Berufsausbildung: Gekommen, aber nicht geblieben. Ausbildungsabbrüche und ein Teil ihrer möglichen Folgen

Lehrlingsbewegung 1968ff„… Und selbst bei den Ausbildungsverhältnissen, wo Betriebe und zumeist junge Menschen zueinander gefunden und einen entsprechenden Vertrag geschlossen haben, muss man berücksichtigen, dass ein nicht geringer Teil der Auszubildenden das Ende der Fahnenstange, also den Abschluss der Berufsausbildung, nicht erreicht, sondern der Ausbildungsvertrag wird vor dem regulären Ende aufgelöst. Schauen wir also auf die „Ausbildungsabbrecher“. (…) So findet man beispielsweise im öffentlichen Dienst kaum Abbrüche des einmal eingeschlagenen Weges, während das bei den Köchen ganz anders aussieht. Von den Herden und Töpfen werden bis zu über 40 Prozent Ausbildungsabbrecher – gemessen an der sogenannten „Lösungsquote“ – gemeldet. Auch aus den in der öffentlichen Diskussion so bedeutsamen Pflegeberufen werden immer wieder überdurchschnittliche hohe Abbrecherquoten berichtet…“ Beitrag vom 21. September 2021 von und bei Stefan Sell externer Link mit weiteren Ausführungen über die Folgen und mehr dazu:

  • Lehrabbruch kostet benachteiligte Jugendliche 45 Prozent Einkommen – doch Einkommensverluste sozial stark ungleich verteilt New
    Ausbildungsabbrüche haben erhebliche Einkommensverluste zur Folge – die laut einer neuen Studie allerdings sozial stark ungleich verteilt sind.
    Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien verlieren nach einem Ausbildungsabbruch langfristig massiv an Einkommen. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Universitäten Bamberg und Bielefeld sowie des Schwedischen Instituts für Sozialforschung verdienen sie in den zehn Jahren danach im Schnitt rund 45 Prozent weniger als Gleichaltrige mit abgeschlossener Ausbildung. Konkret summieren sich die Einkommen von Absolvent*innen aus dieser Gruppe auf etwa 153.000 Euro, während Abbrecher*innen nur rund 82.000 Euro erreichen. (…)
    Einkommensverluste nicht für alle
    Für Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien zeigen sich hingegen keine Einkommensnachteile. Trotz des Abbruchs erreichen sie langfristig im Durchschnitt vergleichbare Einkommensniveaus wie Absolvent*innen aus derselben Herkunftsgruppe. „Die Folgen eines Ausbildungsabbruchs hängen auch mit den verfügbaren sozialen Ressourcen zusammen“, erklärte IAB-Forscherin Kerstin Ostermann. Jugendliche aus nicht benachteiligten Haushalten nähmen nach einem Abbruch häufiger erneut eine Ausbildung auf. Außerdem arbeiteten sie deutlich häufiger in Tätigkeiten, die formal eigentlich einen Berufsabschluss erforderten. Daher hätten sie trotz fehlender Qualifikation vergleichsweise gute Einkommens- und Aufstiegschancen…“ GEW-Pressemitteilung vom 20.04.2026 externer Link zu

Siehe auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=193652
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