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Freiheit für Iqbal Abro! Gewerkschaftsaktivist der National Trade Union Federation (NTUF) in Pakistan gewaltsam verschleppt und inhaftiert

Kampagne der Clean Clothes Campaign (CCC): Freiheit für Iqbal Abro! Gewerkschaftsaktivist der National Trade Union Federation (NTUF) in Pakistan gewaltsam verschleppt und inhaftiertIqbal Abro ist für die NTUF (National Trade Union Confederation) Pakistan tätig, wurde Anfang Januar 2026 im Industriegebiet Korangi in Karachi gewaltsam verschleppt und mehrere Tage lang ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Anschließend wurde er unter Anwendung von Anti-Terror-Gesetzen vor Gericht gebracht. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gelten nach Einschätzung von NTUF und Menschenrechtsorganisationen als konstruiert und zielen offenbar darauf ab, seine legitime gewerkschaftliche Arbeit zu kriminalisieren. Es bestehen ernsthafte Sorgen hinsichtlich der Rechtmäßigkeit seiner Festnahme, der Einhaltung rechtsstaatlicher Verfahren sowie möglicher Misshandlung in Haft…“ Siehe mehr aus der Kampagne der Clean Clothes Campaign (CCC):

Illegale Festnahme und Verschwindenlassen des Gewerkschafters Iqbal Abro
Iqbal Abro wurde am 9. Januar 2026 in der Korangi Industrial Zone in Karachi festgenommen, nachdem er entlassene Textilarbeiter*innen von Towellers Limited im Rahmen einer Solidaritätsaktion unterstützt hatte. Er wurde von der Polizei an einen unbekannten Ort gebracht. Sein Schicksal blieb zunächst unklar; weder seine Familie noch seine Anwältinnen konnten ihn erreichen. Vier Tage später wurde er von der Polizei einem Gericht vorgeführt, wo ein Verfahren wegen Terrorismusvorwürfen gegen ihn eingeleitet wurde. Iqbal Abro befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. (…)
Missbrauch von Anti-Terror-Gesetzen
Die gegen Iqbal Abro erhobenen schweren Vorwürfe – darunter Erpressung und angebliche Verbindungen zu verbotenen Gruppen – entbehren jeder Grundlage. Der Einsatz von Anti-Terror-Gesetzen gegen ihn ist zutiefst alarmierend. Er gibt Anlass zu ernsthaften Sorgen um die Sicherheit von Gewerkschafter*innen sowie um den schrumpfenden Handlungsspielraum für alle, die sich in Pakistan für Arbeitsrechte und demokratische Freiheiten einsetzen. Der Fall weist auf einen systematischen Missbrauch staatlicher Sicherheitsgesetze hin, um legitime gewerkschaftliche Arbeit zu kriminalisieren. (…)
Mögliche Verbindung zu Lieferketten auch in Deutschland tätiger Marken und Einzelhändler
Was uns besonders besorgt: Iqbal Abro hatte sich für Arbeitsrechte in der Fabrik Towellers Limited eingesetzt. Öffentlich zugängliche Handelsdaten weisen darauf hin, dass Towellers Limited Teil internationaler Lieferketten ist, die mit großen Marken wie Inditex (Zara) und der italienischen Marke Teddy in Verbindung stehen. (…)
Iqbal Abro ist weiterhin in Haft
Nach seiner illegalen Verhaftung und seinem Verschwinden am 9. Januar konnte Iqbal Abro trotz anwaltlicher Anträge bei der Polizei, bei Gericht (Sindh High Court) und bei der Menschenrechtskommission Pakistans nicht ausfindig gemacht werden. Daraufhin protestierten Arbeiterinnen am 10. Januar 2026 friedlich vor dem Karachi Press Club. Anstatt die Verantwortlichen für die unrechtmäßige Festnahme zu ermitteln, bestehen erhebliche Hinweise darauf, dass hochrangige Beamte des Sicherheitsapparates versucht haben, die Täter*innen zu schützen und das illegale Vorgehen durch haltlose Anschuldigungen gegen Iqbal Abro nachträglich zu rechtfertigen. Erst nach anhaltendem Druck von Arbeits- und Menschenrechtsorganisationen unternahmen die Behörden offenbar den Versuch, die rechtswidrige Inhaftierung nachträglich zu „legalisieren“ (…)
Bedingungslose Freilassung von Iqbal Abro, jetzt!
Wir fordern: Iqbal Abro muss sofort und bedingungslos freigelassen werden. Die auf fingierten Anzeigen beruhende Anklage gegen ihn muss fallengelassen werden. Darüber hinaus müssen die Regierung Pakistans sowie ihre Justiz- und Sicherheitsorgane den systematischen Missbrauch von Anti-Terror-Gesetzen gegen Gewerkschafter*innen unverzüglich beenden.
Pakistans Justiz muss den Fall unabhängig aufklären
Darüber hinaus verlangen wir eine unabhängige und unparteiische Untersuchung des Falles, die die Umstände von Abros Verschwinden, seiner illegalen Inhaftierung, der mutmaßlichen Folter sowie das Handeln der beteiligten Amtsträgerinnen umfassend aufklärt. Die an den illegalen Vorgängen beteiligten Beamten müssen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Die CCC fordert zudem verbindliche Sicherheitsgarantien für Iqbal Abro, seine Familie, seine Rechtsvertretung und seine Gewerkschaftskolleg*innen sowie ein sofortiges Ende jeglicher Form von Belästigung, Einschüchterung und Überwachung von Arbeitsrechtler*innen und Gewerkschafter*innen durch staatliche Sicherheitsbehörden…“ Eilaktion vom 21. Januar 2026 von CCC externer Link

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=233607
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