[Nach dem erfolgreichen Migra-Streik in Magdeburg] Halle ohne uns? – Migra-Streik am 5. November 2026 mit Geschäftsschließungen und Kundgebung

Halle ohne uns? – Migra-Streik am 5. November 2026 mit Geschäftsschließungen und Kundgebung„Nach dem erfolgreichen Migra-Streik in Magdeburg im August organisieren sich nun auch Menschen mit Migrationsgeschichte in Halle (Saale). Unter dem Motto „Halle ohne uns?“ ruft die Bürgerinitiative MigraStark am 5. November 2026 zu einem migrantischen Aktionstag auf. Von 10 bis 16 Uhr sind Geschäftsschließungen geplant, von 14 bis 16 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Halle statt. MigraStark stellt dabei den Protest gegen Rassismus und Ausgrenzung sowie für Solidarität und Gleichberechtigung in den Mittelpunkt. Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. unterstützt diese selbstorganisierte Initiative ausdrücklich. Nach der Wahl ist die Verunsicherung nicht verschwunden – im Gegenteil…“ Pressemitteilung vom 26. Oktober 2026 beim Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt externer Link – siehe mehr daraus und weitere Infos zum selbstorganisierten Aktionstag gegen Rassismus und Ausgrenzung:

  • Halle ohne uns? – Migra-Streik am 5. November in Halle
    Selbstorganisierter Aktionstag gegen Rassismus und Ausgrenzung – Geschäftsschließungen von 10 bis 16 Uhr – Kundgebung von 14 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Halle. Siehe Initiative „MigraStark“ (leider nur) https://www.instagram.com/migrastark/ externer Link
  • Weiter aus der Pressemitteilung vom 26. Oktober 2026 beim Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt externer Link: „… Bei der Landtagswahl am 6. September wurde die AfD stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Ihr Landesverband wird als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Ihr Spitzenkandidat hat angekündigt, sich im Dezember zum Ministerpräsidenten wählen lassen zu wollen. Wie die Regierungsbildung ausgeht, ist weiterhin offen. Für viele Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte ist diese Entwicklung keine abstrakte parteipolitische Frage. Sie erleben eine zunehmende Unsicherheit darüber, welche Zukunft sie und ihre Familien in Sachsen-Anhalt haben, ob ihre Zugehörigkeit weiterhin selbstverständlich sein wird und welche politische Macht in einer neuen Landesregierung entstehen könnte.
    Der Flüchtlingsrat erklärt dazu: „Menschenwürde hat keine Legislaturperiode. Grund- und Menschenrechte gelten jederzeit – und für alle. Ihr Schutz muss von jeder Regierung sichergestellt werden. Hierfür setzt der Aktionstag in Halle ein deutliches Zeichen.“
    Magdeburg hat gezeigt, was Selbstorganisation bewirken kann
    Denn gerade jetzt ist es wichtig, dass Betroffene nicht nur Gegenstand politischer Debatten bleiben, sondern selbst sprechen, sich selbst organisieren und ihre Rechte sichtbar einfordern. Beim Migra-Streik in Magdeburg am 26. August beteiligten sich nach Angaben der Organisator*innen rund 160 Betriebe. Auch Geschäfte ohne migrantische Betreiber*innen schlossen sich aus Solidarität an. Die Aktion erreichte weit über Sachsen-Anhalt hinaus öffentliche Aufmerksamkeit. Entscheidend war dabei nicht allein die Zahl geschlossener Geschäfte. Entscheidend war, dass Menschen selbst ihre Stimme erhoben, einander unterstützten und deutlich machten: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.
    Halle knüpft nun mit einer eigenen, selbstorganisierten Initiative daran an.
    Dabei gilt auch diesmal: Niemand muss durch Arbeit, Steuern oder wirtschaftlichen Nutzen beweisen, dass er oder sie dazugehört. Menschenwürde muss man sich nicht verdienen…“
  • Erster Migra-Streik in Halle: „Es ist doch nicht alles verloren in Sachsen-Anhalt“„Am 5. November streiken Migrant*innen in Halle (Saale). Es gehe unter anderem um Sichtbarkeit, sagt Mitorganisatorin Dalal Mirzo. (…)
    taz: Auch Sie haben nach der Wahl die Initiative „MigraStark“ mitgegründet. Jetzt planen Sie einen Streik von Mi­gran­t*in­nen in Halle am 5. November, den zweiten in Sachsen-Anhalt externer Link. Warum?
    Mirzo: Weil wir sichtbar machen möchten, was vielen selbstverständlich scheint. Was würde passieren, wenn alle Menschen mit Migrationsgeschichte für einige Stunden ihre Arbeit niederlegen oder ihre Geschäfte schließen, ihre alltäglichen Aufgaben unterbrechen? Es geht uns nicht darum, Menschen gegeneinander auszuspielen. Auch wollen wir nicht den Wert eines Menschen an seiner Produktivität oder wirtschaftlichen Leistung messen. Jeder Mensch hat unabhängig davon, ob er arbeitet, Steuern zahlt oder wirtschaftlich etwas beiträgt, den gleichen Wert und das gleiche Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und ein Leben in Würde. Mit dem Streik möchten wir vielmehr sichtbar machen, wie selbstverständlich Menschen mit Migrationsgeschichte Teil unseres gesellschaftlichen Alltags sind und wie sehr ihre Beiträge oft übersehen werden. (…)
    Ich wünsche mir, dass diese Aktion wirklich wahrgenommen wird, nicht nur von stabilen Menschen, die sowieso für Demokratie kämpfen, sondern auch von Menschen, die vielleicht noch nicht wahrnehmen, was Migrant*innen hier in diesem Land machen. (…)
    taz: Wie können solidarische Menschen, die nicht in Sachsen-Anhalt sind, den Migra-Streik in Halle unterstützen?
    Mirzo: Migrantische Menschen können in ihren Städten streiken, alle können unseren Aufruf teilen, Öffentlichkeit schaffen, Solidarität zeigen mit einer kurzen Videobotschaft auf Social Media oder spenden, damit wir Flyer und Plakate und die Organisation der Kundgebung bezahlen können. Diese richtet sich an alle, also auch an nicht-migrantische Menschen. Wir freuen uns über Menschen aus anderen Städten…“ Interview von Amira Klute vom 26.10.2026 in der taz online externer Link mit Dalal Mirzo, Jahrgang 1987, engagiert sich seit vielen Jahren für gesellschaftliche Teilhabe, Integration und die Stärkung von Frauen mit Migrationsgeschichte in Sachsen-Anhalt. Sie ist politisch aktiv und gehört zu den Initiator*innen der überparteilichen Initiative „MigraStark“ externer Link, die den Migra-Streik organisieren.

Siehe auch Migra-Streik am 26. August in Magdeburg: Migrantische Gewerbetreibende setzen Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=238436
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