„Es herrscht Psychokrieg“. Die HafenarbeiterInnen in Hamburg bei HHLA bangen um Jobs und Tariflöhne durch (Teil)Privatisierung

Dossier

ver.di Hamburg: Kein Verkauf von Stadteigentum! Unser Hafen, nicht Euer Casino!„… Die beiden größten Konkurrenten für den Containerumschlag in der norddeutschen Bucht, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der Branchennachbar Eurokai, der zur Eurogate-Gruppe gehört, sowie der Bremer Konkurrent BLG Logistic (Bremer Lagerhaus-Gesellschaft) wollen kooperieren. (…) 80 Millionen Euro möchte die Eurogate-Gruppe einsparen, die HHLA kündigte 50 Millionen Euro Kostenreduzierung an. (…) Informationen gelangen HafenarbeiterInnen zufolge nur „häppchenweise“ und verirrend zu den Belegschaften. (…) „Es herrscht ein regelrechter Psychokrieg“, sagt ein Hafenarbeiter. (…) Ver. di werde es nicht akzeptieren, dass Geschäftsführungen und Vorstände die Profite der Aktionäre durch Arbeitsplatzabbau und Lohnkürzung sichern, kündigt Stubbe an…“ Artikel von Kai von Appen vom 18.12.2020 in der taz online externer Link, siehe dazu:

  • Hamburger Senat beschließt den Einstieg von MSC bei HHLA – Demonstration gegen Privatisierung der HHLA am Mittwoch, 21.02. in Hamburg New
    • Hamburger Senat beschließt Einstieg von MSC bei HHLA
      Der geplante Deal der Stadt Hamburg mit der Schweizer Reederei MSC hat eine wichtige Hürde genommen: Der Senat hat dem Teilverkauf der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) am Dienstag zugestimmt. MSC kann demnach knapp die Hälfte der Anteile am Hafenbetreiber HHLA übernehmen, darunter auch Aktien der Stadt. Knapp 93 Prozent der HHLA-Aktien kontrollieren Stadt und MSC bereits jetzt, die Reederei kauft allerdings nahezu täglich weiter Anteile an der Börse auf. Was für den Abschluss des Hafengeschäfts noch fehlt, ist unter anderem die Zustimmung der EU – und der Bürgerschaft. Die soll nun Einsicht in die Verträge erhalten, die die Stadt schon mit MSC geschlossen hat. Wahrscheinlich ist, dass die Abgeordneten bis zum Frühsommer entscheiden. Zugestimmt haben schon mehrere Kartellbehörden. In der Bürgerschaftssitzung in der übernächsten Woche will Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) außerdem eine Regierungserklärung abgeben…“ Meldung vom 13.02.2024 mit Video beim NDR externer Link
    • Stoppen wir die Privatisierung der HHLA!
      „… Es ist höchste Zeit, aufzustehen und unsere Stimme zu erheben. Wir rufen zu einer Demonstration auf, um gegen die drohende Privatisierung der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) zu protestieren. Die Zukunft unserer Stadt steht auf dem Spiel, und wir müssen gemeinsam handeln, um sie zu schützen! (…) Gemeinsam können wir eine starke Stimme gegen den Ausverkauf unserer Stadt erheben. Kommt zur Demonstration am 21.02.2024 um 17 Uhr, St. Annenplatz und zeigt, dass wir für unsere Gemeinschaft kämpfen!…“ ver.di-Aufruf zur Demonstration auf der ver.di HH-Aktionsseite externer Link „NOTRUF 040 – Kein Verkauf von Stadteigentum!“ – dort weitere aktuelle Informationen
    • Aufgeben ist keine Option: Hamburger Hafen — Der Teilverkauf der HHLA kann gestoppt werden
      Es ist still geworden um den geplanten Einstieg der Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Nachdem MSC im Dezember 2023 mitteilte, nunmehr über 22 Prozent des an der Börse gehandelten Streubesitzes an HHLA-Aktien zu verfügen, könnte der Eindruck entstehen, der geplante Deal sei gelaufen. Doch noch ist nichts entschieden…“ Artikel in verdi publik 01/2024 vom 01/2024 externer Link
  • [VKG] Illegal, aber legitim! Solidarität mit dem Streik und dem Widerstand gegen die Hafenprivatisierung! Rücknahme aller Abmahnungen und Kündigungsdrohungen!
    Am 6.11.23 legten die Kolleginnen und Kollegen der 2. Schicht die Arbeit nieder gegen die Teilprivatisierung ihres Arbeit“gebers“ HHLA und damit gegen die absehbare Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Wir bewundern Mut und Entschlossenheit dieser Kolleg:innen in ihrem Kampf, weil sie bereit sind, existenzielle Risiken wie Abmahnung, Kündigung oder Schadensersatz in Kauf zu nehmen. Das verdient die Solidarität und Unterstützung aller Beschäftigten. Wir fordern deshalb alle Kolleginnen und Kollegen, ob Gewerkschafts- und Nichtgewerkschaftsmitglieder auf, sich mit ihren kämpfenden Kollegen in Hamburg solidarisch zu erklären und in ihren Gewerkschaften Flagge zu zeigen: Streiks sind niemals wild, da elementares Menschenrecht.
    Wir sind zugleich empört, dass der Bundesvorstand von ver.di dieser Teilprivatisierung zugestimmt hat – offensichtlich gegen den Willen der Betroffenen und des ver.di Bezirkes Hamburg. Der Streik der Kolleg:innen ist also auch ein richtiges Zeichen dafür, dass die Gewerkschaften unter die Kontrolle der Mitglieder gehören und nicht in die Hände von Bürokrat:innen, die nach ihrem Gutdünken handeln.
    Dieser Kampf ist auch ein wichtiger Schritt, um das paternalistische und verkrustete Streikrecht der BRD aufzubrechen, das auf den Vorstellungen des Nazi-Juristen Nipperdey und der Rechtsprechung beruht. Dieses „Anti-Streikrecht“ kann dadurch aufgebrochen werden, dass wir uns das Recht auf Streik nehmen und neue Möglichkeiten entsprechend aktueller europäischer Rechtsprechung auf Basis der Europäischen Sozialcharta zu eröffnen. Das wird nicht ohne aktiven Kampf gehen!
    Rücknahme der Privatisierungsbeschlüsse!
    Rücknahme aller Abmahnungen und Kündigungsdrohungen!
    Volle Unterstützung von ver.di für die Betroffenen!
    Soli-Erklärung vom 30. November 2023 der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften externer Link
  • HHLA wollte stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Jana Kamischke wegen Kritik kündigen – und dann doch nicht. Disziplinierender Warnschuss an die Belegschaft? Und wird er wirken?
    • Hafenbetreiber HHLA will Betriebsrätin nun doch nicht kündigen
      Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) verzichtet nun offenbar doch auf die geplante fristlose Kündigung der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Jana Kamischke. Der Betriebsrat hatte das Vorgehen der HHLA scharf kritisiert. (…) Der Betriebsrat warf der HHLA-Führung in einem Schreiben an die Belegschaft vor, dass mit der geplanten Kündigung Angst verbreitet werden solle. Und er lehnte die Entlassung Kamischkes ab. Nun hat die Unternehmensspitze von der Kündigung Abstand genommen, wie NDR 90,3 erfuhr.
      Dressel beantwortet bei HHLA-Betriebsversammlung Fragen
      Unterdessen haben die Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung erneut ihre Bedenken gegen den geplanten Teilverkauf an die Schweizer Reederei MSC vorgetragen…“ NDR-Meldung vom 22.11.2023 externer Link und zuvor:
    • Hafenbetreiber HHLA will Betriebsrätin kündigen
      Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat versucht, einer der bekanntesten Kritikerinnen des geplanten Deals mit der Reederei MSC zu kündigen. Jana Kamischke ist stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei dem Hafenbetreiber und hatte sich in der Debatte um den Teilverkauf mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet.
      Ob bei Tarifverhandlungen oder ob beim Protest der HHLA-Beschäftigten gegen den geplanten Deal mit der Schweizer Reederei MSC: Jana Kamischke stand oft in der ersten Reihe bei Kundgebungen – und vor Kameras, um Interviews zu geben. Am vergangenen Freitag hat die HHLA-Spitze den Betriebsrat informiert, dass Kamischke fristlos entlassen werden soll. So steht es in einer Mitteilung des Betriebsrates, die NDR 90,3 vorliegt. Als Begründung habe die HHLA eine Vielzahl von Vorwürfen geliefert, die sich auf Meinungsäußerungen im privaten Bereich beziehen sollen. Und weiter heißt es in dem Betriebsratsschreiben: Der Versuch, aktiven Menschen den Mund zu verbieten und die Meinungsfreiheit einzuschränken sei nicht zu akzeptieren. Der Betriebsrat hat nach eigenen Angaben seine Zustimmung zur Kündigung verweigert. Weder Jana Kamischke noch der Betriebsrat reagierten bislang auf Anfragen zu der Angelegenheit
      …“ NDR-Info vom 21.11.2023 externer Link
    • ver.di Hamburg hat sich bislang nicht geäußert
  • HHLA: Angeblich weit über 100 Abmahnungen nach dem wilden Streik / Entscheidung der Bürgerschaft verschoben – Protest-Demo von ver.di Hamburg auch
    • HHLA: Nach zunächst 50 Abmahnungen sollen nun weit über 100 ausgesprochen worden sein
      Gegen den stolzen selbständigen Kampf der HHLA-Hafenarbeiter am Burchardkai in Hamburg haben Geschäftsleitung und Hamburger Senat eine beispiellose, skandalöse Repression gestartet: Nach zunächst 50 Abmahnungen sollen nun weit über 100 ausgesprochen worden sein! Einzelnen wurde direkt mit Kündigung gedroht, Neueingestellte sollen erpresst worden sein, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, dass sie zum Streik gezwungen worden wären...“ Aus der Meldung der Landesleitung Nord der MLPD am 19.11.2023 in den Rote-Fahne-News externer Link („Skandalöse Repression gegen streikende Hafenarbeiter erfordert Politik der Arbeiteroffensive“) – bisher nirgends eine Bestätigung gefunden
    • Delegiertenversammlung der IG Metall Stuttgart u.a. mit den Kolleg*innen im Hamburger Hafen solidarisch
      Delegiertenversammlung erklärt sich solidarisch mit den Kolleg*innen, die im Hamburger Hafen, in Schweden bei Tesla und in den USA bei Ford, Stellantis und GM demonstrieren.“ Kurzmeldung vom 15.11.2023 der IG Metall Stuttgart externer Link
    • Hamburger Hafen: Demo der Hafenarbeiter am Mittwoch fällt überraschend aus
      Ver.di sagt geplante Protestkundgebung in der Innenstadt ab. Was dahintersteckt und was die Gewerkschaft in der Zukunft vorhat.
      Eine für kommenden Mittwoch geplante Demonstration der Hafenarbeiter in der Hamburger Innenstadt fällt aus. Grund ist, dass sich die Entscheidung der Bürgerschaft über den geplanten Einstieg der Schweizer Reederei MSC beim Hamburger Hafenkonzern HHLA noch hinzieht. Ursprünglich waren die Veranstalter der Gewerkschaft Ver.di davon ausgegangen, dass die Hamburgische Bürgerschaft bereits in ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch über den Plan abstimmt. Dagegen wollten die Hafenarbeiter noch einmal lauthals protestieren. „Da die Entscheidung nun nicht mehr im November fällt, haben wir die Demo verschoben“, sagte Lars Stubbe, Gewerkschaftssekretär für maritime Wirtschaft bei Ver.di. Die Demo werden nachgeholt, wenn die politische Entscheidung ansteht. Ver.di Hamburg lehnt wie ein Teil der Hafenarbeiter den MSC-Deal ab…“ Artikel von Martin Kopp vom 19.11.2023 im abendblatt.de externer Link (Paywall)
    • HHLA AG: Widerstand gegen den Deal des Hamburger Senats mit der weltgrößten Reederei MSC
      Breie Front der Ablehnung gegen Verkauf der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) / Dachverband: Aktionäre sollen Kaufangebot von MSC nicht annehmen…“ Meldung vom 14. November 2023 externer Link beim Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre
    • Hamburg: Hafenarbeiter gegen die Verschleuderung öffentlichen Eigentums
      „… Die stellvertretende Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft Verdi, Heike Lattekamp, trat als erste auf die vor dem Rathaus aufgebaute Bühne mit der Feststellung: „Der Landesbezirk Hamburg mit seinen über 90 000 Mitgliedern lehnt den Verkauf der HHLA-Anteile und damit den Verkauf öffentlichen Eigentums unserer Stadt Hamburg an private Investoren ab.“ Durch den geplanten Verkauf der Anteile an MSC nähmen der Druck auf die Arbeitsbedingungen und der Einfluss des MSC auf die kritische Infrastruktur der Stadt Hamburg zu. In einer „Nacht- und Nebelaktion“ sei der Deal zwischen dem Hamburger Senat und MSC verhandelt worden. „Weder die Arbeitnehmervertreter der HHLA noch die Gewerkschaft ver.di noch die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt waren im Vorfeld in die Gespräche einbezogen.“ Diese Verhandlungen im Hinterzimmer, im kleinsten Kreise führten dazu, dass das Vertrauen der Beschäftigten und der Bürger in den Senat verloren ginge. Das sei besonders im Zeichen der Erstarkung der AFD politisch unverantwortlich. Gerade erlebten wir ein Beispiel der Zusammenarbeit des Senats mit privaten Investoren. Sie verwies dann auf den Investor René Benko, dessen versprochene Errichtung des Elbtowers infolge Insolvenz im Moment ruhe. Benko habe schon vier Galeria- und Karstadt-Kaufhäuser in Hamburg geschlossen, 750 Beschäftigte hätten ihren Arbeitsplatz verloren und 650 Millionen hätten wir als Steuerzahler bei Galeria / Karstadt in den Sand gesetzt. „Liebe Kolleginnen und Kollegen, der ver.di-Landesbezirk steht an Eurer Seite, der Seite der Gegner des geplanten Anteilsverkaufs von Staatseigentum. Unser Hafen – nicht Euer Casino.“
      Auch Malte Klingforth, Betriebsrat beim GHB (1000 Beschäftigte), warnte vor dem „Verschachern von öffentlichem Eigentum“ und erinnerte an den Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser im Jahr 2004, der aus seiner Sicht ein „Desaster“ war. Klingforth: „Es geht hier nicht nur um uns Hafenarbeiter. Der Verkauf der HHLA geht gegen die Interessen aller Bürger der Stadt!“. Er machte darauf aufmerksam, dass „MSC der einzige Bewerber war, der bereit war, eine Mehrheit von 50,1 Prozent seitens der Stadt zu akzeptieren. Alle anderen Bewerber waren das nicht, haben aber über die Gespräche geschwiegen.“ Warum die Geheimhaltung? Damit die Stadt sich nicht äußern kann. Denn der Senat vermute richtig, dass eine Privatisierung gegen die Interessen der Bevölkerung nur schwer durchsetzbar ist.
      Sein Kollege Sebastian Kalkowski ergänzte, dass die Dimensionen des Verkaufs noch viel größer sein könnten als bisher abzusehen. Denn: Die Schweizer Reederei MSC gewinnt bei dem Deal nicht nur Einfluss auf die Hamburger Containerterminals, sondern auch auf die wichtige Bahngesellschaft Metrans. „MSC hat sich schon bei der italienischen und der spanischen Bahn eingekauft. Wenn jetzt noch Metrans dazu kommt, hat die Reederei weitreichende Kontrolle über die europäischen Lieferketten“, so Kalkowski.
      Anschließend erhielt Sonja Petersen, Mitglied im Betriebsrat der HHLA (6700 Beschäftigte), das Wort. Sie erinnerte daran, dass schon einmal, nämlich 2006, ein Senat geplant hatte, die HHLA an einen Investor zu verkaufen, „Wir hatten damals in unserem Kampf nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung, sondern auch die der SPD-Fraktion. Das Vorhaben des CDU-Senats ist damals am Widerstand der Hafenbeschäftigten und der Bevölkerung gescheitert. Ein Jahr darauf wurde beschlossen, Teile der HHLA an die Börse zu bringen. 70 Prozent der Aktien hält die Hansestadt Hamburg, 30 Prozent sind im Streubesitz. Mit dieser Abmachung konnten wir seitdem gut leben. (…)
      Zwischendurch wurden immer wieder Solidaritätsbotschaften von Hafenbeschäftigten verlesen, aus Italien, Griechenland, der Türkei und den Niederlanden, die auch ihre Erfahrungen mit der Privatisierung der Häfen ansprachen. Auch die Belegschaften von Airbus, der Lufthansa Technik, der Hamburger Hochbahn, die Lascher und Festmacher  und die im Tarifkampf der Länder befindlichen Kolleginnen und Kollegen des Öffentlichen Dienstes meldeten sich mit Grußworten und Unterstützungsversprechen. Ebenfalls die soziale Initiative „Fridays for Future“ aus der Zusammenarbeit mit ver.di: „Wir fahren zusammen“. Alle Sprecher waren sich einig: Wenn die Ziele verwirklicht werden sollen, müssen alle noch eine gewaltige Schippe drauflegen und die Hamburger Bevölkerung mobilisieren.“ Aus dem Bericht über die Demo am 11.11.2023 am 15. November 2023 in Arbeiterpolitik externer Link
  • Wilder Streik gegen Privatisierung. Eindrücke von unseren Solidaritätsbesuchen und Gesprächen mit  streikenden Kolleg:innen im Hamburger Hafen 
    „… Bereits am Montagnachmittag, wenige Stunden nach Beginn der Aktion, versucht die Unternehmensleitung, gezielt Beschäftigte in Gespräche zu verwickeln. Doch der Aufforderung, auf das Werkgelände zu kommen, damit man reden könne, konterten die Streikenden selbstbewusst mit der Aufforderung, dass die Leitung doch besser selbst vor das Drehkreuz kommen solle. (…) Doch im Laufe des Tages erhöht die Geschäftsleitung den Druck auf die Beschäftigten. Ein kleiner Teil steht zwar weiterhin mit am Drehkreuz, jedoch nur noch auf dem Werksgelände. Zu groß ist die Sorge vor einer Kündigung. Vor Ort laufen Unternehmensvertreter mit Anwesenheitsliste herum und notieren, wer sich auf dem Werksgelände befindet und wer sich weiterhin auf dem Parkplatz, also auf der anderen Seite des Zauns, versammelt. Am Abend des 7. November, nach insgesamt vier bestreikten Schichten, wird der Streik beendet. Bis zum Ende des Streiks am Dienstagabend haben mindestens 50 Beschäftigte eine Abmahnung erhalten. (…) Im Zweifel würden auch fristlose Kündigungen ausgesprochen. Unter dem Eindruck des massiven Drucks und der fehlenden Ausweitung des Streiks auf die anderen Terminals beenden die Beschäftigten ihre Aktion. Doch die Arbeit wird nur teilweise wieder aufgenommen – weit über 50 Prozent der Nachtschicht zum Mittwoch, den 8. November, reicht eine Krankmeldung ein…“ Bericht von Laura Six und Marvin Hopp  in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 11/2023
  • HHLA: Wie ist es zum Streik der Kolleginnen und Kollegen am CTB/Burchardkai gekommen und wie war die Demo am 11.11.?
    • Wie ist es zum Streik der Kolleginnen und Kollegen am CTB/Burchardkai gekommen?
      Die Belegschaft des ersten und größten Containerterminals im Hamburger Hafen hatte schon immer ein großes Selbstbewußtsein. Waren sie es doch, die die wichtigste und größte Anlage am laufen hielten. Und das unter immer schwierigeren Bedingungen. Seit über 10 Jahren ist das Terminal eine Großbaustelle, verschleppte Instandhaltung der Geräte, ständige Umorganisationen durch ein chaotisches Management und seit 2020 ein zunehmender Rationalisierungsdruck durch Automatisierung und Flexibilisierung der Arbeitszeit. Das alles hat die Belegschaft an die Grenze ihrer Frustrationstoleranz gebracht. Das Ganze gipfelte nun in der Entscheidung des Senates, das ganze Unternehmen an MSC zu verkaufen. Ob zur Kenntnis genommen wurde, dass die Bundesversammlung von ver.di und die Landesbezirksleitung den Verkauf in Veröffentlichungen ablehnten ist schwer zu beurteilen. Auf der Demonstration am 20.09.2023 haben sich die Beschäftigten erst einmal deutlich Luft gemacht. Aber was ist dann geschehen? (…)
      Der endgültige Auslöser…
      war die veröffentlichte Entscheidung der ver.di-Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat der HHLA, dass sie dem Verkauf an MSC zugestimmt hätten. Daraufhin war das Mass voll und die zweite Schicht legte am 06.11.2023 die Arbeit nieder. Es war eine mutige und selbstbewusste Entscheidung, in der Annahme, dass nun der Druck auf HHLA-Vorstand und den Senat, die Dinge ins Rollen bringen würden. In betrieblichen Fragen hat das in der Vergangenheit, sei es durch Mehrarbeitsboykott oder Go-Slow auch oft funktioniert. Jetzt aber fehlten alle Erfahrungen, wie die Situation einzuschätzen war und welche Forderungen die richtigen sind, um Vorstand und Senat unter Druck zu setzen. Die alleinige Forderung ‚Kein Verkauf an MSC’ taugt dazu nicht. Egal, wie laut sie vorgetragen wird. Ebenfalls war den Kolleginnen und Kollegen nicht bewusst, dass nach einem Besuch des Personalvorstandes der HHLA Torben Seebold (vormals Leiter der Bundesfachgruppe Maritim bei ver.di) beim ver.di Bundesvorstand in Berlin, das Vorstandmitglied Christine Behle, offenbar in Absprache mit ihm, eine Überleitungstarifvertrag zum Verkauf der HHLA an MSC („MSC-Transaktin“) forderte. Entgegen dem Beschluss des ver.di Bundeskongresses und anderer ver.di Gremien ‚Kein Verkauf der HHLA an MSC’, verfolgte der Bundesvorstand die Abwicklung des von der Hamburger SPD-Führung beschlossenen Verkaufes. Ohne, dass es ihnen bewusst war, sassen die Kolleginnen und Kollegen plötzlich zwischen zwei Fronten. (…) Für den ver.di Bundesvorstand ist das Thema also erledigt. Man ist also auf SPD-Linie. (…) Wesentlich für den Abbruch des Streiks ist nicht die Repression des HHLA-Vorstandes. Es fehlte die Erfahrung einzuschätzen, mit wem habe ich es zu tun, welche Forderungen ergeben sich daraus, die ich auch mit meinen Kräften erreichen kann und auf wen kann ich mich verlassen. Und es fehlte der Mut, sich gegen eine Gewerkschaftsführung zu wehren, die sich hinter dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen auf die Seite des Senates und des Unternehmers geschlagen hat…“ Gast-Beitrag vom 11.11.2023 bei Gewerkschaftslinke Hamburg externer Link – vor der Demo geschrieben, siehe dazu:
    • Wilder Streik im Hamburger Hafen am 6. und 7. November 2023 und die Kundgebung am 11.11.23
      Sonder Jour Fixe Info 12.11.2023 bei Gewerkschaftslinke Hamburg externer Link mit vielen interessanten Beiträgen und Hintergründen
    • Siehe zur Demo am 11.11. insbesondere:
      • Auszüge aus den Reden von Malte Klingforth (GHB) und dem HHLA-BR-Kollegen
        2 Videos vom 11.11.2023 in der gmx-Cloud externer Link (ohne Urheber-Angaben)
      • Hafenbeschäftigte demonstrieren gegen HHLA-Teilverkauf an MSC
        „“Unser Hafen – Nicht Euer Casino“ – unter diesem Motto demonstrierten Mitarbeitende des Hafenbetreibers und die Gewerkschaft ver.di.“ Video des Beitrags am 11.11.2023 externer Link im Hamburg Journal des NDR
      • Kämpferische Kundgebung gegen die Politik von SPD u. Grüne Hamburg. Gegen die Teilprivatisierung der HHLA, sie geht zu Lasten von Beschäftigten und Stadtgesellschaft. Doch wenn wir gewinnen wollen, dann müssen wir noch mehr Menschen werden und den Druck erhöhen. Schließt euch an!Tweet von Marvin Hopp vom 11.11.23 mit Fotos externer Link
  • HHLA: Presseerklärung der streikenden Belegschaft am Burchardkai für Rücknahme der Zustimmung zum (Teil-)verkauf der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat und Verzicht auf Repressionen – und erste Solidaritätserklärungen
    • Presseerklärung der streikenden Belegschaft am Burchardkai
      Bereits in unserem offenen Brief am 20.09.23 externer Link haben wir Kolleginnen und Kollegen der HHLA die Wirtschaftssenatorin aufgefordert, den geplanten Verkauf der HHLA zurückzunehmen. Dieser Verkauf richtet sich gegen die Interessen aller im Hafen Beschäftigten und gegen die Interessen der in Hamburg lebenden Menschen. Das entspricht nicht nur unserer Meinung. (…) Die Bedeutung des öffentlichen Einflusses auf die HHLA und die Hafenpolitik hat sich nicht geändert. Geändert hat sich nur die Haltung von SPD und Grünen, die sich offernbar nicht mehr erinnern oder erinnern wollen. Wir haben am 20.09.23 darauf hingewiesen, dass nicht ausgeschlossen ist, dass es zu Unruhen unter den Beschäftigten kommt. Die Wirtschaftssenatorin und der Senat haben uns, die wir die Arbeit im Hafen leisten, ignoriert und unsere Interessen mit Füßen getreten. Unsere Bitte, sich zu unserer Forderung in angemessener Form direkt gegenüber uns als Beschäftigten zu äußern, wurde ignoriert. Gespräche, die mit ausgewählten Funktionären geführt wurden, ersetzen das nicht, sondern machen deutlich, dass wir als Beschäftigte nicht ernst genommen werden. Wenn so mit arbeitenden Menschen umgegangen wird, führt das dazu, dass es jetzt am Burchardkai zu entsprechenden Reaktionen der Belegschaft gekommen ist. Wir fordern:
      Finanzsenator Herr Dressel oder Wirtschaftssenatorin Leonhard erklären ihre Bereitschaft zu einem kurzfristigen Gespräch zum CTB oder in eine andere Ortlichkeit des Hamburger Hafens zu kommen
      Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat nehmen ihre Zustimmung zum (Teil-)Verkauf der HHLA öffentlich zurück.
      Im November findet eine Konzernbetriebsversammlung statt in der zum Verkauf der HHLA an MSC diskutiert und ein Beschluss gefasst werden kann
      Die HHLA verzichtet auf jegliche Repressalien aufgrund der Arbeitsniederlegung…“ Presseerklärung vom 8.11.2023  – siehe dazu:
    • Statement der Solidarität
      Die Kolleg:innen am Hamburger Hafen gingen Montag am Burchardkai direkt aus einer Pausenversammlung heraus in einen spontanen, selbst geführten 24 Stunden Streik. Der rot-grüne Hamburger Senat will die Hälfte der öffentlichen Besitzanteile an einen privaten Großkonzern, die Reederei MSC verscherbeln. Gegen diesen Verlust öffentlicher Kontrolle auf ihren Hafen haben die Arbeiter:innen klar gemacht: ohne uns geht nix. Mehrere Schiffe stauten sich und werden erst mit großer Verzögerung abgefertigt.
      Die HHLA Geschäftsführung reagierte mit massiver Einschüchterung und verteilte pro identifizierten Teilnehmenden gleich mehrere Abmahnungen mit Kündigungsdrohungen.
      Das ist ein Skandal! Manager in einem Bereich öffentlicher Infrastruktur dienen sich damit in vorauseilendem Gehorsam im Auftrag von angeblich „sozialökologischen“ Politikern einem privaten Großkonzern an und betteln erbärmlich nach oben darum, ihre Posten zu behalten. Stattdessen zeigt die Kraft der Belegschaft aber, dass sowohl die Manager als auch die Politiker vom Brückenfahrer, vom Lascher, vom Rangierer und vielen anderen hochflexiblen Hafenbeschäftigten massiv abhängig sind.
      Darin liegt unsere gewerkschaftliche Macht und die haben die Kolleg:innen am Burchardkai – in diesem Fall rechtlich bedingt sogar ganz ohne Gewerkschaftsaufruf – bewiesen. Respekt dafür!!
      Am Samstag um 11 Uhr geht es am Rathausmarkt in Hamburg mit einer großen Demo gegen den Ausverkauf des Hafens weiter!“ Ein uns zugesandter Kommentar (UrheberIn der Redaktion bekannt) dem wir uns anschließen: Solidarität mit den KollegInnen gegen jede Repression!
    • [ver.di Bund] HHLA-Verkauf: Wichtige Punkte durchgesetzt
      Nach dem Verkauf von Anteilen der HHLA an die mächtige Reederei MSC hat ver.di die Beschäftigten in wesentlichen Punkten absichern können. Diese müssen nun in einem Tarifvertrag festgehalten werden.
      Zu großer Unruhe unter den Beschäftigten des Hamburger Hafens hatte der Verkauf von Anteilen der Hafen und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA AG) an die Mediterranean Shipping Company (MSC) durch die Hansestadt Hamburg geführt. Die HHLA wird künftig als Joint Venture geführt, wobei der Anteil der Stadt 50,1 Prozent und der von MSC bis zu 49,9 Prozent beträgt. Die Stadt räumt mit dieser Beteiligung MSC weitreichenden Einfluss innerhalb der HHLA und damit auf die Hafenentwicklung in Hamburg insgesamt ein. ver.di hat jetzt wichtige Punkte zur Absicherung der Beschäftigen durchgesetzt.
      ver.di lehnt den Verkauf von HHLA-Anteilen und damit den Verkauf öffentlichen Eigentums an private Investoren grundsätzlich ab, begrüßt aber, dass seit der Ankündigung des Verkaufs von HHLA-Anteilen an MSC viele Gespräche zwischen ver.di, den Betriebsräten, Vertrauensleuten und den Senatoren Dressel und Leonhardt stattgefunden haben, in denen zahlreiche wichtige Fragen bearbeitet werden konnten, erklärt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Dazu gehöre beispielsweise, dass die Mehrheit der HHLA-Anteile bei der Stadt bliebe und dass aufgrund der Übernahme keine betriebsbedingten Kündigungen vorgenommen werden dürfen. Zudem dürften aufgrund des Anteilsverkaufs Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge oder ähnliche Vereinbarungen, insbesondere zu Arbeitsbedingungen nicht geändert oder beendet werden…“ ver.di-Meldung vom 07.11.2023 externer Link – ver.di fordert darin ein Ende der staatlichen Subventionierung der Reedereien (sehr richtig), aber mit keinem Wort den Verzicht auf Abmahnung und angedrohte Kündigung der streikenden KollegInnen!
    • Siehe auchein Interview mit Hamburger Hafenarbeitern externer Link aus der Wildcat 112 vom Herbst 2023 im Dossier: Lohnrunde 2022 Seehäfen: Für „tatsächlichen Inflationsausgleich“ für HafenarbeiterInnen
  • „Fortschritte“ bei der Teilprivatisierung des Hamburger Hafens werden durch spontanen Streik bei HHLA beantwortet, der nach 4 Schichten und Abmahnungen endet 
    • Vier Schichten in Folge beteiligten sich am wilden Streik, letzte Nacht wurde er nun vorerst beendet. Zuvor gab es über 50 Abmahnungen und Androhung von Kündigungen. Über 50% sollen sich nun krankgemeldet haben. Andere nur Dienst nach Vorschrift…“ Aus dem Tweet von Marvin Hopp vom 8.11. externer Link, der zur Kundgebung am Samstag mobilisiert, siehe dazu:
      • Nach HHLA-Protesten: Betrieb am Burchardkai läuft wieder
        Am HHLA-Terminal Burchardkai hatten Hafenarbeiter und -arbeiterinnen seit Montagabend die Arbeit niedergelegt, aus Protest gegen den geplanten Teilverkauf an die Schweizer Reederei MSC. Nun rollt der Betrieb wieder an – die HHLA hatte zuvor Abmahnungen erteilt. (…) Eine Forderung der Beschäftigten waren Vorort-Gespräche mit Senatsvertretern über den umstrittenen Hafendeal. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard und Finanzsenator Andreas Dressel (beide SPD) lehnten einen solchen Termin am Dienstagabend im Wirtschaftsausschuss entschieden ab. Damit würde man den „wilden Streik“ noch unterstützen.
        Betrieb zur Nachtschicht wieder aufgenommen
        Die HHLA-Führung ist bereits arbeitsrechtlich gegen die Arbeitsniederlegungen vorgegangen. Seit der Nachtschicht wird der Betrieb in Waltershof wieder hochgefahren. Nach Informationen von NDR 90,3 ist in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem Senat geplant, unter Vermittlung der Gewerkschaft ver.di. Details sind noch nicht bekannt…“ Meldung vom 08.11.2023 06:26 Uhr im NDR externer Link
      • HHLA droht Streikenden am Burchardkai mit Kündigung
        Wirbel am Burchardkai: Rund 100 HHLA-Arbeiter gehen in den Streik. Der Hafenlogistiker reagiert deutlich. Der Hamburger Hafenlogistiker HHLA hat den Beschäftigten, die am Montag und Dienstag mit einem spontanen Streik gegen den vereinbarten Einstieg der weltgrößten Containerreederei MSC bei der HHLA protestiert hatten, mit Kündigungen gedroht. Laut der Nachrichtenagentur dpa hieß es in einer Mitteilung der Firmenleitung, dass das unentschuldigte Fernbleiben vom Arbeitsplatz grundsätzlich als Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten gelte – und: „Aufgrund der derzeitigen Situation am CTB (Burchardkai, Anm. d. Redaktion) hat die HHLA arbeitsrechtliche Maßnahmen eingeleitet.“ Ein wiederholtes Fehlverhalten könne die Kündigung bedeuten. (…) Laut der „Mopo“ sollen es rund einhundert Arbeiter gewesen sein. Dem Bericht zufolge konnten wegen des Streiks mehrere Schiffe, darunter auch der Containerfrachter „Ever Gifted“, nicht abgefertigt werden. Etwa 50 Arbeiter sollen von der HHLA abgemahnt worden sein…“ dpa-Meldung vom 08.11.2023 bei t-online externer Link
    • »Wir haben jetzt schon Rückschritte bei der Mitbestimmung«
      Hamburg will einen Teil der städtischen Hafengesellschaft privatisieren – für die Beschäftigten eine schlechte Nachricht, sagt Betriebsrätin Sonja Petersen
      Ende September hatte der Hamburger Senat verkündet, 49,9 Prozent des städtischen Hafenterminalbetreibers HHLA an die Schweizer Großreederei MSC verkaufen zu wollen. Viele Hafenbeschäftigte gingen danach auf die Straße, am 6. November entschieden sich Teile der Belegschaft für einen wilden Streik im Hafen. Warum der Deal so umstritten ist und wieso die Entwicklung des Hamburger Hafens nicht nur die Menschen angeht, die dort arbeiten, erklärt Sonja Petersen im Interview. (…)
      haben wir mit dieser offenbar im Geheimen vorbereiteten Entscheidung schlichtweg nicht gerechnet. Allerdings kann ich mir schwer vorstellen, dass der HHLA-Vorstand, der auf die Bekanntgabe auffallend zurückhaltend reagiert hat, nicht daran beteiligt gewesen ist. Für uns war und ist es wichtig, dass die HHLA ein öffentliches Unternehmen ist und der Einfluss der Stadt auf die Unternehmens- und damit die Hafenpolitik erhalten bleibt. (…)
      Wir haben in einem offenen Brief bereits deutlich gemacht, dass wir verlangen, dass die HHLA ein Unternehmen bleibt, in dem die Stadt den beherrschenden Einfluss hat. Wir erwarten eine Hafenpolitik, die den Status als Universalhafen sichert. Unsere Arbeitsplätze sind auch ohne einen Verkauf an MSC erheblich unter Druck. Die HHLA plant, in den nächsten Jahren mindestens 500 Stellen abzubauen. Die Arbeitszeiten sollen außerdem »flexibilisiert« und Arbeitsprozesse automatisiert werden. Mit einem beherrschenden Einfluss von MSC würden sich solche Tendenzen verstärken.
      Was das Thema Mitbestimmung angeht, wird ja viel darüber gesprochen, dass die doch erhalten bleibe, wenn MSC einsteigt, und dass die ohnehin doch so guten Arbeitsbedingungen nicht angetastet würden. Es stellt sich die Frage, was diese Art der Mitbestimmung wert ist. Ich war fünf Jahre lang Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsrat der HHLA. Sicherlich habe ich viele Informationen erhalten, aber ich habe nicht den Eindruck gewonnen, wirklich Einfluss nehmen zu können. Einfluss auf die Geschäftspolitik des größten Hamburger Hafenunternehmens können nur Senat und Bürgerschaft als Mehrheitseigentümerin nehmen, wenn sie dies wirklich wollen und sich nicht hinter Vorstandsentscheidungen zurückziehen. (…)
      Die HHLA betreibt jetzt schon Arbeitsplatzabbau und eine rigide Rationalisierungspolitik. Ich kann mir schwer vorstellen, dass MSC diesen Kurs zugunsten der Beschäftigten ändern wird. Was die Mitbestimmung angeht, so hatten wir seit 1970 einen Mitbestimmungstarifvertrag, der dem Betriebsrat erweiterte Mitbestimmungsrechte bei Kündigungen und organisatorischen Maßnahmen gewährt hat. Dieser Tarifvertrag wurde von der HHLA gekündigt, und eine Nachwirkung wird bestritten. Wir haben also jetzt schon einen Rückschritt bei der Mitbestimmung. Derzeit werden durch die HHLA viele Betriebsvereinbarungen gekündigt, um zu neuen, für die Beschäftigten schlechteren Regelungen zu kommen. Was also sollen wir vom Verkauf an MSC erwarten? Ob der Deal wirklich zustande kommt, hängt allerdings immer noch von der politischen Diskussion in der Stadt und der Entscheidung der Bürgerschaft ab. (…)
      MSC betreibt ein gemeinsames Terminal mit Eurogate in Bremerhaven. Es ist nicht davon auszugehen, dass MSC diese Beteiligung beendet. Möglich ist aber, dass Umschlagmengen von Eurogate Hamburg, wo MSC ebenfalls Kunde ist, zur HHLA verlagert werden. Dabei reden wir allerdings nicht über die in den Medien genannten Mengen. Ein Reeder hat nur einen begrenzten Einfluss auf die durch ihn transportierten Mengen. Dies entscheiden immer noch die Kund*innen, die bei ihm buchen.
      Und was haben wir als HHLA Beschäftigte davon, auf Kosten anderer zu profitieren? Dieses Spiel gibt es seit vielen Jahren und hat den Beschäftigten auf keiner Seite langfristig geholfen. Leider stirbt aber derzeit jeder für sich allein. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass weitergehende Aktionen vom ver.di-Bundesvorstand in Berlin gewollt sind. Und leider gibt es wenig Kontakte auf Basisebene, Einzelpersonen mal ausgenommen
      …“ Interview von Lene Kempe am 7. November 2023 beim ak online externer Link –  Sonja Petersen ist ver.di-Vertrauensfrau und Betriebsrätin bei der HHLA. Sie arbeitet seit 23 Jahren im Hamburger Hafen

    • HHLA: Arbeitsniederlegung am Burchardkai
      „… Dies betrifft den Burchardkai (CTB), der einer der drei Hamburger HHLA-Containerterminals ist, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Der Betrieb dort sei eingestellt. „Vorstand, Geschäftsführung und Führungskräfte sind im engen Austausch mit den Beschäftigten, damit die Arbeitsunterbrechung schnellstmöglich beendet und der Betrieb am CTB wieder aufgenommen werden kann.“
      Das unentschuldigte Fernbleiben vom Arbeitsplatz gelte grundsätzlich als Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten, hieß es in einer Mitteilung. „Aufgrund der derzeitigen Situation am CTB hat die HHLA arbeitsrechtliche Maßnahmen eingeleitet.“ Die HHLA machte keine Angaben darüber, wie viele Beschäftigte sich an der Aktion beteiligen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
      Der Konzernbetriebsrat hatte sich strikt gegen einen MSC-Einstieg ausgesprochen. Betriebsratschef Christian Baranowski schloss am Freitag aber Aufrufe zu Streiks oder Demonstrationen wegen des Betriebsverfassungsgesetzes aus. Es gebe jedoch Gespräche der Belegschaft mit der Gewerkschaft Verdi. Der Betriebsrat verlangt einen Rettungstarifvertrag, „der den Erhalt der HHLA AG mit all seinen Gesellschaften und seiner Struktur sichert“. Dazu zählten Standortgarantien und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Seitens der Arbeitnehmervertretung lag zunächst keine Stellungnahme zu der Arbeitsniederlegung vor
      …“ dpa-Newskanal am 7. November 2023, 17:33 Uhr in der Süddeuschen Zeitung online externer Link
    • HHLA-Spitze spricht sich für MSC aus – Mitarbeiter streiken
      Die Führung der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) befürwortet die teilweise Übernahme durch die Schweizer Reederei MSC. Wegen der Aussagen sind hunderte Hafenmitarbeitende in einen spontanen Streik getreten. (…) Am Burchardkai gehen Hafenarbeitende auf die Barrikaden – seit Montagnachmittag sind hunderte in einem wilden Streik, nach Angaben der Gewerkschaft ver.di legte dann die komplette Spät- und Nachtschicht die Arbeit nieder. Arbeitsniederlegungen wie diese sind eigentlich nicht erlaubt. Das Streikrecht gelte nur, um Lohnforderungen durchzusetzen. Die Beschäftigten sind sauer, dass die Führung der HHLA den Einstieg der Schweizer Großreederei MSC unterstützt. Man fühle sich als Arbeitnehmer nicht ernst genommen, sagte ein Vertrauensperson der HHLA zu Beginn des Protestes zu NDR 90,3.
      Betrieb am Burchardkai wurde eingestellt
      Der Ausstand geht auch heute noch weiter. Der Betrieb am Burchardkai wurde nach Informationen von NDR 90,3 erst einmal komplett eingestellt. Lastwagen fahren das Terminal nicht mehr an…“ Aus der NDR-Meldung vom 07.11.2023 externer Link, siehe dazu:
    • HHLA Beschäftigte haben gerade gegen die Teilprivatisierung des Hafens spontan die Arbeit niedergelegt. Die selbe @spdhh, die uns einen Tarifvertrag verwehrt, verscherbelt öffentliches Eigentum. Als #TVStud sind wir solidarisch vor Ort. Tarifflucht und Privatisierung stoppen!Tweet von TVStud Hamburg vom 6. Nov. 2023 externer Link mit Fotos
    • Beschäftigte des Hamburger Hafens haben sich soeben aus der Pausenversammlung heraus dazu entschieden, spontan die Arbeit niederzulegen. Der wilde Streik richtet sich gegen die Teilprivatisierungen des Hamburger Hafens. Kommt her und zeigt euch vor Ort solidarisch! (…) Es füllt sich! Die Nachtschicht schliEs füllt sich! Die Nachtschicht schließt sich anThread von Marvin Hopp vom 6.11.23 externer Link mit Fotos
    • Siehe #unserhafennichteuercasino #wirsindderhafen #hhla
    • Selbstständiger Streik im Hamburger Hafen – Streikversammlung beschließt Fortsetzung des Streiks – auch Frühschicht streikt
      Ticker der MLPD Hamburg externer Link (bitte Eigenwerbung ausblenden, aber momentan die aktuellsten Meldungen)
    • HHLA: ver.di fordert Absicherungen per Tarifvertrag und Regelungen zur Mitbestimmung
      Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaf (ver.di) lehnt den Verkauf von HHLA-Anteilen und damit den Verkauf öffentlichen Eigentums an private Investoren grundsätzlich ab, begrüßt aber, dass es Vereinbarungen zur Absicherung für die Beschäftigten gibt. Diese müssen nun jedoch per Tarifvertag abgesichert werden. Das zwischen HHLA, MSC und der Stadt Hamburg geschlossene Business Combination Agreement (BCA) hat wichtige kritische Themen aufgenommen, die aus Sicht von ver.di einer zusätzlichen Absicherung per Tarifvertrag bedürfen. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Mitbestimmung durch den Aufsichtsrat nicht ausreichend geregelt wurde und dringt auf sofortige Änderung dieser Frage. „Seit der Ankündigung des Verkaufs von HHLA-Anteilen an MSC haben viele Gespräche zwischen ver.di, den Betriebsräten, Vertrauensleuten und den Senatoren Dressel und Leonhardt stattgefunden, in denen zahlreiche wichtige Fragen bearbeitet werden konnten“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. „Dazu gehört beispielsweise, dass die Mehrheit der HHLA-Anteile bei der Stadt bleiben und dass aufgrund der Übernahme, keine betriebsbedingten Kündigungen vorgenommen werden dürfen. Zudem dürfen aufgrund des Anteilsverkaufs Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge oder ähnliche Vereinbarungen, insbesondere zu Arbeitsbedingungen nicht geändert oder beendet werden. Wichtig ist auch, dass beispielsweise Zusagen zur Altersvorsorge nicht geändert werden dürfen“…“ ver.di-Pressemitteilung vom 06.11.2023 externer Link
    • Kundgebung am 11.11.2023: Kein Verkauf von Stadteigentum
      Die Verkaufspläne des Hamburger Senates sind nach wie vor nicht vom Tisch. Trotz Kritik aus allen Bereichen der Gesellschaft, will der Senat mit der Brechstange den Ausverkauf des Hamburger Hafen durchsetzen. Die Hamburger Hafenwelt soll damit auf den Kopf gestellt werden! Wir sagen NEIN zum Ausverkauf von städtischem Eigentum! Wir sagen NEIN zum verscherbeln unseres Hafens! Wir sagen JA zur Zukunft der HHLA und des gesamten Hamburger Hafens!…“ Aufruf bei ver.di Landesbezirk Hamburg externer Link zur Kundgebung am 11.11.2023, 13:00 – Rathausmarkt Hamburg
    • Und zu den aktuellen Hintergründen: Wilder Widerstand
      Die Führung des Hafenkonzerns HHLA befürwortet den Einstieg der Reederei MSC – jedenfalls offiziell. Die Hafenarbeiter legten am Montag aus Protest die Arbeit nieder.
      Der Ort war mit Bedacht gewählt worden. „Freiraum 2“ heißt der Konferenzraum des Hotels in der Hamburger Hafencity, in den am Freitag der Konzernbetriebsrat der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) geladen hatte – um eindringlich vor dem Einstieg der Reederei MSC im Hamburger Hafen zu warnen und die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft aufzurufen, den Deal zu stoppen. „Die Risiken überwiegen die Chancen bei Weitem, die HHLA und die Hamburger Hafenwirtschaft werden geschädigt und die Arbeitsplätze massiv gefährdet“, sagte der Chef des Konzernbetriebsrats, Christian Baranowski. Auch die Befürworter setzten ihr Vorgehen gekonnt in Szene. Am Montagnachmittag sprachen sich Vorstand und Aufsichtsrat der HHLA für den Deal aus. Sie veröffentlichten eine 84 Seiten lange Stellungnahme externer Link , in der sie dafür plädieren, dass die HHLA künftig von einem Gemeinschaftsunternehmen geführt wird, der Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft SE. An dieser soll die Stadt nur noch etwa 50,1 Prozent und MSC bald 49,9 Prozent halten. (…) Ebenfalls am Montag überraschte der rot-grüne Senat mit einer Zusage: Danach wollen die Stadt Hamburg und die Reederei MSC bis Ende 2029 etwa 450 Millionen Euro Eigenkapital für die HHLA zur Verfügung zu stellen, auch, um veraltete und teils marode Anlagen im Hafen zu sanieren. (…) Und so ist der womöglich wahrhaftigste Teil des am Montag veröffentlichten Papiers die Anlage 1. In ihr hat wiederum der Konzernbetriebsrat – also der Gegner des Deals – auf acht Seiten seine Kritik aufgeschrieben. Diese Anlage war bereits am Freitag von den Betriebsräten vorgestellt worden. Sie befürchten demnach, dass der Einstieg von MSC dem Hamburger Hafen nicht helfen sondern sogar schaden, und dass die HHLA aus der Schweiz damit „fremdbestimmt“ werde. (…) Die Betriebsräte befürchteten bislang auch einen Stellenabbau, weil bisher auf Zusagen zur Arbeitsplatzsicherheit verzichtet worden war. Das allerdings wurde am Montag nachgebessert: In der Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat heißt es, Stadt und Reederei hätten sich verpflichtet, für „mindestens fünf Jahre“ auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Auch wollen sie die HHLA demnach nicht dazu zu veranlassen, „wesentliche Tätigkeiten auszulagern, die derzeit von Mitarbeitern der HHLA ausgeführt werden“. (…) Und während die HHLA-Führung zu Zwangssoptimismus verpflichtet wurde, ist für die Konzernbetriebsräte klar: „Hier wird Stadteigentum verramscht.“ Zum Streik aufrufen darf der Gesamtbetrieb rechtlich nicht, daher appellierte er am Freitag bloß an die Abgeordneten der Stadt: „Überlegen Sie ganz genau, was Sie da tun“, sagte Baranowski. (…) Die Gewerkschaft Verdi hat für den  kommenden Samstag ab 11 Uhr zu einer Kundgebung gegen den Deal vor dem Hamburger Rathaus aufgerufen. „Wir sind nach wie vor gegen einen Verkauf öffentlichen Eigentums der Stadt Hamburg“, sagte Verdi-Fachbereichsleiter André Kretschmar. Die Sorge sei groß, dass künftige Entscheidungen zu Lasten der Beschäftigten getroffen würden.
      Wie sehr es in der Belegschaft der HHLA gärt, zeigte sich am späten Montagnachmittag im Hafen. Am größten Containerumschlagsplatz der Stadt, dem Containerterminal Burchardkai, legten die Hafenarbeiter spontan die Arbeit nieder. Nach Angabe des Konzernbetriebsrats beteiligten sich mehr als hundert Mitarbeitende an der Aktion, also fast die gesamte Schicht, die bis gegen 22 Uhr terminiert war. „Der Betrieb auf dem Terminal ist derzeit eingestellt“, bestätigte die HHLA-Sprecherin. Wilder Streik heißt eines solches Aufbegehren der Wut. Es könnte der erste von vielen gewesen sein.“ Artikel von Kristina Läsker, Hamburg. vom 7. November 2023 in der Zeit online externer Link, siehe auch die angesprochene PM der Stadt Hamburg externer Link
    • HHLA-Konzernbetriebsrat klar gegen Einstieg der Reederei MSC
      Gut zwei Wochen haben die Aktionäre der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) noch Zeit, auf das Übernahmeangebot der Schweizer Reederei MSC einzugehen. Nun spricht sich der Konzernbetriebsrat des Hafenbetreibers klar gegen den Einstieg von MSC aus. „Die Risiken überwiegen die Chancen bei Weitem. Die HHLA und die Hamburger Hafenwirtschaft werden geschädigt,“ sagte Christian Baranowski, der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats bei der HHLA. Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen seien massiv gefährdet…“ NDR-Meldung vom 03.11.2023 externer Link
  • Gegen die Privatisierung des Hamburger Hafens: Nach Demonstration nun auch Petition
    • Petition: STOP den Verkauf der HHLA an MSC. HHLA muss Staatlich bleiben!
      Moin Hamburg, wie viele wahrscheinlich schon mitbekommen haben, hat die Stadt Hamburg mit der Reederei MSC einen Vorvertrag abgeschlossen über 49,9% Anteile des Hafenunternehmens HHLA. Dies betrifft aber nicht nur die Mitarbeiter der HHLA und die Hafenarbeiter des Hamburger Hafens, sondern ganz Hamburg und die umliegenden Bundesländer. Der Investor hat damit nicht wie Cosco oder Hapag-Lloyd Anteile an einem Terminal erworben, sondern Anteile des Konzerns HHLA, was bedeutet, alles was der HHLA gehört, gehört dann zu 49,9% auch MSC! Die Stadt Hamburg bekommt aus den Gewinnen der HHLA immer einen großen Teil ab, welcher in die HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteligungsmanagement mbH) fließt. Dieser Gewinnanteil wird sich durch den Deal mit MSC deutlich schmälern! Der HGV finanziert z.B. KITAS, die HOCHBAHN, die Wohnungsbaugenossenschaft SAGA, die BÄDERLAND Gruppe, das GASNETZ, das Hamburg WASSER und viele weitere. Es ist davon auszugehen, dass höchstwahrscheinlich die Mittel, die dann fehlen, über die Bürger finanziert werden müssen und das würde massive Preiserhöhungen bedeuten! Es betrifft also jeden einzelnen Hamburger, wenn die du Juwelen der Stadt veräußert werden…“ Petition von W. Anastasiou bei change.org externer Link an den Hamburger Senat
    • Ausverkauf der HHLA – Es geht uns alle an!
      Am 19.September 2023 hat ver.di zu einer Demonstration gegen den Verkauf der HHLA aufgerufen und die Kolleginnen und Kollegen haben auf dem Rathausmarkt deutlich gemacht, daß sie das nicht hinnehmen wollen. Danach sollte wieder zur Tagesordnung übergegangen werden. Denn es folgte nun am 20. September 2023 ein Gespräch von ver.di Spitzenfunktionären mit der Wirtschaftssenatorin Leonhard. Man hat sich ausgetauscht, offenbar ohne Ergebnis und ohne eine klare Botschaft an die Kolleginnen und Kollegen im Hafen und an die Hamburger Bevölkerung. Da es nicht das erste Mal ist, daß nach einer kraftvollen Demonstration sich ein wichtiges Thema auf der Funktionärsebene, weg von der Basis verliert und in einem verwässerten Kompromiß endet, sind Kolleginnen und Kollegen zu diesem Gesprächstermin erschienen und haben einen offenen Brief an die Wirtschaftssenatorin und den Senat übergeben. Die Botschaft: ‚Der Deal ist nicht gut für Hamburg. – Es muß im Rahmen der deutschen Seehäfen gefunden werden – Wenn der Senat bei dem Verkauf der Aktien der HHLA bleibt sind Unruhe unter den Beschäftigten und Aktionen nicht auszuschließen.’ Daß dies eine etwas deutlichere Botschaft ist, ist wenn man die Demonstration am 19. September ernst nimmt, ist von der Presse durchaus verstanden worden. Leider findet sich eine so deutliche Sprache weder im Flugblatt des Fachgruppenvorstandes, noch in der Resolution des ver.di Bundeskongresses wieder. Um die von langer Hand vorbereitete Entscheidung des Hamburger Senates zu kippen, wird es mehr brauchen als nur ablehnende Stellungnahmen. Aber nehmen wir diese doch erst einmal optimistisch als Basis. Schauen wir allerdings auf die Stellungnahme des Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat der HHLA, so läßt sich erahnen, wo die Reise hingehen soll. Da heißt es: ‚Für die Arbeitnehmer-Vertretung im Aufsichtsrat ist klar: Wenn der beschriebene Deal zustande kommen soll, müssen die Grundlagen der Guten Arbeit bei der HHLA gesichert werden.’ (…) Haben die Kolleginnen und Kollegen die Unterstützung der Bevölkerung, könnte genug Druck erzeugt werden, um eine Lösung zu finden, die wirklich im Interesse der Stadt ist.“ Gastbeitrag vom 22.09.2023 bei Jour Fixe – Gewerkschaftlinke Hamburg externer Link
    • Gegen die Privatisierung des Hamburger Hafens: Hafen unter Kontrolle der Arbeiter:innen!
      Graue Wolken ziehen auf am Hamburger Hafen: Die staatliche HHLA will fast 50 Prozent ihrer Anteile an das größte Containerhandelsunternehmen der Welt, die MSC, verkaufen. Dagegen organisiert sich Widerstand. Über 2.500 Menschen demonstrierten dagegen diese Woche in Hamburg. Über die strategische Bedeutung dieser Auseinandersetzung und die Krise des deutschen Imperialismus. (…) Die Wut ist daher enorm: Etwa 500 Teilnehmer:innen der Kundgebung verlassen den St. Annen Platz und laufen in einer Demo etwa einen Kilometer zum Rathausmarkt, wo sich das Gebäude der Hamburgischen Bürgerschaft befindet. Dieser ist mit Gittern gesperrt, diese werden durchbrochen, Bengalos gezündet. Die Polizei muss die Arbeiter:innen gewähren lassen. Diese schickt weitere Einheiten und sichert zunächst das Bürgerschaftsgebäude – die Arbeiter:innen begnügten sich damit, vor der Bürgerschaft zu bleiben. Offenbar kommt es zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. Schon im vergangenen Jahr, als die Arbeiter:innen vom Hamburger Hafen in den Streik für höhere Löhne traten, leisteten sie sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Demo zeigt die Empörung, Wut, aber auch die Angst der Beschäftigten vor der Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen und gar vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze. Die Empörung ist tief, es geht um mehr als nur um den Verkauf von Anteilen. Es geht um die Zukunft eines ganzen Hafens, der Sinnbild der Stadt ist, aber auch Gradmesser der wirtschaftlichen Entwicklung der BRD. Und die zeigt, wie die des Hafens, in eine Richtung: nach unten. (…) Die Hintergründe des Deals sind schwer zu durchschauen. Dass Eckelmann den Zuschlag nicht erhielt, ist ein Zeichen gegen den Bremer Hafen, ein Konkurrent des Hafens in Hamburg. Kühne wurde der Hamburger Stadtregierung offenbar zu mächtig und aggressiv, er beteiligt sich zu dem schon beim Hamburger Sportverein. Dass nun der Verkauf der Anteile ins Ausland geht, könnte sinnbildlicher nicht sein für den Zustand des deutschen Imperialismus. Jedenfalls bleibt der Verkauf eine Privatisierung – und die macht man normalerweise, um schnell an Geld zu kommen. Ungefähr 2,6 Milliarden Euro könnte der Erlös der Anteile für Hamburg bringen. Es könnte somit auch ein Zeichen sein, dass Hamburg flüssiges Geld benötigt. Doch der geplante Verkauf der Anteile am Hamburger Hafen hat weit Bedeutung über Hamburg hinaus. Der Hamburger Hafen ist nicht irgendein Hafen, fast die Hälfte des Seehafenumschlages Deutschlands entfällt auf diesen Ort. (…) In diesem Kontext dürfte der von den Hafen-Arbeiter:innen aufgenommene Kampf gegen die Privatisierung der HHLA ein richtungsweisender Kampf sein – auch im Hinblick auf weitere drohende Schließungen, Privatisierungen und Abwehrkämpfe in der nächsten Zeit in Deutschland, für die die vorliegende angestrebte Privatisierung aufgrund der Stellung des Hafens ein starkes Indiz ist. Die Arbeiter:innen in Hamburg zeigen den Weg: Kein Verkauf des Hamburger Hafens, keine Privatisierung. Aber es muss auch klar sein, dass es nichts bringt, wenn der Hafen nun auch in der Hand von Eurogate wäre oder von Kühne. Dieses Geschacher um den Hafen ist ein übles Spiel der Kapitalist:innen, bei dem die Arbeiter:innen nichts zu gewinnen haben. Sie zeigen damit eindrücklich, dass es ihnen nicht um gute Arbeitsbedingungen, um den Erhalt der Arbeitsplätze geht, sondern um sie selbst, damit sie in der kapitalistischen Konkurrenz für sich gewinnen…“ Beitrag von Timo Sommer vom 21.9.2023 bei Klasse gegen Klasse externer Link
  • Demonstration am 19.9.23: Kein Verkauf von Stadteigentum! Unser Hafen, nicht Euer Casino! 
    Am Mittwoch, den 13.9., hat der Erste Bürgermeister Hamburgs im Geleitzug mit Finanzsenator, Wirtschaftssenatorin und einem MSC-Vertreter den Ausverkauf des Hamburger Hafens verkündet. Weder die Beschäftigten, die Betriebsräte noch die ver.di-Vertrauenspersonen waren eingebunden. Niemand hat davon gewusst, verhandelt wurde im Geheimen. Morgens um 08:30 Uhr wurde den staunenden Journalist*innen der Verkauf von 49,9% der HHLA an die Reederei MSC verkündet. MSC ist ein privates Unternehmen, sein Ziel ist systembedingt, die Steigerung seines Profites. Die Zukunft der Stadt Hamburg und ihrer Bewohner*innen spielt für MSC keine Rolle. ABER UNS INTERESSIERT DIE ZUKUNFT UNSERER STADT HAMBURG! Die HHLA gehört uns! Sie gehört jeder Stadtbewohner*in, jedem Stadtbewohner, sie ist öffentliches Eigentum. Die HHLA wirft jährlich erhebliche Geldmengen in die Finanzierung von öffentlichen Aufgaben, wie zum Beispiel die Hochbahn. Das ist gut und richtig so und soll auch so bleiben! Wir sind Bürger*innen, Steuerzahler*innen und Wähler*innen und stellen uns klar gegen das Verscherbeln öffentlichen Eigentums!..Aufruf von ver.di Hamburg externer Link zur Demonstration am 19.9.23. Demostart: 17 Uhr St. Annenplatz (bei der HHLA). Kundgebung Rathausplatz – es gab bereits Proteste beim Bundeskongress
  • Auf »guten Willen« pfeifen. Hamburg: Fusion von HHLA und Eurogate bedroht Arbeitsplätze in norddeutschen Häfen. Gewerkschaften außen vor und kämpferisch 
    Die gewerkschaftlichen Vertrauensleute beim Gesamthafenbetrieb Hamburg (GHB) haben sich klar gegen eine Fusion positioniert. Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Konkurrent Eurogate sollen in den norddeutschen Häfen zusammenarbeiten. Vor gut sechs Wochen hatte HHLA-Chefin Angela Titzrath die Vorhersage gewagt, bei »gutem Willen aller Beteiligter« könne »noch in diesem Jahr eine Absichtserklärung unterzeichnet werden« – gemeint war die seit fast anderthalb Jahren diskutierte Kooperation zwischen dem teilstaatlichen Hamburger Hafenbetreiber und seinem größten nationalen Konkurrenten. Auf diesen »guten Willen« aber pfeifen die GHB-Vertrauensleute. Sie seien als Betroffene an den Gesprächen bislang nicht beteiligt worden, teilten sie kurz vor Weihnachten mit. Sie kritisierten, dass die Verhandlungen »unter Ausschluss von Gewerkschaft und Betriebsräten stattfinden«, und beanstandeten dies als weiteren Schritt zum »Abbau der vielbeschworenen Sozialpartnerschaft«. (…) Trotz öffentlichen Drucks durch bremische und hamburgische Landespolitik wie auch aus Wirtschaftskreisen verlaufen die Verhandlungen schleppend; der Weserkurier meldete am Freitag, Eurogate habe »auf Nachfrage« erst einmal »bis Anfang 2022« vertröstet, bis dahin sei »Stillschweigen über Zwischenergebnisse vereinbart« worden. Selbst elementare Fragen bleiben unbeantwortet: Geht es nur um partielle Kooperation im Bereich des Containerumschlags? Oder um eine Fusion der Konzerne? Gar um einen – von einigen Experten geforderten – »großen« Wurf einer »Deutsche Bucht AG« unter Einschluss weiterer Häfen? Gesamthafenbetriebsgesellschaften oder -vereine wie GHB sind zentrale, von Unternehmer- und Arbeiterseite paritätisch getragene Personaldienstleister. Sie verleihen Mitarbeiter an einzelne Hafenbetriebe, je nach deren Bedarf. GHB gewährleisten auch Ausbildung und Qualifizierung, stehen aber zunehmend unter Druck, weil einzelne Hafenbetriebe immer öfter auf billigere externe Zeitarbeitsdienstleister zurückgreifen, was die wirtschaftlich notwendige Grundauslastung der GHB stark gefährdet.
    Die Hamburger GHB-Vertrauensleute sprechen in Sachen HHLA-Eurogate pauschal von einer beabsichtigten »Fusion«, bezweifeln aber »angesichts steigender Gewinnerwartungen der HHLA« deren »wirtschaftliche Notwendigkeit«. Sie befürchten, dass beide Unternehmen aus ihren Festbeschäftigten Pools bilden könnten, »die die Nachfrage beim GHB verringern und langfristig dessen Existenz in Frage stellen«. Die laufenden Pläne von HHLA und Eurogate zur Automatisierung des Hafenumschlags würden diese Situation noch verschärfen. Die GHB-Vertrauensleute verlangen deshalb unter anderem Garantien für den »Erhalt des GHB als Personaldienstleister im Hamburger Hafen, Erhalt aller Hafenarbeitsplätze, Erhalt und Ausbau der existierenden Flächentarifverträge«…“ Artikel von Burkhard Ilschner in der jungen Welt vom 28.12.2021 externer Link
  • Der Druck nimmt zu: Arbeitsverdichtung und Personalmangel bei Abfertigung in deutschen Häfen. Weitere Jobvernichtung droht 
    „Den deutschen Seehäfen, insbesondere den größten in Hamburg und Bremerhaven, stehen unsichere Zeiten bevor. Die Demonstration der Hafenbeschäftigten am vergangenen Sonnabend in Hamburg beleuchtet da nur einen Teilaspekt. Kostensenkungs- und Automatisierungspläne inklusive Personalabbau sorgen in vielen Bereichen des Hafenumschlags für Unruhe. Das schließt nicht nur die Schlepper ein, deren Besatzungen rund um die Uhr dafür sorgen, dass kleine und große »Pötte« sicher die Kaie erreichen und verlassen können, sondern auch die sogenannten Festmacher, die für das fachgerechte Vertäuen der Schiffe verantwortlich sind. Bei genauerem Hinschauen geht es aber immer um den Einfluss der großen Reeder, die ihre wachsende Stärke im Konkurrenzkampf untereinander und ihre Macht gegen Standorte und Beschäftigte ausspielen. (…) Seit anderthalb Jahren verhandeln die teilstaatlichen Hafenbetreiber HHLA und Eurogate über Kooperation oder gar Fusion, zugleich laufen in beiden Konzernen trotz guter Umsätze und Gewinne umfangreiche Umbau- und Rationalisierungsprozesse mit dem erklärten Ziel, drastisch Jobs abzubauen. (…) Die Hafenarbeiter erleben diesen Prozess bisher als wachsenden Arbeitsdruck und bangen gleichzeitig um die Zukunft ihrer Jobs. Trotz Coronakrise, unterstreicht die Gewerkschaft Verdi, verzeichneten Hafenbetriebe und Reedereien wachsende Erträge, »die Beschäftigten leisten erhebliche Mehrarbeit, um die Schiffe rasch abzufertigen«, Neueinstellungen seien nötig. Ein Grund dafür ist auch das anhaltend enorme Wachstum der Schiffe: Ob eine bestimmte Ladungsmenge von einem großen oder mehreren mittleren Schiffen zu löschen (oder umgekehrt auf ihnen zu stauen) ist, hat Folgen für die Arbeitsdichte. Denn wegen hoher Liegekosten und Pünktlichkeit der Lieferketten geht es um Geschwindigkeit. Hamburgs Verdi-Fachbereichsleiter Natale Fontana kritisiert, es sei nicht hinnehmbar, dass »die Kolleginnen und Kollegen sich jetzt kaputtarbeiten und dann in die Arbeitslosigkeit geschickt werden«. Die Reeder würden die Häfen unter Druck setzen und mit Abwanderung drohen, »diesen Wettlauf nach unten akzeptieren wir nicht«. Allerdings gibt es auch Kritik an der Gewerkschaft: Die Umweltschützer von »Rettet die Elbe« wiesen darauf hin, Verdi selbst habe jahrelang lautstark die Elbvertiefung gefordert, »wodurch die Megaboxer und daraus folgend Rationalisierung und Jobabbau erst möglich« geworden seien…“ Artikel von Burkhard Ilschner in der jungen Welt vom 18. Dezember 2021 externer Link
  • Arbeitskonflikt eskaliert: Hamburger Hafenbetreiber HHLA provoziert. Verdi und Beschäftigte fordern Manteltarifvertrag für Tochtergesellschaften 
    “… Betroffen sind rund 360 Beschäftigte, die an den beiden Terminals für Wartung und Reparatur der riesigen Containerbrücken und weiterer Großgeräte zuständig sind. Nach Ablauf der Friedenspflicht im Dezember hat Ende Januar ein erster, eintägiger Streik stattgefunden. In anschließenden neuen Verhandlungen habe sich die HHLA aber nur »millimeterweise« bewegt, also rief Verdi vergangene Woche zu einer weiteren Arbeitsniederlegung auf, dieses Mal für knapp drei Tage. Dabei kam es laut Gewerkschaft wegen Sicherheitsbedenken auch »zu erheblichen Einbrüchen« im nicht bestreikten Umschlag, was den Druck erhöht haben dürfte. Die Konzernleitung sprach in einer Pressemitteilung prompt von unverhältnismäßigen und unverantwortlichen Forderungen der Gewerkschaft und sieht »die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie des Hamburger Hafens insgesamt« gefährdet. Zugleich verwahrte sich die HHLA-Leitung gegen den Vorwurf, man habe versucht, Beschäftigte der bestreikten Betriebe unter Druck zu setzen, unterstellte Verdi aber ihrerseits ein »teilweise aggressives Auftreten« einzelner Funktionäre. Beachtenswert ist, dass in der Mitteilung namentlich auch Arbeitsdirektor Torben Seebold zitiert wurde – bis zu seiner Aufnahme in den HHLA-Vorstand im April 2019 Leiter der Verdi-Bundesfachgruppe Maritime Wirtschaft. Es ist nicht bekannt, was die heutige Hamburger Verdi-Führung dabei empfindet, aber immerhin fand sie klare Worte zum aktuellen Konflikt: Die tariflichen Forderungen beliefen sich auf eine Maximalbelastung von weniger als 2.000 Euro pro Tag für die HHLA, rechnete Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr, vor. Selbst unter Coronabedingungen habe der Konzern 2020 ein positives Ergebnis von 107 Millionen Euro erwirtschaftet, die HHLA-Führung kaufe einen weiteren Terminal in Italien sowie eine auf Hafenautomatisierung spezialisierte Firma und verteile 1.500-Euro-Boni an ihre Führungsebene: »Die Behauptungen, dass die Forderungen für die HHLA zu teuer seien, entbehren jeder Grundlage.«“
    Artikel von Burkhard Ilschner in der jungen Welt vom 09.02.2021 externer Link
  • ver.di-Streik bei HHLA-Tochter für Tarifangleichung! / Zoff um „Corona-Prämien“ 
    “Im Tarifkonflikt um familienfreundliche Arbeitszeiten bei den HHLA-Töchtern SCA und SCB streikt ver.di den 2. Tag. Bereits gestern und verstärkt in der Nacht war es zu Stillstand im nicht bestreikten Umschlag gekommen, nachdem zuvor unklar war, ob die HHLA in der Lage ist, die gesetzlichen Anforderungen des Arbeitsschutzes zu erfüllen. Noch bis Donnerstag (04. Februar 2021) um 23:45 sind die ca. 360 Beschäftigten der HHLA-Töchter SCA/SCB zum Streik aufgerufen. Die seit Ende 2019 laufenden Tarifgespräche waren ergebnislos unterbrochen worden, nachdem die HHLA am 28.01.2021 von ihren zuvor gemachten Zusagen wieder abwich. ver.di fordert eine Angleichung an die Flächentarife im Hamburger Hafen, die den Sonntag nicht als Regelarbeitstag vorsehen. (…) „Der ewige Verweis auf die Konkurrenz zu Rotterdam ist eine durchsichtige Taktik der HHLA. Dort arbeiten Hafenarbeiter in Technik und Umschlag zu den gleichen Bedingungen. Es geht um eine maximale Belastung von weniger als 2000 €/Tag für die HHLA. Frau Titzrath kauft ein neues Terminal in Italien, eine auf Automatisierung in Häfen spezialisierte Firma, verteilt obendrein Boni an ihre Führungsebene und die HHLA hat selbst unter Corona-Bedingungen ein positives Ergebnis von 107 Mio. € in 2020 erwirtschaftet. Die Behauptung, dass die Forderungen für die HHLA zu teuer seien, entbehren der Grundlage“, kritisiert Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg. „Dass die Hamburger Politik in diesem Konflikt vollständig in der Versenkung verschwunden ist, spricht eine klare Sprache: ungeachtet aller Lippenbekenntnisse zum Hafen, interessiert sich der Senat nicht für die Beschäftigten, die überhaupt erst den Erfolg des Hafens garantieren. Herr Tschentscher, machen Sie von Ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch und fordern Sie Herrn Westhagemann zur Stellungnahme für die Arbeitnehmer auf“, fordert Natale Fontana.“ Pressemitteilung vom 03.02.2021 bei ver.di Verkehr Hamburg externer Link, siehe auch:

    • Neuer Warnstreik bei der HHLA – Zoff um „Corona-Prämien“
      Ein neuer Warnstreik beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA behindert den Containerumschlag. Betroffen davon sind sowohl das Terminal in Altenwerder als auch das am Burchardkai in Waltershof. Die Fronten sind verhärtet: Der HHLA-Vorstand fordert, dass keine Beschäftigten eingeschüchtert, verbal angegriffen werden oder ihnen gar Gewalt angedroht wird. Eine entsprechende Erklärung aber habe die Gewerkschaft ver.di nicht unterzeichnet, so das Unternehmen. Im Gegenteil: Mitarbeitende, die nicht streiken wollen, seien bedroht worden, so der Vorwurf der HHLA. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers gibt es auch den Verdacht, dass Maschinen auf den Terminals manipuliert wurden. Derzeit werden Schiffe in Altenwerder langsamer als sonst be- und entladen. In Waltershof liegt noch ein Megafrachter, der abgefertigt werden kann. Wie es danach weiter geht, ist noch offen. Ver.di will bis Donnerstagabend streiken. Die Gewerkschaft fordert für die rund 360 Handwerker deutlich mehr Lohn und weniger Wochenendarbeit. Beschäftigte der HHLA-Servicegesellschaften SCA und SCB waren erst vergangene Woche in einen Warnstreik getreten (…) Für weiteren Ärger bei der HHLA sorgt ein „Corona-Bonus“: Die Unternehmensführung hat Geschäftsführenden und leitenden Angestellten 1.500 Euro Prämie für das vergangene Jahr gezahlt. Die normalen tariflichen Angestellten hingegen erhielten nur 240 Euro.“ NDR-Meldung dokumentiert am 4 Februar 2021 bei betriebskampf.org externer Link
  • Einsparpläne Hafen Hamburg: Arbeitsplätze und Tarife im Hafen akut gefährdet!
    “Die Hamburger Hafenwirtschaft hat sich offenbar entschlossen, Einsparungen in größerem Umfang vorzunehmen und damit dringend benötigte Arbeitsplätze im Hafen auf den Prüfstand zu stellen oder gar wegzurationalisieren. Auch betriebsbedingte Kündigungen werden in manchen Betrieben nicht mehr ausgeschlossen. ver.di Hamburg fordert von den Unternehmen, dass der Corona – bedingte Wirtschaftseinbruch nicht auf dem Rücken der Hafenarbeiter ausgetragen wird. Gleichzeitig ist die Politik in Hamburg gefordert, den Strukturwandel in der Hafenwirtschaft an soziale Kriterien wie Arbeitsplatzerhalt und Tarifbindung zu koppeln. Noch 2019 hatte die Hafenwirtschaft Zuwächse eingefahren und weitere Auslandsinvestitionen sind 2020 trotz Corona-Krise getätigt worden. ver.di Hamburg wendet sich entschieden dagegen, dass die Zukunftsstrategien der Hamburger Hafenwirtschaft über Lohneinbußen und Arbeitsplatzabbau finanziert werden. ver.di Hamburg wird jetzt in Gremien und mit den Mitgliedern Forderungen zum Arbeitsplatzerhalt und zur Tarifsicherung in den Betrieben diskutieren. „Die jetzt angekündigten Einsparungen im Hamburger Hafen von über 130 Millionen Euro – allein in den zwei großen Betrieben Eurogate und HHLA – bedrohen Arbeitsplätze und Tarife im Hafen insgesamt. ver.di HH wird sich dem Versuch der Hafenwirtschaft, durch Arbeitsplatz- und Tarifabbau die aktuelle wirtschaftliche Delle zur eigenen Sanierung zu nutzen, entgegenstellen. Die Politik ist gefordert, die enorme arbeitsmarktpolitische und wirtschaftliche Bedeutung des Hamburger Hafens anzuerkennen und Investitionen und Subventionen der Hafenbetriebe an Tarifbindung und Arbeitsplatzerhalt zu koppeln“, fordert Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr, ver.di Hamburg.“ Pressemitteilung vom 13.11.2020 bei ver.di Verkehr in Hamburg externer Link
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