1. Mai 2026: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“? Nein: Unser Leben statt eure Profite – gegen Aufrüstung und Krieg!

Dossier

CGT 2026: Ni fascismo ni explotación. Frente al odio que divide, solidaridad obrera y unidad anarcosindicalista / Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Arbeitersolidarität und anarchosyndikalistische Einheit

CGT 2026: Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Arbeitersolidarität und anarchosyndikalistische Einheit

„… Diese Aufrüstung – verbunden mit einer Militarisierung der ganzen Gesellschaft – wird auf Kosten der 45 Millionen Beschäftigten, ihrer Familien und der Infrastruktur gehen. Es sei kein Geld da, rief man den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zu. Und so kam es in den letzten Tarifrunden bereits zu Reallohnverlust. Dies soll so weitergeführt werden. Im Herbst steht die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie an. Gleichzeitig fließen hunderte Milliarden an Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, KNDS, Hensoldt und Co. Aber Aufrüstung wird keine Arbeitsplätze retten, sondern bereitet Vernichtung und Elend vor. In der jüngsten Energiekrise wird deutlich, wofür die Bundesregierung Politik macht (…) Daher müssen sich die Gewerkschaften im DGB jetzt mit aller Kraft gegen diese Politik stellen und baldmöglichst massive Proteste gegen die Politik der Bundesregierung organisieren – bis hin zu Streiks! (…) Nur so kann eine Gegenmacht gegen die kriegstreiberische und arbeitnehmer*innenfeindliche Politik aufgebaut, und somit auch dem Erstarken der AfD ein Riegel vorgeschoben werden…“ Aus dem diesjährigen Aufruf und Flyer der VKG externer Link (Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften) – siehe in diesjährigem Dossier weitere Aufrufe (samt Kritik am DGB-Aufruf und einer Kontroverse um den DGB in Leipzig) geordnet nach Deutschland überregional sowie kommunal und international mit Berichten: Der 1. Mai 2026 zwischen „leider wie üblich“ (Hunderte Festnahmen in der Türkei) und „weiter so“ (die Protestbewegung in den USA übt den Generalstreik – auch gegen Amazon!) New

Deutschland überregional

  • [DGB] 1. Mai 2026: Erst unsere Jobs, dann eure Profite
    Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ gehen wir am 1. Mai 2026 auf die Straße – kämpferisch, solidarisch und entschlossen. Arbeitsplätze geraten unter Druck, Standorte werden verlagert, soziale Sicherheit wird infrage gestellt. Gleichzeitig sollen wir länger arbeiten, mehr leisten und mit weniger auskommen. Das machen wir nicht mit.
    Erst unsere Jobs, dann eure Profite – sichere Arbeit und gute Perspektiven!
    Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Viele Kolleginnen und Kollegen haben Angst um ihre Zukunft und die ihrer Familien. Doch die Beschäftigten sind nicht verantwortlich für Krisen, Fehlentscheidungen oder unterlassene Investitionen. Sie sind es, die jeden Tag arbeiten – und damit den Laden am Laufen halten. Arbeitgeber müssen endlich Verantwortung übernehmen: In die Zukunft investieren, Arbeitsplätze sichern und sich zum Standort bekennen. Unsere Arbeit schafft den Wohlstand – also müssen unsere Jobs an erster Stelle stehen.
    Erst unsere Gesundheit, dann eure Profite – Hände weg vom 8-Stunden-Tag!
    Der Angriff auf den 8-Stunden-Tag ist ein Angriff auf unsere Gesundheit. Unter dem Schlagwort „Flexibilisierung“ drohen längere Arbeitstage, mehr Druck und weniger Planbarkeit. Wir sagen klar: Wir arbeiten genug! Der 8-Stunden-Tag schützt unsere Gesundheit, unsere Familien und unsere Freizeit. Er ist eine zentrale Errungenschaft der Arbeiterbewegung – und nicht verhandelbar. Wenn das Arbeitszeitgesetz fällt, bestimmt der Chef über unsere Zeit. Das lassen wir nicht zu.
    Erst unsere Sicherheit, dann eure Profite – für eine starke Rente und gute Versorgung für alle!
    Der Sozialstaat ist kein Kostenfaktor, den man beliebig kürzen kann – er ist die Grundlage für Zusammenhalt und Stabilität. Wer heute behauptet, er sei „zu teuer“, lenkt von den eigentlichen Problemen ab: einer ungerechten Vermögensverteilung und einer unzureichenden Finanzierung. Die Rente gehört uns – denjenigen, die in sie einzahlen. Wer ein Leben lang arbeitet, muss im Alter sicher leben können. Und wir brauchen ein Gesundheitssystem, das sich an dem orientiert, was die Menschen benötigen – nicht an den Renditeerwartungen von Investoren. Wir fordern eine Gesundheitsversorgung für alle – unabhängig vom Geldbeutel.
    Erst unser bezahlbares Leben, dann eure Profite – Schluss mit der Abzocke!
    Die Lebenshaltungskosten steigen, besonders beim Wohnen und bei Energie. Auch Nahrungsmittel werden immer teuer. Immer mehr Menschen geraten unter Druck, obwohl sie arbeiten. Das zeigt: Der Markt regelt es eben nicht! Wir brauchen eine Politik, die eingreift, reguliert und für spürbare Entlastung sorgt. Denn gute Arbeit muss ein gutes Leben ermöglichen – und zwar auch bei Wohnen, Energie und im Supermarkt
    …“ Aufruf des DGB zum 1. Mai 2026 externer Link  (ohne ein Wort zu Krieg und Frieden!) und die DGB-Aktionsseite externer Link
  • Holen wir uns den 1.Mai zurück: 1 Mai – Erst unsere Jobs, dann Eure Profite
    Das DGB-Motto zum Tag der Arbeit ist dieses Jahr ,,Erst unsere Jobs, dann eure Profite“. Wir sagen:
    – Milliarden aus Rüstung und Profiten der Banken und Konzerne für Gesundheit, Soziales, Bildung und höhere Löhne.
    – Schluss mit dem Co-Management der Gewerkschaften,
    – Schluss mit dem Burgfrieden.
    Lasst uns unsere Gewerkschaft zum Kampforgan machen! Über den 1. Mai, unseren neuen Newsletter und andere aktuelle Themen wollen wir mit Euch am 22.04. diskutieren
    .“ Einladung vom Netzwerk Verdi externer Link zum Treffen am Mittwoch 22. April um 19:30 Uhr
  • Krieg, Aufrüstung und Burgfrieden stoppen! 1. Mai kämpferisch und antimilitaristisch – SAGT NEIN!
    Der DGB ruft zum 1. Mai auf unter dem Motto: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite.“ Klingt kämpferisch. Ist es aber nicht. Was nach „Jobs vor Profite“ klingt, bleibt vollständig in der Logik von Standortkonkurrenz und Zeitenwende. Jobs stehen hier nicht gegen Profite – sie werden ihnen untergeordnet. Und genau deshalb fehlt im Aufruf das Entscheidende:
    –    Kein Wort zur deutschen Aufrüstungs- und Kriegsvorbereitungspolitik.
    –    Kein Wort zum Kriegshaushalt ohne Limit.
    –    Kein Wort zu „Kanonen statt Butter“.
    –    Kein Wort zu den Planungen, den 1. Mai als freien Tag abzuschaffen
    In Frankreich wurde der Angriff auf den 1. Mai als Feiertag nur durch Proteste vorerst gestoppt [Siehe hier weiter unten unter „Frankreich“]. In Deutschland stand Anfang April auf der Agenda der Regierungsfraktionen bereits seine Abschaffung. Dass solche Vorstöße überhaupt gemacht werden, zeigt, wohin die Entwicklung geht.
    Während Milliarden in Rüstung fließen, Wehrpflicht und Zwangsdienste vorbereitet werden und soziale und politische Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung massiv unter Druck stehen, wird vom DGB am 1. Mai so getan, als ginge es nur um „Verteilung“ – nicht um die Verfassung und Ausrichtung unserer Gesellschaft
    …“ Aufruf von SAGT NEIN! als Neuigkeit vom 27.4.2026 externer Link zur Petition bei change.org – siehe das Dossier: An alle Gewerkschaftsmitglieder: SAGT NEIN! Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden
  • Alle Jahre wieder: 1. Mai – Kein Kampftag der Arbeiter, sondern DGB-Feiertag
    „Traditionell gibt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) jedes Jahr zum 1. Mai einen Aufruf heraus, um nicht nur seine Mitglieder zum Besuch der zahlreichen Kundgebungen zu bewegen, sondern auch bei interessierten Bürgern und Sympathisanten Anklang zu finden. Der Aufruf zum 1. Mai 2026 steht unter der Losung »Erst unsere Jobs, dann eure Profite« und nimmt damit die Pose des Forderns ein. Dabei bleibt allerdings offen, an wen sich die Forderung richtet: an die Politik oder an die Unternehmen? Das ist nicht das Einzige, das gleich auffällt, denn der Aufruf beginnt mit einer Parole, die eigentlich jedem zu denken geben müsste. Selbst Nichtgewerkschaftlern dürfte es hierzulande ja geläufig sein, dass es Jobs nur dann und solange gibt, wie sie sich lohnen, also die Profite stimmen. Die stehen selbstverständlich an erster Stelle. Und ihre Höhe entscheidet über die Fortführung der Unternehmung. Auch in Betrieben, in denen die Gewerkschaften stark vertreten sind wie z. B. VW ist ja schon ein Gewinneinbruch Argument genug – nicht nur für die Betriebsräte, sondern auch für Gewerkschaftsvertreter –, dass man sich, leider, leider, dem Abbau von Arbeitsplätzen nicht verschließen kann.
    Trotz der gegenteiligen Alltagspraxis gibt sich die Gewerkschaft am Feiertag kämpferisch und stellt sich an die Seite der aktiven Kolleginnen und Kollegen: »Ja, unsere Kolleg*innen kämpfen um ihre Jobs und ihre Zukunft – aber sie stehen nicht alleine da.« Es ist nur so und das weiß im Grunde auch jeder: Um ihre Jobs können Arbeiter und Angestellte überhaupt nicht kämpfen – oder sie treten dazu an, aber ihr Kampf ist aussichtslos. Denn ihr einziges wirksames Mittel, die Arbeitsverweigerung, zieht dann nicht, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Und diejenigen, die noch gebraucht werden, sind unter solchen Bedingungen auch nur schwer dazu zu bewegen, durch Streik ihre weitere Beschäftigung aufs Spiel zu setzen…“
    Standpunkt von Suitbert Cechura in der jungen Welt vom 20. April 2026 externer Link
  • Erster Mai: Bundesweite Attac-Aktionen für mehr Steuergerechtigkeit. Über 30 Attac-Regionalgruppen unter dem Motto „Tax the Rich“ beteiligt
    Bundesweit beteiligen sich am 1. Mai über 30 Attac-Regionalgruppen mit kreativen Aktionen für mehr Steuergerechtigkeit an den gewerkschaftlichen Demonstrationen und Kundgebungen. Unter dem Motto „Tax the Rich” setzen sie ein deutliches Zeichen gegen wachsende Vermögensungleichheit und den Abbau des Sozialstaats. Großformatige Schilder mit der Aufschrift „Tax the Rich“ und einer wiederbeschreibbaren Freifläche laden Passant*innen dazu ein, selbst Stellung zu beziehen. So können sie vor Ort ihre persönlichen Gründe aufschreiben, warum sie eine stärkere Besteuerung von Überreichen unterstützen. Diese Botschaften werden fotografisch festgehalten und im Nachgang von Attac Deutschland gesammelt präsentiert. An begleitenden Ständen können sich interessierte Bürger*innen zu den Themen Ungleichheit und Vermögensbesteuerung informieren und verschiedene Informationsmaterialien von Attac erhalten…“ attac-PM vom 27. April 2026 externer Link
  • Die Realitätsverweigerer vom DGB
    Die Illusion der Vollbeschäftigung: Warum die Gewerkschaften an der falschen Front kämpfen. Auf die manifeste Krise des Kapitals regieren die deutschen Gewerkschaften mit rechtsoffener ideologischer Verblendung – wir brauchen aber Systemalternativen.
    Den diesjährigen Mai-Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes lesend,[1] fällt es schwer, sich zwischen Gruseln und Mitleid zu entscheiden. Die kapitalistische Systemkrise hat inzwischen die Bundesrepublik voll erfasst. Keine Frage, es geht ans Eingemachte. Die Krise ist im Kern eine Krise der Arbeit, die der Arbeitsgesellschaft durch beständige Automatisierung abhanden geht. Die Umwälzungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz bilden dabei nur die Spitze des Eisberges. Doch die Gewerkschaftsführung antwortet auf diese Krise der Arbeit mit einer Verhärtung der Arbeitsideologie: Es wird an dem überkommenen Konzept der Lohnarbeit festgehalten, obwohl Arbeit sich in der spätkapitalistischen Gesellschaft verflüchtigt.
    Die Gewerkschaftsführung verweigert sich, somit der Krisenrealität: Die Marktkonkurrenz zwing Kapitalisten zur Rationalisierung, zur Anwendung neuer Technologien, da sie sonst untergehen. Das Kapital geht somit seiner eigenen Substanz, der Lohnarbeit, verlustig. Dieser Krisenprozess ist unumkehrbar, das kapitalistische System stösst an seine Entwicklungsgrenzen – sozial, ökonomisch, wie ökologisch. Und diese einfache Wahrheit liegt inzwischen offen auf der Hand. Ein Blick auf die aktuellen Nachrichten reicht.
    Durch Realitätsverweigerung wird dieser Krisenprozess, der in die Barbarei treibt, aber nicht verschwinden. Es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und in falscher Unmittelbarkeit und so zu tun, als ob genügend Arbeit für alle da wäre. Der DGB greift auf die alte Mär von den „Nieten im Nadelstreifen“ zurück, um die Systemkrise zu erklären. Um das System und die Arbeit nicht infrage stellen zu müssen, werden Fehlentscheidungen von Kapitalisten für die Krise verantwortlich gemacht. Dies ist aber nur eine simple Umkehrung der Sündenbocksuche, die auch von der Rechten betrieben wird. Weder Manager noch Ausländer haben die Krise der Arbeit verursacht. (…)
    Es reicht nicht, sich über die drohenden Kürzungen zu empören und diese in falscher Unmittelbarkeit abzulehnen. Die Weltkrise des Kapitals macht den Sozialstaat unbezahlbar, die Uhr kann nicht zurückgedreht werden, es gibt kein Zurück zum Rheinischen Kapitalismus des 20. Jahrhunderts. Ähnliches gilt für die ökologische Krise, für die Klimakrise, die durch den Wachstumszwang des Kapitals verursacht wird. Die steigende Inflation, die explodierenden Lebensmittelkrise: Sie werden nicht durch Extraprofite verursacht, sondern durch die Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen der Menschheit. Mangel macht sich breit. Preiskontrollen helfen da nicht weiter, sondern die Abkehr vom uferlosen kapitalistischen Wachstumszwang in einer endlichen Welt
    …“ Artikel von Tomasz Konicz vom 27. April 2026 in untergrund-blättle.ch externer Link
  • Bratwurst statt Barrikade: Der DGB und der Erste Mai
    Ein Kampftag ohne Kampf? Während Funktionäre feiern, schließen Werke. Warum der DGB statt einer Demonstrationsgala politisch Gas geben sollte. Eine Analyse.
    Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich auch in diesem Jahr mit kämpferischen Worten in Szene: Mit „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ wählt er eine Kampfansage als diesjähriges 1. Mai-Motto. Das mediale Echo interpretiert dies als Zeichen gegen eine seit zwei Jahren anhaltende Wirtschaftskrise, gegen Produktionsverlagerungen ins Ausland und den Verlust von Zehntausenden Industriearbeitsplätzen. Doch kommt dieser verbale Aktionismus nicht reichlich spät – nach bereits über 120.000 verlorenen Industriearbeitsplätzen?
    Bratwurst statt Barrikade
    Die traditionellen Maifeste dominieren den Feiertag-Freitag in diesem Jahr. Allein in Niedersachsen sind über 40 DGB-Veranstaltungen geplant – das Bundesland von VW gilt als ein industrieller Kern Deutschlands. Doch Quantität ersetzt keine Qualität: zudem sind die Teilnehmerzahlen seit Jahren stagnierend bis ruckläufig, rechte Konkurrenz wächst (Stichwort: Zentrum Automobil), und linksradikale Abendveranstaltungen gewinnen – besonders unter Jüngeren – an Zulauf. Es scheint, als würden die adressierten Arbeiter dem Geschwätz der eng mit dem DGB verbandelten politischen Klasse kaum noch zuhören wollen. Doch eine Kursänderung ist nicht in Sicht: Sozialpartnerschaft und die enge Ehe mit einer wahlpolitisch zunehmend marginalisierten SPD bleiben auch in diesem Jahr das Gebot der Stunde. (…) Der DGB könnte entscheidende Kampfmaßnahmen einleiten: Warnstreik, unbefristeter Streik, aktive Mittagspausen – probate Mittel, um zu signalisieren, dass Arbeitskraft keine beliebig verschiebbare Kenngröße ist. Stattdessen verharrt die Mehrheit der Gewerkschaften in abwartender Passivität. Eine fatale Defensivlogik: Der DGB wird handlungsunfähiger durch sinkende Mitgliederzahlen und die eigene Politik – seit 2010 verlor man 750.000 Mitglieder, seit 1990 hat sich die Zahl halbiert. (…)
    Großes Schweigen
    Trotz progressiver Ansätze fehlt eine entscheidende Dimension vollständig: Geo- und Außenpolitik. Kein Wort zur Lage im Libanon, in Gaza, in der Ukraine. Fernab einer internationalistischen Solidaritätspflicht wäre allein aus wirtschaftspolitischen Gründen ein Aufschrei geboten: Die politische Klasse Deutschlands hat die Industrie eines ihrer größten komparativen Vorteile beraubt – preiswerte Energieversorgung aus Russland. (…) Der DGB schweigt dazu strukturell: Seit Jahren bezieht das Hans-Böckler-Haus zu geopolitischen Ereignissen kaum Stellung – oder positioniert sich einseitig, etwa mit dem Verweis auf die historische Freundschaft zur israelischen Gewerkschaftsbewegung Histadrut als Begründung, zugunsten von Israel. (…)
    Doch die eigentliche Strukturprobleme liegen tiefer, sind personeller wie institutionell-ideologischer Natur. DGB-Chefin Yasmin Fahimi entstammt der SPD, war deren Generalsekretärin, Bundestagsabgeordnete und ist bis heute Mitglied im Bundesvorstand. (…) Die Berliner Drehtür ist wirkmächtig: Pfadabhängigkeiten, Institutionalismus und hohe personelle Kontinuitäten verhindern jeden ernsthaften politischen Wandel hin zu einer kämpferischen Gewerkschaftspolitik, binden den DGB an SPD, Regierungspolitik und Staatsräson – halten somit die Ruhe in den Betrieben und Fabriken.
    Alle Jahre wieder
    Wie der Streikmonitor der Universität Jena ergab, nahm die Zahl der Streikbewegungen 2025 zwar absolut zu – verlagerte sich jedoch hin zum relativ-einflussarmen Warnstreikmomenten und zu Formen mit weniger Ausfalltagen. Die Deindustrialisierung verlagert die Streiklandschaft zudem in Versorgung und Dienstleistung. Was es bräuchte, wäre eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Sinn und Zweck von Gewerkschaft. Auch rechte Versuche nutzen lediglich Lücken, die der DGB selbst geschaffen hat…“ Beitrag von Luca Schäfer vom 29. April 2026 in Telepolis externer Link
  • Für unsere Zukunft – scheiß auf ihre Profite!
    Während Deutschland von Seiten der CDU-SPD-Regierung einen der historisch größten Angriffe auf den Lebensstandard der Werktätigen erlebt kapituliert die DGB-Spitze selbst mit ihrem 1. Mai-Motto.
    Hauptsache Arbeit?!
    Als mir meine mäßig geliebte Zweitgewerkschaft im Mitgliedermagazin das diesjährige Motto zum 1. Mai präsentierte schlief mir ehrlich gesagt das Gesicht ein. Neben eine gereckten Faust stand zu lesen: “Erst unsere Jobs, dann eure Profite.” Mensch möchte ein berühmtes Känguruh zitieren: “Huiuiui, da weiß ich garnicht wo ich anfangen soll!”
    Die DGB-Führung formuliert zum Kampftag der Arbeiter:innenklasse – ähm, Entschuldigung – in diesem Milieu zum “Tag der Arbeit” – keinen anderen Anspruch mehr als den, dass das Kapital bitte unsere unterbezahlten Bullshitjobs erhalten solle, mit denen wir uns selbst unser Grab schaufeln. Dass die reichsten 1% der Welt 42% des Gesamtvermögens besitzen,¹ dass diese Reichtumskonzentration immer weiter steigt, dass die reichsten 10% je nach Rechnungslegung für 2/3 der Klimaemissionen verantwortlich sind, welche drohen ein gutes Leben überhaupt unmöglich zu machen – geschenkt! Unter “Sozialpartner:innen” drücken wir da ein Auge zu
    …“ Kommentar von Steff Brenner (Wolf Meyer) vom 29. April 2026 in direkteaktion.org externer Link
  • 1. Mai: Ohne Widerstand kein Fortschritt. Täglich Angriffe auf die Lohnabhängigen, doch von den Gewerkschaftsführungen nur Säbelrasseln
    „… Viele Gründe also für Protest. Viel zu tun, vor allem für die Gewerkschaften – sollte man meinen. Doch still ruht der See. Der DGB hatte erbitterten Widerstand gegen die Aufweichung des Achtstundentages angekündigt. Aber dort, wo außer Pfeifen im Walde nichts passiert, fühlt sich das Kapital ermutigt. Und wo die Gewerkschaftsführungen ansonsten die Erzählung von der »Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit gegen Russland« mittragen, wird es schwerer, gegen Kürzungen zu mobilisieren. Und mal ehrlich: Wollen sie das überhaupt? Das Motto des DGB zum 1. Mai lautet »Erst unsere Arbeitsplätze, dann ihre Profite«. Die Union hat neulich vorgeschlagen, den 1. Mai als Feiertag (der Arbeiterklasse) abzuschaffen. Der DGB hat das inhaltlich bereits getan, weil er die Notwendigkeit der Profite für das Kapital nicht mehr prinzipiell in Frage stellt…“ Kommentar von Susanne Knütter in der jungen Welt vom 29.04.2026 externer Link
  • Widerstand gegen ihre Kriege: 1.Mai: Die Kämpfe gegen Sozialabbau und Rüstungswahnsinn gehören zusammen
    Kommentar von Nick Brauns in der jungen Welt vom 30.04.2026 externer Link
  • Verteidigung des Revolutionären 1. Mai: Der Klassenkampf braucht Gegenwehr
    Die CDU attackiert alle Erfolge von 150 Jahren Arbeiter:innenbewegung – und doch sind viele Mai-Demos öde. Einzige Hoffnung: die Linksradikalen.
    Wer in diesen Tagen Nachrichten liest, kommt um eine Erkenntnis nicht herum: Der Klassenkampf, den einige noch vor nicht allzu langer Zeit für tot erklärt hatten, ist zurück. Nur wird er aktuell vor allem aus einer Richtung geführt: von oben. Kaum eine Woche vergeht, in welcher der in der CDU inzwischen den Ton angebende Wirtschaftsflügel nicht eine weitere Errungenschaft der Arbeiter:innenbewegung angreift. (…) Auf die Spitze getrieben hat es die CDU dann während des Koalitionstreffens mit der SPD Mitte April. Der 1. Mai sollte doch als Feiertag abgeschafft werden, sollen Unionsabgeordnete während der Verhandlungen gefordert haben. Natürlich um die Wirtschaft anzukurbeln. Denn jeder Tag, wo die Menschen nicht faul auf der Haut liegen – oder, Gott bewahre, für ihre Rechte demonstrieren –, ist schließlich einer, wo die Leute schaffen gehen. (…) Wo aber ist der Aufstand darüber, dass heute wieder alle Erfolge auf dem Bock stehen, für die Ar­bei­te­r:in­nen 150 Jahre gekämpft und ihr Leben gelassen haben? Wie kann es eigentlich sein, dass die historischen Massenorganisationen der Arbeiter:innenbewegung – die SPD und der DGB – diesen Angriffen nur handzahme Protestnoten entgegensetzen? Warum werden sich auch in diesem Jahr viele der großen Gewerkschaftsdemos am 1. Mai so ermüdend und sinnentleert anfühlen, wie es die Staatsparaden in der DDR gewesen sein müssen? (…)
    Wer das verstehen will, muss sich das Staatsmodell vergegenwärtigen, dem SPD und DGB-Gewerkschaften immer noch anhängen. Hier glaubt man weiterhin daran, dass ein Interessensausgleich zwischen Arbeit und Kapital unter dem gemeinsamen Dach der Nation möglich ist. Dieses Modell, so denkt man sich, hat doch schließlich die soziale Marktwirtschaft stark gemacht, weshalb man nur zur Kombination aus sozialer Absicherung und kapitalistischer Eigentumsordnung zurückmüsste, die irgendwann auf dem Weg verloren gegangen sei. Doch die Analyse verkennt, dass der Klassenkompromiss nicht verloren gegangen ist – er wurde aufgekündigt. (…)
    Das beschreibt das Elend der SPD und der ihr nahestehenden DGB-Gewerkschaften: Sie hängen einem Kapitalismusmodell nach, das es nicht mehr gibt, das sie aber nicht loslassen können. Also hecheln sie von einer Regierung und Tarifrunde in die nächste, loben immerfort die Kraft des Kompromisses, glauben „das Schlimmste zu verhindern“, ohne seither ein einziges Mal in der Offensive gewesen zu sein. (…)
    Viele DGB-Demos sind im Kern vor allem eines: ein Appell für die Vergangenheit. Was hier inszeniert wird, ist ein geordneter Protest, bei dem fein säuberlich auf staatstragende Inhalte geachtet wird; eine symbolische Kraftbekundung, die niemand mehr hört, weil alle wissen, dass kein antagonistischer Kampfwille dahintersteht. Dass die Gegenseite das verstanden hat, lässt sich an der geringen Anzahl von Polizeiwannen abzählen, die die Gewerkschaftsdemos begleiten. Wer dagegen ein ansatzweise angemessenes Maß an Reibung sucht, muss in den großen Städten die linksradikalen Demos besuchen. (…)
    Und doch sind es diese Proteste, die noch nicht tot sind. Auf der Hamburger „Wer hat, der gibt“-Demo wird die Klassengesellschaft wenigstens noch angesprochen. Und die revolutionäre 18-Uhr-Demo in Berlin bleibt ein Sehnsuchtsort, der weiterhin – trotz der seit Jahren ausbleibenden Krawalle – Zehntausende anzieht. Das hat einen Grund: Es handelt sich um die einzige Demonstration im Jahr, die einen Frust zu kanalisieren versteht, der insbesondere bei Jugendlichen noch nach einem Ausdruck sucht: Es ist ein vages, aber mächtiges Gefühl, keine Lust zu haben auf tausend Einzelkämpfe – sondern einmal der „Gesamtscheiße“ den Kampf anzusagen, wie Linksradikale so schön sagen
    …“ Essay von Timm Kühn vom 29.4.2026 in der taz online externer Link
  • 366.710 Menschen auf Mai-Veranstaltungen des DGB New
    Unter dem Motto “Erst unsere Jobs, dann eure Profite” haben sich am 1. Mai in diesem Jahr 366.710 Menschen an insgesamt 413 Veranstaltungen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligt. Informationen zu den Maikundgebungen und Auftritten des DGB-Bundesvorstandes und der Gewerkschaftsvorsitzenden finden Sie hier externer Link DGB-Pressemitteilung vom 01. Mai 2026 externer Link und darüber (lese und staune):

    • Proteste zum 1. Mai: DGB-Chefin zerlegt Sozialstaatsreform – „Vollständig aberwitzig“
      Fahimi bricht mit der Logik, dass Krisenbewältigung automatisch Opfer der Arbeitnehmerseite erfordert. Sie fordert Strukturreformen statt Kürzungen.
      Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat sich gegen die Pläne der Bundesregierung für eine Erneuerung des Sozialstaats gestellt. Auf die Frage, wo Beschäftigte für die anstehenden Reformen vielleicht Zugeständnisse machen müssten, sagte Fahimi im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Donnerstagsausgabe): „Warum müssen sie das überhaupt?“ Ein Reformpaket, in dem die Lasten verteilt seien, etwa zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten – „das sehe ich nicht“, sagte Fahimi.
      Das System könne und müsse zuerst mit Strukturreformen effizienter gemacht werden, forderte die DGB-Vorsitzende. Ebenso müsse die Selbstbedienung im Gesundheitssystem abgeschafft und für eine „gerechte Finanzierung“ gesorgt werden. (…) Fahimi drohte mit entschiedenem Widerstand, sollten die Reformen auf Kosten der Beschäftigten gehen. Sie hoffe auf eine Verständigung. „Aber falls erforderlich, sind wir bereit, Proteste auf der Straße zu organisieren.“ Das betrifft nach ihren Worten auch die Gesundheitsreform. Die roten Linien des DGB seien klar: „Wer die gesetzliche Rente kürzen will, wird unseren vollen Widerstand erfahren.“ Das gelte ebenso bei der Arbeitszeit.
      Kritisch äußerte sich Fahimi zudem zum Vorschlag von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Ausweitung befristeter Arbeitsverträge auf Unternehmen, die in Innovationen investieren. „Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass Unternehmen in Innovationen investieren“, sagte sie. „Beschäftigte bekommen auch keine Prämie neben dem Lohn, nur weil sie arbeiten gehen.“…“ Artikel von Franziska Schwarz vom 01.05.2026 in der FR online externer Link
  • Kampftag der Arbeiterklasse: Bratwurst und Klassenkampf New
    1. Mai: Hunderttausende auf gewerkschaftlichen Demonstrationen in der Bundesrepublik, die mit wenigen Ausnahmen ziemlich sozialpartnerschaftlich ausfielen.
     Pünktlich zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse hat die NGO Oxfam den weltumspannenden Widerspruch von Kapital und Arbeit abermals empirisch untermauert: »Während die Spitzengehälter seit 2019 um 54 Prozent in die Höhe geschnellt sind, verzeichnen die Reallöhne von Beschäftigen einen Rückgang um 12 Prozent.« Reich wird reicher, arm wird ärmer: Erstere gewinnen – vorerst – den Klassenkampf. Dagegen blies der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die größte Organisation Lohnabhängiger, am 1. Mai zum Protest mit der recht zahmen Parole: »Erst unsere Jobs, dann eure Profite«. Auf die Knechtschaft durch Lohnarbeit hat man sich längst eingelassen. Indes seien zu insgesamt 413 Kundgebungen rund 367.000 Menschen mobilisiert worden, hieß es am frühen nachmittag. Bundesweit waren jW-Korrespondenten vor Ort
    …“ Überblick von Niki Uhlmann in der jungen Welt vom 02.05.2026 externer Link

Kommunal

  • Überblicke
    • die DGB-Aktionsseite externer Link
    • 1. Mai mit der FAU – bundesweiter Überblick externer Link mit Berlin, Bremen, Cottbus, Dortmund, Dresden, Duisburg, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Lübeck, Magdeburg, Nürnberg, Stuttgart
  • Berlin

    • #R1MB Revolutionärer 1. Mai Berlin 2026: https://erstermai.nostate.net/ externer Link und die Aufrufe: https://erstermai.nostate.net/tag/aufruf externer Link
    • Aufruf von Hände weg vom Wedding externer Link zum 1.Mai 2026:
      • 11 Uhr, Strausberger Platz, im Klassenkampfblock auf der DGB-Demo
      • 18 Uhr, Oranienplatz, im Anti-Kriegs-Block auf der Revolutionären 1. Mai-Demonstration
      • ab 16 Uhr, Offenes Kiezhaus (Afrikanische Straße 74)
      • ab 17:30 Uhr wird am 30.04. an der Wiesenstraße/ Uferstraße unser alljährliches Blutmaigedenken stattfinden. Gemeinsam erinnern wir an die blutige Niederschlagung der Arbeiter:innenproteste am 1. Mai 1929 im Wedding und Neukölln.
    • Mit Bertha von Suttner auf der 1. Mai-Demo: 1. Mai 2026: Kriegstüchtig – ohne uns!
      Wir laden alle ein, mit Bertha von Suttner (s. Titelbild) gegen den Krieg und die Demontage des Sozialstaats, für Abrüstung und internationale Solidarität zu demonstrieren. Natürlich fühlen wir uns auch mit Karl und Rosa verbunden. (…) Wir müssen laut und deutlich NEIN sagen und so auch die guten Antikriegstraditionen bewahren, die als Lehre aus der Geschichte auch den Weg in unsere Grundsatzprogramme gefunden haben, jetzt aber in der Politik unserer gewerkschaftlichen Organisation an Wert verloren haben.
      Wir treffen uns am 1. Mai ab 11 Uhr am Strausberger Platz. Erkennungszeichen ist das „Die Waffen nieder“-Plakat mit dem Portrait von Bertha von Suttner
      .“ Aufruf vom 29. April 2026 von und bei FORUM GEWERKSCHAFTLICH LINKE BERLIN externer Link
    • Revolutionäre Mai-Demo in Kreuzberg: 1. Mai in Berlin: »Größtes Problem dieser Zeit ist die Frage von Krieg und Frieden«
      Bei der revolutionären Mai-Demonstration in Kreuzberg soll es auch einen antimilitaristischen Block geben. Im Interview äußern sich die Organisatoren. Interview von Jule Meier vom 28.04.2026 in ND online externer Link
    • Berlin: DGB vor dem 1. Mai kleinlaut in der Krise
      Die Gewerkschaften gewinnen Mitglieder dort, wo sie Tarifverträge abschließen und sich in Konflikte begeben. Vor dem Tag der Arbeit spürt man das kaum
      Zum wiederholten Mal begehen die Gewerkschaften den Tag der Arbeit im Kontext einer wirtschaftlichen Krise. Geradezu kleinlaut mutet da der diesjährige Aufruf an: »Erst unsere Jobs, dann eure Profite.« Auch wenn die DGB-Vorsitzende im Bezirk Berlin-Brandenburg, Katja Karger, das für ein »sehr deutliches Motto« hält – es klingt, als gäbe sich der Gewerkschaftsbund damit zufrieden, dass sich einige wenige die Taschen voll machen, solange die Beschäftigten eine irgendwie geartete Existenzgrundlage behalten. (…)
      Doch nicht nur politisch würden soziale Errungenschaften infrage gestellt, sagt Karger. Auch im Betrieb sei der Widerstand der Unternehmen zum Teil massiv. Immer wieder werden Krankschreibungen nicht akzeptiert und der Lohn dann nicht fortgezahlt. Aber auch in Tarifrunden ändert sich das Auftreten der Arbeitgeber zum Teil. Im öffentlichen Nahverkehr gingen sie etwa mit Gegenforderungen in die Gespräche: Um die Verdi-Forderungen zu finanzieren, müsste die umfassende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall reduziert werden, hieß es etwa von den Berliner Verkehrsbetrieben. In Thüringen wurde gar eine Erhöhung der Arbeitszeit auf 42 Wochenstunden gefordert. Karger sagt: Politik und Unternehmen gingen bei ihrem Angriff auf den Sozialstaat Hand in Hand. Häufig seien es Arbeitgeberverbände, die sehr laut weitreichende Einschränkungen verlangten. Die Politik könne in diesem Fahrwasser dann abgeschwächte Forderungen formulieren.
      Was die von Arbeitgebern hart bekämpften Tarifforderungen aber auch verdeutlichen: Tarifverträge stellen Sicherheit im Wandel her, wie Karger sagt. Die Tarifbindung in Berlin und Brandenburg sei mit jeweils etwa 42 Prozent der Beschäftigten aber viel zu niedrig. Für nur 16 Prozent der Betriebe gelte ein Tarifvertrag.
      Zusammengenommen verlieren die DGB-Gewerkschaften im Kontext des demografischen Wandels weiter Mitglieder. »Wir sehen aber auch«, sagt Karger, »dass da, wo wir in Tarifauseinandersetzung gehen, dass da, wo wir in die Konflikte gehen, und da, wo die jungen Leute sind, wir dort tatsächlich eine gute Entwicklung haben, sodass wir an vielen Stellen die Verluste abbremsen und sogar aufheben können.«
      Die traditionelle 1. Mai-Demonstration startet in Berlin um 11.30 Uhr vom Strausberger Platz. Auch in Brandenburg finden in vielen Orten gewerkschaftliche Aktionen statt, etwa in Eisenhüttenstadt, in Cottbus, in Guben, in Brandenburg an der Havel und nach DGB-Angaben zum ersten Mal seit 100 Jahren in Luckenwalde. Anlass ist die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist gebürtige Luckenwalderin.“ Artikel von Christian Lelek vom 29.04.2026 in ND online externer Link
    • Impressionen 1 Mai 2026 – kämpferische Signale auf der DGB Demo Berlin! New
      „… Um 11 Uhr war Aufstellung am Strausberger Platz. Dieses Jahr waren es deutlich mehr als die vergangenen Jahre. Laut Polizei waren es 7000, aut Veranstalter 12 000 Teilnehmrer:innen. Wir wissen aber, daß die Berliner Polizei nicht zählen kann. Bei „besorgten Bürgern“ sieht sie sogar doppelt.
      Der eigentliche Block der DGB Gewerkschaften war deutlich geprägt von den vielen Betriebsgruppen. Angefangen von den im unerbittlichen Kampf um Gleichstellung stehenden Vivantes Kolleg:innen bis zu Autowerkern von Mercedes Berlin Marienfelde, die endlich die Mobilisierung für Streiks gegen „das Jobmassaker“ in der Autoindustrie forderten oder ihren Tesla Kolleg:innen, die „Hoch die Internationale Solidarität“ skandierten. Die Abschaffungsversuche des 1. Mai als arbeitsfreier Tag und die Aushöhlung von Errungenschaften wie den 8 Stundentag und die Entgeldfortzahlungen im Krankheitsfall haben viele Kolleg:innen richtig wütend gemacht. Tesla in Gründheide spielt die Speerspitze für das Kapital im Umgang mit kranken Beschäftigten. Die Tesla Kolleg:inen brauchen in ihrem Kampf dagegen unbedingt die Solidarität von uns allen. Es ist auch unser Kampf. Tech-worker forderten endlich „gewerkschaftliche Organisierung“ in ihren Betrieben. Die „Krankenhausreform“ wurde rundweg abgelehnt.
      Der „klassenkämpferische Block“ machte dieses Jahr den größten Teil des Demonstrationszuges aus. Er fasste noch deutlicher und kreativ zusammen, was die Gewerkschaftlichen Aktivisten aus den Betrieben zunehmend bewegt. Ohne den Kriegskurs ins Visier zu nehmen und ohne internationale Solidarität kommt der gewerkschaftliche Kampf nicht mehr aus der Defensive heraus. (…)
      Die aktive Gewerkschaftsbasis scheint von dem Totschweigen des Militarisierungskurses nichts mehr zu halten. Das Märchen „Es ist kein Geld da“ nimmt keiner mehr ernst. Das hat inzwischen wohl auch die Berliner DGB Führung gemerkt. So wurde auf der Kundgebung in der zentralen Rede des IG BAU Vorsitzenden Robert Feiger erstmals seit langem das Thema aufgegriffen. Es sind die Völker, die arbeitenden Menschen in den direkt betroffenen Ländern dieser Welt, die unter den aktuellen geopolitischen Verwerfungen, unter Konfrontation und Krieg mit Leben, Gesundheit und sozialer Existenz bezahlen. Und zu den Menschenn in unserem Land führte er aus: Für viele bedeuten diese Kriege Inflation und Instabilität. Für viele junge Menschen in diesem Land bringen diese Kriege nie gekannte Ängste, für viele ältere Menschen in diesem Land kehren Albträume zurück. Aber für die Reichsten klingeln die Kassen. Schlappe 90 Milliarden Dollar haben die 20 reichsten Menschen am Iran-Krieg an den Börsen verdient. Dieses Geld stinkt zum Himmel, Kollegen und Kolleginnen. Wir wollen keine Politik, die Krieg befeuert, keine Politik, die auf Aufrüstung setzt
      …“ Bericht von Peter Vlatten vom 2. Mai 2026 auf gewerkschaftliche-linke-berlin.de externer Link mit Fotos und Video
    • 1. Mai in Berlin-Kreuzberg – revolutionär und hedonistisch New
      30 000 demonstrieren am 1. Mai in Berlin gegen Militarisierung und Sozialkürzungen. Gleichzeitig wird gefeiert. Die Partys kommen der Demonstration in die Quere.
      Am 1. Mai prallen 2026 zwei Kreuzbergs aufeinander. Da ist zum einen das rebellische Kreuzberg. Nachdem die »Revolutionäre 1. Mai Demonstration« in den zwei Jahren zuvor durch Neukölln gezogen war, startet sie dieses Jahr am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg. Schon bevor die Demonstration startet, kommen mehrere Tausend Menschen zur Auftaktkundgebung mit Konzert. »Die Zeiten scheinen hoffnungslos«, sagt ein Redner angesichts von zunehmender Militarisierung und gleichzeitigen Sozialkürzungen von der Bühne. »Wir sehen aber auch, wie krass gerade der Widerstand wächst.«
      Im Laufe des Abends werden sich schätzungsweise 30 000 Menschen an der Demonstration beteiligen. Thematischer Schwerpunkt sind dieses Jahr Militarisierung und Aufrüstung. Nach den Konzerten halten Redner*innen der acht organisierten Demonstrationsblöcke noch auf dem Oranienplatz ihre Auftaktreden. Wiederkehrendes Thema ist die Fabrik des Rüstungskonzerns Rheinmetall in Wedding. »Wer verteidigt eigentlich die 160 000 Kinder, die in Berlin in Armut aufwachsen?«, fragt eine Rednerin. »Bestimmt nicht ihre Artilleriemunition.« (…) Die Polizei, sonst der dominierende Akteur am 1. Mai in Berlin, hält sich erstaunlich zurück. Im vorderen Teil der Demonstration ist sie nur in Form von Kontaktbeamten mit gelben Westen zu sehen. Nur kurz, nachdem ein rechter Streamer eine Bierdusche bekommt und daraufhin eine Person umtritt, greift ein Dutzend Beamt*innen ein. Innerhalb weniger Minuten sind sie aber wieder verschwunden. Anders sieht es im hinteren Teil der Demonstration aus. Den Teil der Demonstration, in dem vor allem Palästina-Fahnen zu sehen sind, begleitet die Polizei im Spalier wie auch den Antifa- und den antiautoritären Block. Am Ende der Demonstration, am Südstern, kommt es dann doch noch zu einigen Festnahmen. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte ein Sprecher der Polizei, es habe auf der Demonstration nur drei Festnahmen gegeben
      .“ Bericht von David Rojas Kienzle vom 02.05.2026 in ND online externer Link
    • Revolutionäre 1. Mai-Demo in Berlin: Revolte versinkt im Partykiez
      Die 18-Uhr-Demonstration schafft es stundenlang kaum über ihren Startpunkt hinaus. Grund ist dieses Jahr aber nicht die Polizei – sondern die Partymeute.
      Es dauert mehr als drei Stunden, bis die hinteren Blöcke der Revolutionären 1. Mai Demonstration endlich die Oranienstraße verlassen können. Um 22 Uhr erreicht der Antifablock den Rio-Reiser-Platz, kaum 600 Meter vom Startpunkt der Demonstration am Oranienplatz entfernt. Hier stößt plötzlich die Polizei über die Mariannenstraße dazu und begleitet die Antifas im engen Spalier. Doch der guten Laune tut das keinen Abbruch. „Wir werden heut‘ nicht müde“, lautet die vom Lautsprecherwagen ausgerufene Parole…“ Artikel von Timm Kühn und Erik Peter vom 1.5.2026 in der taz online externer Link und:

      • Revolutionärer 1. Mai in Kreuzberg: Die Party ist nicht der Gegner
        Man muss nicht klagen über besoffene Partykids, die der Revolutionären Demo im Weg standen. Die Fans von Ikkimel und RAPK sind für Linke die Verbündeten. (…) Richtig ist auch: Die linksradikale Demo hat wieder Massen angezogen, auch wenn eine seriöse Schätzung angesichts der Umstände nahezu unmöglich ist; kursierende Zahlen reichen von 10.000 bis 35.000. Vor allem aber haben ihre Teil­neh­me­r:in­nen Standhaftigkeit bewiesen. Wer 18 Uhr am Oranienplatz war und 22 Uhr noch nicht über den Rio-Reiser-Platz 600 Meter weiter hinausgekommen ist, aber dennoch lautstark in den Blöcken verblieb, meinte es ernst. Diese Demo bleibt für viele wichtig und ist mehr als ein Event. Zur Wahrheit gehört zudem: Die zehntausenden überwiegend jungen Menschen, die in Kreuzberg feierten, sind nicht das Ende der Revolte, sondern relevanter Bestandteil einer alternativen Stadt, die sich gegen einen CDU-geführten Senat und den Vormarsch der AfD behauptet. Wer sich im Kiez umgesehen hat, auch den Jubel vom Seitenrand für die De­mons­tran­t:in­nen und das Einstimmen in ihre Sprechchöre, muss eigentlich zu dem Schluss kommen: The kids are alright…“ Kommentar von Erik Peter vom 2.5.2026 in der taz online externer Link und:
      •  1. Mai in Berlin: Ikkimel, die Rattenfängerin der Linken
        Die Berliner Linke mobilisiert am 1. Mai die Massen, auch dank Rapperin Ikkimel. Der Vorwurf, Protest würde durch Party ersetzt, greift aber zu kurz…“ Kommentar von Lilly Schröder vom 3.5.2026 in der taz online externer Link
  • Bochum
  • Bremen
    • DGB-Demo: 10:45 Weserstadion Parkplatz
  • Dortmund
    • DGB-Demo: 10:30 Platz der alten Synagoge
  • Dresden
    • Arbeit, Arbeit, Arbeit? Wir wollen mehr vom Leben! Anarchistische Gruppen rufen zu Demonstration am 1. Mai in Dresden auf
      Anlässlich des internationalen Arbeiter*innenkampftags am 1. Mai rufen die Gruppen Anarchistisches Netzwerk Dresden (AND), Schwarze Katze Dresden (SKD) und Freie Arbeiter*innen Union Dresden (FAU) zu einer Demonstration und anschließenden Kundgebung in Dresden auf. Unter dem Motto „Arbeit, Arbeit, Arbeit? – Wir wollen mehr vom Leben!“ startet die Demonstration am 1. Mai um 12:00 Uhr am Wettiner Platz und endet am Jorge-Gomondai-Platz. Dort folgt von 14:00-17:00 Uhr eine Kundgebung mit Infoständen und Workshops…“ https://dd.fau.org/2026/04/14/arbeit-arbeit-arbeit-wir-wollen-mehr-vom-leben/ externer Link
  • Essen
  • Frankfurt am Main
    • Antiautoritärer und Sozialrevolutionärer Block auf der Demo 10.30 Uhr Hauptwache – Aufruf und Details hier externer Link
  • Freiburg
  • Hamburg
    • Ein schönes Leben für alle – Anarchismus wagen – Dystopien bekämpfen – Schwarz-Roter 1. Mai: Anarchistisches Bündnis in Hamburg
      1. Mai – Arrivati Park – 18 Uhr
      #hh0105
      https://sr1m.tem.li/ externer Link
    • Revolutionäre 1. Mai-Demo
      Konzert: 17 Uhr Bahnhof Altona
      Demo: 18 Uhr Bahnhof Altona
      https://revomai.de/ externer Link
    • Aufruf zur 1. Mai Demo 2026 von WER HAT, DER GIBT Hamburg: Geld ist da! Ran an die Reichen!Geld ist da! Ran an die Reichen!
      Auch dieses Jahr gehen wir wieder laut und kämpferisch in den reichen Vierteln Hamburgs auf die Straße – für echte Umverteilung. Während Merz und Konsorten Politik machen, um Reiche noch reicher zu machen, sagen wir klar: So nicht. Das reichste Prozent besitzt fast 35 % des gesamten Privatvermögens – und wir sollen den Gürtel enger schnallen? Es ist genug Geld da – es muss nur gerecht umverteilt werden!..“ Aufruf zur 1. Mai Demo 2026 von WER HAT, DER GIBT externer Link  ab 14:30 Uhr am Jungfernstieg (Reesendammbrücke)
    • Textsammlung zum 1. Mai 2026: https://sr1m.tem.li/blog/2026_mai_textsammlung/ externer Link
  • Kassel
    • Auf die Straße für soziale Gerechtigkeit, internationale Solidarität und das gute Leben für alle! Lauft mit uns zusammen im feministischen, emanzipatorischen, solidarischen Block – lasst uns gemeinsam kämpfen und unsere Stimmen erheben! Treffunkt: 9.30 Uhr vor dem Yasmin-Imbiss
  • Kiel New
  • Köln
    • Am 1.Mai wollen wir, die FAU gemeinsam mit euch den Kampftag der Arbeiter:innen feiern. Wir laden alle ein, die sich eine Welt jenseits von Herrschaft über Mensch und Natur wünschen. Wir starten um 12 Uhr am Hans-Böckler-Platz bei der GDB-Demo im antiautoritären Block um unserer Wut Ausdruck zu verleihen und Stellung zu beziehen. Um 14Uhr geht es im NFH weiter. Dort gibt es Infostände von Kölner Politgruppen, Essen und Getränke gegen Spende und kinderfreundliches Ambiente. Kommt gern mit euren Nachbar.innen, Genoss:innen, Freund.innen und der Familie.“
  • Leipzig
    • DGB-Demo: 10:30 Uhr ,Volkshaus Leipzig
    • Revolutionäre 1. Mai Demo: 15 Uhr Südplatz
    • Enthüllung! DGB Leipzig: Kritik an Völkermördern und Kriegstreibern und Solidarität mit den Opfern soll ausgegrenzt werden. Hauptgegner ist nicht mehr das Kapital, sondern „links“!
      „… Das Dokument – geleakt und der Gruppe Handala Leipzig zugespielt – ist ein Horrorkatalog von Maßnahmen, mit denen unliebsame und unbequeme Meinungen von Gewerkschaftskolleg:innen unterdrückt werden sollen. Während gegen eine internationalistische Linke durch Ordner mit voller Härte vorgegangen werden soll, werden gegen AFD und rechte Gewerkschaftsfeinde nur noch Samthandschuhe angezogen.
      Schon in den letzten Jahren sollten die Kolleg:innen von Handala Leipzig von der 1.Mai Demo abgedrängt werden wegen Parolen, die sich nichts anderes als die Agenda von IndustriAl (IG Metall ist Mitglied) und der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft (verdi ist Mitglied) zu eigen machten.
      ..“ Beitrag von Peter Vlatten vom 14. April 2026 auf gewerkschaftliche-linke-berlin.de externer Link zum und mit dem internen Dokument des DGB Leipzig geleakt von der Gruppe Handala Leipzig, siehe auch:
    • Enthüllung: DGB-Führung in Leipzig rüstet gegen links
      Aus einem internen Strategiepapier geht hervor, dass die Führung des DGB-Leipzig auf der 1. Mai-Demonstration linke und palästinasolidarische Kräfte ausschließen will…“ Beitrag von Lennart Schließer vom 13.04.2026 bei Klasse gegen Klasse externer Link
    • Antikommunismus zum 1. Mai: Papier des DGB Leipzig markiert kommunistische Organisationen als »Störgruppen«
      „Der Leipziger Verband des Deutschen Gewerkschaftsbunds zieht im Vorfeld des 1. Mai eine Trennlinie, die darüber entscheidet, wer auf seinen Kundgebungen noch als Teil der Arbeiterbewegung gilt und wer als Feind markiert und ausgeschlossen wird. Ein internes Papier zur Vorbereitung von Kundgebungen, das dieser Zeitung vorliegt, listet unter der Überschrift »Potentielle Störgruppen« nicht nur AfD-Anhänger und rechte Streamer, sondern auch Teile der politischen Linken auf. Unter der Überschrift »Autoritäre / Antisemitische Linke« werden kommunistische Organisationen und Palästina-Solidarität pauschal als Problem markiert. Bereits das Tragen palästinensischer Fahnen oder einer Kufija gilt als »unpassend«, ebenso politische Positionen, welche die israelische Kriegführung scharf kritisieren. Auch bestimmte Parolen und politische Bewertungen – etwa die Aussage, Israel begehe einen Genozid oder töte »vorsätzlich« Menschen – werden als unzulässig markiert. Das Papier unterscheidet dabei zwischen »vollkommen inakzeptablen« und lediglich »unpassenden« Positionen, für die jeweils abgestufte Maßnahmen vorgesehen sind. (…) Die Maßnahmen lesen sich wie ein Handbuch politischer Säuberung. Ordner sollen entsprechende Gruppen aus dem vorderen Bereich von Demonstrationen entfernen. Je nach Einstufung sollen sie sich »hinten einreihen« oder die Kundgebung gleich ganz verlassen, gegebenenfalls unter Einschaltung der Polizei; dabei sollen »vollkommen inakzeptable Symbole« zur Anzeige gebracht werden. Wo deren Entfernung auf diesem Weg nicht gelingt, wird empfohlen, die Transparente mit größeren Gewerkschaftsbannern zu verdecken. Im Zweifel soll von der Bühne aus eine öffentliche Distanzierung erfolgen. In dem Papier übernimmt der DGB-Verband Argumentationsmuster, die bislang vom Verfassungsschutz oder aus staatlich geförderten Programmen der »Extremismusprävention« bekannt sind und die internationalistische und antiimperialistische Positionen pauschal delegitimieren. Kritik an der Politik Israels, Solidarität mit den Palästinensern oder kommunistische Organisierung erscheinen als Sicherheitsproblem. Der Antisemitismusvorwurf fungiert dabei als moralisch aufgeladenes politisches Kampfmittel. (…) Nicht mehr die Rechte steht also im Zentrum der Abgrenzung, sondern jener Teil der Linken, der sich nicht in die vorgegebenen Grenzen der deutschen Staatsräson fügt. Der DGB reproduziert damit eine Logik politischer Ausgrenzung, die historisch eng mit der Integration der Gewerkschaften in den Staat nach 1945 verbunden ist – inklusive der systematischen Marginalisierung kommunistischer Kräfte in Betrieb und Öffentlichkeit. Ausgerechnet am historischen Kampftag der Arbeiterbewegung erscheint kommunistische Organisierung nicht mehr als legitimer politischer Ausdruck, sondern als zu kontrollierendes Risiko. Das passt zu einem Staat, der nach außen militärisch aufrüstet und nach innen politische Disziplinierung betreibt…“ Artikel von Matthias Rude in der jungen Welt vom 15. April 2026 externer Link
    • DGB Sachsen distanziert sich von antikommunistischem Demo-Papier
      „Für 1.-Mai-Kundgebung gedachte Handreichung bezeichnet Palästina-Solidarität als »Störgruppen« – laut Landesverband ein »fehlerhaftes Papier« (…) Die Verfasser des mit dem DGB-Slogan »Stark in Arbeit« versehenen Papiers positionieren sich eindeutig proisraelisch: Das Tragen palästinensischer Fahnen oder einer als »Palästinensertuch« bezeichneten Kufiya sei »unpassend, aber nicht strafbar«, heißt es darin, genauso wie »einseitige Darstellungen des Nahostkonflikts«. Dazu zähle auch die Aussage, dass Israel Völkermord begehe. (…) Der Geschäftsführer der DGB Region Leipzig-Nordsachsen, Daniel Knorr, erklärte auf nd-Anfrage, es handele sich um ein »fehlerhaftes Papier«, das vor zwei Wochen über das Leipziger Büro der Gewerkschaft verschickt worden sei. Der Inhalt entspreche »weder der Beschlusslage des DGB noch der gelebten Praxis in Leipzig«. Knorr habe sich persönlich mit Ansprechpersonen einiger im Papier benannter Organisationen ausgetauscht – nach seinem Kenntnisstand nähmen diese, wie schon in den vergangenen Jahre, »ganz normal am 1. Mai in Leipzig teil«. Knorr ist auch Anmelder der 1.-Mai-Kundgebung in Leipzig. Wer das Papier erstellt hat, sagte der Landeschef nicht. Es enthält außerdem Regelungen für Äußerungen, die sich auf den DGB selbst beziehen. So gelten Positionen, die den Verband als »Teil des Problems« oder »des Klassenstaats« bezeichnen, als »unpassend, aber nicht strafbar« und können ebenfalls zu Maßnahmen auf der Kundgebung führen. (…) Auffällig ist die unterschiedliche Gewichtung im Umgang mit politischen Spektren. Während linke Gruppen detailliert aufgeführt und differenziert bewertet werden, werden rechte Akteure vergleichsweise knapp behandelt. Für sie sieht das Papier in erster Linie einen Verweis von der Demonstration durch Ordner vor, ohne die gleiche gestufte Kategorisierung. Während die Handreichung gegen kommunistische Gruppen auch Anzeigen bei der Polizei vorsieht, sollen Rechte lediglich »freundlich, aber bestimmt« gebeten werden, den Bereich zu verlassen. Die fragwürdige Handreichung dürfte vor dem Hintergrund anhaltender Auseinandersetzungen in Leipzig entstanden sein, die sich seit Beginn des Gaza-Krieges zugespitzt haben und insbesondere in Connewitz sichtbar wurden. Dort kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Auseinandersetzungen propalästinensischer sowie proisraelischer Spektren, die schließlich im Januar unter dem Motto »Antifa means Free Palestine« in einer Demonstration und einem ebenfalls bundesweiten Gegenprotest mündeten. Auch die palästinasolidarische Organisation Handala Leipzig wird in dem Papier den »hochproblematischen« Gruppen zugeordnet. Eine Sprecherin erklärte »nd«, man rufe »selbstverständlich« zur Teilnahme an der 1.-Mai-Demonstration des DGB auf. Dort wolle man für ein grundlegendes Prinzip der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften eintreten – etwa dass Arbeiter nicht auf Arbeiter schössen.“ Artikel von Matthias Rude vom 14. April 2026 in Neues Deutschland online externer Link
    • #Leipzig https://soli-net.de/ externer Link
  • Lübeck
    • Föderale Selbstorganisation statt Staat und Klassenkompromiss – einen antiautoritären Sozialismus von unten aus erkämpfen! 11 Uhr Lindenteller
  • Magdeburg
  • München
    • DGB-Demo: 10:30, Kapuzinerstr. 26
    • Revolutionäre 1. Mai Demo: 14 Uhr, Rindermarkt
    • Bericht zum 1. Mai 2026,  in München New
      DGB Demo ein Stück größer (ca. 5000) als in den  letzten Jahren. Schlußkundgebung am Marienplatz:         
      Reden: der Hauptredebeitrag von IGM Cheffin Christiane Benner, fing mit verbalradikalen „Bekenntnisse“ zum Sozialstaat und der (angebliche) Wille diesen „verteidigen“ zu wollen an. Sie ging dann aber, nachdem sie die Kundgebungsteilnehmer*innen damit etwas aufgeheitzt hatte, nahtlos über zu einer 5 bis 7 Minütigen Phillipa zur Verteidigung der Konversion von Teilen der Automobilindustrie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in der (mehrmals betonte) deutsche Rüstungsindustrie! (…damit „wir“ auch etwas davon haben!) Sowohl der ersten Teil ihrer Rede als auch der zweite Teil wurde heftig beklatscht! Es war eine schlimme Erfahrung die IGM Vorsitzende derart offen  für die deutsche Rüstungsidustrie Werbung machen zu hören. Wir sind ja Einiges gewohnt, aber… dies hatte  ich so nicht erwartet!
      Quasi als ein Gegengewicht wurde von einer Initiative des Arb. Bundes eine große ,gut sichtbare  Tafelreihe mit folgenden Losungen mitgetragen. „Unsere Arbeit nicht für den Krieg“ und auf der Rückseite die Parole „Soziales rauf – Rüstung runter!“ (eine Parole die sich, ursprünglich ausgehend von der ehemalige verdi Initiative, an dem die MGL /VKG maßgeblich beteiligt war, inzwischen als eine gemeinsame Klammer verschiedener linker Kräfte gegen Sozialabbau und Aufrüstung quasie verallgemeinert hat!)
      Von dem Bündnis #unkürzbar München (in dem die MGL / VKG ebenfalls maßgeblich mitarbeitet) wurde gut sichtbar ein Transparent „Generalstreik“  mitgetragen. Die ganze Demo wurde mehr oder weniger auch geprägt durch 200 tragbare kleinere Tafeln die aktive Gewerkschafter*innen  und „Soziales rauf – Rüstung runter“ Aktivist*innen mit entsprechenden Losungen an bereitwilligen Kolleg*innen zu umhängen an den Mann bzw. an die Frau brachten.
      „Gekrönt“ wurde der Auftritt linker Kräften auf dem Marienplatz mit einer kleinen Kundgebung auf der (zum dritten Mal in Folge!!) kleine „Ostbühne“ auf dem ein Vertreter der MGL/VKG eine sehr gute Rede u.A. mit Kritik an die Rede von Benner, hielt, eine sehr kämpferische Rede  von Andreas Buderus von der  Initiative „Sagt Nein!“, einem Vertreter der Initiative „Kein Bundeswehr Tram“ die sich geweigert hatten und weigern, Straßenbahnen mit soche Werbeauftschriften zu fahren, und last but not least, aus der USA stammenden Kollegin die über die in der USA anstehenden „Labour-Day“ informierte. Zuletzt  wurde an eine 71 jährige, langjährige kurdische Aktivistin die vor 1 ½ Monate plötzlich wegen angeblicher Mitgliedschaft in der PKK verhaftet wurde, eine ausführliche Grußbotschaft im Münchner Knast „Stadelheim“ übermittelt.
      Die Zuhörterschaft („rekrutiert“ aus den noch anwesenden Teilnehmeri*nnen der DGB Kundgebung) dieser gleich im Anschluss statfindenden kleine Kundgebung, belief sich , immerhin, auf um die 450 Kolleg*innen., die wirklich begeistert unseren anderen Inhalte  als die des DGBs zuhörten.
      Nach dieser Kundgebung fand noch eine revolutionären 1. Mai Kundgebung am Rindermarkt – mit anschließem  Demon mit 3 bis 3,5 Tausend (!) vorwiegend junger Menschen – statt.
      Diese endete ihn einem  großen 1. Mai Feier in einem städtischen Jugendtreff, der nach Ankunft der rev.1. Mai Demo dort, hoffnungslos übefüllt war, sodas sie, unter Polizei aufsicht Teilweise auf der Straße stattfinden musste.
      Die Intervention  linker Kräften zum 1. Mai, war diesmal eine gelungene Zusammenführung verschiedener linker Ansätze innerhalb der DGB Gewerkschaften.“ München, 3. Mai 2026,  Christiaan
  • Nürnberg
    • Revolutionäre 1. Mai-Demonstration und Straßenfest 2026 in Nürnberg
      Internationalistisches Straßenfest und Revolutionäre 1. Mai Demonstration Nürnberg 2026: „Heraus zum revolutionären 1.Mai! Gegen Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung! Kapitalismus überwinden!“ ist das Motto der diesjährigen revolutionären 1. Mai Demonstration in Nürnberg. Aufruf der organisierten autonomie (OA) Nürnberg zur diesjährigen revolutionären 1. Mai Demonstration. Die Demonstration startet wie gewöhnlich um 11:30 Bauerngasse Ecke Gostenhofer Hauptstraße. Das internationalistische Straßenfest findet im Anschluss an die Demonstration in der Müllnerstraße am Veit-Stoß-Platz statt…“ Aufruf und Infos externer Link
    • Knapp 5.000 Menschen nehmen an revolutionärer 1. Mai Demonstration in Nürnberg teil New
      An der revolutionären 1. Mai-Demonstration in Nürnberg nahmen in diesem Jahr etwa 5.000 Personen und damit über dreimal soviel wie an der Demo des sozialdemokratischen DGB teil. Die Demonstration ist eine Initiative der Nürnberger Ortsgruppe der organisierten autonomie (OA). Die Demo wird von einem Bündnis aus über 30 linken Gruppen, Initiativen und Organisationen getragen und durchgeführt. Unter dem Motto „Gegen Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung! Kapitalismus überwinden!“ traf man sich ab 11:30 Uhr am Petra-Kelly-Platz. Hier sprachen etliche radikal linke Gruppen und Organisationen. Insbesondere den fortlaufenden Vorbereitungen der Bundesregierung Deutschland wieder zu einem auch militärisch ernst zu nehmenden Spieler zu machen wurden immer wieder deutliche Absagen erteilt. Vielfach wurde betont, dass in der Konkurrenz der kapitalistischen Nationalstaaten die Lohnabhängigen nichts zu gewinnen haben, sondern höchstens ihr Leben für den Kampf um Profite und Macht geben sollen, zumindest wenn es nach der Bundesregierung geht. (…) Nach der Demonstration startete gegen 14:30 Uhr das internationalistische Straßenfest in der Müllnerstraße. Dort gibt es wie jedes Jahr für alle Interessierten verschiedenste kulinarische, politische und kulturelle Angebote.“ Pressemitteilung der organisierten autonomie Nürnberg externer Link mit Fotogalerie
  • Stuttgart
    • Aufruf für die revolutionäre 1. Mai Demo in Stuttgart: 1000 Krisen – eine Antwort: Sozialismus! Heraus zum revolutionären 1. Mai 2026!
      Bomben auf Iran, Gaza und Rojava, Krieg in der Ukraine, Wirtschaftskrise, Klimakatastrophe, Rechtsruck, Sozialabbau, Arbeitsverdichtung, Angriff auf den 8-Stunden-Tag, Massenentlassungen bei Bosch und Daimler – Alles kein Zufall, sondern Ausdruck eines Systems, das auf Ausbeutung und Profilmaximierung beruht. Der Kapitalismus hat uns nichts zu bieten, außer Chaos, Krise und Gewalt. Wir sagen: Es ist Zeit für einen neuen Aufbruch. Zeit für eine Perspektive einer befreiten Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg – dafür gehen wir am 1. Mai gemeinsam mit Millionen Menschen weltweit auf die Straße! So wie es ist, darf es nicht bleiben! Während an unseren Interessen und Bedürfnissen gekürzt und gespart wird, was das Zeug hält, fließen Milliarden in die Aufrüstung. Die Zeichen stehen auf Krieg – und unter die Räder kommen wir – die Klasse der Lohnabhängigen. Nicht zur Verteidigung, sondern um deutsche Kapitalinteressen durchzusetzen, sollen wir in zukünftigen Kriegen an die Front geschickt werden. Der Bedeutungsverlust imperialer Machtansprüche soll in letzter Konsequenz mit unserem Blut abgewendet werden. Das Wohlstandsversprechen des Kapitalismus zerfällt und damit die Zustimmung zu den Verhältnissen in der Bevölkerung. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung setzt der Staat zunehmend auf Law and Order – auch mithilfe der Überwachungssoftware Palantir. Ob gegen gewerkschaftliche Organisierung, palästina-solidarische Demonstrationen, Migrant:innen, Antimilitarist:innen, kämpfende Feminist:innen, oder revolutionäre Linke: Das Kapital greift an. Doch wir wehren uns, denn wir wissen: Der Kapitalismus hat uns nichts mehr zu bieten – Her mit dem schönen Leben! (…)
      Freiheit entsteht im Klassenkampf, nicht in Appellen an die, die uns seit Jahrhunderten unterdrücken. Sie entsteht in Streiks, im Widerstand gegen Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung, in der Organisierung und in der Verbindung der einzelnen Kämpfe, die die Perspektive dieser Gesellschaft schon heute sichtbar macht. Deshalb: Am 1. Mai auf die Straßen! Gemeinsam in die revolutionäre Offensive – für den Sozialismus! Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft
      Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist beschlossene Sache: Jugendliche sollen für die Interessen der Herrschenden kämpfen und sterben. Während es an Ausbildungsplätzen, bezahlbarem Wohnraum und einer Perspektive für die Jugend fehlt, lautet die Antwort der Herrschenden: ab in die Schützengräben. Unsere Antwort lautet: Sozialismus – eine Zukunft ohne Krieg und Ausbeutung gibt es nur jenseits dieses Systems
      .“

      • Teil des Bündnisses: Alinteri, Demokratisches kurdisches Gesellschaftszentrum Stuttgart, DKP Stuttgart, Linksjugend [’solid] Stuttgart, Migrantifa Stuttgart, Organisierte Autonomie Stuttgart, Revolutionäre Aktion Stuttgart, SDS Stuttgart, Socialist Youth Movement Stuttgart, Young Struggle
      • Unterstützer*innen: Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region (AABS), Antifaschistische Aktion Stuttgart, AGIF, ATIF, Bündnis gegen Rassismus und imperialistische Kriege, Offenes Treffen gegen Krieg und Militarisierung (OTKM), Palästinakomitee Stuttgart, Queer & Revolutionär, Revolutionäre Zukunft Stuttgart, SKB (Sosyalist Kadınlar Birliği), Sozial.radikal.gegens Kapital, YDG, Zora
      • 1. Mai in Stuttgart: Worum geht es diesmal bei der Mai-Demonstration?
        Es gibt ein wachsendes Bedürfnis nach einer solidarischen Perspektive und einer Welt jenseits von Ausbeutung, sagt Carla Demir. Interview von Hendrik Pachinger in der jungen Welt vom 29.04.2026 externer Link – Carla Demir ist Sprecherin für das »Revolutionäre-1.-Mai-Bündnis« in Stuttgart, die Demo findet unter dem Motto »1.000 Krisen – eine Antwort: Sozialismus!« statt
    • Vielfältig und laut – so liefen die Demos zum Tag der Arbeit in Stuttgart New
      Zum Tag der Arbeit wurde auch in Stuttgart demonstriert. Stellenstreichungen, Sparmaßnahmen und Sozialabbau standen bei den Kundgebungen im Fokus.
      Viele tausend Menschen haben in Stuttgart am Freitag an Kundgebungen und Demonstrationszügen zum 1. Mai teilgenommen. Die Gewerkschaften hatten zu ihrer traditionellen Mai-Kundgebung auf dem Marktplatz aufgerufen. Der Zusammenschluss von Antifa-Gruppen und Organisierter Autonomie traf sich zum „Revolutionären 1. Mai” direkt danach auf dem Kronprinzplatz.
      Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort waren vorher schon bei den Gewerkschaften und bei deren kilometerlangem Zug durch die Innenstadt mitgelaufen. Ihr eigener, etwas kürzerer, dafür lauterer Demo-Zug begann um 13:30 Uhr. Ziel war – mit mehreren Zwischenstationen – um 16:30 Uhr der Südheimer Platz. Der Umzug verlief friedlich. (…) Bei der vor zwei Jahren durch Auseinandersetzungen mit der Polizei überschatteten „revolutionären”, antikapitalistischen und antifaschistischen Mai-Veranstaltung wurden in diesem Jahr die internationale Perspektive sowie Gemeinsamkeit und Solidarität in den Vordergrund gerückt. Dabei wurde die kurdische Perspektive in den aktuellen Konflikten ebenso dargestellt wie eine Grußbotschaft aus dem gerade massiv unter Sanktionen leidenden Kuba vorgelesen. Und immer wieder gegen den Rechtsruck protestiert.
      Eine Sprecherin der Organisierten Autonomie skizzierte die aktuellen sozialen Verwerfungen in einer kapitalistischen Gesellschaft, die nur durch Streiks, Solidarität und Zusammenhalt verändert werden könne. „Kämpfen wir dort, wo das Leben ist”, propagierte sie und forderte, das Leben nicht dem Profit unterzuordnen. Ein Schritt zu Veränderung sei auch die Schaffung solidarischer Netzwerke. Ein solches gibt es beispielsweise in Stuttgart-Ost im selbstverwalteten Stadtteilzentrum Gasparitsch, wo am Freitagnachmittag ein großes Mai-Fest inklusive Stadtteil-Demo gefeiert wurde. Hier wie dort war ein Motto: „Wir sind nicht Volk, wir sind Klasse!”
      “ umfangreicher Bericht von Jürgen Brand vom 1.05.2026 in der stuttgarter-zeitung.de externer Link mit Bildergalerie und einem Video
    • „Die Ansätze von Gegenmacht werden spürbar“ – 2300 Menschen bei Revolutionärer 1. Mai Demo, großes Straßenfest, knapp 200 Personen bei Stadtteildemo New
      „… Diese gemeinsame Perspektive prägte auch den inhaltlichen Verlauf der Demonstration. Sie zog sich durch die Reden ebenso wie durch die Beiträge der Moderation und die Grußworte aus Kuba und Rojava. Feminists4Jina thematisierte die Situation im Iran, die Organisierte Autonomie ging auf den Klassenkampf von oben ein und betonte, dass die Antwort nur im gemeinsamen Kampf von unten liegen kann (siehe Rede unten). Die Revolutionäre Zukunft und die Rote Jugend Stuttgart griffen die Perspektive der Jugend in der Krise auf, eine Mitarbeiterin des Klinikum Stuttgarts ordnete in ihrer Rede den aktuellen Pflegenotstand ein und die Revolutionäre Aktion Stuttgart hob die Aktualität der Revolution hervor.
      Darüber hinaus wurden weitere inhaltliche Akzente gesetzt: Im „Dort kämpfen, wo das Leben ist“-Block der Organisierten Autonomie wurden im Wechsel die Parolen „Gegenmacht aufbauen“ und „Für den Kommunismus“ als große Buchstaben getragen. Beim Grußwort aus Rojava wurden zudem über die gesamte Demonstration hinweg Rojava-Fahnen mit Folien sichtbar gemacht.
      Am Ende der Demonstration entwickelten sich zwei Spontandemonstrationen in unterschiedliche Richtungen: eine zum internationalistischen Straßenfest am Linken Zentrum Lilo Herrmann und eine zur Bahnhaltestelle, von wo aus es weiter zum Straßenfest am Stadtteilzentrum Gasparitsch ging
      …“  Bericht mit Fotos von und bei organisierte autonomie Stuttgart externer Link mit Berichten und Fotos auch von den beiden Festen
    • Größte revolutionäre 1.Mai Demo in Stuttgart mit 2300 Teilnehmenden New
      600 bei Antikapitalistischem Block auf DGB-Demo +++ Polizei hält sich mit Großaufgebot im Hintergrund +++ Pyrotechnik am Rande +++ Solidarität mit Cuba, Rojava und Palästina +++ militante Aktionen im Vorfeld…“ Bericht von RAS bei indymedia externer Link mit Fotogalerie
  • Witten
    • Revolutionäre Vorabenddemo in Witten 2026: Den Zuständen keine Ruhr! Wir bleiben Antifa! Gemeinsam – solidarisch – kämpfend.
      In diesem Jahr findet die traditionelle Vorabenddemo am 30.4.26 nicht wie die letzten 10 Jahre in Bochum statt, sondern in der Nachbarstadt Witten. Die Antifa Witten schreibt: »Wir wollen nicht aufgeben, wir wollen nach vorne kommen. Weiterhin gemeinsam, solidarisch kämpfen! Auch wenn sich jetzt gerade viele ins Private zurückziehen, unpolitisch werden, Angst haben, vor den Rechten einzuknicken, die Augen verschließen, sie gewähren lassen, sagen wir: Wir bleiben Antifa! Ja ja, es ist alles scheiße. Die Nachrichten sind scheiße, die Wahlergebnisse sind scheiße, die Zukunftsprognosen sind scheiße. Man will das alles nicht mehr hören, Gespräche verstummen, wenn es um aktuelle gesellschaftliche Themen geht oder man verfällt in Ironie und Polemik. Es ist zum verzweifeln. Und ja, Verzweiflung und Frust haben ihre Berechtigung und auch dieses Empfinden darf Raum fordern. Was nicht passieren darf, ist, dass wir uns darin verlieren oder gar geschlagen geben…“ Aufruf bei Antifa Witten externer Link zur revolutionären Vorabenddemo am 30. April 2026, 19 Uhr, Witten Hauptbahnhof

      • In Witten läuft gerade die Linksradikale Vorabenddemo zum 1. Mai. Nach ein bisschen Rauch und einem Böller hat die Polizei die Demo gestoppt. Die Stimmung wurde dadurch nicht schlechter.“ Post von Sebastian Weiermann vom 30.4. auf bsky externer Link mit sehenswerten Video
      • 30.04.2026 – Witten – Revolutionäre Vorabenddemo: „Den Zuständen keine Ruhr! Wir bleiben Antifa! Gemeinsam – Solidarisch – Kämpferisch“
        Am Abend des 30.04.2026 sind in nordrhein-westfälischen Stadt Witten über 1.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für solidarische Kämpfe und gegen rechten Vormarsch und den kapitalistischen Normalzustand zu demonstrieren. Die Demonstration richtete sich außerdem gegen die anhaltende staatliche Repression und Überwachung von Antifaschist*innen, den fortschreitenden rechten Vormarsch sowie die Normalisierung rassistischer und menschenfeindlicher Positionen in weiten Teilen von Gesellschaft, Medien und Politik. Lautstark solidarisierten sich die Teilnehmer*innen mit den Opfern rechter Gewalt, forderten die Organisierung eines antifaschistischen SelbstschuKurtzes sowie die Verteidigung des militanten Antifaschismus.
        Anlass für den Protest ist die elfte revolutionäre Vorabenddemonstration. Die „revolutionäre Vorabenddemo“ in Witten ist Teil einer linken, antifaschistischen Demonstrationstradition rund um den 1. Mai. Sie wurde ursprünglich über Jahre in Bochum organisiert und wird nun im Ruhrgebiet weitergeführt. Inhaltlich richtet sie sich gegen Faschismus, Kapitalismus, Ausbeutung, sozialgesellschaftliche Ungleichheit und betont Solidarität, feministische und antirassistische Perspektiven. Ziel dieser Demonstration ist es, Menschen am Vorabend des „Kampftags der Arbeiter*innen“ zu mobilisieren, Kämpfe zu verbinden und kollektiven Widerstand sichtbar zu machen.
        Zu der abendlichen Demonstration unter dem Motto „Den Zuständen keine Ruhr! Wir bleiben Antifa! Gemeinsam – Solidarisch – Kämpferisch!“ hatte unter anderem die Antifa Witten aufgerufen. Unterstützt wurden sie von unzähligen antirassistischen, antifaschistischen und antikapitalistischen Initiativen und Gruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Sie alle rufen dazu auf, für eine solidarische Gesellschaft zu kämpfen und sich dem gesellschaftlichen Rechtsruck entschlossen entgegenzustellen. Die Demonstration verlief friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle
        …“ Bericht und Photogalerie von PM Cheung auf flickr externer Link
    • Vorabenddemo dieses Mal in Witten: Pessimistisch in der Analyse – optimistisch im Willen für eine andere Gesellschaft New
      Nach zehn Jahren ist die inzwischen traditionelle Vorabenddemo vor dem 1. Mai von Bochum nach Witten gewechselt.Die Züge und Straßenbahnen von Bochum nach Witten waren rappelvoll und 1400 Demonstrant:innen zogen lautstark durch die Innenstadt. Mehrere bemerkenswerte Reden sorgten für eine kämpferisch solidarische Stimmung…“ Bericht vom 2.5.26 bei bo-alternativ mit Fotos und Redeskripten externer Link
  • Wuppertal

International

  • Aufruf zum GLOBAL MAY DAY 2026 bei Global May Day externer Link des #GlobalMayDay-Bündnisses mit aktuell 18 internationalen Organisationen / engl. externer Link und deutsch externer Link , dort auch in vielen weiteren Sprachen und die Hauptseite vom Global May Day 2026 externer Link
    • #1world1struggle #GlobalMayDay2026
  • 1 May: Demand the world we deserve!
    engl. Aufruf der UNI externer Link
  • May Day: Fighting Back Means Getting Organised
    engl. Aufruf von PSI externer Link
  • Workers around the world demonstrate on May Day, in photos New
    In ganz Asien begannen die Menschen den 1. Mai mit großen Demonstrationszügen und Protesten, da viele Arbeitnehmer mit steigenden Energiekosten und sinkender Kaufkraft zu kämpfen haben, die mit dem Iran-Krieg zusammenhängen. Der Feiertag, der auch als Internationaler Tag der Arbeit oder Tag der Arbeit bekannt ist, rückt die Kämpfe und Errungenschaften der Arbeitnehmer weltweit in den Mittelpunkt. Tausende gehen von Asien bis Europa und darüber hinaus auf die Straße und fordern einen stärkeren Arbeitsschutz, höhere Löhne und mehr Gleichberechtigung, während sie auf stagnierende Einkommen und steigende Lebenshaltungskosten aufmerksam machen…“ eine von AP-Bildredakteuren zusammengestellte Fotogalerie am 1.5.2026 bei The Canadian Press externer Link
  •  1. Mai-Demonstrationen in Europa: Hunderttausende fordern Frieden und soziale Gerechtigkeit New
    Hunderttausende nahmen an den Kundgebungen zum 1. Mai in ganz Europa teil und forderten eine Agenda für Frieden und soziale Gerechtigkeit als Alternative zu den aktuellen Regierungsplänen. (…)
    In den meisten Ländern der Region fanden Märsche und Demonstrationen statt, wobei die Gewerkschaften betonten, dass der sich verschlechternde Lebensstandard und die Aufrüstung untrennbar miteinander verbunden sind, und auf einer Agenda der Solidarität, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit bestanden. „Die USB erkennt einen direkten Zusammenhang zwischen Krieg und materiellen Lebensbedingungen“, erklärte die italienische Basisgewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB) externer Link und schloss sich damit Äußerungen aus anderen Teilen Europas an. „Ohne einen Bruch mit der Kriegswirtschaft wird es keine wirkliche Verbesserung für die Arbeiter geben.“
    „Wir lassen uns von den großen Klassenkämpfen der Vergangenheit inspirieren und geben ein Versprechen für die Kämpfe der Zukunft ab: alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit die Arbeiterklasse ihrer historischen Mission gerecht wird“, schrieb die griechische All-Workers’ Militant Front (PAME) externer Link . „Um den Kampf zu stärken, mit der Macht des Kapitals zu ringen, ein für alle Mal die Ketten der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu sprengen und den Weg für eine Gesellschaft ohne Armut, Kriege, Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu ebnen.“  (…)
    Die unzureichende Reaktion der Regierung Meloni auf die steigenden Lebenshaltungskosten in Italien und unsichere, ausbeuterische Arbeitsbedingungen stand im Mittelpunkt der Demonstrationen in mehreren Städten, bei denen Basisgewerkschaften und progressive Parteien eine weitaus radikalere Reaktion auf die Krise forderten. Giuliano Granato von der linken Partei Potere al Popolo betonte, dass die Maßnahmen der Regierung weiterhin Arbeitgebern und Großunternehmen zugutekämen, ohne den Arbeitnehmern zusätzlichen Schutz zu bieten. „Es gibt keinen einzigen Euro für jene Arbeitnehmer, die aufgrund steigender Preise – angefangen bei den Kraftstoffpreisen – nun einen noch höheren Preis für die Krise zahlen“, sagte er während der Mobilisierungen. „Die aktuelle Krise zeigt, wie der Energiemarkt zu einem Instrument für den Transfer von Reichtum an eine kleine Elite geworden ist“, erklärte die USB. „ Deshalb setzt sich die USB nachdrücklich für die Verstaatlichung des [Öl- und Gasriesen] ENI und anderer großer Konzerne ein, die von den Preissteigerungen profitieren, um diesen strategischen Sektor wieder unter öffentliche Kontrolle zu bringen.“
    In Belgien marschierten Menschen in mehreren Städten, knüpften an eine Welle kontinuierlicher Mobilisierung an, die seit über einem Jahr andauert, und bekräftigten die Aufrufe zur bevorstehenden landesweiten Mobilisierung am 12. Mai. Über ein Dutzend Demonstrationen fanden als Reaktion auf die Pläne der Regierung statt, das Rentensystem und die Einkommen der Arbeitnehmer in den letzten 16 Monaten anzugreifen…“ engl. Bericht von Ana Vračar vom 1. Mai 2026 bei Peoples Dispatch externer Link mit Fotos
  • Weltweite Maikundgebungen verurteilen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran und setzen sich für die Arbeitnehmer ein New
    „„Die arbeitende Bevölkerung weigert sich, den Preis für Donald Trumps Krieg im Nahen Osten zu zahlen“, erklärte der Europäische Gewerkschaftsbund. (…) Zu den frühesten Maikundgebungen gehörten jene auf den Philippinen, und ein von The Associated Press veröffentlichtes Video externer Link zeigt, wie Demonstranten in der Nähe der US-Botschaft in der Hauptstadt Manila mit der Polizei zusammenstoßen…“ engl. Überblick von Brad Reed vom 1. Mai 2026 auf Common Dreams externer Link
  • Siehe auch die Berichterstattung von LabourStart externer Link
  • Frankreich:
    • Aufruf zum 1. Mai: Brot, Frieden und Freiheit
      Der 1. Mai ist UNSER Tag, der internationale Tag des Kampfes für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der einzige bezahlte Feiertag, der in 163 Ländern weltweit begangen wird. Es war die Mobilisierung, die es uns vor über 100 Jahren ermöglicht hat, ihn zu erringen, und die ihn vor wenigen Tagen bewahrt hat, als die Macron-Anhänger im Bündnis mit der Rechten und der extremen Rechten versuchten, ein Gesetz durchzusetzen, um 1,4 Millionen Arbeitnehmer*innen zu zwingen, an diesem Tag zu arbeiten. Unsere Demonstrationen in diesem Jahr bieten die Gelegenheit, diesen Sieg zu feiern und Politik und Arbeitgeber feierlich zu warnen: Man rührt den 1. Mai nicht an!
      An diesem 1. Mai rufen wir alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazu auf, gegen die hohen Lebenshaltungskosten zu demonstrieren und zu fordern, dass unsere Arbeit angemessen vergütet wird. Während die Energiepreise explodieren, haben unsere Löhne noch immer nicht das Niveau von 2020 erreicht, und die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern sind nach wie vor groß. Gleichzeitig nimmt die Armut unter jungen Menschen stetig zu, die einer regelrechten sozialen Schikane ausgesetzt sind: befristete Verträge, Praktika, Zeitarbeit, Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit…“ franz. Aufruf von Solidaires externer Link, siehe auch den Appel intersyndical externer Link
    • Angriff auf den 1. Mai: Macrons Anhänger intrigieren, um unsere Rechte zu zerstören
      In Anlehnung an einen von LR eingebrachten Text hat Renaissance einen Gesetzentwurf vorgelegt, der darauf abzielt, den Feiertags- und arbeitsfreien Charakter des 1. Mai in Frage zu stellen. Die Partei des Präsidenten hat am frühen Morgen einen Antrag auf Ablehnung ihres eigenen Textes eingereicht. Nicht aus Vernunft, sondern als taktisches Manöver, um die Nationalversammlung daran zu hindern, darüber zu debattieren und abzustimmen. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen der extremen Rechten angenommen. Der 1. Mai ist in Gefahr!
      Nachdem sie uns mit einer ohne Abstimmung verabschiedeten Rentenreform zwei Jahre Arbeit geraubt haben, legen sie am 1. Mai noch einmal nach.
      Der 1. Mai ist ein besonderer Tag: Es ist ein internationaler Feiertag, der weltweit begangen wird. Er geht auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung und die Kämpfe für eine Verkürzung der Arbeitszeit zurück. Im Gegensatz dazu schlägt dieser Text vor, die Arbeitszeit zu verlängern. (…)
      Im Jahr 2025 haben wir durch unsere Streiks und Demonstrationen verhindert, dass uns zwei Feiertage weggenommen wurden. Der 1. Mai ist nicht käuflich! Die Gewerkschaft Solidaires ruft dazu auf, sich an den gemeinsamen Aktionen zur Bekämpfung dieses Gesetzentwurfs zu beteiligen. Lasst uns am 1. Mai 2026 zahlreich auf die Straße gehen, um unseren Feiertag zu verteidigen und Antworten auf die dringenden sozialen Probleme zu erhalten
      .“ franz. Appell von Solidaires vom 10. April 2026 externer Link und die Dokumente zu den Angriffen externer Link (intersyndical)

      • Der 1. Mai steht in Frankreich unter Beschuss: Der ETF-Vorstand bekundet seine Solidarität mit den französischen Gewerkschaften
        Der 1. Mai ist ein hart erkämpftes Symbol für den Kampf der Arbeitnehmer, für Solidarität und kollektive Stärke – ein Tag, der sich seinen Platz in der Geschichte erobert hat, an dem die Arbeit ruht und die Würde bekräftigt wird.
        Heute steht diese Bedeutung in Frankreich unter Beschuss. Auf seiner Sitzung in dieser Woche in Nikosia bekundete der ETF-Vorstand seine Solidarität mit unseren französischen Mitgliedsorganisationen und verpflichtete sich, sie bei der Verteidigung dieses für die Arbeitnehmer*innen so grundlegenden Tages zu unterstützen.
        Der Vorstoß der französischen Regierung, Ausnahmeregelungen auszuweiten, damit mehr nicht systemrelevante Branchen am Internationalen Tag der Arbeit arbeiten dürfen, wird als „freiwillig“ dargestellt und mit höherer Bezahlung incentiviert. Doch diese Darstellung ist schädlich und falsch: In einem ungleichen Machtverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gibt es keine echte Wahlfreiheit. Was als Option dargestellt wird, wird schnell zur Erwartung und dann zur Norm. Dieser Wandel ist aus mehreren Gründen gefährlich: Erstens spaltet er die Arbeitnehmer. Indem die Entscheidung, zu arbeiten oder nicht, individualisiert wird, schwächt dies die kollektive Macht und untergräbt die Solidarität. Zweitens schafft sie einen Präzedenzfall. Die Normalisierung der Arbeit am 1. Mai in einigen Sektoren erzeugt Druck, dies auf andere auszuweiten, wodurch ein künstlicher Mobilitätsbedarf entsteht, der einen umfangreicheren Mindestdienst im öffentlichen Nahverkehr rechtfertigt, und die Vorstellung verstärkt, dass kein Tag wirklich geschützt ist. Drittens untergräbt sie den eigentlichen Zweck des 1. Mai: Erinnerung und Mobilisierung. Dies ist der einzige Tag, an dem sich Arbeitnehmer laut Gesetz versammeln, über vergangene Kämpfe nachdenken und ihre kollektive Stärke demonstrieren können. Eine Verwässerung schwächt sowohl das Gedenken als auch das Handeln.
        Einigen zu erlauben, am 1. Mai zu arbeiten, ist keine neutrale Anpassung. Es ist der Beginn einer umfassenderen Normalisierung, die den Tag seiner Bedeutung völlig zu berauben droht. Der 1. Mai existiert, weil die Arbeitnehmer dafür gekämpft haben. Um ihn zu bewahren, ist dieselbe Wachsamkeit erforderlich. Wir stehen in Solidarität mit den Gewerkschaften in Frankreich, die sich diesen Maßnahmen widersetzen und nicht nur ein Datum verteidigen, sondern die Geschichte und die Rechte, für die es steht.“ engl. Aufruf vom 29. April 2026 von European Transport Workers‘ Federation externer Link (ETF)
    •  1. Mai: Tag der Arbeit oder Tag der Arbeiter? New
      In Frankreich ist der 1. Mai seit langem ein Feiertag, an dem alle Arbeitnehmer ihre Arbeit niederlegen. Ein kürzlich vorgelegter Vorschlag, wonach einige Geschäfte geöffnet bleiben sollten, zwang die Gewerkschaften dazu, dafür einzutreten, dass die französischen Arbeitnehmer den 1. Mai weiterhin als ihren eigenen Feiertag begehen. Seitmehreren Wochen ist der 1. Mai in Frankreich als arbeitsfreier Feiertag für alle Arbeitnehmer umstritten. Nachdem dieser Tag weit über ein Jahrhundert lang im Mittelpunkt des Kalenders der internationalen Arbeiterbewegung stand, bedurfte es einer Initiative der Gewerkschaften, um einen Gesetzentwurf zu verhindern, der Bäckereien, Konditoreien und unabhängigen Floristen erlaubt hätte, an diesem Feiertag geöffnet zu haben.
      Marylise Léon, Vorsitzende des französischen Gewerkschaftsbundes CFDT, wandte sich gegen die Vorstellung, „dass die Menschen immer mehr arbeiten müssen, selbst an jenem Tag, der die von der Arbeiterschaft errungenen Rechte symbolisiert“. Und Sophie Binet, die Vorsitzende des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes (CGT), wies darauf hin, dass das Gesetz, sollte es verabschiedet werden, „dazu führen würde, dass am 1. Mai mindestens 1,4 Millionen Arbeitnehmer mehr arbeiten müssten“. Die Mobilisierung erwies sich als wirksam, und die Regierung von Sébastien Lecornu legte den Gesetzentwurf letztlich nicht vor. Doch die Tatsache, dass dies in Frankreich überhaupt eine so lebhafte Debatte war, sagt viel über die politischen Strömungen im Land aus…“ engl. Artikel von Jean Vigreux vom 1.5.2026 in Jacobin externer Link mit umfangreichen Ausführungen zur Geschichte der Arbeit und des 1.Mai in Frankreich
  • Griechenland New
  • Indien New
  • Irak New
    • Der Internationale Tag der Arbeit im Irak: Ein Feiertag auf der Suche nach seinen Arbeitern
      Während weltweit der 1. Mai als Hommage an die Arbeiterbewegung begangen wird, sehen sich die rund 15 Millionen Arbeitnehmer im Irak mit einem Feiertag konfrontiert, der weitgehend seiner Bedeutung beraubt ist. Daten der Internationalen Arbeitsorganisation zeigen, dass 66,6 % der gesamten Beschäftigung im Land im informellen Sektor stattfindet – Arbeitnehmer arbeiten ohne Verträge, ohne rechtliche Garantien und weitgehend außerhalb der Reichweite des Staates. Die Umstände, die zu dieser Zahl führen, sind auf Baustellen, in Autowaschanlagen und in Fabrikhallen zu beobachten, wo Klagen über mageres Entgelt, mörderische Arbeitszeiten und das fast vollständige Fehlen gesetzlicher Schutzmaßnahmen diesen Feiertag zu einer Erinnerung daran gemacht haben, was irakischen Arbeitnehmern fehlt…“ engl. Artikel vom 02.05.2026 in Shafaq News externer Link mit seltsamen Begriff der Arbeitnehmer:innen, der prekäre ausschließt…
  • IranNew
  • Italien
  • Lateinamerika New
    • Solidarität mit Kuba prägt den 1. Mai in Lateinamerika
      Hohe Lebenshaltungskosten und Solidaritätsaufrufe prägen viele Demonstrationen. Kontroverse um Lohnerhöhungen in Venezuela. Linke Präsidentschaftskandidaten in Kolumbien sprechen auf Kundgebungen…“ Guter Überblick von Thorben Austen am 02.05.2026 in amerika21 externer Link
  • Österreich
    • MAYDAY MAYDAY – Heraus zum 1. Mai!
      Wir sind in ganz Wien unterwegs und werben für die emanzipatorische 1. Mai Demo! Die Zukunft erkämpfen! Heraus zur MayDay!
      ab 15:00 Uhr am Urban-Loritz-Platz und/oder (?) Christian-Broda-Platz
      Aufruf von Mayday Wien (‪@mayday.jetzt) unter: https://mayday.jetzt/index.php/2026/03/23/mayday-2026/ externer Link
    • #mayday #w0105
  • Portugal
  • Schweiz
    •  1. Mai 2026: Jobs und Löhne verteidigen – Nein zur Abschottung!
      Die Chaos-Initiative der SVP, über die wir am 14. Juni abstimmen, ist brandgefährlich für die Arbeitnehmenden in der Schweiz. Eine Annahme würde zur Kündigung der bilateralen Verträge mit der EU führen. Damit wären unsere Arbeitsplätze und Löhne in Gefahr…“ Der Aufruf zum 1. Mai 2026 beim SGB externer Link mit Karte und Material – und auch bei der unia: https://unia.ch/de/aktuell/events/detail/a/24152 externer Link
    • Heraus zum anarchistischen 1. Mai in Zürich: Im Klassenkampf vereint für die revolutionäre Perspektive
      Dieses Jahr rufen wir wieder zu einem anarchistischen Block an der 1. Mai Demo in Zürich auf. 10:00 Ni-una-menos-Platz beim Transpi mit der Aufschrift: «Antinationale Kämpfe verbinden»!
      9:30: Revolutinärer Block – Ni Una Menos Platz
      12:00: Revolutinärer Treff – Kanzlei-Arel
      15:00: Revolutinäre Demo!
      https://wirtrageneurekrisenicht.com/ externer Link
      https://barrikade.info/article/7444 externer Link
      https://barrikade.info/article/7462 externer Link
    • 1.-Mai-Komitee Zürich:  https://www.1mai.ch/info externer Link
  • Spanien
    • CGT 2026: Ni fascismo ni explotación. Frente al odio que divide, solidaridad obrera y unidad anarcosindicalista / Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Arbeitersolidarität und anarchosyndikalistische EinheitAufruf der CGT externer Link (La Confederación General del Trabajo): 1º de Mayo anarcosindicalista frente a la extrema derecha y las guerras del capitalismo. (Der 1. Mai: Anarchosyndikalismus gegen die extreme Rechte und die Kriege des Kapitalismus.)(und die diesjährige Grafik zum Dossier: Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Solidarität unter den Arbeitern und Einheit #anarchosyndikalistisch / Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Arbeitersolidarität und anarchosyndikalistische Einheit)
    • #1deMayo #1mayo
    • Tag der Arbeit: Die Demonstrationen am 1. Mai in Spanien in Bildern New
      „„Rechte statt Gräben. Löhne, Wohnraum und Demokratie“ lautete das Motto der von den Gewerkschaften organisierten Demonstrationen, die durch die Straßen von rund 80 Städten zogen…“ kommentierte 21 Fotos am 01. Mai 2026 in El País online externer Link
  • Türkei
    • ‪1. Mai 2026 – Plakat und Erklärung der KESK externer Link
    • Plakat und Erklärung von DİSK, KESK, TMMOB und TTB externer Link zum 1. Mai
    • 1. Mai 2026 Taksim-Initiative: „Wir haben dem Gouverneursamt von Istanbul mitgeteilt, dass wir am 1. Mai in Taksim sein werden“
      Anlässlich des 50. Jahrestags des Einmarsches der türkischen Arbeiterklasse auf den Taksim-Platz im Jahr 1976, um dort ihre erste öffentliche Feier abzuhalten; aus Verantwortung gegenüber denen, die wir 1977, 1989 und 1996 verloren haben; und in Erinnerung an die militanten Kämpfe, mit denen wir in den 2000er Jahren die Verbote der Regierung zerschlagen haben, sowie an die Taksim-Kundgebungen mit Rekordbeteiligung.“
      Die Diskussionen und Vorbereitungen für den 1. Mai haben in diesem Jahr früh begonnen. Nachdem die kollektive Initiative, die das Organisationskomitee für den 1. Mai 2025 auf dem Taksim-Platz ins Leben gerufen hatte, im vergangenen Jahr die Haltung der Regierung, den Taksim-Platz als Versammlungsort für den 1. Mai zu verbieten, als inakzeptabel bezeichnet hatte, ist sie in diesem Jahr mit einer breiteren Beteiligung und einem detaillierten Vorbereitungsplan an die Arbeit gegangen.
      Die als „kämpferische Gewerkschaften“ bekannten Gewerkschaften, zu denen sowohl Gewerkschaften gehören, die Mitglieder von Gewerkschaftsverbänden sind, als auch unabhängige Gewerkschaften, sowie sozialistische Organisationen und Jugendorganisationen, die ihre Entschlossenheit in Taksim bekundeten, haben nach den im März begonnenen Gesprächen eine Erklärung mit dem Titel „Am 1. Mai stehen wir Schulter an Schulter in Taksim“ veröffentlichten und die „1. Mai 2026 Taksim-Initiative“ ins Leben riefen.
      Die Initiative hat zudem ein Organisationskomitee gebildet und gestern (7. April) in Begleitung von Rechtsanwälten dem Gouverneursamt von Istanbul mitgeteilt, dass sie am 1. Mai auf dem Taksim-Platz sein werden…“ https://sendika.org/2026/04/1-mayis-2026-taksim-inisiyatifi-istanbul-valiligine-1-mayista-taksimde-olacagimizi-bildirdik-745590 externer Link
    • Journalistengewerkschaft (‪@tgs.org.tr): Im Geiste der Solidarität des 1. Mai und im Zeichen des Aufrufs zur Freiheit vom 3. Mai betonen wir erneut: „Journalismus ist kein Verbrechen“
      Der Vorstand der Türkischen Journalistengewerkschaft (TGS) trat in Adana zusammen. Der Vorstand, der sich mit dem Internationalen Tag der Einheit, des Kampfes und der Solidarität am 1. Mai sowie dem Weltpressefreiheitstag am 3. Mai befasste, hat die Arbeitsbedingungen der Journalisten in der Türkei, den aktuellen Stand der Pressefreiheit und die strukturellen Probleme, mit denen der Journalistenberuf konfrontiert ist, umfassend bewertet.
      Zu den journalistischen Aktivitäten, die in der Türkei seit vielen Jahren kriminalisiert werden, ist eine neue Form des Angriffs hinzugekommen: „Die öffentliche Verbreitung von Informationen, die die Öffentlichkeit irreführen“! Mit dieser Anschuldigung nimmt der Druck auf Journalisten weiter zu und erreicht eine neue Dimension. Nachrichten, die gemäß den Regeln des Berufsstandes überprüft wurden – ja sogar solche, deren Richtigkeit gerichtlich bestätigt wurde –, werden von anderen Gerichten und Staatsanwälten als Straftat eingestuft.
      Artikel 217/A des Türkischen Strafgesetzbuches (TCK): „Wer allein in der Absicht, in der Bevölkerung Unruhe, Angst oder Panik zu schüren, eine der inneren und äußeren Sicherheit, der öffentlichen Ordnung und der allgemeinen Gesundheit des Landes widersprechende Falschinformation in einer Weise öffentlich verbreitet, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu drei Jahren bestraft“, doch bei den jüngsten Verhaftungen von Journalisten wurde keines dieser Delikte begangen. Unter diesem Vorwurf wurden nun auch Gewerkschafter und Bürger, die sich für ihre Rechte einsetzen, festgenommen. Artikel 217/A, der zu einer Bestimmung geworden ist, auf deren Grundlage Staatsanwälte und Richter willkürliche Entscheidungen treffen, muss unverzüglich aus dem Türkischen Strafgesetzbuch gestrichen werden; inhaftierte Journalisten, Gewerkschafter und Bürger müssen freigelassen werden.
      Kurz vor dem 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, belegt die Türkei im weltweiten Ranking der Pressefreiheit unter 180 Ländern den 159. Platz. Dieser Schandfleck muss endlich beseitigt werden, und der Druck auf die Presse- und Meinungsfreiheit muss ein Ende finden.
      Der Sektor Presse, Medien und Journalismus gehört zu den Branchen mit der niedrigsten Gewerkschaftsmitgliedschaft. Die Hindernisse für die Vereinigungsfreiheit stehen dem Wunsch der Journalisten nach einer sicheren und gewerkschaftlich organisierten Arbeitswelt im Wege. Bei der Zeitung Hürriyet, in der wir uns 2019 organisiert haben, und bei Halk TV, wo wir uns 2021 organisiert haben, laufen unsere Verfahren zur Feststellung der Gewerkschaftsvertretung noch immer. Obwohl die Gerichte die von unserer Gewerkschaft errungene Mehrheit anerkannt und dokumentiert haben, können die Journalisten ihre gewerkschaftlichen Rechte aufgrund der Einsprüche der Arbeitgeber, die darauf abzielen, das Verfahren in die Länge zu ziehen, nicht wahrnehmen.
      Das Ministerium für Arbeit und Soziales beobachtet diese Entwicklungen lediglich. In einer Zeit, in der die Armut unter Journalisten von Tag zu Tag zunimmt, ist das Recht auf gewerkschaftliche Organisation ein unverzichtbares Recht. …
      Der 1. Mai, der Internationale Tag der Einheit, des Kampfes und der Solidarität, ist der einzige Feiertag, den die Arbeiterklasse weltweit begeht. Auch Journalisten, die ein untrennbarer Bestandteil der Arbeiterklasse sind, werden in allen Provinzen der Türkei, allen voran in Istanbul, auf die Straße gehen, um die Beseitigung der Hindernisse für die Vereinigungsfreiheit, ein Ende der prekären Arbeitsverhältnisse, faire Löhne und Pressefreiheit zu fordern. Er wird sowohl seine eigenen Forderungen lautstark verkünden als auch die Forderungen all seiner Arbeiterkollegen der Welt mitteilen…“ Abschlusserklärung des TGS-Vorstands vom 10.4.2026 externer Link
    • #1Mayıs2026
    • #1MayıstaTaksimdeyiz
    • KON-MED zum 1. Mai: Für Frieden, Freiheit und demokratische Gesellschaft 
      Der kurdische Dachverband KON-MED ruft zum 1. Mai zu internationaler Solidarität auf. Im Zentrum stehen Kritik an Krieg, sozialer Ungleichheit und Repression sowie Forderungen nach Frieden und einer demokratischen Lösung der kurdischen Frage…“ Aufruf am 28. April 2026 bei ANF externer Link
    • Hausdurchsuchungen in Istanbul vor dem 1. Mai: Zahlreiche Festnahmen
      Im Vorfeld des 1. Mai kam es in Istanbul zu zahlreichen Hausdurchsuchungen. Die Staatsanwaltschaft Istanbul teilte in einer Erklärung zu den Hausdurchsuchungen mit, dass gegen 62 Personen Haftbefehle erlassen worden seien und 39 von ihnen festgenommen worden seien…“ türk. Meldung vom 28. April 2026 von Sendika externer Link, siehe auch:

      • „… Derweil trifft eine Repressionswelle im Vorfeld des diesjährigen 1. Mai Sozialisten und Gewerkschafter in Istanbul. Am frühen Dienstag morgen stürmten Polizisten Dutzende Wohnungen. Auch die Redaktionen der linken Zeitungen Özgür Gelecek und Yeni Demokrasi wurden verwüstet. Die Generalstaatsanwaltschaft gab an, Haftbefehle gegen 62 Personen erlassen zu haben, von denen 39 vollstreckt wurden. Unter den Festgenommenen sind Führungskräfte der Tourismusgewerkschaft sowie von mehreren zum marxistischen Flügel der prokurdischen Dem-Partei zählenden Mitgliedsorganisationen wie der Sozialistische Partei der Unterdrückten (ESP), außerdem von Jugend- und Studentenvereinigungen. Es lägen Informationen vor, »wonach sie Aktionen durchführen könnten«, heißt es von der Staatsanwaltschaft, die eine 24stündige Geheimhaltung über die Ermittlungen verhängte und damit auch die anwaltliche Vertretung beschränkte. Anderen Inhaftierten wurden vermeintliche Delikte am 1. Mai vergangenen Jahres vorgeworfen. Mit unrechtmäßigen Razzien und präventiven Gewahrsannahmen werde versucht, »die Feier des 1. Mais, die Organisierung der Arbeiter, die Berichterstattung über staatlich verursachte Menschenrechtsverletzungen zu verhindern«, erklärte der Menschenrechtsverein IHD am Dienstag.
        Am Montag waren bereit fast 50 Gewerkschafter und Sozialisten von der Polizei eingekesselt und vorübergehend festgenommen worden, als sie mit Nelken in den Händen auf dem Istanbuler Taksim-Platz der dort 1977 Getöteten gedenken wollten. Damals waren 37 Teilnehmer einer Maikundgebung bei einem Massaker der staatlichen »Konterguerilla« ums Leben gekommen. Seitdem blieb der für die Arbeiterbewegung der Türkei symbolische Taksim fast durchgehend für Maikundgebungen gesperrt. Anhänger revolutionärer Organisationen versuchen dennoch alljährlich, das von Tausenden Polizisten durchgesetzte Verbot zu durchbrechen, während große Gewerkschaftsbünde dazu aufrufen, weit entfernt in Kadıköy auf der asiatischen Seite der Bosporusmetropole zu demonstrieren.“ Aus dem Artikel von Nick Brauns in der jungen Welt vom  29.4.2026 externer Link: Bergarbeiter sind nicht allein. Türkei: Polizeirepression gegen Kumpel im Hungerstreik für ausstehende Löhne. Festnahmen von Sozialisten im Vorfeld des 1. Mai
    • Die türkische Polizei setzt Tränengas ein und nimmt bei den Maikundgebungen in Istanbul Hunderte fest New
      Die türkische Polizei setzte am Freitag Tränengas ein und nahm Hunderte von Menschen fest, die in Istanbul an Maikundgebungen teilnahmen, während sich landesweit Tausende versammelten.
      In einer Erklärung des Büros des Gouverneurs von Istanbul hieß es, die Polizei habe bis 18:00 Uhr (15:00 Uhr GMT) 575 Personen festgenommen und bezeichnete diese als Personen, die sich den Sicherheitsanordnungen widersetzt hätten. Zuvor hatte der Anwaltsverband CHD mitgeteilt, dass die Polizei bis zum Nachmittag in Istanbul mindestens 550 Personen festgenommen habe; dort feuerte die Polizei, wie AFP-Journalisten beobachteten, aus Einsatzfahrzeugen Tränengas in die Menge. Zahlreiche Polizisten, viele davon in Kampfausrüstung, hatten Metallbarrikaden errichtet, um den Zugang zu den zentralen Stadtvierteln Istanbuls zu versperren, darunter auch zum Taksim-Platz, wo sich häufig Menschen versammeln. Bilder, die auf dem oppositionellen Sender HALK TV ausgestrahlt wurden, zeigten zudem den Vorsitzenden der Türkischen Arbeiterpartei, Erkan Bas, der von Pfefferspray eingehüllt war. „Die Machthaber kommen bereits 365 Tage im Jahr zu Wort, also lassen wir die Arbeiter wenigstens an einem Tag im Jahr über die Nöte sprechen, mit denen sie zu kämpfen haben“, sagte er. (…) Ein Gewerkschaftsvertreter, Basaran Aksu, wurde festgenommen, kurz nachdem er die Abriegelung des Taksim-Platzes angeprangert hatte. „Man kann den Arbeitnehmern in der Türkei keinen Platz verbieten“, sagte er. „Jeder nutzt den Taksim-Platz – für offizielle Feierlichkeiten, für Feste. Nur den Arbeitern, den Angestellten und den Armen bleibt der Platz verschlossen.“ (…) AFP beobachtete, wie mehrere Demonstranten zu Boden geworfen wurden.
      Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen hatten zu den Demonstrationen am 1. Mai unter dem Motto „Brot. Frieden. Freiheit“ aufgerufen. Während die Inflationsrate in der Türkei offiziell bei 30 Prozent liegt, liegt sie nach unabhängigen Schätzungen eher bei 40 Prozent.
      In Ankara wurden etwa 100 Bergleute, die neun Tage lang im Hungerstreik gestanden hatten, um ausstehende Löhne einzufordern, mit Beifall empfangen, als sie sich dem 1.-Mai-Umzug anschlossen
      …“ engl. AFP-Bericht vom 01.05.2026 externer Link – siehe auch:
    • Tausende, die sich den Willen von Taksim zu eigen machten, versammelten sich auf dem Platz: 576 Personen wurden festgenommen New
      Am 1. Mai in Istanbul versammelten sich Tausende Menschen in Mecidiyeköy, um ihre Verbundenheit mit Taksim zu bekunden. Unter den 576 Festgenommenen befanden sich die Vorsitzende der Halkevleri, Nebiye Merttürk, die stellvertretende Vorsitzende der Halkevleri, Evrim Çakır, der Organisationsfachmann der Unabhängigen Bergarbeitergewerkschaft (Bağımsız Maden-İş), Başaran Aksu, der stellvertretende Vorsitzende der TİP, Doğan Ergün, der Vorsitzende der Revolutionspartei (Devrim Partisi), Erçin Fırat, sowie zahlreiche Führungskräfte von Vereinen, Gewerkschaften und Parteien.
      Auf Aufruf der „1. Mai Taksim-Initiative“ sowie zahlreicher politischer Parteien, demokratischer Massenorganisationen und Gewerkschaften versammelten sich Tausende in Mecidiyeköy, um am 1. Mai nach Taksim zu marschieren. Die Tausenden bekräftigten, dass der Taksim-Platz der historische Ort des 1. Mai sei, und erklärten, dass sie sich von den Verboten nicht abschrecken lassen würden. Fast 576 Personen wurden festgenommen. Tausende Menschen versammelten sich, um gegen die Festnahmen und die Abriegelung der Plätze durch die Polizei zu protestieren. Die Polizei konnte die Versammlung derjenigen, die ihren Willen in Taksim zum Ausdruck brachten, nicht verhindern
      …“ türk. Bericht vom 1. Mai 2026 bei Sendika externer Link
    • Am 1. Mai in Taksim wurde das Verbot missachtet, der Widerstand Tausender durchbrach die Absperrung  New
      Auf Aufruf der „1. Mai Taksim-Initiative“, der „Arbeiter- und Arbeitnehmervereinigung“ sowie zahlreicher politischer Parteien, demokratischer Massenorganisationen und Gewerkschaften strömten Tausende zum Taksim-Platz, dem traditionellen Ort des 1. Mai. Die in Mecidiyeköy Versammelten bekräftigten trotz Verboten, Absperrungen und Polizeiterror, dass der Taksim-Platz der historische Ort des 1. Mai sei, und wichen den Angriffen keinen Schritt zurück…“ Fotogalerie vom 1. Mai 2026 bei Sendika externer Link
    • 1. Mai in den einzelnen Provinzen: Tausende füllten die Plätze – gegen Krieg, Faschismus und Armut New
      kommentierte Fotogalerie am 1. Mai 2026 bei Sendika externer Link und Der 1. Mai in Ankara in Bildern am 1. Mai 2026 bei Sendika externer Link
    • 14 Personen, die bei Hausdurchsuchungen im Vorfeld des 1. Mai in Istanbul festgenommen worden waren, wurden inhaftiert New
      türk. Bericht vom 1. Mai 2026 bei Sendika externer Link
  • Uruguay
    • #1DeMayo #PITCNT #CMN  #120añoscentrodemaquinistasnavales
  • USA
    • May Day Strong: No Work, No School, No Shopping
      USA: May Day Strong: No Work, No School, No ShoppingMassenhafte Nichtkooperation erfordert Koordination, Vorbereitung und beharrliches Engagement. Wir alle müssen mitmachen, mit unseren Nachbarn sprechen, Beziehungen aufbauen und uns organisieren. Und dann, ab einem bestimmten Punkt, wird sie real und stark genug, um einen massiven Wandel herbeizuführen.  Nichtkooperation ist im Prinzip ganz einfach: Wir verweigern unsere Arbeitskraft, unser Geld und unsere Mitwirkung. Wir machen nicht mit. Am 1. Mai (Internationaler Tag der Arbeit) sieht das so aus:
      – Keine Arbeit
      – Keine Schule
      – Kein Einkaufen
      Es wird Kundgebungen und Demonstrationen geben, unter anderem gemeinsam mit unseren Partnern in San Jose, sowie weitere friedliche Aktionen. Auch wenn ihr nicht auf die Straße gehen könnt, könnt ihr euch trotzdem beteiligen: Bleibt zu Hause, geht nicht zur Arbeit, geht nicht einkaufen. Das Ziel ist es, den Schwerpunkt von der Mobilisierung auf die Organisation zu verlagern, damit wir bereit sind, zu reagieren, wenn es darauf ankommt: auf die Aktivitäten der ICE in unseren Gemeinden, auf Angriffe auf Wahlen und auf die anhaltende Machtkonsolidierung durch das Trump-Regime und seine Verbündeten
      …“ Aufruf von Indivisible Project externer Link (engl., maschinenübersetzt). Siehe auch
    • US-Aktivisten planen einen wirtschaftlichen Blackout zum 1. Mai: ‚Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen‘
      Es wird mit mehr als 3.000 Aktionen gerechnet, da Gewerkschaften und Gruppen ihre Proteste ausweiten, die durch das harte Vorgehen der ICE in Minnesota ausgelöst wurden
      Gewerkschaften, demokratische Organisationen und Bürgerinitiativen organisieren in diesem Jahr einen wirtschaftlichen Blackout zum 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit, inspiriert durch den wirtschaftlichen Blackout in Minnesota während der groß angelegten ICE-Razzia in diesem Bundesstaat. In den gesamten USA sind Veranstaltungen unter dem Motto „May Day Strong“ geplant, bei denen die Organisatoren dazu aufrufen: „Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen“ – aus Protest gegen die Politik der Regierung, die ihrer Meinung nach die Interessen der Milliardäre über die der Arbeitnehmer stellt.
      Neidi Dominguez, Gründungsgeschäftsführerin von „Organized Power in Numbers“ und Aktivistin, erklärte, dass sich die Zahl der 1. Mai-Veranstaltungen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt habe. „Letztes Jahr gab es landesweit etwa 1.300 Aktionen zum 1. Mai. Dieses Jahr rechnen wir mit mehr als 3.000“, sagte Dominguez. „Minneapolis hat uns in Echtzeit den größten Anstoß dazu gegeben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis wir massive Störaktionen wie in anderen Ländern durchführen können, wo die Menschen in Generalstreiks treten und ihr Land lahmlegen können, aber ich glaube, wir kommen dem Bewusstsein der Menschen für ihre eigene Macht als Arbeitnehmer immer näher.“. (…)
      Sie sagte, die Aktionen in diesem Jahr seien ein Schritt hin zum Aufbau einer größeren Bewegung. „Wir versuchen wirklich, die Menschen zu mobilisieren, damit sie erkennen, dass die Macht, die wir gemeinsam haben, um wirtschaftliche Umwälzungen herbeizuführen, genau die Macht ist, die wir in diesem Moment brauchen, um nicht nur uns selbst, sondern auch die Demokratie zu verteidigen“, fügte sie hinzu. Dominguez wies darauf hin, dass sich mehrere Städte, darunter Los Angeles und Chicago, auf stadtweite wirtschaftliche Ausfälle vorbereiten.
      In Chicago haben mehrere lokale Gewerkschaften und Bürgerinitiativen, darunter die Chicago Teachers Union, SEIU Healthcare Illinois & Indiana, Indivisible Chicago und die Chicago Federation of Labor, gemeinsam angekündigt, am 1. Mai einen wirtschaftlichen Stillstand in Chicago zu organisieren. „Der 1. Mai muss in dieser Zeit an Bedeutung gewinnen“, sagte Stacy Davis Gates, Vorsitzende der Chicago Teachers Union und der Illinois Federation of Teachers. Die Gewerkschaften haben den für den 1. Mai geplanten wirtschaftlichen Streik unterstützt. „Es geht darum, eine breitere Einheitsfront aufzubauen.“ (…)
      In Los Angeles organisiert die LA May Day-Koalition, die aus mehr als 50 lokalen Organisationen besteht, einen wirtschaftlichen Blackout rund um zahlreiche Forderungen, darunter Einwanderungsrechte, Wahlrecht, die Abschaffung der ICE, Antikriegsproteste und die Verteidigung der Arbeitnehmerrechte
      …“ engl. Artikel von Michael Sainato vom 28. April 2026 in The Guardian externer Link (maschinenübersetzt)
    • 1. Mai: Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen planen einen landesweiten „wirtschaftlichen Blackout“ gegen Milliardäre und autoritäre Tendenzen
      Niemand sonst wird kommen, um uns zu retten. Es ist unsere Welt, für die wir kämpfen werden. Und der 1. Mai ist der Tag, den wir für diesen Kampf festgelegt haben.“
      Inspiriert vom Massenstreik im Januar gegen den Terror der ICE in Minnesota organisiert eine breite Koalition aus Gewerkschaften, demokratischen Organisationen und Bürgerinitiativen am Freitag, dem 1. Mai, dem Internationalen Tag der Arbeit, einen landesweiten wirtschaftlichen Blackout. „In den gesamten USA sind ‚May Day Strong‘-Veranstaltungen geplant“, berichtet Michael Sainato in The Guardian, „wobei die Organisatoren zu ‚keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen‘ aufrufen, um gegen die Politik der Regierung zu protestieren, die ihrer Meinung nach die Bedürfnisse der Milliardäre über die der Arbeitnehmer stellt.“
      In dieser Folge von Working People sprechen wir mit einer Gruppe von Gästen, die alle an der Organisation der Mai-Veranstaltungen in dieser Woche beteiligt sind – von Philadelphia über Chicago bis nach Iowa. Zu den Diskussionsteilnehmern gehören: Jana Korn, die derzeit als Stabschefin des Philadelphia Council AFL-CIO tätig ist und außerdem im Vorstand von Philadelphia Jobs with Justice sitzt; Jeff Kurtz, ein pensionierter Lokführer und Gewerkschaftsfunktionär, der auch als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Iowa tätig war; sowie John Emiliano, ein Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Organisator in Chicago beim Tahanan Center und bei Tanggol Migrante, einem Basisnetzwerk zur Verteidigung philippinischer Migranten.“ engl. Podcast von Maximillian Alvarez am 29. April 2026 in The Real News externer Link Audio Datei (maschinenübersetzt)
    • Organisator von „No Kings“: Für den 1. Mai ist ein landesweiter Generalstreik geplant
      Keine Arbeit, keine Schule, kein Einkaufen. Wir werden dort erscheinen und deutlich machen, dass uns die Arbeiter wichtiger sind als Milliardäre und Könige.“
      Ezra Levin, Mitbegründer von Indivisible, erklärte am Samstag, dass für den 1. Mai ein landesweiter Generalstreik geplant sei, der sich an dem Aktionstag orientieren werde, den die Einwohner von Minnesota im Januar gegen die Brutalität der Bundesbeamten der Einwanderungsbehörde organisiert externer Link hatten. Bei seinem Auftritt auf der großen „No Kings“-Kundgebung in Minneapolis lobte Levin die Stärke, die die Demonstranten in Minnesota angesichts der Belagerung ihrer Stadt durch die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in diesem Jahr bewiesen hatten, und erklärte, seine Organisation wolle dies landesweit nachahmen. „Die nächste große landesweite Aktion dieser Bewegung wird nicht einfach nur eine weitere Demonstration sein“, sagte Levin. „Es handelt sich um eine taktische Eskalation … Es ist eine wirtschaftliche Machtdemonstrat ion, inspiriert von Minnesotas eigenem Tag der Wahrheit und des Handelns.“ Levin erläuterte daraufhin, was die Veranstaltung beinhalten würde. „Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sagen wir: ‚Kein Business as usual‘“, sagte er. „Keine Arbeit, keine Schule, kein Einkaufen. Wir werden auf die Straße gehen und deutlich machen, dass uns die Arbeitnehmer wichtiger sind als Milliardäre und Könige.“ (…) In einem am Samstag veröffentlichten Interview externer Link mit Payday Report erklärte Leah Greenberg, Mitbegründerin von Indivisible, das Ziel der landesweiten Streikaktion sei es, „eine klare Botschaft zu senden: Wir fordern eine Regierung, die in unsere Gemeinden investiert, und keine, die Milliardäre bereichert, endlose Kriege schürt oder maskierte Agenten einsetzt, um unsere Nachbarn einzuschüchtern.“…“ engl. Artikel von Brad Reed vom  externer Link (maschinenübersetzt)
    • This May Day, It’s Workers Over Billionaires
      On May 1, 2026, workers, students, and families rally, march, and take action across the country to demand a nation that puts workers over billionaires, with many refusing business as usual through No School. No Work. No Shopping…“ https://maydaystrong.org/ externer Link
    • https://www.peoplesworld.org/article/next-up-after-no-kings-a-may-day-general-strike/ externer Link
    • https://www.socialistalternative.org/2026/02/26/the-case-for-a-nationwide-general-strike-on-may-1/ externer Link
    • https://maydaystrong.org/ externer Link
    • Siehe auch unser Dossier: Von #NotMyPresident bis #HandsOff: Es gibt ihn, den Widerstand gegen den Trump-Musk-Putsch in den USA
    • Tausende Menschen in den USA beteiligen sich an der 1.-Mai-Demonstration unter dem Motto „Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen“ und am wirtschaftlichen Blackout New
      Streiks, Demonstrationszüge und andere Versammlungen im Rahmen der landesweiten „May Day Strong“-Demonstrationen
      Tausende haben sich anlässlich des Internationalen Tags der Arbeit einem wirtschaftlichen Blackout angeschlossen, der Teil von 3.500 „May Day Strong“-Veranstaltungen im ganzen Land ist. Die Organisatoren haben dazu aufgerufen: „Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen“ – begleitet von Arbeitsniederlegungen, Märschen, Straßenfesten und Demonstrationen vor Einrichtungen wie der New Yorker Börse.
      Am Freitagnachmittag ketteten sich Demonstranten der von Jugendlichen geführten „Sunrise Movement“ in Manhattan an die Fassade der Börse, während andere die Ausgänge des Gebäudes blockierten. Etwa 100 weitere Demonstranten schlossen sich ihnen an, bevor sie etwa eine Stunde später festgenommen und abgeführt wurden. Eine kleine Menschenmenge blieb zurück, spielte Musik und skandierte: „Besteuert die Reichen!“
      Demonstranten von „Sunrise“ führten auch in anderen Städten Demonstrationen an, die mit Festnahmen endeten. In Portland besetzten sie die Lobby eines Hilton-Hotels, in dem angeblich Beamte des Ministeriums für Innere Sicherheit (DHS) untergebracht waren, und in Minneapolis wurden sechs „Sunrise“-Demonstranten festgenommen, weil sie eine Brücke blockiert hatten.
      Unterdessen wurden mehrere Vertreter der Stadtverwaltung von San Francisco während einer Protestaktion am internationalen Flughafen von San Francisco festgenommen, die zur Unterstützung der Gewerkschaft der Flughafenmitarbeiter stattfand, die wegen der Löhne und der Präsenz der ICE an Flughäfen Streikposten standen. (…)
      Heute Vormittag marschierte eine Gruppe von Amazon-Beschäftigten, Gewerkschaftsmitgliedern der Teamsters und lokalen Politikern von der Hauptfiliale der New Yorker öffentlichen Bibliothek zu den nahegelegenen Unternehmensbüros von Amazon, um zu fordern, dass das Unternehmen seine Verträge mit der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und dem Heimatschutzministerium (DHS) kündigt.
      In der Hauptstadt der Vereinigten Staaten blockierten Demonstranten der Organisation Free DC Kreuzungen in der ganzen Stadt und hielten selbstgemachte Transparente mit Aufschriften wie „Arbeiter vor Milliardären“ und „Gesundheitsversorgung statt Krieg“ hoch. Beschäftigte im Gesundheitswesen, die der Gewerkschaft Service Employees International Union (SEIU) in Chicago angehören, marschierten zu einem Amazon-Lagerhaus und trugen dabei ein riesiges Plakat mit dem Kopf des Firmenchefs Jeff Bezos. Eine Gruppe von Demonstranten in Memphis, Tennessee, blockierte den Eingang zum xAI-Rechenzentrum von Elon Musk, indem sie sich auf die Straße legten. (…) Leah Greenberg von Indivisible, einer der wichtigsten Organisationen hinter „No Kings“, bezeichnete den wirtschaftlichen Blackout am 1. Mai als „Strukturtest“ für die Bewegung.
      „Wir rufen die Menschen dazu auf, einen Schritt weiter zu gehen und ihre Macht in allen Bereichen ihres Lebens stärker geltend zu machen – als Arbeitnehmer, als Studierende, als Mitglieder lokaler Organisationszentren“, sagte sie. „Das ist wichtig, da es die Kraft für eine stärkere Nichtkooperation stärkt.“ Auch Lehrer und Schüler im ganzen Land gingen mit gutem Beispiel voran. (…)
      Den Organisatoren zufolge soll der Aktionstag als Schritt hin zu einem Generalstreik dienen, der durch den Taft-Hartley-Act von 1946 praktisch verboten wurde und seitdem in den USA nicht mehr stattgefunden hat. Als Umgehungslösung hat Shawn Fain, Präsident der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW), die Gewerkschaften dazu aufgerufen, auf einen Generalstreik am 1. Mai 2028 hinzuarbeiten, indem bestehende Tarifverträge gleichzeitig auslaufen
      .“ engl. Artikel von Lex McMenamin vom 1. Mai 2026 in The Guardian online externer Link mit Bildergalerie
    • Hunderttausende demonstrieren am 1. Mai im Rahmen des Boykotts unter dem Motto „Arbeiter vor Milliardären“ – Schulen in fünf Bundesstaaten bleiben geschlossen, während die NEA die größte Mobilisierung der Arbeiterbewegung seit einem Jahrzehnt anführt New
      Hunderttausende Lehrer, Pflegekräfte, Fast-Food-Beschäftigte, Studenten und Gewerkschaftsaktivisten strömten am Freitag in die Straßen von mehr als 1.000 amerikanischen Städten und machten die Maifeierlichkeiten 2026 zur größten eintägigen Mobilisierung der Arbeiterschaft, die das Land seit mehr als einem Jahrzehnt erlebt hat. Unter dem Motto „Workers Over Billionaires“ (Arbeiter vor Milliardären) richten sich die Demonstrationen laut den Organisatoren direkt gegen die Trump-Regierung und gegen den, wie sie es bezeichnen, unkontrollierten Einfluss einer kleinen Gruppe ultrareicher Spender auf die Bundespolitik.
      Fast 500 Organisationen – angeführt von der National Education Association, der Service Employees International Union, der AFL-CIO und der von Jugendlichen geführten Sunrise Movement – koordinierten mehr als 3.000 einzelne Veranstaltungen. Schulbezirke in Georgia, Illinois, North Carolina, Oregon und Wisconsin sagten den Unterricht komplett ab, nachdem der Personalmangel ein kritisches Ausmaß erreicht hatte; darunter auch das gesamte Schulnetzwerk von Charlotte-Mecklenburg, wo die Schulleitung erklärte, es sei nicht mehr sicher, die Schulen bei so vielen abwesenden Lehrkräften weiter zu betreiben.
      Ein wirtschaftlicher Blackout, der sich gegen Washington richtet
      Die diesjährigen Mai-Demonstrationen gehen weit über die traditionellen Kundgebungen hinaus. Die Organisatoren rufen die Amerikaner dazu auf, der Arbeit fernzubleiben, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken und den ganzen Tag lang keine Ausgaben zu tätigen – eine Taktik, die aus dem internationalen Generalstreik-Handbuch übernommen und als „wirtschaftlicher Blackout“ umbenannt wurde. (…) Nach Angaben der „Sunrise Movement“ hatten bis zum Mittag mehr als 100.000 Schüler und Studenten den Unterricht verlassen, wobei die größten Menschenansammlungen an Hochschulen in Kalifornien, New York, Massachusetts und Michigan zu verzeichnen waren. In Chicago schlossen sich Mitglieder der Chicago Teachers Union den Schülern der CPS bei einer Kundgebung im Union Park an, an der nach Schätzungen der Organisatoren 40.000 Menschen teilnahmen, bevor sie in den Loop strömten. (…)
      Auch im Ausland demonstrierten US-Bürger aus Solidarität. Das US-Generalkonsulat in Florenz, Italien, gab eine Demonstrationswarnung heraus, in der darauf hingewiesen wurde, dass zwischen 10:00 Uhr und 12:30 Uhr Ortszeit mehrere hundert Demonstranten vor dem Gebäude erwartet würden. Ähnliche Kundgebungen fanden vor den US-Botschaften in London, Berlin, Mexiko-Stadt und Seoul statt.
      Das Weiße Haus wehrt sich
      Die Trump-Regierung beeilte sich, die Demonstrationen als koordinierten politischen Schachzug abzutun, der von dem, was Pressesprecherin Karoline Leavitt als „dieselbe extrem linke Maschinerie, die seit 2024 jede wichtige Wahl verloren hat“ bezeichnete, inszeniert worden sei. Leavitt erklärte Reportern bei der täglichen Pressekonferenz, der Präsident „respektiere das Recht auf friedliche Versammlung“, argumentierte jedoch, dass die zugrunde liegende wirtschaftliche Botschaft das, was sie als rekordverdächtige Schaffung von Arbeitsplätzen im privaten Sektor im ersten Quartal 2026 bezeichnete, außer Acht lasse. (…)
      Den Veranstaltern zufolge ist der Freitag nur der Auftakt. Die AFL-CIO hat für den 14. Mai einen weiteren Lobbytag unter dem Motto „Workers Over Billionaires“ in Washington angesetzt, an dem Gewerkschaftsführer direkt mit Vertretern des Repräsentantenhauses und des Senats zusammentreffen wollen, um für ein umfassendes Gesetz zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte zu werben. Die NEA hat angekündigt, noch in diesem Monat eine landesweite Abstimmung ihrer Delegierten darüber abzuhalten, ob im September ein eintägiger Unterrichtsstreik genehmigt werden soll, falls der Kongress ihren Kernforderungen nicht nachkommt
      …“ engl. Artikel von Derek Johnson vom 1. Mai 2026 in USA Herald online externer Link
    • „Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen“: Arbeiter und Migranten führen Tausende bei den 1.-Mai-Demonstrationen an New
      Während sich Arbeitnehmer weltweit versammeln, um den 1. Mai, den Internationalen Tag der Arbeit, zu begehen, sprechen wir mit Organisatoren in Los Angeles und Chicago. Die Koalition „May Day Strong“ hier in den Vereinigten Staaten gibt an, dass landesweit 3.000 Proteste und Veranstaltungen geplant sind, wobei die Organisatoren dazu aufrufen: „Keine Schule, keine Arbeit, kein Einkaufen.“
      Die größte Mai-Demonstration in Los Angeles ist im MacArthur Park geplant. Pedro Trujillo, der Koordinator der Los Angeles May Day Coalition, sagt, dass die Anwesenheit von Einwanderungsbeamten mit SWAT-Ausrüstung und gepanzerten Fahrzeugen im MacArthur Park im Juli den Grundstein für eine hohe Beteiligung am 1. Mai gelegt habe. „Deshalb sehen wir, dass sich eine so starke Koalition bildet – über 120 Organisationen und Gewerkschaften hier in Los Angeles unterstützen diesen Marsch. Wir haben seit sehr langer Zeit kein solches Maß an Unterstützung und Engagement mehr gesehen“, sagt Trujillo.
      „Wir bilden gerade eine Koalition, um uns gegen die Tyrannei der Milliardäre zu wehren“, fügt Stacy Davis Gates hinzu, Vorsitzende der Chicago Teachers Union und Vorsitzende der Illinois Federation of Teachers. „Die Milliardäre haben einen Präsidenten ins Amt gebracht, um die Demokratie zu zerstören, einen rechtsgerichteten Kongress, der das überwacht, und einen rechtsgerichteten Obersten Gerichtshof, der uns daran hindert, etwas dagegen zu unternehmen
      …“ (engl.) Vorspann zum Interview von AMY GOODMAN vom 1. Mai 2026 bei Democracy Now! externer Link mit Video und Transcript
    • Latinos in den USA mobilisieren zum 1. Mai New
      Netzwerke wie CHIRLA, Movimiento Cosecha und United We Dream koordinieren Aktionen in mehreren Städten. Themen sind Arbeit, Migration und soziale Rechte
      Washington. Zum 1. Mai haben in den USA Latino-Organisationen zu Demonstrationen und Veranstaltungen mobilisiert. Beteiligt waren die „Coalition for Humane Immigrant Rights“ in Los Angeles, „Movimiento Cosecha“ in Städten wie New York und Boston, „United We Dream“ in landesweiten Hochschul- und Jugendnetzwerken, „Voces de la Frontera“ in Milwaukee und Madison sowie CASA im Großraum Washington D.C. Sie bilden das Rückgrat breit angelegter Bündnisse, die Arbeitskämpfe, Migrationspolitik und soziale Rechte miteinander verbinden. In diesem Jahr begehen in den USA so viele Aktivist:innen, Gewerkschafter:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen den 1. Mai wie lange nicht mehr. Der internationale Kampftag der Arbeiter:innenbewegung, in den Vereinigten Staaten historisch randständig, erfährt eine Wiederbelebung. (…) Heute zeigt sich eine enge Verzahnung mit Gewerkschaften und progressiven Nichtregierungsorganisationen. Der Kampftag der Beschäftigten gewinnt in den USA als gesamtgesellschaftlicher Protesttag an Bedeutung. Dabei spielt „Mi Familia Vota“ (meine Familie wählt), eine landesweit aktive Organisation mit Schwerpunkten in den Bundesstaaten Arizona, Nevada und Kalifornien, eine Rolle. Mit Wählerregistrierung und politischer Bildungsarbeit soll der Brückenschlag zwischen Straßenmobilisierung und institutioneller Politik erfolgen
      …“ Beitrag von Max Böhnel vom 02.05.2026 bei amerika21 externer Link
    • Siehe auch: Amazon unterstützt mit AWS die ICE – dagegen und die Arbeitsbedingungen wurde am 1. Mai in New York City, Chicago, Missouri, Seattle und Philadelphia protestiert

Siehe (zuletzt) im LabourNet Germany:

(Das Bild zum Dossier in diesem Jahr ist das Plakat zum 1. Mai 2026 von der CGT Spanien: Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Solidarität unter den Arbeitern und Einheit #anarchosyndikalistisch / Weder Faschismus noch Ausbeutung. Gegen den Hass, der spaltet: Arbeitersolidarität und anarchosyndikalistische Einheit)

 

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=235147
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