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- Transportwesen: Speditionen und Logistik
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„Wenn die Pegel sinken, steigt auch der Druck auf die Beschäftigten“: In der Binnenschifffahrt und auch im Lkw-Verkehr wenn das Sonntagsfahrverbot fällt
„Die anhaltend niedrigen Pegel in Deutschlands Flüssen belasten die Binnenschifffahrt und ihre Beschäftigten enorm. Unter immer schwierigeren Bedingungen durch den Klimawandel leisten sie Höchstarbeit und brauchen dafür gute Arbeitsbedingungen (…) Es genüge nicht, mit Wirtschaftsverbänden über tiefere Fahrrinnen und resilientere Logistikketten zu sprechen, sagt der ver.di-Bundesschifffahrtssekretär Liam Pape aus der Fachgruppe Luftverkehr und Maritime Wirtschaft. Pape kritisiert, dass die Beschäftigtenperspektive in der aktuellen Debatte ausgeblendet werde. Das Navigieren bei niedrigen Wasserständen erfordere höchste Konzentration, langjährige Erfahrung und ausgeprägtes nautisches Fachwissen. (…) Die Binnenschifffahrt mit ihren mehr als 5.300 Beschäftigen sei unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen und leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur…“ ver.di-Nachricht vom 5.8.2026
(„ver.di fordert Entlastung für Beschäftigte“) mit FAQ zum Thema und einige Meldungen zur (noch eingeschränkten) Lockerung des Lkw-Fahrverbots:
- Ver.di wendet sich gegen Lockerung des Lkw-Fahrverbots
„Der Bundesverkehrsminister will das Lkw-Sonntagsfahrverbot aussetzen, um Lieferengpässen durch das extreme Niedrigwasser in Flüssen zu begegnen. Ver.di ist dagegen.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di stellt sich gegen Pläne, wegen des extrem niedrigen Wasserstands des Rheins und anderer Wasserstraßen das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen zu lockern. »Der Vorstoß geht zulasten der Beschäftigten im Transport- und Logistikgewerbe und stellt die gesetzlich geschützten Sonn- und Feiertage als Tage der Ruhe und Erholung infrage«, sagte Ver.di-Logistikexperte Uwe Köpke. »Wer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot aus reinen wirtschaftlichen Erwägungen teilweise abschaffen will, greift direkt in die Arbeits- und Lebensbedingungen von Hunderttausenden Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern ein.«
Die Branche sei aber bereits von Fachkräftemangel, hohem Zeitdruck und belastenden Arbeitsbedingungen geprägt. Mit einer Lockerung würde die Erwartung wachsen, auch an sieben Tagen der Woche Dienstleistungen bereitzustellen, warnte Köpke.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hatte am Donnerstag angekündigt, zur Vermeidung von Lieferengpässen durch das extreme Niedrigwasser deutscher Flüsse mit den Ländern unter anderem über Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw für besonders betroffene Güter zu sprechen. In dieser Frage habe er bei Länderverkehrsministern die Bereitschaft festgestellt, die entsprechenden Verbote so lange wie nötig auszusetzen, sagte der CDU-Politiker…“ Agenturmeldung vom 7. August 2026 in der Zeit online
- Sonntagsfahrverbot ausgesetzt: Speditionen kritisieren Ausnahmeregelung für Lkw
„NRW setzt das Sonntagsfahrverbot für Lkw aus, damit mehr Güter auf die Straße kommen. Speditionen halten das für Augenwischerei. (…)
Spediteur Hubertus Gössling aus Arnsberg befürchtet noch eine weitere Hürde: die Arbeitszeitregelung. Fahrer müssen Lenk- und Ruhezeiten einhalten: „Wenn die Fahrer sonntags fahren, steht der Lkw an einem anderen Tag der Woche.“ Attraktiver werde der Beruf durch Sonntagsfahrten auch nicht – dabei fehlt es der Branche ohnehin an Nachwuchs.
Ähnlich skeptisch äußerte sich Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik. Ruhezeiten könne man zwar aussetzen: „Dann muss sichergestellt werden, dass das Fahrpersonal nicht zum Beispiel in einem anderen Bundesland, das nicht vom Niedrigwasser betroffen ist, in eine Polizeikontrolle kommt und noch bestraft wird“. Dirk Engelhardts Verband fordert deshalb einen Krisen-Interventionspass.
Auch Verdi übt Kritik
Kritik kommt auch von der Gewerkschaft Verdi. Wer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot aus rein wirtschaftlichen Gründen abschaffe, greife in die Arbeits- und Lebensbedingungen von Hunderttausenden Berufskraftfahrern ein, heißt es von dort. Gemeinsame Ruhezeiten mit Familie und Freunden seien unverzichtbar.“ Beitrag von Corina Wegler und Peter Hild vom 08.08.2026 im WDR
- „Nur so am Rande: Wer wegen Klimakrise das Lkw-Sonntagsfahrverbot aussetzt, schafft auch wegen FahrerInnenmangels die Lenk- und Ruhezeiten samt deren Kontrollen ab“ LabourNet-Post vom 08.08.2026 auf mastodon und bsky
Siehe u.a. auchunser Dossier: Eng getaktete Lieferketten, 60-Stunden-Wochen, zuwenig Stellplätze: Widrige Arbeitsbedingungen führen zu mehr Unfällen und toten Lkw-Fahrern