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Nachdem die Olympiade verschoben ist, steigen die Zahlen der Erkrankten in Japan plötzlich steil an – warum wohl?

Internationale Kampagne gegen olympische Geschäftemacherei - jetzt auch in Tokio gegen 2020„… Japans Regierung hat angekündigt, zwei wiederverwertbare Stoffmasken als Schutzmaßnahme gegen die Corona-Pandemie an jeden Haushalt zu verteilen. Die in Hongkong erscheinende South China Morning Post schreibt allerdings, dass die Idee nicht besonders ankam.  Zum einen machten sich viele in den sozialen Netzwerken darüber lustig, dass es nicht viel mehr als eine unzureichende Geste sei. Außerdem gab es nach der Auslieferung der ersten zehn Millionen Exemplare zahlreiche Klagen, die verteilten Masken seien verschmutzt. Von Haaren, Staub, schlechtem Geruch und toten Insekten ist die Rede. Die erste Charge hatte eigentlich vor allem für Schwangere sein sollen, doch nun habe das Ministerium hinterhergeschickt, dass diese Masken lieber nicht von Schwangeren getragen werden sollten. Die Regierung hatte am vergangenen Donnerstag den Ausnahmezustand über das ganze Land verhängt, wie die gleiche Zeitung an anderer Stelle berichtet. Gleichzeitig sei geplant, jedem Bürger einmalig 100.000 japanische Yen (854 Euro) als Unterstützung auszuzahlen. Japan verzeichnete bis Montag 10.797 registrierte Infizierte und 236 Todesfälle. Die Zahl der Neuzugänge hat am 11. April ihren bisherigen Höhepunkt erreicht und flacht seitdem langsam ab, abgesehen von einigen auffälligen Schwankungen, die vermutlich mit unregelmäßigen Meldungen zu tun haben. Japans Wirtschaft war bereits vor dem Ausbruch der Corona-Krise in der Rezession. Im letzten Quartal 2019 war das Bruttonationaleinkommen um mehr als ein Prozent geschrumpft…“ –aus dem Beitrag „Corona in Japan: Dreckige Masken und einbrechende Exporte“ von Wolfgang Pomrehn am 21. April 2020 bei telepolis externer Link zur aktuellen „nacholympischen“ Entwicklung in Japan. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge über die Epidemie-Entwicklung in Japan nach der Absage der Olympiade für dieses Jahr:

  • „Olympia beschleunigt Corona“ von Felix Lill am 22. April 2020 in neues deutschland online externer Link fasst diese Entwicklung samt der daraus entstehenden Kritik folgendermaßen zusammen: „… Seit aber am 24. März auf großem internationalen Druck hin »Tokyo 2020« in den Sommer 2021 verschoben wurde, sieht auch in Japan vieles anders aus. Die Zahl bestätigter Infektionsfälle hat sich von rund 2000 auf am Anfang der Woche über 10 000 mehr als verfünffacht. Nur einen Tag nach der Olympiaverschiebung erklärte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike die ersten Anordnungen zum Daheimbleiben. Anfang April rief dann Premierminister Shinzo Abe den Ausnahmezustand für die größten Metropolregionen aus. Seit vergangener Woche gilt die Maßnahme für das ganze Land. Laut einer Umfrage des öffentlichen Rundfunksenders NHK finden drei Viertel der Befragten, der Ausnahmezustand hätte früher verhängt werden sollen. Und noch vor der Olympiaverschiebung gaben zwei Drittel in einer Umfrage von Yahoo Japan an, dass sie »Tokyo 2020« gar nicht mehr wollen. Viele glauben, das lange Insistieren auf den Olympiaplan und die späte Reaktion auf die Gesundheitskrise hängen zusammen. Der Vorwurf: Offizielle hätten so lange am Olympiaplan festgehalten, wie dieser noch zu retten schien, und dafür Fragen der öffentlichen Gesundheit vernachlässigt…“
  • „Japan nähert sich einem Lockdown“ am 23. April 2020 bei Sumikai externer Link meldet über die Entwicklung von der Beschönigung bis heute: „… Immer mehr Präfekturen fordern Unternehmen auf, zu schließen. Zwar gibt es keine Verpflichtung der Aufforderung auch nachzukommen, allerdings halten sich viele trotzdem daran. Tokyo hat es vorgemacht und kurz nach der Verhängung des Ausnahmezustands viele Unternehmen und Geschäfte aufgefordert, zu schließen. Andere Präfekturen reagierten bisher vorsichtiger, was sich nun allerdings ändert. Die Präfekturverwaltungen von Akita und Nagano werden noch in dieser Woche einige Unternehmen auffordern, ihren Geschäftsbetrieb einzustellen. Die Aufforderung soll bis zum 6. Mai, der Tag, an dem die japanische Regierung entscheiden will, ob der Ausnahmezustand verlängert wird, ihre Gültigkeit haben. Zu den Unternehmen, die in beiden Präfekturen aufgefordert werden, zu schließen, gehören Hostessenbars, Karaoke-Bars, Spielhallen, Kinos und Pachinko-Anbieter. Restaurants werden gebeten, den Alkoholausschank um 19 Uhr einzustellen und um 20 Uhr zu schließen. Nagano wird zusätzlich Hotels, die hauptsächlich Touristen bedienen, ebenfalls auffordern zu schließen. Akita hat angekündigt, dass kleinen Unternehmen während des Zeitraums ein sogenanntes „Kooperationsgeld“ bis zu 600.000 Yen (ca. 5.123 Euro) gezahlt wird. Nagano hat eine Zahlung in Höhe von 300.000 Yen (ca. 2.561 Euro) vorgesehen. Japan erklärte am 7. April für 7 Präfekturen, darunter Tokyo und Osaka, den Ausnahmezustand und erweiterte ihn am 16. April auf das gesamte Land...“

Siehe zum Hintergrund im LabourNet Germany (u.a.):

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=170993
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