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Auch in Frankreich: Sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst stehen Krankschreibungen im Fokus

Union syndicale Solidaires : Arrêts maladie : pas d’économies sur notre santé !Die Regierung will bei unserer Gesundheitsversorgung sparen, indem sie die Vorschläge der Arbeitgeberverbände aufgreift. Immer mehr Medikamente und Behandlungen sollen aus der Kostenerstattung gestrichen werden, und Krankschreibungen sollen weiter ins Visier genommen werden. Für den privaten Sektor schlagen die Arbeitgeberverbände Karenzzeiten vor, die weder von der Krankenkasse noch vom Arbeitgeber bezahlt würden, und möchten die Zahlung jeglicher Karenzzeiten ab der dritten Krankschreibung im selben Jahr verbieten. (…) Was die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen schädigt, sind die Arbeitsbedingungen, die Schwere der Arbeit und das Fehlen von Präventionsmaßnahmen. Um die Zahl der Krankmeldungen zu senken, müssen die Arbeitsbedingungen verbessert werden…“ franz. Meldung der Union syndicale Solidaires vom 25.8.2025 externer Link und mehr zum Thema:

  • Jagd auf Kranke bei den Krankmeldungen: Keine Einsparungen bei unserer Gesundheit! New
    Die Regierung hat am 9. April ihren „Plan zur Verringerung der Fehlzeiten am Arbeitsplatz“ vorgestellt, der darauf abzielt, dem Anstieg der Krankmeldungen entgegenzuwirken und vor allem die Kosten für die gezahlten Entschädigungen zu senken. Er geht nicht die Ursachen für die Verschlechterung der Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, sondern macht ihnen die Schuld dafür. Lasst uns für unsere Gesundheit mobilisieren, insbesondere am 28. April, dem Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, und am 1. Mai!
    Eine Jagd auf Kranke
    Die Regierung plant einen „Alarmknopf“, über den Arbeitgeber die nationale Krankenkasse ersuchen könnten, bei Verdacht auf Missbrauch Kontrollen einzuleiten. Und warum nicht gleich einen Knopf, um kranke Arbeitnehmer direkt aus dem Unternehmen zu entlassen? Die Regierung strebt zudem eine Verschärfung der Kontrollen an, insbesondere bei Krankschreibungen von mehr als 18 Monaten sowie bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten von mehr als drei Jahren. Sie schließt eine Erhöhung der Karenzzeit im öffentlichen Dienst von einem auf drei Tage nicht aus – eine Maßnahme, die bereits diskutiert, aber nach massiven Protesten der Beamten im Dezember 2024 verworfen wurde.
    Die Regierung beabsichtigt zudem, Versicherte zu bestrafen, denen von mehreren verschiedenen Hausärzten Krankschreibungen ausgestellt werden. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass die medizinische Unterversorgung immer größere Ausmaße annimmt, dass 11 % der Bevölkerung keinen Hausarzt haben und dass man in den am stärksten unterversorgten Gebieten 11 Tage warten muss, um einen Termin bei einem Hausarzt zu bekommen.
    Diese Maßnahmen sind Teil eines allgemeinen Angriffs auf die Arbeitszeit. Zwar ist es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch ihre Mobilisierung gelungen, die Regierung dazu zu bewegen, von der Abschaffung zweier Feiertage Abstand zu nehmen, doch wollen die Regierung und die Arbeitgeber nun den 1. Mai, den internationalen Tag des Kampfes für unsere Rechte, ins Visier nehmen, indem sie die Ausnahmeregelungen für diesen arbeitsfreien Tag ausweiten.
    Es gibt Lösungen zum Schutz der Gesundheit
    Die Regierung macht „Missbrauch“ dafür verantwortlich. Zwar ist die Zahl der Krankmeldungen in den letzten Jahren gestiegen. Dieser ist jedoch die Folge verschlechterter Arbeitsbedingungen durch eine Politik, die auf immer mehr Produktivität und eine Intensivierung des Arbeitstempos drängt, die Arbeitsverhältnisse prekär macht, Arbeitsgemeinschaften zerstört, isoliert und die Arbeitnehmer*innen gegeneinander ausspielt… Allen voran die verschiedenen „Arbeitsgesetze“ oder die Reformen des Rentensystems, die dazu führen, dass immer länger gearbeitet werden muss.
    Um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu verbessern, plant die Regierung lediglich eine weitere Spielerei: ein „Präventionspaket“ für Unternehmen. Dabei sind die Lösungen doch bekannt!
    Die Gewerkschaft Solidaires fordert eine erhebliche Stärkung der Befugnisse und Ressourcen der Arbeitsaufsichtsbehörde. Es ist dringend erforderlich, ein umfangreiches und langfristiges Programm zur Einstellung von Arbeitsaufsichtsbeamten und -beamtinnen auf den Weg zu bringen und die Zahl der Arbeitsaufsichtsämter zu verdoppeln
    …“ franz. Meldung der Union syndicale Solidaires vom 10. April 2026 externer Link (maschinenübersetzt)

Siehe auch: Unsichtbares Massengrab: Das „massive Phänomen“ der arbeitsbedingten Todesfälle in Frankreich – Spitzenreiter in der EU durch Einsparungen und Stress

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=235101
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