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[Argentinien] Die Leugnung des Klimawandels und die Krise der Gewerkschaften: Macht, Arbeit und ökologische Chancen
„Die Leugnung des Klimawandels kann nicht einfach als ideologische Haltung oder ein Mangel an wissenschaftlichen Informationen verstanden werden. In ihrer heutigen Form wirkt sie als Herrschaftstechnik, als Regierungsform, die Worte, Wahrnehmungen und soziale Beziehungen so umgestaltet, dass die Idee des Gemeinwohls an sich außer Kraft gesetzt wird. Ihr Ziel ist es nicht, zu überzeugen, sondern zu desorganisieren. Ihr Ziel ist nicht der Konsens, sondern die Verhinderung kollektiven Handelns. Das Argentinien unter Mileis Regierung bietet ein besonders extremes Beispiel für diese Logik. (…) Diese Machttechnik basiert nicht auf Ignoranz, sondern auf sozialer Erschöpfung. Sie beutet die Politikverdrossenheit, arbeitsplatzbezogene Ängste und Gefühle der Entfremdung aus, die große Teile der Arbeiter:innen erfasst hat. (…) Die Reaktion der Gewerkschaften gestaltet sich allerdings weitgehend zurückhaltend, unkoordiniert und uneinheitlich. Grund dafür ist die Erosion ihres eigenen Interpretationsrahmens: In einer Zeit, in der die Produktion selbst zum Teil des Problems geworden ist, interpretieren die Gewerkschaften die Welt weiterhin durch die Brille produktivistischer Kategorien…“ Artikel von Sol Klas und Gerardo Juara
– aus dem Spanischen übersetzt von Elsa Steenbuck und Anne Tittor – wir danken der express-Redaktion und verweisen auf Hintergründe hier im Beitrag:
- Anmerkung der express-Redaktion zum Artikel:
Im Dezember 2025 richtete die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Konferenz »Labour Environmentalism – Krise, Perspektive und Strategien« aus. Dafür wurde ein Text verfasst, der die Erfahrungen der argentinischen »Frente Sindical de Accion Climática« (FSAC, etwa: klimapolitischer Gewerkschaftszusammenschluss) verarbeitet. Er diskutiert, warum es Gewerkschaften so schwer fällt, angemessen auf die ökologische Krise zu reagieren und welche Strategien sie klimapolitisch verfolgen könnten – in einer Zeit, in der (nicht nur in Argentinien) die Folgen des Klimawandels geleugnet und die von ihnen Betroffenen im Stich gelassen werden. Im express wurde bereits eine gekürzte und bearbeitete Fassung veröffentlicht
(in express 2-3/2026). Hier ist nun die übersetzte Langfassung des Textes, der spanische Originaltext findet sich auf der homepage des TraSAs Netzwerks 
Siehe auch:
- TraSAs
– Deutsch-Argentinisches Netzwerk sozial ökologische Tranformation beim Institut für Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena - Siehe für dt. Beispiele u.a. das Dossier: Debatte über die Haltung der (Industrie)Gewerkschaften zum Thema Klimagerechtigkeit und Transformation
- Und zur (allgemeinen) Politik von Milei in Argentinien v.a. das Dossier: Ultrarechter Javier Milei wird neuer Präsident von Argentinien – wenn Bolsonaro und Trump gratulieren…