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Paul muss bleiben! Edeka kündigt LKW-Fahrer im Lager Meckenheim und Betriebsratskandidat Paul R. fristlos kurz vor der Betriebsratswahl
„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen kritisiert die fristlose Kündigung von Paul Rischak, LKW-Fahrer im Edeka-Lager Meckenheim und Kandidat für den Betriebsrat. Gleichzeitig bewertet ver.di die Entscheidung des Arbeitsgerichts Bonn zum Zutrittsrecht als ersten Teilerfolg. Die Kündigung erfolgte kurz vor der Betriebsratswahl und während einer laufenden Tarifrunde. ver.di sieht darin einen Eingriff in die Mitbestimmung. (…) Der Beschäftigte hat mit Unterstützung von ver.di Kündigungsschutzklage eingereicht. Ziel ist die gerichtliche Klärung der Vorwürfe und die Rücknahme der Kündigung. Parallel hat das Arbeitsgericht Bonn eine einstweilige Verfügung erlassen. Das Gericht verpflichtet Edeka, dem Kandidaten täglich Zugang zum Betrieb zu gewähren. Er kann so seine Rechte im Zusammenhang mit der Betriebsratswahl wahrnehmen. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 5 BVGa 5/26…“ Meldung vom 24.04.2026 beim ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen
und mehr daraus/dazu:
- Edeka in Meckenheim bei Bonn feuert Betriebsratskandidaten mitten im Wahlkampf – breite Solidarität mit Paul am 1. Mai in Köln vor der Wahl am 5. Mai
„Der Kölner Heumarkt ist am 1. Mai 2026 dicht gefüllt. Unter strahlend blauem Himmel flattert ein stilisiertes Gespenst und erklärt die Arbeitsbedingungen im Handel: »Es spukt.« Daneben steht Christine Behle. Die Verdi-Vizebundesvorsitzende nutzt die Gelegenheit im Kundgebungsgetümmel für einen Solidaritätsaufruf: für Paul Rischak. Er ist aussichtsreicher Betriebsratskandidat im Edeka-Lager in Meckenheim bei Bonn.
Edeka geht rabiat gegen ihn vor. Am 10. April 2026 hatte der Einzelhandelsriese eine fristlose Kündigung gegen den Spitzenkandidaten der Verdi-Liste Rischak ausgesprochen – mitten im Betriebsratswahlkampf.
Verdi unterstützt Rischak bei seiner Kündigungsschutzklage. Die Dienstleistungsgewerkschaft half ihm dabei, das Zutrittsrecht zum Betrieb arbeitsgerichtlich zu erstreiten. Das Arbeitsgericht Bonn verpflichtete Edeka per einstweiliger Verfügung, Rischak bis zur Betriebsratswahl für täglich zwei Stunden zwecks Wahlkampf Betriebszugang zu gewähren. Die Wahl findet am 5. Mai statt, wie Verdi-Vertrauensleute am Sonnabend gegenüber jW bestätigten. (…)
Der bisherige Betriebsrat gilt unter den Kollegen eher als Karrieresprungbrett für angehende Führungskräfte. Eine echte Interessenvertretung der Beschäftigten sehen viele in ihm nicht. Er hatte der Kündigung Rischaks zugestimmt. »Ein Betriebsrat muss schützen, nicht abnicken. So darf es nicht laufen«, sagte Andelina H., Betriebsratsmitglied bei Edeka Logistik in Hamm, am Sonnabend im jW-Gespräch. (…)
Als Kündigungsgrund führt Edeka allerdings angeblichen Arbeitszeitbetrug an. Kritiker sehen darin einen typischen Vorwurf aus dem Werkzeugkasten des Union Bustings – also der gezielten Behinderung von Betriebsratsarbeit durch Unternehmen.
Edeka ist dafür bekannt, betriebliche Mitbestimmung hart anzugehen. Im Frühjahr 2025 erstattete der Betriebsrat des Zentrallagers Lauenau – Teil des Edeka-Verbundes Minden-Hannover – Anzeige wegen Behinderung der Betriebsratsarbeit. Gremiumsmitglieder berichteten von ständiger Beobachtung, einem Klima permanenter Kontrolle. Schulungen habe der Betriebsrat erst einklagen müssen, während die Geschäftsführung Betriebsratsarbeit nicht immer als Arbeitszeit anerkannt haben soll. Auch in den privat betriebenen Edeka‑Filialen gehen Firmenleitungen gegen Betriebsratsgründer vor…“ Artikel von Jessica Reisner in der jungen Welt vom 04.05.2026
(„Edeka – Wir ♥ Union Busting. NRW: Einzelhandelsriese feuert Betriebsratskandidaten mitten im Wahlkampf. Verdi mit Solidaritätsaufruf für Geschassten“) - Siehe noch die Hintergründe in der Meldung vom 24.04.2026 beim ver.di Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen
(„ver.di kritisiert Vorgehen – Gericht stärkt Mitbestimmung“): „… Der Beschäftigte arbeitet seit 19 Jahren im Edeka-Lager Meckenheim. Er engagierte sich während der Tarifauseinandersetzung 2023 erstmals im Streik. Kolleg*innen baten ihn, für den Betriebsrat zu kandidieren. Daraufhin trat er als Spitzenkandidat einer ver.di-Liste an.
Am 10. April 2026 erhielt der betroffene Kollege eine fristlose Kündigung. Das Unternehmen wirft ihm Arbeitszeitbetrug und Manipulation vor. Nach dem Gespräch musste er den Betrieb verlassen. Der Zugang wurde ihm zunächst untersagt.“ - Paul muss bleiben! Video von ver.di Handel NRW bei youtube

- #unionbusting #paulmussbleiben