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Spendenaufruf von medico: Nothilfe Venezuela nach dem Erdbeben am 24. Juni 2026

Dossier

Spendenaufruf von medico: Nothilfe Venezuela nach dem Erdbeben am 24. Juni 2026Mindestens 2000 Menschen in Venezuela sind tot, 50.000 werden noch vermisst, Hunderttausende sind betroffen. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch immer nicht absehbar. medico-Partner leisten Nothilfe. Nachdem uns die ersten Meldungen aus Venezuela erreichten, haben wir Kontakt zu unserer früheren Partnerorganisation Cecosesola aufgenommen. Der krisenerprobte Verband von Kooperativen begann unmittelbar nach den Beben, Nothilfe für die Überlebenden zu leisten: Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Hygieneartikel und Kleidung. medico unterstützt diese direkte Nothilfe von unten. Helfen Sie mit!…“ Aufruf von medico international externer Link mit Kontodaten und Hintergründen, auch über Cecosesola:

  • Sanktionen verschlimmern die Folgen des Erdbebens in Venezuela erheblich: Eingefrorene Milliarden und blockierte Finanzmittel behindern Nothilfe und Wiederaufbau New
    Bei dem Doppelbeben vom 24. Juni in Venezuela sind nach aktuellen Regierungsberichten mehr als 3.800 Menschen ums Leben gekommen und 16.700 verletzt worden. Für Tausende Überlebende hat sich eine medizinische Krise entwickelt, und 17.800 Menschen sind obdachlos. Es gibt erschütternde Berichte über Menschen, die versuchen, Überlebende mit bloßen Händen aus den Trümmern zu bergen. Dutzende Kinder mussten amputiert werden, weil sie nicht rechtzeitig erreicht werden konnten.
    In einer Situation wie dieser sollten die Menschen in Venezuela und die internationale Gemeinschaft nicht dafür kämpfen müssen, dass die Sanktionen beendet werden, die die Wirtschaft des Landes zerstört haben und seine Erholung behindern und auch nicht dafür, dass das Land Zugang zu Vermögenswerten im Wert von Milliarden von US-Dollar erhält, die ihm gehören. Doch das tun wir, weil die Rolle der Sanktionen und eingefrorenen Vermögenswerte in der Öffentlichkeit viel zu wenig Beachtung gefunden hat.
    Von 2012 bis 2020 erlitt Venezuela den wahrscheinlich schwersten wirtschaftlichen Einbruch einer Depression, die ohne Krieg eingetreten ist. Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum um 74 Prozent zurückging. Das entspricht einem Einkommensverlust, der etwa dreimal so groß ist wie jener, den die Menschen in den USA während der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre erlebten.
    Dies war keine Naturkatastrophe wie das Erdbeben, sondern eine von Menschen verursachte. IWF-Daten zeigen, dass 88 Prozent dieses Verlusts nach Beginn der US-Wirtschaftssanktionen im Jahr 2015 eintraten. Die Zerstörung beschleunigte sich mit den Sanktionen der Trump-Regierung ab 2017. (…)
    Infolgedessen befand sich Venezuela bereits vor den Erdbeben in einer humanitären Krise. Nach Angaben der Europäischen Kommission benötigten vor Juni 2026 7,9 Millionen Menschen einer Gesamtbevölkerung von 28,5 Millionen humanitäre Hilfe. 40 Prozent der Menschen in Venezuela waren von mäßiger bis schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen, und rund 56 Prozent der Bevölkerung lebten in extremer Armut. 86 Prozent waren auf verunreinigte Wasserquellen angewiesen. Fast die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte Venezuelas sowie viele andere Beschäftigte im Gesundheitswesen und weitere qualifizierte Arbeitskräfte – darunter 200.000 Lehrkräfte – verließen das Land, als die Wirtschaft zusammenbrach. (…)
    Einige weitere Milliarden Dollar werden von der Trump-Regierung zurückgehalten, obwohl eine präsidiale Anordnung festhält, dass diese Gelder „Eigentum der Regierung Venezuelas darstellen“. Es handelt sich um Einnahmen aus dem Verkauf venezolanischen Öls, über die die Trump-Regierung die Kontrolle übernommen hat.
    Die Vereinten Nationen schätzen inzwischen, dass der Wiederaufbau Venezuelas nach dem Erdbeben etwa 37 Milliarden Dollar kosten wird. Für dieses Land ist das eine enorme Summe: Sie entspricht 33 Prozent des derzeitigen Bruttoinlandsprodukts. Ökonomen und andere Wissenschaftler haben gefordert, Venezuelas „fortbestehende Wirtschafts- und Finanzsanktionen sowie das Einfrieren von Vermögenswerten“ zu beenden und durch einen Schuldenerlass auch die „erdrückende Schuldenlast“ zu beseitigen. (…)
    Zudem ist gut dokumentiert, dass wichtige Finanztransaktionen und selbst Hilfsmaßnahmen durch sogenannte „Overcompliance“ verhindert werden können. Banken, Finanzinstitute und andere Unternehmen meiden Transaktionen wegen tatsächlicher oder vermeintlicher Risiken im Zusammenhang mit Sanktionen, darunter auch wegen der Mehrdeutigkeit der US-Präsidialanordnungen, die diese Sanktionen ermöglichen…“ engl. Artikel von Mark Weisbrot externer Link am 20.07.2026 in der Übersetzung durch Jan Kühn in amerika21 externer Link
  • Katastrophenkapitalismus wie in Haiti? Etablieren sich in Venezuela unter dem Deckmantel der Nothilfe langfristige militärische oder geopolitische Interessen? 
    • Kommunale Strukturen helfen bei Krisen in Venezuela
      Caracas. Die Opferzahlen nach dem Doppelerdbeben vom 24. Juni in Venezuela sind nach offiziellen Angaben auf 4.561 Todesopfer und 16.740 Verletzte gestiegen. Etwas über 6.400 Personen seien demnach aus den Trümmern gerettet worden. Die Regierung hat 108 vorläufige Unterkünfte eingerichtet, in denen gegen 20.000 Menschen untergebracht worden sind. Zudem wurden rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter verteilt.
      Neben vor allem in internationalen Medien kolportierter Kritik am Krisenmanagement der Regierung haben in Venezuela in den letzten Tagen auch die zunehmende Militärpräsenz der USA im Katastrophengebiet sowie der Empfang israelischer Militärangehöriger durch die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez für Unmut gesorgt (amerika21 berichtete). (…)
      Auch das linke Magazin Monthly Review bezeichnet die Intervention US-amerikanischer Militärs mit über 2.000 Soldaten, mehreren direkt vor Venezuelas Küste stationierten Kriegsschiffen und der Präsenz von Aufklärungsdrohnen und Helikoptern nahe der Hauptstadt Caracas als faktische „Besetzung“ Venezuelas.
      Andere Autoren sehen die Lage trotz der schweren Schäden optimistischer und betonen die Bedeutung der vom ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez geschaffenen Strukturen der kommunalen Räte und Kommunen, die die Selbstorganisation der Menschen gerade in der aktuellen Katastrophensituation stärken.
      Der argentinische Aktivist Laureano Sosa, der in Venezuela lebt und arbeitet, beschreibt die Rolle der landwirtschaftlichen Kommunen bei der Bereitstellung erster Hilfsgüter: „In verschiedenen Regionen des Landes organisierten die Produzenten der Kommunen die Sammlung, Verarbeitung und den massenhaften Versand von Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs nach La Guaira, dem am schwersten betroffenen Gebiet.“ Auch bei der Bereitstellung von vorübergehenden Unterkünften und bei improvisierten Gemeinschaftsküchen hätten die kommunalen Räte eine entscheidende Funktion.
      Emilia Trabucco und Solange Martínez vom lateinamerikanischen Nachrichtenportal Nodal verweisen auf die organisierte Hilfsarbeit von kommunalen und Nachbarschaftsorganisationen, in denen sie einen lebendigen Ausdruck der „Volksmacht“ sehen, die in zwei Jahrzehnten unter chavistischen Regierungen aufgebaut worden sei.
      Über 28.000 Freiwillige seien bereits in den ersten Tagen nach den Erdbeben im Einsatz gestanden und hätten zahlreiche Opfer unter den Trümmern geborgen. Auch bei der Unterbringung von Geschädigten hätten lokale Strukturen eine entscheidende Rolle gespielt. „Dieses Netzwerk der territorialen Organisation ermöglichte es, die staatlichen Maßnahmen zu ergänzen und die Hilfe in Stadtvierteln und Ortschaften aufrechtzuerhalten, in denen Schäden an der Infrastruktur den Zugang der Rettungskräfte erschwerten“, so die beiden Forscherinnen
      …“ Artikel von Philipp Zimmermann vom 15.07.2026 in amerika21 externer Link
    • Venezuela: „Wird Hilfe politisch instrumentalisiert?“
      a21-Redakteurin und Autorin Ani Diesselmann spricht mit Lateinamerika-Referent Timo Dorsch von medico international über Risiken der Nothilfe
      Etablieren sich in Venezuela unter dem Deckmantel der Nothilfe langfristige militärische oder geopolitische Interessen?
      Noch ist es zu früh, von einer Etablierung langfristiger ausländischer geopolitischer Interessen in Venezuela zu sprechen. Die Lage im Land ist weiterhin unübersichtlich und in vielen Bereichen intransparent. Dass diese Sorge jedoch unmittelbar nach den Erdbeben und der Ankündigung internationaler Hilfe geäußert wird, sagt viel über das Misstrauen aus, das der venezolanischen Interimsregierung und insbesondere den USA entgegengebracht wird. Gerade im Schatten einer solchen Katastrophe darf es keine intransparenten Absprachen zwischen venezolanischen Regierungsvertreter:innen und ausländischen Akteuren geben, die auf die Sicherung eigener politischer oder wirtschaftlicher Interessen abzielen. Was es jetzt braucht, ist größtmögliche Transparenz.
      [Welche Risiken entstehen für Hilfsorganisationen, wenn humanitäre Hilfe eng mit militärischen Akteuren verknüpft wird?]
      Humanitäre Argumente werden immer wieder genutzt, um militärische Interventionen zu legitimieren. In solchen Fällen spricht man von sogenannten humanitären Interventionen. Diese Einsätze verfolgen jedoch regelmäßig auch geopolitische, sicherheitspolitische oder wirtschaftliche Interessen und können grundlegende Prinzipien des Völkerrechts unterlaufen. Wenn Streitkräfte humanitäre Hilfe leisten, geschieht dies nie losgelöst von strategischen Überlegungen. Humanitäre Maßnahmen werden Teil einer umfassenderen militärischen Strategie. Ein Ziel kann etwa sein, die Akzeptanz der Truppen in der Bevölkerung zu erhöhen.
      Hilfsorganisationen geraten dadurch in eine schwierige Lage. Werden sie Teil solcher Einsätze, laufen sie Gefahr, nicht mehr als unabhängige und unparteiische Akteure wahrgenommen zu werden. (…)
      Im Fall Venezuelas sprechen wir derzeit eher von militärischen Katastropheneinsätzen zur Unterstützung der humanitären Hilfe. Ob daraus tatsächlich humanitär begründete Militäreinsätze werden, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Deshalb ist es entscheidend, die Ereignisse vor Ort aufmerksam zu beobachten. (…)
      Die Vorstellung einer völlig unpolitischen Hilfe blendet diesen Widerspruch aus. Je unkritischer Hilfe verstanden wird, desto leichter kann sie zur Legitimation bestehender Machtverhältnisse oder zur Instrumentalisierung von Leid dienen. Kritische humanitäre Hilfe versucht deshalb, sich diesen strukturellen Herrschaftsverhältnissen bewusst entgegenzustellen und Perspektiven zu ihrer Überwindung zu eröffnen. (…)
      Unsere Partnerorganisation Cecosesola arbeitet bereits seit 1967 in Venezuela. Schon vor den Erdbeben versorgte sie wöchentlich rund 70.000 Familien über ihre Märkte mit Lebensmitteln und bot etwa 220.000 Menschen eine medizinische Basisversorgung. Dieses über Jahrzehnte gewachsene Vertrauen ist in einer Katastrophe sehr wertvoll. Ihr Ansatz lässt sich vielleicht am besten so beschreiben: aus der Bevölkerung, mit der Bevölkerung, für die Bevölkerung.
      ..“ Interview von Ani Dießelmann vom 11.07.2026 in amerika21 externer Link
    • Katastrophenkapitalismus in Venezuela wie in Haiti? Imperiale Kontrolle unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe nach dem Erdbeben in Venezuela
      Es ist geradezu obszön, dass ausgerechnet das Southcom1 Kräfte nach Caracas entsendet, um nach der Katastrophe Unterstützung im Flugverkehr und an den Flughäfen zu leisten. Ein noch größeres Verbrechen ist jedoch, dass die USA die Naturkatastrophe jetzt nutzen, um endlich das zu erreichen, was sie schon lange wollen: die Kontrolle über den Öl- und Bergbausektor Venezuelas und die letztendliche Privatisierung der öffentlichen Versorgungsdienste, die die sozialistische bolivarische Regierung kennzeichnen. Nachdem Trump bereits die venezolanische Ölindustrie enteignet und vom Verkauf des gestohlenen Rohöls profitiert hat, ist die Überweisung von lächerlichen 150 Millionen Dollar an „Hilfe“ an das Land, dem er seine souveränen Ressourcen geraubt hat, eine Beleidigung auf dem Niveau der Siedlerkolonialismus. (…)
      Der Einsatz der Katastrophenhilfe als „Trojanisches Pferd“ für neoliberale Ausplünderung und Kontrolle nach dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 vermittelt eine erschreckende Vorstellung davon, was Venezuela heute bevorstehen könnte. (…)
      Das ist die Zukunft, die sich die USA für Venezuela wünschen. Venezuela soll wie Haiti werden oder wenigstens in eine ähnliche Lage geraten; zumindest insofern, als ein zerlegter Staat geschaffen wird, in den die USA eindringt, den sie ausplündern und kontrollieren können. Auch wenn Haiti und Venezuela in vielerlei Hinsicht vielleicht nicht vollkommen vergleichbar sind, so sind beide Fälle doch komplementäre Beispiele dafür, wie eine Naturkatastrophe unter dem Deckmantel der Hilfe dazu genutzt wird, die imperialistische Kontrolle über ein bereits durch die unerbittliche westliche Hegemonie geschwächtes Land zu vertiefen. Diese imperialistische Kontrolle folgt auf eine Geschichte von Befreiungskämpfen, bei denen die überwiegend afrostämmige und indigene Bauernschaft gegen die europäische Siedlerkolonialherrschaft und die kapitalistische Ausbeutung Erfolge verzeichnen konnte. (…)
      In Venezuela halten sich derzeit US-Beamte auf und „koordinieren“ ihre Maßnahmen offen mit der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies unter der Drohung geschieht, Rodríguez aufgrund erfundener Vorwürfe wie Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen, Korruption oder Grabraub anzuklagen und inhaftieren zu lassen, je nachdem, wie es den USA beliebt
      …“ engl. Artikel von Jacqueline Luqman externer Link aus Black Agenda Report am 11.07.2026 in der Übersetzung durch Elinor Winter auf amerika21 externer Link – Jacqueline Luqman ist eine Aktivistin aus Washington, D.C., sowie Mitbegründerin von Luqman Nation, einem unabhängigen Medienunternehmen der Black-Community,
    • »Geierfonds« kreisen über Venezuela: Trumps Wall-Street-Banker sind gnadenlos: Trotz des schweren Erdbebens fordern sie den Ausverkauf des Landes.
      Venezuela ist von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht worden, fast 4000 Menschen sind gestorben, Zehntausende gelten noch immer als vermisst. Es gab kaum Schutz, denn das Land leidet unter Sanktionen aus den USA und der EU, die den Aufbau einer resilienten Infrastruktur unmöglich machen. Doch damit nicht genug: Die USA haben den Präsidenten, Nicolás Maduro, und dessen Frau entführt, sie wollen Zugriff auf die Ölvorkommen, und nun kommen internationale Banken und Fonds ins Land, um Venezuela wieder gänzlich in die Abhängigkeit der westlichen Finanzmärkte zu bringen. Nach der Entführung Maduros im Januar wittern Hedgefonds einen »Goldrausch« externer Link. Zahlreiche Portfolio-Manager aus den USA und Kanada befinden sich bereits in Caracas, um Investmentmöglichkeiten auszuloten. Allen voran sieht Paul Singer profitable Chancen, am Ausverkauf des Landes zu partizipieren. Singer ist berüchtigt. Sein Hedgefonds Elliot Capital hat bereits Argentinien, Kongo und Peru in die Knie gezwungen…“ Artikel von Simon Zeise vom 11. Juli 2026 im Surplus-Magazin externer Link – ab da hinter paywall
  • Erdbeben in Venezuela: »Das US-Militär könnte bleiben«
    Nach dem Erdbeben hat sich Venezuelas Bevölkerung in erster Linie selbst geholfen, meint Menschenrechtsaktivist Antonio González. (…)
    Es gibt Gebiete, die umgehend Hilfe bekommen haben, wie zum Beispiel die wohlhabenderen Viertel im Osten von Caracas. Dabei geht es sowohl um die Rettung verschütteter Personen als auch die Bereitstellung von Lebensmitteln und Übernachtungsmöglichkeiten. Im stark betroffenen Bundesstaat La Guaira nördlich von Caracas, in dem sowohl Mittelschichtviertel als auch ärmere Gebiete liegen, hat der Staat viel länger gebraucht. Es waren anfangs vor allem die Anwohner selbst, die die Rettungsarbeiten und Hilfen koordinierten. Mittlerweile hat sich das geändert, aber die Hilfen sind ungleich verteilt. Sie kommen nicht überall an. (…) In den ersten Tagen rettete vor allem in La Guaira die spontan organisierte Hilfe der Menschen vor Ort Leben und stellte Lebensmittel zur Verfügung. Dort, wo es feste Strukturen an Basisorganisierung gibt, hat dies am besten funktioniert. Der Staat hingegen war nur an einigen Orten präsent. Mittlerweile versucht die Regierung, die Hilfen stärker zu kontrollieren. (…) Die Befürchtung besteht darin, dass die US-Kontrolle über Venezuela zunimmt. Das US-Militär, das nun im Land präsent ist, könnte zum Teil bleiben. Von linken Basisorganisationen aus fordern wir, dass die US-Sanktionen dauerhaft aufgehoben werden. Zudem dürfen die finanziellen Mittel für den Wiederaufbau nicht von den USA verwaltet werden, sondern es müssen autonome lokale Entscheidungen möglich sein. Und wir brauchen einen Schuldenerlass, um eigene finanzielle Mittel für die Bewältigung der Krise nutzen zu können.“ Interview von Tobias Lambert vom 02.07.2026 in ND online externer Link

    • Antonio González Plessmann ist Soziologe und Mitglied des linken Menschenrechtskollektivs Surgentes (https://surgentes.org.ve externer Link) sowie der politischen Basisorganisation Comunes, die in La Guaira mit eigenen Projekten präsent ist. Über die italienische Nichtregierungsorganisation »No one out« kann die Hilfsarbeit auch von Europa aus unterstützt werden (https://corrientecomunes.org externer Link, Instagram: @corrientecomunes)

Siehe im LabourNet das Dossier: Venezolanische Kooperativenbewegung Cecosesola

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=236528
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