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Die europäische Mauer in der spanischen Exklave Ceuta: Wieder einmal erfolgreich gestürmt

Dossier

Grenze zur spanischen Exklave CeutaEtwa 500 Flüchtlingen aus dem subsaharischen Afrika gelang es in der letzten Woche, die europäische Mauer in der spanischen Exklave (sprich: Kolonialbesitzung in Afrika) Ceuta zu überwinden. Der kurze Videofilm „Cientos de subsaharianos entran en Ceuta“, am 16. Februar 2017 von Faro TV auf You Tube externer Link gepostet, zeigt ihre Ankuft, und – nicht zuletzt – die Freude über die gelungene Überwindung und über das Wiedersehen mit Freunden oder Familienangehörigen. Das ist der Unterschied zwischen EU und Trump. Der will an der Grenze eine Mauer bauen, die EU baut Festungsmauern gleich „im Feindesland“… Siehe Hintergründe und weitere „Stürmungen“:

  • Tausende (junge) Menschen versuchen aus Marokko die spanische Exklave Ceuta schwimmend zu erreichen – unzählige ertrinken, Überlebende werden von rechten Mobs empfangen New
    • Flucht nach Ceuta: Tausende Menschen versuchen die spanische Exklave schwimmend zu erreichen – oft mit tödlichen Folgen
      Mehr als 1.500 Menschen haben in den vergangenen Tagen versucht, schwimmend von Marokko aus die spanische Exklave Ceuta zu erreichen. Unter ihnen befanden sich rund 200 Minderjährige. Viele kommen aus dem Königreich selbst, es waren aber auch Menschen aus Subsaharaafrika darunter. Bei dem Versuch, die Stadt an der nordafrikanischen Küste nahe der Straße von Gibraltar zu erreichen, ertrank eine bislang unbekannte Zahl von Kindern.
      Laut der Guardia Civil wurden allein am Wochenende sechs Leichen an die Küste gespült. Seit Jahresbeginn sind deren Angaben zufolge bereits 60 Menschen in der Nähe des Grenzzauns ertrunken. Die Stadt verfügt inzwischen über keine freien Kapazitäten mehr in Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Von marokkanischer Seite wurden keine offiziellen Zahlen veröffentlicht. Darüber berichtete die rechtsliberale Onlinezeitung El Confidencial, die die Entwicklungen an der Grenze seit Jahren aufmerksam verfolgt.
      Der jüngste Anstieg der Ankünfte wird unter anderem mit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs vor drei Wochen in Verbindung gebracht. Die Tageszeitung eldiario.es sprach externer Link von rund 700 Menschen, die schwimmend allein am Sonntag gekommen und in einem improvisierten Ankunftszentrum der Guardia Civil versorgt worden seien. Hunderte sollen von dort zunächst weggerannt sein, aus Angst, gleich wieder abgeschoben zu werden. Bis zu besagtem Urteil sollen rund 2.000 Menschen, meist minderjährig, seit Anfang des Jahres nach Ceuta gekommen sein. In den vergangenen Tagen seien es im Schnitt rund 300 pro Tag gewesen.
      Laut dem Urteil dürfen Sicherheitskräfte die Migranten nicht unmittelbar zurückweisen, wenn sie schwimmend die Stadt erreichen. Pushbacks auf dem Meer sind demnach unzulässig. Am Strand von Tarajal, den die meisten anschwimmen, um Ceuta zu erreichen, waren 2014 mindestens 15 Migranten ums Leben gekommen, als Einsatzkräfte der Guardia Civil Gummigeschosse gegen Menschen eingesetzt hatten.Juan Jesús Vivas, Regionalpräsident von Ceuta vom postfranquistischen Partido Popular (PP), rief jetzt die sozialdemokratische Zentralregierung in Madrid dazu auf, aus »Gründen der nationalen Sicherheit« den Notstand auszurufen und das Militär an der Grenze zwischen Marokko und Ceuta einzusetzen. Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnte jedoch ab. Aus dem Innenministerium wurde betont, die Ankunft der Menschen stelle zwar eine Herausforderung dar, rechtfertige jedoch nicht die Ausrufung eines Notstands. Spanien verfügt über ein System zur Verteilung unbegleiteter Minderjähriger auf die verschiedenen Regionen des Landes. Ausgerechnet jene Regionen, in denen der PP und die extrem rechte Vox regieren, versuchen jedoch, dieses System zu blockieren…“ Artikel von Carmela Negrete, Sevilla, in der jungen Welt vom 31.07.2026 externer Link
    • Spanische Exklave: Tausende Migranten erreichen Ceuta – Militäreinsatz
      In den vergangenen Tagen sind Tausende Menschen aus Marokko im spanischen Ceuta angekommen. Die Behörden vor Ort sind überfordert.
      Nach einem Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Enklave Ceuta schickt die Regierung in Madrid das Militär. Bis Freitag sollen drei Züge mit je 20 Soldaten, eine Tauchereinheit und ein Militärschiff verlegt werden, teilte das Innenministerium am Abend mit. Zudem sollen die Spezialeinheiten der Polizei auf 200 Beamte aufgestockt werden.
      Zuvor waren zahlreiche Menschen aus Marokko in die Stadt gelangt und hatten die spanische Polizeibehörde Guardia Civil überrannt. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Hunderte Migranten mit Schwimmreifen über das Meer kamen oder Tore im Grenzzaun durchbrachen.
      Dem staatlichen Fernsehsender TVE zufolge gelangten zwischen 2.000 und 3.000 meist Jugendliche in die Enklave. Die staatliche Nachrichtenagentur EFE berichtete zudem, dass viele Migranten über den Grenzzaun geklettert seien. Erst in der vergangenen Woche waren nach Angaben der Regionalbehörden mehr als 1.500 Migranten schwimmend nach Ceuta gekommen. Die Lage in der Stadt mit ihren rund 85.000 Einwohnern ist angespannt, viele Geschäfte blieben geschlossen. Ladenbesitzer organisierten sich nach eigenen Angaben, um ihr Eigentum zu schützen, da sie die Polizeikräfte für unzureichend hielten
      …“ Agenturmeldung vom 30.07.2026 bei t-online externer Link mit einem Video
    • Chaos nach Ansturm auf EU-GrenzeBrutale Szenen in Ceuta: Mob geht auf Männer los
      Hunderte Menschen strömen schwimmend aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta, die auf afrikanischem Festland liegt, aber zur EU gehört. Die Regierung in Madrid sendet Soldaten. Noch bevor das Militär eintrifft, üben Mobs in den Straßen brutale Selbstjustiz.“ Video vom 31.07.2026 auf n-tv.de externer Link
    • Wer auf diesem Foto „brutale Invasoren“ sieht, statt überglückliche Jugendliche, mit dem stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Und darüber müssen wir reden.
      Wir haben uns schon so sehr daran gewöhnt, dass Rechte in Parteien und Medien die öffentliche Diskurse mit ihrem Narrativ framen, dass wir nicht mehr widersprechen. Damit verfestigen sich diese aber und bilden sich schließlich auch in einer menschenfeindlichen Gesetzgebung ab. Nachweislich.
      Was in Ceuta wirklich passiert ist: Tausende Menschen, die allermeisten sehr jung, haben in den letzten Tagen versucht aus Armut & Perspektivenlosigkeit in Nordafrika zu entkommen. Vielen ist es geglückt nach Spanien zu gelangen, manche sind beim Versuch aber ums Leben gekommen.
      Junge Menschen sterben an den Außengrenzen der Europäischen Union, weil sie dem Elend entfliehen wollen, in das sie hineingeboren wurden. Sie können überhaupt gar nichts für dieses Los in der Geburtslotterie. Statt ihnen zu helfen und sie auf die Einwanderung vorzubereiten, lassen wir sie im Stich.
      Das ist nicht nur unmenschlich, es ist auch völlig unsinnig. Wir brauchen Zuwanderung in Europa, ganz dringend sogar. Aber wir müssen sie gestalten. Genau das passiert nicht. Stattdessen werden tausende Tote in Kauf genommen.
      Bei aller Kritik am bestehenden System: Vergessen wir unsere Menschlichkeit nicht. Und vergessen wir nicht, dass es nur dem puren Zufall geschuldet ist, dass wir auf dieser und sie auf der anderen Seite des Mittelmeers geboren wurden
      .“
      Post von Sebastian Bohrn Mena am 31.07.2026 auf bsky zexterner Link u einem Foto (Jugendliche jubeln, nachdem sie es geschafft haben über das Meer nach Europa zu kommen. Foto: Antonio Sempere/AP/dpa)
  • Ceuta/Spanien: 54 Minderjährige aus Marokko erreichen schwimmend EU-Boden. Immer wieder wagen Menschen den gefährlichen Weg in Spaniens Nordafrika-Exklave, die Aufnahmekapazitäten sind überlastet 
    „Insgesamt 54 Minderjährige sind von Marokko aus durch das Mittelmeer zur spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta geschwommen. Es handele sich überwiegend um Marokkaner, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE. Rettungskräfte seien die ganze Nacht und am folgenden Tag im Einsatz gewesen, um Schwimmer aus dem Meer zu retten. Die Strecke von Marokko nach Ceuta durch das Meer ist zwischen 300 und 500 Meter lang. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie einige der Minderjährigen auch in einem Schlauchboot an den Strand von Ceuta gebracht wurden. Von Toten wurde zunächst nichts bekannt. Während Volljährige meist schnell zurückgeschoben werden, dürfen unbegleitete Minderjährige bleiben – zumindest bis sie 18 sind. Die Aufnahmekapazitäten sind jedoch überlastet und die Regionalregierung bat die Regierung in Madrid, Jugendliche aufs Festland zu holen. (…) In diesem Jahr gelangten nach Angaben des UN-Flüchlingshilfswerks UNHCR bisher fast 20.000 Menschen nach Spanien, davon 1.500 Menschen nach Ceuta.“ Meldung vom 28. Juli 2025 im MiGAZIN externer Link
  • Militär gegen Flüchtlinge. Marokko verweigert Dienst als Türsteher der EU. Tausende Menschen gelangen in spanische Exklave Ceuta. Madrid schickt Polizei und Armee
    „… Die Regierung in Madrid schickte am Dienstag 200 Beamte aus Polizei und paramilitärischer Guardia Civil nach Nordafrika und setzte auch das Militär in Marsch. Videos im Internet zeigen gepanzerte Fahrzeuge am Strand von Ceuta, kreisende Hubschrauber und Polizisten, die Ankommenden festsetzen, um sie in ein Stadion zu bringen. Von dort aus wird ihre schnellstmögliche Abschiebung betrieben. Am Vormittag sagte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska, es seien bereits 2.700 Personen nach Marokko zurückgeschickt worden. Mit der Prüfung von Asylanträgen hält sich Spanien offenbar nicht auf. Viele Abgeschobene konnten aber mangels Kontrollen umgehend wieder entlang der Küstenlinie nach Ceuta zurückkehren. Die Tageszeitung El Faro de Ceuta sprach von einer »unendlichen Schlange von Personen«, die auf dem Weg in die Exklave seien. Rund ein Viertel der Schutzsuchenden sind Minderjährige. Grande-Marlaska sicherte zu, deren Rechte zu respektieren. Bis zur Feststellung ihres Alters werden sie in einem völlig überfüllten Lager untergebracht. Das Rote Kreuz von Ceuta erklärte bereits, es sei heillos überfordert. Die Lage drohte am Dienstag nachmittag zu eskalieren: Innerhalb des Stadtgebietes gab es Auseinandersetzungen zwischen Marokkanern und der Polizei. Entlang des Grenzzauns schossen spanische Polizisten mit Tränengas auf die Menschen, die wiederum Steine warfen. El Faro de Ceuta veröffentlichte ein Video, das zeigt, wie spanische Uniformierte mit Schlagstöcken Männer von einer Mole ins Meer zurückprügeln…“ Artikel von Ulla Jelpke in der jungen Welt vom 19.05.2021 externer Link und:

    • Tausende schwimmen nach Ceuta – in die EU. Marokko stellt Kontrollen an EU-Exklaven vorübergehend komplett ein und lässt Migranten passieren
      Angesichts der Ankunft Tausender Migranten aus Marokko haben die Behörden der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta begonnen, die Erwachsenen in einem Stadion unterzubringen. Sie sollten anschließend nach Marokko zurückgebracht werden, berichtete die in Ceuta erscheinende Zeitung »El Faro« am Dienstag. Etwa 300 der Ankömmlinge seien bereits abgeschoben worden. Mindestens 5000 Migranten hatten am Montag von Marokko aus die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreicht. Die marokkanische Polizei habe faktisch die Kontrolle der Grenze eingestellt, berichteten spanische Medien unter Berufung auf Augenzeugen in Fnideq. (…) Etwa 1500 der angekommenen Migranten seien Minderjährige, schrieb die in Ceuta erscheinende Zeitung »El Faro«. Mindestens ein Mensch sei ertrunken. Die Lage sei chaotisch, das Aufnahmelager der Exklave völlig überfüllt und viele der Migranten irrten in der Stadt mit 85 000 Einwohnern herum. Das spanische Militär in Ceuta habe logistische Hilfe angeboten und den Schutz seiner eigenen Einrichtungen verstärkt. Die Zentralregierung in Madrid kündigte die Entsendung 200 zusätzlicher Polizisten an. (…) Viele Marokkaner im Umfeld von Ceuta und der anderen spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben ihre Arbeit und Einkommen verloren, seit Marokko die Grenze zu den beiden Gebieten im März 2020 wegen der Corona-Pandemie geschlossen hat. Immer wieder demonstrierten Menschen, die sonst in den Exklaven arbeiteten, für ein Ende der Schließung. Bereits am 26. April hatten 128 Marokkaner schwimmend Ceuta erreicht. Die meisten wurden bald darauf nach Marokko abgeschoben. Auch dieses Mal ist damit zu rechnen, dass viele der Migranten bald zurückgebracht werden könnten…“ Meldung vom 18.05.2021 im ND online externer Link
    • Marokko macht den Erdoğan. Königreich setzt einseitige Grenzöffnung als Druckmittel gegen Spanien und EU ein
      Es ist eine Verhaltensweise, die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, aber seit langem auch aus Marokko bekannt ist: Beide Länder benutzen Geflüchtete und Migranten, um Druck auf die EU oder einzelne Länder zu machen, um eigene Interessen durchzusetzen. Dieses Mal hat Marokko seine Tore sperrangelweit geöffnet: Die Kontrolle über die Strände nahe der spanischen Exklave Ceuta wurde ausgesetzt. Damit wurde bereits am Montag der Weg für Tausende Menschen freigemacht, die so das spanische Hoheitsgebiet erreichen konnten. Da sich das in Marokko schnell herumsprach, gelangten auch am Dienstag zahlreiche Menschen nach Ceuta. (…) Inzwischen wurde auf spanischer Seite neben der Nationalpolizei und der paramilitärischen Guardia Civil auch Militär am Strand von Tarajal aufgefahren. Schützenpanzer bewachen das Gebiet, Hubschrauber kreisen darüber. Die Sicherheitskräfte bringen Menschen zurück auf marokkanisches Territorium, die aber umgehend erneut ihr Glück versuchen. Berichtet wird auch, dass spanische Grenzposten von Migrationswilligen mit Steinen beworfen wurden. Die spanischen Behörden haben damit begonnen, Erwachsene in einem Stadion in Ceuta unterzubringen, um sie wieder nach Marokko zurückzubringen…“ Artikel von Ralf Streck, San Sebastián, vom 18.05.2021 in ND online externer Link
  • Krieg gegen Flüchtlinge in „spanischen Exklaven“: Blutig, doch erneut erfolglos
    In Spaniens Exklave Ceuta steht bekanntlich die Mauer längst – vor dem tödlichen Wassergraben hochgerüstete Abschreckung, die dennoch sehr oft immer weniger funktioniert. In der Meldung „Verletzte beim Sturm auf spanisches Ceuta“ am 01. August 2017 auf tagesschau.de externer Link heißt es dazu: „Immer wieder versuchen afrikanische Migranten von Marokko aus über den Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta in die Europäische Union zu gelangen. Erneut sind nun mindestens 14 Menschen dabei verletzt worden. Nach Angaben der örtlichen Polizei hatten sich 200 Flüchtlinge an dem Versuch beteiligt. Etwa 70 hätten es geschafft, in die Exklave und damit in die EU zu gelangen. Zahlreiche Menschen seien mit Schnittwunden und Knochenbrüchen in Krankenhäuser eingeliefert worden, twitterte das Spanische Rote Kreuz“ – was immer wieder vermeldet wird. Lesenswert aber auch die zahlreichen Kommentare zu dieser Meldung, von denen einige unter anderem der EU Versagen dabei vorwerfen, „ihre Bürger zu schützen“…

Siehe auch:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=112058
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