Bundesweite Tarifrunde TV-N 2026 im kommunalen Nahverkehr: „Mobilität für alle und gute Arbeit für die Beschäftigten im ÖPNV“

Dossier

Bundesweite Tarifrunde TV-N 2026 im kommunalen Nahverkehr: "Mobilität für alle und gute Arbeit für die Beschäftigten im ÖPNV"Mit einer konzertierten Übergabe ihrer Tarifforderungen in allen 16 Bundesländern hat ver.di am 27. November 2025 die Tarifrunde zu den Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr gestartet. Betroffen sind bundesweit knapp 150 kommunale Unternehmen in ebenso vielen Städten und Landkreisen sowie in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. (…) In Brandenburg, Thüringen und dem Saarland werden zusätzlich die Löhne und Gehälter der Beschäftigten verhandelt. (…) Da sich die Tarifverträge an vielen Stellen unterscheiden, hat die Gewerkschaft im Austausch mit den Beschäftigten jeweils angepasste Forderungen entwickelt. Zu den Kernforderungen an die Arbeitgeberseite gehören dabei in mehreren Bundesländern: Verkürzung der Wochenarbeitszeit, Verkürzung der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten und Erhöhung von Zuschlägen für Arbeit in der Nacht und am Wochenende…“ ver.di-Meldung vom 27.11.2025 externer Link. Siehe die Sonderseite zur Tarifrunde TV-N 2026 externer Link und hier darüber:

  • Tarifrunde ÖPNV: ver.di ruft erneut zu ganztägigen Streiks in Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg am Donnerstag, 19. März auf – 96 Stunden in Sachsen-AnhaltNew
    In der Tarifrunde für den kommunalen Nahverkehr ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für kommenden Donnerstag (19. März 2026) erneut in mehreren Bundesländern gleichzeitig zum Streik auf. In Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg wird in den meisten kommunalen ÖPNV-Unternehmen der Verkehr vollständig zum Erliegen kommen. In Hessen entscheidet sich im Laufe dieses Montags nach den aktuellen Verhandlungsgesprächen, ob die Gewerkschaft ebenfalls für den 19. März zum Streik aufruft. In Bremen fällt diese Entscheidung nach den dortigen Verhandlungen am Mittwoch, im Saarland am Donnerstag. Es ist der dritte gemeinsame Arbeitskampf im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde, in der die Arbeitsbedingungen für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 Unternehmen in allen Bundesländern verhandelt werden. Zugleich geht es in Bayern, Brandenburg, Thüringen, dem Saarland und bei der Hamburger Hochbahn auch um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten. (…)
    „Wir haben in den Ländern teils sehr unterschiedliche Verhandlungsstände“, sagte die Gewerkschafterin. „Wir rufen daher nur dort zu Streiks auf, wo es jetzt wirklich Druck braucht.“ Die Arbeitskämpfe seien ein gemeinsames Signal für bessere und möglichst einheitliche Arbeitsbedingungen. „Aber wir streiken nicht aus Prinzip. Wenn es am Verhandlungstisch gut vorangeht, bleiben Streiks aus.“ Ziel der Gewerkschaft sei es, die Belastungen der Beschäftigten durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck abzubauen, um die hohe Fluktuation in den Betrieben zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte zu finden. „Wenn uns das nicht gelingt, ist der ÖPNV massiv gefährdet – als Daseinsvorsorge, als Garant für Teilhabe und für Lebensqualität“, betonte Behle
    .“ Pressemitteilung vom 16.3.2026 externer Link, siehe auch:

    • 96 Stunden Stillstand im Nahverkehr Sachsen-Anhalt
      96 Stunden Stillstand im Nahverkehr Sachsen-Anhalt: Beschäftigte reagieren auf „Pseudoangebot“ der Arbeitgeber
      Nach der heutigen Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des kommunalen Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Beschäftigten zu einem viertägigen Warnstreik vom 19. bis 22. März auf. Betroffen sind die Verkehrsbetriebe MVB (Magdeburg), HAVAG (Halle), DVG (Dessau) und PVG Burgenlandkreis. Der kommunale Nahverkehr wird in diesem Zeitraum weitgehend zum Erliegen kommen…“ Pressemitteilung vom 17.03.2026 beim ver.di-Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen externer Link
    • siehe für Länder-Infos das Dossier zur Tarifrunde externer Link und darin:
    • TV-N Schleswig-Holstein: Erster Tarifabschluss im ÖPNV erzielt
      In der Tarifrunde TV-N im öffentlichen Personennahverkehr liegen die ersten Abschlüsse vor: In Schleswig-Holstein haben sich ver.di und die Arbeitgeber am 1. März 2026 in der vierten Verhandlungsrunde auf ein Tarifergebnis geeinigt. Der Abschluss bringt spürbare Verbesserungen für alle Beschäftigtengruppen und markiert den Auftakt der TV-N-Tarifrunde im ÖPNV. Kernpunkte des Tarifabschlusses sind eine mehr als verdoppelte Jahressonderzahlung mit einer schrittweisen Erhöhung bis 2.600 Euro ab 2031, höhere Zuschläge inklusive Nachtarbeit ab 21 Uhr, Prämien für kurzfristiges Einspringen, deutlich höhere Zuschläge für geteilte Dienste, eine Anhebung der vermögenswirksamen Leistungen sowie eine Gesprächsvereinbarung zur Verbesserung der Eingruppierungssystematik. Die Laufzeit beträgt 48 Monate. Der Abschluss gilt als Richtungsentscheidung für die weiteren TV-N-Tarifrunden in den Bundesländern. Nachgezogen hat inzwischen Baden-Württemberg…“
  • Nächste Streikrunde am 27. und 28. Februar der öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern und in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen
    • Tarifrunde Nahverkehr: ver.di erhöht mit bundesweiten Streiks im ÖPNV den Druck auf die kommunalen ArbeitgeberIn der Tarifrunde für die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck auf die Arbeitgeber und ruft für den 27. und 28. Februar 2026 erneut bundesweit zum Arbeitskampf auf. In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen werden dadurch am kommenden Freitag keine Busse und Bahnen fahren. In vielen Tarifbereichen wird der Streik auch auf den Sonnabend ausgedehnt.
      Betroffen von der Tarifrunde sind 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen mit zusammen rund 100.000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft verhandelt hier meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV), Gegenstand der Verhandlungen sind die Arbeitsbedingungen, insbesondere Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
      „Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab“, konstatierte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle am Dienstag. „Das ist mehr als enttäuschend – offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern
      .“…“ ver.di-Pressemitteilung vom 24.2.2026 externer Link
    • Siehe auch Informationen zu den Forderungen und Verhandlungsverläufen in den einzelnen Tarifgebieten auf der Aktionsseite externer Link
    • und z.B. die Pressemitteilungen vom 24.02.2026 für Berlin und Brandenburg: Berliner Verkehrsbetriebe verweigert echte Verhandlungen – Warnstreik am Freitag und Samstag in Berlin externer Link und TV-N Brandenburg: Arbeitgeber verlangen Reallohnverlust – Streik am Freitag und Samstag externer Link
  • ver.di ruft bundesweit für Montag, 2. Februar zu Streiks im kommunalen Nahverkehr auf – insbesondere für deutlich bessere und gesündere Arbeitsbedingungen 
    In der aktuellen Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten für Montag, 2. Februar 2026, bundesweit zu Streiks auf. In den Verhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) geführt werden, fordert ver.di insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV: etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Insgesamt betroffen sind fast 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.
    „Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck“, erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. „Wir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden.“ In den bisherigen Verhandlungen, so Behle, verweigerten die Arbeitgeber allerdings fast jede Verbesserung. Mehr noch: Teils sollen Belastungen sogar erhöht werden, etwa durch längere Schichten oder die Streichung des Krankengeldzuschusses. „Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist ein Angriff auf bestehende Vereinbarungen“, sagte Behle. „Damit wird der ÖPNV als Daseinsvorsorge gefährdet. Wer bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung verweigert, bringt die vielen Menschen, die auf den ÖPNV angewiesen sind, um ihre Teilhabe.“ Die Gewerkschafterin kündigte eine „harte Runde“ an, wenn in die Verhandlungen keine Bewegung komme: „Mit dem Streikaufruf setzen wir ein klares Signal der Entschlossenheit. Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen.“.
    Es ist davon auszugehen, dass in den betroffenen Verkehrsbetrieben der ÖPNV zum Erliegen kommt. Nur die etwa 5.000 Beschäftigten in Niedersachsen sind wegen der anhaltenden Friedenspflicht nicht zum Streik aufgerufen – bei der Hamburger Hochbahn entscheidet sich im Laufe dieses Freitags nach den aktuellen Verhandlungsgesprächen, ob die Gewerkschaft hier ebenfalls für den 2. Februar zum Streik aufruft.“ Pressemitteilung vom 30.1.2026 externer Link

    • Tarifvertrag Nahverkehr: Nur gute Arbeit kommt gut an
      Die Tarifrunde Nahverkehr hat im Januar 2026 begonnen. ver.di geht es in dieser Tarifrunde darum, die Belastungen für die Beschäftigten zu mindern oder fair auszugleichen. Für Montag, 2. Februar 2026, ruft ver.di bundesweit zu Streiks im kommunalen Nahverkehr auf…“ Umfangreicher Beitrag vom 31.01.2026 bei ver.di externer Link
    • in NRW z.B. werden am Montag 30 Betriebe bestreikt, siehe die PM von ver.di NRW oder auch Berlin externer Link und Brandenburg externer Link
    • Bundesweite Streiks im kommunalen Nahverkehr am Montag, 2. Februar – und ihre Fallstricke am Beispiel Berlin/BVG

      • Verdi und BVG schließen Kompromiss: Geisterfahrten bei der Tram
        Trotz des Warnstreiks am Montag sollen Straßenbahnen fahren dürfen – ohne Fahrgäste. Die BVG will so vermeiden, dass Oberleitungen wieder festfrieren. (…) Hintergrund dieser Sondervereinbarung ist die Hoffnung, am Dienstag nach dem Warnstreik wieder stabil fahren zu können, wenn die Oberleitungen frei von Eis gehalten werden, sagte eine BVG-Sprecherin. Damit stiegen die Chancen, größere Einschränkungen für die Fahrgäste zu vermeiden…“ dpa-Meldung am 31.1.2026 in der taz online externer Link ähnlich die Pressemitteilung vom 31.01.2026 von ver.di externer Link
      • Mehr Verteidigung als Angriff: Verdi bestreikt BVG am Montag
        Gewerkschaft rechtfertigt Arbeitskampf mit Angriffen der Arbeitgeberseite, BVG prüft rechtliche Schritte
        Nachdem in der vergangenen Woche der Straßenbahnverkehr in Berlin witterungsbedingt eingestellt worden ist, müssen sich Fahrgäste auch in der kommenden Woche für Einschränkungen wappnen. Für Montag hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der BVG in den Warnstreik gerufen. Vom Streik betroffen ist neben dem Straßenbahn- auch der U-Bahn- und Busverkehr. Die zur Deutschen Bahn gehörende S-Bahn ist von der Arbeitsniederlegung ausgenommen. (…) Verdi begründete den Warnstreik mit einer angeblichen Blockadehaltung der Arbeitgeber. So habe die BVG am Donnerstag zum Ausdruck gebracht, dass die wirtschaftliche Lage keine umfassenden tariflichen Verbesserungen zulasse. Vielmehr seien die Forderungen nur realisierbar, wenn die Beschäftigten an anderen Stellen Zugeständnisse machen würden, etwa durch Einschränkungen beim Krankengeldzuschuss und bei der Mitbestimmung über die eigene Arbeitszeit. Wie Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt »nd« sagte, stelle sich die Tarifrunde mittlerweile so dar, dass es nicht in erster Linie darum gehe, eigene Forderungen durchzusetzen: »In dem Fall ist es eher anders. Wir wollen die Dinge, die wir jahrzehntelang erkämpft haben, schützen. (…) Die Ziele sind dabei je nach Unternehmen unterschiedlich. Für die Beschäftigten der BVG fordert Verdi unter anderem mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden und mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Außerdem will die Gewerkschaft eine Erhöhung der sogenannten Wendezeit auf sechs Minuten ohne Ausnahme. Das betrifft die Zeit, die Fahrerinnen und Fahrer an einer Endhaltestelle haben, bevor sie wieder in die Gegenrichtung aufbrechen. (…) Weiterhin steht eine Forderung nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 35 Stunden bei der BVG im Raum. Sie sei zwar explizit »keine Forderung der Belegschaft«, allerdings, sagt Gewerkschaftssekretär Canyurt, gebe es »eine Erwartung« aus der vorherigen Tarifrunde. (…) Die BVG bezeichnete die Maßnahmen der Gewerkschaft als »unverhältnismäßige Eskalation« und forderte die Rücknahme des Streikaufrufs. Das landeseigene Verkehrsunternehmen prüfe rechtliche Schritte. (…) Statt über Entlastungen würde in manchen Bundesländern über eine Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche geredet. Von Stubenrauch appellierte an die Solidarität der Fahrgäste und Kolleg*innen in anderen Branchen: »Mir gefällt der Streik auch nicht und ich verstehe, wenn ein Bürger dieser Stadt noch kein Verständnis hat. Ich bitte aber um Verständnis, weil das Angriffe sind, die jeden treffen können, dadurch sind wir quasi gezwungen.«“ Artikel von Christian Lelek vom 30. Januar 2026 in Neues Deutschland online externer Link
      • Und der ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg dazu:
    • Faule Hunde: Ist Streik ein Verbrechen? Oder ein Weckruf?
      Immer, wenn Busse stehen und Bahnen schweigen, heißt es: „Unverschämt! Wie soll man denn zur Arbeit kommen?“ Die ehrlichere Frage wär‘: Wie kommen die eigentlich noch zur Arbeit? Nachts. An Feiertagen. Bei Glatteis, Starkregen, 35 Grad im Schatten. Mit Überstundenkonten, die nie leer werden, mit Rücken, die knacken, Infekten, die verschleppt werden, weil Ausfälle sonst den ganzen Betrieb lahmlegen. Wer im ÖPNV arbeitet, hält den Laden am Laufen – und wird bezahlt, als wäre er austauschbares Zubehör.
      Ein Streik ist kein Angriff auf die Gesellschaft. Er ist ihr Notruf. Denn eine freie, demokratische Gesellschaft braucht Gewerkschaften wie der Körper Sauerstoff. Ohne sie gibt’s keine Verhandlung auf Augenhöhe, nur Durchhalteparolen von oben und Erschöpfung von unten.
      Ganz abgesehen davon werden ja überall die Rechte arbeitender Menschen geschleift. Renten? Unsicher. Mieten? Explodieren. Lebens-mittelpreise? Steigen. Während sich Pflegekräfte, Fahrerinnen, Erzieher und Müllwerker rechtfertigen müssen, gelingt es Großverdienern seit Jahrzehnten, sich elegant aus der Bürgerpflicht zu stehlen: CumEx, Briefkastenfirmen, Auslandskonten, Steuerflucht. Die tausend Reichsten dieses Landes bunkern mehr Vermögen als zehn Millionen „Normal-bürger“. „Leistung muss sich wieder lohnen“ ist die Lachnummer der Saison.
      Was Wunder, wenn das Vertrauen in Parteien und Institutionen weiter schwindet und die Demokratie Risse bekommt! Trotz der Aufklärungs-arbeit von Menschen wie Anne Brorhilker versagen Staatsanwaltschaften und Finanzaufsichten. Politische Konsequenzen? Fehlanzeige. Der Rechtsstaat hinkt dem Recht hinterher.
      Wie gut also, dass es dem berühmten Satiriker Peter Grohmann und seiner Omi Glimbzsch (Zittau) gelungen ist, mit Beharrlichkeit einen bescheidenen Beitrag zur Razzia bei der Deutschen Bank zu leisten. Ein Beweis dafür, dass Engagement wirkt – aber auch dafür, wie selten es geworden ist.
      Was wir jetzt brauchen, ist mehr davon. Mehr Haltung. Mehr Streit. Mehr Solidarität. Und die Einsicht, dass die Demokratie gefährdet ist, wenn Populisten auf dem Siegeszug sind. Die eingeschlafenen Füße in der gesellschaftlichen Mitte brauchen dringend ein Eisbad. Der Streik im ÖPNV ist kein Ärgernis – er ist ein Stresstest für unsere Demokratie. Wer ihn nicht aushält, muß sich fragen, auf wessen Schultern er eigentlich steht.“ Peter Grohmann’s „Wettern der Woche“ vom 2.02.2026 als Video auf youtube externer Link
    • Zu lange gab es keine neue Debatte mehr um neue Streik- und Kampfformen, siehe unsere Rubrik dazu
  • Warnstreiks oder nicht, das ist im ÖPNV die Frage. Bei den Tarifverhandlungen mit 150 kommunalen Verkehrsunternehmen verlangt Verdi kürzere Arbeitszeiten
    „Deutschlandweit verhandelt Verdi derzeit mit 150 kommunalen Verkehrsunternehmen über bessere Arbeitsbedingungen für Bus- und Bahnfahrer, einige Landesverbände der Dienstleistungsgewerkschaft bereits seit knapp zwei Monaten. Wie Lukas Frew von Verdi Nordrhein-Westfalen gegenüber »nd« erklärt, sind bis auf Niedersachsen alle Landesbezirke dazu aufgerufen. Die Forderungen sind nicht gleich, da sich die Tarifverträge unterscheiden. Es geht der Gewerkschaft jedoch überall um eine Verkürzung der Arbeitszeit und längere Ruhezeiten zwischen zwei Schichten. Der aktuelle Manteltarifvertrag ist vor zwei Jahren in Kraft getreten. Damals hatte es fünf Verhandlungsrunden bis zu einer Einigung gebraucht; es kam auch zu Warnstreiks deutschlandweit. Verdi möchte diese jetzt zwar vermeiden, schließt sie aber ausdrücklich nicht aus, sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen. »Streik ist immer letztes Mittel, auch um die Belastungen für Pendler niedrig zu halten«, erklärt Gewerkschaftssekretär Frew. Derzeit verhandelt Verdi NRW mit den Kommunen für knapp 30 000 Beschäftigte der 30 städtischen Nahverkehrsbetriebe an Rhein und Ruhr. Die erste Runde endete ergebnislos, auch weil die Arbeitgeber kein eigenes Angebot gemacht hatten. Diese hätten den Ernst der Lage nicht erkannt, erklärte Verdi daraufhin. Die Arbeitsbelastung in den Betrieben sei seit Jahren hoch, der Fachkräftemangel spitze sich weiter zu, heißt es von Verdi-Verhandlungsführer Heinz Rech. »Wer einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr will, muss endlich bereit sein, in die Menschen zu investieren, die ihn täglich ermöglichen.« Weniger arbeiten, dafür das gleiche Gehalt: So lässt sich die Hauptforderung von Verdi resümieren. (…) Nicht nur in Sachsen appelliert Verdi hinsichtlich der Finanzierung der Forderungen an Bund und Länder. Diese müssten mehr Kosten übernehmen, damit den klammen Kommunen nicht länger die Hauptlast aufgebürdet werde.“ Artikel von David Bieber vom 28. Januar 2026 in Neues Deutschland online externer Link
  • [Flyer des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi« ] Tarifrunde Nahverkehr: Forderungen voll durchsetzen! Gemeinsam für den Ausbau des ÖPNV!
    Schon zu Beginn der Tarifrunden im Nahverkehr, die sich vor allem um die Manteltarifverträge drehen, tönen die so genannten Arbeitgeber, die Forderungen seien nicht zu finanzieren. Die Forderungen sind jedoch alles andere als überzogen, eher zu bescheiden. Allerdings variieren die Forderungen von Bundesland zu Bundesland: In Sachsen soll die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 35 Stunden gesenkt, die Jahressonderzahlung auf 83 Prozent erhöht und alle Stellen gesichert werden. In Hessen und Berlin soll die Entgeltordnung überarbeitet werden. In Berlin fordert ver.di unter anderem 500 Euro mehr Urlaubsgeld und statt einer wöchentlichen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich 33 Urlaubstage für alle. (…)
    Solidaritätskampagne
    Gerade, weil der ÖPNV für die Arbeiter*innenklasse bedeutend ist, muss dieser Kampf durch alle Gewerkschaften mit einer systematischen Solidaritätskampagne unterstützt werden. In Dresden haben beispielsweise 40.000 Menschen ein Bürgerbegehren der Linken unterschrieben, dass weitere Kürzungen bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) verhindern soll. So wie in Dresden, denken bundesweit unzählige Menschen. Die DGB-Gewerkschaften müssen in Betrieben Solidaritätsaktionen organisieren und zu Treffen einladen, auf denen Solidaritätsaktionen geplant werden können. (…)
    Zusammen kämpfen
    Zeitgleich mit den Tarifverhandlungen um den Nahverkehr laufen auch Verhandlungen um den Tarifvertrag der Länder. Die Situation der TVL-Beschäftigten ähnelt denen der TVN-Beschäftigten. Was wäre, wenn sie gemeinsam kämpfen würden? Die gemeinsame Stärke würde spürbar und sichtbar und die Streiks würden größere Wirkung zeigen. Ver.di und GEW sollten deshalb gemeinsame Demonstrationen und Kundgebungen beider Tarifrunden organisieren…“ Flyer zur TVN Runde  des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi«
  • Manteltarifverträge ÖPNV: Für sechs Minuten Wendezeit
    Bundesweite Tarifbewegung für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr hat begonnen. Bus- und Bahnfahrer fordern Arbeitszeitverkürzung und längere Ruhezeiten
    Das Potential ist riesig. In den kommenden Monaten werden sich nicht nur die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder in einer Tarifauseinandersetzung befinden, sondern auch deren Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Nahverkehr. Am Mittwoch übergab die Gewerkschaft Verdi in zahlreichen Bundesländern ihre Forderungen an die Kapitalseite. Betroffen sind insgesamt 150 kommunale Verkehrsunternehmen in allen Bundesländer.
    In aller Regel geht es in den einzelnen Tarifverhandlungen um die Manteltarifverträge, die die Arbeitsbedingungen regeln. (…)
    Die Schlichtung der Entgelttarifrunde beim bundesweit größten Nahverkehrsbetrieb, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), im Frühjahr dieses Jahres umfasste die Verpflichtung, die Themen Arbeitszeit und Arbeitssouveränität zu verhandeln. Im Detail bedeutet das für die Berliner Kollegen zum Beispiel, die maximale Schichtlänge auf zwölf Stunden zu verringern und die Mindestruhezeit auf elf Stunden zu erhöhen. Dazu gehört auch, die Wendezeit am Ende einer Bus- oder Straßenbahnfahrt auf sechs Minuten zu erhöhen – und zwar ohne Ausnahme. Hintergrund ist die oftmals fehlende Zeit für den Gang zur Toilette. Weitere Forderungen, die die Verdi-Tarifkommission in der BVG und der Berlin Transport GmbH, als Ergebnis ihrer Beschäftigtenumfrage an die Geschäftsführungen übergab, sind: 33 Tage Urlaub für alle Kollegen, 500 Euro mehr Urlaubsgeld mit der Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage, die Einrichtung einer ständigen Kommission zur Überarbeitung der Entgeltordnung, die Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste auf 20 Euro und die Abschaffung geteilter Dienste an Wochenenden und Feiertagen.
    Die Laufzeiten der Manteltarifverträge wurden synchronisiert, weshalb alle Manteltarifverträge im Nahverkehr gleichzeitig kündbar und verhandelbar sind. Die Friedenspflicht endet bundesweit am 1. Januar. Die für den öffentlichen Dienst der Länder endete bereits Ende Oktober. Mit ein wenig Streikkoordination könnte erheblicher Druck aufgebaut werden
    …“ Artikel von Susanne Knütter in der jungen Welt vom 28.11.2025 externer Link

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