IG-Metall-Gewerkschafter und Antifaschist: Trauer um Christoph Ellinghaus
„Christoph Ellinghaus ist am gestrigen Montag gestorben. Wir trauern um den Ersten Bevollmächtigen der Geschäftsstellen Jena-Saalfeld und Gera. Er erlag im Alter von 56 Jahren einem Herzinfarkt. Wir alle sind geschockt und in Gedanken bei den Angehörigen. (…) Über seine Gewerkschaftsarbeit hinaus engagierte sich Christoph Ellinghaus für ein demokratisches und soziales Miteinander, gegen globale Ungleichheiten, für den Frieden und im Kampf gegen Rechtsextremismus. Er war aktiv an gewaltfreien Protesten und Blockaden gegen Neonazi-Aufmärsche in Thüringen und ganz Mitteldeutschland beteiligt. Zu seinem Vermächtnis gehört ein antifaschistisches „Nie wieder!““ Nachruf vom 18.08.2026 der IG Metall Jena-Saalfeld und Gera
, siehe einen weiteren:
- »Nicht für euch, sondern mit euch«: Der IG-Metall-Gewerkschafter Christoph Ellinghaus ist überraschend verstorben
„Völlig überraschend ist Anfang der Woche der Thüringer Gewerkschafter Christoph Ellinghaus im Alter von nur 56 Jahren gestorben. Der 1970 in Frankfurt am Main geborene Ellinghaus war als wichtige Schnittstelle zwischen Gewerkschaften, antifaschistischer Bewegung und internationalistischen Initiativen bundesweit bekannt. Er war maßgeblich am Entstehen des Bündnisses »Dresden Nazifrei« beteiligt.
Ellinghaus, im Ruhrgebiet sozialisiert, war seit seiner Jugend in außerparlamentarischen Gruppen aktiv. In den 90er Jahren ging er für die IG Metall nach Ostthüringen, um als Jugend- und Gewerkschaftssekretär zu arbeiten. 2020 wurde er Erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Geschäftsstellen Jena-Saalfeld und Gera. In dieser Funktion engagierte er sich für eine Neuausrichtung der Gewerkschaftsarbeit, die er für soziale Bewegungen und ökologische Kämpfe öffnen wollte. (…)
Außerhalb seiner Arbeit engagierte sich Ellinghaus in den letzten Jahren vor allem in der Solidaritätsarbeit mit den Antifaschist*innen, die im Zusammenhang mit dem sogenannten Antifa-Ost-Prozess verhaftet wurden. Zudem war er wichtiger Gesprächspartner für die arbeitssoziologische Forschung sowie für die sozialökologischen Debatten, die seit den 2010er Jahren um das von Klaus Dörre, Hartmut Rosa und Stephan Lessenich initiierte Kolleg Postwachstumsgesellschaften an der Universität Jena geführt wurden.
In einem Gespräch mit dem gewerkschaftslinken »Labournet«-Portal
[aus dem express!] bekräftigte Ellinghaus 2020, dass sich antifaschistische Politik in Betrieben nicht auf die Sanktionierung rechter Meinungsäußerungen beschränken dürfe. Viel entscheidender sei es, die Kolleg*innen politisch zu ermächtigen. »Wir glauben, dass die Demokratisierung unserer Prozesse und das Empowerment entscheidende Mittel sind, um einem Rechtspopulismus zu begegnen, der immer auf Autorität setzt und nie auf Demokratie.« Als zentrales Motto der Gewerkschaftsarbeit gab Ellinghaus damals die Botschaft aus: »Wir machen das nicht für euch, sondern mit euch.«…“ Nachruf von Raul Zelik vom 20.08.2026 in ND online 
Im LabourNet finden sich einige Beiträge von und über Christoph Ellinghaus (Volltextsuche!). Den m.E. besten Eindruck in seine (antifaschistische) Arbeit bietet ein express-Interview über eine aktive Mittagspause bei Jenoptik gegen die Wahl Kemmerichs mit AfD-Stimmen in 2020: Aufwachen und sich wehren. Aktive Mittagspause bei Jenoptik gegen die Wahl Kemmerichs mit AfD-Stimmen