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Die rechte Regierung Kast fordert mit massiven Einsparungen vor allem im Bildungsbereich die bewährte und breite Studierendenbewegung in Chile heraus

cl: Movimiento Estudiantil "Mochilazo"Seit dem Amtsantritt von José Antonio Kast ist nun schon ein Monat vergangen, und die Angriffe sind bekannt. Die Erhöhung der Benzinpreise – die direkt zu einem Anstieg der Lebenshaltungskosten führt – ist eine seiner wichtigsten Maßnahmen. (…) Hinzu kommen Maßnahmen gegen die kostenlose Bildung, die Kürzung des Bildungsbudgets um 3 % (524 Milliarden Pesos weniger, was sich beispielsweise auf die Vorschulerziehung und die JUNAEB auswirken könnte), Angriffe auf die Umwelt, politische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Straffreiheit von Menschenrechtsverletzern zu gewährleisten, sowie neue repressive Maßnahmen an Schulen unter dem Vorwand der „Sicherheit“. Der Demonstrationszug am 26. März war eine erste Reaktion der Studentenbewegung auf diese Angriffe, an der sich rund 30.000 Menschen in den Straßen der Innenstadt von Santiago beteiligten…“ span. Artikel von Alonso Luna vom 8. April 2026 in La Izquierda Diario Chile externer Link (maschinenübersetzt) und mehr Informationen zu #Mochilazo:

  • Tausende Schüler:innen protestieren gegen die Streichungsmaßnahmen der rechten Regierung Kast und für den Ausbau des öffentlichen Schulsystems in Chile New
    • Regierung von Chile will Bildungsetat um 15 Prozent kürzen
      „Dokument aus dem Finanzministerium sieht den Abbau von Programmen vor. Größter Posten ist die Schulspeisung. Lehrerverband, Opposition und Studierende protestieren (…) Der Lehrerverband Chiles erklärte, dass die von der Regierung des Präsidenten José Antonio Kast ergriffenen Maßnahmen nicht akzeptabel seien. Anlass ist ein vom Finanzministerium verfasstes Dokument externer Link , das an die Öffentlichkeit gelangte. Dieses sieht Budgetanpassungen vor, die direkt in Programme des Bildungsministeriums eingreifen. Der Verband argumentiert, dass dies nicht nur Förderprogramme für Bildung und geistige Entwicklung beeinträchtige, sondern auch Programme zur Ernährung – insbesondere für die am stärksten benachteiligten Kinder des Landes, für die die Schulspeisung oft die einzige Mahlzeit des Tages sei.
      15 Bildungsprogramme sind von den Kürzungsplänen betroffen, darunter:
      Das Schulspeisungsprogramm (PAE), dessen Ziel es ist, Schulabbrüche und Fehlzeiten zu verhindern, indem Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im öffentlichen sowie staatlich subventionierten Bildungssystem vollständige Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Imbiss und Abendessen) bereitgestellt werden. Das Programm stellt mit umgerechnet knapp eine Milliarde Euro den größten Posten auf der Einsparungsliste.
      Der Förderfonds zur Unterstützung der öffentlichen Bildung, für die Instandhaltung der schulischen Infrastrukturen und die Absicherung der Vergütung der schulischen und universitären Lehrkräfte sind mit umgerechnet knapp 167 Millionen Euro ebenfalls zur Abschaffung vorgesehen. (…)
      Unterdessen haben sich am Mittwoch in Santiago erneut Tausende Schüler:innen und Student:innen zu Protesten gegen die Sparmaßnahmen versammelt und zeitweise die Hauptverkehrsstraße Alameda blockiert, bis sie von den Carabineros mit Wasserwerfern und Tränengas auseinandergetrieben wurden externer Link .
      Die Protestbewegung „Mochilazo“ richtet sich ebenso gegen repressive Maßnahmen der Regierung gegen Schüler:innen und Student:innen. Die Initiative „Geschützte Schulen“ sieht u.a. die Durchsuchung von Taschen und persönlichen Gegenständen beim Betreten von Bildungseinrichtungen auch ohne das Einverständnis der Eltern sowie harte Sanktionen gegenüber protestierenden Lernenden vor
      .“ Artikel von Nerea de Lucó am 04.05.2026 in der Übersetzung durch Benjamin Grasse bei amerika21 externer Link
    • Schüler in Chile protestieren gegen Sparpolitik in der Bildung
      Santiago de Chile. Am letzten Mittwoch haben Tausende Schüler während der Schulzeit durch das Zentrum der Hauptstadt demonstriert. Sie prangerten die Streichungsmaßnahmen der rechten Regierung unter Präsident José Antonio Kast an und verlangten den Ausbau des öffentlichen Schulsystems. Im Mai sind weitere Proteste geplant. Unter dem Motto „Ohne Bildung für das Volk gibt es keinen Frieden für die Regierung“ hatten mehrere lokale und regionale Schülervertretungen zu dem „Mochilazo“ aufgerufen – einem Marsch in Schuluniformen und Rucksäcken. In Valparaiso, Los Andes und Temuco kam es ebenfalls zu Demonstrationen. Einige Studentenvertretungen aus dem Universitätsbereich solidarisierten sich und schlossen sich den Demonstrationen an.
      Den Demonstrationen waren drei Schulbesetzungen in Santiago vorausgegangen. Die Schüler haben den regulären Schulbetrieb boykottiert und zum Teil den Verkehr vor den Schulgebäuden lahmgelegt. Die nationale Schülervertretung Asamblea Coordinadora de Estudiantes Secundarios (ACES) hat für den 14. Mai zu landesweiten Aktionen aufgerufen. Die 17-jährige Sprecherin Darlyn Marchant erklärte: „Wir verstärken und reorganisieren die Schülerbewegung, um unsere Forderungen deutlich zu machen. Die Regierung versucht lediglich, das öffentliche Bildungswesen weiter zu untergraben.“ Die ACES war in den vergangenen Jahren eine tragende Kraft in der Schüler- und Studentenbewegung.
      Erst knapp zwei Monate im Amt hat die rechte Regierung per Dekret Einsparungen vor allem im Bildungsbereich, Gesundheitswesen und Wohnungsbau im laufenden Haushaltsjahr verfügt. Finanzminister Quiroz hat jetzt die Vorgaben für das Haushaltsjahr 2027 gemacht. Er verlangt eine generelle Kürzung von 15 Prozent der jetzigen Mittel in allen Bereichen, die bis zum Regierungsende 2031 weitergehen sollen. Im Bildungsbereich stehen Streichungen unter anderem für die Schulspeisung, Mittel für den Ausbau der öffentlichen Schulen, das Programm zur Förderung von Lese- und Schreibfertigkeiten, Mittel zur Wiedereingliederung von Schulverweigerern und Maßnahmen zur Erleichterung des Universitätsstudiums für sozial benachteiligte Schüler an…“ Beitrag von Michael Roth vom 03.05.2026 in amerika21 externer Link
  • Bildung. Lasst uns die besten Traditionen der Studentenbewegung wiederbeleben: Versammlungen, Selbstorganisation und direkte Demokratie, um den aktuellen Angriffen entgegenzutreten
    Estudiantes constituyentes: A 20 años del mochilazo en Chile (Foto: Radio JGM) Die Studentenbewegung tritt wieder auf den Plan; entscheidend ist, dass sie ihre Tradition des Kampfes und der Organisation wiederbelebt.
    Inmitten einer neuen, sich gerade anbahnenden Wiederbelebung der Studentenbewegung in Chile, ausgelöst durch Ankündigungen der Regierung Kast wie die Erhöhung der Kraftstoffpreise („Bencinazo“) und Kürzungen im Bildungsbereich, zeichnet sich eine Bereitschaft zur Organisation und zum Kampf ab. Dieser Prozess beginnt jedoch nicht bei Null. Im Gegenteil, es gibt einen reichen historischen Erfahrungsschatz, dessen Wiederbelebung von grundlegender Bedeutung ist: Lasst uns die besten Traditionen der Studentenbewegung wiederbeleben.
    Die jüngsten Aufrufe, Diskussionen und Aufforderungen zur Organisation, die in verschiedenen studentischen Kreisen zu beobachten sind, zeugen von einer richtigen Einschätzung: Um Angriffen dieser Größenordnung entgegenzutreten, reichen Erklärungen oder vereinzelte Aktionen nicht aus. Es gilt, eine starke, demokratische und von der Basis ausgehende Bewegung aufzubauen.
    Die Bedeutung von Selbstorganisation und Versammlungen
    Eines der entscheidenden Elemente in den Höhepunkten der chilenischen Studentenbewegung war die Entwicklung von Formen der Selbstorganisation. Die offenen, beschlussfähigen und souveränen Versammlungen ermöglichten es Tausenden von Studierenden, gemeinsam die nächsten Schritte zu diskutieren, zu beschließen und umzusetzen. Diese Art von Demokratie stärkte nicht nur die Beteiligung, sondern ermöglichte es auch, die Grenzen einer eher versöhnlichen und passiven Führung zu überwinden
    …“ span. Artikel von Néstor Vera vom 9. April in La Izquierda Diario Chile externer Link (maschinenübersetzt)Siehe auch:
  • Dossier zu „Movimiento estudiantil“ externer Link bei Izquierda Diario Chile
  • Zu Bildungsprotesten in Chile z.B. von 2022: Erneut: Massive Proteste in Chile für ein faires Bildungssystem und bessere Schulen. Erneut: Polizeirepression
  • Und zum politischen Hintergrund das Dossier: Wahlen 2025 in Chile: Zwischen den Impulsen des sozialen Aufstands von 2019 und der ultrarechten Stärkung des Marktes
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=235290
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