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KI in der Bildung: KI-Systeme sozial gerecht und demokratisch gestalten
„… KI-Technologien können Pädagog*innen unterstützen, wenn diese es möchten und sie in einem mitbestimmten Prozess eingeführt wurden – wo immer möglich und angezeigt. Diese Möglichkeiten auszuloten, hat sich die GEW zur Aufgabe gemacht. KI-Technologien dürfen jedoch nicht dazu eingesetzt werden, Lehrkräftestellen abzubauen oder die Lehrkräfteprofession anzugreifen. Das ist für die GEW ein No-Go! Das Primat der Pädagogik und der pädagogischen Beziehung kann von keiner Lerntechnologie ersetzt werden. (…). Sie dürfen nicht dem Profitinteresse dienen, sondern müssen die Interessen der Beschäftigten im Bildungsbereich ins Zentrum rücken. Um KI-basierte Entscheidungen und KI-Systeme nachvollziehbar und für die Menschen gestaltbar zu machen, braucht es Transparenz, Regulierung, Datenschutz, Mitbestimmung und kritische Bildung über Algorithmen und Daten…“ GEW-Statement vom 06.02.2026
zu E&W 2/2026
mit dem Schwerpunkt „KI in der Bildung“ – siehe mehr daraus und dazu:
- KI in der Bildung: Zwischen Skepsis und Aufbruch – Einschätzungen aus der Praxis.
„Ein Fazit gleich vorweg. „Schule muss zu einem Raum werden, in dem Kinder und Jugendliche Lernkompetenzen und Selbstregulation im Umgang mit Wissen aufbauen können.“ Das sagt Joscha Falck, Lehrer an einer Mittelschule in Bayern. KI mache deutlich, dass bestimmte Konzepte von Schule – zum Beispiel Hausaufgaben und manche Prüfungsformate – nicht mehr nach dem bekannten Muster funktionieren. „Inzwischen kann jeder in der Hosentasche auf das Weltwissen zugreifen und es sich individuell aufbereiten lassen. In den Schulen muss sich darum tatsächlich auch Lernkultur verändern“, ist er überzeugt. „Die Belehrungskultur ist ein totes Pferd. Schulen können aufhören, es zu reiten.“ (…) Falck ist nicht nur Pädagoge, sondern auch Schulentwicklungsmoderator und Bildungsblogger mit Schwerpunkt digitale Transformation. Vor drei Jahren stellte er unter dem Schlagwort „Lernen und Künstliche Intelligenz“ fünf Dimensionen für den Unterricht zusammen: Lernen über, mit, durch, trotz und ohne KI. Damit wollte er deutlich machen, dass sich der durch KI verändernde Bildungsauftrag als ein Zusammenspiel von Prozessen des Verstehens, Anwendens und Reflektierens beschreiben lässt. Was letztlich für alle Beteiligten gilt, wie er sagt – deshalb eigne sich dieses Feld auch hervorragend für die Demokratiebildung. „Das Bündel an Kompetenzen, das es braucht, um mit dieser Technologie verantwortungsvoll umzugehen, ist ja für alle gleich“, erläutert Falck. „Wir sind alle Lernende, darum könnten sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hier treffen, um gemeinsam Regeln auszuhandeln, zu reflektieren und Szenarien zu erproben.“ (…) Erforderlich sei unter anderem, gezielt einen verantwortungsvollen Umgang mit KI-Modellen wie ChatGPT einzuüben – inklusive eigenständiger Bewertung und Verifizierung der Ergebnisse. Wenn das gelinge, könne die Technologie einen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit leisten: „Weil sie viel mehr Kindern und Jugendlichen Zugang zu sehr viel mehr Wissen ermöglicht.“ (…) Aktuelle Studien wie das Deutsche Schulbarometer 2025 der Robert-Bosch-Stiftung oder der Trendmonitor „KI in der Bildung“ der Telekom Stiftung zeigen: Während ein Großteil der Schülerinnen und Schüler ChatGPT und Co. längst intensiv nutzt, stehen viele Lehrkräfte dem Einsatz der KI im Unterricht bisher eher skeptisch und zögerlich gegenüber. (…) Fest steht: Die Nutzung Künstlicher Intelligenz ist zur gesellschaftlichen Realität geworden. Auf die das System Schule allerdings nach wie vor nicht gut vorbereitet ist: Das meint Tobias Serner, Schulleiter einer Regionalen Schule in Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied des dortigen GEW-Landesvorstands. (…) Unsicherheiten der Lehrkräfte nimmt Serner vor allem bei Fragen des Datenschutzes sowie der Leistungsmessung und -bewertung wahr. Hier liege es in der Verantwortung der Schulleitungen, diese Aspekte zu thematisieren und für Klarheit zu sorgen. Unter dem Strich steht für den Pädagogen außer Frage: „Wenn Schule ihre Aufgabe ernst nimmt und die Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorbereiten möchte, ist es für sie eine zwingende Aufgabe, die Realität da draußen wahrzunehmen.“ Dazu gehörten soziale Medien ebenso wie die aktuelle gesellschaftliche Transformation in vielen demokratischen Prozessen – und eben auch die KI. „Diese Dinge muss ich hier in der Schule so abbilden, dass junge Menschen verantwortlich damit umgehen können. Wenn ich das nicht tue, darf ich mich hinterher nicht beschweren, dass sie vielleicht keine sehr reflektierten Entscheidungen treffen.“ Artikel von Anne-Katrin Wehrmann vom 5. Februar 2026
bei der GEW aus der E&W 2/2026

- [Erfahrungsbericht eines Lehrers:] KI in der Bildung: Wofür braucht es noch Lehrerinnen und Lehrer?
„Der zunehmender Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Schule hat die Mängel der jüngsten Bildungsreformen offengelegt. Wieso unterrichten Lehrkräfte noch mit standardisierten Textaufgaben, wenn KI dies heute schon besser kann?
Im Vorbereitungsdienst lernte ich, dass die Arbeitsaufgaben und Fragen im Unterricht quasi ausschließlich mit Operatoren zu stellen sind. Dies soll garantieren, dass die Schülerinnen und Schüler die richtigen Kompetenzen lernen und man diese dann auch in Klassenarbeiten zuverlässig und eindeutig abfragen kann. Ich empfand das schon immer als ziemlich einseitig und realitätsfern: Im Leben nach der Schule begegnen den ehemaligen Schülerinnen und Schülern Herausforderungen und Probleme in der Regel nicht in Form von Operatoren. (…) Die eigentlich wichtige Frage wird von vielen Kolleginnen und Kollegen noch verdrängt: Welche Fähigkeiten und welches Wissen brauchen Schülerinnen und Schüler für eine Welt mit KI? (…) Statt den Fokus auf Fachwissen zu legen, wurde dieser auf sogenannte Kompetenzen und deren Überprüfung gerichtet. Der Begriff der „Kompetenz“ (in den Aufgabenstellungen konkretisiert mit standardisierten „Operatoren“) und dessen zentraler Status beim Verständnis für menschliches Lernen wurde dabei aus der Kognitionswissenschaft übernommen. (…) Die Kognitionswissenschaft geht zurück auf die Kybernetik und hat damit denselben theoretischen Ursprung wie die ersten Modelle autonomer Systeme und Maschinen, auf denen heute moderne KI-Modelle beruhen. Die Kognitionswissenschaft basiert faktisch auf einem Computermodell des Geistes. (…) Welche Fähigkeiten braucht man in einer Welt textgenerierender, „denkender“ und handelnder Maschinen? Obwohl die Antwort auf diese Frage noch offenbleiben muss, erscheinen mir einige Dinge sehr klar: Wenn man Computermodelle nutzt, um Denken und Lernen zu verstehen und zu gestalten, dann verpasst man genau solche Aspekte des Denkens, die nicht von Computern übernommen werden können, und solche, die nicht von Computern übernommen werden sollten. Dazu gehört zum Beispiel Lernen mit und durch persönliche Erfahrungen. Alles das, was mit persönlicher Entwicklung und dem Finden des eigenen Platzes in der Gesellschaft zu tun hat. Dazu gehören aber auch Fragen der Ethik, exploratives und reflektives Denken und das Finden, Festlegen und Stellen von Fragen. KI kann jungen Menschen das Aufwachsen nicht abnehmen. Sie sollte auch nicht für sie denken, über sie entscheiden oder über sie bestimmen. Lehrkräfte haben in dieser Hinsicht eine besondere Rolle. Sie müssen Lernbegleiter statt Kompetenzvermittler sein, mehr als bisher eine pädagogische und erzieherische Beziehung zu Schülerinnen und Schülern entwickeln. Sie sollten sich von Eigenschaften wie Wertschätzung und Empathie leiten lassen. Das erfordert eine radikale Veränderung in der Ausbildung der Lehrkräfte sowie für die bereits im Schuldienst tätigen Kolleginnen und Kollegen Fort- und Weiterbildungen. In einer Welt nach KI sind diese nicht automatisierbaren Aspekte des Berufes vielleicht wichtiger als je zuvor.“ Erfahrungsbericht von Steffen Reitz vom 6. Februar 2026
bei der GEW aus aus der E&W 2/2026

- KI erobert die Schulen: Im Laufe dieses Schuljahres werden fast alle Bundesländer generative Künstliche Intelligenz (KI) für das Klassenzimmer bereitstellen
„Laurenz und Maximilian Thümmler haben etwas geschafft, was wahrscheinlich nicht alle Teenager hinbekommen. Der 16-jährige Laurenz und sein 13-jähriger Bruder haben sich selbst einen KI-Assistenten gebaut: den Nachhilfe-Mentor. Inzwischen nutzen Hunderte Mitschülerinnen und -schüler das Tool, um zu lernen. Laurenz und Maximilian, die das Potsdamer Helmholtz-Gymnasium besuchen, waren mit ihrer KI sogar schneller als das Land Brandenburg. Aber damit ist jetzt Schluss. Denn in dem Wettlauf um generative KI, der zwischen Schülerinnen, Schülern und Kultusministerien läuft, hat Brandenburg die Thümmler-Brüder mittlerweile eingeholt. Ein neuer KI-Chatbot namens Telli, der im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) programmiert wurde, ist endlich fertig. Er breitet sich in allen Bundesländern aus. Das heißt: Im Verlauf dieses Schuljahres werden praktisch alle Schülerinnen und Schüler in deutschen Klassenzimmern Zugriff auf KI bekommen. Das zeigt eine Umfrage der E&W unter den Kultusministerien…“ Bundesländer-Überblick von Christian Füller vom 5. Februar 2026 bei der GEW
Siehe auch:
- Künstliche Intelligenz in der Bildung – Dossier der GEW

- Dossier: DigitalPakt #D – „Digitale Bildung“ – mit Microsoft & Co?