Stressdiagnosen bei Berufstätigen auf Höchststand: Warum modernes Arbeiten erschöpfen kann
„Berufstätige sind im vergangenen Jahr so häufig wie noch nie wegen akuter Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen im Job ausgefallen: Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse kamen 2025 aufgrund dieser Diagnose knapp 119 Krankentage auf 100 Versicherte. (…) Und nicht nur das: Akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen können die Vorstufe einer Depression sein. 2025 waren sie die häufigste psychische Diagnose bei Berufstätigen und der dritthäufigste Krankschreibungsgrund überhaupt. (…) Neben privaten sowie gängigen beruflichen Stressoren wie etwa einem zu hohen Arbeitspensum und ständigen Überstunden, einem geringen Gehalt und Existenzängsten oder Konflikten mit Kolleg:innen und Vorgesetzten misst KKH-Ärztin Aileen Könitz der modernen Arbeitsweise mit Laptop und Smartphone ebenfalls eine Rolle zu...“ Pressemitteilung der KKH Kaufmännische Krankenkasse vom 03.08.2026
und mehr dazu:
- Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse: Arbeitnehmer:innen sind gestresst wie nie
„Mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeiten können auch belastend sein. Laut KKH sind Beschäftigte 2025 so häufig wie noch nie stressbedingt ausgefallen. Stress am Arbeitsplatz hinterlässt immer häufiger gesundheitliche Spuren. Noch nie seien unter den versicherten Berufstätigen der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) so häufig akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen diagnostiziert worden wie im vergangenen Jahr, teilte die Kasse am Sonntag in Hannover mit. Demnach entfielen knapp 119 Krankentage je 100 Versicherte auf diese Diagnose. Im Jahr zuvor seien es rund 112 Tage gewesen, zu Beginn der KKH-Analyse 2017 nur etwa 66 Tage. Das entspreche binnen acht Jahren einem Anstieg um fast 80 Prozent. Akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen könnten Vorstufen einer Depression sein, warnte die Kasse. Sie seien 2025 die häufigste psychische Diagnose bei Berufstätigen und insgesamt der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen nach Infektionen der oberen Atemwege und Rückenschmerzen. (…) Laut der KKH-Ärztin Aileen Könitz kann die moderne Arbeitsweise mit Laptop und Smartphone zusätzlichen Druck erzeugen. Mobiles Arbeiten und zeitliche Flexibilität bedeuteten nicht automatisch Entlastung, sondern könnten zu dauerhaftem Stress führen, wenn klare Grenzen fehlten. Auch die sogenannte Arbeitszeitfragmentierung habe Vor- und Nachteile. Die Unterteilung des Arbeitstages könne einerseits die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern. Andererseits erhöhten häufige Wechsel zwischen Arbeit und Freizeit sowie Arbeitszeiten am Abend den Zeit- und Leistungsdruck. Zu kurze Ruhezeiten begünstigten langfristig Belastungsreaktionen, chronische Erschöpfung oder einen Burnout.“ Meldung vom 3. August 2026 in der taz online