„Zukunftswerk Osnabrück“: Öffis statt Panzer – für eine zivile Zukunft am VW-Standort Osnabrück!

Dossier

Kampagnenseite von Robin Wood: Öffis statt Panzer – für eine zivile Zukunft am VW-Standort Osnabrück!In Osnabrück fertigen etwa 2.300 Beschäftigte am Volkswagen-Standort Autos. Doch die Produktion ist nur noch bis 2027 gesichert – was danach kommt, ist bisher offen. Im Gespräch ist, das Werk anschließend für die Rüstungsproduktion zu nutzen. Vor allem Rheinmetall ist offenbar interessiert an einer Werksübernahme. Damit steht Osnabrück stellvertretend für zwei allgemeine Trends: Erstens die Sorge der Beschäftigten in der kriselnden Autoindustrie um ihre Arbeitsplätze, zweitens die Zunahme von militärischer Produktion. Aktive von ROBIN WOOD haben deshalb in Osnabrück bereits ein Zeichen gesetzt. Mit einer Kletteraktion forderten sie: Öffis statt Panzer – Jobs nicht auf Krieg aufbauen! Denn ROBIN WOOD setzt sich dafür ein, den Standort Osnabrück zu erhalten und für eine sozial-ökologische Mobilitätswende zu nutzen…“ Die Kampagnenseite von Robin Wood externer Link und nun auch das Aktionsnetzwerk „Zukunftswerk Osnabrück“ externer Link – siehe mehr Infos und Hintergründe:

  • Kunstaktion als „politisch motivierte Straftat“: Staatsanwaltschaft veranlasst Hausdurchsuchung im Umfeld von „Rausmetall“ und „Zukunftswerk Osnabrück“ New
    • Ist Pistorius jetzt auch ein »Pimmel«?
      Staatsanwaltschaft veranlasst Hausdurchsuchung, da Verdächtige Verteidigungsminister »als perversen kriegstreibenden Politiker darstellen wollten«
      „Nach einer Protestaktion gegen die mögliche militärische Nutzung des Volkswagen-Werks in Osnabrück hat der polizeiliche Staatsschutz am Mittwoch ein Wohnprojekt in der Gemeinde Bissendorf im Landkreis Osnabrück durchsucht. Dabei wurden nach Polizeiangaben Kleidung und ein Laptop sichergestellt.
      Hintergrund der Maßnahme ist eine Aktion vom Januar: Gegner*innen der fortschreitenden Militarisierung des Automobilkonzerns hatten eine Skulptur im Fluss Hase mit einem Dildo sowie einer Maske versehen, die das Gesicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zeigt. Die Justiz bewertet dies als strafbare Beleidigung und ermittelt nach Paragraf 188 Strafgesetzbuch, der die Beleidigung von Politiker*innen und Amtspersonen besonders bestraft. Zu den Vorwürfen zählen außerdem üble Nachrede und Verleumdung.
      Franziska F. und Ruben G. seien »verdächtig, gemeinschaftlich handelnd« ein Floß entwendet zu haben, heißt es im Durchsuchungsbeschluss des Amtgerichts Osnabrück. Und weiter: »Mit diesem Floß begaben sie sich sodann flussabwärts zur in der Hase befindlichen Skulptur Fountain of wishes und brachten dort einen pinken übergroßen Phallus sowie über das Gesicht ein Foto von Boris Pistorius an.« An einer Brücke seien zudem ein Schild »Der kriegsgeile Pistorius« und »ein Banner mit einer gemalten Kriegsszene« angebracht worden
      …“ Interview von Hanna Poddig vom 16.04.2026 in ND online externer Link mit Fotos der Aktion, siehe dazu:
    • Staatsschutz durchsucht Mehrfamilienhaus im Landkreis Osnabrück
      Ermittler des Staatsschutzes haben am Mittwoch ein Mehrfamilienhaus in Bissendorf (Landkreis Osnabrück) durchsucht. Grund sind nach Angaben der Polizei Osnabrück laufende Ermittlungen gegen einen 29-jährigen Mann und eine 31-jährige Frau. Die Beschuldigten sollen der Polizei zufolge dem Umfeld einer politisch motivierten Gruppe aus der linken Szene zugeordnet werden, die unter den Bezeichnungen „Rausmetall“ und „Zukunftswerk“ aktiv ist. Konkret wird ihnen vorgeworfen, beteiligt gewesen zu sein, als die Skulptur „Fountain of Wishes“ – besser bekannt als Manneken Pis – in der Hase in der Osnabrücker Innenstadt im vergangenen Januar beschädigt wurde. Der Figur war ein Penis angeschnallt und eine Maske von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) aufgesetzt worden. Außerdem sollen sie an politischen Schmierereien im Bereich des Heger Tors beteiligt gewesen sein. Die Verdächtigen waren während der Durchsuchung nicht anwesend, die Polizei sicherte Beweismittel, darunter einen Laptop…“ NDR-Meldung vom 16.04.2026 externer Link
    • Osnabrück/Bissendorf: Durchsuchungen im Zusammenhang mit politisch motivierten Straftaten – „Rausmetall“ und „Zukunftswerk Osnabrück“ im Fokus
      Am Mittwochmorgen durchsuchten Ermittler des Staatsschutzes ein Mehrfamilienhaus in Bissendorf. Grundlage der Maßnahme war ein Beschluss des Amtsgerichts Osnabrück. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verleumdung und Beleidigung sowie der Sachbeschädigung. Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen einen 29-jährigen Mann und eine 31 Jahre alte Frau. Die Beschuldigten werden dem Umfeld einer politisch motivierten Gruppierung zugeordnet, die unter der Bezeichnung „Rausmetall“ und Zukunftswerk Osnabrück“ auftritt und im Raum Osnabrück aktiv ist. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, am 16.01.2026 an einer Sachbeschädigung an der Bronzeskulptur „Fountain of Wishes“ in der Hase beteiligt gewesen zu sein. Darüber hinaus stehen Farbschmierereien im Bereich des Heger Tors im Fokus der Ermittlungen. Im Rahmen der Durchsuchung stellten die Ermittler des Staatsschutzes der Osnabrücker Polizei diverse Beweismittel, darunter die Täterbekleidung und ein Laptop sicher…“ Meldung der Polizeiinspektion Osnabrück vom 15. April 2026 externer Link
  • Für eine sozial-ökologische Konversion bei VW Osnabrück: Plakate von Zukunftswerk in Osnabrück und Protestaktion von ROBIN WOOD am Landtag in Hannover
    • Protestaktion am Landtag in Hannover: Für eine sozial-ökologische Konversion bei VW Osnabrück
      Die niedersächsische Landesregierung soll sich für einen sozialen und umweltverträglichen Umbau des VW-Werks in Osnabrück einsetzen. Das fordern ROBIN WOOD-Aktive heute mit einer Banneraktion vor dem Haupteingang des niedersächsischen Landtags in Hannover. Kletter*innen spannten vor dem Haupteingang zwischen Laternenmasten ein Banner mit der Aufschrift: „Osnabrück kann Verkehrswende – Übernehmt Verantwortung!“ Weitere Plakate trugen Botschaften wie „Öffis statt Panzer“ sowie Appelle an Ministerpräsidenten Olaf Lies, seine Stimmberechtigung im Aufsichtsrat verantwortungsbewusst zu nutzen. ROBIN WOOD wandte sich zudem auch per Brief an Olaf Lies, Julia Willie Hamburg sowie den Wirtschaftsausschuss des Landtags mit Forderungen und einem Gesprächsangebot. (…) „Wir fordern heute, dass die Landesregierung nicht weiter zusieht, wie Arbeitsplätze in der Autoindustrie ersatzlos verloren gehen oder in die Hände von Rüstungskonzernen wandern. Ministerpräsident Olaf Lies und Kultusministerin Julia Willie Hamburg tragen als Mitglieder des VW-Aufsichtsrats Verantwortung für die Zukunft des VW-Standorts Osnabrück. Sie müssen sich jetzt für einen sozial-ökologischen Umbau der Autoindustrie stark machen!“, sagt ROBIN WOOD-Mobilitätsreferentin Annika Fuchs. Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern. (…) „VW und die niedersächsische Landesregierung setzen auf die Rüstungsindustrie. Die Zukunft auf Krieg aufzubauen, steigert die Profite der Rüstungsunternehmen, schafft aber keine sicheren Arbeitsplätze und schadet dem Klimaschutz! Wir erinnern die Landesregierung angesichts der eskalierenden Klimakrise an ihre Verantwortung“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Krischan Müller und fordert: „Werden Sie jetzt aktiv und machen Sie Osnabrück nicht zum Rüstungsstandort, sondern zum Pilotprojekt einer sozial-ökologischen Mobilitätswende!Pressemitteilung von Robin Wood vom 30. März 2026 externer Link
    • Spektakuläre Aktion gegen Rüstungskonversion des VW-Werks Osnabrück: Plakate von Zukunftswerk: „Umstellung auf Rüstung bietet keine Garantie für Arbeitsplätze“
      Eine Osnabrücker Gruppierung, die in der letzten Zeit durch ihr Engagement gegen eine Umwandlung des VW-Werks in eine Rüstungsfabrik aufgefallen ist, ist das im Sommer letzten Jahres gegründete Zukunftswerk. Als eine Vereinigung von Einzelpersonen, aber auch Gruppen wie den Fridays for Future, Robin Wood, Likos oder Ofri, sieht das Zukunftswerk sich als Vorkämpfer für eine zivile Zukunft der Osnabrücker Industrie. Eine aufsehenerregende Idee der Gruppe ist die teilweise Verhängung des Heger Tors mit einem gelben Plakat, zuletzt am 24. März.
      Die Nachricht, dass Rheinmetall nunmehr sein Desinteresse an der Übernahme des Werks bekundet hat, bedeutet nicht, dass der Kampf um eine zivile Nutzung vorbei ist. Rüstungsfirmen wie die deutsch-französische KNDS, die beispielsweise das Straßenbahn- und Waggonwerk von Alstom in Görlitz übernommen hat, sind ebenfalls an Osnabrück interessiert, auch wenn sie teils nur verschwindend geringe Zahlen an Jobs bieten. Auch ihnen galt die symbolische Blockade von Tor 2, ebenfalls am 24. März. Aktivisten versahen einen Lieferwagen mit bemalten Plakaten, die ihn wie einen Bus aussehen ließen – einen Bus, wie er anstelle von Rüstungsgütern im Werk produziert werden könnte, und parkten ihn quer über die Zufahrt des Tors 2. (…)
      Bei der symbolischen Blockade von Tor 2 am vergangenen Dienstag wurde allerdings zu Schichtwechsel klar: Das Niveau des Desinteresses der Osnabrücker ArbeiterInnen auf dem Nachhauseweg war kaum zu übertreffen. Dem Zukunftswerk wird die Überzeugungsarbeit so schnell nicht ausgehen.
      Weitere Bilder von den Aktionen des Zukunftswerks gibt es in meinem Blog externer Link.“ Artikel von Toni Theilmeier vom 29. März 2026 in der Osnabrücker Rundschau online externer Link
  • Aufrüstung um jeden Preis: „Orte der Aufrüstung“ und das Zukunftswerk Osnabrück als konkreter Kampf
    Dieser Beitrag erschien in der März-Ausgabe des IMI-Magazins Ausdruck, in dem u.a. die Beiträge des letzten IMI-Kongresses „Militärrepublik verweigern!“ enthalten sind…“ Beitrag von Tobi Rosswog am 24. März 2026 bei IMI externer Link
  • VW in Osnabrück: Vom Cabrio zum Armee-Pick-up zur Raketenabwehr? Nach Gerüchten über KNDS angebliche Verhandlungen mit dem israelischen Rafael-Konzern
    • Raketenabwehr aus Osnabrück: Volkswagen verhandelt laut Medienbericht mit dem israelischem Rafael-Konzern über Rüstungskooperation. IG Metall laviert, Basis ruft zu Widerstand auf
      Heute noch Volkswagen. Demnächst vielleicht Volkswaffen? Europas führender Autobauer erwägt laut einem Medienbericht den Einstieg in die Produktion von Komponenten für den israelischen Raketenschirm »Iron Dome«. Entsprechende Verhandlungen zwischen der VW-Konzernspitze und dem Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defence Systems seien im Gange, schrieb am Mittwoch die britische Financial Times (FT) unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Im Fokus steht dabei das von Schließung bedrohte Werk in Osnabrück, das planmäßig bis Mitte 2027 die Fertigung des Modells T-Roc Cabrio einstellen wird. Das Management sucht schon länger nach einer »Zukunftsperspektive«, während 2.300 Beschäftigte um ihre Jobs bangen.
      Womöglich arbeiten sie bald in der Kriegsindustrie. Die Umstellung auf eine militärische Nutzung der Anlage erfordere vergleichsweise wenige Investitionen und sei innerhalb von zwölf bis 18 Monaten möglich, heißt es in dem FT-Beitrag. Voraussetzung sei allerdings, dass die Belegschaft grünes Licht für das Vorhaben gibt. Es wäre eine Zäsur. Deshalb wird beschwichtigt: So sollen in Osnabrück ausdrücklich keine Raketen hergestellt werden, weil Waffenproduktion laut VW-Statuten ein »Tabu« darstellt. Statt dessen begehrt Rafael Trägerfahrzeuge, Startvorrichtungen und Stromgeneratoren, die die Wolfsburger offenbar sehr wohl bereit sind, zu liefern. Motto: Geschosse nein, Abschussrampen ja.
      »So zu tun, als sei das keine richtige Rüstung, ist Augenwischerei«, meint Lotte Herzberg von der Initiative Friedenswerk Osnabrück. »Profit kennt keine Moral. Die VW-Bosse nehmen sich alles, was sie kriegen können«, beklagte sie gegenüber junge Welt: »Internationale Rüstungsindustrie aus der Friedensstadt Osnabrück – das ist ein vollständiger ideeller Ausverkauf. Es wird höchste Zeit, dass die Kolleginnen und Kollegen bei VW zusammen mit der Stadtgesellschaft auf die Straße gehen!« Dass die Industriegewerkschaft Metall (IGM) »keine klare Kante gegen Kriegswirtschaft zeigt«, nennt die Aktivistin »bedauerlich«. Die IGM-Führung laviert. Eine Stellungnahme zum möglichen Rafael-Deal wollte der Vorstand zunächst nicht abgeben. Dafür schickte die Pressestelle eine Mitteilung voller Phrasen: »An Gerüchten und Spekulationen« beteilige man sich nicht, entscheidend sei, »dass tragfähige industrielle Perspektiven für das Werk entstehen«…“ Artikel von Ralf Wurzbacher in der jungen Welt vom 26.03.2026 externer Link
    • Laut der „Financial Times“ führt Volkswagen Gespräche mit dem israelischen Hersteller des „Iron Dome“ über einen Vertrag, der die Produktion in einem ihrer Werke von Autos auf Raketenabwehr umstellen würde. Die deutsche Regierung unterstützt diesen Vorschlag aktiv.“ engl. Post von Human Rights Index vom 24.3.26 auf bsky externer Link
    • Rüstungsproduktion bei VW in Osnabrück: Vom Cabrio zum Armee-Pick-up
      Im VW-Werk Osnabrück endet 2027 die Cabrio-Produktion. Der Konzern prüft neue Perspektiven: Militärfahrzeuge und Kooperationen mit der Rüstungsindustrie. (…) In der Belegschaft sorgt die Ungewissheit für Kritik. Die Spekulationen über mögliche Militär‑ oder Rüstungsproduktion setzten die Beschäftigten unter Druck, sagte Stephan Soldanski, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Osnabrück, im Dezember der Deutschen Presse-Agentur. Auf der Betriebsversammlung habe Soldanski aber laut Aktionsnetzwerk die Beschäftigten dazu angehalten, sich nicht an antimilitaristischen Aktionen zu beteiligen. Er habe dazu aufgerufen, auf keinen Fall mit Ak­ti­vis­t:in­nen oder der Presse zu sprechen und behauptet, solche „Störfeuer“ seien schädlich im Kampf um zukünftige Arbeitsplätze, schreibt das Aktionsnetzwerk. Eine taz-Anfrage dazu ließ Soldanski unbeantwortet…“ Artikel von Robert Matthies vom 23.3.2026 in der taz online externer Link
    •  Siehe aktuelle auch die Unterschriftensammlung von IG Metall-Kolleg*innen, Vertrauensleuten und Betriebsratsmitgliedern aus verschiedenen VW-Werken: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft! – unter den Erstunterzeichner*Innen niemand aus dem Volkswagen-Werk Osnabrück
  • VW-Betriebsratsvorsitzende ist offen für Rüstung im Werk Osnabrück und muss flexibel bleiben: Rheinmetall winkt ab, der niederländische Rüstungskonzern KNDS zeigt Interesse
    • Volkspanzer von VW? Hauptsache Arbeitsplätze! (Quelle: Rausmetall - Keine Kriegsfabrik in Osnabrück auch auch nirgendwo anders)Rüstungskonzern KNDS könnte bei VW in Osnabrück einsteigen
      Der niederländische Rüstungskonzern KNDS zeigt nach Informationen des NDR Niedersachsen Interesse am VW-Werk in Osnabrück. Offiziell bestätigt ist das bislang nicht.
      Aus VW-Unternehmenskreisen erfuhr der NDR aber, dass seit Längerem Gespräche über den Einstieg des Rüstungskonzerns beim Osnabrücker Autobauer laufen. Demnach könnte sich KNDS in Teilen des Werks einmieten und dort möglicherweise Transportpanzer produzieren
      …“ Meldung vom 16.03.2026 im NDR externer Link
    • Rheinmetall schließt Übernahme von VW-Werk Osnabrück aus
      Der Rüstungskonzern Rheinmetall will das VW-Werk in Osnabrück nicht übernehmen. Damit scheidet der bisher wichtigste Interessent aus. Die Perspektive für den Standort Osnabrück ist ungewiss.
      Ein Rheinmetall-Sprecher sagte am Donnerstag, eine Übernahme des Werkes in Osnabrück sei unter den gegebenen Voraussetzungen kein Thema für den Konzern. Bereits am Mittwoch hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger auf einer Pressekonferenz des DAX-Konzerns diese Entscheidung angedeutet. Der Standort war für die Produktion von sechsrädrigen Radpanzern im Gespräch. „Hier werden jedoch aktuell keine weiteren Kapazitäten benötigt“, so der Sprecher. Es gebe eher eine erhöhte Nachfrage nach achträdrigen Radpanzern. Deshalb weite Rheinmetall nun seine Kapazitäten in Kassel aus, heißt es von dem Rüstungskonzern
      …“ Meldung vom 16.03.2026 im NDR externer Link
    • Volkswagen: Betriebsratsvorsitzende auf Abwegen
      „Der Porsche-Piëch-Clan „liebäugelt“ mit der Rüstungsindustrie. Das Management von Volkswagen überlegt auftragsgemäß, im Werk in Osnabrück künftig Militärfahrzeuge zu bauen – auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht darin eine Option, um das Werk zu sichern.
      Rüstung sichert gar nix – außer Profite des Porsche-Piëch-Clan.
      Bei solcher Produktion besitzt VW eine unrühmliche, aber sehr lange Tradition. (…) Volkswagen ist einst für die NS-Ideologie der Volks- und Betriebsgemeinschaft, für Rüstung und Kriegsvorbereitung geschaffen worden. Der Kriegsverbrecher und SS-Oberführer Ferdinand Porsche und sein Schwiegersohn Anton Piëch, NSDAP-Mitglied, waren verantwortlich für die mörderische Ausbeutung zehntausender Kriegsgefangener und KZ-Sklaven. Auch zur Begrenzung der Macht der Konzerne wurden die Artikel 14/15 ins Grundgesetz aufgenommen, wurde die Mitbestimmung in vielen Gesetzen verankert – besonders stark bei Volkswagen im VW-Gesetz. (…)In der Satzung der IG Metall heißt es: Sie bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Sicherung und den Ausbau des sozialen Rechtsstaates und die weitere Demokratisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung und den Schutz der natürlichen Umwelt zur Sicherung der Existenz der Menschheit ein. … Demokratisierung der Wirtschaft unter Fernhaltung von neofaschistischen, militaristischen und reaktionären Elementen. (…) Im August 2025 erklärte ein Sprecher des Konzernbetriebsrats noch, dass ein Einstieg in die Produktion von Kriegswaffen oder Kampfmitteln aus Sicht der Arbeitnehmervertretung keine Option sei. … „Das hat nicht nur unternehmensstrategische und technologische Gründe, sondern nicht zuletzt auch ethische vor dem Hintergrund der Volkswagen-Unternehmensgeschichte.“ (WAZ, 19.8.2025) Jetzt werden durch den Porsche-Piëch-Clan Autofabriken geschlossen (unter anderem in Dresden, Brüssel und Nanjing) und neue Geldanlagen in der Rüstungsindustrie gesucht (…) Über die Betriebsversammlung im Osnabrücker Werk am 5.3.2026 berichtet die Osnabrücker Zeitung unter anderem so: Betriebsrat und Gewerkschaft sind „nicht unbedingt scharf darauf“, in Osnabrück Rüstungsgüter zu produzieren, wie Soldanski sagt. Aber wenn es das Angebot gäbe und die Arbeitsplätze damit gesichert wären, würden die Arbeitnehmervertreter sofort einschlagen. Die Kritik von Pazifisten, die Friedensstadt dürfe sich der Rüstungsproduktion nicht öffnen, teilen die Arbeitnehmervertreter ausdrücklich nicht. Für sie hat die Sicherung der Arbeitsplätze Priorität. (…) In der Satzung der IG Metall heißt es: Sie bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Sicherung und den Ausbau des sozialen Rechtsstaates und die weitere Demokratisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung und den Schutz der natürlichen Umwelt zur Sicherung der Existenz der Menschheit ein. … Demokratisierung der Wirtschaft unter Fernhaltung von neofaschistischen, militaristischen und reaktionären Elementen…“
      Beitrag von Stephan Krull vom 7. März 2026 auf seiner Homepage externer Link , siehe auch:

      • VW-Betriebsratschefin ist offen für Rüstungsprojekte
        VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo schließt einen Einstieg des Autobauers in Rüstungsprojekte nicht aus. Das könne vor allem eine Perspektive für das Osnabrücker Werk sein, für das bisher Anschlussaufträge fehlen. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, um den Standort Osnabrück zukunftsfest aufzustellen“, sagte Cavallo der Nachrichtenagentur dpa. Rüstung sei dort eine Option. Deutschland und Europa müssten unabhängiger werden im Bereich Verteidigung. „Die Welt hat sich stark verändert. Deshalb ist es wichtig, dass Europa dort ein Gegengewicht aufbaut“, so Cavallo. Die Betriebsratschefin wies darauf hin, dass die Konzerntochter MAN bereits seit Jahren in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall Militärlastwagen baut…“ Meldung vom 06.03.2026 im NDR externer Link
    • Zukunft für VW-Werk Osnabrück schon festgelegt auf reine Waffenschmiede
      Nach Informationen aus der Belegschaft hat der Betriebsrat von VW Osnabrück auf der Betriebsversammlung am Donnerstag den vollständigen und langfristigen Werksumbau auf Rüstung angekündigt. Betriebsratsvorsitzender Placke sagt: „Das wird nicht nur ein kurzer Ausflug in die Rüstungsproduktion“…“ Meldung von Zukunftswerk Osnabrueck vom 13. März 2026 externer Link
  • Zukunftswerk im Gespräch mit Gewerkschaften: Für solidarische Lösungen und zivile Perspektiven am VW-Standort Osnabrück  Sechs Aktivist*innen des Zukunftswerks Osnabrück – darunter mehrere langjährige und erfahrene Gewerkschafter*innen – besuchten am Mittwochvormittag, 18.02., die Verwaltungsstelle der IG Metall Osnabrück zu einem kollegialen Austausch. Ziel war es, die Gewerkschaft an ihren umfassenden gesellschaftlichen Auftrag zu erinnern: Gewerkschaft heißt, sich einzumischen – für Frieden, gute Löhne und Solidarität statt Panzer, Profite und Patriotismus.
    Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Osnabrück, Stephan Soldanski, stellte sich für ein knapp fünfzehnminütiges Gespräch im Flur der Verwaltungsstelle zur Verfügung. Er erläuterte, die IG Metall Osnabrück engagiere sich in enger Abstimmung mit der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt gemeinsam mit dem Betriebsrat für den Erhalt der Arbeitsplätze. Angesichts der Konzernstrukturen sei dies jedoch schwierig, da grundlegende Entscheidungen letztlich in Wolfsburg getroffen würden. Zugleich habe er den Eindruck, dass die Belegschaft Vertrauen in diesen Kurs habe.
    Der antimilitaristische Auftrag der IG-Metall-Satzung sei ihm bekannt, erklärte Soldanski weiter. Eine Umstellung auf zivile Produktion – etwa Bus- oder Bahnproduktion – halte er derzeit jedoch nicht für eine realistische Perspektive. Es brauche Entscheidungen jetzt und nicht erst in zehn Jahren. Laufende Verhandlungen dürften deshalb nicht durch spektakuläre Aktionen gestört werden. Eine Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Kräften zur Auslotung möglicher Alternativen zur Rüstungsproduktion sehe die IG Metall Osnabrück aktuell nicht vor. (…)
    Im Anschluss besuchten drei Aktivist*innen die Bezirksverwaltung von ver.di sowie den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Osnabrück im DGB-Haus, um das Zukunftswerk persönlich vorzustellen und Möglichkeiten solidarischer Kooperation für eine nachhaltige sozial-ökologische Zukunft des VW-Werks zu besprechen. In zwei kollegialen Gesprächen in angenehmer Atmosphäre wurden Ideen, Kontakte und Perspektiven ausgetauscht und vereinbart, zum Thema im Austausch zu bleiben. Während dieser Gespräche verteilten weitere Aktivist*innen vor dem DGB-Haus Flugblätter an interessierte Passant*innen sowie Gewerkschaftskolleg*innen, die Termine bei ihren Gewerkschaften wahrnahmen. Darin wurde für die Idee geworben, dass Gewerkschaft bedeutet, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Perspektiven für sichere Arbeitsplätze in ziviler Produktion zu entwickeln.
    Insgesamt ziehen die Aktivist*innen des Zukunftswerks Osnabrück ein positives Fazit des Vormittags…“ Bericht vom 18. Februar 2026 von und bei Zukunftswerk Osnabrueck externer Link mit einigen Fotos·
  • „Rüstung ist ja nicht gleich Rüstung“: Erster Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück erklärt, warum er jede Form von Krieg ablehnt und dennoch Rüstungsindustrie will…
    • Erster Bevollmächtigter Soldanski im Interview: Rüstungsproduktion bei VW Osnabrück? Warum das für einen IG-Metaller kein Widerspruch wäre
      Stephan Soldanski, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück, bezeichnet sich selbst als Pazifisten. Dennoch wäre eine Rüstungsproduktion bei VW Osnabrück, beispielsweise durch Rheinmetall, für ihn mit seiner Einstellung vereinbar. Wie geht das?…Interview von Nina Kallmeier vom 13.12.2025 in Hannoversche Allgemeine online externer Link – hinter paywall, siehe daher:
    • Aus dem Interview: „… Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich natürlich gerne etwas fertigen, das nachhaltig ist und vielleicht auch etwas mit Mobilität zu tun hat. Die Illusion aber zu haben, dass wir hier in Osnabrück als IG Metall aussuchen können, haben wir nicht. (…) Viele Industrieunternehmen bauen Arbeitsplätze ab oder verlagern sie. Zusammen mit den Vertrauensleuten und dem Betriebsrat kämpfen wir dafür, unsere Industriearbeitsplätze zu erhalten. Und Rüstung ist ja nicht gleich Rüstung…“ und dazu:
    • Zukunftswerk Osnabrück kritisiert Umdeutung von Pazifismus, Frieden, Resilienz und Gewerkschaftsauftrag durch IG Metall-Bevollmächtigten
      Das Aktionsnetzwerk Zukunftswerk Osnabrück kritisiert die jüngsten öffentlichen Aussagen des Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Osnabrück, Stephan Soldanski, zur möglichen Rüstungsproduktion am VW-Standort Osnabrück (siehe haz.de ) scharf. Die Behauptung, eine solche Produktion sei mit pazifistischen Grundsätzen vereinbar, stellt aus Sicht des Netzwerks eine gefährliche politische und begriffliche Umdeutung dar.
      „Pazifismus ist keine private Gesinnung, die sich beliebig mit Standort- oder Industriepolitik kombinieren lässt“, erklärt Kim Pfeffer aus dem Aktionsnetzwerk „Zukunftswerks Osnabrück“. „Wer Rüstungsproduktion legitimiert, verlässt den Boden friedenspolitischer Positionen – unabhängig davon, wie er sich selbst bezeichnet.“
      Keine „defensive“ Rüstung – Waffen sind Mittel organisierter Gewalt
      Das Zukunftswerk weist ausdrücklich Soldanskis Vorstellung zurück, es gebe „defensive“ oder „friedenssichernde“ Waffen. Waffen seien keine Schutzinstrumente, sondern Mittel organisierter Gewalt. Ihre Existenz beruhe darauf, eingesetzt zu werden – nicht darauf, Frieden zu bewahren. „Die Rede von angeblich defensiver Rüstung ist Teil einer politischen Sprachregelung, die Beschäftigte und Öffentlichkeit an Militarisierung gewöhnen soll“, so das Netzwerk. „Wer diese Begriffe übernimmt, übernimmt bereits die Logik der Aufrüstung und Militarisierung.“ (…)
      Im Interesse der Beschäftigten war Krieg noch nie
      Besonders entschieden widerspricht das Zukunftswerk der Darstellung, Rüstungsproduktion liege im Interesse der Beschäftigten. Historisch sei das Gegenteil der Fall: Kriege seien immer auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung geführt worden – durch steigende Ausbeutung, soziale Verelendung, Hunger und schließlich durch Verstümmelung und millionenfachen Tod und an den Fronten, während andere profitierten. Der Osnabrücker Schriftsteller Erich Maria Remarque, den Soldanski im Interview mit der haz scheinheilig lobte, in seiner habe diesen Zusammenhang klar benannt: „Ich sah, wie Menschen gegeneinander geschickt wurden, die sich nie gehasst hatten, und ich sah, wie der Hass gemacht wurde – von denen, die nicht kämpften.“ (Im Westen nichts Neues).
      Selbstaufgabe statt Interessenvertretung
      Besonders kritisch bewertet das Zukunftswerk Osnabrück die Aussage des Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Osnabrück, es sei „illusionär“ zu glauben, Beschäftigte und Gewerkschaft könnten Einfluss darauf nehmen, welche Produkte künftig im VW-Werk Osnabrück hergestellt werden. Die Entscheidung liege „allein bei Volkswagen“. „Diese Haltung bedeutet eine kapitulantenhafte Selbstaufgabe gewerkschaftlicher Interessenvertretung“, erklärt das Netzwerk. „Wer öffentlich erklärt, dass Belegschaft und Gewerkschaft über die Zukunft ihres Standorts nicht mitentscheiden können, verabschiedet sich vom eigenen satzungsgemäßen Anspruch. (…)
      Pazifismus darf nicht zu Standortpolitik umgedeutet werden! Keine Unterordnung von Gewerkschaften unter militärische und rüstungsindustrielle Interessen!
      „Gewerkschaften gehören an die Seite der Beschäftigten – nicht an die Tische der Kriegsplaner“, so das Netzwerk abschließend. „Eine friedliche, sozial-ökologische Zukunft des VW-Werks ist möglich. Selbst Soldanski erklärt im Interview, dass die Beschäftigen sie fordern. Grundlegende Voraussetzung dafür ist, dass Militarisierung klar zurückgewiesen wird – politisch, industriell und sprachlich
      .““ Pressemitteilung vom 14. Dezember 2025 von Zukunftswerk Osnabrück externer Link und
    • Neues aus Krähwinkel an der Hase: Krähwinkel an der Hase ist beruhigt. Endlich spricht man(n) wieder Klartext.
      Nachdem sich in der Bevölkerung begannen, gewisse unkluge Vorstellungen breit zu machen – etwa, mensch könne über die Art der Arbeit, die man verrichtet, auch mitreden –, trat der zuständige Erste Bevollmächtigte der hiesigen Metallarbeiterverwaltungsbehörde öffentlich auf und stellte die Dinge richtig. Dies geschah ruhig, sachlich und mit jenem Ton und Lächeln, die Vertrauen schaffen, weil sie jede Hoffnung vermeiden. Man(n) müsse, so erklärte der Bevollmächtigte, sich von Illusionen verabschieden. Illusionen seien bekanntlich gefährlich. Besonders die Illusion, Beschäftigte oder ihre Organisationen könnten sich aussuchen, was in einer Fabrik produziert werde. Die Reise gehe wohin sie gehe. Und gesteuert werde sie ausschließlich vom Unternehmen. DAS sei Realität. Diese Einsicht wurde in Krähwinkel mit Erleichterung aufgenommen. Denn nichts ist belastender als Verantwortung. Die Vorstellung, mensch müsse Entscheidungen treffen, gar Konflikte führen, hätte die Gemüter nur unnötig erhitzt. Nun weiß man(n): Man(n) darf sich kümmern, ohne zu entscheiden. Man(n) darf reden, ohne zu widersprechen. Man(n) darf verwalten, ohne etwas durchzusetzen. DAS ist Fortschritt…“ Kommentar von SagtNein am 14. Dezember 2025 im Zukunftswerk Osnabrück externer Link
  • Rheinmetall winkt bei VW-Werk in Osnabrück vorerst ab: Ein erster Schritt in die richtige Richtung – aber keine Entwarnung!
    • Rheinmetall winkt zu Osnabrück vorerst ab: Ein erster Schritt in die richtige Richtung!
      Stellungnahme zur aktuellen Ankündigung, dass Rheinmetall kein weiteres Interesse am Produktionsstandort Osnabrück hat.
      „Rheinmetall winkt bei VW-Werk in Osnabrück vorerst ab“, titelt n-tv am Donnerstag Nachmittag. Und weiter: Rheinmetall verhandle aktuell nicht mit VW über eine Übernahme des Osnabrücker Volkswagen-Werks. Aktuell verfüge Rheinmetall über ausreichend eigene Kapazitäten, um die bestehenden Aufträge zu erfüllen, sagte Konzernchef Armin Papperger vor dem Verein der Ausländischen Presse in Deutschland. Dies könne sich bei zusätzlichen Großaufträgen aber ändern. Was bedeutet das für Osnabrück und die Zukunft des VW-Werks?
      1) Nicht der Strategie Pappergers auf den Leim gehen!
      Wir nehmen die vorerste Absage von Rheinmetall zur Kenntnis, noch ist aber nicht der Zeitpunkt, um zu feiern. Denn wenn Papperger persönlich vor die Presse tritt, stehen strategische Überlegungen des Konzerns im Hintergrund. Diese gilt es nun zu verstehen. Eine Möglichkeit: Nach dem umfassenden Rüstungsboom der vergangenen Monate, in dem sich Rheinmetall als vermeintlicher Alleskönner Aufträge gesichert hat, könnten die aktuellen Friedensverhandlungen zum Ukrainekrieg einen Strategiewechsel für den Rüstungskonzern bedeuten. Ein Zögern Pappergers zur Übernahme des Standorts senkt den Preis für das Werk.
      Denn bisher sind weiterhin keine alternativen Produktionspläne öffentlich. Spätestens 2027 läuft die bisherige Produktion aus, VW will das Werk loswerden. Das Druckmittel der prestigeträchtigen Arbeitsplätze setzt so besonders die politisch Verantwortlichen in Stadt und Land, sowie die Gewerkschaft unter Zugzwang. Statt sich jetzt an den Rüstungsriesen anzubiedern, ist es höchste Zeit, sich von dessen Interessen zu emanzipieren.
      2) Höchste Zeit, um eigene Konversionsideen fürs Werk zu entwickeln!
      Die bisherige Tatenlosigkeit in der Entwicklung eigener Perspektiven für das Werk vonseiten bspw. des Betriebsrats macht die Beschäftigten am Standort jetzt besonders angreifbar. Nicht nur im hiesigen Werk, sondern für alle auslaufenden und kriselnden Produktionsstätten der Autoindustrie brauchen wir endlich langfristige Perspektiven für eine sozial und ökologisch sinnvolle Produktion. In Osnabrück wurden mit MOIA bereits in der Vergangenheit Kleinbusse gebaut. Gerade für den Ausbau eines flexiblen und attraktiven öffentlichen Nahverkehrs in ländlichen Regionen werden schon jetzt zahllose Fahrzeuge benötigt.
      Wir wünschen uns deswegen jetzt noch einmal verstärkt die aktive Auseinandersetzung und den öffentlichen Austausch mit VW-Beschäftigten, mit der IG Metall und mit anderen Osnabrücker*innen darüber, was wie und unter welchen Bedingungen hier produziert werden soll
      …“ Stellungnahme von rausmetall · 27. November 2025 im Forum von Zukunftswerk Osnabrück externer Link
    • Warum für zwei Initiativen die Rheinmetall-Absage an Osnabrück alles andere als eine Entwarnung ist
      Die überraschende Nachricht des Donnerstagnachmittags externer Link (27. November) klang zunächst wie eine Erleichterung: Rheinmetall wolle das VW-Werk in Osnabrück-Fledder vorerst nicht übernehmen, meldete n-tv. Doch sowohl das Aktionsnetzwerk Zukunftswerk Osnabrück als auch die Initiative Rausmetall warnen vor voreiligen Schlüssen. Hinter der Absage stecke keine endgültige Entscheidung, sondern ein komplexes Geflecht aus politischem Druck, strategischen Manövern und ungelösten industriepolitischen Fragen. (…)
      Für das Zukunftswerk Osnabrück ist dies ein gefährliches Signal. „Das ist keine Entwarnung, sondern ein alarmierendes Signal. Die Tür zur Rüstungsproduktion ist nicht geschlossen, sondern nur angelehnt. Jetzt wird politisch daran gearbeitet werden, sie aufzustoßen – mit Zugeständnissen, Fördermitteln und Standortversprechen, die am Ende auf Kosten der Beschäftigten und einer nachhaltigen industriellen Perspektive gehen,“ warnt das Kollektiv. Das Netzwerk rechnet damit, dass Land, Stadt, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften in den kommenden Wochen versuchen könnten, den Rüstungskonzern doch noch zu locken. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust könne dabei leicht instrumentalisiert werden – zulasten alternativer ziviler Zukunftskonzepte. (…)
      Während weiterhin keine alternativen Pläne vorliegen, geraten Beschäftigte und Politik zunehmend unter Zugzwang. Die Initiative kritisiert insbesondere die bisherige Passivität bei der Entwicklung eigener Ideen für eine zivile Zukunft des Standorts.
      Konversion statt Kriegsproduktion – Ideen liegen auf dem Tisch
      Beide Gruppen fordern daher klar: Osnabrück brauche jetzt eine entschlossene Diskussion über sinnvolle, nachhaltige Nachnutzungen des Werks. Die Produktion von Kleinbussen – wie etwa früher für MOIA – könne ein Ansatz sein, ebenso Technologien für klimafreundliche Mobilität oder Infrastruktur. Zukunftswerk Osnabrück betont: „Die Beschäftigten brauchen keine Rüstungsperspektive, sondern Zukunftssicherheit. Osnabrück braucht keine Panzer, sondern eine ehrliche industriepolitische Debatte.“…“ Artikel von Dominik Lapp vom 28. November 2025 bei Hasepost externer Link – Zeitung für Osnabrück
    • Rheinmetall winkt bei VW-Werk in Osnabrück vorerst ab
      Rheinmetall verhandelt derzeit nicht über eine Übernahme des VW-Werks in Osnabrück. Konzernchef Armin Papperger sagte gegenüber dem Nachrichtensender nt-v, das Unternehmen verfüge aktuell über ausreichend eigene Kapazitäten, um bestehende Aufträge zu erfüllen. Eine Übernahme oder Umstellung des Werks auf militärische Produktion sei derzeit kein Thema, könnte sich aber bei neuen Großaufträgen ändern…“ Meldung vom 28. November 2025 bei osradio.de externer Link
  • Volkswagen in Osnabrück: Konversion falsch herum?
    Der Absatz von PKWs in Deutschland ist stark rückläufig. Gut so, könnte man sagen: Es werden viel zu viele Autos gebaut. Mit dem Niedergang der Inlandsproduktion – die sank von 2017 bis 2025 um gut 35 Prozent – verschwinden zehntausende Arbeitsplätze. Das hat, wenn es keine Alternativen gibt, dramatische soziale, ökonomische und politischen Konsequenzen. Die Probleme der europäischen Autoindustrie sind schnell benannt: Technologisch weit hinter China, das Ende des neoliberalen Freihandels, falsche Modellpolitik, selbst geschaffene Überkapazitäten, eine blockierte Verkehrswende und keine strategische Industriepolitik seit vielen Jahren. Wir müssen uns klarmachen: Ab jetzt geht es nur noch abwärts mit der Autoindustrie in diesem Land. (…) Die zuverlässige Verbindung von städtischen Zentren und Umlandgemeinden mit öffentlichen Nah- und Regionalverkehr ist ein zentraler Punkt einer sozialen und ökologischen Mobilitätswende. Dies kann durch die Landesregierungen wie auch aus Mitteln des Infrastrukturfonds des Bundes unterstützt werden. Das Beispiel der Konversion hin zu Rüstungsgütern zeigt, wenn die Nachfrage staatlicherseits abgesichert wird, kann die Produktion eine andere Richtung einschlagen – im Fall Osnabrück geht es um Produktion für die Rüstung oder für den öffentlichen Verkehr und ökologische Nachhaltigkeit.“ Artikel vom 19.11.25 von und bei Stephan Krull externer Link, zunächst veröffentlicht in Robin Wood magazin 4/2025 externer Link
  • [Osnabrück am 9. November] Heute wegen des Krieges vor 80 Jahren evakuiert – morgen im Fledder neue Kriegsmaschinen bauen?
    Morgen, am 9. November werden in Osnabrück über 14.000 Bewohner*innen evakuiert, um Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Tausende von Haushalten sind betroffen, während der Entschärfung darf sich niemand im Evakuierungsgebiet aufhalten. Das ist selbstverständlich unbequem, doch wir sollten uns auch dringend vor Augen führen, dass eine kontrollierte Entschärfung die mildeste Variante dessen ist, was mit den Bomben hätte passieren können. Bei insgesamt 79 Luftangriffen wurden im zweiten Weltkrieg unzählige Bomben auf den Osnabrücker Bahnhof, die Altstadt und kriegswichtige Industrieanlagen (Klöckner, Karmann, das heutige KME…) abgeworfen. Das passiert im Krieg. Noch 80 Jahre später müssen wir uns mit den Folgen auseinandersetzen – das sollte uns doch vor Allem eines vor Augen führen: Nie wieder Krieg! Leider passiert das Gegenteil: Die nächsten Kriege werden schon wieder auf allen Ebenen vorbereitet (…)
    Fast ein bisschen bizarr wirken vor diesem Hintergrund die Vorwürfe gegen Unbekannte wegen einer Flyeraktion. In den vergangenen Tagen waren in Osnabrück Schreiben im Namen der Stadt aufgetaucht, die über einen vermeintlichen „Operationsplan Fledder“ informierten. Die dortige Behauptung, dass anlässlich der möglichen Neuansiedlung von Rüstungsindustrie eine Begehungen durch Bundeswehrstreitkräfte und die Prüfung von Kellern für Luftschutzanlagen die Rede war, würde Angst schüren und die Bevölkerung verunsichern.
    Wen das ängstigt, der sollte sich mal überlegen, was es bedeutet, sich an Kriegstreiberei zu beteiligen. Ja, Kriege finden aktuell vor Allem weit weg statt. Die Folgen sind jedoch deshalb nicht weniger schlimm, sie treffen nur Andere. Die Gesellschaft ist verroht und abgestumpft vor Allem durch die Erzählungen der Kriegstreiber*innen, es gehe ja bei der aktuellen Aufrüstungskampagne nur um Abschreckung und Verteidigung, wir müssten unsere westlichen Werte verteidigen.
    Dabei funktioniert die Rüstungswirtschaft ganz anders. Einmal produziertes Kriegsgerät wird überall dorthin verkauft und eingesetzt, wo Absatzmärkte existieren: Ob gegen die Zivilbevölkerung in Palästina, gegen Kurd*innen in der Türkei oder im Nord-Irak. Verlierer des Krieges ist immer die Zivilbevölkerung. Gerade Rheinmetall exportiert als globaler Konzern Waffen in alle Welt, gerne auch an beide Seiten kriegerischer Auseinandersetzungen. (…)
    Das VW-Werk in Fledder steht vor dem Aus. Die Aufträge laufen 2027 aus, der Gesamtkonzern zeigt kein besonderes Interesse an dem Standort, Rheinmetall hat Interesse an einer Übernahme bekundet. Aber selbst wenn Rheinmetall das Werk nicht übernehmen sollte, ist damit eine zivile Zukunft der Fabrik noch nicht sicher. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte von (Ex-)Karmann, dass in den Hallen für den Krieg produziert wird.
    Die Werksleitung und die Gewerkschaft halten sich zu diesen Entwicklungen bisher bedeckt. Dabei ist es höchste Zeit, selbst alternative Perspektiven für das Werk zu entwickeln und öffentlich zu machen!“  Beitrag von panzerknacker vom 8. November 2025 im Forum von Zukunftswerk Osnabrück externer Link
  • Kundgebung am 24.10. in Osnabrück: Busse statt Kriegsgerät: Keine Produktion von Rheinmetall in Osnabrück
    Das 3. Vernetzungstreffen des Netzwerkes Zukunftswerk Osnabrück externer Link hat beschlossen, dass es am 24.10., anlässlich des Tages des westfälischen Friedens externer Link, um 17:00 auf dem Theatervorplatz in Osnabrück eine Kundgebung geben wird – siehe den Aufruf mit Dank an die Aktion Sagt Nein und auch den Volltext:

    • Busse statt Kriegsgerät: Keine Produktion von Rheinmetall in Osnabrück!
      Kundgebung am Freitag den 24.10. um 17:00 Uhr vor dem Theater in Osnabrück.

      Kundgebung am 24.10.2025 in Osnabrück: Busse statt Kriegsgerät: Keine Produktion von Rheinmetall in OsnabrückZum Jahrestag des westfälischen Friedensschlusses feiert Osnabrück sich gerne als „Friedensstadt“. Nun plant VW sein Werk in Osnabrück zu schließen und einer der größten Profiteure der Kriegstreiberei des Landes – Rheinmetall – will nachrücken. Wo voller Stolz das Erbe Erich Maria Remarques, einem klaren Kriegsgegner, vor sich her getragen wird, sollen bald Waffen für einen Krieg produziert werden. Die Arbeiter*innen vor Ort und auf der ganzen Welt können dabei nur verlieren, denn es werden ihre Kinder sein, die im Schützengraben mit diesen Waffen verheizt werden.
      Arbeiter*innen werden also vor die Wahl gestellt: Waffen für einen Krieg produzieren, der ihnen und ihren Familien nichts als Elend bringt oder ihren Arbeitsplatz und damit ihre Lebensgrundlage zu verlieren. Dafür können wir die Arbeiter*innen nicht in die Verantwortung ziehen, sie werden nicht gefragt, was oder wie produziert werden soll. Dabei sind es die Arbeiter*innen im VW-Werk zusammen mit uns, die wir in Fabriken, Büros, Läden oder im Haushalt arbeiten, die gemeinsam aufgrund der Erfahrungen in unserem alltäglichen Leben besser wissen, was produziert werden müsste, als jeder Aktionär.
      Statt die Sorge um Frieden und die Sorge um den Arbeitsplatz gegeneinander auszuspielen, ist es sinnvoll und in Anbetracht der Klimakatastrophe auch notwendig, das VW-Werk für die Herstellung von für die Allgemeinheit nützlichen Fahrzeugen für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen. Eine erste Machbarkeitsstudie dazu liegt vor. Die Arbeiter*innen im VW-Werk sind es, die das Wissen und die Fähigkeiten haben, die Produktion dafür umzustellen und aufzubauen.
      Aus diesem Grund muss nun die Stadtgesellschaft aktiv werden und Druck ausüben, um eine Übernahme von Rheinmetall zu verhindern. Denn sollte Rheinmetall hier Fuß fassen, so wird aus der „Friedensstadt“ Osnabrück ein auch völkerrechtlich legitimes Kriegsziel. Waffenproduktion in Osnabrück ist nicht nur eine moralisch aufgeladene Problematik für die Arbeiter*innen im Werk, sie ist eine Gefahr für den Frieden und alle Bewohner*innen der Stadt.
      Darum: Solidarität mit allen Arbeiter*innen, Rheinmetall verhindern, Alternativen schaffen – Busse statt Kriegsgerät!
    • Weitere Termine zum Vormerken:
      • 30.10. um 18 Uhr, Uni Osnabrück, Raum 15/128: “VW-Werk Osnabrück – Zukunft ohne Rheinmetall”, Veranstalter*in: Unordnungsamt & Friends
      • Öffis statt Panzer! Sozial-ökologische Konversion als Perspektive am VW-Standort Osnabrück – Vortrag und Diskussion am 04. November 2025, 19:00 Uhr in KlimaWerkStadt, Westerstraße 58, 28199 Bremen – siehe Infos bei robinwood.de externer Link
      • Das 4. Vernetzungstreffen für Aktive & Interessierte soll am 17.11. stattfinden
  • [Diskussion/Vortrag am 2. Oktober 2025 in Osnabrück] Busse statt Porsche und Panzer: Osnabrück als Friedensstadt und Vorreiter der Mobilitätswende
    Die etwa 2.100 Beschäftigten im VW-Werk Osnabrück sind verunsichert – und das nicht ohne Grund: Nur bis September 2027 ist die Fahrzeug-Produktion gesichert. Was danach am traditionsreichen VW-Standort Osnabrück geschieht, ist derzeit unklar. Volkswagen weist Berichte über ein beschlossenes Werks-Aus zurück. Der Konzernbetriebsrat fordert die Verantwortung von Volkswagen ein und  lehnt Rüstungsproduktion ab. Auch die Oberbürgermeisterin plädiert für zivile Produktion. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat Interesse an einer Werkübernahme bekundet. Eigene Pläne des VW-Konzerns für Osnabrück sind dagegen nicht bekannt.
    Mario Candeias, Referent für sozialistische Transformationsforschung bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, und Stephan Krull, ehem. Betriebsrat bei VW in Wolfsburg, stellen das Konzept einer alternativen Produktion für nachhaltige Mobilität vor. Dafür müsste zunächst Volkswagen in die Verantwortung genommen werden. Gleichermaßen haben aber auch das Land Niedersachsen und die Friedensstadt Osnabrück ein großes Interesse daran, zivile Produktion und möglichst viele industrielle Arbeitsplätze in Stadt und Land zu erhalten. Eine Umstellung des VW-Werks auf nachhaltige Mobilität würde Osnabrück zu einem Vorreiter in Sachen sozial-ökologische Transformation machen.
    Sollte Volkswagen seiner Verantwortung nicht gerecht werden, wäre die Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) oder einer Genossenschaft zu prüfen. So ließen sich gesellschaftlich und ökologisch sinnvolle Industriearbeitsplätze in Osnabrück erhalten, die Stadt und das Werk würden einen wichtigen Beitrag zur dringend notwendigen Mobilitätswende leisten
    .“ Einladung der RLS externer Link mit mehr Details

  • Öffis statt Panzer – für einen sozial-ökologischen Umbau der Autoindustrie: Vernetzungstreffen zur Zukunft des VW-Werks Osnabrück am 15. September 2025
    In Osnabrück stellen etwa 2.300 Beschäftigte VW-Pkw her. Doch die Zukunft des Standorts ist unklar: Ab Ende 2027 soll die Fertigung eingestellt werden; aktuell bekundet Rheinmetall Interesse an einer Werksübernahme. Doch statt Rüstungsgüter zu  produzieren,könnte das Werk auch Pilotprojekt eines sozial-ökologischen Umbaus der Automobilproduktion werden…“ Einladung auf robinwood.de externer Link zum 2. Vernetzungstreffen am 15. September 2025, 19:00 Uhr im Haus der Jugend, kleiner Saal, Große Gildewart 6-9 in Osnabrück, siehe dazu:

    • Öffis statt Panzer – für einen sozial-ökologischen Umbau der Autoindustrie! Wir kämpfen für eine zivile Zukunft am VW-Standort Osnabrück!
      In Osnabrück fertigen etwa 2.300 Beschäftigte am Volkswagen-Standort Autos. Doch die Produktion ist nur noch bis 2027 gesichert – was danach kommt, ist bisher offen. Im Gespräch ist, das Werk anschließend für die Rüstungsproduktion zu nutzen. Vor allem Rheinmetall ist offenbar interessiert an einer Werksübernahme. Damit steht Osnabrück stellvertretend für zwei allgemeine Trends: Erstens die Sorge der Beschäftigten in der kriselnden Autoindustrie um ihre Arbeitsplätze, zweitens die Zunahme von militärischer Produktion…“ Aktionsseite von ROBIN WOOD externer Link
    • Zukunftswerk Osnabrück: WIR KÄMPFEN FÜR EINE ZIVILE ZUKUNFT! https://zukunftswerk-osnabrück.de/ externer Link
    • Busse und Bahnen statt Panzer und Kanonen: Konversion ist möglich!
      „… 4. Osnabrück: Es geht auch ohne Rheinmetall
      Und es braucht für jeden Betrieb eine betriebliche und lokale Zukunftswerkstatt. Darin können die Arbeiterinnen und Arbeiter, die örtliche Zivilgesellschaft einschließlich der kommunalen Politik gemeinsam beraten, was aus den Fabriken werden soll. Zum Beispiel: Volkswagen will im konzerneigenen Werk in Osnabrück keine Autos mehr bauen, weil es dafür keinen Absatz gibt, weil die Überkapazitäten abgebaut werden müssen. Rheinmetall hat ein Auge auf das Werk geworfen, um dort, eventuell im Gemeinschaftsunternehmen mit MAN (RMMV), Militärfahrzeuge zu produzieren. Auch hier ist also eine Umprofilierung des Betriebes geplant und möglich. Aber was in Aalen und Simmern geht, nämlich die Umprofilierung für Produkte für den öffentlichen Verkehr – ist sicher auch für das Werk in Osnabrück möglich, wie wir seitens des Gesprächskreises der Rosa-Luxemburg-Stiftung dargelegt haben. An diesem Plan gibt es große Interesse und wir werden ihn am 2. Oktober der Öffentlichkeit in Osnabrück vorstellen. Im Aufsatz für die Zeitschrift SOZIALISMUS habe ich die Grundlinien dieses Vorschlages schon mal skizziert.“ Beitrag vom 29.8.2025 von und bei Stephan Krull externer Link zu:
    • Panzer statt Porsche? – Nein-Sagen genügt nicht. Was geschieht mit VW in Osnabrück?
      „… Im April 2019 startete großspurig der Ridepooling-Dienst5 von Volkswagen in  Hamburg: »Mit unserem Ride-Pooling-Konzept sind wir bereit, bis 2025 die Städte Europas und der USA um eine Million Fahrzeuge zu entlasten.«6 Eingesetzt werden kleine smarte Elektro-Busse, die in Osnabrück entwickelt und gebaut wurden. (…) Weltweit gibt es steigenden Bedarf an solchen Fahrzeugen. Ein großer Teil des ÖPNV zum Beispiel mit Dolmuş in der Türkei, in Afrika, Asien und Lateinamerika basiert auf hunderttausenden solcher kleinen Busse. Das Werk in Osnabrück kann solche Fahrzeuge entwickeln und produzieren. Der Umbau ist preisgünstiger und weniger aufwändig als der Umbau für Militärfahrzeuge. Eine Jahresproduktion von 25.000 Fahrzeugen wäre möglich und zu einem vernünftigen Preis absetzbar.
      Zunächst ist Volkswagen in der Verantwortung zur Umsetzung. Die Gelder aus den Innovationsfonds, mit dem Betriebsrat vereinbart, sollten sofort dafür zur Verfügung gestellt werden. Gleichermaßen haben das Land Niedersachsen und die Friedensstadt Osnabrück Interesse an ziviler Produktion und guten industriellen Arbeitsplätzen. (…) Sollte Volkswagen seiner Verantwortung nicht gerecht werden, könnte eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) oder eine Genossenschaft übernehmen. Dazu müsste eine Beratung stattfinden durch arbeitnehmerorientierte Beratungskollektive wie NELA (Next Economie Lab), Kollektivberatung oder den Genossenschaftsverband.
      Die Arbeiter*innen sind systematisch und strukturiert an den Diskussionen zu beteiligen: Was wollen wir künftig in Osnabrück produzieren?…“ Artikel von Stephan Krull in Sozialismus Heft Nr. 9 vom September 2025 externer Link 
    • Anonymer Aufruhr gegen Osnabrücker VW-Werk: Stadt spricht von gefälschten Flugblättern
      In Osnabrück sorgt derzeit ein Flugblatt für Verwirrung, das den Eindruck erweckt, von der Stadtverwaltung herausgegeben worden zu sein. Überschrieben mit „Unser VW-Werk darf keine Kriegsfabrik werden“, nutzt es das offizielle Stadtlogo und die Kontaktdaten der Stadt – tatsächlich stammt es jedoch von anonymen Aktivisten.
      Oberbürgermeisterin zeigt klare Kante
      Oberbürgermeisterin Katharina Pötter stellt auf der Facebook-Seite der Stadt unmissverständlich klar: „Aktivisten, die im Schutz der Anonymität Fake News verbreiten, handeln feige und verantwortungslos. Sie gefährden nicht nur den guten Ruf unserer Stadt, sondern auch das Vertrauen in unsere demokratische Kultur. Mit solchen Aktionen wird keine Diskussion gefördert, sondern von Anfang an vergiftet.“
      Strafanzeige gegen Unbekannt
      Weder die Stadt Osnabrück noch Pötter selbst haben etwas mit dem Flugblatt zu tun. Sowohl die Verwaltung als auch die Oberbürgermeisterin haben deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. „Ich lasse mir von Aktivisten, die mit solchen Methoden arbeiten, keine Diskussion aufzwingen. (…) Die im Flugblatt aufgestellte Behauptung über eine angebliche künftige Rüstungsproduktion externer Link in Osnabrück sei reine Spekulation. Die Stadt betont, dass weder Verwaltung noch Politik solche Pläne verfolgen
      …“ Artikel von Dominik Lapp vom 2. September 2025 in HASEPOST externer Link mit dem Fluggi als Grafik und dazu auch ebd.:

      • Friedensstadt im Zwiespalt? Das „Unordnungsamt“ solidarisiert sich mit Urhebern von Fake-Flyern
        Ein Flyer sorgte in den letzten Tagen für Aufmerksamkeit externer Link – nun positioniert sich das „Unordnungsamt“ öffentlich: Die Initiative solidarisiert sich mit den Urheberinnen und Urhebern und macht weiter auf die Ursachen der Aktion aufmerksam.
        Osnabrück bezeichnet sich als Friedensstadt: 1648 wurde hier der Westfälische Frieden geschlossen, die Stadt vergibt den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis und ist Mitglied im globalen Städtebund „Mayors for Peace“. Das „Unordnungsamt“ weist jedoch darauf hin, dass diese Identität im Widerspruch zu den Plänen des Rüstungsunternehmens Rheinmetall externer Link steht, das künftig das VW-Werk übernehmen könnte.
        Handlungsunfähigkeit der Stadt
        Die Initiative prangert die Untätigkeit der Stadt an und spricht von einem altbekannten Muster: „Geht es um progressive Ziele wie bezahlbaren Wohnraum, Klimaschutz oder die Kulturförderung, wird reflexartig die Handlungsunfähigkeit der Stadt betont. Als Begründung wird fast immer die angespannte Finanzlage vorgeschoben. Doch diese angebliche Machtlosigkeit ist selektiv. (…)
        Genau dieses Muster erleben wir jetzt in der Debatte um das VW-Werk. Die Schaffung einer zivilen, nachhaltigen und friedlichen Zukunft für tausende Beschäftigte wird wie ein progressives Wunschprojekt behandelt, bei dem die Stadt angeblich nur machtlos zusehen kann.“
        Sorgen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
        Besonders wichtig ist dem Unordnungsamt der Blick auf die Angestellten des VW-Konzerns: „Wir verstehen eure Sorge um die Zukunft. Niemand darf eure Angst vor dem Jobverlust instrumentalisieren, um euch in die Arme eines Rüstungskonzerns zu treiben. Euer handwerkliches Können und eure Expertise sind keine Belastung, sondern die eigentliche Lösung. Dieses Know-how wird für die sozial-ökologische Wende dringender gebraucht als für jeden Panzer.“ Die Initiative betont, dass sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt und auf ihrer Seite steht.
        ..“ Beitrag vom 8. September 2025 in Hasepost externer Link
  • Porsche-Familie liebäugelt mit Einstieg in die Rüstungsindustrie – für den Betriebsrat keine Option, die IG Metall sucht noch ihren Weg
    „… Aller Erfahrung und Prognosen nach können die verlorenen Jobs in der Autoindustrie nicht annähernd durch Jobs in der Rüstungsindustrie kompensiert werden. Das trifft für das Alstom-Werk in Görlitz, das Conti-Werk in Gifhorn und für das VW-Werk in Osnabrück zu – mehr noch, wenn es um die Werke von VW in Zwickau und Emden gehen wird.
    Betriebsrat und IG Metall klären ihre Position
    Außerdem kann Rüstungsproduktion für Volkswagen bei seiner eigenen grausamen Enntstehungsgeschichte niemals eine Option sein. Das sieht auch der Betriebsrat so: Ein Sprecher des Konzernbetriebsrats erklärt, dass ein Einstieg in die Produktion von Kriegswaffen oder Kampfmitteln aus Sicht der Arbeitnehmervertretung keine Option sei. … „Das hat nicht nur unternehmensstrategische und technologische Gründe, sondern nicht zuletzt auch ethische vor dem Hintergrund der Volkswagen-Unternehmensgeschichte.“ (WAZ, 19.8.2025)
    Die Propagandaabteilung des Porsche-Piëch-Clans sieht das ganz anders: Der Kriegsverbrecher Ferdinand Porsche (SS-Oberführer, Vorsitzender der Panzerkommission) sei ein genialer Konstrukteur gewesen und der Reichtum des Clans hierin begründet. Tatsächlich wurde das Unternehmen von den Nazis mit gestohlenem Geld der Gewerkschaften, mit Produktion für die faschistische Wehrmacht und mit brutaler Zwangsarbeit aufgebaut. Treiber dabei neben Ferdinand Porsche sein Schwiegersohn und NSDAP-Mitglied Anton Piëch. Jetzt werden durch den Porsche-Piëch-Clan Autofabriken geschlossen und neue Geldanlagen in der Rüstungsindustrie gesucht: „Die Porsche SE investiert gezielt in Fernbusunternehmen, Drohnentechnik und Software für autonome Lkw …“ Zurück zu den grausamen Wurzeln und wieder Geld machen mit dem Krieg? Der Porsche-Piëch-Clan und die Kopf-ab-Diktatur in Katar, die großen Aktionäre von Volkswagen – vom Land Niedersachsen abgesehen – haben ein Interesse daran, die Profite maximal zu steigern und die frei verfügbaren Rüstungsmilliarden einzusacken. Ihnen geht es weder um Demokratie noch um Menschenrechte.
    Die IG Metall sucht noch ihren Weg. Christiane Benner schlägt vor, „ein Sondervermögen aufzumachen für den ökologischen Umbau der Industrie“. Staatliche Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe seien nötig. Ihr Vorstandsvize Jürgen Kerner betonte: „2024 ist das Jahr der Entscheidung für die wehrtechnische Industrie in Deutschland. Zwar hebt die Politik ihre Bedeutung für die Sicherheit unseres Landes und Europas hervor. Aber anders als man denken könnte, führt das Sondervermögen Bundeswehr nicht automatisch zur Stärkung der heimischen Industrie.“…“ Artikel vom 20. August 2025 von und bei Stephan Krull externer Link („Es geht um Interessen, nicht um Menschenrechte.“) – siehe hier etwas weiter unten: „IG Metall zur Zeitenwende: Abrüsten, ausrüsten, aufrüsten. Widerstand von Gewerkschaften bleibt vorerst aus“, ebenso das Statement von VW-Kollegen: „Wir wollen bei VW nicht den Tod produzieren“ – und dazu:

    • Waffen? Nein, danke! Porsche-Mitarbeiter gegen Umstieg auf Rüstungsproduktion
      Porsche will sein Portfolio auf Rüstungsproduktion ausdehnen – die Belegschaft wehrt sich vehement dagegen. Historische Gründe und Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt spielen dabei eine Rolle. Der Appell: Keine Waffenproduktion bei Porsche.
      Porsche-Mitarbeiter stellen sich gegen den geplanten Einstieg des Unternehmens in die Rüstungsproduktion. Der Konzernbetriebsrat lehnt eine Diversifizierung in den militärischen Bereich entschieden ab – und das nicht nur aus ethischen Gründen. Abseits der dunklen Geschichte der Firma spielen auch das Vertrauen in die Unternehmensführung und die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle. (…)
      „Die Belegschaft sieht das nicht nur als unternehmensstrategisch problematisch, sondern lehnt es auch ethisch ab“, erklärte ein Sprecher des Betriebsrates gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. (…) „Die Rüstungsproduktion ist mit Kriegen verbunden, und eine Entspannung der internationalen Beziehungen könnte zu einem Rückgang der Nachfrage und damit zu Arbeitsplatzverlusten führen“, erläutert der Betriebsrat weiter.
      Porsche und die dunkle Vergangenheit
      Die Ablehnung des Betriebsrates ist jedoch nicht nur eine Reaktion auf die Gegenwart, sondern auch auf die Geschichte des Unternehmens. Porsche, das im Zweiten Weltkrieg für die Wehrmacht produzierte, trägt eine schwere Last aus der Vergangenheit. Ferdinand Porsche war Mitglied der NSDAP und hatte direkten Kontakt zu den Verantwortlichen der nationalsozialistischen Kriegsmaschinerie. Historiker wie Wolfram Pyta und Manfred Grieger unterstrichen mehrmals, dass Porsche von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen profitierte – ein Aspekt, der die Belegschaft zusätzlich zur Zurückhaltung gegenüber Rüstungsplänen motiviert
      …“ Beitrag vom 3. September 2025 in exxpress.at externer Link, siehe auch:
    • Belegschaft rebelliert: Porsche-Mitarbeiter wollen keine Waffen bauen
      Der Betriebsrat lehnt einen Einstieg von Porsche in die Rüstungsproduktion klar ab. Nicht nur aus ethischen Gründen. (…)
      Eine klare Position hat der Konzernbetriebsrat. Ein Sprecher erklärt, dass der Einstieg von Porsche in die Kriegswaffen-Produktion aus Sicht der Beschäftigten keine Option ist: „Das hat nicht nur unternehmensstrategische und technologische Gründe, sondern nicht zuletzt auch ethische vor dem Hintergrund der Volkswagen-Unternehmensgeschichte.“
      Es gibt viele Argumente, die der Betriebsrat vorbringen kann. Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie sind unsicherer als in vielen anderen Branchen. Es kann zu Auftragsrückgängen kommen, da die Nachfrage von politischen Entscheidungen abhängt. Rüstungsproduktion ist mit Kriegen verbunden – eine Entspannung der internationalen Beziehungen kann zu einem Rückgang der Nachfrage und zu Arbeitsplatzverlusten führen. Viele Beschäftigte wollen, dass ihr Job auch im Privatleben Ansehen hat; das ist bei einer Branche, die davon lebt, dass kein Frieden herrscht, schwer möglich. Und Rüstungsbetriebe haben häufig hohe Sicherheitsanforderungen, was besondere Überprüfungen von Bewerbern zur Folge hat.
      .. “ Artikel von Marcus Schwarzbach vom 01. September 2025 bei telepolis externer Link
  • Statement von VW-Kollegen: Wir wollen bei VW nicht den Tod produzieren
    Wird bald auch bei VW die Auto- in die Rüstungsindustrie umgewandelt? Grüne, SPD und CDU haben sich auf ein Sondervermögen geeinigt. (…) Ein Sondervermögen für Kriegsgerät hat keinen nützlichen Gebrauchswert. Im besten Fall steht das Kriegsgerät herum, bis es verrottet. Im schlimmsten Fall bringt es Zerstörung und Tod. Was könnte man für schöne Bedürfnisse mit dem Rüstungssondervermögen verwirklichen! Renten, von denen jede:r Leben kann, gute Gesundheitsvorsorge, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, eine sinnvolle Umstellung der Produktion hin zu Produkten, die allen nutzen wie zum Beispiel der Ausbau des ÖPNV. (…) Sollen bald Waffen bei VW produziert werden, mit denen die VW-Arbeiter:innen aus dem ehemaligen Werk Kaluga in Russland umgebracht werden sollen oder werden die Waffen fit gemacht, damit unsere Arbeitskolleg:innen in China getötet werden sollen? Wir wissen es nicht. Aber was wir wissen, ist: den Herrschenden und Vermögenden ist es egal, Hauptsache es lässt sich Profit machen. Wer entscheidet darüber, ob wir bald den Tod bei VW produzieren? Wir, die Belegschaft, jedenfalls nicht. Und genau da liegt das Problem. Im Paragraf 2 der Satzung der IG Metall wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Vergesellschaftung als Ziel festgeschrieben. Ein Hintergrund ist, dass wir selbst entscheiden sollten, was und unter welchen Bedingungen produziert wird. (…) Wir VW-Beschäftigte rufen alle auf: Leistet Widerstand gegen Rüstungsproduktion und Tod. Unsere Mutter Erde und unser Vaterland sind international!Statement von einigen VW-Kollegen vom 17.3.2025 
  • Rüstungskonversion mal andersherum? Rheinmetall hat Interesse an VW-Werk Osnabrück
    „Noch rollt der Volkswagen vom Typ T-Roc Cabriolet im Werk Osnabrück vom Band. Vor einigen Monaten warnte der Konzernbetriebsrat angesichts der Kürzungspläne des Vorstands, der Standort könnte geschlossen werden. (…) Beobachtern zufolge ist zumindest ein Verkauf des Werkes, in dem rund 2300 Menschen arbeiten, noch nicht vom Tisch. Schon Ende 2024 hieß es in einem italienischen Medienbericht, ein Rüstungskonzern habe Interesse bekundet und wolle »möglichst viele Arbeitsplätze erhalten«. Die Spekulationen erhalten nun neue Nahrung: So bezeichnete Rheinmetall-Chef Armin Papperger, auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch danach befragt, das VW-Werk in Osnabrück als »gut geeignet«, um dort Militärfahrzeuge zu produzieren. Übrigens kooperiert VW bei der Lkw-Herstellung bereits mit der zivilen Autoteilesparte von Rheinmetall. Auch Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, hat signalisiert, einer Umwidmung des Osnabrücker Werks stünde nichts entgegen. Er will indes auch nicht ausschließen, dass Volkswagen in Zukunft selbst wieder Militärfahrzeuge produziert. Eine Umwidmung des Werks Osnabrück würde, wie Rheinmetall-CEO Pappberger bemerkte, aber teuer werden. Die notwendigen Investitionen könnte das Rüstungsunternehmen nur tätigen, wenn es eine vom Bund über zehn Jahre gesicherte Abnahme von Fahrzeugen gebe. Wirtschaftliche Sorgen hat Rheinmetall als Panzerschmiede aktuell nicht. Das Unternehmen mit seinen 27 250 Beschäftigten vermeldete soeben für 2024 einen Umsatzanstieg um 36 Prozent auf 9,75 Milliarden Euro und rechnet auch angesichts der Aufrüstungspläne von Union und SPD im laufenden Jahr erneut mit einem starken Wachstum. Der Aktienkurs kletterte daraufhin um 9,6 Prozent auf ein neues Allzeithoch.“ Artikel von Hagen Jung und Kurt Stenger vom 13. März 2025 in Neues Deutschland online externer Link, siehe auch:

    • Panzer statt Volkswagen: Rheinmetall erwägt Übernahme von VW-Werk
      Rheinmetall plant, ein VW-Werk für Panzerproduktion zu übernehmen. Firmenchef sieht „Ära der Wiederaufrüstung in Europa“ und bislang unerreichte Wachstumsperspektiven. Wie die Financial Times berichtet, erwägt der Rüstungskonzern Rheinmetall die Übernahme eines von Volkswagen stillzulegenden Werks, um seine Produktionskapazitäten in Deutschland zu erweitern. Rheinmetall-Chef Armin Papperger sagte vergangenen Mittwoch, das VW-Werk in Osnabrück sei „gut geeignet“ für die Herstellung militärischer Fahrzeuge, jedoch nicht für die Munitionsproduktion…“ Meldung vom 17. März 2025 in Telepolis externer Link
    • Bei der IG Metall Osnabrück leider nichts dazu gefunden, siehe auch:
    • VW-Interesse an Rüstungs-Aufträgen: Volkswagen will ins Militärgeschäft einsteigen
      Volkswagen-Chef Oliver Blume will den Konzern mit Militäraufgaben betreuen. Das sagte der Manager auf der jüngsten Investoren-Konferenz.
      Am 11. März 2025 präsentierte die Volkswagen AG ihre Geschäftsergebnisse für das Jahr 2024 im Rahmen der Jahrespresse-, Analysten- und Investorenkonferenz externer Link. Bei der Veranstaltung, in der unter anderem ein Gewinn-Rückgang des Konzerns gemeldet wurde, zeigte sich die Konzernleitung für das laufende Jahr 2025 vorsichtig optimistisch. Im Vortrag von Konzern-CEO Oliver Blume fiel allerdings eine Bemerkung auf, die das Nachrichtenportal Bloomberg gemeldet hat.
      Demnach denkt man im Konzern darüber nach, angesichts der aktuellen Weltlage ins Rüstungsgeschäft einzusteigen. „Wir verfügen über automobiles Know-how und stehen auch für Beratung zur Verfügung, aber im Moment ist alles komplett offen“, sagte Blume zu diesem Thema. Dabei dürfte es allerdings weniger um konkrete Militärprojekte wie den Bau von Geländewagen gehen. Vielmehr deutet es darauf hin, dass freigewordene Kapazitäten in einzelnen Werken künftig für Tarnfarben-Produktionen verwendet werden könnten. (…) Rheinmetall ist offenbar auch an anderen VW-Standorten interessiert, wie zum Beispiel in Dresden.
      Bei der Militärfahrzeug-Produktion besitzt VW eine anfangs unrühmliche, letztlich aber sehr lange Tradition, die bis in die Neuzeit reicht (siehe Bildergalerie). Zwei der bemerkenswertesten Geländewagen der Bundeswehr stellte VW her, den 181 und den Iltis. Bis heute werden von VW Zivilfahrzeuge für den Einsatz etwa bei den Feldjägern oder als Führungsfahrzeug in der Truppe geliefert, die bei Partnerbetrieben wie Freytag Karosseriebau auf militärische Bedürfnisse umgebaut werden.
      Mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall gibt es ohnehin bereits gute Verbindungen. (…) Nicht zuletzt ist Konzerntochter MAN als Lieferant der Basisfahrzeuge für die schweren Rheinmetall-Militär-Lkw zuständig. Man kennt sich also…“ Artikel von Torsten Seibt vom 13.03.2025 in auto-motor-und-sport.de externer Link

Grundinfos:

  • Die Kampagnenseite von Robin Wood externer Link
  • das Aktionsnetzwerk „Zukunftswerk Osnabrück“ externer Link
  • Rausmetall externer Link – Keine Kriegsfabrik in Osnabrück auch auch nirgendwo anders
  • Pressespiegel beim Zukunftswerk externer Link zu den Themen VW, VW-Werk Osnabrück, Rheinmetall und Konversionsideen..
  • Orte der Aufrüstung – wir mappen die Militarisierung
    Die Website einer neuen antimilitaristischen Kampagne ist online: https://orte-der-aufruestung.de/ externer Link
    Ihre Zielsetzung wird dort wie folgt formuliert: „Aufrüstung stoppen. Konversion rückwärts – in Görlitz, in Osnabrück, überall!
    Denn: Überall schreitet die Militarisierung der Gesellschaft voran. Von zivil zu militärisch in Richtung Kriegstüchtigkeit: Fabriken, Softwarefirmen, Krankenhäuser, Bahnstrecken. Jeder Mensch, der in die Rüstung wechselt, fehlt in Pflege, Gesundheit, Bahn und Klimaschutz. Genau hier können wir den Wahnsinn aufhalten: Durch Verweigerung und Widerstand in den Betrieben und den Orten der Aufrüstung.
    Zwei widerständige Symbole gibt es bereits: In Görlitz externer Link soll eine Waggonbaufabrik zu einer Panzerfabrik umgewandelt werden. Und in Osnabrück externer Link will Rheinmetall das VW-Werk übernehmen. An den Orten regt sich bereits der Widerstand.
    Organisieren wir uns gemeinsam: Kämpferische Arbeiter*innen, kreative Aktivist*innen und engagierte Zivilgesellschaft. Verhindern wir die Militarisierung – vor Ort und überall
    .“
  • Siehe auch die Initiative „VW heißt Verkehrswende“: https://vw-fuer-alle.de/ externer Link

Siehe auch für aktuelle Hintergründe:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=230942
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