Unbesetzte Lehrstellen: Südeuropäische Azubis für Deutschland

In Deutschland bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt, in den europäischen Krisenländern ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch. Deshalb sollen neben Fachkräften auch Lehrlinge aus Südeuropa angelockt werden. Im Herbst soll es soweit sein…“ Agenturmeldung in der FAZ online vom 21.05.2013 externer Link. Aus dem Text:

  • „… Die Anwerbung von Lehrlingen ist Teil des Mobilitätsprogramms „MobilPro-EU“, mit dem die Bundesregierung auch Fachkräfte aus anderen EU-Ländern gewinnen will. Bundesweit ist das Programm in der Startphase, vor allem in Baden-Württemberg gibt es Vorreiter. Einen Massenansturm gab es trotz der prekären Arbeitsmarktlage für Jugendliche in Südeuropa bislang nicht. Rund 400 Anträge von Bewerbern auf Förderung liegen aktuell bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) in Bonn. (…) Vorabsprachkurse und Deutschunterricht während der Ausbildung werden vom Bund bezahlt. Daneben gibt es Pauschalen für Reisen zu Vorstellungsgesprächen und zu Praktika, ebenso eine Praktikumsvergütung. Bis zu 818 Euro im Monat soll an Ausbildungsvergütung gezahlt werden, wobei die jeweilige Entlohnung durch den Arbeitgeber aufgestockt wird…“
  • Siehe dazu die Anmerkung des Lesers J.A. in den Hinweisen des Tages 22. Mai 2013 bei den Nachdenkseiten externer Link : „Wenn ich das richtig verstehe, wird hier mti vielen Millionen Euro der völlige Irrsinn gefördert: Viele der wirklich schlechten Arbeitsplätze in Deutschland, d. h. die richtig schlecht bezahlten mit miserablen Arbeitszeiten und schlechten Perspektiven im Lebensmittelhandwerk und der Gastronomie, können nicht mehr zu den gebotenen Konditionen von Inländern besetzt werden. Dasselbe gilt dann für die dazugehörigen Lehrplätze. Anstatt nun bessere Arbeitsbedingungen bei Lohn und Arbeitszeiten bieten zu müssen, dürfen diese Firmen mit ihren Dumpinglöhnen weiterarbeiten und erhalten auf Steuerzahlerkosten (!) das Full-Service-Paket: Der Bund zahlt Sprachkurse, einen Teil der Reisekosten und Praktikums- und Ausbildungsvergütung. Für die vielen hunderttausend arbeitslosen spanischen Jugendlichen ist das ein winziger Tropfen auf dem heißen Stein… und die arbeitslosen Jugendlichen in Deutschland werden als Bodensatz über Bord gekippt. Aber von der Leyen kann sich wieder als soziale Mutter der Nation inszenieren.“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=35742
nach oben