„Drei Prozent mehr Geld erhalten die Beschäftigten der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Westfalen-Lippe und in Niedersachsen. Auch die Auszubildenden bekommen mehr Geld. Der Tarifvertrag läuft bis Ende April 2014. (…) Ab August erhalten Azubis im ersten Ausbildungsjahr 730 Euro im Monat, das sind 22 Euro mehr als bisher. Im zweiten Ausbildungsjahr bekommen sie 785 Euro (23 Euro plus) und im dritten Ausbildungsjahr 856 Euro (24 Euro plus). Mit der Juni-Abrechnung bekommen die Auszubildenden außerdem einmalig 100 Euro. Zwei Tage vorher gab es schon ein Ergebnis für Niedersachsen und Bremen. Auch hier erhalten die Beschäftigten drei Prozent mehr Geld. Die Ausbildungsvergütungen steigen dort um monatlich 30 Euro. Alle Tarifverträge laufen bis 30. April 2014.“ Meldung bei der IG Metall vom 01.03.2013
"Geltende Tarifverträge müssen umgesetzt werden", betonte Erhard Ott, Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vor rund 170 Betriebs- und Personalräten aus der Abfallwirtschaft am gestrigen Dienstag in Berlin. Er forderte den Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Recyclingwirtschaft (BDE) auf, dafür zu sorgen, dass die mit ver.di vereinbarten Tarifverträge für die Beschäftigten der Privaten Abfallwirtschaft umgesetzt und angewandt werden. Sozialpartnerschaft basiere auch auf Vertrauen gegenüber dem Verhandlungspartner, so Ott weiter. Der BDE müsse sich wegen der Verweigerungshaltung seines Verhandlungsführers und stellvertretenden Präsidenten, Oliver Gross, der gleichzeitig Geschäftsführer von SITA Deutschland auf der Kölner Industriestraße sei, fragen lassen, welchen Wert die Unterschrift des BDE unter Tarifverträge in der Branche noch habe…“ Artikel von Peter Kleinert in der NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung vom 27.02.2013
Betriebsratschef Einenkel kritisiert »Mastervertrag«, mit dem das Ende der Fahrzeugproduktion im Ruhrgebietswerk und Lohnkürzungen akzeptiert werden. Artikel von Karl Neumann in der jungen Welt vom 02.03.2013
"Das ist das Worst-Case-Szenario", wird Renate Gensch, Betriebsratsvorsitzende des Berliner Verlags, vom "Tagesspiegel" zitiert. Bei der DuMont Redaktionsgemeinschaft in Berlin sollen 46 Stellen wegfallen. Die Redaktionsgemeinschaft hat bislang den gemeinsamen Mantel der "Frankfurter Rundschau" und der "Berliner Zeitung" produziert; sie beliefert darüber hinaus auch den die "Mitteldeutsche Zeitung" und den "Kölner Stadt-Anzeiger". Die neuen Eigentümer der "FR", FAZ und Frankfurter Societät GmbH, haben an diesem Donnerstag mitgeteilt, dass sei bei den "FR"-Mantelseiten nur bis zum Aufbau einer eigenständigen überregionalen Redaktion die Dienste der DuMont-Redaktionsgemeinschaft in Anspruch nehmen wollen. Laut FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan soll das in drei Monaten soweit sein…“ Meldung auf Kress-Mediendienst vom 28.02.2013
„Nichts floss mehr: Auf allen Wasserstraßen waren die Schleusen dicht, auf Rhein und Mosel sowie auf allen die Wasserwege verbindenden Kanälen, wie etwa dem Nordostseekanal, dem Main-Donau-Kanal und dem Mittelkanal. Der gesamte Schiffsverkehr lag lahm, als die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) am 28. Februar bundesweit ihre Arbeit niedergelegt haben, um für tariflichen Schutz und einen vernünftigen Umbau der Behörde zu kämpfen. Die auf Schiffsladungen wartenden Betriebe, wie beispielsweise Stahlindustrie oder Kraftwerke, wurden nicht beliefert…“ Meldung bei ver.di vom Ende Februar 2013
Extremer Leistungsdruck, systematische Überwachung des Arbeitspensums, schlecht temperierte Lagerhallen: Ehemalige Amazon-Mitarbeiter berichten der SZ von unmenschlichen Arbeitsbedingungen in einem Logistikzentrum des Online-Händlers. Protokolle aus der Amazon-Galeere von Stefan Mayr, Graben, in der Süddeutschen Zeitung vom 02.03.2013
„Die Debatte über den Einsatz von Leiharbeitern bei Amazon hat sich in den vergangenen Tagen verlagert. Es ging plötzlich nicht mehr darum, dass Amazon ein System der Ausbeutung praktiziert, wie Recherchen der ARD nahegelegt hatten. Amazon lehnte gleich jegliche Verantwortung ab und trennte sich von Partnern, die in der Kritik stehen. Das strategische Ziel des US-Konzerns war klar: Schuldverlagerung. Es hat offenbar funktioniert…“ Artikel von Volker Boch in der Rhein Zeitung vom 27.02.2013
„Es fing damit an, dass „Arbeitslose mit Hochschulabschluss“ (diplômés chômeurs – die Bezeichnung benennt eine eigene soziale Kategorie in den nordafrikanischen Ländern) öffentlich ihre Diplome verbrannten. Als Ausdruck ihrer Wertlosigkeit und der Aussichtslosigkeit, ohne familiäre Beziehungen „an geeigneter Stelle“ Erwerbsmöglichkeiten zu finden. Vgl. dazu folgendes Video von der Aktion von acht Minuten, deren Teilnehmer ihre Situation auf den Punkt bringen (bspw. 1 Minute 17 Sekunden: „Es gibt keinerlei soziale Gerechtigkeit“) und im Anschluss ihre Diplome abfackeln:…“ Artikel von Bernard Schmid, 03.03.2013
Die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen, sagen Politiker aller Parteien. Aber wozu eigentlich? Plädoyer für einen bescheideneren Kapitalismus von Wolfgang Uchatius in der Zeit online vom 28.2.2013
800.000 Menschen haben auf der Abschlusskundgebung in Lissabon für eine Volksinitiative gestimmt, mit der in einer Volksabstimmung die Regierung zum Rücktritt gezwungen werden soll - der bisherige Höhepunkt der Proteste, die grösste Demonstration der Geschichte Portugals.
Immer öfter, immer größer: Die Proteste in Portugal wachsen, der Ton wird rauher, Troika und Regierung werden die Legitimität abgesprochen. Die gewaltige Kundgebung in der Hauptstadt hatte neben allen beeindruckenden Ansichten auch einen kleinen negativen Effekt: Dass man in ihrem Schatten die ebenfalls riesigen Proteste in anderen Städten übersehen konnte - etwa die sage und schreibe 400.000 Menschen, die in Porto auf die Straße gingen. “Vertreter der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) sind erneut in Portugal eingetroffen. Sie überprüfen die Umsetzung der Programme, die dem Land 2011 aufgezwungen wurden, als es 78 Milliarden Euro aus dem EU-Rettungsfonds erhielt. Die Empörten sind überzeugt, dass die Portugiesen wegen der Maßnahmen verarmen und das Land in den Ruin gespart wird. Das sieht auch der große Gewerkschaftsverband CGTP so, weshalb CGTP-Chef Armenio Carlos seine Mitglieder zur Teilnahme an den zahlreichen Protestaktionen aufrief. Selbst Militärvereinigungen sind dabei. Lima Coelho, Sprecher der Offiziersverbands ANS, sagte gegenüber der portugiesischen Zeitung Publico von Freitag: »Wir sind Teil der Gesellschaft und werden an der Seite unserer Familien stehen.« Siehe dazu:
"Seit mittlerweile drei Monaten dauern die größten selbstorganisierten Proteste von Geflüchteten, Asylwerber*innen und Sans Papiers (Menschen ohne Papiere) in Österreich an. Eine ihrer drängendsten Forderungen war von Anfang an ein freier Zugang zum Arbeitsmarkt: „Wir brauchen eine Arbeitserlaubnis. Wir wollen für uns selbst sorgen. Wir wollen nicht vom Staat abhängig sein. Wir verlangen, dass man uns unsere Würde als Menschen zurückgibt.“Angestoßen von den aktuellen Protesten findet eine längst überfällige Debatte zum Thema Arbeitsmarktzugang statt. Eine Debatte, die es in dieser Intensität davor nicht gab und als Erfolg der Proteste verbucht werden kann.Die folgenden FAQs („Frequently Asked Questions“ bzw. „Häufig Gestellte Fragen“) sollen als Orientierungshilfe in der aktuellen Diskussion um den Arbeitsmarktzugang von Asylwerber*innen dienen..." Sonderseite von prekär.at mit asylkoordination österreich, Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen und helping hands
"Heute, wo Kooperationen zwischen Privatwirtschaft und staatlichen Universitäten auch in Europa schon fast zum Normalfall geworden sind, muss man wieder einmal grundlegende Fragen stellen: Was ist eine Universität? Welche Funktion hat eine Universität in der Gesellschaft? (...) Als Staatsbürger, Forscherinnen, Wissenschaftler und Studierende appellieren wir an die Leitung der Universitäten und an alle Bildungsverantwortlichen im In- und Ausland, dem kostbaren und von der Verfassung geschützten Gut der akademischen Freiheit und Unabhängigkeit Sorge zu tragen und das wissenschaftliche Ethos nicht mit problematischen Kooperationen zu gefährden." Internationaler Appell gegen Wissenschafts-Sponsoring und Unterschriftensammlung
"Der Gesamtbereich "Prävention und Gesundheitsschutz" ist innerhalb eines einzigen Jahres um mehr als 700 Millionen Euro geschrumpft. Die Deutschen stellen in der Krise ihre Gesundheit zurück. Das kann teuer werden.
Die Krise macht krank. Existenzängste, Stress am Arbeitsplatz und die Angst vor Arbeitslosigkeit setzen den Menschen zu. Und sogar die bloßen Worte "Staatsschuldenkrise", "Bankenkrise" und "Eurokrise" können in unseren Gehirnen ungesunde Stressreaktionen auslösen. Medizinforscher warnen seit Jahren vor solchen Folgen der Krise - aber die Politik hört weg…" Beitrag von Vlad Georgescu im Deutschlandradio vom 25.02.2013
"Der reale Streik der entrechteten Migrant_innen findet dauerhaft seit November 2012 in Wien statt!
Am 1. März 2013 findet zum dritten Mal in Wien der transnationale Migrant_innenstreiktag statt. Dieser Tag vereinigt alle Migrant_innen, Flüchtlinge, Illegalisierte und spricht mit einer gemeinsamen Stimme, um gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausschließung auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens anzukämpfen. Auch in Innsbruck, Linz und anderswo in Österreich findet der Streiktag statt..." Informationen auf der Aktionsseite und beim Refugee Protest Camp Vienna