch der Verhandlungen – und nun? 
    “Letzte Woche gab der IG-Metall-Betriebsrat in einem Info an die Belegschaft bekannt, dass die Verhandlungen mit dem Konzern abgebrochen werden und Überstundengenehmigungen zurückgezogen sind. Das war die Reaktion auf die Proteste und Kritiken der Belegschaft. Diese soll Einsparungen bringen, zugesagte Produkte werden nicht verwirklicht, 4000 Arbeitsplätze im Werk sollen vernichtet werden. Auch geht das Gerücht herum, dass die Auslerner nicht unbefristet übernommen werden sollen. (…) Es ist deshalb zu begrüßen, wenn der Betriebsrats-Vorsitzende Michael Häberle jetzt zum Widerstand gegen die Angriffe des Vorstandes aufruft. In den Abteilungen, Pausenversammlungen und unter Vertrauensleuten muss darüber diskutiert werden, mit welchem Ziel und wie der Kampf geführt werden soll. So richtig die Verweigerung von Überstunden ist, damit wird man den Vorstand nicht von seinen Plänen abbringen können. Das Verhandlungsziel kann auch nicht sein, die Einhaltung des gescheiterten Zukunftsvertrages bzw. Eckpunktepapiers zu fordern. Wir brauchen eine intakte Umwelt zum Leben, deshalb ist der Ausstieg aus der fossilen Verbrennung richtig und notwendig. Das darf aber nicht auf unsere Kosten gehen! Wir fordern einen Anteil an dem Produktivitätssprung durch die Einführung neuer Antriebstechnologien mit der Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, also auf Kosten der Profite von Daimler! …“ Beitrag vom 07.11.2020 bei Rote Fahne News externer Link, siehe auch:

    • Zukunft des Standortes Untertürkheim: Daimler Betriebsrat reagiert heftig auf möglichen Stellenabbau und Mehrarbeit
      “… Angesichts der Umstrukturierung und der laufenden Verhandlungen um die Zukunft der Produktionsstätte in Untertürkheim kündigte der Betriebsrat an keine Anträge auf Mehrarbeit mehr zu genehmigen. „Wir lassen uns nicht mit unserer Zukunft erpressen“, schrieb das Gremium in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die der StZ.de vorliegt. Betroffen sind vor allem die Bereiche der Produktion, aber auch produktionsnahe Bereiche und die Logistik. In dem Untertürkheimer Werk werden Motoren, Achsen und Getriebe gefertigt. Im Rahmen der Zukunftsverhandlungen will der Betriebsrat verhindern, dass Teile für Verbrennungsmotoren abwandern. Daimler habe den Betriebsrat „mit einer Entweder-Oder-Drohung“ konfrontiert, heißt es in der Mitteilung. „Entweder verzichten wir auf die Einhaltung der benannten Vereinbarungen oder wichtige Zukunftsprodukte – die Beschäftigung auch nach 2030 sichern würden – kommen an andere Standorte und nicht nach Untertürkheim!“ (…) Der Stuttgarter Autobauer bedauert die Reaktion des Betriebsrats, wie eine Sprecherin der Daimler AG gegenüber der Stuttgarter Zeitung verlauten ließ: „Untertürkheim solle seine Kompetenzen im Bereich E-Mobilität weiter ausbauen. Dafür müssten jedoch Voraussetzungen geschaffen werden, etwa hinsichtlich der Flächengestaltung. Dazu gehört auch, dass nicht am angestammten Portfolio festgehalten werden kann.“ Klassische Motoren-, Getriebe- und Komponentenumfänge würden Schritt für Schritt abnehmen. Der Betriebsrat dagegen bezeichnet die vorliegenden Vorschläge als „Wortbruch“ und fordern „die Umsetzung der Transformationszusagen“ und erwarten „konkrete Maßnahmen und sinnvolle Vorschläge hierzu“.“ Artikel von Julia Cuprakowa vom 08.11.2020 bei echo24 online externer Link
  • 8.10.: Protestversammlungen bei Daimler in Stuttgart und Mettingen / Viele Kolleginnen und Kollegen sind für Streik / Betriebsratsliste „Zentrum Automobile“ gegen Protesttag 

    • Proteste gegen Job-Vernichtung bei Daimler in Untertürkheim – Parkhaus „gekapert“
      “… Im Sommer wurde bereits ein Sparpaket verabschiedet. So wird u.a. ab 1. Oktober für ein Jahr befristet die Arbeitszeit für Beschäftigte der Verwaltung und der indirekten Bereiche (Entwicklung, Logistik, Instandhaltung etc.) um 2 Stunden verkürzt – und zwar ohne Entgeltausgleich. Das sind fast 6 Prozent weniger Lohn! Jetzt wurde die nächste Runde der Angriffe gestartet! Der Standort Untertürkheim sei zu teuer, deshalb würde Produktion in Werke nach Osteuropa verlagert werden, so die Konzernleitung. Viele in der Vergangenheit getroffene Vereinbarungen werden vom Daimler-Vorstand in Frage gestellt. In der Information des Untertürkheimer Betriebsrates an die Beschäftigten heißt es: „Ein Katalog voller Provokationen, der für uns nicht in Frage kommt.“ Der Berliner Betriebsrat schreibt: „Sie nennen es Zielbildverhandlung, wir nennen es Kahlschlag. Der Kampf um unsere Zukunft beginnt jetzt!“ (…) Ein einfacher Protest auf dem Werkgelände war den Mettinger KollegInnen zu banal. Sie wollten mal wieder was Spektakuläres machen. Deshalb „kapern“ sie das nächstgelegene Parkhaus. Über 2000 ziehen entschlossen Richtung Parkhaus, die Straßen und Kreuzungen sperren die Kollegen selbst, Polizei brauchen sie dazu nicht, das haben sie schon 2004 bei der Besetzung der Bundesstraße 10 zwischen Mettingen und Untertürkheim bewiesen. Selbstermächtigung eben! Mit dabei auch 150 Azubis, die für eine Zukunft im Werk kämpfen. Die Stimmung ist kämpferisch, die Reden ebenso. Ein großes Transpi am Parkhaus sagt klar und deutlich: „Kampffähig trotz !!!Corona!!!“ Es gibt Solidaritätsgrüße von den am gleichen Tag streikenden SSB-KollegInnen. Für den Sprecher der SSB-Vertrauensleute ist der Angriff auf die Daimler-Kollegen „ein Angriff auf uns alle, auf die ganze Region, der gemeinsam zurückgeschlagen werden muss. Die ganze Region steht hinter euch, ihr steht nicht allein.“ In der Solidaritätserklärung der Vertrauenskörperleitung vom Daimler-Werk in Wörth heißt es: „Wir haben diese Strategie durchschaut und sehen den Angriff auf Euch als Provokation der gesamten Daimler Belegschaft. Wir halten es deshalb für dringend geboten, dass wir als gesamte Daimler-Belegschaft diesen und weitere Angriffe auf unsere Standorte und Arbeitsplätze gemeinsam zurückweisen und diesen konzernweit den Kampf ansagen.“ Daimler-Solidarität über die Werke hinweg – das ist in dieser Situation wichtig und notwendig…“ Beitrag von Christa Hourani vom 13.10.2020 bei der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften (VKG) externer Link
    • Daimler: Viele Kolleginnen und Kollegen sind für Streik
      Etwa 100 Daimler-Kolleginnen und -Kollegen sind heute Morgen vom Cannstatter Motorenwerk zum Daimler-Stammwerk nach Stuttgart-Untertürkheim gelaufen, um an der IG-Metall-Protest– und Infoversammlung teilzunehmen. Daimler will den Kolleginnen und Kollegen die Versammlungszeit vom Lohn abziehen, was auf viel Kritik stößt. Kolleginnen und Kollegen diskutierten: „Die drei Stunden weniger Lohn nehme ich in Kauf. Wenn wir nichts machen, ist der ganze Arbeitsplatz weg.“ (…) Es gibt viele Diskussionen unter den Kolleginnen und Kollegen. So gehen viele mit der Meinung: „Das macht schon die IG Metall“. Die Kolleginnen und Kollegen wollen die IG Metall als Kampforganisation! Allerdings kann weder die IG Metall noch der Betriebsrat zu einem Streik um jeden Arbeitsplatz aufrufen, da wir in Deutschland kein allseitiges gesetzliches Streikrecht haben. Zum Teil wirkt auch noch eine abwartende Haltung. Bei manchen wirkt auch noch die Hoffnung, dass der Daimler-Vorstand von seinen Plänen ein Stück weit abrückt, wenn man ihm Zugeständnisse macht. Diese Meinung ist aber in der Minderheit. Viel diskutiert wird, wie man jetzt richtig kämpft. Als Spalter trat die faschistoide Betriebsratsliste „Zentrum Automobile“ auf. Deren Mitglieder und Anhänger hatten und haben regelrecht gegen den heutigen Protesttag gearbeitet. Das wurde zu Recht von der Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen kritisiert. (…) Kritisiert wurde auch das von der Werksleitung vorgeschobene Argument „Corona-Schutz“ bei der Arbeit, mit dem verhindert werden soll, dass es Gruppengespräche in den Hallen gibt. Am Band müssen die Kollegen aber ganz eng beieinander stehen und arbeiten. Guter Gesundheitsschutz muss gegen Daimler durchgesetzt werden, aber Gruppengespräche können wir Corona-gerecht organisieren!Bericht vom 08.10.2020 bei den Rote-Fahne-News externer Link der MLPD
    • [Düsseldorf] Daimler-Belegschaften – Bereit für einen konzernweiten Kampf
      “… Am 8. Oktober haben sich 35 bis 40 Kollegen von Daimler Düsseldorf in der Pause an einem zentralen Platz mit Corona-Abstand versammelt und folgende Erklärung verabschiedet: “Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute wäre ein guter Tag für einen konzernweiten Aktionstag gewesen. Statt einzeln an jedem Standort unverschämte Angriffe zurückzuweisen, müssen wir mit einer Stimme sprechen: Wer die Produktion umstellt und uns als Kostenfaktoren beleidigt, soll selbst sehen wie die Autos gebaut werden. Wir sagen: Nicht auf unseren Rücken! Die Lohnkosten fallen seit Jahren, z. B. von 14,6 Prozent Anteil am Umsatz in der Autobranche im Jahr 2000 auf 12 Prozent im Jahr 2016. Von der Hälfte, 1,3 Prozentpunkte, könnte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich finanziert werden. Dann würden nicht 1300 Leiharbeiter arbeitslos bzw. Zigtausende im ganzen Konzern. Es gibt unter uns auch noch Bedenken und zum Teil Ängste. Wir sagen: Wenn wir die Angst teilen, wird sie weniger. Wenn wir Mut teilen, wird er noch größer. Wir stehen heute deshalb auch hier in Düsseldorf und zeigen: Wir sind bereit für einen konzernweiten Kampf. Für die Festeinstellung aller Leiharbeiter! Es ist nicht zu spät!” (…) „Liebe Kolleginnen und Kollegen in Untertürkheim und Mettingen: Der Protest bei euch … ist auch bei uns, der Türenmontage in der Halle 56 bei Daimler in Sindelfingen, Thema. Wir möchten euch unseren Zusammenhalt und unseren gemeinsamen Kampf versichern. Die 20 Prozent ‚Einsparungen‘ auf Kosten von Arbeitsplätzen werden wir nicht kampflos hinnehmen. Das Teilen und Spalten lassen wir nicht zu. Wir sind eine Konzernbelegschaft bei Daimler und das werden wir auch verteidigen. Den geplanten Werksschließungen und dem Arbeitsplatzabbau werden wir unseren Widerstand entgegensetzen. Gemeinsam sind wir stark! Nur wer kämpft, kann gewinnen – wer nicht kämpft, hat schon verloren.“…“ Beitrag vom 09.10.2020 bei Rote Fahne News externer Link
    • Protestversammlungen bei Daimler in Stuttgart und Mettingen
      1000 Kolleginnen und Kollegen protestierten im Daimler-Werk Untertürkheim: An der IG-Metall-Versammlung im Hauptwerk Stuttgart-Untertürkheim haben etwa 1000 Daimler-Kolleginnen und -Kollegen teilgenommen. Die Stimmung war angespannt und kämpferisch. Allein der Fakt, dass diese Versammlung überhaupt stattgefunden hat, ist schon ein Zugeständnis der Kampfbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen. Es sprachen zwei Betriebsräte der IG Metall bei Daimler, darunter auch Michael Häberle, der Betriebsratsvorsitzende des Werks in Stuttgart-Untertürkheim. Dieser erhielt allerdings, im Gegensatz zu seinem Kollegen, der auch ausdrücklich den Kapitalismus kritisierte, etwas weniger Beifall. Das beide Reden durchaus kämpferischen Charakter hatten, zeigt die Stimmung an der Basis. So orientierten sie darauf, dass sich die Belegschaften aller Daimler-Werke gemeinsam wehren müssen. Es wurde ebenfalls darauf eingegangen, dass es hier keine „Gewinner“ oder „Verlierer“ gibt, und damit explizit auf die Belegschaften der Daimler-Werke in Osteuropa verwiesen. Allerdings haben sie dann doch vor allem auf Verhandlungen orientiert, in deren Rahmen es „mehr Druck“ bräuchte. Dabei sind es doch gerade diese Verhandlungen, mit denen die Belegschaften jahrzehntelang ruhig gehalten wurden, nur um jetzt einen Frontalangriff durchzuführen. (…) Etwa 100 Daimler-Kolleginnen und -Kollegen sind heute Morgen vom Cannstatter Motorenwerk zum Daimler-Stammwerk nach Stuttgart-Untertürkheim gelaufen, um an der IG-Metall-Protest– und Infoversammlung teilzunehmen. Daimler will den Kolleginnen und Kollegen die Versammlungszeit vom Lohn abziehen, was auf viel Kritik stößt. Kolleginnen und Kollegen diskutierten: „Die drei Stunden weniger Lohn nehme ich in Kauf. Wenn wir nichts machen, ist der ganze Arbeitsplatz weg.“…” Berichte vom 8.10.2020 bei den Rote-Fahne-News externer Link von den Protestversammlungen der IG Metall bei Daimler
    • Weltweite Solidarität im Kampf gegen die massiven Angriffe auf die Daimler-Belegschaften! Konzernweiter Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
      Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit Empörung lehnen wir die am 23. September bekannt gewordenen provokativen Pläne des Daimler-Vorstands zur Schließung von Standorten und weitere massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen in Deutschland ab. Im Juli wurde noch in einer Eckpunkte-Vereinbarung mit dem Gesamtbetriebsrat der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 zugesichert. Aktuell wurde bei MAN, wo 9.500 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, die Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungsgarantie bis Ende 2029 gekündigt. Es zeigt sich, dass diese Vereinbarungen lediglich Beruhigungspillen sind. Jetzt verkündet der Daimler-Vorstand auf einer Investorensitzung: Die Profitlinie muss höher werden, 20% “Einsparungen” vor allem beim Personal. Geschätzt wird von Insidern, dass in den nächsten Jahren insgesamt 20 – 30.000 Arbeitsplätze bei Daimler vernichtet werden sollen. Daimler orientiert auf „freiwillige“ Abfindungen, Altersteilzeit oder Frühpensionierungen. Doch jeder vernichtete Arbeitsplatz fehlt unserer Jugend schmerzlich. Deshalb Kampf um jeden Arbeitsplatz! Daimler greift jetzt mit seiner Ankündigung übergreifend Belegschaften an mehreren Standorten in Deutschland an. Wir lehnen entschieden jeden Versuch ab, die Daimler-Konzernbelegschaften nach internationalen Standorten, Ost und West, Produktion und Verwaltung, Jung und Alt aufzuspalten und gegeneinander auszuspielen. Diese massiven Angriffe auf erfahrene und kampferprobte Belegschaften erfordern den konzernweiten Zusammenschluss, mutigen Kampf bis hin zum konzernweiten Streik. Dafür machen wir uns stark und stehen an der Seite der kämpfenden Belegschaften. Wir wünschen euch und uns viel Kraft, Ausdauer und Solidarität. Als Internationale Automobilarbeiterkoordination werden wir euren Kampf weltweit bekannt machen und rufen die internationale Automobilarbeiterbewegung auf, sich fest und solidarisch an eure Seite zu stellen…” Soli-Erklärung der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz vom 8. Oktober 2020 bei der Automobilarbeiterkoordination externer Link, siehe ebd. da auch: Koordinierungsgruppe Deutschland: Solidarität mit den Daimler-Kolleginnen und Kollegen externer Link
  • Daimler Management will Standort Berlin rasieren: Tesla kommt, Mercedes Benz geht? / Betriebsversammlung Daimler Marienfelde unterbrochen 
    “In der vergangenen Woche hat das Daimler-Management intern Sparmaßnahmen für alle deutschen Werke verkündet und angekündigt, in die Motorenproduktion im Mercedes Benz-Werk Berlin nicht mehr investieren zu wollen. Steht das Werk vor dem Aus? (…) „Mit dem angekündigten Investitionsstopp für Berlin befürchten wir das Schlimmste“, sagt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Es scheint, als wenn das Unternehmen das Gelände aufgeben und meistbietend verscherbeln will. Das geht gar nicht. Hilfloser kann ein Management nicht agieren.“ (…) „Es macht überhaupt keinen Sinn, ein dermaßen gut etabliertes Werk mit seinem ganzen Knowhow gezielt ausbluten lassen zu wollen. Dagegen werden wir uns mit allen Beschäftigten und mit der IG Metall zur Wehr setzen“, sagt Michael Rahmel, der Betriebsratsvorsitzende des Standortes in Marienfelde. „Wir haben eine Beschäftigungsgarantie bis 2030. Die ist Grundlage der Gespräche mit dem Management.“ Jan Otto appelliert an das Management, sich weiterhin fair und sozialpartnerschaftlich zu verhalten. „Viele Monate Corona-Kurzarbeitergeld einstreichen und gleichzeitig eine ganze Produktion stilllegen zu wollen, passt dazu nicht“, so Jan Otto weiter. „Klar ist, dass die Berliner Produkte auch weiterhin im Konzern gebraucht werden. Wir werden nicht zulassen, dass das Management klammheimlich Produktionslinien des Verbrennermotors nach Rumänien oder Polen verschiebt.“ Er fordert das Management auf, nun dringend seine Hausaufgaben zu erledigen und gemeinsam mit Betriebsrat und IG Metall Zukunftsperspektiven für das Mercedes Benz-Werk-Berlin zu entwickeln: „Wir sind dazu bereit und haben jede Menge Ideen“, so der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Die Ankündigung der schrittweisen Produktionsstilllegung ist auch das falsche industriepolitische Signal“, so Jan Otto weiter. „Es kann doch nicht angehen, das Tesla keine 50 Kilometer vom Mercedes Benz-Werk Berlin entfernt ein ganz neues Werk mit 10.000 Arbeitsplätzen baut und dem Daimler-Management fällt gleichzeitig nicht mehr ein, als vor der Zukunft zu kneifen und sein ältestes produzierendes Werk hier dicht machen zu wollen. Das ist verheerend für Deutschlands Premium-Automarke.“ Meldung vom 23.09.2020 bei der IG Metall Berlin externer Link und dort verschiedene Presseberichte, siehe auch:

    • Betriebsversammlung Daimler Marienfelde unterbrochen
      “… Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost sollen im Daimler-Werk in Marienfelde mittelfristig von den derzeit 2500 Arbeitsplätzen lediglich 600 bis 700 übrig bleiben. Auf der Versammlung eierte der Werksleiter herum: Man würde sich bemühen, man müsste sich neu orientieren, plaplapla, aber das Werk bliebe bestehen. Der neue IG-Metall-Bevollmächtige Jan Otto gab sich teils kämpferisch. Unter anderem sagte er, dass Daimler zu spät den Absprung vom Verbrenner geschafft hat und die Zellfertigung für E-Autos in Deutschland stattfinden soll: „Wir werden unsere Stimme erheben“. Am Schluss bewarb er sich um das Verhandlungsmandat, um auf Standortebene das Beste für das Berliner Werk herauszuholen und sich dafür einzusetzen. Dafür wurde eiligst – mit dem Taxi – gerade noch zur Unterbrechung der Betriebsversammlung das dann in Szene gesetzte Transparent angeliefert. „Unser Werk, unsere Arbeit, unsere Familien, Tradition bewahren, Zukunft machen!“, stand darauf geschrieben. Ein Kollege prangerte das Verbrennen fossiler Energie an. Und er machte deutlich, dass die Kapitalisten die Verantwortung dafür haben, dass die Umwelt schon heute weitgehend zerstört wurde. Er würde lieber umweltfreundliche Transportmittel produzieren, statt Luxusautos für die Reichen. Er sei der Auffassung, „dass wir uns mit aller Kraft dagegen wehren müssen, dass unsere Umwelt und unsere Existenz für den unermesslichen Reichtum der Aktionäre geopfert werden soll.“. Statt mit den Leitbildverhandlungen darauf zu setzen, ein bisschen was für den eigenen Standort herauszuholen, plädierte er für einen konzernweiten Streik und Kampf um jeden Arbeitsplatz. Diesen Klärungsprozess gilt es jetzt auszutragen, nachdem die außerordentliche Betriebsversammlung nicht beendet, sondern unterbrochen wurde.“ Beitrag vom 25.09.2020 bei Rote Fahne News externer Link
  • Gesamtbetriebsvereinbarung “Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und zur Senkung der Arbeitskosten” abgeschlossen 
    Nach intensiven Gesprächen zwischen Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung haben wir in den letzten Wochen die Details zur neuen Gesamtbetriebsvereinbarung “Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung und zur Senkung der Arbeitskosten” geklärt. Wir haben Maßnahmen vereinbart, die der momentanen Situation Rechnung tragen und mit denen wir die Arbeitskosten senken. Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat bestätigen die Gültigkeit und Inhalte der Zukunftssicherung 2030. Mit dieser Vereinbarung, die vom 1. Oktober 2020 bis 31. Dezember 2021 gilt, sollen kurzfristige Arbeitskosteneinsparungen erreicht werden, um parallel unsere Strukturen zukunftsfähig zu machen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die anstehenden Herausforderungen der Transformation erfolgreich zu meistern. Die Gesamtbetriebsvereinbarung enthält daher neben Bausteinen zu Kostensenkung wie Arbeitszeitreduzierung in indirekten Bereichen oder den Entfall der Ergebnisbeteiligung für 2020 auch Inhalte zu Qualifizierungsmaßnahmen. Damit bereiten wir uns darauf vor, zielgerichtet in Themen zu qualifizieren, die wir benötigen, um den Wandel hin zu emissionsfreier Mobilität erfolgreich bewältigen zu können. Daneben bleiben die freiwilligen Angebote für Ausstiegsmöglichkeiten in indirekten Bereichen weiterhin bestehen; gerade das Instrument der Frühpensionierung haben wir nochmals attraktiviert durch die Möglichkeit, eventuelle Rentennachteile teilweise zu kompensieren. Die Beschäftigten in den Produktionsbereichen sind von der Arbeitszeitverkürzung nicht betroffen. Dies wäre angesichts unserer Produktionsprogramme und der zugrundeliegenden Schichtsysteme derzeit nicht das geeignete Instrument. Die vereinbarten Maßnahmen sind mit Einschnitten verbunden. Sie sind jedoch ein notwendiger Kompromiss, um der momentanen Situation unseres Unternehmens Rechnung zu tragen. Dabei war es unser Ziel, dass die Beiträge jeder und jedes Einzelnen überschaubar bleiben und wir mit diesen Maßnahmen dazu beitragen, um sagen zu können: Beschäftigung ist bei Daimler weiter gesichert…” GBR-News vom 23.09.2020 bei IG Metall @ Daimler externer Link, siehe allerdings auch:

    • Angriff auf Zentrale – Betriebsrat: Daimler-Vorstand will am Stammsitz in Untertürkheim Tausende Stellen streichen
      “Die Konzernspitze des Autobauers Daimler zielt beim Kürzungsprogramm nun auch auf seinen Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim. Nach einem am Mittwoch verbreiteten Schreiben des Betriebsrates (BR), welches jW vorliegt, sollen dort bis zum Jahr 2025 rund 4.000 Stellen gestrichen werden. Im Mercedes-Werk in Untertürkheim arbeiten nach Betriebsratsangaben rund 19.000 Beschäftigte. Daimler-Vorstandschef Ola Källenius hatte zuletzt betont, dass sein im Vorjahr präsentiertes Konzept angesichts der Coronakrise verschärft werden müsse. Kernpunkt ist die Vernichtung zahlreicher Arbeitsplätze. Eine konkrete Zahl hat Daimler indes nicht genannt. Von den weltweit rund 300.000 Stellen steht letzten Berichten zufolge rund ein Zehntel zur Disposition. Wie sehen weitere Pläne für Untertürkheim aus? Bis 2030 soll das Werk zu einem sogenannten Entwicklungs- und Befähigungsstandort für Elektromobilität umstrukturiert werden. »Deshalb soll«, so der BR weiter, »ein E-Campus mit Kompetenzzentren entstehen.« Daimler erwäge in diesem Zuge, in die Batteriezellenproduktion einzusteigen, »diese könnte nach Untertürkheim kommen.« Dafür würden Investitionen in konventionelle Antriebe wie den Verbrennungsmotor ausbleiben und Fahrzeugtypen in Frage gestellt. Außerdem sollen sogenannte Powertrain-Standorte, also die gemeinsame Fertigung von Motorsystemen, Getriebe und Achsen, stärker im Ausland ausgelastet werden. Problem: Der »Leitwerkgedanke«, wonach der Bau von Motoren mit konventionellen und alternativen Antrieben im Untertürkheimer Werk konzentriert sein sollen, wäre damit hinfällig. Würde sich der Daimler-Vorstand durchsetzen, wäre das laut BR ein Verstoß gegen die Gesamtbetriebsvereinbarung. Der Konzern indes will an seinem Streichkonzert festhalten. »Durch die Optimierung der Kostensituation sichern wir die Rentabilität des Unternehmens«, sagte eine ­Konzernsprecherin am Mittwoch gegenüber jW. Fest steht: Die Betriebsräte wollen sich diesen Umbauplänen entgegenstellen und sprechen von einem »Katalog voller Provokationen«.“ Artikel von Oliver Rast in der jungen Welt vom 24.09.2020 externer Link
  • Sparpaket u.a. mit Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich – Gesamtbetriebsrat: „deutlicher Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilisierung unserer Finanzlage“ 
    • [Gesamtbetriebsrat] Die ZuSi 2030 hält – es bleibt dabei: keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen!
      Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben in den letzten Wochen intensiv und in schwierigen Gesprächen an einem Paket gearbeitet, das unseren Gesprächsverpflichtungen aus der Vereinbarung zur Zukunftssicherung 2030 zum Ziel der Beschäftigungssicherung und der wirtschaftlichen Situation im Unternehmen Rechnung trägt. Die vereinbarten Eckpunkte dienen dazu, der besonderen wirtschaftlichen Belastung durch die Corona-Pandemie Rechnung zu tragen und die Beschäftigung weiter zu sichern. Hier die wesentlichen Maßnahmen im Überblick: Für Tarifbeschäftigte in der Verwaltung und in produktionsnahen Bereichen wird die Wochenarbeitszeit vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 ohne Lohnausgleich reduziert: Bei einer 35-Stunden-Woche um 2 Stunden, ansonsten um einen Faktor von 5,71 Prozent der IRWAZ (individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit). Davon ausgenommen sind Beschäftige, bei denen seit dem 1. Juli 2019 unternehmensseitig die Arbeitszeit mindestens im Umfang von 5,71 Prozent gekürzt wurde oder die gemäß GBV MOVE eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbart haben sowie Beschäftigte in Altersteilzeit. Zudem entfällt die Ergebnisbeteiligung für alle Tarifbeschäftigten für das Geschäftsjahr 2020. Das tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG A) wird in 2021 verpflichtend für alle in bezahlte Freistellungstage gewandelt: Für bisher anspruchsberechtigte Beschäftigte – in Schichtarbeit, für Betreuung von Kindern und Pflegende – sind es acht Tage, für alle anderen sieben Tage. Der tarifliche Zusatzbetrag (T-ZUG B) entfällt in 2021. Die Vereinbarung gilt für die Beschäftigten der Daimler AG, der Mercedes-Benz AG, der Daimler Truck AG, der Daimler Brand & IP Management GmbH & Co. KG sowie der Daimler Gastronomie GmbH in Deutschland. Ausgenommen sind die Beschäftigten der Niederlassungen und Truckstores…” GBR-News vom 28.07.2020 bei IG Metall@Daimler externer Link
    • Sparpaket bei Autobauer: Daimler-Beschäftigte verzichten auf Gehalt
      Die Sorge der Daimler-Beschäftigten wegen betriebsbedingter Kündigungen ist vorerst vom Tisch. Gesamtbetriebsrat und Konzern haben ein gemeinsames Sparpaket an Einzelmaßnahmen geschnürt. Die wichtigste Entscheidung: Daimler-Beschäftigte arbeiten künftig zwei Stunden pro Woche weniger – es wurde eine Arbeitszeitverkürzung von 35 auf 33 Stunden vereinbart. Die Daimler-Mitarbeiter bekommen entsprechend auch weniger Gehalt. Darauf haben sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat geeinigt. Diese Maßnahme betrifft die Arbeitszeit der Beschäftigten in der Verwaltung und in sogenannten produktionsnahen Bereichen – zum Beispiel in der Logistik – aber nicht die Produktion. Die Kürzung greift ab Oktober für ein Jahr. Außerdem gibt es in diesem Jahr keine Ergebnisbeteiligung für alle Daimler-Beschäftigten – für 2019 waren das noch gut 1.000 Euro. Das tarifliche Zusatzgeld 2021 wird ebenfalls für alle in bezahlte Freistellungstage gewandelt. Im Gegenzug bleibt die Beschäftigungsgarantie für die Daimler-Mitarbeiter bis Ende 2029 bestehen. Das heißt, niemand wird entlassen. Durch das Sparpaket ist der Druck nun deutlich geringer, Arbeitsplätze abzubauen, so der Gesamtbetriebsrat Michael Brecht gegenüber dem SWR. Mit den jetzt vereinbarten Einsparungen sollen in den nächsten Jahren 450 Millionen Euro eingespart werden. Doch insgesamt muß Daimler mindestens 1,4 Milliarden Euro einsparen. Deshalb gibt es ein umfangreiches Abfindungs- und Vorruhestandsprogramm, damit möglichst viele Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlassen…” Beitrag vom 28.7.2020 beim SWR externer Link samt dem Video des Interviews mit dem GBR
    • Daimler: Um uns selber müssen wir uns selber kümmern!
      Am 28. Juli wurde das Ergebnis der Verhandlungen zwischen dem Daimler-Vorstand und dem Gesamtbetriebsrat (GBR) veröffentlicht. Die Arbeitszeit aller indirekten Bereiche soll vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 um zwei Stunden in der Woche reduziert werden – und zwar ohne Lohnausgleich. Das sind mindestens 200 Euro weniger. Die sogenannte Ergebnisbeteiligung wird gestrichen. Das tarifliche Zusatzgeld wird zwingend in acht freie Tage umgewandelt. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sprach von einem „deutlichen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilisierung unserer Finanzlage“. Niemand solle sich in seiner Existenz bedroht fühlen. „Mehr noch: Beschäftigung bei Daimler bleibt bis 2030 gesichert, und betriebsbedingte Kündigungen bleiben ausgeschlossen“, sagte Brecht. Von wegen! Sind die sogenannte natürliche Fluktuation, vorzeitige Altersteilzeit, ein Abfindungsprogramm, Nicht-Übernahme befristet angestellter Beschäftigter usw. keine Arbeitsplatzvernichtung? Die Arbeitsplätze sind weg, auch wenn dies vorläufig ohne direkte Kündigungen vonstatten geht. Und: Einen „Aufhebungsvertrag“ unterzeichnen bedeutet Verzicht auf arbeitsrechtliche Schritte, wie etwa einen Kündigungsschutzprozess. (…) Personalvorstand Wilfried Porth zufrieden: „Wir danken der Belegschaft für ihren wichtigen zeitlich befristeten Beitrag, um diese Krise gemeinsam zu bewältigen. Nur so kommen wir gestärkt und sicher aus der Krise und sichern damit die Zukunft des Unternehmens und der Arbeitsplätze“. Doch von Gemeinsamkeit kann keine Rede sein. Vielmehr wälzt Daimler damit die Lasten der verschiedenen kapitalistischen Krisen auf die Belegschaft ab. Dazu wurde diese mit einem wahren Horrorkatalog erpresst (…) Gesichert ist jedoch nur, dass Daimler auch in der Krise Maximalprofite machen kann. (…) Erste Reaktionen im Stammwerk zeigen, dass die Arbeiter mit dem Verhandlungsergebnis unzufrieden sind. Denn sie rechnen in Bälde mit neuen Erpressungen, wie Porth schon angedeutet hat. Während die Kollegen in den indirekten Bereichen die Reduzierung der Arbeitszeit selbst bezahlen sollen, sollen sie nach den Schulferien weiter Kurzarbeit machen, mit entsprechenden Lohneinbußen. Noch zu wenig sehen die Kollegen, dass Daimler alle Belegschaften angreift und es deshalb einer konzernweiten Antwort bedarf.” Korrespondenten-Bericht vom 02.08.2020 bei Rote-Fahne-News externer Link
  • Daimler verdoppelt Stellenabbau von 15.000 auf 30.000: Die Aktionäre jubeln – der Aktienkurs steigt / [GBR] Diskussionen über Standorte sind tabu! 
    • Daimler verdoppelt Stellenabbau von 15.000 auf 30.000: Die Aktionäre jubeln – der Aktienkurs steigt
      Das Manager Magazin berichtete am Mittwoch, dass die Daimler AG mit voller Unterstützung der IG-Metall den Arbeitsplatzabbau drastisch erhöht. Statt der bisher angekündigten 15.000 sollen nun weltweit 30.000 Jobs vernichtet werden. Die Aktionäre reagierten begeistert. Kaum war die Nachricht bekannt, schnellte der Daimler-Aktienkurs in die Höhe. Niemand sollte glauben, dass die Massenentlassung bei Daimler mit dieser Ankündigung bereits den Endpunkt erreicht haben. Die Daimler-Arbeiter und Millionen Beschäftigte in Unternehmen, die mit der Automobilindustrie verbunden sind, müssen diese Entlassungen als Beginn einer breit angelegten Kampagne beispielloser Angriffe verstehen. (…) Am selben Tag gab die IG Metall bekannt, dass nach ihren Informationen in sehr vielen Betrieben massiv Arbeitsplätze abgebaut werden. Sie gehe davon aus, dass in der Metall- und Elektroindustrie mindestens 300.000 Jobs akut gefährdet seien. Gleichzeitig kündigte die Gewerkschaft an, dass sie nichts dagegen tun werde, außer die Zusammenarbeit mit den Konzernen und der Regierung zu verstärken. Sie plädiert vor allem dafür, „zur Entlastung der Unternehmen“ die Kurzarbeit auf bis zu 24 Monate zu verlängern. (…) Der Daimler-Chef erklärte klar und deutlich, dass es weitere Entlassungen und Sparprogramme geben werde. Das Manager Magazin titelte „Källenius macht ernst“ und zitierte einen Aufsichtsrat: „Der zieht das jetzt durch.“ Daimler-Finanzchef Harald Wilhelm kommentierte: „Wir können unsere Kostenstruktur langfristig nicht akzeptieren.“ Die Kostenbasis bei Daimler zu senken, sei eine „Aufgabe für das gesamte laufende Jahrzehnt“. (…) Die wirklichen Abbaupläne des Konzerns werden von Betriebsratschef Michael Brecht nur scheibchenweise bekannt gegeben. Denn andernfalls würden Betriebsrat und IG Metall die Kontrolle über die Beschäftigten verlieren. (…) Das Daimler-Management und die IG Metall wissen, dass sie einem Aufstand der Arbeiter riskieren, wenn das Ausmaß der Pläne, die sie hinter dem Rücken der Beschäftigten ausgearbeitet haben, sofort und in vollem Umfang bekannt werden. Deshalb spielt der Betriebsrat bei der Bekanntgabe der Hiobsbotschaften den Ahnungslosen und behauptet, er habe von nichts gewusst. In Wahrheit sitzen die führenden Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre im Aufsichtsrat und Wirtschaftsausschuss. Sie sind nicht nur bestens informiert, sondern sie präsentieren ihre eigenen Pläne für den Arbeitsplatz- und Sozialabbau, die vorher von der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung ausgearbeitet worden sind. (…) Personalchef Porth machte unmissverständlich deutlich, dass betriebsbedingte Kündigungen auf dem Tisch lägen. Das Ziel könne nicht ausschließlich auf freiwilliger Basis erreicht werden. Brecht, Lümali und die IG Metall haben keine Pläne, dieser Drohung zu begegnen. Stattdessen zeigt ihre E-Mail, dass sie vollständig auf der Seite des Vorstands stehen und ihre Hauptaufgabe darin sehen, die Beschäftigten zu beruhigen und still zu halten. Sie vertrösten sie mit der „Betriebsvereinbarung zur Zukunftssicherung“, die angeblich eine Beschäftigungssicherung bis 2030 beinhaltet. Tatsächlich sieht die Vereinbarung vor, dass dies nicht mehr der Fall ist, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändernArtikel von K. Nesan vom 24. Juli 2020 bei wsws.org externer Link, siehe dazu:
    • [GBR] Diskussionen über Standorte sind tabu!
      Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Moment herrscht eine große Unruhe im Unternehmen. Diese Unruhe wird angeheizt durch immer neue Spekulationen und Sensationsmeldungen der Presse. Diese laufen scheinbar unter dem Motto “Wer bietet mehr?” und jeden Tag hört man neue Zahlen, wie viele Arbeitsplätze in unserem Unternehmen abgebaut werden sollen. Dies führt natürlich zu großer Verunsicherung bei uns allen und das können wir nicht so stehen lassen. Wir sprechen nach wie vor nicht über Köpfe! Dies haben wir von Anfang an so kommuniziert – auch gegenüber den Medien. Klar, wir befinden uns mitten in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte. Diese gilt es, gemeinsam zu bewältigen. Damit nicht genug: Die Unternehmensleitung möchte Prozesse und Strukturen auf den Prüfstand stellen. Und dieser Umbau soll am besten so schnell wie möglich passieren. Unser Personalvorstand schließt öffentlich nicht einmal mehr betriebsbedingte Kündigungen aus. Wir möchten Euch auf diesem Wege nochmals in aller Klarheit sagen: Wir haben eine Beschäftigungssicherung bis 2030 – und wir haben eine Transformationszusage. Diese haben wir in der Gesamtbetriebsvereinbarung zu Projekt Zukunft fest vereinbart. Beschäftigungssicherung und Transformationszusage stehen für uns nicht zur Debatte! Auch über Werksschließungen sprechen wir nicht! Über beide Themen wurde in den Medien zuletzt aber häufig spekuliert. Keines dieser Themen hat der Vorstand uns gegenüber benannt. Wir erwarten daher von der Unternehmensleitung, den Spekulationen der Medien endlich entschieden entgegenzutreten. (…) Ja, die wirtschaftliche Situation bei Daimler ist ernst. Ja, die unvorhersehbare Situation durch Covid-19 hat sie noch verschärft. Ja, wir haben in der Zukunftssicherung vereinbart, dass sich in Zeiten der Krise Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat zusammensetzen und Maßnahmen vereinbaren, die der angespannten Situation Rechnung tragen. Inmitten solcher Gespräche sind wir – und am Freitag geht es in die nächste Runde. Unser Ziel ist: So schnell wie möglich für Klarheit sorgen. Alle Standorte tragen ihren Teil zum Unternehmenserfolg bei und ein Erhalt aller ist für die Transformation notwendig. Alle Standorte brauchen eine Zukunftsstrategie und neue Zukunftsbilder. (…) Sollten wir bis zum Ende dieser Woche keine Einigung erzielen, werden wir ab der nächsten Woche Informationsveranstaltungen beziehungsweise Betriebsversammlungen an allen Standorten planen und zeitnah durchführen. Ihr habt das Recht auf eine lückenlose Information. Wir sind überzeugt von einer gemeinsamen Zukunft. Wir haben gute Produkte und gute Geschäftsideen. Das stimmt uns zuversichtlich…” GBR-News vom 23.07.2020 in IG Metall @ Daimler externer Link
  • Daimler: Ein Lehrstück über die Krise 
    “Daimler muss sparen. 10 000 oder 15 000 Stellen, hieß es zunächst. »Die neue Zahl ist auf jeden Fall größer als die beiden«, sagte Personalvorstand Wilfried Porth dann zu Beginn der Woche. Bereits vor Corona hatte der Autokonzern geplant, 1,4 Milliarden Euro an »Personalmaßnahmen« einzusparen. Das Sparprogramm und seine Begründung führen beispielhaft vor, wie die Kosten der Krise auf die Lohnabhängigen abgewälzt werden. (…) Im Gespräch mit der »Stuttgarter Zeitung« hatte Porth klargestellt, dass die zuvor vereinbarte Beschäftigungssicherung unter den aktuellen Vorzeichen nicht mehr gültig sei, um gleich darauf das gemeinsame Interesse mit den Angestellten zu beschwören: »Unser Ziel bleibt, dass wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Dies wird aber nur möglich sein, wenn wir gemeinsam mit dem Betriebsrat alternative Sparmöglichkeiten finden und umsetzen können.« Die Abhängigkeit der Daimler-Beschäftigen von ihrer Arbeit wird hier kreativ genommen als das gemeinsame Interesse, Kündigungen zu vermeiden. (…) Gerade bei der Einsicht in diese Notwendigkeit stellt der Personalchef noch starken Nachholbedarf bei der eigenen Mannschaft fest: »Wir sind in intensiven Gesprächen, aber die Bereitschaft der Arbeitnehmervertretung, signifikante Sparbeiträge zuzugestehen, ist derzeit leider nicht besonders ausgeprägt.« Einen genaueren Blick wert sind die drei großen Themen, welche die Sparmaßnahmen nach Angabe von Daimler so notwendig machen: die Corona-Pandemie, die Elektromobilität und die »wettbewerbsfähige Kostenpositionierung«. Letztere ist ein Sprachdenkmal eigener Art. (…) Auch wenn die Personalkosten hier selbst nach eigener Auskunft schon lange so weit gedrückt sind, dass diese nur noch rund 15 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, sieht Daimler eben noch »Sparpotenzial«. (…) Im globalen Wettbewerb um den Verkauf von Autos erhofft sich Daimler so den entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Die besteht im Automobilsektor bereits seit Jahren in einem Verdrängungskampf, weil es weltweit eine Überproduktion an Autos gemessen an der zahlungsfähigen Nachfrage gibt. (…) Dass aus weniger Arbeit gleich weniger bezahlte Arbeiter folgen, die dafür dann intensiver arbeiten müssen, entspringt aber nicht der Elektromobilität an sich, sondern ihrer Nutzbarmachung für die Renditeinteressen von Daimler. Auch hier sollte man den Worten des Personalchefs von Ursache und Wirkung also kritisch gegenüberstehen. Nicht die Elektrifizierung des Antriebsstrangs kostet Arbeitsplätze, sondern der neue Antrieb ermöglicht es Daimler, an den Personalkosten massiv zu sparen. (…) Dass die Produktion nun bereits seit Wochen gestört ist, weil Zuliefererbetriebe aus den verschiedenen Teilen der Welt nicht oder nicht pünktlich liefern können, ist allerdings auch nicht ganz unabhängig vom Geschäftstreiben des Autoherstellers. Immerhin hat der über Jahre seine Wertschöpfungskette diversifiziert, kauft überall auf der Welt ein und ist somit jetzt besonders anfällig geworden für die Pandemie. Hinzu kommt die Just-in-time-Produktion, durch die an Lagerhallen gespart werden konnte. Wenn nun aber die Lieferung nur ein paar Stunden zu spät kommt, ist sofort die Produktion beeinträchtigt, weil keine Teile auf Halde sind. (…) Insofern geben die anstehenden Entlassungen und die gleichzeitige Arbeitsverdichtung für die restliche Mannschaft bei Daimler keine Auskunft über drei unverschuldete Zwänge, sondern sind vielmehr ein Lehrstück darüber, wie Kapitalismus funktioniert – vor einer Krise und während einer Krise.“ Artikel von Peter Schadt vom 18.07.2020 in Neues Deutschland online externer Link
  • Wegfall der Nachtschicht bei Daimler Düsseldorf: „Beschlossene Sache: Massenentlassungen – jetzt Kampf um jeden Arbeitsplatz!“ 
    “… Wir haben die Fabrik wieder hochgefahren und dazu Belastungen in Kauf genommen. Zum Dank will Daimler in Düsseldorf ab Oktober die Nachtschicht streichen! Das wurde letzte Woche vom Vorstand beschlossen. Es geht erst mal um rund 1500 Arbeitsplätze! … Konkret sollen alle Kolleginnen und Kollegen aus der Leiharbeit entlassen werden. Für viele weitere fallen plötzlich die Schichtzuschläge weg … Wir sind fast 8000 Beschäftigte in Düsseldorf – wir sind eine Belegschaft! … Leiharbeit dient einzig und allein der Spaltung der Belegschaft … Es war nicht richtig, dass der Betriebsrat 2016 der Öffnung der Leiharbeitsquote zugestimmt hat. Wir müssen Leiharbeit grundsätzlich ablehnen! … Daimler hat allein in den letzten zehn Jahren rund 100 Milliarden Euro an Gewinnen gescheffelt … Auch im Gesamtkonzern sollen weitere Arbeitsplätze vernichtet werden … Es kann also keinen Weg „gemeinsam durch die Krise“ geben. Um uns selber, müssen wir uns selber kümmern! … Wir brauchen dringend eine Betriebsversammlung, um diese Frage zu diskutieren…“ Aus der Kollegenzeitung „Stoßstange“ vom 15.07.2020 bei Rote Fahne News externer Link
  • [Die berühmt berüchtigte Ausstiegsklausel…] Daimler will noch mehr Stellen streichen 
    Bisher hieß es in Berichten, Daimler wolle 15.000 Arbeitsplätze abbauen. Nun kündigte der Autobauer noch drastischere Einschnitte an. Bislang war in den Medien die Rede von 10.000 und bis 15.000 Arbeitsplätzen. Personalvorstand Wilfried Porth nennt zwar weiterhin keine Zahl, sagte jedoch, dass man mit den derzeit kursierenden Zahlen nicht auskommen werde. “Die neue Zahl ist auf jeden Fall größer als die beiden”, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. “Und die bräuchten wir, um betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu verhindern.” Dem Betriebsrat warf er mangelndes Entgegenkommen vor. (…) Bislang setzt Daimler vor allem auf natürliche Fluktuation, auf Altersteilzeitregelungen und Abfindungsangebote – ausschließlich in der Verwaltung, es könne aber sein, dass diese nun auch auf einzelne Produktionsbereiche ausgeweitet würden. Etwa 700 Mitarbeiter hätten das Angebot bisher angenommen. Zudem gebe es Gespräche darüber, den IT-Service an eine externe Firma auszulagern, wovon etwa 2000 Stellen betroffen wären. Dass es bis zum Ende des Jahrzehnts keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll, hatten Konzern und Betriebsrat im Zusammenhang mit dem Konzernumbau in der “Zukunftssicherung 2030” vereinbart – intern “ZuSi” genannt. Darin stehe aber auch, sagte Porth, dass neu verhandelt werde, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen signifikant verändern…” Meldung vom 11.07.2020 beim Spiegel online externer Link – die berühmt berüchtigte Ausstiegsklausel… Siehe zum Hintergrund: GBV: “Daimler verlängert Zukunftssicherung für Beschäftigte bis Ende 2020”
  • Urlaubssperre bei Daimler: Sicherung von „Arbeitsplätzen und Liquidität” durch Kurzarbeit 
    “… Für Beschäftigte von Daimler gilt bis Ende Juni eine Urlaubssperre – womöglich auch, um die Liquidität des Konzerns zu schonen. Für Mai und Juni dürfen „keine neuen Abwesenheiten“ wie etwa Urlaub „ins Zeitsystem eingetragen werden“, heißt es in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter. (…) Ausnahmen gelten etwa für Kinderbetreuung. Ein Hintergrund könnte sein, dass Arbeitgeber für Urlaubstage das volle Gehalt zahlen müssen und kein Kurzarbeitergeld bekommen. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sagte der WirtschaftsWoche, dass er Daimler „momentan in einer ernsthaften Situation“ sehe. Klar sei daher, dass man die Kurzarbeit für genau das nutze, wofür sie gedacht sei: „Die Sicherung von Arbeitsplätzen und Liquidität.“ (…) Den Rückschluss auf die Liquidität legt jedoch auch ein anderes Daimler-Dokument nahe. Ein Kurzarbeitstag dürfe nicht durch einen Abwesenheitstag ersetzt werden, weil das eine „negative Cash-Wirkung“ habe, sich also negativ auf die Liquidität auswirke, heißt es dort. Priorität habe weiter ein „möglichst hoher Grad an Kurzarbeit insbesondere in den indirekten Bereichen und der Verwaltung“. Artikel von Annina Reimann vom 28.04.2020 in der WirtschaftsWoche online externer Link
  • Stellungnahme des Gesamtbetriebsrats zu Berichterstattung zur Führung von Ausscheidungsgesprächen 
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, in der Wochenendausgabe der Stuttgarter Nachrichten wurde ein Daimler internes Papier des Personalbereichs zitiert, in dem unter anderem stehen soll, wie Führungskräfte möglichst schnell und erfolgreich Ausscheidungsgespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abschließen. Es gehe darum, die Trennungsabsicht unmissverständlich zu kommunizieren und jeden Eindruck zu vermeiden, dass es Spielraum gebe. Außerdem sollen die Gespräche innerhalb von 15 Minuten möglichst beendet sein. Wenn das Angebot nicht angenommen werde, sollen es die betroffenen Kolleginnen und Kollegen im beruflichen Umfeld schwer haben und es drohen gar negative Auswirkungen in der Leistungsbeurteilung. So nicht! Nach wie vor gelten zwei unverrückbare Fakten, die wir mit der Unternehmensleitung vereinbart haben: 1. Es gilt die Gesamtbetriebsvereinbarung zu Projekt Zukunft mit dem Fokus auf die Zukunftssicherung bis Ende 2029 – darin ist geregelt, dass bis dahin betriebsbedingte Beendigungskündigungen ausgeschlossen sind. Außerdem werden durch die vereinbarte Transformationszusage allen, deren Funktionen im Zuge der Transformation wegfallen sollen, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. 2. Für indirekte und Verwaltungsbereiche: Die Gesamtbetriebsvereinbarung “Move” regelt glasklar, dass bei Ausscheidungen grundsätzlich die doppelte Freiwilligkeit gilt. Niemand muss gehen! Durch Druckaufbau wird eine rote Linie übertreten. Sollte die Berichterstattung vom Wochenende inhaltlich stimmen, stellt das die bisher gute Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung auf eine Bewährungsprobe…” Stellungnahme vom 27.04.2020 bei IG Metall bei Daimler externer Link, siehe auch:

    • Führungskräfte sollen Druck auf Mitarbeiter ausüben? +++ Der Betriebsrat fordert Aufklärung und Stellungnahme!
      Dass der Vorstand entschieden hat Stellen im Verwaltungsbereich (MV/Mn) abzubauen, ist keine neue Nachricht. Die Rahmenbedingungen und Konditionen wurden mit dem Betriebsrat klar vereinbart – dazu gehört insbesondere die FREIWILLIGKEIT der Kolleginnen und Kollegen, Abfindungsangebote und Ausscheidungsvereinbarungen anzunehmen. Jetzt aber sollen Führungskräfte scheinbar dazu geschult werden, in Personalgesprächen in Manier von Drückerkolonnen, dieses Ziel zu erreichen. Die Stuttgarter Nachrichten berichten in der Samstagsausgabe (25.4.2020) davon, dass Führungskräfte laut einem internen Papier lernen sollen, emotionalen Druck auf Beschäftigte auszuüben, um sie dazu zu bewegen, Ausscheidungsvereinbarungen zu unterschreiben. Solch eine Vorgehensweise hat mit Echter Entscheidungsfreiheit und Freiwilligkeit der Kolleginnen und Kollegen nichts mehr zu tun und ist vollkommen inakzeptabel. Niemand darf dazu gezwungen werden, das Unternehmen gegen seinen Willen zu verlassen! Als Betriebsrat wissen wir aktuell nicht, ob die im Zeitungsbericht angesprochenen Sachverhalte stimmen und ob ein solches, internes Papier tatsächlich existiert. Wir erwarten deshalb umgehend eine Aufklärung und Stellungnahme des Unternehmens. Sollte sich herausstellen, dass die Vorwürfe stimmen und tatsächlich Führungskräfte im beschriebenen Sinne geschult werden sollen, fordern wir den Vorstandsvorsitzenden Ola Källenius umgehend dazu auf, dies sofort zu unterbinden und klar zu stellen, dass unsere Vereinbarungen Bestand und Gültigkeit haben. Denn eines ist klar: Mit unserer Vereinbarung “Future” haben wir betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31.12.2029 ausgeschlossen Ausscheidungsvereinbarungen können und dürfen nur mit dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit getroffen werden! Jegliches unmoralisches Vorgehen, um “Freiwilligkeit” zu erzwingen, verurteilen wir aufs Schärfste! Alle unsere Vereinbarungen sei es die GBV “Future” oder “Corona”, sowie die momentane Kurzarbeit, haben das Ziel, für faire Rahmenbedingungen, die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und den Schutz der Beschäftigten zu sorgen. Wir erwarten, dass der Vorstand sich im vollen Umfang an seine Zusagen hält und für Aufklärung sorgt…” Scheibenwischer Extra April 26.04.2020 externer Link bei IG Metall bei Daimler
    • Zum Hintergrund: Die IGM und der BR haben dem Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen über Auflösungsverträge zugestimmt – seit dem Ausbruch der Corona-Krise will aber offensichtlich kaum mehr jemand unterschreiben… Siehe hier unten:
  • Daimler schult Chefs für Trennung von Mitarbeitern – Betriebsrat lehnt „Drohkulisse“ ab 
    • Daimler schult Chefs für Trennung von Mitarbeitern
      “Über 10 000 Mitarbeiter will der Daimler-Konzern abbauen. Ein internes Papier deutet darauf hin, dass er dabei mit heftiger Gegenwehr rechnet. Denn angesichts der Coronakrise sinkt die Bereitschaft der Mitarbeiter zum freiwilligen Ausscheiden offenbar rapide. (…) In einem internen Papier, das unserer Zeitung exklusiv vorliegt, werden die Führungskräfte aufgefordert, die Trennungsabsicht unmissverständlich zu kommunizieren und jeden Eindruck zu vermeiden, dass es noch einen Spielraum für Verhandlungen gebe. Die Gespräche seien möglichst nach 15, spätestens aber nach 30 Minuten zu beenden. In dieser Zeit solle ein Vertreter der Personalabteilung bereits den weiteren Ablauf der Trennung erläutert haben. Dringend wird den Chefs davon abgeraten, sich von der Entscheidung zum Personalabbau zu distanzieren, obwohl sie auch selbst noch davon betroffen sein könnten. (…) Die Führungskräfte sollten respektvoll auftreten, sich aber zugleich darüber im Klaren sein, wie wichtig es ist, die Mitarbeiter tatsächlich zur Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag zu bewegen. Wer stur bleibt, dem solle die Botschaft übermittelt werden, es könne sein, dass sich „alles für dich verändert. Dann musst du in Zukunft sehen, wie du mit dieser Unsicherheit im beruflichen Umfeld umgehen kannst.“ Zudem müsse dann die Frage geprüft werden, welche Auswirkungen die Situation „auf die nächsten Performance-Gespräche und Feedbacks“ habe. Somit wirkt sich die Verweigerung einer Unterschrift möglicherweise auf künftige Leistungsbeurteilungen des Mitarbeiters aus…“ Artikel von Klaus Köster vom 24.04.2020 in den Stuttgarter Nachrichten online externer Link, siehe dazu:
    • Jobabbau bei Daimler: Betriebsrat lehnt „Drohkulisse“ ab
      Der Daimler-Betriebsrat lehnt „Drohkulissen“ beim geplanten Stellenabbau des Konzerns ab. Es gelte nach wie vor: „Niemand muss gehen und es zählt die doppelte Freiwilligkeit“, erklärte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. Drohkulissen werde man nicht zulassen. (…) Brecht rät Beschäftigten, bei den Gesprächen einen Betriebsrat hinzuzuziehen. „Wir werden vermeiden, dass Mitarbeiter sich schutzlos ausgeliefert fühlen“, so Brecht…” Artikel von Klaus Köster vom 26.04.2020 in den Stuttgarter Nachrichten online externer Link
    • Videobotschaft: Daimler-Chef verpackt Angriffe auf Belegschaft in salbungsvolle Worte
      “„Ich zähle auf Sie, das Unternehmen gesund durch den Covid-19-Sturm zu bringen“. In einem neuen Video-Update vom 16. April wendet sich der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius an die Daimler-Belegschaft. Natürlich beginnt auch er mit dem Dank an die „lieben Mitarbeiter“ und lobt deren tollen „Teamspirit“. Aber natürlich zielt das Video darauf ab, die Belegschaft auf die geänderte Strategie von Daimler einzuschwören. Das Wichtigste sei der Cash, also der Profit, um das Unternehmen zu erhalten und es gesund durch den Covid-19-Sturm zu bringen. Källenius verliert kein Wort zur Gesundheit der Arbeiter. Diese Pandemie habe die Achillesverse der Autoindustrie und von Daimler offengelegt: “Deshalb müssen wir unseren Kurs und unser Business-Modell anpassen“. (…) Deshalb brauche es ein höheres Tempo bei der Entscheidungsfindung, Umsetzung und Flexibität. Viele Beschäftigte werden sich dabei fragen, wie das noch gesteigert werden kann, ohne dass man dabei krank wird. Und dann kommt die Kernbotschaft des Vorstandes: „Marge geht vor – wir müssen profitabel wachsen“. Doch was die Großaktionäre erfreuen und den Börsenkurs verbessern soll, stößt selbst unter den „Mercedes-Fans“ im Internet auf massive Kritik (…) Deshalb versucht Källenius, die Belegschaft dafür zu gewinnen, mit Daimler „als Gewinner der automobilen Zukunft“ aus der Corona-Krise zu kommen. „Dazu brauchen wir alle Mann an Deck“ sagt der Mann, der Ende letzten Jahres bereits die Vernichtung von 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätzen angekündigt hat…” Meldung vom 18.04.2020 bei Rote-Fahne-News externer Link der MLPD
    • Siehe dazu auch: [Funke bei Daimler Bremen vom April 2020] Heraus auf die Straße am 1. Mai: Gegen die größte Seuche der Menschheit, den Kapitalismus
  • Über 200 Daimler-Beschäftigte in Düsseldorf marschieren zum Betriebsrat 
    “Am Dienstag, den 11. März, haben 200 bis 250 Kolleginnen und Kollegen bei Daimler in Düsseldorf die Arbeit für etwa 45 Minuten niedergelegt. Der selbständige Streik hatte die Form einer „Betriebsrats-Info“. Aus allen drei großen Gewerken, dem Rohbau, der Lackierei und der Fahrzeugmontage marschierten sie zum Betriebsratsbüro. Auch einzelne Angestellte nahmen teil. Offizieller Anlass war das Bedürfnis, sich zu „informieren“, auch weil die reguläre Betriebsversammlung verschoben wurde. Den meisten Kolleginnen und Kollegen ging es darum, ein Zeichen zu setzen, vor allem gegen die zunehmende Flexibilisierung und die Erpressung der Belegschaft, das Unterdrucksetzen der Leiharbeitskollegen und weiterer befristeter Beschäftigter durch die Werksleitung und den Daimler-Vorstand. Dem gingen unzählige und intensive Diskussionen voraus. Meist waren es die Vertrauensleute der IG Metall, die dafür Überzeugungsarbeit leisteten. Im Düsseldorfer Sprinterwerk arbeiten rund 1.700 Kolleginnen und Kollegen als Leiharbeiter bzw. mit Zeitverträgen. Die Werksleitung hat die Verträge nur noch drei Monate, bis Ende März 2020, verlängert. Der Vorstand will damit zugleich weitere Zugeständnisse erpressen. Dabei ist im Düsseldorfer Werk die „Flexi-Quote“ (Anteil von Leiharbeitern und Zeitverträge an der Belegschaft in der Produktion) seit Jahren extrem hoch. Je nach Rechenart zwischen 30 und 40 Prozent. Und das, obwohl eigentlich eine Gesamtbetriebsvereinbarung im Gesamtkonzern diese auf 8 Prozent begrenzt. Einer Abweichung davon stimmte der Betriebsrat mit knapper Mehrheit zu. Diese endet Ende 2020…“ Beitrag vom 14.03.2020 bei Rote Fahne News externer Link
  • Daimler verschärft seinen Sparkurs: Bis zu 15.000 Mitarbeiter sollen gehen / 4,3 Milliarden Euro Profit – für Daimler viel zu wenig  
    • Daimler verschärft seinen Sparkurs: Bis zu 15.000 Mitarbeiter sollen gehen
      Vorstandschef Ola Källenius will weitaus mehr Stellen streichen als bisher bekannt und Investitionen in Zukunftsfelder reduzieren. Die Kritik an seiner Führung wächst. (…) Gegen die wachsende Kritik will Källenius einen ambitionierten Zukunftsplan vorlegen. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren hat, setzt der Schwede auf einen Mix aus Investitionen in nachhaltige Luxus-Fahrzeuge und hartem Sparkurs. Anders als bisher kolportiert will er nicht 10.000 Stellen streichen, sondern sich von bis zu 15.000 Mitarbeitern über Abfindungen, Frühpensionierungen und Altersteilzeit trennen. Das Sparvolumen soll den bekannten Umfang von 1,4 Milliarden Euro deutlich übersteigen, hieß es (…) Die Unruhe bei den Arbeitnehmern ist groß. Betriebsratschef Michael Brecht fordert, Källenius müsse neben einem Sparprogramm vor allem eine klare Vorwärtsstrategie präsentieren: „Wir haben eine Stimmung zwischen Wut und Enttäuschung in der Belegschaft. Die Leute wollen Orientierung und Klarheit“, sagte er dem Handelsblatt. Es sei nun Aufgabe des Vorstands, die Konzernstrategie sichtbarer zu machen…” Artikel von Martin Murphy und Franz Hubik vom 10.2.2020 beim Handelsblatt online externer Link, siehe dazu erste Kritik:
    • Nach Gewinneinbußen: Daimler verschärft Angriff auf Arbeiter
      “… Am Dienstag gab der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius dann aber keine konkrete Zahlen bekannt, wie er dies im November getan hatte. Aber seine Aussage, zu den Sparmaßnahmen gehöre der Abbau einer „niedrigen fünfstelligen Zahl“ bis Ende 2022, zeigt, dass das Unternehmen in naher Zukunft weitere Massenentlassungen plant. Derzeit beschäftigt Daimler weltweit 300.000 Mitarbeiter, davon 180.000 in Deutschland. (…) Im letzten Jahr ging das Nettoergebnis um fast 60 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurück. 2018 hatte es noch bei 7,6 Milliarden Euro gelegen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen sank von 11,1 auf 4,3 Milliarden Euro – und das, obwohl der Umsatz stieg. Der Gesamtkonzern erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 172 Milliarden Euro, 5 Milliarden mehr als im Jahr 2018. Allein die Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz erzielte mit über 2,3 Millionen verkauften Autos einen Verkaufsrekord. Der Rückgang des Gewinns ist einerseits den hohen Investitionen in die Elektromobilität geschuldet, andererseits der Bereitstellung eines erheblichen Betrags zur Abwehr von behördlichen und gerichtlichen Verfahren sowie für Bußgelder für die kriminellen Diesel-Emissionsmanipulationen. Der Konzern stellte dafür über 2,3 Milliarden Euro zurück. Dennoch bleibt Källenius der alten Leitlinie im Interesse der Aktionäre treu, nach der 40 Prozent des Gewinns für Dividenden verwendet werden. (…) Seit der Ankündigung von 10.000 Entlassungen im November wächst der Zorn der Arbeiter über die Zusammenarbeit der IG Metall mit dem Vorstand rasant. Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht reagierte auf den Bericht des Handelsblatts über 15.000 Entlassungen mit einer arroganten Antwort, wie sie für Bürokraten typisch ist. Er kritisierte nicht die Entlassungen, sondern die mangelnde Einbeziehung des Betriebsrats. „Mit mir ist keine Verschärfung des Sparprogramms besprochen werden“, sagte er der Stuttgarter Zeitung. Im November hatte derselbe Brecht der Unternehmensleitung vorgeworfen, dass sie die Arbeiter über die geheimen Vereinbarungen mit der IG-Metall informiert habe, was zu Unruhe unter ihnen geführt habe. (…) Ein Interview, das Brecht am 23. Januar dem Handelsblatt gab, ist ein Paradebeispiel dafür, dass die IG Metall jeglichen Anspruch, die Interessen der Arbeiter zu vertreten, aufgegeben hat. Das Interview ist ein nationalistischer Angriff auf die asiatischen Arbeiter sowie eine Aufforderung zu Handelskrieg und Protektionismus an die deutsche Regierung und die Europäische Union. Brecht warf im Gespräch mit dem Finanzblatt Daimler und der europäischen Autoindustrie vor, sie verließen sich bei Elektroautos auf asiatische Batteriehersteller. „Wir machen uns gefährlich abhängig von Herstellern in China und Korea. CATL oder LG Chem [führende chinesische bzw. südkoreanische Batteriehersteller] bilden mächtige Oligopole; sie können Verfügbarkeit und Preise der Zellen steuern“, warnte er. …“ Beitrag von K. Nesan vom 13.02.2020 bei World Socialist Web Site externer Link
    • 4,3 Milliarden Euro Profit – für Daimler viel zu wenig
      “Angeblich steckt der Daimler-Konzern in einer “tiefen Krise”. Sicher ist sein Profit zurückgegangen. Das heißt aber noch lange nicht, dass er am Hungertuch nagt. Im Jahr zuvor betrug der Gewinn von Daimler noch 11,1 Milliarde. Bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz betonte Daimler-Chef Ola Källenius: „Die finanziellen Ergebnisse für 2019 sind nicht die Ergebnisse, die wir für die Zukunft sehen wollen.“ Klare Ansage: „Das reicht nicht!“ Und klare Konsequenz: Mindestens 10.000 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden, das Handelsblatt berichtete sogar von 15.000 Arbeitsplätzen. Außerdem soll auch die „Ergebnisbeteiligung“, also die Prämien, dramatisch gestrichen werden – von bis zu 4965 Euro im Vorjahr auf 1097 Euro. Die meisten Daimler-Beschäftigten sind verärgert bis empört. „Das soll ‘sozialverträgliche Zukunftssicherung’ sein“, meinte ein Kollege sarkastisch. Ein großer Teil des 2 Milliarden Euro teuren Konzernumbaus geht in ein Programm für Aufhebungsverträge und frühzeitige Altersteilzeit. Das macht Daimler jedoch nur, damit möglichst viele Beschäftigte anfangen zu rechnen, ob sie damit „aus dem Laden rauskommen“, statt sich zusammenzuschließen und gegen die Arbeitsplatzvernichtung zu kämpfen – auch im Interesse und gemeinsam mit der Jugend. So werden jetzt schon fast alle Auslerner im Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim nur noch in der Montage eingesetzt und es gibt Pläne der Werksleitung, 16 Prozent der Ausbildungsplätze zu vernichten…“ Beitrag vom 12.02.2020 bei Rote Fahne News externer Link
  • Milliardenschweres Sparprogramm: Daimler will weltweit mehr als 10.000 Stellen streichen – heute Betriebsversammlung in Stuttgart zu geheimen “Eckpunkten”
    Nach Audi und BMW hat nun auch Daimler ein großes Sparprogramm verkündet. Es sieht einen weltweiten Stellenabbau vor. Bis 2022 sollen rund 1,4 Milliarden Euro eingespart werden. Das Sparprogramm beim Autobauer Daimler wird in den kommenden drei Jahren weltweit Tausende Arbeitsplätze kosten. Gestrichen werden mindestens 10.000 Stellen. Es gehe um eine niedrige fünfstellige Zahl, sagte Personalvorstand Wilfried Porth am Freitag. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ die Zahl berichtet. Vor allem will Daimler freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen, dazu sollen die Altersteilzeit ausgeweitet und Mitarbeitern in der Verwaltung in Deutschland Abfindungen angeboten werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind an den deutschen Standorten bis Ende 2029 ausgeschlossen – dabei bleibt es. (…) „Mit den jetzt gemeinsam mit dem Betriebsrat beschlossenen Eckpunkten zur Verschlankung des Unternehmens können wir dieses Ziel bis Ende 2022 erreichen“, betonte Personalvorstand Wilfried Porth in der Mitteilung. „Wir werden die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten.“ Wie genau die Eckpunkte umgesetzt werden sollen, werde in den kommenden Wochen ausgearbeitet. Daimler kündigte auch an, auslaufende Verträge von Zeitarbeitern in der Verwaltung nur noch sehr restriktiv zu verlängern. Ähnlich sparsam will der Konzern künftig mit 40-Stunden-Verträgen umgehen und damit Kosten sparen. Zudem will der Autobauer die Beschäftigten mit Anreizen dazu bringen, ihre Arbeitszeit selbst zu reduzieren…” Meldung vom 29.11.2019 beim Focus online externer Link, siehe dazu auch:

    • “… Porth gab keine weiteren Details über das Abkommen mit der IG Metall und dem Betriebsrat bekannt. Er erklärte nur, die Umsetzung der Eckpunkte werde in den kommenden Wochen ausgearbeitet. Laut Medienberichten haben sich Daimler und der Betriebsrat jedoch neben den Verschlankungsmaßnahmen auch auf die weitere Absenkung von Personalkosten geeinigt. Unter anderem soll den Beschäftigten eine Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit angeboten werden. Arbeiter mit einer 40-Stunden-Woche würden damit gezwungen, weniger Stunden für weniger Geld zu arbeiten. Die auslaufenden Verträge von befristet Beschäftigten in der Verwaltung sollen nur in sehr begrenztem Umfang verlängert werden. Einschränkungen wird es auch für die 40-Stunden-Verträge von fest angestellten Kräften geben. Zwei Daimler-Arbeiter erklärten gegenüber der World Socialist Web Site, sie hätten erst aus den Medien von den Kürzungen erfahren. Beide berichteten, dass das Management und die IG Metall intensive Verhandlungen führen, seit Källenius vor sechs Monaten die Stelle als Vorstandsvorsitzenden angetreten hat. Die Arbeiter waren überzeugt, dass das Unternehmen die Kürzungen bewusst am Freitag bekanntgegeben hat, um Unruhe unter den Fabrikarbeitern zu verhindern. Die IG Metall hat für Montag eine Betriebsversammlung in der Hans-Martin-Schleyer-Halle organisiert, einer der größten Versammlungshallen in Stuttgart…” Aus dem Beitrag “Daimler streicht mehr als 10.000 Stellen” von K. Nesan vom 2. Dezember 2019 bei wsws externer Link
  • [Kollegenzeitung “Die Stoßstange”] Daimler: Heute Massenentlassungen von Leiharbeitern – und morgen? 
    In den bürgerlichen Medien wurde berichtet, dass Daimler, wie bereits VW und andere, ein neues ‘Sparprogramm’ fahren will.” So leitet die Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen bei Daimler “Die Stoßstange” ihre aktuelle Ausgabe ein. Weiter schreibt sie: “Alles halb so schlimm, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht: ‘Entlassungen seien nicht geplant und wegen der Beschäftigungssicherung bis 2029 ausgeschlossen.’ Doch was ist mit dem Rausschmiss von rund 2500 Leiharbeitern in Rastatt, Düsseldorf und anderen im letzten Jahr und dem geplanten Abbau von weiteren 3500 Leiharbeitern, davon allein 900 in Untertürkheim im Jahr 2019? (…) Wir haben die Krisen und Auftragsrückgänge nicht zu verantworten. Unsere Verantwortung gilt nur unserer Klasse und unseren Familien. Wir verkaufen keine Autos, sondern unsere Arbeitskraft. In diesem Sinne ist es genau richtig, dass im Werk verschiedene kämpferische Aktionen stattgefunden haben. So haben 540 IG-Metaller einen Antrag an den Gewerkschaftstag unterstützt, zum gemeinsamen Kampf für die Übernahme der Leiharbeiter; Vertrauensleute gingen zur Vertrauenskörperleitung, um sie zum Kampf aufzufordern. Vor allem haben 30 Kollegen für kurze Zeit die Arbeit niedergelegt und ein Streik-Zeichen gesetzt, was sich schnell herumgesprochen hat. Denn das ist die einzige Sprache, die die Werksleitung und der Vorstand verstehen. Überwinden wir die Spaltung von Leih- und Stammarbeitern, indem wir gemeinsam für die Übernahme aller Leiharbeiter kämpfen. Denn die ‘Stammarbeiter’ werden die nächsten sein!...” Auszüge aus Kollegenzeitung “Die Stoßstange” am 01.04.2019 bei den Rote-Fahne-News externer Link
  • Internationalistisches Bündnis: Arbeiterplattform gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen bei Daimler 
    Die Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses in der Region Stuttgart hat eine Aktion bei Daimler in Untertürkheim durchgeführt – genauer: vor einem Werkstor des Werksteiles Hedelfingen. Anlass ist die Entlassung von 1200 Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern im Laufe des Jahres. Davon ein Großteil schon Ende März. Es wurden Diskussionen geführt, ob es überhaupt möglich ist, einen Kampf zu organisieren. Viele Kolleginnen und Kollegen befürworteten dies. Nicht wenige zeigten sich aber skeptisch, ob das gelingt. Gut an kam auch die Losung „heute die, morgen wir“. Das war auch die Erfahrung von Opel. Viele haben Angst, dass wenn man sich beteiligt als erster fliegt. Man muss aber heute mehr Angst um die Zukunft unserer Kinder und Enkel haben. Man muss auch kommende Aktionen so organisieren, dass die Masse der Kollegen einzelne schützen. Der Vertrag, dass es keine betriebsbedingten Entlassungen geben soll beruhigt noch manche Kollegin und manchen Kollegen. (…) Das Internationalistische Bündnis hat verschiedene Aufkleber gegen Leiharbeit und Spaltung, für Zusammenhalt und Arbeitereinheit entworfen. Hier kann man sie anschauen externer Link.” Bericht aus Stuttgart am  02.03.2019 bei Rote-Fahne-News externer Link
  • Daimler: Vorstand plant „umfassende Gegenmaßnahmen“ 
    Auf der Jahrespressekonferenz verkündete Daimler-Chef Dieter Zetsche, dass trotz erneuter Absatzrekorde der Profit vor Steuern um 22 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zurückgegangen ist. Ein Ergebnis der Überausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter. Für Zetsche und die Börse ist das Verfehlen des Maximalprofits bereits ein „Gewinneinbruch“ und Anlass, ein x-tes „Spar“programm zur weiteren Steigerung der Ausbeutung anzukündigen. (…) Mit der Kürzung der sogenannten „Ergebnisbeteiligung“ für die „Stamm“-Beschäftigten von zuletzt 5.700 auf 4.965 Euro wurde der Beginn gemacht. Da viele Kolleginnen und Kollegen dies noch als „freiwillige Sonderzahlung“, statt als Lohnbestandteil sehen, der aus der Ausbeutung ihrer Arbeit bezahlt wird, hält sich der Unmut darüber in Grenzen. Nicht jedoch, dass sich der scheidende Daimler-Chef eine Rente von 4.250 Euro am Tag genehmigt hat! Für Unruhe sorgt die Ankündigung von „umfassenden Gegenmaßnahmen“ durch Zetsche. In Rastatt sind bereits 1.200, in Düsseldorf 1.000 Leiharbeiter entlassen worden und in Untertürkheim will Daimler alle etwa 1.200 Leiharbeiter rauswerfen. Dass Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht dafür „Verständnis“ hat, finden kämpferische Gewerkschafter unmöglich. Auch dass er sich nur für die Stammbelegschaft verantwortlich fühlt. Auf der IG-Metall-Vertrauensleute-Vollversammlung dort hat deshalb ein Kollege einen von vielen Kollegen mitgetragenen Antrag an den Gewerkschaftstag vorgestellt, der die IG Metall zur Organisierung des gemeinsamen Kampfes gegen diese Massenentlassungen auffordert. Darüber soll auf der nächsten Versammlung abgestimmt werden.” Bericht vom 15.02.2019 bei den Rote-Fahne-News externer Link
  • Daimler-Bilanz: „Wir sind nicht zufrieden“ – BRV Brecht auch nicht: “Wir müssen die Effizienz erhöhen”
    Daimler musste im vergangenen Jahr deutlich Federn beim Gewinn lassen – fast 30 Prozent. Dieter Zetsches letzte Bilanz ist ernüchternd. Die Hoffnung liegt nun wie so oft auf den Zukunftsthemen Connected, Autonomous, Shared und Electric (CASE). (…) Schon vor der Verkündung der Geschäftszahlen berichtete das „Handelsblatt“ aus Konzernkreisen, dass es Druck gäbe, die Fertigungstiefe zu verringern. Die Kosten seien schlicht zu hoch. Im Interview mit der Wirtschaftszeitung kritisierte Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht, der Hersteller biete zu viele unterschiedliche Fahrzeuge an: „Die Zahl der Modellvarianten ist in den vergangenen Jahren auf 40 angestiegen. Das bringt übermäßig viel Komplexität in die Produktion und die Entwicklung“. Wenn bei steigenden Stückzahlen die Ergebnisse schlechter würden, müsste Daimler die Effizient erhöhen, betonte Brecht. Das optimale Maß zu finden zwischen bestmöglicher Marktausschöpfung und selbiger Kostensituation sei nun keine neue Frage, sagt Zetsche, und auch kein Thema, das durch die E-Mobilität neue Brisanz erfahre. Er sieht das ausgewachsene Portfolio als Erfolgstreiber. „Wir haben wenige Fahrzeuge, die nicht im Markt erfolgreich waren“, sagte der scheidende Daimler-Chef auf der Jahrespressekonferenz. Was diese Entwicklung für die Zulieferer heißen könnte, bleibt abzuwarten. Den E-Antriebsstrang müsse Daimler selbst herstellen, sagte der Betriebsratschef Michael Brecht dem Handelsblatt. Es stimme, dass Daimler für einzelne Modelle wie dem GLC den E-Motor von Automobilzulieferer ZF habe entwickeln lassen. Doch „das wird zum Schluss nicht mehr so sein. Wir sind hier im Dialog mit dem Vorstand“, sagte Brecht und verwies gleichzeitig auf eine „Beschäftigungsperspektive“ für die 170.000 Daimler-Mitarbeiter in Deutschland…” Artikel von Svenja Gelowicz und Thomas Günnel vom 06.02.19 bei Automobil Industrie online externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=136286
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