[GEW] Corona-Krise an Schulen: Lehrkräfte und Lernende besser unterstützen und schützen

Dossier

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im Shitstorm“… Lehrerinnen und Lehrer versuchen zur Zeit unter schwierigen Bedingungen, den Kindern und Jugendlichen Lernmöglichkeiten für die Zeit der Schulschließungen zu bieten. Alle verfügbaren Mittel von Wochenplänen über digitale Plattformen und E-Mails werden genutzt. Dass es auch Grenzen gibt, erklärt GEW-Schulexpertin Ilka Hoffmann: „Ein Großteil der Lehrkräfte hat keine eigene Dienstmailadresse oder dienstliche Endgeräte.“ Zudem hätten nicht alle Schulen Zugriff auf Cloudsysteme und wenn doch, stießen diese an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. „Die Schulen sind denkbar schlecht auf Fernunterricht vorbereitet“, sagte Hoffmann. Auch der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte, von denen auch viele zur Risikogruppe der Älteren gehören, mahnte die GEW-Schulexpertin an: „In einer Zeit, in der über Ausgangssperren zur Eindämmung der Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 nachgedacht wird, ist eine generelle Präsenzpflicht von Lehrkräften an Schulen unsinnig und fahrlässig. Deshalb lehnt die GEW diese ab!“ Es müsse alles getan werden, Lehrkräften Unterstützung bei der Verbreitung und Vorbereitung von Lernmaterialien von Zuhause aus zu bieten…“ Meldung vom 20.03.2020 bei der GEW externer Link und dazu:

  • Am Montag startet ein gigantisches Experiment: Das neue Schuljahr – mit Millionen Schülern und Lehrern ohne den üblichen Corona-Schutz New
    “Am Montag startet das neue Schuljahr im ersten Bundesland, Mecklenburg-Vorpommern – ein gigantisches Experiment. Während Großveranstaltungen nach wie vor bundesweit untersagt sind, kommen in den nächsten Wochen in Deutschland insgesamt rund elf Millionen Schüler und 800.000 Lehrer zum Regelunterricht ohne Abstand und Mund-Nasen-Masken zusammen. Und schon jetzt steigen die Corona-Infektionszahlen wieder. Das Robert-Koch-Institut zeigt sich nervös…” Meldung vom 28. Juli 2020 von und bei News4teachers externer Link – dazu guter Kommentar:

    • Spiel mit dem Feuer: Wenn sich die Schulen als Infektionstreiber erweisen, steht Deutschland ein schlimmer Corona-Herbst bevor
      “Etliche der 16 Kultusminister, so scheint es, haben die Lust an der Bekämpfung des Coronavirus verloren. Die KMK jedenfalls hat unter Berufung auf das Recht der Schüler auf Bildung den Regelunterricht im kommenden Schuljahr zum Ziel erhoben. Dumm nur: Die Pandemie wird sich par ordre du mufti nicht stoppen lassen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Sollten sich die Schulen als Infektionstreiber erweisen, könnte das einen Schaden anrichten, der weit über ein weiteres verlorenes Schulhalbjahr hinausgeht. Dann droht Deutschland ein schlimmer Corona-Herbst. (…) In einem Anflug bemerkenswerter Offenheit hat die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einem Interview mit Radio Bonn/Rhein-Sieg die Hosen heruntergelassen. „Wir können Menschen nicht davor schützen, an Covid-19 zu erkranken. Vielleicht muss man das auch nochmal sagen: Es wird immer Erkrankungen geben“, erklärt sie mit Blick auf die Schulen. „Wir können nur alles dafür tun, dass diese Erkrankungen so glimpflich laufen wie es irgend geht. Dafür haben wir Vorsorge getroffen, dass unsere Gesundheitsämter beziehungsweise unsere Krankenhäuser darauf vorbereitet sind, dass genügend Intensivbetten zur Verfügung stehen, dass genügend Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen. Aber wir können nicht alle Menschen schützen.“ Beatmungsgeräte als Präventionsmaßnahme? Das ist ein Offenbarungseid für eine Politikerin, die für den Gesundheitsschutz von rund 200.000 Lehrkräften und 2,5 Millionen Kindern und Jugendlichen verantwortlich zeichnet. Wie eingangs festgestellt: So mancher Kultusminister, scheint es, hat die Lust an der Bekämpfung des Coronavirus verloren. Das kann ein schlimmer Herbst werden.” Analyse von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek vom 28. Juli 2020 bei News4teachers externer Link
    • Siehe auch bie Twitter die Debatte unter #BildungAberSicher
  • Schulen und Kitas wieder offen – Wie geht das, was schon vor der Corona-Zeit nicht möglich war? 
    “[Du hast mit Thorsten Böning kürzlich eine Ideenskizze zu den Möglichkeiten und Notwendigkeiten frühkindlicher Bildung in Zeiten der Corina-Pandemie veröffentlicht. Darin fordert ihr neue Räume, mehr Personal und pädagogische Phantasie an die Macht. Was heißt das konkret?] Thorsten und ich sind gemeinsam im Bündnis „Mehr Große für die Kleinen“, das im letzten Jahr die Proteste gegen das Kinderbildungs-Gesetz (KiBiz) in NRW auf die Straße und in den Landtag gebracht hat. Schon da stand für uns die Verbindung von guten Arbeitsbedingungen für die Erziehenden mit guten Bedingungen für frühkindliche Bildung im Mittelpunkt: Mehr Personal und kleinere Gruppen, bei einer kostendeckenden Finanzierung. Daran hat sich auch durch Corona nichts geändert. Die Probleme sind lediglich drängender und offensichtlich geworden. Momentan sind in NRW wieder alle Kinder in den Kitas – in Gruppen von bis zu 25 Kindern. Und das mit weniger Personal. Thorsten und ich haben geprüft, welche Alternativen es schon gibt und wie ein Infektionsschutz für Beschäftigte und Kids funktionieren könnte. Also haben wir die Konzepte von Waldkindergärten, kleinen altersgemischten Gruppen und dem Freiwilligenregister in den medizinischen Berufe n quer durch den Gesundheitsschutz und aktuell ungenutzte Räume gedacht. Das Ergebnis war ein Aufschlag zur Debatte: Können wir kleine Gruppen in Parks, Spielpätzen, Unis, Gemeindehäusern schaffen, die mit einer Fachkraft und zwei Ergänzungskräften das Infektionsrisiko mindern, Infektionsketten überschaubar halten und pädagogisch hochwertige Arbeit leisten. Die Idee findet sich hier externer Link …” Interview mit Katharina Schwabedissen in FaktenCheck:CORONA 2 externer Link
  • GEW: Lehrergewerkschaft fordert Mindestabstand in Schulen 
    “Die Kultusminister wollen die Schulen nach den Sommerferien wie gewohnt öffnen – ohne Abstand. (…) Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht den Beschluss der Kultusminister der Länder zur Öffnung der Schulen kritisch. Auf das Abstandsgebot zu verzichten, sei der falsche Weg, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Marlis Tepe laut einer Mitteilung. “Solange die Abstandsregeln – aus guten Gründen – in der Gesellschaft eingehalten werden müssen, muss dies auch in der Schule gelten.” Die Ministerinnen und Minister hatten am Donnerstag beschlossen, dass alle Schüler nach den Sommerferien wieder wie gewohnt in die Schule gehen sollen. Dabei solle auf die Abstandsregel verzichtet werden, sofern es das Infektionsgeschehen zulasse. “Mit dieser Ansage kippen die Kultusminister den Infektionsschutz”, sagte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann dem Spiegel. “Wenn das schiefgeht, tragen die Kultusminister die Verantwortung.” (…) “An kleineren Grundschulen mag das hier und da noch machbar sein”, sagte Hoffmann. Aber an den großen weiterführenden Schulen kämen oft tausend Kinder und Jugendliche aus einer Region zusammen. Dort könnten Schüler bei normalem Stundenplan nicht zeitversetzt zum Unterricht kommen, zeitversetzt Pause machen lassen oder dafür sorgen, dass sie sich auf dem Schulhof nicht mischen. “Das ist unrealistisch. Es ist gedankenlos, den Schulen nun die Verantwortung dafür aufzubürden.”…” Meldung vom 19. Juni 2020 bei Zeit online externer Link zur GEW-Stellungnahme „Jetzt die Zeit nutzen, um Schulöffnungen seriös vorzubereiten“ vom 19. Juni 2020 externer Link
  • [GEW] Schulöffnungen in der Coronakrise: Abstand halten! / [DGB]  Schulöffnungen nur mit Arbeitsschutz und Hygienestandards
      • [GEW] Schulöffnungen in der Coronakrise: Abstand halten!
        “Während überall weiter die Abstandspflicht von 1,5 Metern gilt und in Geschäften sowie im Öffentlichen Nahverkehr Masken getragen werden müssen, sollen in den Schulen Schutzmaßnahmen aufgegeben werden. Die GEW protestiert. Mit der Wiederöffnung der Schulen wird nach Ansicht der GEW die Gesundheit von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern massiv gefährdet. „Während in allen Branchen die Abstandspflicht von 1,5 Metern zwischen zwei Menschen weiterhin gilt und in Geschäften sowie im Öffentlichen Personennahverkehr Masken getragen werden müssen, sollen in den Schulen Schutzmaßnahmen aufgegeben werden“, kritisierte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann externer Link mit Blick auf Aussagen der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig (SPD). Hubig hatte am Dienstag laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gefordert, die Abstandsregeln an Schulen aufzugeben. Nachdem die Lehrkräfte zum Teil unter hygienisch unzureichenden Bedingungen die Notbetreuung aufrecht erhalten und mit mangelnder digitaler Ausstattung Fernunterricht organisiert hätten, wolle die Politik „den Gesundheitsschutz der Beschäftigten aufs Spiel setzen“, sagte Hoffmann. Die GEW mahnte dagegen die Fürsorgepflicht der Länder gegenüber den Beschäftigten an. „Wir brauchen endlich einen runden Tisch, an dem Politik, Gewerkschaften, Eltern- und Schülervertretungen sowie Mediziner zusammenkommen und über Lösungswege entscheiden, die die Interessen aller an Schule Beteiligten berücksichtigen.“ Die GEW-Schulexpertin plädierte zudem dafür, jetzt pädagogische Konzepte zu entwickeln und die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um nach den Sommerferien einen qualitativ guten Mix aus Präsenz- und Fernunterricht anzubieten. Es sei keine Lösung, die Klassen zu teilen und zusätzliche Räumlichkeiten bereit zu stellen. „Aufgrund des teils dramatischen Lehrkräftemangels, ein Problem, das die Politik schon lange vor der Corona-Krise nicht gelöst hat, fehlt dafür das entsprechende Personal.“ GEW-Meldung vom 10.06.2020 externer Link
      • [DGB] Corona-Pandemie: Schulöffnungen nur mit Arbeitsschutz und Hygienestandards
        “Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Stefanie Hubig hat vorgeschlagen, den Schulbetrieb wieder voll aufzunehmen – die bisherigen Abstandsregelungen will sie dabei ersatzlos aufgeben. Der DGB lehnt das ab. Die Schulen dürfen auf keinen Fall unter Verzicht auf Arbeitsschutz und Hygienestandards geöffnet werden. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack sagt zu diesem Vorstoß: „Die Kultusminister verlieren offenbar unter dem großen öffentlichen Druck die Nerven. Anders ist nicht zu erklären, dass sie nun kopflos und ohne Abstandsregeln die Schulen in den Normalbetrieb schicken wollen. Die Öffnung der Schulen darf auf keinen Fall unter Verzicht auf Arbeitsschutz und Hygienestandards erfolgen. Wenn mehr als hundert Schülerinnen und Schüler samt Lehrkräften dicht an dicht in der vollgepackten Mensa beim Mittagessen sitzen, wird jeglicher Infektionsschutz aufgegeben. Das ist verantwortungslos gegenüber den Beschäftigten im Bildungssystem, aber auch gegenüber den Kindern und Jugendlichen. Die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Vorerkrankungen wird so erst recht nicht gelingen. Gerade für diese Kinder und Jugendlichen braucht es ein ausgeklügeltes Hygienekonzept, sonst wird Isolation statt Inklusion die Folge sein. Wir wissen um die fatalen Auswirkungen des coronabedingten Ausfalls des Schulunterrichts und die Verschärfung von Gerechtigkeitslücken als Folge. Gerade deshalb ist es notwendig, den Normalbetrieb mit Bedacht zu öffnen. Sonst droht ein ungeplanter zweiter Lockdown im Herbst.“…“ Beitrag vom 10.06.2020 beim DGB externer Link
  • [GEW zum Rahmenkonzept der KMK] Licht und Schatten der Schulöffnungen: Und die Lehrkräfte? 
    Schülerinnen und Schüler können schrittweise und unter Auflagen bis zu den Sommerferien an die Schulen zurückkehren. GEW, VBE und Bundeselternrat finden viel Gutes im Konzept der KMK. Aber was ist mit der Belastung der Lehrkräfte? Die Bundesländer wollen allen Schülerinnen und Schülern angesichts der positiven Entwicklung der Infektionszahlen in der Corona-Krise schrittweise und unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglichen. „Die Wiederaufnahme des Unterrichts in Form von teilweisem Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler hat begonnen und soll in weiteren Schritten fortgesetzt werden“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Ländern vom 6. Mai. Die Schulöffnungen sollen dem von der Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlichtem Rahmenkonzept folgen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundeselternrat (BER) begrüßen in einer heute veröffentlichten Stellungnahme zum Rahmenkonzept der KMK externer Link, dass Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf im Konzept bedacht wurden. Ebenso sei es gut, dass sie die Situation an Förderschulen sowie für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf berücksichtigt wurde. „Viele der von uns vorgebrachten Punkte haben Eingang in das Rahmenkonzept der KMK zur Schulöffnung gefunden. So wird der Gesundheitsschutz hoch priorisiert, wobei Regelungen in den einzelnen Hygienekonzepten der Länder konkretisiert werden,“ heißt es von GEW, VBE und BER. Dass es für die Umsetzung eine entsprechende Vorlaufzeit braucht, sei ebenfalls herausgestellt worden. Auch die klare Ansage, dass Personen, die Risikogruppen angehören, weiterhin nicht in der Schule lernen oder lehren müssen sei notwendig und begrüßenswert. Kritik gibt es an den Spielräumen, die die Länder jetzt bei der Ausgestaltung haben. „Wir befürchten, dass dies dafür genutzt werden kann, Personen aus der Risikogruppe in die Schulen zu holen”, so GEW, VBE und BER…“ Beitrag der GEW vom 06.05.2020 externer Link
  • Coronapandemie: Schulische Abseitsfalle 
    “Das Hauptproblem des deutschen Schulsystems – die Bildungsungerechtigkeit – verstärkt sich in der Corona-Krise. Deshalb sind gerade Kinder und Jugendliche mit Lernproblemen besonders stark von den Schulschließungen betroffen. (…) Seit Jahren bekommt das deutsche Bildungssystem bei den PISA-Tests in Fragen der Chancengleichheit schlechte Noten. Mit (un-)schöner Regelmäßigkeit wird festgestellt, dass die frühe Festlegung auf bestimmte Bildungswege die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder beschneidet. Die Reaktion der deutschen Schulbürokratie? Ein Achselzucken. Unser schöner, deutscher Bildungsadel ist uns viel zu wichtig, als dass wir ihn für ein bisschen mehr soziale Gerechtigkeit gefährden würden. Lieber tun wir das, was wir ohnehin am besten können: Wir loben uns einfach ein bisschen lauter, um die Kritik zu übertönen. (…) An eben dieser Ausrichtung des Unterrichts krankt jetzt auch der Umgang mit der aktuellen Corona-Krise. Die Vorstellung mancher Bildungsbehörden, den normalen Schulunterricht quasi per Liveschaltung in die Kinderzimmer zu übertragen, hat sich nicht nur aufgrund des mangelhaften Netzausbaus als realitätsfern erwiesen. Ein solches Online-Wonderland hat auch mit der sozialen Realität herzlich wenig zu tun. Die entsprechenden Vorschläge gehen davon aus, dass alle Schülerinnen und Schüler über ein eigenes Endgerät, WLAN und einen entsprechenden Arbeitsplatz verfügen, von dem aus sie sich konzentriert am Unterricht beteiligen können. Dies aber ist selbst in vielen Mittelschichtfamilien nicht der Fall. Ganz zu schweigen von der Realität hellhöriger Zwei-Zimmer-Wohnungen, in denen mehrköpfige Familien leben. Die Digitalisierung ist auch hier nicht das Allheilmittel, als das sie in der Corona-Krise allenthalben verkauft wird. So sind auch die Schulen, die mit der Krise besser zurechtkommen, nicht unbedingt digitale Vorreiter. Im Vorteil sind vielmehr vor allem jene Schulen, die konsequent Formen selbstgesteuerten Lernens in den Unterricht eingebaut haben. Mit der Wochenplan- und der Portfolioarbeit oder auch dem Projektunterricht gibt es dafür seit Jahren erprobte und erfolgreiche Konzepte. (…) Schule ist eben nicht mehr nur ein Ort traditioneller Stoffvermittlung, sondern ein Lebens- und Lernort. Sie wird auch längst nicht mehr nur allein von Lehrkräften gestaltet. Um mehr Chancengleichheit umzusetzen, brauchen wir eine bessere Vernetzung von Jugendhilfe, schulischer Sozialarbeit und Pädagogik. Entsprechende Konzepte für die Arbeit in multiprofessionellen Teams liegen seit Jahren vor, sie sind in der Praxis erfolgreich erprobt worden. Diese Ansätze sollten gestärkt und gefördert werden. Auch die materielle Unterstützung der Familien gehört dazu. Kinder, die nicht regelmäßig zu essen haben, können auch nicht lernen. Es ist also wichtig, dass Sozialämter, Jugendhilfe und Schule Hand in Hand arbeiten. Für den Weg der schrittweisen Öffnung der Schulen ist ein gemeinsames Krisenmanagement notwendig, sollen diese Kinder und Jugendlichen nicht völlig abgehängt werden. Hierzu sollte es einen runden Tisch geben, mit den Schulen und den Interessensvertretungen der Lehrenden sollen gemeinsam Konzepte ausgearbeitet werden. Nichts davon ist jedoch zu sehen!…” Beitrag von Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, vom 6. Mai 2020 externer Link
  • GEW, VBE und BER: „Wirksamer Gesundheits- und Infektionsschutz. Leitlinie für schrittweise Öffnung der Schulen“ / [GEW] Kritik an Schulöffnungen trotz Coronapandemie – Hat Rezo recht?
    • GEW, VBE und BER: „Wirksamer Gesundheits- und Infektionsschutz. Leitlinie für schrittweise Öffnung der Schulen“
      “… „Der Gesundheits- und Infektionsschutz der Lehrenden und der Lernenden muss im Zentrum aller Entscheidungen stehen, wenn die Schulen wieder schrittweise öffnen.“ Diesen Appell richteten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE), die beiden größten Lehrkräftegewerkschaften in Deutschland, gemeinsam mit dem Bundeselternrat (BER) an alle Bildungsministerinnen und Bildungsminister im Vorfeld ihrer Abstimmungen am heutigen Montag. Statt eines Wettbewerbs, wer zuerst öffnet, müssten die Vorschläge des Robert-Koch-Instituts (RKI) den verbindlichen Rahmen setzen. Die Schulen bräuchten einen klaren Rahmen, innerhalb dessen nach den Möglichkeiten vor Ort entschieden werde. Dafür seien die Expertise der Beschäftigten und die Interessen der Eltern einzubeziehen. Vor Ort müsse eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen werden. Vor der Öffnung müssten Gesundheitsschutz, Pädagogik und Organisation des Schulweges abgestimmt werden. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe machte deutlich: „Schülerinnen und Schüler können aufgrund der Schulschließungen nicht den durch die curricularen Vorgaben vorgesehenen Lernstoff beherrschen. Darauf muss entsprechend flexibel reagiert werden.“ Hierbei seien insbesondere die Kinder und Jugendlichen in den Blick zu nehmen, die ohnehin Lernschwierigkeiten haben oder denen zu Hause aufgrund fehlender Unterstützungsmöglichkeiten nicht ausreichend geholfen werden kann. Vor diesem Hintergrund warnte sie auch davor, Abschlussprüfungen jetzt auf Teufel komm raus durchzuziehen. Das führe zu Ungerechtigkeiten: Vorbereitung und Prüfungsbedingungen sind sehr unterschiedlich. Zudem sei es oft nicht möglich, den notwendigen Infektionsschutz zu gewährleisten und das Abstandsgebot einzuhalten. Eine Ausnahmesituation wie die Corona-Krise verlange besondere Regelungen und Flexibilität. „Entscheidend ist, dass die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile haben und die Schulzeit sich nicht verlängert“, betonte Tepe. Der VBE Bundesvorsitzende Udo Beckmann legte den Fokus auf die Notwendigkeit der Einhaltung von Hygienestandards und macht deutlich: „Wenn das für eine Schule nicht gewährleistet werden kann, darf sie nicht geöffnet werden. Zudem brauchen Schulleitung eine Ansprechperson, mit der sie diese Belange schnell klären kann.“ (…) BER Vorsitzender Stephan Wassmuth sagte: „Wir dürfen keinesfalls die Bildungsgerechtigkeit aus den Augen verlieren und müssen die Eltern und Schülerinnen und Schüler in diesem Prozess beachten und begleiten. Dazu gehört u. a., dass Familien und Lehrkräfte einer Risikogruppe für die Schulbesuchsentscheidung und zur Abschätzung des Teilnahme-Risikos die transparente Kommunikation vorab zu den konkreten Hygiene-Vorsorgemaßnahmen in der konkreten Schule und dem Schulweg-Transport erhalten…” Gemeinsamer Appell von GEW, VBE und BER an Bildungsminister vom 27. April 2020 externer Link
    • [GEW] Kritik an Schulöffnungen trotz Coronapandemie Hat Rezo recht?
      “Der Youtuber Rezo nimmt Schulöffnungen und vor allem Abiturprüfungen trotz der Ausbreitung von Covid-19 in scharfen Worten auseinander. Wir fassen die Aussagen seines neuen Videos zusammen – und vergleichen sie mit den Positionen der GEW. Der vor etwa einem Jahr mit seinem Beitrag zur „Zerstörung der CDU“ populär gewordene Youtuber Rezo kritisiert in einem neuen Video die Wiederöffnungen der Schulen extrem scharf. In dem Clip mit dem Titel „Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen“ nimmt sich der 27-Jährige vor allem die geplanten Abiturprüfungen und mangelnden Hygienestandards an Schulen vor. Die GEW vertritt in diesen beiden Punkten ähnliche Positionen, distanziert sich aber von seinem pauschalen Aufruf, die Parteien der verantwortlichen Bildungspolitiker und -politikerinnen der Länder künftig nicht mehr zu wählen…” GEW-Stellungnahme vom 27. April 2020 externer Link und das (empfehlenswerte) Rezo-Video bei youtube externer Link : Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen…
  • [NRW] Vorstoß empört auch Lehrer – Schüler drohen Laschet mit Boykott / [Petition] Gesundheitsschutz statt Hauruckverfahren / Schulöffnungen in Zeiten von Corona – der Versuch einer emanzipatorischen Analyse 
    • [NRW] Vorstoß empört auch Lehrer – Schüler drohen Laschet mit Boykott
      Obwohl NRW-Landeschef Laschet gegen Alleingänge in der Corona-Krise ist, will sein Bundesland vor allen anderen wieder Unterricht in Schulen stattfinden lassen. Schüler machen im Netz dagegen mobil, und Lehrer halten die zeitnahe Öffnung aus einem anderen Grund für zu ambitioniert. “Keine Alleingänge, sondern nur gemeinsame Entscheidungen.” So hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet die Ergebnisse der Telefonkonferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länder-Chefs auf seinem Instagram-Account zusammengefasst. Und doch will sein Bundesland die Schulen früher, als in der Bund-Länder-Vereinbarung beschlossen, öffnen. Im Netz formiert sich nun Widerstand gegen die am nächsten Donnerstag startende Wiederaufnahme des Schulbetriebs. Über 180.000 Aufrufe hat Laschets Instagram-Video bereits, die Kommentarspalte ist voll mit Beiträgen empörter Schüler. Auf Twitter wird unter dem Hashtag #SchulboykottNRW dazu aufgerufen, am 23. April zu Hause zu bleiben. Die Kommentare weisen häufig darauf hin, dass NRW besonders vom Coronavirus betroffen ist – und dennoch vor allen anderen Bundesländern die Schulen öffnen will...” Meldung vom 17. April 2020 bei N-TV externer Link und dazu die GEW:

      • [Petition] Gesundheitsschutz statt Hauruckverfahren – Schulöffnungen brauchen Vorbereitungszeit!
        Sehr geehrte Frau Ministerin Gebauer, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet, sehr geehrte Landesregierung NRW, wir richten uns mit diesem offenen Brief an Sie, um Ihnen mitzuteilen, dass wir entsetzt darüber sind, dass die Landesregierung mit der Entscheidung zur Schulöffnung kommende Woche die Gesundheit der Lehrkräfte, der Schüler*innen sowie deren Familien fahrlässig gefährdet. Dieser Schnellschuss ist verantwortungslos, weil die Durchführung des Unterrichts unter Bedingungen, die den Notwendigkeiten des Infektionsschutzes genügen, nicht möglich ist. Ohne Rücksicht auf die zahlreichen mahnenden Worte aus Schul-, Schüler*innen- und Elternorganisationen sowie Gewerkschaften sollen nun im Hauruckverfahren Öffnungen stattfinden, welche jedoch wesentlich mehr Vorbereitungszeit benötigen, denn: Der Gesundheitsschutz der Schüler*innen und Lehrkräfte muss oberste Priorität haben! (…) Statt verantwortungsbewusst vorzugehen, wälzt die Landesregierung die Verantwortung für einen sicheren Unterricht auf die Schulen, Lehrkräfte und Kommunen ab. Sie schließt den Großteil der Schüler*innen vorerst aus dem Unterricht aus und mutet einem kleineren Teil sowie den Lehrkräften Unterrichtsbedingungen zu, unter denen ein Schutz ihrer Gesundheit nicht gewährleistet ist. Wir sagen an dieser Stelle ganz entschieden: Stoppen Sie die verfrühten Schulöffnungen! Alle Schüler*innen haben ein Recht auf Bildung! Alle Schüler*innen und Lehrkräfte haben ein Recht auf unversehrte Gesundheit!…” Petition der GEW Köln an Ministerin für Schule & Bildung Yvonne Gebauer u.a. bei change.org externer Link
      • [GEW NRW] Schulen können sicher nicht am 20. April 2020 wieder öffnen – Keine Prüfungen im laufenden Schuljahr 2019/2020
        Die Pandemie und die noch ungewisse Rückkehr in unser normales Leben sorgen dafür, dass sich eine starke Verunsicherung in den Schulen bei Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen verbreitet. Wann geht es wieder los und welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit Gesundheits- und Infektionsschutz gewährleistet sind? Gewerkschaften, Schul- und Elternverbände fordern die Offenlegung der Pläne der Landesregierung, die die Schrittfolge der geplanten Öffnung und verbindlich vorgegebene Maßnahmen zum Gesundheitsschutz enthalten müssen. Klar ist aus Sicht der Unterzeichnenden, dass die Schulen nicht am 20. April 2020 wieder öffnen können…” Pressemitteilung der GEW NRW vom 14.04.2020 externer Link und ebd. die Gemeinsame Erklärung externer Link : Lernen aus Corona – Keine vorschnelle Wiedereröffnung der Schulen: Hygienische Standards herstellen – Chancengungleichheit nicht verstärken – Zentrale Prüfungen aussetzen
      • GEW, VBE und BER bieten Expertise an und benennen Herausforderungen für Schulöffnung
        Nachdem die Kultusministerkonferenz (KMK) damit beauftragt worden ist, bis zum 29. April Szenarien zu erarbeiten, wie ab dem 4. Mai schrittweise Schulöffnungen umgesetzt werden können, haben die beiden größten Lehrergewerkschaften Deutschlands, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE), gemeinsam mit dem Bundeselternrat (BER) die Präsidentin der KMK, Dr. Stefanie Hubig, angeschrieben. Sie bieten ihre Unterstützung bei der Analyse, Erarbeitung und Umsetzung dieser Szenarien an. In dem Brief heißt es: „[…] aus unserer Sicht ist es essenziell, neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den politischen Vorgaben die Erfahrungswerte der Lehrkräfte und Eltern bei der Erarbeitung solcher Szenarien einzubeziehen. Wir haben diese Expertise. […]. Mit dem Wissen um die besondere Lage und der Erfahrung aus der Praxis und als Interessenvertretungen der am Bildungssystem Beteiligten möchten wir Sie gerne dabei unterstützen, tragfähige, realitätsnahe und nachhaltige Antworten auf die aktuellen Fragen zu finden.“ Die drei Organisationen benannten zudem Herausforderungen, die jetzt zu bewältigen seien. Dazu gehörten der Gesundheitsschutz, verbindliche Ansprechpersonen für Schulleitungen, die Gestaltung von Räumen bei gleichzeitiger Bewahrung individueller Lernsettings, die Belastung für Lehrkräfte durch den Unterricht in geteilten Lerngruppen sowie durch Präsenzunterricht und die parallele Betreuung der Schülerinnen und Schüler zu Hause sowie die Frage der Definition der Risikogruppen und der daraus folgenden Konsequenzen. GEW, VBE und BER wiesen darauf hin, dass während der schrittweisen Öffnung gerade Kinder in Notlagen sowie Schülerinnen und Schüler, die aus sozio-ökonomisch benachteiligten Elternhäuser kommen, besonders im Fokus stehen müssten und zusätzliche Unterstützung benötigten…” Gemeinsamer Brief an KMK am 17.04.2020 bei der GEW externer Link
    • Bildung in Zeiten von Corona: Wer genau braucht diese Abschluss-Prüfungen?
      1,1 Millionen Schüler müssen trotz Corona zu Abschlussprüfungen antreten. Wer die Argumente selbst prüft, die dafür gebracht werden, merkt: Das ist Irrsinn. Wir nehmen Einschränkungen in fast allen Bereichen hin: die unserer Freiheitsrechte, die unserer Wirtschaft und die des Versammlungsrechts. Menschen verlieren ihre Jobs, andere werden in Kurzarbeit geschickt. Wir verzichten seit Wochen darauf, unsere Freund:innen zu treffen, sogar unsere Familie (lieben Gruß nach Schleswig-Holstein!). It’s a mad world. Nur die Abschlussprüfungen, die lassen wir uns nicht nehmen. Es müssen diese Abschlussprüfungen sein, die unsere Gesellschaft im Kern zusammenhalten. Anders kann ich nicht erklären, warum die Ministerpräsident:innen und Kultusminister:innen bei jeder Gelegenheit betonen, dass die Prüfungen bei der Öffnung der Schulen höchste Priorität haben. Dass ein ganzer Jahrgang, immerhin 1,1 Millionen Schüler:innen, auf die Prüfungen verzichten, sei unfair und keine Option, sagen die einen, sagen die Kultusminister:innen. Aber sie bekommen starken Gegenwind: Unter diesen Bedingungen überhaupt Prüfungen schreiben zu lassen, sei unverantwortlich und nach den vergangenen Wochen noch viel ungerechter, sagen die anderen. Sie fordern zum Beispiel ein Durchschnittsabitur – also, dass die Abschlussnote aus den bisher erbrachten Noten berechnet wird. Oder dass Schüler:innen selbst entscheiden, ob sie sich prüfen lassen, um ihre Abschlussnote zu verbessern. Zwei Hamburger Schüler:innen haben in einer Petition externer Link für das Durchschnittsabitur mittlerweile über 145.000 Unterschriften gesammelt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordern, alle Prüfungen abzusagen. Auch die Vereinigung der Berliner Schulleiter:innen spricht sich in einem Offenen Brief externer Link gegen Prüfungen aus. Diese Liste könnte ich ohne Probleme noch lange weiterführen…” Artikel von Bent Freiwald vom 17. April 2020 bei den Krautreportern externer Link
    • Semesterbeginn: Aktualisierter Forderungskatalog zum Umgang mit der “Corona”-Krise an der Goethe-Universität
      Forderungen vom 19. April 2020 von und bei unter_bau externer Link
    • Schulöffnungen in Zeiten von Corona – der Versuch einer emanzipatorischen Analyse
      “… Klar ist, dass die nötigen Hygienemaßnahmen innerhalb der nächsten zwei Wochen nicht ausreichend umgesetzt werden können. Ein Grund dafür ist, dass die Schulen jahrzehntelang kaputt gespart wurden. Die Folgen sehen wir jetzt: zu viele SchülerInnen auf zu engem Raum und Mängel in der Austattung was Waschbecken etc. betrifft. Außerdem sind rund 25% des Lehrpersonals in einem Alter, in dem sie selbst der Risikogruppe angehören und somit ihr Kontakt mit SchülerInnen äußerst gesundheitsgefährdend ist. Es bleiben viele Fragen offen, die von ‘Wie sollen Kurse von 30 Mitgliedern unterrichtet werden?’ bis hin zu  ‘Wie komme ich zur Schule, ohne das Risiko eines überfüllten öffentlichen Verkehrsmittels einzugehen?’ gehen. Es liegt auf der Hand, dass das Ansteckungsrisiko innerhalb von Bildungseinrichtungen überproportional hoch ist und somit eine Explosion der Ansteckungszahlen unvermeidbar bleibt. Außer Acht gelassen wird hierbei auch die Gefahr, dass sowohl SchülerInnen als auch Eltern Risikogruppe sein können. Eine Lösung für die dadurch nicht einzuhaltende Schulpflicht oder wie man mit SchülerInnen umgeht, die durch Corona ihre Abschlussprüfungen nicht schreiben können, wurde noch nicht gefunden.  Das für uns vielleicht zentralste Argument ist jedoch, dass die Entscheidung der Schulöffnungen zeigt, wie wenig Meinungen der SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen und Gewerkschaften zählen, die allesamt über Petitionen, Offene Briefe etc. ihre Meinung gegen Schulöffnungen kundgetan haben. Deutlich wird hierbei, dass für die PolitikerInnen hauptsächlich zählt, ihre Macht durchzusetzen und sie keinerlei Interesse dran haben, auf Hinweise der Menschen zu hören, die von den beschlossenen Maßnahmen am meisten betroffen sind…” Beitrag vom 16.4.2020 bei der Jugendantifa Bielefeld externer Link
  • [GEW] Kritik an Empfehlungen der Leopoldina / Verzichtet auf Prüfungen! 
    • [GEW] Kritik an Empfehlungen der Leopoldina
      Die nationale Wissenschafts-Akademie Leopoldina rät, Schulen „sobald wie möglich“ wieder zu öffnen. Die GEW sieht die Empfehlungen skeptisch: „Viele Vorschläge gehen an der Realität in den Bildungseinrichtungen vorbei.“ In der Debatte um eine Wiederöffnung von Schulen und Kitas kritisiert die GEW die Empfehlungen der Wissenschafts-Akademie Leopoldina als „bedingt hilfreich“ und „wenig praktikabel“. „Viele Vorschläge gehen an der Realität in den Bildungseinrichtungen vorbei. Sie entsprechen zudem nicht dem Bildungsauftrag etwa der Kitas und Schulen, da sie lediglich Übergänge und Prüfungen in den Blick nehmen“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Frankfurt am Main. Die vorgeschlagene räumliche Trennung der Kita-Kinder sowie der Schülerinnen und Schüler scheitere in vielen Einrichtungen an fehlenden Räumlichkeiten. Da die meisten Klassenräume sehr eng seien, könnten 15 Schülerinnen und Schüler nicht wie empfohlen mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Angesichts des Lehrkräftemangels und eines hohen Anteils von Pädagoginnen und Pädagogen sowie Erzieherinnen, die zur Risikogruppe gehörten, sei ein Schichtbetrieb an vielen Einrichtungen nicht möglich. Die Bildungsgewerkschaft fordert vor einer Öffnung der Einrichtungen eine ausreichende Vorlaufzeit. Die Schulen müssten die Unterrichtsplanung, Raumaufteilung und sanitäre Überprüfung vornehmen und dies dann durch einen Gesundheitscheck des Gesundheitsamtes freigeben lassen. „Die Empfehlung, Schutzmasken zu tragen, muss umzusetzen sein, sprich: Masken müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt werden“, betonte Tepe. Ungeklärt sei die Frage des Schülertransports: Im öffentlichen Nahverkehr könne die Gefahr von Infektionen kaum minimiert werden…” GEW-Pressemitteilung vom 14.04.2020 externer Link

    • Abschlussprüfungen in Zeiten von Covid-19: Verzichtet auf Prüfungen!
      Etwa 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler aus Abschlussklassen dürfen derzeit nicht in die Schule. DGB und GEW fordern: Verzichtet auf die Prüfungen! Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Schulen in Deutschland noch bis mindestens zum Ende der Osterferien geschlossen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sind je nach Abgrenzung der Abschlussklassen an allgemeinbildenden Schulen zwischen 962 000 und 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler aus Abschlussklassen von der Schließung betroffen. Die Abschlussklassen der beruflichen Schulen sind in dieser Schätzung nicht enthalten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzen sich gegenüber der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten sowie der Kultusministerkonferenz dafür ein, auf schulische Prüfungen – Abitur, Mittlerer Bildungsabschluss, erster Bildungsabschluss – zu verzichten und darauf zu vertrauen, dass die Lehrkräfte aufgrund der bereits erbrachten Leistungen gerechte Abschlussnoten erteilen…” GEW-Pressemitteilung vom 14.04.2020 externer Link
  • Siehe auch: Schule geschlossen? Dezentraler Unterricht geht auch datenschutzfreundlich!
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=164741
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