Bundesweite Tarifrunde TV-N 2026 im kommunalen Nahverkehr: „Mobilität für alle und gute Arbeit für die Beschäftigten im ÖPNV“

Bundesweite Tarifrunde TV-N 2026 im kommunalen Nahverkehr: "Mobilität für alle und gute Arbeit für die Beschäftigten im ÖPNV"Mit einer konzertierten Übergabe ihrer Tarifforderungen in allen 16 Bundesländern hat ver.di am 27. November 2025 die Tarifrunde zu den Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr gestartet. Betroffen sind bundesweit knapp 150 kommunale Unternehmen in ebenso vielen Städten und Landkreisen sowie in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. (…) In Brandenburg, Thüringen und dem Saarland werden zusätzlich die Löhne und Gehälter der Beschäftigten verhandelt. (…) Da sich die Tarifverträge an vielen Stellen unterscheiden, hat die Gewerkschaft im Austausch mit den Beschäftigten jeweils angepasste Forderungen entwickelt. Zu den Kernforderungen an die Arbeitgeberseite gehören dabei in mehreren Bundesländern: Verkürzung der Wochenarbeitszeit, Verkürzung der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten und Erhöhung von Zuschlägen für Arbeit in der Nacht und am Wochenende…“ ver.di-Meldung vom 27.11.2025 externer Link. Siehe die Sonderseite zur Tarifrunde TV-N 2026 externer Link und hier darüber:

  • [Flyer des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi« ] Tarifrunde Nahverkehr: Forderungen voll durchsetzen! Gemeinsam für den Ausbau des ÖPNV! New
    Schon zu Beginn der Tarifrunden im Nahverkehr, die sich vor allem um die Manteltarifverträge drehen, tönen die so genannten Arbeitgeber, die Forderungen seien nicht zu finanzieren. Die Forderungen sind jedoch alles andere als überzogen, eher zu bescheiden. Allerdings variieren die Forderungen von Bundesland zu Bundesland: In Sachsen soll die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 35 Stunden gesenkt, die Jahressonderzahlung auf 83 Prozent erhöht und alle Stellen gesichert werden. In Hessen und Berlin soll die Entgeltordnung überarbeitet werden. In Berlin fordert ver.di unter anderem 500 Euro mehr Urlaubsgeld und statt einer wöchentlichen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich 33 Urlaubstage für alle. (…)
    Solidaritätskampagne
    Gerade, weil der ÖPNV für die Arbeiter*innenklasse bedeutend ist, muss dieser Kampf durch alle Gewerkschaften mit einer systematischen Solidaritätskampagne unterstützt werden. In Dresden haben beispielsweise 40.000 Menschen ein Bürgerbegehren der Linken unterschrieben, dass weitere Kürzungen bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) verhindern soll. So wie in Dresden, denken bundesweit unzählige Menschen. Die DGB-Gewerkschaften müssen in Betrieben Solidaritätsaktionen organisieren und zu Treffen einladen, auf denen Solidaritätsaktionen geplant werden können. (…)
    Zusammen kämpfen
    Zeitgleich mit den Tarifverhandlungen um den Nahverkehr laufen auch Verhandlungen um den Tarifvertrag der Länder. Die Situation der TVL-Beschäftigten ähnelt denen der TVN-Beschäftigten. Was wäre, wenn sie gemeinsam kämpfen würden? Die gemeinsame Stärke würde spürbar und sichtbar und die Streiks würden größere Wirkung zeigen. Ver.di und GEW sollten deshalb gemeinsame Demonstrationen und Kundgebungen beider Tarifrunden organisieren…“ Flyer zur TVN Runde  des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi«
  • Manteltarifverträge ÖPNV: Für sechs Minuten Wendezeit
    Bundesweite Tarifbewegung für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr hat begonnen. Bus- und Bahnfahrer fordern Arbeitszeitverkürzung und längere Ruhezeiten
    Das Potential ist riesig. In den kommenden Monaten werden sich nicht nur die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder in einer Tarifauseinandersetzung befinden, sondern auch deren Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Nahverkehr. Am Mittwoch übergab die Gewerkschaft Verdi in zahlreichen Bundesländern ihre Forderungen an die Kapitalseite. Betroffen sind insgesamt 150 kommunale Verkehrsunternehmen in allen Bundesländer.
    In aller Regel geht es in den einzelnen Tarifverhandlungen um die Manteltarifverträge, die die Arbeitsbedingungen regeln. (…)
    Die Schlichtung der Entgelttarifrunde beim bundesweit größten Nahverkehrsbetrieb, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), im Frühjahr dieses Jahres umfasste die Verpflichtung, die Themen Arbeitszeit und Arbeitssouveränität zu verhandeln. Im Detail bedeutet das für die Berliner Kollegen zum Beispiel, die maximale Schichtlänge auf zwölf Stunden zu verringern und die Mindestruhezeit auf elf Stunden zu erhöhen. Dazu gehört auch, die Wendezeit am Ende einer Bus- oder Straßenbahnfahrt auf sechs Minuten zu erhöhen – und zwar ohne Ausnahme. Hintergrund ist die oftmals fehlende Zeit für den Gang zur Toilette. Weitere Forderungen, die die Verdi-Tarifkommission in der BVG und der Berlin Transport GmbH, als Ergebnis ihrer Beschäftigtenumfrage an die Geschäftsführungen übergab, sind: 33 Tage Urlaub für alle Kollegen, 500 Euro mehr Urlaubsgeld mit der Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage, die Einrichtung einer ständigen Kommission zur Überarbeitung der Entgeltordnung, die Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste auf 20 Euro und die Abschaffung geteilter Dienste an Wochenenden und Feiertagen.
    Die Laufzeiten der Manteltarifverträge wurden synchronisiert, weshalb alle Manteltarifverträge im Nahverkehr gleichzeitig kündbar und verhandelbar sind. Die Friedenspflicht endet bundesweit am 1. Januar. Die für den öffentlichen Dienst der Länder endete bereits Ende Oktober. Mit ein wenig Streikkoordination könnte erheblicher Druck aufgebaut werden
    …“ Artikel von Susanne Knütter in der jungen Welt vom 28.11.2025 externer Link

Siehe zuletzt:

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=232435
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